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Phytooestrogene - Flavinoide - Isoflavone - Alpha - Liponsäure

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Vitaminoide -- Bioflavonoide - Alpha-Liponsäure 
Alpha - Liponsäure 
Flavonoide im Tee
Schokolade enthält vier mal mehr antioxidativ wirksames Catechin(ein Flavonoid) als Tee
Roter Traubensaft
Gen-Tomate : Veränderte Lebensmittel gegen Krankheiten 

Ernährung im Sport.  
Georg Neumann
Preis: EUR 17,38 
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Nach dem Erkenntnisstand von 1936 war bekannt, daß Flavonoide mit Vitamin C eng vergesellschaftet sind und Einfluß auf Blutungszustände nehmen. Die in der Pflanzenwelt weit verbreiteten Flavonoide wirken auf die Durchlässigkeit von Gefäßwänden und wurden dementsprechend Vitamin P (permeabilität = Durchlässigkeit) genannt. In älteren Vitaminpräparaten, die zum Teil heute noch auf dem Markt sind, wurde das Flavonoid Rutin eingesetzt, das der Nürnberger Apotheker Weiss 1846 aus Gartenraute (Ruta graveolens) isolierte.Wegen der gelben Farbe der Raute entstand der Name der Flavonoide (flavus, lateinisch=gelb).
Heute sind rund 800 verschiedene, meist farbige Flavonoide bekannt, außer den Rutinen etwa noch Citrin aus Citrusfrüchten, Hesperidin, Quercetin, Anthocyan aus roten Trauben und Rotwein. In den Pflanzen haben die Flavonoide die Funktion, als Abwehr- und Entgiftungsstoffe gegen Pilze und deren Toxine, Bakterien und Viren zu wirken. Heute wird versucht, diese Art der Wirkung bei sehr hartnäckigen Pilzerkrankungen des Menschen einzusetzen. Während Vitamin C durch die Anregung der Collagensynthese große Blutgefäße stabilisiert, normalisieren die Bioflavonoide die Durchlässigkeit von Kapillaren, den kleinen Blutbahnen. Flavonoide sind demnach wirksam bei Nasen- und Zahnfleischbluten, Hämorrhoiden, Krampfadern und anderen Venenleiden, Blutungen unter der Haut und übermäßigem Gebärmutterbluten. In Modellversuchen ergänzen und verstärken sich die Wirkungen von Vitamin C und Bioflavonoiden. Die Vitamin-C-Wirkung kann durch Zusatz von Flavonoiden um das Zwanzigfache erhöht werden. Reich an Bioflavonoiden sind Citrus- und Beerenfrüchte sowie grüner Tee, dem außer kapillarstärkender auch antioxidative Wirkung zugeschrieben wird. Somit kann der Genuß flavonoidhaltiger Nahrungsmittel den Gefahren der mit Arteriosklerose verbundenen Krankheiten vorbeugen.


Vorkommen:

Flavonoide sind im Pflanzenreich weit verbreitet.
So kommen sie in praktisch in allen Obst- und Gemüsesorten vor. Aber auch bestimmte Nüsse und Getreidesorten enthalten diese wertvollen Stoffe. Folgende Tabelle zeigt einige Beispiele:
mehr zu den Heilpflanzen :
HIER

 

Grundstruktur
Aglykon
Flavonoid
Beispiele
Flavonole
Quercetin
Spiraeosid
Zwiebel
Isoquercitrin
Holunderblüten
Flavonolignane
Mariendistel
kein Trivialname
Tomate
kein Trivialname
Ruhrkrautblüten
kein Trivialname
Preiselbeere
kein Trivialname
Schnittlauch
Rutosid
Weinrautenkraut
Rutosid
Weißdorn
Hyperosid
Birke
Hyperosid
Weißdorn
Hyperosid
Stiefmütterchen
kein Trivialname
Schachtelhalm
Kämpferol
kein Trivialname
Grünkohl
kein Trivialname
Endivie
kein Trivialname
Schachtelhalm
Flavanole
Catechin
Catechingerbstoffe
Odermenning
Catechingerbstoffe
Heidelbeeren
kein Trivialname
Pfirsich
kein Trivialname
Rotwein
kein Trivialname
Äpfel
Epicatechin
kein Trivialname
Aprikose
Epicatechingallat
Grüner Tee
Procyanidine
Procyanidin B-2
Weißdorn
Procyanidin B-2
Mossbeeren
Flavanone
Hesperetin
Hesperidin
Orange
Hesperidin
Zitrone
Naringenin
Naringin
Grapefruit
Flavone
Apigenin
Vitexin
Stiefmütterchen
Isovitexin
Orthosiphon
Biflavone
Ginkgo
kein Trivialname
Sellerie
Luteolin
Orientin
Passionsblume
kein Trivialname
Grüne Olive
kein Trivialname
Paprika
Anthocyanidine
Malvidin
kein Trivialname
Blaue Trauben
kein Trivialname
Heidelbeeren
kein Trivialname
Malvenblüten
Delphinidin
kein Trivialname
Johannisbeere
Dihydrochalcone
Phloretin
kein Trivialname
Äpfel
Isoflavonoide
Genistein
Genistin
Sojabohnen
Formonetin
Ononin
Hauhechel

Alpha - Liponsäure
1952 wurde das Vitaminoid alpha-Liponsäure aus Lebergewebe isoliert und seine Struktur als schwefelhaltige Fettsäure aufgeklärt. Bakterien, Pflanzen und höhere Organismen können alpha-Liponsäure in ihrem Stoffwechsel selbst herstellen, für den Menschen ist die Frage einer eigenen Biosynthese noch offen. Dementsprechend kann auch nur vermutet werden, daß alpha-Liponsäure ein lebenswichtiger Nährstoff für den Menschen ist. Seit 1966 wird alpha-Liponsäure in Deutschland als Arzneimittel  zur Therapie der Polyneuropathie, einer Sensibilitäts- störung an Händen und Füßen als Spätfolge des Diabetes eingesetzt. 200 bis 600 Milligramm alpha-Liponsäure pro Tag führen zu einer signifikanten Verminderung der Schmerzintensität. Der Energiestoffwechsel der Hand- und Fußnerven wird durch alpha-Liponsäure aktiviert, dadurch kommt es zu einer besseren Nervenleitfähigkeit und damit zu weniger Taubheitsgefühlen und Reflexausfällen. Im Stoffwechsel des Menschen bestehen enge Beziehungen zwischen Vitamin B1, Thiamin und alpha-Liponsäure. Wird jedoch alpha-Liponsäure bei der diabetischen Neuropathie durch Thiamin ersetzt, gibt es keine Verbesserung der Beschwerden. Alpha Liponsäure ist ein gutes Gegenmittel bei Schwermetallvergiftungen wie etwa bei Arsen und Kupfer: Die Metalle werden unter der Wirkung von alpha-Liponsäure verzögert in die Organe aufgenommen und auch schneller wieder ausgeschieden. Durch die Steigerung der Leberdurchblutung hat alpha-Liponsäure einen günstigen Einfluß auf Lebererkrankungen. Das Vitaminoid senkt pathologisch erhöhte Leberwerte und fördert die Ausheilung der Hepatitis. Alpha- Liponsäure ist in den meisten Nahrungsmitteln in geringen Mengen enthalten, nur im Fleisch sind relativ hohe Werte zu finden. Es wird angenommen, daß alpha-Liponsäure aufgrund seiner Molekülstruktur antioxidative Eigenschaften besitzt. Durch seine Funktion als Radikalfänger könnte die positive Wirkung auf die Folgeerscheinungen des Diabetes, Arteriosklerose und Polyneuropathie, gut erklärt werden.

Mehr Erfolg mit Alpha-Liponsäure plus Homöopathie

BADEN-BADEN (bwa). Die Behandlung von Patienten mit diabetischer Polyneuropathie wird effektiver, wenn die Basistherapie mit Alpha-Liponsäure durch das Homöopathikum Lymphomyosot ergänzt wird. Darauf hat Dr. Marcus Schories von der Universitätsklinik Freiburg auf einem Kongreß für moderne Homöopathie hingewiesen.
Der Diabetologe und Endokrinologe bezog sich bei der vom Unternehmen Heel unterstützten Veranstaltung auf die Ergebnisse einer neuen, zur Publikation eingereichten prospektiven Kohortenstudie. Eingeschlossen in die Studie waren insgesamt 269 Typ-2-Diabetiker mit peripherer diabetischer Polyneuropathie und sensorischen (Rest-)Empfindungen im Bereich Fuß, Zehen und Unterschenkel. Eine Gruppe erhielt über einen Zeitraum von sechs Monaten nur Alpha-Liponsäure, die andere Gruppe zusätzlich ein homöopathisches Komplexmittel zur Behandlung bei Mikroödemen.Das Ergebnis: Die neuropathischen Störungen wie Schmerz, Berührungsunempfindlichkeit, Taubheitsgefühl, Kribbelparästhesien, nächtliche Spontanschmerzen verringerten sich signifikant mit der Kombinationstherapie. Zudem verkürzte sich der Zeitraum bis zum ersten Eintreten der Symptomverringerung. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen traten in keiner der beiden Gruppen auf. Ärzte Zeitung, 27.11.2002


Flavonoide im Tee- Reuters-Chicago 10.10.1999:
Eine Studie mit 3454 Holländern ergab, daß mit 1-2 Tassen Tee pro Tag das Artherioskleroserisiko um 46% und mit 4 Tassen Tee um 69% gesenkt werden kann-die kardiovaskulären Schutzeffekte von Tee werden auf antioxidativ wirksame pflanzliche Flavonoide zurückgeführt.(Arch Intern Med)

Bitteres Gemüse hält gesund: Ausgerechnet die bittersten Lebensmittel sind am gesündesten. Das behauptet der Amerikaner Adam Drewnowski in einem wissenschaftlichen  Aufsatz, der in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "American Journal of Clinical Nutrition" erschien. Der Wissenschaftler von der Universität Washington fand bei der Analyse verschiedener Studien heraus, dass der Verzehr von bitterem Obst und Gemüse zur Vermeidung von Krebs und anderen Krankheiten beitragen könnte. So enthalten beispielsweise Rosenkohl, Grapefruit, Grünkohl und Spinat einen hohen Anteil an bitteren, aber sehr gesunden Komponenten wie Isoflavone oder Phenole. Leider, so Dewnowski, entfernen die meisten Nahrungsmittelhersteller diese Bitterstoffe bei der Verarbeitung aus den Gemüsen. Für die schmackhafte Zubereitung des gesunden Grünzeugs rät Dewnowski zur mediterranen Variante: Ein Schuss Olivenöl und eine Prise Salz könnten die Bitterstoffe neutralisieren, ohne sie zu zerstören.(netdoktor.de, 22.11.2000)ms 


Phytooestrogene und ihre gesundheitliche Bedeutung

Eine Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe rückt zunehmend in das wissenschaftliche Blickfeld: die Phytoöstrogene. Für sie werden in neueren Untersuchungen antikanzerogene Wirkungen beschrieben. Dabei geht es vor allem um hormonabhängige Krebserkrankungen von Brustdrüse und Prostata (2). Die im internationalen Vergleich niedrige Rate an Brust- und Prostatakrebs in Asien (Japan, China, Korea, Indonesien) im Vergleich zu Nordamerika, Australien oder Europa wird insbesondere auf den hohen Phytoöstrogengehalt der traditionellen asiatischen Küche zurückgeführt. Hauptquelle für Phytoöstrogene sind dort Sojaprodukte, daneben Reis und Tee (4, 6, 7). Auch die geringere Häufigkeit von Brustkrebs in Finnland und Schweden im Vergleich zu den USA wird mit der Zufuhr an Phytoöstrogenen in Zusammenhang gebracht. In Skandinavien ist Roggenvollkornbrot die Hauptnahrungsquelle für Phytoöstrogene. Die niedrigste Rate an Brustkrebs haben Frauen in Nordkarelien, in dieser Region Finnlands wird zugleich das meiste Roggenvollkornbrot konsumiert (2, 5). Aktuelle Fall-Kontrollstudien in China (Shanghai) zeigen bei Brustkrebspatientinnen eine signifikant niedrigere Harnausscheidung an Phytoöstrogenen als bei gesunden Frauen (im Mittel um 50-65%) (7). Vergleichbares wird auch in Australien bei Patientinnen mit neu diagnostiziertem Brustkrebs festgestellt. In Schweden ist inzwischen aufgrund von prospektiven Studien zu belegen, dass Frauen mit niedrigen Phytoöstrogenplasmaspiegeln ein 3-5fach höheres Brustkrebsrisiko haben. Daher wird derzeit diskutiert, die Bestimmung der Phytoöstrogenblutwerte in die Vorsorgeuntersuchung einzubeziehen (5). Phytoöstrogene sind mit den steroidalen Östrogenen des Menschen strukturverwandt, haben aber nur etwa 0,1% von deren biologischer Wirkung. Zur Gruppe der Phytoöstrogene gehören einerseits die Isoflavonoide in Sojabohnen und daraus hergestellten Produkten, andererseits die Lignane in Getreide (Roggen, Weizen, Hafer), Leinsamen, Beerenobst (Erdbeeren, Blaubeeren, schwarze Johannisbeeren), in Kürbiskernen und Gemüse (Broccoli, Blumenkohl, Karotten). Lignane sind die Ausgangssubstanz des Ballaststoffs Lignins, welcher in den äußeren Schalen des Getreidekorns vorkommt. Demzufolge ist eine hohe Zufuhr an Phytoöstrogenen vor allem mit reichlichem Verzehr an Vollkornprodukten möglich (6). Im Darm entstehen aus Lignan durch bakterielle Umwandlung Enterolacton und Enterodiol. Diese Metabolite werden resorbiert und entfalten die eigentlichen Stoffwechselwirkungen. Hinsichtlich der Krebsschutzwirkungen der Phytoöstrogene werden verschiedene Mechanismen diskutiert: Möglicherweise mindern Phytoöstrogene den wachstumsstimulierenden Effekt der Östrogene auf Brustkrebszellen. Aufgrund der Strukturverwandtschaft können Phytoöstrogene an Östrogenrezeptoren binden und sie so für die körpereigenen wirksameren Östrogene blockieren. Phytoöstrogene vermögen auch, die Synthese von SHBG (Sexualhormonbindendes Globulin) anzuregen. An SHBG gebundene Östrogene sind biologisch inaktiv, da sie nicht in die Gewebe (Brustdrüse) gelangen können (1, 2). Eine Prostatahyperplasie gilt als Wegbereiter des Prostatakarzinoms. Das Prostatawachstum wird insbesondere durch 5--Dihydro-Testosteron angeregt, welches mit Hilfe des Enzyms 5--Reduktase aus Testosteron gebildet wird. Phytoöstrogene können die 5-- Reduktase hemmen und damit die Bildung von 5--Dihydro-Testosteron sowie das Prostatazellwachstum drosseln. Klinische Untersuchungen zeigten, dass in Japan ältere Männer seltener von einer Prostatahyperplasie betroffen sind als in westlichen Industrieländern. Zugleich wurden bei japanischen Männern hohe Phytoöstrogenkonzentrationen in der Prostataflüssigkeit nachgewiesen (1, 2). Tierversuche lassen eine tumorsuppressive Wirkung der Phytoöstrogene erkennen. Nacktmäusen wurden subkutan humane androgen-empfindliche Prostatakrebszellen implantiert. Die Mäuse erhielten entweder Futter mit Sojaeiweiß oder Roggenkleie. Bei mehr als 75% der Kontrolltiere (Futter ohne Phytoöstrogene), aber nur 30% der Mäuse mit Roggenkleie-Futter und 50% der Tiere mit Soja-Eiweißfutter entwickelten sich tastbare Tumore. Dabei wurden die größten Tumore bei den Kontrolltieren festgestellt. Diskutierte Wirkungen der Phytoöstrogene sind eine Förderung der Tumorzell-Apoptose und die Hemmung der Gefäßeinsprossung in Tumorzellen, wodurch die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung (Größe, Wachstum) unterbunden werden können (3).

Dr. Claudia Küpper, Köln

Literatur:

1. Adlercreutz H: Epidemiology of phytooestrogens. Baillieres Clin. Endocrinol. Metab. 12 (1998) 605-623.

2. Adlercreutz H, Mazur W: Phyto-oestrogens and Western Diseases. The Finnish Medical Society DUODECIM. Ann. Med.29 (1997) 95-120.

3. Bylund A et al.: Rye bran and soy protein delay growth and increase apoptosis of human LNCaP prostate adenocarcinoma in nude mice. Prostate 42 (2000) 303-314.

4. Horn-Ross PL et al.: Sources of phytooestrogens exposure among non-Asian women in California. Cancer Causes Control 11 (2000) 299-302.

5. Ingram D et al.: Case-control study of phytooestrogens and breast cancer. Lancet 350 (1997) 990-994.

6. Mazur W, Adlercreutz H: Natural occuring oestrogens in food. Pure & Appl. Chem. 70 (1998) 1759-1776.

7. Zheng W et al.: Urinary excretion of isoflavonoids and the risk of breast cancer. Cancer Epidemiol.Biomark.Prev. 8 (1999) 35-40.

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Roter Traubensaft verbessert die Gefäßwand(Endothel)funktion und wirkt antoxidativ. Diese schon im Rotwein gefundenen Eigenschaften werden über Flavoide vermittelt und sind unabhangig vom Alkoholgehalt.In dieser Studie tranken 15 Patienten (50-75) mit KHK (koronare Herzkrankheit) tranken 14 Tage lang 8mg/kg KG pro Tag Traubensaft. Stein et. al Ciculation 100 (1999) 1050-1055



Schokolade enthält vier mal mehr antioxidativ wirksames Catechin(ein Flavonoid) als Tee-20% des von einem representativen
Querschnitt der holländischen Bevölkerung konsumierten Catechins stammte aus Schokolade und 55% aus Tee.
( Arts IC et al.Chocolate as a source of tea Flavonoids.Lancet 354 (1999) 
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 Vitamin C und Bioflavonoide-Wie Bioflavonoide die Wirkung von Vitamin C ergänzen


Gen-Tomate : Veränderte Lebensmittel gegen Krankheiten
Berlin - Der Biss in eine saftige Tomate soll noch gesünder werden: Forschern vom Nahrungsmittelkonzern Unilever ist es einem Bericht der "Welt" zufolge gelungen, Tomaten gentechnisch so zu verändern, dass sie 78 Mal so viel Flavonole enthalten wie ihre natürlichen Artgenossen. Diese Pflanzenstoffe kommen auch in Tee oder Zwiebeln vor und wirken entzündungshemmend. Sie verlangsamen die Zellalterung und vermindern das Wachstum von Krebszellen. Außerdem sollen die  Flavonole das Risiko von Herzkrankheiten vermindern. Damit gehört das  rote Gemüse zur stetig wachsenden Zahl von funktionellen  Lebensmitteln (functional food), die mehr versprechen, als nur satt zu   machen, so die "Welt": 
Pre- und probiotische Joghurts mit speziellen  Bakterienkulturen haben schon lange die Tiefkühlregale erobert. Mittlerweile beträgt ihr Marktanteil 15 Prozent des Joghurtmarktes. Die Bakterien sollen sich beim Verzehr des Joghurts im Darm ansiedeln und das Immunsystem stärken, versprechen die Hersteller. Gegen zu hohen Cholesterinspiegel wirken Brötchen und Brot mit Omega-3. Ihr Wirkstoff  findet sich auch in Kaltwasserfischen wie Lachs und Makrele; mittlerweile wird er auch Frühstücksflocken, Eiern und Hühnchen zugesetzt. Auch Margarine mit zusätzlichen pflanzlichen Sterinen senkt zu hohe Cholesterinspiegel. 
In Österreich und der Schweiz gibt es  bereits Vollkornprodukte, die durch zusätzliches Vitamin D und Kalzium   dem Knochenschwund vorbeugen. Sojaprodukte mit pflanzlichen Östrogenen sollen künftig das Risiko von Brust- und Prostatakrebs senken, zuckerfreie Kaugummis und Bonbons halten die Zähne beim Naschen gesünder, da sie die Entstehung von Karies vermindern. Und die Pralinen eines niederländischen Herstellers versprechen mit zugesetzten Vitaminen und Mineralien besonders viel Energie und Vitalität zu liefern. 
Doch nicht alle Entwicklungen zielen nur auf die Zipperlein: In den USA wurden bereits Kartoffeln gentechnisch so verändert, dass sie einen Impfstoff gegen Durchfallbakterien produzieren. Auch Bananen können schon Impfstoffe enthalten, und künftig sollen Lebensmittel auch Vakzine gegen Keuchhusten, Tetanus und Masern bergen. 
Gentechnisch veränderter Reis kann Kindern in den so genannten Entwicklungsländern das Augenlicht retten: Die gelben Reiskörner enthalten Beta-Carotin, aus dem der Mensch Vitamin A produziert. Vitamin-A-Mangel ist in armen Gegenden die häufigste Ursache für die Erblindung von Kindern. Produzenten, die hierzulande ein solches neues Lebensmittel auf den Markt bringen wollen, müssen nach der Novel-Food-Verordnung von 1997 in einem EU-Land einen Genehmigungsantrag stellen, der von zuständigen Behörden aller EU-Länder geprüft wird. Für Produkte, die bereits vorher auf den Markt  gebracht wurden, gilt das jedoch nicht. (dc) Mittwoch, 2. Mai 2001 netdoctor


Kardiologie-Forscher setzen auf die Tomate
Tomaten sind für Herz-Kreislauf-Forscher ein beliebtes Studien-Gemüse. Nicht nur, daß sie mit Gentechnik jetzt herzschützende Tomaten kreieren wollen, die knapp 80mal soviel Flavonoide enthalten wie normale. Tomaten bewähren sich derzeit schon in klinischen Studien. Nehmen Patienten mit Grad-I-Hypertonie, also mit einem Blutdruck bis zu 159/99 mmHg täglich eine Portion eines Tomaten-Extraktes mit 15 Milligramm Antioxidantien ein, sinkt ihr systolischer Blutdruck in acht Wochen von durchschnittlich 144 auf 135 mmHg, haben israelische Forscher jetzt bei einem Hypertonie-Kongreß in den USA berichtet. Zumindest als Adjuvans zu Antihypertensiva können sich die Forscher den Extrakt vorstellen. Ärzte Zeitung, 06.06.2001


Forscher bestätigen: Roter Traubensaft schützt die Gesundheit
Washington, 11. Juni (AFP) - Roter Traubensaft ist gut für die Gesundheit.  Besonders wirksam schützt er gegen Herz- und Gefäßkrankheiten, wie am Montag 
in der US-Zeitschrift "Circulation" veröffentlichte Ergebnisse von Forschern  in Washington bestätigen. Wie schon seit längerem bekannt ist, gehen die  positiven Effekte des roten Traubensafts auf die so genannten Flavonoide  zurück, die etwa in der Haut der Traube enthalten sind. Diese Stoffe wirken  unter anderem gegen das schädliche LDL-Cholesterin. Dieses ist besonders  gefährlich, wenn es oxidiert. Die Flavonoide wirken dem Prozess der Oxidation  entgegen. Mit diesen Forschungen wird auch bestätigt, dass Wein - in Maßen  genossen - sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann. Die US-Wissenschaftler hatten dem Bericht zufolge eine Gruppe von 20  Menschen, die täglich je zwei Gläser roten Traubensaft tranken, über einen  Zeitraum von zwei Wochen beobachtet. Dabei stellten sie fest, dass die  anti-oxidierende Wirkkraft des Blutplasmas um 50 Prozent stieg. Darüber hinaus  registrierten die Forscher weitere positive Wirkungen des Safts. So wurde die Produktion von Nitritoxid im Körper um 70 Prozent gesteigert: Nitritoxid  verhindert die Bildung von Blutgerinnseln und damit die Arteriosklerose.  Zugleich wurde der Anteil des so genannten Superoxids deutlich verringert.  Superoxid gilt als ein besonders gefährlicher Giftstoff, der den  Alterungsprozess beschleunigt.  Deutsches Medizin Forum

                          


Schwarzer Tee ist gut fürs Herz
Dallas – Schwarzer Tee schützt vor Herzkrankheiten. Laut einem Bericht in der "Welt am Sonntag" sind bestimmte Pflanzenwirkstoffe (Flavoniode) in dem Getränk. Diese Flavonoide, stellten Wissenschaftler der Boston University fest, verbessern die Funktion der Gefäßinnenwände erheblich. Eine gesunde Innenwand (Endothelium) setzt in ausreichender Menge Substanzen frei, die unter anderem den Durchmesser der Blutgefäße regulieren sowie Entzündungen und die Bildungen von Plaques verhindern. (dbw) 15. Juli 2001

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Präventionspreis: Wie Rotwein das Herz schützt

WIESBADEN (ug). Für eine Studie zur kardioprotektiven Wirkung von Wein hat der Internist Dr. Stephan Rosenkranz von der Universität Köln den Preis "Prävention in der Inneren Medizin" bekommen. Der mit 5000 Euro dotierte Preis ist ihm beim Internistenkongreß in Wiesbaden überreicht worden.
"Catechin-Flavonoide hemmen die Aktivierung von Platelet-Derived Growth Factor (PDGF)-Rezeptoren und die PDGF-induzierte Proliferation und Migration glatter Gefäßmuskelzellen" ist der Titel von Rosenkranz' Studie. Er hat die Effekte von Rotwein, Weißwein und nicht-alkoholischen Weininhaltsstoffen untersucht.
Die Ergebnisse: Die Präinkubation von glatten Gefäßmuskelzellen mit Rotwein führt zur kompletten Hemmung der Tyrosin-Phsophorylierung des PDGF-Beta-Rezeptors. Rotwein hemmt die Interaktion von PDGF mit dem Rezeptor. Weißwein und nicht-alkholische Inhaltsstoffe hatten diese Effekte nicht. Eine quantitative Weinanalyse ergab, daß Rotwein mehr zyklische Polyphenole, vor allem Flavonoide, enthält. In-vitro-Studien zeigten, daß diese Flavonoide konzentrationsabhängig und additiv zur Hemmung des PDFG-Beta-Rezeptors führen und damit möglicherweise, so Rosenkranz, "zu den benefiziellen Effekten von Rotwein auf die kardiovaskuläre Letalität" beitragen.Ärzte Zeitung, 10.04.2002


Teetrinken schützt vor Herzinfarkt
ROTTERDAM. Teeliebhaber können sich entspannt zurücklehnen. Eine Studie im American Journal of Clinical Nutrition (2002;75:880-86) zeigt, dass ihr Herzinfarktrisiko nur halb so hoch ist wie das ihrer Kollegen, die vielleicht nur durch starken Kaffeekonsum den hektischen Arbeitsalltag bewältigen. Allerdings führt Johanna Geleijnse vom Erasmus Medical Center ihr Ergebnisse nicht auf die gelassenere Lebensweise aller passionierten Wahl-Ostfriesen zurück, sondern auf den Gehalt des Teesuds an Flavonoiden. Ein schneller Teebeutelaufguss zwischendurch sollte demnach die gleiche Wirkung erzielen, vor allem wenn er schwarzen Tee enthält, denn dessen hoher Gehalt an den Flavonoiden Quercetin, Kaempferol und Myricetin ist nach der Untersuchung für die protektive Wirkung verantwortlich. Zu diesem Schluss kommen Geleijnse et al. aufgrund einer Analyse der Rotterdam Studie, an der zwischen 1990 und 1997 insgesamt 4 807 Bewohner über 55 Jahre aus einem Bezirk der niederländischen Großstadt teilnahmen. Die prospektive Studie untersucht den Einfluss von Ernährung und Lebensstil auf die Herzinfarktmorbidität und -mortalität. In den ersten 5 Jahren der Studie sind insgesamt 146 Teilnehmer an einem Herzinfarkt erkrankt, 30 davon tödlich. Das Risiko war bei den Teilnehmern, die angegeben hatten mehr als 375 ml Tee pro Tag (entspricht etwa 3 Tassen) zu trinken, um 43 Prozent gesenkt. Tödliche Infarkte traten sogar zu 70 Prozent seltener auf. Eine hohe Zufuhr an Flavonoiden senkte das Risiko um 65 Prozent. Teetrinken und die reichliche Aufnahme von Flavonoiden könnte eine primär kardioprotektive Wirkung haben, schreibt die Gruppe. Ganz sicher sein kann sich der Teetrinker da jedoch nicht, denn zum einen waren die Konfidenzintervalle angesichts der geringen Fallzahl weit und zum anderen kann eine Beobachtungsstudie niemals eine Kausalität belegen. Dies wäre nur nur durch eine kontrollierte Studie möglich. Es gibt für Teetrinker also gute Gründe, die Sache bei einer weiteren Tasse Tee noch einmal in Ruhe zu überdenken. Vielleicht sollte man an die Teehersteller schreiben und sich schon einmal für die Teilnahme an einer Studie bewerben. DEUTSCHES ÄRZTEBLATT(26.04.02)
Radikale und Antioxidantien Antioxidantiennews Pflanzeninhaltsstoffe   Vitaminoide Bioflavonoide - Alpha-Liponsäure  Krebsvorsorge-(Nitrosamine) 


Polyphenole und Bioflavone machen Wein zu einem besonderen Getränk

Worauf es ankomme, wenn es um die positiven Wirkungen des moderaten Weingenusses gehe, sei nicht so sehr der Alkohol, sagt Professor Bernd Krönig vom Ev. Elisabeth-Krankenhaus in Trier. Worauf es ankomme, sei die Art des alkoholischen Getränkes. Und hier sei der Wein eben ein ganz besonderes Getränk, so der Internist, der auch Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Wein-Akademie ist. Das Besondere am Wein sind all jene Inhaltsstoffe, Polyphenole und Bioflavone, die, wie viele experimentelle Studien ergeben haben, antioxidativ wirken, eine endotheliale Dysfunktion mildern und auch das Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin positiv beeinflussen. Die Inhaltsstoffe Quercitin und Resveratrol vermindern zudem die "Bildung gefäßverengender Thromboxane und führen durch eine vermehrte NO-Freisetzung aus dem Endothel zu einer Gefäßrelaxation". Darüber hinaus werde durch ASS-ähnliche Substanzen die Thrombozytenaggregation gehemmt. Sogar eine Insulinresistenz werde gemindert. Und für reiselustige Weingenießer hat Krönig auch eine positive Botschaft: "Die Weinsäure als weiterer Inhaltsstoff besitzt neben einer leicht laxierenden und entwässernden Komponente auch eine Darm-entgiftende Wirkung, womit sich die Erfahrung einer günstigen Beeinflussung zum Beispiel einer Reisediarrhoe durch moderaten Weinkonsum erklären" lasse. Zur Erinnerung: Für eine Studie zur kardioprotektiven Wirkung von Wein hat Dr. Stephan Rosenkranz von der Universität Köln auf dem Internistenkongreß den Preis "Prävention in der Inneren Medizin" bekommen. Rosenkranz hat nachgewiesen, daß die Präinkubation glatter Gefäßmuskelzellen mit Rotwein die Tyrosin-Phosophorylierung des Platelet-Derived Growth Factor (PDGF)-Beta-Rezeptors hemmt und die Interaktion von PDGF mit dem Rezeptor blockiert, Weißwein und nicht-alkholische Getränke jedoch nicht. Eine Analyse ergab auch, daß Rotwein mehr zyklische Polyphenole, vor allem Flavonoide, enthält. Sie führen zur Hemmung des PDGF-Beta-Rezeptors und tragen damit eventuell "zu den benefiziellen Effekten von Rotwein auf die kardiovaskuläre Letalität" bei. Ärzte Zeitung, 02.05.2002


 Isoflavone

Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS) sind natürliche Substanzen, die in Pflanzen besondere Schutzfunktionen wahrnehmen. Viele dieser Stoffe zeichnen sich auch durch gesundheitsfördernde Eigenschaften für den Menschen aus - und zu diesen gehören die Isoflavone. Sie zählen zu den Phytoöstrogenen und sind reichlich in Soja enthalten. Dass Frauen in fernöstlichen Ländern weniger unter den typisch weiblichen Beschwerden leiden als Frauen in Europa und Nordamerika, wird auf den traditionell hohen Sojakonsum zurückgeführt. 
Weitere Forschungsergebnisse weisen zudem hin auf eine positive Wirkung für die Blutwerte (LDL, HDL und Cholesterin) und das Herz-Kreislauf-System, eine antioxidative Schutzfunktion sowie einen Schutz vor dem Abbau von Knochensubstanz (Osteoporose).

Bitter-Schokolade: Schutz für´s Herz

London (dpa) - Schokolade ist gesund - zumindest die bittere Variante. Wie italienische und britische Forscher beobachtet haben, steigt nach dem Genuss von dunkler Schokolade der Gehalt so genannter Antioxidantien im Blutplasma. Diese Stoffe schützen das Herzkreislaufsystem. Das Verschlingen von Milchschokolade lasse sich mit dieser positiven Wirkung allerdings nicht rechtfertigen, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt «Nature» (Bd. 424, S. 1013): Milch hebt den herzschützenden Effekt dunkler Schokolade wieder auf. Unter wissenschaftlicher Aufsicht naschten zwölf Freiwillige entweder Bitterschokolade, Milchschokolade oder Bitterschokolade zusammen mit einem Glas Milch. Eine Stunde später maßen die Forscher um Mauro Serafini vom Institut für Ernährungsforschung in Rom die antioxidative Wirkung des Blutplasmas der Probanden. Ergebnis: Im Blut der Bitterschokoladen-Tester war sie um fast 20 Prozent angestiegen. Unter anderem hatten die Probanden dieser Gruppe deutlich mehr Epicatechin im Blut, einen Vertreter aus der Gruppe der Antioxidantien. Die nachteiligen Effekte der Milch erklären die Forscher damit, dass sich die Milchproteine möglicherweise mit den antioxidativ wirkenden Flavonoiden der Schokolade verbinden. Diese seien dann für den Körper nicht mehr zugänglich. Antioxidantien neutralisieren im Körper zellschädigende Sauerstoffmoleküle, so genannte freie Radikale. Sie wirken somit als «Radikalfänger».28. August 2003


Äpfel gegen Alzheimer                 sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe
Der regelmäßige Genuss von Äpfeln könnte helfen, neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson vorzubeugen. Das schließen amerikanische Wissenschaftler aus den Ergebnissen von zwei Laborstudien an kultivierten Hirnzellen von Ratten. Dabei hatten die Forscher entdeckt, dass Antioxidantien aus frischen Äpfeln die Zellen sehr effektiv gegen die schädlichen Wirkungen aggressiver freier Radikale schützen. Als besonders wirkungsvoll erwies sich die Substanz Quercetin, die in und direkt unter der Apfelschale vorkommt. Über die Untersuchungen von Cy Lee und seinen Kollegen berichtet die Cornell-Universität.
In immer mehr Studien finden Wissenschaftler Hinweise auf gesundheitsfördernde und vorbeugende Wirkungen von Äpfeln. So soll das Kernobst beispielsweise vor Krebs schützen, Allergien lindern, den Cholesterinspiegel senken und Herzkreislauferkrankungen vorbeugen können. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei das Antioxidans Quercetin, das auch in Zwiebeln, Grünkohl, Brombeeren und Preiselbeeren enthalten ist. Die Substanz gehört zu den Flavonoiden und fängt die meist sauerstoffhaltigen freien Radikale ab, die im Körper den so genannten oxidativen Stress und damit Schäden an Zellen und Gewebe verursachen.
Freie Radikale werden auch mit der Entstehung von Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer in Verbindung gebracht, bei denen Nervenzellen zerstört werden. Um zu überprüfen, ob die antioxidative Wirkung von Äpfeln auch vor solchen Erkrankungen schützen kann, setzten die Forscher Nervenzellen aus Rattenhirnen simuliertem oxidativen Stress aus. Tatsächlich konnten die aggressiven Teilchen den Zellen deutlich weniger anhaben, wenn diese vorher mit einem Extrakt aus roten Delicious-Äpfeln behandelt worden waren. Über die Ergebnisse dieser Untersuchung berichten Lee und seine Kollegen in der Fachzeitschrift Journal of Food Science (Bd. 69, S. 357).
Eine weitere Studie zeigte den Wissenschaftlern, dass auch bei den Hirnzellen die schützende Wirkung hauptsächlich vom Quercetin ausging. Der Schutzeffekt des Flavonoids war dabei sogar effektiver als der von Vitamin C, schreiben die Forscher im Fachmagazin Journal of Agricultural and Food Chemistry (Dezemberausgabe). Obwohl die Ergebnisse bislang nur aus Laboruntersuchungen stammen, empfiehlt Lee, möglichst häufig frische Äpfel zu essen. Rote Sorten sind dabei besser geeignet als gelbe oder grüne, da sie mehr Antioxidantien enthalten.  http://www.baeder-fuehrer.de


Forschung: Wie Flavonoide vor Darmkrebs schützen
Kann der Konsum von Äpfeln vor einer Darmkrebserkrankung schützen? "Natürlich kann das nicht ein einzelnes Nahrungsmittel leisten", erklärt Prof. Dr. Beatrice L. Pool-Zobel von der Universität Jena. "Das hängt von vielen Faktoren ab, aber der Konsum von faserreicher und ballaststoffreicher Kost kann dazu beitragen", ist sich die Ernährungstoxikologin sicher. "Äpfel und Apfelprodukte bilden darüber hinaus einen wichtigen Bestandteil bei der Krebsprophylaxe, weil sie in Westeuropa ein Hauptlieferant für Flavonoide sind." Noch ist wenig bekannt, woher die gesundheitsfördernde Wirkung dieser Pflanzenbestandteile kommt.
Dieses zu erforschen, ist Ziel eines seit drei Jahren bestehenden und gerade bis 2009 verlängerten Projekts, das vom Bundesforschungsministerium (BMBF) finanziert wird. Neben zwei Jenaer Arbeitsgruppen von Prof. Pool-Zobel und Prof. Dr. Frank Böhmer sind Partner aus den Universitäten in Kaiserslautern, Heidelberg, Karlsruhe, München und Würzburg sowie der Forschungsanstalt in Geisenheim beteiligt.
In Jena wird der Einfluss von Flavonoiden auf die Entwicklung von Darmzellen untersucht. Außerdem wollen die Ernährungswissenschaftler ermitteln, wie die Genexpression verläuft - wie also die zellulären Prozesse aussehen, die zur Umwandlung der genetischen Informationen bei Proteinen ablaufen. Die Forschungsanstalt in Geisenheim liefert hierfür das Untersuchungsmaterial. "Das ist ein gut charakterisierter Apfelextrakt aus einer für herkömmliche Apfelsäfte üblichen Sortenmischung", erläutert Prof. Pool-Zobel. "Damit die Proben den gleichen Gehalt an Inhaltsstoffen bieten und unsere Ergebnisse aussagefähig sind, werden sie unter Luft- und Lichtausschluss verpackt und kalt gelagert. Wir können dann je nach Bedarf Portionen einzeln entnehmen und analysieren."
Die ermutigenden Ergebnisse der Jenaer Wissenschaftler, die vor kurzem auch in einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlicht worden sind, waren ein Argument für die Verlängerung des Projekts. Die Ergebnisse zeigen, dass Flavonoide tatsächlich die Darmzellen beim Abbau und bei der Abwehr toxischer Substanzen unterstützen und damit das Risiko einer Krebserkrankung verringern. "Dabei konnten wir feststellen, dass die positive Wirkung beim Einsatz des komplexen Apfel-Extraktes stärker war als beim Einsatz einzelner Komponenten aus dem Apfel-Extrakt", sagt Pool-Zobel.
Eine bedeutende Rolle bei der Gesunderhaltung der Darmzellen spielen auch die Trubstoffe - besondere Schwebstoffe, die z. B. in trübem Apfelsaft vorkommen. Aber auch diese Stoffe bilden nur einen Bruchteil der Bestandteile eines Apfels und sollen in ihrer genauen Wirkungsweise zukünftig noch genauer untersucht werden.
Bisher sind die Studien an humanen Zellkulturen durchgeführt worden. "Pilotversuche haben aber gezeigt, dass der Verzehr von einem Liter eines entsprechenden trüben Apfelsafts ausreichen könnte, auch in vivo - also direkt beim Menschen - zu ähnlichen Wirkungen zu führen." Die Untersuchungen hierzu sind Teil des neuen Projektabschnitts.
Langfristig, ist Prof. Pool-Zobel überzeugt, könnten Ergebnisse dieser Forschungen dazu beitragen, die Exposition gegen unvermeidbare Kanzerogene zu reduzieren und damit das Risiko einer Krebserkrankung zu senken.
Das Forschungsprojekt und die Ergebnisse werden im Internet unter www.nutrition-net.org auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Prof. Dr. Beatrice L. Pool-Zobel
Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Jena
E-Mail: b8pobe@uni-jena.de
Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena   21.06.2006


Flavonoide: Radikalenfänger kurbelt Immunsystem an
Corvallis (ddp). Die gesundheitsfördernden Effekte der etwa in Rotwein und Schokolade vorkommenden Flavonoide sind bisher zu Unrecht ihren Radikalfängeraktivitäten zugeschrieben worden, glaubt ein US-Forscherteam. Zwar können die Substanzen im Reagenzglas aggressive freie Radikale effizient unschädlich machen, im Körper verlieren sie diese Fähigkeit jedoch - einerseits, weil nur sehr geringe Mengen aus der Nahrung aufgenommen werden und andererseits, weil sie sehr schnell chemisch verändert werden. Gesund seien die auch in Gemüse und Obst enthaltenen Pflanzenstoffe aber trotzdem, betont Studienleiter Balz Frei: Da der Körper sie als Fremdstoffe erkennt, bringt er sein Immunsystem auf Vordermann und das sorgt wiederum dafür, dass Schadstoffe und geschädigte Zellen beseitigt werden. Über die Studie berichtet die Staatsuniversität von Oregon in Corvallis. Flavonoide sind eine große Gruppe von Substanzen, die etwa in Äpfeln, Weintrauben, Tomaten, aber auch in Tee, Kakao und Schokolade vorkommen. Sie sind starke Antioxidantien, das heißt, sie können aggressive Sauerstoffverbindungen - häufig auch als freie Radikale bezeichnet - abfangen und damit unschädlich machen. Genau auf diese Eigenschaft führten Wissenschaftler bisher auch die vielfältigen gesundheitsfördernden Effekte zurück, die mit einem regelmäßigen Verzehr von flavonoidhaltigen Lebensmitteln einhergehen, wie der Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedenen Krebsarten: Im Körper, so die Vorstellung, eliminieren die Flavonoide während des Stoffwechsels produzierte freie Radikale und schützen so die inneren Organe vor deren Zerstörungspotenzial. Dieses Szenario kann nicht stimmen, lautet nun jedoch die Schlussfolgerung von Frei und seinem Team nach einer ausführlichen Analyse der Literatur: Von den mit der Nahrung aufgenommenen Flavonoiden erreichen maximal fünf Prozent tatsächlich das Blut - und diese fünf Prozent werden außerdem sofort weiterverarbeitet, was ihre antioxidative Wirkung deutlich verringert. Die beobachteten Effekte sind nach Ansicht der Forscher eher darauf zurückzuführen, dass Flavonoide für den Körper Fremdstoffe sind und er seine Abwehrmechanismen aktiviert, wenn sie ins Blut gelangen. Einmal aufmerksam geworden, beseitigen diese Verteidigungstrupps nicht nur die Pflanzenstoffe, sondern auch andere schädliche und potenziell krebserregende Substanzen - ein Effekt, der die krebsvorbeugende Wirkung erklären könnte, betont Frei. Zusätzlich aktivieren die Flavonoide bereits in geringen Mengen bestimmte Enzyme, die die Blutgefäße flexibel halten, Entzündungen vermeiden helfen und den Blutdruck senken, was insgesamt der Gesundheit der Herz-Kreislauf-Systems zugute kommt. Das lasse darauf schließen, dass ein mäßiger Konsum flavonoidhaltiger Nahrungsmittel für den Körper optimal sei, erklärt der Forscher. Eine zusätzliche Versorgung etwa über Nahrungsergänzungsmittel sei dagegen nicht zu empfehlen, da sie entweder keinen Effekt habe oder sogar Risiken mit sich bringe.
7. März 2007