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Nach dem Erkenntnisstand von 1936 war bekannt, daß Flavonoide
mit Vitamin C eng vergesellschaftet sind und Einfluß auf Blutungszustände nehmen. Die in der Pflanzenwelt weit verbreiteten
Flavonoide wirken auf die Durchlässigkeit von Gefäßwänden und wurden dementsprechend Vitamin P (permeabilität = Durchlässigkeit)
genannt. In älteren Vitaminpräparaten, die zum Teil heute noch auf dem Markt sind, wurde das Flavonoid Rutin eingesetzt,
das der Nürnberger Apotheker Weiss 1846 aus Gartenraute (Ruta graveolens) isolierte.Wegen der gelben Farbe der Raute entstand
der Name der Flavonoide (flavus, lateinisch=gelb).
Heute sind rund 800 verschiedene, meist farbige Flavonoide bekannt,
außer den Rutinen etwa noch Citrin aus Citrusfrüchten, Hesperidin,
Quercetin, Anthocyan aus roten Trauben und Rotwein. In
den Pflanzen haben die Flavonoide die Funktion, als Abwehr- und Entgiftungsstoffe gegen Pilze und deren Toxine, Bakterien
und Viren zu wirken. Heute wird versucht, diese Art der Wirkung bei sehr hartnäckigen Pilzerkrankungen des Menschen
einzusetzen. Während Vitamin C durch die Anregung der Collagensynthese große Blutgefäße stabilisiert, normalisieren
die Bioflavonoide die Durchlässigkeit von Kapillaren, den kleinen Blutbahnen. Flavonoide sind demnach wirksam bei Nasen- und Zahnfleischbluten,
Hämorrhoiden, Krampfadern und anderen Venenleiden, Blutungen unter der Haut und übermäßigem
Gebärmutterbluten. In Modellversuchen ergänzen und verstärken sich die Wirkungen
von Vitamin C und Bioflavonoiden. Die Vitamin-C-Wirkung kann durch Zusatz von Flavonoiden um das Zwanzigfache erhöht werden.
Reich an Bioflavonoiden sind Citrus- und Beerenfrüchte sowie grüner Tee, dem außer kapillarstärkender auch
antioxidative Wirkung zugeschrieben wird. Somit kann der Genuß flavonoidhaltiger Nahrungsmittel den Gefahren der mit Arteriosklerose
verbundenen Krankheiten vorbeugen.
Vorkommen:
Flavonoide sind im Pflanzenreich weit
verbreitet.
So kommen sie in praktisch in allen Obst- und
Gemüsesorten vor. Aber auch bestimmte Nüsse und Getreidesorten
enthalten diese wertvollen Stoffe. Folgende Tabelle zeigt einige
Beispiele:
mehr zu den Heilpflanzen :HIER
|
Grundstruktur |
Aglykon |
Flavonoid |
Beispiele |
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Flavonole |
Quercetin |
Spiraeosid |
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Isoquercitrin |
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Flavonolignane |
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kein Trivialname |
Tomate | ||
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kein Trivialname |
Ruhrkrautblüten | ||
|
kein Trivialname |
Preiselbeere | ||
|
kein Trivialname |
Schnittlauch | ||
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Rutosid |
Weinrautenkraut | ||
|
Rutosid |
|||
|
Hyperosid |
|||
|
Hyperosid |
|||
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Hyperosid |
|||
|
kein Trivialname |
|||
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Kämpferol |
kein Trivialname |
Grünkohl | |
|
kein Trivialname |
Endivie | ||
|
kein Trivialname |
|||
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Flavanole |
Catechin |
Catechingerbstoffe |
|
|
Catechingerbstoffe |
|||
|
kein Trivialname |
Pfirsich | ||
|
kein Trivialname |
Rotwein | ||
|
kein Trivialname |
Äpfel | ||
|
Epicatechin |
kein Trivialname |
Aprikose | |
|
Epicatechingallat |
Grüner Tee | ||
|
Procyanidine |
Procyanidin B-2 |
||
|
Procyanidin B-2 |
Mossbeeren | ||
|
Flavanone |
Hesperetin |
Hesperidin |
|
|
Hesperidin |
Zitrone | ||
|
Naringenin |
Naringin |
Grapefruit | |
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Flavone |
Apigenin |
Vitexin |
|
|
Isovitexin |
|||
|
Biflavone |
|||
|
kein Trivialname |
|||
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Luteolin |
Orientin |
||
|
kein Trivialname |
Grüne Olive | ||
|
kein Trivialname |
Paprika | ||
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Anthocyanidine |
Malvidin |
kein Trivialname |
Blaue Trauben |
|
kein Trivialname |
|||
|
kein Trivialname |
|||
|
Delphinidin |
kein Trivialname |
||
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Dihydrochalcone |
Phloretin |
kein Trivialname |
Äpfel |
|
Isoflavonoide |
Sojabohnen | ||
|
Ononin |
BADEN-BADEN (bwa). Die Behandlung von Patienten mit diabetischer
Polyneuropathie wird effektiver, wenn die Basistherapie mit Alpha-Liponsäure
durch das Homöopathikum Lymphomyosot ergänzt wird. Darauf hat Dr. Marcus
Schories von der Universitätsklinik Freiburg auf einem Kongreß für moderne
Homöopathie hingewiesen.
Der Diabetologe und Endokrinologe bezog sich bei der vom Unternehmen Heel
unterstützten Veranstaltung auf die Ergebnisse einer neuen, zur Publikation
eingereichten prospektiven Kohortenstudie. Eingeschlossen in die Studie waren
insgesamt 269 Typ-2-Diabetiker mit peripherer diabetischer Polyneuropathie und
sensorischen (Rest-)Empfindungen im Bereich Fuß, Zehen und Unterschenkel. Eine
Gruppe erhielt über einen Zeitraum von sechs Monaten nur Alpha-Liponsäure, die
andere Gruppe zusätzlich ein homöopathisches Komplexmittel zur Behandlung bei
Mikroödemen.Das Ergebnis: Die neuropathischen Störungen wie Schmerz,
Berührungsunempfindlichkeit, Taubheitsgefühl, Kribbelparästhesien, nächtliche
Spontanschmerzen verringerten sich signifikant mit der Kombinationstherapie.
Zudem verkürzte sich der Zeitraum bis zum ersten Eintreten der
Symptomverringerung. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen traten in keiner der
beiden Gruppen auf. Ärzte
Zeitung, 27.11.2002
Bitteres Gemüse hält gesund: Ausgerechnet die bittersten Lebensmittel sind am gesündesten. Das behauptet der Amerikaner Adam Drewnowski in einem wissenschaftlichen Aufsatz, der in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "American Journal of Clinical Nutrition" erschien. Der Wissenschaftler von der Universität Washington fand bei der Analyse verschiedener Studien heraus, dass der Verzehr von bitterem Obst und Gemüse zur Vermeidung von Krebs und anderen Krankheiten beitragen könnte. So enthalten beispielsweise Rosenkohl, Grapefruit, Grünkohl und Spinat einen hohen Anteil an bitteren, aber sehr gesunden Komponenten wie Isoflavone oder Phenole. Leider, so Dewnowski, entfernen die meisten Nahrungsmittelhersteller diese Bitterstoffe bei der Verarbeitung aus den Gemüsen. Für die schmackhafte Zubereitung des gesunden Grünzeugs rät Dewnowski zur mediterranen Variante: Ein Schuss Olivenöl und eine Prise Salz könnten die Bitterstoffe neutralisieren, ohne sie zu zerstören.(netdoktor.de, 22.11.2000)ms
Phytooestrogene und ihre gesundheitliche Bedeutung
Eine Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe rückt zunehmend in das wissenschaftliche Blickfeld: die Phytoöstrogene. Für sie werden in neueren Untersuchungen antikanzerogene Wirkungen beschrieben. Dabei geht es vor allem um hormonabhängige Krebserkrankungen von Brustdrüse und Prostata (2). Die im internationalen Vergleich niedrige Rate an Brust- und Prostatakrebs in Asien (Japan, China, Korea, Indonesien) im Vergleich zu Nordamerika, Australien oder Europa wird insbesondere auf den hohen Phytoöstrogengehalt der traditionellen asiatischen Küche zurückgeführt. Hauptquelle für Phytoöstrogene sind dort Sojaprodukte, daneben Reis und Tee (4, 6, 7). Auch die geringere Häufigkeit von Brustkrebs in Finnland und Schweden im Vergleich zu den USA wird mit der Zufuhr an Phytoöstrogenen in Zusammenhang gebracht. In Skandinavien ist Roggenvollkornbrot die Hauptnahrungsquelle für Phytoöstrogene. Die niedrigste Rate an Brustkrebs haben Frauen in Nordkarelien, in dieser Region Finnlands wird zugleich das meiste Roggenvollkornbrot konsumiert (2, 5). Aktuelle Fall-Kontrollstudien in China (Shanghai) zeigen bei Brustkrebspatientinnen eine signifikant niedrigere Harnausscheidung an Phytoöstrogenen als bei gesunden Frauen (im Mittel um 50-65%) (7). Vergleichbares wird auch in Australien bei Patientinnen mit neu diagnostiziertem Brustkrebs festgestellt. In Schweden ist inzwischen aufgrund von prospektiven Studien zu belegen, dass Frauen mit niedrigen Phytoöstrogenplasmaspiegeln ein 3-5fach höheres Brustkrebsrisiko haben. Daher wird derzeit diskutiert, die Bestimmung der Phytoöstrogenblutwerte in die Vorsorgeuntersuchung einzubeziehen (5). Phytoöstrogene sind mit den steroidalen Östrogenen des Menschen strukturverwandt, haben aber nur etwa 0,1% von deren biologischer Wirkung. Zur Gruppe der Phytoöstrogene gehören einerseits die Isoflavonoide in Sojabohnen und daraus hergestellten Produkten, andererseits die Lignane in Getreide (Roggen, Weizen, Hafer), Leinsamen, Beerenobst (Erdbeeren, Blaubeeren, schwarze Johannisbeeren), in Kürbiskernen und Gemüse (Broccoli, Blumenkohl, Karotten). Lignane sind die Ausgangssubstanz des Ballaststoffs Lignins, welcher in den äußeren Schalen des Getreidekorns vorkommt. Demzufolge ist eine hohe Zufuhr an Phytoöstrogenen vor allem mit reichlichem Verzehr an Vollkornprodukten möglich (6). Im Darm entstehen aus Lignan durch bakterielle Umwandlung Enterolacton und Enterodiol. Diese Metabolite werden resorbiert und entfalten die eigentlichen Stoffwechselwirkungen. Hinsichtlich der Krebsschutzwirkungen der Phytoöstrogene werden verschiedene Mechanismen diskutiert: Möglicherweise mindern Phytoöstrogene den wachstumsstimulierenden Effekt der Östrogene auf Brustkrebszellen. Aufgrund der Strukturverwandtschaft können Phytoöstrogene an Östrogenrezeptoren binden und sie so für die körpereigenen wirksameren Östrogene blockieren. Phytoöstrogene vermögen auch, die Synthese von SHBG (Sexualhormonbindendes Globulin) anzuregen. An SHBG gebundene Östrogene sind biologisch inaktiv, da sie nicht in die Gewebe (Brustdrüse) gelangen können (1, 2). Eine Prostatahyperplasie gilt als Wegbereiter des Prostatakarzinoms. Das Prostatawachstum wird insbesondere durch 5--Dihydro-Testosteron angeregt, welches mit Hilfe des Enzyms 5--Reduktase aus Testosteron gebildet wird. Phytoöstrogene können die 5-- Reduktase hemmen und damit die Bildung von 5--Dihydro-Testosteron sowie das Prostatazellwachstum drosseln. Klinische Untersuchungen zeigten, dass in Japan ältere Männer seltener von einer Prostatahyperplasie betroffen sind als in westlichen Industrieländern. Zugleich wurden bei japanischen Männern hohe Phytoöstrogenkonzentrationen in der Prostataflüssigkeit nachgewiesen (1, 2). Tierversuche lassen eine tumorsuppressive Wirkung der Phytoöstrogene erkennen. Nacktmäusen wurden subkutan humane androgen-empfindliche Prostatakrebszellen implantiert. Die Mäuse erhielten entweder Futter mit Sojaeiweiß oder Roggenkleie. Bei mehr als 75% der Kontrolltiere (Futter ohne Phytoöstrogene), aber nur 30% der Mäuse mit Roggenkleie-Futter und 50% der Tiere mit Soja-Eiweißfutter entwickelten sich tastbare Tumore. Dabei wurden die größten Tumore bei den Kontrolltieren festgestellt. Diskutierte Wirkungen der Phytoöstrogene sind eine Förderung der Tumorzell-Apoptose und die Hemmung der Gefäßeinsprossung in Tumorzellen, wodurch die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung (Größe, Wachstum) unterbunden werden können (3).
Dr. Claudia Küpper, Köln
Literatur:
1.
Adlercreutz H: Epidemiology of phytooestrogens. Baillieres Clin. Endocrinol. Metab. 12 (1998) 605-623.2.
Adlercreutz H, Mazur W: Phyto-oestrogens and Western Diseases. The Finnish Medical Society DUODECIM. Ann. Med.29 (1997) 95-120.3.
Bylund A et al.: Rye bran and soy protein delay growth and increase apoptosis of human LNCaP prostate adenocarcinoma in nude mice. Prostate 42 (2000) 303-314.4.
Horn-Ross PL et al.: Sources of phytooestrogens exposure among non-Asian women in California. Cancer Causes Control 11 (2000) 299-302.5.
Ingram D et al.: Case-control study of phytooestrogens and breast cancer. Lancet 350 (1997) 990-994.6.
Mazur W, Adlercreutz H: Natural occuring oestrogens in food. Pure & Appl. Chem. 70 (1998) 1759-1776.7.
Zheng W et al.: Urinary excretion of isoflavonoids and the risk of breast cancer. Cancer Epidemiol.Biomark.Prev. 8 (1999) 35-40.CENTRALE MARKETING-GESELLSCHAFT DER DEUTSCHEN AGRARWIRTSCHAFT MBH BONN - REFERAT WISSENSCHAFTS-PR
Roter Traubensaft verbessert die Gefäßwand(Endothel)funktion und wirkt antoxidativ. Diese schon im Rotwein gefundenen Eigenschaften werden über Flavoide vermittelt und sind unabhangig vom Alkoholgehalt.In dieser Studie tranken 15 Patienten (50-75) mit KHK (koronare Herzkrankheit) tranken 14 Tage lang 8mg/kg KG pro Tag Traubensaft. Stein et. al Ciculation 100 (1999) 1050-1055
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Vitamin C und Bioflavonoide-Wie Bioflavonoide die Wirkung von Vitamin C ergänzen
Bioflavonoide sind wasserlöslich und tauchen oft, aber nicht immer, in Früchten und Gemüse als Begleiter von Vitamin C auf. Vor allem findet man sie in den weißen Anteilen des Fruchtfleisches
von Zitrusfrüchten, in Kirschen, Hagebutten etc. Sie sind in hoher Dosierung nicht toxisch und haben auch unabhängig von Vitamin C pharmakologische Wirkungen. Früher nannte man sie Vitamin P, entschied sich aber 1950, sie nicht
als Vitamine zu bezeichnen, da sie keine essentiellen Nährstoffe darstellen. Seither nennt man diese Substanzen wie Citrin,
Rutin, Hesparidin, Flavone und Flavonole "Bioflavonoide".
Mehrere Forscher,
u.a. Z. Zloch von der Karls-Universität in Prag, fanden heraus, daß Bioflavonoide die Wirkung von Ascorbinsäure auf Skorbut verstärkten (1). Zloch berichtet von einer erhöhten Aufnahme von Vitamin C in Leber, Niere und
Nebennierenrinde. Außerdem schützen Bioflavonoide das Vitamin C vor der Umwandlung in
Delydroascorbat, einer weniger wirksamen Form von C (2).
Ferner wurde beobachtet, daß Bioflavonoide Schädigungen der Blutgefäße
verringern. Im Tierversuch verlängerten sie das Leben von Schweinen in Neuguinea und stoppten interne Blutungen bei Menschen mit Vitamin C Defiziten (3). Sie optimieren die Integrität der Kapillarwände und schützen somit vor
Infektionen. Aus diesem Grund empfiehlt man Bioflavonoide bei der Behandlung von Asthma und Magengeschwüren. Die protektive Wirkung auf die Kapillaren führt man darauf zurück, daß Bioflavonoide Vitamin C schützen, das nötig ist
für die Synthese von Kollagen, dem Material der Kapillarwände.
Eine andere Studie befaßt sich mit der Wirkung von Vitamin C auf Herpes
labialis. Herpes labialis ruft Lippenbläschen hervor. Diese verschwinden normalerweise
nach etwa 9 ½ Tagen. Durch Gabe von 1000 mg Vitamin C am Tag konnte diese Zeitspanne auf ungefähr 7 Tage verkürzt werden. Eine kombinierte Supplementierung mit Vitamin C und Bioflavonoiden verkürzte die Dauer auf 3 ½ Tage. (4)
Eine weitere Untersuchung der Auswirkungen von zusätzlicher Zufuhr von Bioflavonoiden zeigte einen Anstieg der weißen Blutkörperchen, Steigerung der Immunabwehr und Entzündungshemmung (5).
Bioflavonoide werden innerhalb von
20 Minuten resorbiert - die Wirkung hält bis zu 4 Tagen an. Bioflavonoide sind wirkungsvolle Radikalenfänger, schützen die Zellen und verbessern die Blutzirkulation. Sie wirken positiv auf die Innenwände von Venen und Arterien
und beschleunigen dort den Abbau von Cholesterineinlagerungen. Bioflavonoide lindern allergische Reaktionen, hemmen Entzündungen und halten die Haut elastisch.
Referenz:
1) Z. Zloch International J. Vit. Res. 39: 269 (1969)
2) S. Scarborough und T. Bacharach,
Vitamines and Hormones 8: 1(1949)
3) P. Armentuno, M.
Bensath, B. Beres und A. Szent-Györgyi, Deut. Med.
Wochenschr. 62 :1325 (1936)
4)T. Tengherdy, Nutrition Reviews 36: 10 (1978)
5) Review:"Action of Flavonoids on Blood Cells",
International J. Vit. Res. 44: (1974)
Gen-Tomate : Veränderte Lebensmittel gegen Krankheiten
Berlin - Der Biss in eine saftige Tomate soll noch gesünder werden:
Forschern vom Nahrungsmittelkonzern Unilever ist es einem Bericht der
"Welt" zufolge gelungen, Tomaten gentechnisch so zu verändern, dass
sie 78 Mal so viel Flavonole
enthalten wie ihre natürlichen Artgenossen. Diese Pflanzenstoffe kommen auch in
Tee oder Zwiebeln vor und wirken entzündungshemmend. Sie verlangsamen die Zellalterung
und vermindern das Wachstum
von Krebszellen. Außerdem sollen die Flavonole das Risiko von
Herzkrankheiten vermindern. Damit gehört das rote Gemüse zur stetig
wachsenden Zahl von funktionellen Lebensmitteln (functional food), die
mehr versprechen, als nur satt zu machen, so die "Welt":
Pre- und probiotische Joghurts mit speziellen Bakterienkulturen haben
schon lange die Tiefkühlregale erobert. Mittlerweile beträgt ihr Marktanteil
15 Prozent des Joghurtmarktes. Die Bakterien sollen sich beim Verzehr des
Joghurts im Darm ansiedeln und das Immunsystem stärken, versprechen die
Hersteller. Gegen zu hohen Cholesterinspiegel wirken Brötchen und Brot mit Omega-3.
Ihr Wirkstoff findet sich auch in Kaltwasserfischen wie Lachs und Makrele;
mittlerweile wird er auch Frühstücksflocken, Eiern und Hühnchen zugesetzt.
Auch Margarine mit zusätzlichen pflanzlichen Sterinen senkt zu hohe
Cholesterinspiegel.
In Österreich und der Schweiz gibt es bereits Vollkornprodukte, die durch
zusätzliches Vitamin
D und Kalzium
dem Knochenschwund vorbeugen. Sojaprodukte mit pflanzlichen Östrogenen sollen künftig
das Risiko von Brust- und Prostatakrebs senken, zuckerfreie Kaugummis und
Bonbons halten die Zähne beim Naschen gesünder, da sie die Entstehung von
Karies vermindern. Und die Pralinen eines niederländischen Herstellers
versprechen mit zugesetzten Vitaminen und Mineralien besonders viel Energie und
Vitalität zu liefern.
Doch nicht alle Entwicklungen zielen nur auf die Zipperlein: In den USA wurden
bereits Kartoffeln gentechnisch so verändert, dass sie einen Impfstoff gegen
Durchfallbakterien produzieren. Auch Bananen können schon Impfstoffe enthalten,
und künftig sollen Lebensmittel auch Vakzine gegen Keuchhusten, Tetanus und
Masern bergen.
Gentechnisch veränderter Reis kann Kindern in den so genannten Entwicklungsländern
das Augenlicht retten: Die gelben Reiskörner enthalten Beta-Carotin,
aus dem der Mensch Vitamin A produziert. Vitamin-A-Mangel ist in armen
Gegenden die häufigste Ursache für die Erblindung von Kindern. Produzenten,
die hierzulande ein solches neues Lebensmittel auf den Markt bringen wollen, müssen
nach der Novel-Food-Verordnung von 1997 in einem EU-Land einen
Genehmigungsantrag stellen, der von zuständigen Behörden aller EU-Länder geprüft
wird. Für Produkte, die bereits vorher auf den Markt gebracht wurden,
gilt das jedoch nicht. (dc) Mittwoch, 2. Mai 2001 netdoctor
Kardiologie-Forscher setzen auf die Tomate
Tomaten sind für Herz-Kreislauf-Forscher ein beliebtes Studien-Gemüse. Nicht nur, daß sie mit
Gentechnik jetzt herzschützende Tomaten kreieren wollen, die knapp 80mal soviel
Flavonoide
enthalten wie normale. Tomaten bewähren sich derzeit schon in klinischen Studien. Nehmen Patienten
mit Grad-I-Hypertonie, also mit einem Blutdruck bis zu 159/99 mmHg täglich eine Portion eines
Tomaten-Extraktes mit 15 Milligramm Antioxidantien ein, sinkt ihr systolischer Blutdruck in acht Wochen
von durchschnittlich 144 auf 135 mmHg, haben israelische Forscher jetzt bei einem
Hypertonie-Kongreß in den USA berichtet. Zumindest als Adjuvans zu Antihypertensiva können sich die
Forscher den Extrakt vorstellen. Ärzte Zeitung, 06.06.2001
Forscher bestätigen: Roter Traubensaft schützt die Gesundheit
Washington, 11. Juni (AFP) - Roter Traubensaft ist gut für die Gesundheit.
Besonders wirksam schützt er gegen Herz- und Gefäßkrankheiten, wie am Montag
in der US-Zeitschrift "Circulation" veröffentlichte Ergebnisse von Forschern
in Washington bestätigen. Wie schon seit längerem bekannt ist, gehen die
positiven Effekte des roten Traubensafts auf die so genannten Flavonoide
zurück, die etwa in der Haut der Traube enthalten sind. Diese Stoffe wirken
unter anderem gegen das schädliche LDL-Cholesterin. Dieses ist besonders gefährlich, wenn es oxidiert. Die Flavonoide wirken dem Prozess der Oxidation
entgegen. Mit diesen Forschungen wird auch bestätigt, dass Wein - in Maßen
genossen - sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann. Die US-Wissenschaftler hatten dem Bericht zufolge eine Gruppe von 20
Menschen, die täglich je zwei Gläser roten Traubensaft tranken, über einen
Zeitraum von zwei Wochen beobachtet. Dabei stellten sie fest, dass die anti-oxidierende Wirkkraft des Blutplasmas um 50 Prozent stieg. Darüber hinaus
registrierten die Forscher weitere positive Wirkungen des Safts. So wurde die Produktion von Nitritoxid im Körper um 70 Prozent gesteigert: Nitritoxid
verhindert die Bildung von Blutgerinnseln und damit die Arteriosklerose. Zugleich wurde der Anteil des so genannten Superoxids deutlich verringert.
Superoxid gilt als ein besonders gefährlicher Giftstoff, der den Alterungsprozess beschleunigt.
Deutsches Medizin Forum
Schwarzer Tee ist gut fürs Herz
Dallas – Schwarzer Tee schützt vor Herzkrankheiten. Laut einem Bericht in der "Welt am Sonntag" sind bestimmte Pflanzenwirkstoffe
(Flavoniode) in dem Getränk. Diese Flavonoide, stellten Wissenschaftler der Boston University fest, verbessern die Funktion der Gefäßinnenwände erheblich. Eine gesunde Innenwand
(Endothelium) setzt in ausreichender Menge Substanzen frei, die unter anderem den Durchmesser der Blutgefäße regulieren sowie Entzündungen und die Bildungen von Plaques verhindern.
(dbw) 15. Juli 2001
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WIESBADEN (ug). Für eine Studie zur kardioprotektiven Wirkung von Wein
hat der Internist Dr. Stephan Rosenkranz von der Universität Köln den Preis
"Prävention in der Inneren Medizin" bekommen. Der mit 5000 Euro dotierte Preis
ist ihm beim Internistenkongreß in Wiesbaden überreicht worden.
"Catechin-Flavonoide hemmen die Aktivierung von Platelet-Derived Growth Factor (PDGF)-Rezeptoren
und die PDGF-induzierte Proliferation und Migration glatter Gefäßmuskelzellen"
ist der Titel von Rosenkranz' Studie. Er hat die Effekte von Rotwein, Weißwein
und nicht-alkoholischen Weininhaltsstoffen untersucht.
Die Ergebnisse: Die Präinkubation von glatten Gefäßmuskelzellen mit Rotwein
führt zur kompletten Hemmung der Tyrosin-Phsophorylierung des
PDGF-Beta-Rezeptors. Rotwein hemmt die Interaktion von PDGF mit dem Rezeptor.
Weißwein und nicht-alkholische Inhaltsstoffe hatten diese Effekte nicht. Eine
quantitative Weinanalyse ergab, daß Rotwein mehr zyklische Polyphenole, vor
allem Flavonoide, enthält. In-vitro-Studien zeigten, daß diese Flavonoide
konzentrationsabhängig und additiv zur Hemmung des PDFG-Beta-Rezeptors führen
und damit möglicherweise, so Rosenkranz, "zu den benefiziellen Effekten von
Rotwein auf die kardiovaskuläre Letalität" beitragen.Ärzte Zeitung, 10.04.2002
Teetrinken schützt vor Herzinfarkt
ROTTERDAM. Teeliebhaber können sich entspannt zurücklehnen. Eine
Studie im American Journal of Clinical Nutrition (2002;75:880-86) zeigt, dass
ihr Herzinfarktrisiko nur halb so hoch ist wie das ihrer Kollegen, die
vielleicht nur durch starken Kaffeekonsum den hektischen Arbeitsalltag
bewältigen. Allerdings führt Johanna Geleijnse vom Erasmus Medical Center ihr
Ergebnisse nicht auf die gelassenere Lebensweise aller passionierten
Wahl-Ostfriesen zurück, sondern auf den Gehalt des Teesuds an Flavonoiden. Ein
schneller Teebeutelaufguss zwischendurch sollte demnach die gleiche Wirkung
erzielen, vor allem wenn er schwarzen Tee enthält, denn dessen hoher Gehalt an
den Flavonoiden Quercetin, Kaempferol und Myricetin ist nach der
Untersuchung für die protektive Wirkung verantwortlich. Zu diesem Schluss kommen
Geleijnse et al. aufgrund einer Analyse der Rotterdam Studie, an der zwischen
1990 und 1997 insgesamt 4 807 Bewohner über 55 Jahre aus einem Bezirk der
niederländischen Großstadt teilnahmen. Die prospektive Studie untersucht den
Einfluss von Ernährung und Lebensstil auf die Herzinfarktmorbidität und
-mortalität. In den ersten 5 Jahren der Studie sind insgesamt 146 Teilnehmer an
einem Herzinfarkt erkrankt, 30 davon tödlich. Das Risiko war bei den
Teilnehmern, die angegeben hatten mehr als 375 ml Tee pro Tag (entspricht etwa 3
Tassen) zu trinken, um 43 Prozent gesenkt. Tödliche Infarkte traten sogar zu 70
Prozent seltener auf. Eine hohe Zufuhr an Flavonoiden senkte das Risiko um 65
Prozent. Teetrinken und die reichliche Aufnahme von Flavonoiden könnte eine
primär kardioprotektive Wirkung haben, schreibt die Gruppe. Ganz sicher sein
kann sich der Teetrinker da jedoch nicht, denn zum einen waren die
Konfidenzintervalle angesichts der geringen Fallzahl weit und zum anderen kann
eine Beobachtungsstudie niemals eine Kausalität belegen. Dies wäre nur nur durch
eine kontrollierte Studie möglich. Es gibt für Teetrinker also gute Gründe, die
Sache bei einer weiteren Tasse Tee noch einmal in Ruhe zu überdenken. Vielleicht
sollte man an die Teehersteller schreiben und sich schon einmal für die
Teilnahme an einer Studie bewerben. DEUTSCHES ÄRZTEBLATT(26.04.02)
Radikale
und Antioxidantien
Antioxidantiennews
Pflanzeninhaltsstoffe
Vitaminoide
Bioflavonoide - Alpha-Liponsäure
Krebsvorsorge-(Nitrosamine)
Worauf es ankomme, wenn es um die positiven Wirkungen des moderaten Weingenusses gehe, sei nicht so sehr der Alkohol, sagt Professor Bernd Krönig vom Ev. Elisabeth-Krankenhaus in Trier. Worauf es ankomme, sei die Art des alkoholischen Getränkes. Und hier sei der Wein eben ein ganz besonderes Getränk, so der Internist, der auch Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Wein-Akademie ist. Das Besondere am Wein sind all jene Inhaltsstoffe, Polyphenole und Bioflavone, die, wie viele experimentelle Studien ergeben haben, antioxidativ wirken, eine endotheliale Dysfunktion mildern und auch das Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin positiv beeinflussen. Die Inhaltsstoffe Quercitin und Resveratrol vermindern zudem die "Bildung gefäßverengender Thromboxane und führen durch eine vermehrte NO-Freisetzung aus dem Endothel zu einer Gefäßrelaxation". Darüber hinaus werde durch ASS-ähnliche Substanzen die Thrombozytenaggregation gehemmt. Sogar eine Insulinresistenz werde gemindert. Und für reiselustige Weingenießer hat Krönig auch eine positive Botschaft: "Die Weinsäure als weiterer Inhaltsstoff besitzt neben einer leicht laxierenden und entwässernden Komponente auch eine Darm-entgiftende Wirkung, womit sich die Erfahrung einer günstigen Beeinflussung zum Beispiel einer Reisediarrhoe durch moderaten Weinkonsum erklären" lasse. Zur Erinnerung: Für eine Studie zur kardioprotektiven Wirkung von Wein hat Dr. Stephan Rosenkranz von der Universität Köln auf dem Internistenkongreß den Preis "Prävention in der Inneren Medizin" bekommen. Rosenkranz hat nachgewiesen, daß die Präinkubation glatter Gefäßmuskelzellen mit Rotwein die Tyrosin-Phosophorylierung des Platelet-Derived Growth Factor (PDGF)-Beta-Rezeptors hemmt und die Interaktion von PDGF mit dem Rezeptor blockiert, Weißwein und nicht-alkholische Getränke jedoch nicht. Eine Analyse ergab auch, daß Rotwein mehr zyklische Polyphenole, vor allem Flavonoide, enthält. Sie führen zur Hemmung des PDGF-Beta-Rezeptors und tragen damit eventuell "zu den benefiziellen Effekten von Rotwein auf die kardiovaskuläre Letalität" bei. Ärzte Zeitung, 02.05.2002
Isoflavone
Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS) sind natürliche Substanzen, die in
Pflanzen besondere Schutzfunktionen wahrnehmen. Viele dieser Stoffe zeichnen
sich auch durch gesundheitsfördernde Eigenschaften für den Menschen aus - und zu
diesen gehören die Isoflavone. Sie zählen zu den Phytoöstrogenen und sind
reichlich in Soja enthalten. Dass Frauen in fernöstlichen Ländern weniger unter
den typisch weiblichen Beschwerden leiden als Frauen in Europa und Nordamerika,
wird auf den traditionell hohen Sojakonsum zurückgeführt.
Weitere Forschungsergebnisse weisen zudem hin auf eine positive Wirkung für die
Blutwerte (LDL, HDL und Cholesterin) und das Herz-Kreislauf-System, eine
antioxidative Schutzfunktion sowie einen Schutz vor dem Abbau von
Knochensubstanz (Osteoporose).
Bitter-Schokolade: Schutz für´s Herz
London (dpa) - Schokolade ist gesund - zumindest die bittere Variante. Wie
italienische und britische Forscher beobachtet haben, steigt nach dem Genuss von
dunkler Schokolade der Gehalt so genannter
Antioxidantien im Blutplasma. Diese Stoffe schützen das
Herzkreislaufsystem. Das Verschlingen von Milchschokolade lasse sich mit dieser
positiven Wirkung allerdings nicht rechtfertigen, berichten die Wissenschaftler
im Fachblatt «Nature» (Bd. 424, S. 1013): Milch hebt den herzschützenden Effekt
dunkler Schokolade wieder auf. Unter wissenschaftlicher Aufsicht naschten zwölf
Freiwillige entweder Bitterschokolade, Milchschokolade oder Bitterschokolade
zusammen mit einem Glas Milch. Eine Stunde später maßen die Forscher um Mauro
Serafini vom Institut für Ernährungsforschung in Rom die antioxidative Wirkung
des Blutplasmas der Probanden. Ergebnis: Im Blut der Bitterschokoladen-Tester
war sie um fast 20 Prozent angestiegen. Unter anderem hatten die Probanden
dieser Gruppe deutlich mehr Epicatechin im Blut,
einen Vertreter aus der Gruppe der Antioxidantien. Die nachteiligen Effekte der
Milch erklären die Forscher damit, dass sich die Milchproteine möglicherweise
mit den
antioxidativ
wirkenden
Flavonoiden der Schokolade verbinden. Diese
seien dann für den Körper nicht mehr zugänglich. Antioxidantien neutralisieren
im Körper zellschädigende Sauerstoffmoleküle, so genannte freie Radikale. Sie
wirken somit als «Radikalfänger».28. August 2003
Äpfel gegen Alzheimer
sekundäre
Pflanzeninhaltsstoffe
Der regelmäßige Genuss von Äpfeln könnte helfen, neurodegenerativen
Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson vorzubeugen. Das schließen
amerikanische Wissenschaftler aus den Ergebnissen von zwei Laborstudien an
kultivierten Hirnzellen von Ratten. Dabei hatten die Forscher entdeckt, dass
Antioxidantien aus frischen Äpfeln die Zellen sehr effektiv gegen die
schädlichen Wirkungen aggressiver freier Radikale schützen. Als besonders
wirkungsvoll erwies sich die Substanz Quercetin, die in und direkt unter der
Apfelschale vorkommt. Über die Untersuchungen von Cy Lee und seinen Kollegen
berichtet die Cornell-Universität.
In immer mehr Studien finden Wissenschaftler Hinweise auf
gesundheitsfördernde und vorbeugende Wirkungen von Äpfeln. So soll das
Kernobst beispielsweise vor Krebs schützen, Allergien lindern, den
Cholesterinspiegel senken und Herzkreislauferkrankungen vorbeugen können. Im
Mittelpunkt des Interesses steht dabei das Antioxidans Quercetin, das auch
in Zwiebeln, Grünkohl, Brombeeren und Preiselbeeren enthalten ist. Die
Substanz gehört zu den
Flavonoiden und fängt die meist sauerstoffhaltigen
freien Radikale
ab, die im Körper den so genannten oxidativen Stress und
damit Schäden an Zellen und Gewebe verursachen.
Freie Radikale werden auch mit der Entstehung von Krankheiten wie Parkinson
oder Alzheimer in Verbindung gebracht, bei denen Nervenzellen zerstört
werden. Um zu überprüfen, ob die antioxidative Wirkung von Äpfeln auch vor
solchen Erkrankungen schützen kann, setzten die Forscher Nervenzellen aus
Rattenhirnen simuliertem oxidativen Stress aus. Tatsächlich konnten die
aggressiven Teilchen den Zellen deutlich weniger anhaben, wenn diese vorher
mit einem Extrakt aus roten Delicious-Äpfeln behandelt worden waren. Über
die Ergebnisse dieser Untersuchung berichten Lee und seine Kollegen in der
Fachzeitschrift Journal of Food Science (Bd. 69, S. 357).
Eine weitere Studie zeigte den Wissenschaftlern, dass auch bei den
Hirnzellen die schützende Wirkung hauptsächlich vom Quercetin ausging. Der
Schutzeffekt des Flavonoids war dabei sogar effektiver als der von Vitamin
C, schreiben die Forscher im Fachmagazin Journal of Agricultural and Food
Chemistry (Dezemberausgabe). Obwohl die Ergebnisse bislang nur aus
Laboruntersuchungen stammen, empfiehlt Lee, möglichst häufig frische Äpfel
zu essen. Rote Sorten sind dabei besser geeignet als gelbe oder grüne, da
sie mehr Antioxidantien enthalten.
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Forschung: Wie
Flavonoide vor Darmkrebs schützen
Kann der Konsum von Äpfeln vor einer Darmkrebserkrankung schützen? "Natürlich
kann das nicht ein einzelnes Nahrungsmittel leisten", erklärt Prof. Dr. Beatrice
L. Pool-Zobel von der Universität Jena. "Das hängt von vielen Faktoren ab, aber
der Konsum von faserreicher und ballaststoffreicher Kost kann dazu beitragen",
ist sich die Ernährungstoxikologin sicher. "Äpfel und Apfelprodukte bilden
darüber hinaus einen wichtigen Bestandteil bei der
Krebsprophylaxe,
weil sie in Westeuropa ein Hauptlieferant für Flavonoide sind." Noch ist
wenig bekannt, woher die gesundheitsfördernde Wirkung dieser
Pflanzenbestandteile kommt.
Dieses zu erforschen, ist Ziel eines seit drei Jahren bestehenden und gerade bis
2009 verlängerten Projekts, das vom Bundesforschungsministerium (BMBF)
finanziert wird. Neben zwei Jenaer Arbeitsgruppen von Prof. Pool-Zobel und Prof.
Dr. Frank Böhmer sind Partner aus den Universitäten in Kaiserslautern,
Heidelberg, Karlsruhe, München und Würzburg sowie der Forschungsanstalt in
Geisenheim beteiligt.
In Jena wird der Einfluss von Flavonoiden auf die Entwicklung von Darmzellen
untersucht. Außerdem wollen die Ernährungswissenschaftler ermitteln, wie die
Genexpression verläuft - wie also die zellulären Prozesse aussehen, die zur
Umwandlung der genetischen Informationen bei Proteinen ablaufen. Die
Forschungsanstalt in Geisenheim liefert hierfür das Untersuchungsmaterial. "Das
ist ein gut charakterisierter Apfelextrakt aus einer für herkömmliche Apfelsäfte
üblichen Sortenmischung", erläutert Prof. Pool-Zobel. "Damit die Proben den
gleichen Gehalt an Inhaltsstoffen bieten und unsere Ergebnisse aussagefähig
sind, werden sie unter Luft- und Lichtausschluss verpackt und kalt gelagert. Wir
können dann je nach Bedarf Portionen einzeln entnehmen und analysieren."
Die ermutigenden Ergebnisse der Jenaer Wissenschaftler, die vor kurzem auch in
einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlicht worden sind, waren ein
Argument für die Verlängerung des Projekts. Die Ergebnisse zeigen, dass
Flavonoide tatsächlich die Darmzellen beim Abbau und bei der Abwehr toxischer
Substanzen unterstützen und damit das Risiko einer Krebserkrankung verringern.
"Dabei konnten wir feststellen, dass die positive Wirkung beim Einsatz des
komplexen Apfel-Extraktes stärker war als beim Einsatz einzelner Komponenten aus
dem Apfel-Extrakt", sagt Pool-Zobel.
Eine bedeutende Rolle bei der Gesunderhaltung der Darmzellen spielen auch die
Trubstoffe - besondere Schwebstoffe, die z. B. in trübem Apfelsaft vorkommen.
Aber auch diese Stoffe bilden nur einen Bruchteil der Bestandteile eines Apfels
und sollen in ihrer genauen Wirkungsweise zukünftig noch genauer untersucht
werden.
Bisher sind die Studien an humanen Zellkulturen durchgeführt worden.
"Pilotversuche haben aber gezeigt, dass der Verzehr von einem Liter eines
entsprechenden trüben Apfelsafts ausreichen könnte, auch in vivo - also direkt
beim Menschen - zu ähnlichen Wirkungen zu führen." Die Untersuchungen hierzu
sind Teil des neuen Projektabschnitts.
Langfristig, ist Prof. Pool-Zobel überzeugt, könnten Ergebnisse dieser
Forschungen dazu beitragen, die Exposition gegen unvermeidbare Kanzerogene zu
reduzieren und damit das Risiko einer Krebserkrankung zu senken.
Das Forschungsprojekt und die Ergebnisse werden im Internet unter
www.nutrition-net.org auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Prof. Dr. Beatrice L. Pool-Zobel
Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Jena
E-Mail: b8pobe@uni-jena.de
Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena 21.06.2006
Flavonoide: Radikalenfänger kurbelt
Immunsystem an
Corvallis (ddp). Die gesundheitsfördernden Effekte der etwa in Rotwein und
Schokolade vorkommenden Flavonoide sind bisher zu Unrecht ihren
Radikalfängeraktivitäten zugeschrieben worden, glaubt ein US-Forscherteam.
Zwar können die Substanzen im Reagenzglas aggressive freie Radikale
effizient unschädlich machen, im Körper verlieren sie diese Fähigkeit jedoch
- einerseits, weil nur sehr geringe Mengen aus der Nahrung aufgenommen
werden und andererseits, weil sie sehr schnell chemisch verändert werden.
Gesund seien die auch in Gemüse und Obst enthaltenen Pflanzenstoffe aber
trotzdem, betont Studienleiter Balz Frei: Da der Körper sie als Fremdstoffe
erkennt, bringt er sein Immunsystem auf Vordermann und das sorgt wiederum
dafür, dass Schadstoffe und geschädigte Zellen beseitigt werden. Über die
Studie berichtet die Staatsuniversität von Oregon in Corvallis. Flavonoide
sind eine große Gruppe von Substanzen, die etwa in Äpfeln, Weintrauben,
Tomaten, aber auch in Tee, Kakao und Schokolade vorkommen. Sie sind starke
Antioxidantien, das heißt, sie können aggressive Sauerstoffverbindungen -
häufig auch als freie Radikale bezeichnet - abfangen und damit unschädlich
machen. Genau auf diese Eigenschaft führten Wissenschaftler bisher auch die
vielfältigen gesundheitsfördernden Effekte zurück, die mit einem
regelmäßigen Verzehr von flavonoidhaltigen Lebensmitteln einhergehen, wie
der Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedenen Krebsarten: Im
Körper, so die Vorstellung, eliminieren die Flavonoide während des
Stoffwechsels produzierte freie Radikale und schützen so die inneren Organe
vor deren Zerstörungspotenzial. Dieses Szenario kann nicht stimmen, lautet
nun jedoch die Schlussfolgerung von Frei und seinem Team nach einer
ausführlichen Analyse der Literatur: Von den mit der Nahrung aufgenommenen
Flavonoiden erreichen maximal fünf Prozent tatsächlich das Blut - und diese
fünf Prozent werden außerdem sofort weiterverarbeitet, was ihre
antioxidative Wirkung deutlich verringert. Die beobachteten Effekte sind
nach Ansicht der Forscher eher darauf zurückzuführen, dass Flavonoide für
den Körper Fremdstoffe sind und er seine Abwehrmechanismen aktiviert, wenn
sie ins Blut gelangen. Einmal aufmerksam geworden, beseitigen diese
Verteidigungstrupps nicht nur die Pflanzenstoffe, sondern auch andere
schädliche und potenziell krebserregende Substanzen - ein Effekt, der die
krebsvorbeugende Wirkung erklären könnte, betont Frei. Zusätzlich aktivieren
die Flavonoide bereits in geringen Mengen bestimmte Enzyme, die die
Blutgefäße flexibel halten, Entzündungen vermeiden helfen und den Blutdruck
senken, was insgesamt der Gesundheit der Herz-Kreislauf-Systems zugute
kommt. Das lasse darauf schließen, dass ein mäßiger Konsum flavonoidhaltiger
Nahrungsmittel für den Körper optimal sei, erklärt der Forscher. Eine
zusätzliche Versorgung etwa über Nahrungsergänzungsmittel sei dagegen nicht
zu empfehlen, da sie entweder keinen Effekt habe oder sogar Risiken mit sich
bringe.
7. März 2007