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Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS)

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Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS)
Was sind SPS und wie wirken sie?
Sekundäre Pflanzenstoffe (abgekürzt Sps) haben vielfältige Aufgaben: Zum Beispiel dienen sie den Pflanzen als Abwehrstoff gegen Freßfeinde. So stammt etwa der bittere Geschmack des Rosenkohls von dem Sps Sinigrin, das Schädlingen den Appetit verdirbt. Desweiteren dienendie Sps vielen Gewächsen als eine Art Sonnenmilch: Sie schützen vor den schädlichen Auswirkungen der UV-Strahlung der Sonne. Auch als Farbstoffe kommen sie zum Einsatz. Viele Früchte enthalten Sps, die Tiere zum Fressen der Früchte anregen. Dadurch werden die Samen dieser Pflanze verbreitet. Sps wirken im Menschen wie Medikamente ­ sie tragen im eigentlichen Sinne nichts zur Ernährung bei. Im Gegensatz dazu die pimären Pflanzenstoffe: Sie wirken in der Regel als Nährstoffe (einzige Ausnahme Ballaststoffe). In den Pflanzen sind sie beteiligt an der Energieerzeugung und am Aufbau der Zellen.  Sps sind chemisch gesehen sehr unterschiedliche Substanzen, die in den Pflanzen meist nur in geringer Konzentration vorkommen. Bisher sind etwa 30 000 bekannt; davon kommen 5 000  bis 10 000 in der Nahrung vor. Bei normaler Ernährung nimmt man jeden Tag ungefähr 1,5 Gramm an Sps zu sich. Vegetarier allerdings konsumieren wesentlich mehr.

Wie wirken sekundäre Pflanzenstoffe?
Bis vor wenigen Jahren dachten die Forscher, daß die Sps giftig für den Menschen seien. Heute weiß man, daß die meisten die Gesundheit fördern. Der Wendepunkt kam Anfang der 90er Jahre: Damals zeigten amerikanische Wissenschaftler, daß Menschen, die viel Obst und Gemüse essen, wesentlich weniger Krebs bekommen. Dabei litt das Viertel der Personen, die am wenigsten Obst und Gemüse aßen, doppelt so häufig an Krebs wie das Viertel der Personen mit dem höchsten Konsum. Weniger befallen wurden fast alle inneren Organe: Magen, Dick- und Mastdarm, Lunge, Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre, Leber, Mundhöhle, Brust und Kehlkopf. Sps wirken aber nicht nur gegen Krebs: Sie schützen den Körper vor Infektionen mit  Bakterien und Viren, hemmen die Entstehung von schädlichen Stoffwechselprodukten, regen das Immunsystem an, verhindern Blutgerinnsel und sind verdauungsfördernd. Herausgefunden haben die Forscher das durch verschiedene Experimente. So wurde zum Beispiel in dem Film über den Safttest der Einfluß von verschiedenen Sps auf weiße Blutkörperchen, also Blutzellen, untersucht. Dabei versucht man herauszufinden, ob die Sps die Zellen vor Giftstoffen schützen können, die krebsauslösend sind. Dasselbe passiert nämlich im Körper, wenn Krebs entsteht: Giftstoffe schädigen das Erbgut der Zellen, diese können sich dadurch ungehemmt teilen und zu Geschwulsten heranwachsen. Die Giftstoffe entstehen dabei auf verschiedenen Wegen. Zum einen produziert sie der Körper bei Stoffwechselvorgängen selbst. Zum anderen kommen sie auch von außen, zum Beispiel durch Rauchen oder zuviel Sonnenlicht. Früher dachte man, daß vor allem auch Schadstoffe aus der Umwelt für die hohen Krebszahlen verantwortlich sind. Heute denken viele Wissenschaftler, daß besonders eine falsche Ernährung die Gefahr vergrößert. Bis zu 60 Prozent der Krebserkrankungen, so einige Forscher, sind dadurch verursacht. Wie die Sps das Risiko vermindern, darüber weiß man seit einigen Jahren genaueres. Es gibt zum Beispiel Sps, die schlicht als Gegengift wirken - sie  machen die Giftstoffe unschädlich. Andere hemmen Substanzen im Körper, die die Giftstoffe aktivieren und damit erst schädlich machen. Wieder andere schirmen das Erbgut gegen die Giftstoffe ab. Ein weiterer Mechanismus stärkt  die Selbstheilungskräfte des Menschen: Dieser ist den Krebsauslösern nämlich nicht hilflos  ausgeliefert. Es gibt Reparatursysteme, die die gefährlichen Schäden im Erbgut re parieren  können. Die Forscher fanden heraus, daß einige Sps diesen körpereigenen Reparaturdienst auf die Sprünge helfen. Einige Sps hemmen auch Hormone, die bei verschiedenen Krebsarten eine wichtige Rolle spielen. Ein Beispiel sind die Östrogene, weibliche Geschlechtshormone, die bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle spielen. Ein weiterer Mechanismus ist die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Zellen. Krebszellen erhalten von den umliegenden, gesunden Zellen keine Informationen mehr darüber, daß sie ihre unkontrollierte Vermehrung stoppen sollten ­ sie haben sich praktisch von ihrer Umgebung abgeschottet. Die Sps erhöhen die Zahl der Verbindungskanäle zwischen den Zellen. Dadurch ist die Krebszelle wieder zugänglich und stoppt ihre Vermehrung.  Neben der Vielzahl an gesundheitsfördernden Sps gibt es auch einige wenige giftige. Ein Beispiel ist das Solanin aus der Kartoffel, das die Körperzellen schädigt.

       



Tips
 Die gesundheitsfördernden Wirkungen der Sps sind mittlerweile unumstritten. Deshalb  empfiehlt beispielsweise das Nationale Krebsinstitut der USA, an jedem Tag fünf bis neun  Portionen Obst und Gemüse zu essen. Als Portion gilt dabei ein Apfel oder der Salat zum  Essen genauso wie zum Beispiel die Tomatensoße zu den Spaghetti. Man muß also nicht komplett seine Ernährung umstellen, um diese Empfehlung umzusetzen. Es reicht häufig schon, Fritten lieber mit Ketchup zu essen als mit Mayonaise. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat Empfehlungen ausgesprochen: Jeder sollte  am Tag mindestens 200 Gramm Gemüse, eine Portion Salat von etwa 75 Gramm und mindestens ein bis zwei Stück Obst zu sich nehmen. Darunter ist aber zum Beispiel auch ein Pfirsichkompott aus der Dose zu verstehen.  Eine weitere Möglichkeit, seine tägliche Portion Sps zu sich zu nehmen:  Gemüsesäfte. In der Sendung wurde über einen Test von Gemüsesäften  berichtet, den die Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe gemacht hat. Die 23 Versuchspersonen ernährten sich zunächst zwei Wochen lang ganz normal, also ohne Saft. Es folgten zwei Wochen, in  denen sie jeden Tag eine Flasche Tomatensaft tranken. Anschließend zwei Wochen lang Karottensaft, danach 14 Tage Spinatsaft, den die Forscher durch Auflösen von Spinatpulver in Wasser produziert hatten. Jeder Saft enthielt einen anderen typischen Sps: Tomatensaft das Lycopin, Karottensaft Alpha- und Beta-Carotin, Spinatsaft Lutein. Nach jeder Woche wurde eine Blutprobe genommen. Daraus isolierten die Forscher die weißen Blutkörperchen und  setzten sie einem Giftstoff aus ­ das gleiche, was im Körper bei der Krebsentstehung passiert. Es zeigte sich, daß das Lycopin des Tomatensaftes die Zellen vor dem Gift schützte. Karottensaft war nur wenig schlechter, während der Spinatsaft nicht so wirksam war. Fazit: Man kann sich schützen, und zwar nicht durch radikale Diät, sondern schon durch das Trinken einer Flasche Tomaten- oder Karottensaft pro Tag. Wenn möglich sollte man das C Gemüse immer zu den Mahlzeiten einnehmen. Viele der darin  vorhandenen Sps sind nämlich fettlöslich. Zusammen mit dem Nahrungsfett werden sie dann  besonders gut aufgenommen. Zur Schutzwirkung einzelner Gemüsearten: Eine starke Anti-Krebs-Wirkung zeigten vor allem viele Kohlarten; vor allem das Risiko von Dickdarm-  und Leberkrebs verringerte sich. Karotten, Mangos, Tomaten, Kohl und Brokkoli wirken besonders gegen Lungenkrebs. Wichtig ist auch die unterschiedliche Wirkung von erhitztem und unerhitztem Gemüse. Viele Studien zeigen, daß Gemüse, das nicht gekocht wurde, besonders gut vor Krebs schützte. Allerdings reagieren die Sps sehr unterschiedlich auf Erhitzung. Zum Beispiel leiden die sogenannten Glucosinolate aus Kohlgewächsen unter der Hitze ­ 30 bis 60 Prozent gehen  kaputt, je nach Kochzeit. Dagegen ist eine andere Gruppe von Sps, die Flavonoide, sehr hitzestabil. Einige Sps werden sogar nur durch Kochen verfügbar, weil sie normalerweise in den Zellen eingeschlossen sind. Erst wenn die Zellen durch die Hitze aufplatzen, kann der Mensch sie aufnehmen. Alle, die jetzt darauf hoffen, Sps demnächst vielleicht als Medikament zu sich zu nehmen, werden enttäuscht sein: Die Sps-Pille wird es aller Voraussicht nach nicht geben. Mittlerweile  gehört es zur gesicherten Erkenntnis, daß nur Gemüse oder Obst in seiner ursprünglichen Form sich gesundheitlich positiv auswirken. Dagegen kam es bei Studien, in denen nur eine isolierte Substanz gegeben wurde, sogar zu einer Erhöhung des Krebsrisikos. Die Forscher vermuten, daß das Zusammenspiel vieler Sps in Obst und Gemüse für die Schutzwirkung verantwortlich  ist.
Übrigens: Je mehr Obst und Gemüse Sie essen, desto besser schützen Sie sich. Es gibt in diesem Sinne kein Zuviel.
WDR Köln Sendedatum: 06.05. 1997
 

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Übersicht: SPS sind vielfältig

Carotinoide

Wirkung: Diese Pflanzenfarbstoffe stimulieren die Immunabwehr und wirken antioxidativ. Wissenschaftler der israelischen Ben-Gurion-Universität wiesen nach, dass sie bei Krebszellen den Zyklus von Zellwachstum und -teilung beeinflussen können. Das bekannteste unter den bisher 600 identifizierten Carotinoiden ist das Beta-Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird. Carotinoide sind fettlöslich, deshalb werden sie in Verbindung mit Fett, z.B. Salatöl, besser vom Körper aufgenommen.
Vorkommen: Reichlich in gelb-, rotfleischigen Früchten wie Karotten, Aprikosen, Mangos, Kürbis, Möhren und Tomaten, in grünblättrigen Gemüsen wie Brokkoli, Grünkohl, Mangold, Spinat. Andere Carotinoide wie das Xanthophyll und Lycopin sind in Tomaten und Weißkohl.

Flavonoide
Wirkung: Diese weit verbreiteten, meist gelben, aber auch roten, blauen oder violetten Pflanzenfarbstoffe (derzeit sind rund 5.000 bekannt) regen die natürlichen Killerzellen an, wirken antioxidativ und hemmen ein unkontrolliertes Zellwachstum. Flavonoide wirken auch der Gefäßverengung entgegen, indem sie verhindern, dass sich Blutfettpartikel an den Gefäßwänden anlagern.
Vorkommen: Direkt in oder unter der Schale von Obst (Zitrusfrüchte, roten Trauben, Beeren, Kirschen, Pflaumen, Heidelbeeren, Äpfel), in Gemüse (Tomaten, Zwiebeln, Auberginen, Rotkohl) und vielen Heilkräutern (z. B. Kamille, Mariendistel, Schwarztee)

Glucosinolate
Wirkung: Glucosinolate sind Senföle, sie galten lange Zeit als gesundheitsschädlich. Heute kennt man ihre krebs- und bakterienhemmenden Wirkungen. Senföle werden über die Harn- und Atemwege ausgeschieden, wo sie unerwünschte Bakterien vertreiben. Glucosinolate bremsen auch Schimmelpilzgifte und regen die Körper eigenen Entgiftungssysteme an.
Vorkommen: In allen Kohlarten und scharf schmeckenden Pflanzen wie Meerrettich, Rettich, Kresse, Senf, Zwiebeln.

Phenolsäuren
Wirkung:
Sie machen Jagd auf freie Radikale und schützen tiefer liegende Gewebeschichten vor oxidativen Angriffen. Von Bedeutung sind vor allem drei Vertreter: die Ferula-, die Kaffee- und die Ellagsäure.
Vorkommen: Ferula- und Kaffeesäure stecken vorwiegend in Grün-, Weißkohl, Paprika, grünen Bohnen, Radieschen, die Ellagsäure in Beeren und Walnüssen.

Phytoöstrogene

Wirkung: Führende Wissenschaftler haben in den letzten Jahren Isoflavone und Lignane entdeckt, zwei Pflanzenhormone, die den körpereigenen Östrogenen ähneln und die gleichen Effekte haben, nur deutlich schwächer. Experten sind überzeugt, dass Phytoöstrogene wegen ihrer zahlreichen biologischen Eigenschaften eine wichtige Rolle in der Prävention hormonabhängiger Krebsarten spielen, z. B. an Brust, Gebärmutterschleimhaut und Prostata. Forscher nehmen außerdem an, dass sie Enzyme blockieren, die das Wachstum der Krebszellen auslösen.
Vorkommen: Reichlich in asiatischer und Mittelmeerkost. Isoflavone stecken in Hülsenfrüchten, Hauptquelle ist die Sojabohne. Lignane kommen vor allem in Leinsamen, Soja, Weizen, Gerste, Sesam, Walnüssen, Gemüse und Obst vor.

Phytosterine
Wirkung:
Sie sind die in Pflanzen vorkommenden Pendants zum tierischen Cholesterin und diesem chemisch sehr ähnlich. Im menschlichen Organismus bewirken sie aber das Gegenteil: Sie senken die Blutfettwerte und sollen das Risiko für Dickdarmkrebs verringern.
Vorkommen: In fettreichen Pflanzenteilen. Besonders in Sonnenblumenkernen, Nüssen, Sesamsaaten, naturbelassenen Pflanzenölen.

Protease-Inhibitoren
Wirkung:
Weil diese Hemmstoffe im Organismus wichtige Eiweiß spaltende Enzyme unterdrücken, galten sie früher eher als gesundheitsschädlich. Mittlerweile spricht man ihnen jedoch Krebs hemmende Eigenschaften zu, vor allem für Mundhöhlen-, Lungen, Leber-, Speiseröhren- und Dickdarmkrebs.
Vorkommen: Reichlich in Kartoffeln, Erbsen, Erdnüssen, Soja.

Saponine
Wirkung:
Diese in reiner Form sehr bitter schmeckenden Substanzen nimmt der Körper nur in geringem Maß auf. Sie sollen speziell das Dickdarmkarzinom-Risiko senken, indem sie Cholesterin und Gallensäuren binden.
Vorkommen: In Hülsenfrüchten wie Kichererbsen, Sojabohnen.

Sulfide
Wirkung:
Diese schwefelhaltigen Substanzen, allen voran Alliin und Allicin, sind verantwortlich für den intensiven Geschmack und nachhaltigen Geruch der Lauchgewächse. Sie gelten als äußerst vielseitig, schützen vor schädlichen Oxidationen und speziell vor Magenkrebs. Wie das funktioniert, ist noch nicht endgültig geklärt. Wissenschaftler diskutieren unter anderem eine Hemmung von Enzymen, die Krebs auslösende Stoffe aktivieren können und eine Stimulation des Immunsystems. Sulfide wirken stark antimikrobiell,  wurde deswegen im 1. Weltkrieg als keimtötendes Mittel bei der Wundbehandlung eingesetzt.
Vorkommen: In Lauch, Schnittlauch, Knoblauch, Zwiebeln, Schalotten.

Terpene
Wirkung:
Diese Aromastoffe sind wesentliche Duft- und Geschmacksträger. Eine detaillierte Bewertung der rund 4500 verschiedenen Terpene gibt es bislang allerdings nicht. Terpene scheinen je nach ihrer chemischen Zusammensetzung verschieden zu wirken, so wirken die im Thymian enthaltenen Terpene schleimlösend.
Vorkommen: In praktisch allen Pflanzen mit spezifischem Duft, z.B. Pfefferminze, Zitrone, Sellerie, Kümmel.

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Phytinsäure ist in Getreide enthalten und macht es bekömmlicher - richtig oder falsch?
Falsch. Phytinsäure ist zwar in Getreide enthalten, macht es aber nicht bekömmlicher. Vielmehr handelt es sich um einen Stoff, der in Pflanzen Mineralstoffe wie Calcium und Eisen bindet und somit deren Resorption (Aufnahme) hemmt. Die Randschichten von Getreide und der Keimling sind besonders reich an Phytinsäure. Obwohl Vollkornmehl mehr Phytinsäure enthält als Weißmehl, liefert es dennoch mehr Mineralstoffe. Grund: Vollkornmehl hat einen wesentlich höheren Mineralstoffgehalt, so daß die Resorptionshemmung durch Phytinsäure vernachlässigt werden kann.
Durch Einweichen und langsames Aufkochen von Getreide wird die Phytinsäure teilweise zerstört, die Mineralstoffe stehen dann dem Körper wieder zur Verfügung.

Asiatinnen erkranken fünfmal seltener an Brustkrebs als Amerikanerinnen oder Europäerinnen. Das haben sie einer Ernährung zu verdanken, die charakteristisch ist für die Länder Asiens: wenig Fett, viele Ballaststoffe und ein hoher Anteil an Sojaprodukten wie etwa Tofu. In Soja stecken hormonähnliche Mikronährstoffe (so genannte Phytoöstrogene), die chemisch ähnlich aufgebaut sind wie die Östrogene (weibliche Sexualhormone). Phytoöstrogene beeinflussen Stoffwechsel und Wirkung der natürlichen Östrogene so, dass sich das Brustkrebsrisiko vermindert. 2001


Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS) kommen in allen Pflanzen in nur geringen Mengen, aber in einer gigantischen Vielfalt vor: Eineinhalb Gramm sekundäre Pflanzenstoffe (etwa so viel nimmt man mit einer gemischten Kost täglich auf) setzen sich aus 5.000 bis 10.000 Einzelsubstanzen zusammen. Sie sind unter anderem für den Geschmack, den Duft und die Farbe von Obst und Gemüse verantwortlich. Der Arzneimittelindustrie dienen die sekundären Pflanzenstoffe als Basis für zahlreiche Medikamente, z.B. gegen Venenleiden oder Verdauungsbeschwerden.


 

Pflanzenstoffe: Die neue Ess-Klasse 
Renaissance alter Ernährungsweisheiten

Als gesundheitsfördernde Ess-Klasse präsentiert sich außerdem eine Reihe von Stoffgruppen, die geeignet erscheinen, Tumoren zu blockieren, Entzündungen zu hemmen, den Blutdruck zu senken oder die Immunabwehr zu stärken: Dazu gehören Flavonoide, die unter anderem für die Schärfe der Chilis und den bitteren Geschmack von Pampelmusen sorgen; Carotinoide, die Karotten und Tomaten rot färben, sich aber auch in Spinat und Grünkohl finden; oder Sulfide, jene Schwefelverbindungen, die Zwiebeln und Lauch ihren strengen Geruch verleihen. Hinzu kommt ein buntes Chemikalien-Kauderwelsch: Saponine, Phytosterine und Phytoöstrogene, Glukosinolate, Monoterpene und Protease-Inhibitoren. "Bioaktive Substanzen" und "Phytochemikalien" sind neue Begriffe für alte Weisheiten. In menschlichen Gemeinschaften sei die Unterscheidung zwischen Nahrungs- und Heilpflanzen "nicht biologisch, sondern kulturell begründet", schreiben Bernhard Watzl und Claus Leitzmann in ihrem Standardwerk "Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln". Die Wissenschaftler berichten von den Haussa, einem Volk im Norden Nigerias, das "Zwiebeln, Knoblauch, Cashewnüsse, Pfefferschoten und -samen, Zitrusfrüchte, Melonen, Hirse, Feigen, Mangos, Ingwer und Auberginen bewusst als Heilpflanzen" einsetzt. Auch Spargel war nicht immer nur Gourmet-Gemüse. Schon in vorchristlicher Zeit in Griechenland, vermutlich auch in China und Persien wegen seiner Harn treibenden Wirkung als Medizinalpflanze genutzt, wurde er in Deutschland noch im 19. Jahrhundert im amtlichen Arzneibuch geführt und in Apotheken verkauft.

"Sekundäre Pflanzenstoffe" wurden lange mißachtet

"Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel und eure Heilmittel eure Nahrungsmittel sein", riet der Spargelfreund Hippokrates - eine Lehre, die in der modernen Ernährungswissenschaft eine Weile in Vergessenheit geraten ist. Fast die gesamte Aufmerksamkeit konzentrierte sich über Jahrzehnte auf die überlebenswichtigen "essenziellen" Bestandteile der Nahrung - auf Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Vitamine, Mineralstoffe. Dass pflanzliche Lebensmittel zusätzlich eine Unzahl exotischer organischer Verbindungen enthalten, die ihnen Farbe und Aroma verleihen, die sie vor Pilzbefall und Krankheiten schützen, die für den Zellaufbau sorgen, erschien den Experten uninteressant bis suspekt. All diese "sekundären Pflanzenstoffe" galten als "anti-nutritiv" und standen im Verdacht, im Zweifelsfall eher giftig als gesund zu sein. Selbst Pharmazeuten, die pflanzliche Heilkraft zu schätzen wissen, reisten lieber in entlegene Tropenwälder, als unbekannten Substanzen in ordinären Acker-Gewächsen von Artischocke bis Zwiebel nachzuspüren. "Man hat in Schubladen gedacht - nach der Regel: Arzneipflanzen sind kurativ, und Nahrungspflanzen sind dazu da, um sich den Bauch vollzuschlagen", sagt Matthias Hamburger, Pharmazieprofessor in Jena, "man hat nicht überlegt, dass es da womöglich ein Kontinuum gibt."Welche Kostbarkeiten ihnen entgangen waren, erkannten die Wissenschaftler erst durch Langzeituntersuchungen an Gruppen mit ausgeprägten Ernährungsunterschieden. Dabei fiel auf, dass Menschen, die viel Gemüse und Obst verzehren, seltener unter Krebs litten als Früchte- und Grünzeugmuffel. Bei bestimmten Tumor-Arten konnten Forscher Zusammenhänge genauer eingrenzen: Kohl senkt offenbar das Risiko für Dickdarmkrebs; Karotten bieten einen gewissen Schutz vor Lungenkrebs. Und diese Effekte ließen sich nicht allein durch Vitamin C, Mineralien und Spurenelemente erklären.

Keine Heilung, aber Vorbeugung

Dass Phytochemikalien meist nicht akute Krankheiten kurieren, sondern "nur" vor ihnen schützen, macht deren Erforschung zeitaufreibend. "Einen Heileffekt feststellen ist vergleichsweise einfach. Ein präventiver Effekt aber ist etwas, das sich nicht leicht manifestiert. Subtile Wirkungen sind erst mit modernen molekularbiologischen Methoden zu erforschen", erklärt Matthias Hamburger, dessen Spezialgebiet traditionelle Heilpflanzen sind. Zu den Pflanzen, deren Heilwirkungen inzwischen durch kontrollierte Studien belegt sind, zählt Matthias Hamburger Kava Kava, Johanniskraut, Knoblauch, Weißdorn und Ginkgo. Hier wurden jeweils Extrakte mit definierter Zusammensetzung überprüft. Das Verständnis, wie Fitnessdrogen aus zerkauten Bissen von Apfel, Brokkoli oder Chicoree ihre Kraft entfalten, ist im Vergleich dazu noch nebulös. Beispiel Krebs. Bei der Tumor-Entstehung können sekundäre Pflanzenstoffe doppelt eingreifen: In einer ersten Phase vermögen sie körpereigene Enzyme zu blockieren, ohne die Krebs erzeugende Substanzen sich nicht bilden. Und sie können in Phase 2 Entgiftungs-Enzyme aktivieren, mit Hilfe derer diese Kanzerogene schneller wieder aus dem Körper ausgeschieden werden. In beiden Fällen würde sich ein Tumor gar nicht erst manifestieren.
Den Forschungsstand etwa zum Thema Kohl illustriert eine Veröffentlichung der Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe. Am Brokkoli-Inhaltsstoff Sulforaphan war in Zellkulturen eine Wirkung in Phase 2 nachzuweisen: Die Substanz aktiviert das körpereigene Entgiftungs-Enzym Quinon-Reduktase. Im Tierversuch zeigte sich, dass dieser Prozess auch in lebenden Organismen funktioniert: Oral verabreicht, konnte Sulforaphan die Entstehung von Brustkrebs verhindern, der chemisch ausgelöst worden ist.

Viel Hoffnung, wenig Gewissheit

Die Krux: Testresultate von Mäusen, Ratten und Kaninchen auf den Menschen zu übertragen ist beim Thema Essen und Trinken wenig sinnvoll. Einheitlich gefütterte Labortiere können kaum als Modell für eine Bevölkerung mit völlig heterogenen Ernährungsgewohnheiten dienen.
Bei Studien am Menschen waren die hoffnungsvollen Signale denn auch wenig eindeutig. Ein niederländischer Forscher verabreichte seinen Probanden täglich eine 300-Gramm-Ration Rosenkohl. Bei Männern stellten die Forscher nach drei Wochen keinerlei Änderung der Phase-1-Aktivität, wohl aber die Zunahme eines Phase-2-Enzyms im Blutplasma fest. Bei Frauen blieb der erhoffte Effekt völlig aus. Dennoch preist eine Firma im Internet bereits ein Präparat namens "Phytolyn" mit Antioxidantien aus Grün- und Rosenkohl zur "Neutralisierung schädlicher Stoffe" an.  Das wäre eine dürftige Quintessenz der neuen Lehre: neben dem Teller ein halbes Dutzend Phytolyn-Kapseln zur Bändigung freier Radikale; Glukosinolat-angereicherte Margarine zur Brustkrebsprophylaxe auf Weißbrot, das Carotin-Zusätze zur Stärkung der Abwehrkräfte enthält; anschließend eine Hand voll Saponinpillen wg. Darmkrebs und ein Löffelchen Flavonoid-Tinktur zur Blutverflüssigung ... Guten Appetit!
Vorsicht! warnen Ernährungswissenschaftler. Obst und Gemüse durch Retorten-Supplemente zu ersetzen, solange die genauen Wirkmechanismen unbekannt sind, hat sich als gefährlich erwiesen. Studien zufolge führt etwa die Verabreichung von vermeintlich vor Krebs schützendem Beta-Carotin in Verbindung mit Vitamin A bei Rauchern sogar häufiger zu Lungenkrebserkrankungen.

Wie reagiert Apfelsaft mit Joghurt?

Von Roland Bitschs Vision, "zu verstehen, wann sich die Zelle wohl fühlt und dafür das optimale Milieu zu schaffen", ist die moderne Ernährungswissenschaft noch weit entfernt. Selbst der Apfelsaft stellt seine Erforscher vor ungelöste Rätsel. Die Chlorogensäure, eine der wertvollen polyphenolischen Leitsubstanzen, verschwindet auf dem Weg zwischen Mund und Blase. Das ist gut, weil es bedeutet, dass die Substanzen "bioverfügbar" sind. Nach den beteiligten Prozessen und Stoffwechselprodukten aber wird noch gefahndet. Fraglich ist auch, welche Hilfs- und Störfaktoren auftreten, wenn dem Körper nicht nur Saft verabreicht wird wie im kontrollierten Experiment, sondern gleichzeitig auch Joghurt, Wurstbrot und Kaffee wie beim normalen Frühstück. Wechselwirkungen zu simulieren, sei "schrecklich schwierig", gibt Roland Bitsch zu. "Denn die Zahl der Versuchspersonen muss dann exponentiell ansteigen und wird schnell astronomisch." Es ist leicht, im Dickicht der Details den Überblick zu verlieren - und die klare Grundbotschaft zu vergessen: Obst und Grünzeug fördern die Gesundheit auf vielfache Weise! Krankenkassenbeiträge könnten sinken, Arztpraxen und Krankenhäuser wären weniger voll, teures "Functional food" wäre überflüssig - wenn nur jeder die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ernst nähme: Bitte täglich ein gutes Pfund Obst und Gemüse in den Speiseplan einbauen, auf fünf Mahlzeiten verteilt, schonend zubereitet und am besten eine der Portionen roh!

Das Comeback des Medizinalrharbarbers

Ortstermin in der "Thülala", wie die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft bei Insidern heißt: Der Agrarwissenschaftler Armin Vetter führt an den duftenden Beeten des Schaugartens in Dornburg vorbei. Üppig wuchert der Medizinalrhabarber. Dessen riesige Blätter ähneln seinem bekannteren Verwandten; Verwendung finden die monströsen Wurzeln; sie enthalten Anthrachenonderivate, aus denen sich ein bewährtes Abführmittel extrahieren lässt.
Die Pflanze ist ein Beispiel dafür, wie schnell Spezialkenntnisse in Vergessenheit geraten: In der DDR wurde Medizinalrhabarber kultiviert. Nach der Wende brach der Absatz jedoch ein. Als man die Produktion knappe zehn Jahre später wieder ankurbeln wollte, war das "ganze Wissen und die Kultursorte weg", erzählt Armin Vetter. Er ließ nicht locker. Aus botanischen Gärten besorgte er sich Pflanzen, ein paar Rentner mit Know-how wurden aufgetan - und von 2001 an wird wieder großflächig geerntet.
Allianzen zwischen der Avantgarde der Esskultur und experimentierfreudigen Landwirten sind zukunftsträchtig. Ein EU-Programm "Naturbiotik - die Apotheke des Ackers" soll der Agrikultur neue Chancen eröffnen. Im niedersächsischen Arenborn züchten die Mitglieder eines Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt alte Sorten neu: Blaue Kartoffeln, Gelbe Zuckererbsen und Zimterdbeeren. In Mecklenburg haben ein Gärtner und ein Koch das Projekt "Essbare Landschaften" aus der Taufe gehoben. Sie demonstrieren, dass ungewöhnliche Feld-, Wald- und Wiesengewächse Leckerbissen sein können: Gänseblümchen und wilde Malve, Bärlauch und Bronzefenchel.

GEO WISSEN   http://www.geo.de
Nr.28/September 2001


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PHYTAMINE Potenzielle Wirkstoffe und Gesundheitswächter

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Phytamine sind Wirkstoffe aus pflanzlicher Nahrung, die im klassischen Sinn zwar nicht als essentiell gelten, heute aber als unentbehrlich für die Gesunderhaltung des Menschen eingestuft werden. Zahlreiche epidemiologische und vor allem experimentelle Studien belegen, dass Phytamine, über eine obst- und gemüsereiche Nahrung zugeführt, vor Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen und das Immunsystem nachhaltig stärken können. Überwiegend gilt das antioxidative Potential als Hauptkomponente ihrer Präventivwirksamkeit.

Man spricht von sekundären Pflanzen(wirk)stoffen, Vitalstoffen, nicht-nutritiven Antioxidantien oder Phytochemicals, um nur die wichtigsten einer Vielzahl verwirrender Begriffe zu nennen. Gemeint sind all die Stoffe aus pflanzlicher Nahrung, die nach neueren Erkenntnissen der Gesunderhaltung und der Vorbeugung von Krankheiten wie Krebs dienen. Diese Bezeichnungen sind wenig charakteristisch; die Einstufung als "sekundär" oder "nicht-nutritiv" ist in diesem Zusammenhang willkürlich und missverständlich. Zu den Phytochemicals zählen prinzipiell alle Stoffe, die eine Pflanze produziert, also auch solche, die in der Ernährung des Menschen keine Rolle spielen oder gar schädlich sind.

Die gesundheitsfördernden Stoffe sollen hier als Phytamine bezeichnet werden, einerseits zur Abgrenzung von anderen Pflanzenwirkstoffen, andererseits zur Betonung ihrer mit Vitaminen vergleichbaren physiologischen Bedeutung. Viele Experten räumen Phytaminen zu Beginn des 21. Jahrhunderts den Stellenwert ein, den Vitamine in ihrer Pionierzeit hatten.

Trotz aller Euphorie und Sensationsmeldungen ist bis heute vieles Wunschdenken geblieben. Wir stehen mit den Phytaminen dort, wo wir vor etwa zwanzig Jahren mit den Ballaststoffen anfingen. Klinisch reicht der Forschungsstand zur Wirkprofilierung nicht aus und nur in wenigen Fällen liegen ausreichend Studienergebnisse vor, die das Präventivpotential charakterisieren, aber nicht abschließend beweisen. Verständlicherweise hat die klinische Forschung Phytamine als Pharmawirkstoff im Visier, fast ausschließlich fokussiert auf die Behandlung und Prävention von Krebs. Auch bei den Vitaminen C und E sowie dem Beta-Carotin (Provitamin A) hat die Profilierung zum essentiellen Antioxidans ähnlich begonnen, um dann in den letzten zehn Jahren andere wichtige Zielgebiete wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (KHK) oder die Geriatrie zu erschließen. Daher ist die Erwartung berechtigt, dass sich den Phytaminen in naher Zukunft neue Horizonte öffnen und die "Prävention mit Messer und Gabel" wissenschaftlich unterfüttert wird.


Was sind Phytamine?

Die Pflanze betreibt ein aufwendiges und effizientes Chemielabor, dessen Synthesekapazität und -spektrum ziemlich artspezifisch ausgerichtet ist. Pflanzen müssen auch über exzellente Kontrollmechanismen verfügen, um die Synthese benötigter Substanzen am richtigen Platz und zur richtigen Zeit zu sichern. Sekundärmetaboliten (sekundäre Pflanzenstoffe einschließlich Phytaminen) sah die Wissenschaft lange als eine Form des Müllrecyclings der Pflanze an. Heute weiß man, dass die Pflanze damit keinen Chemiemüll entsorgt, sondern gezielt Arterhaltung betreibt. Überwiegend handelt es sich um Phytoalexine. Darunter versteht man wirtsspezifische Abwehrstoffe, die auf einen äußeren Reiz hin gebildet werden und beispielsweise vor Pilzbefall, Fraß, oxidativer Zersetzung oder negativen exogenen Einflüssen schützen. Auch Kokain ist primär nur ein Phytoalexin, mit dem sich der Coca-Strauch vor dem Fraß einer wirtsspezifischen Raupe schützt. Phytoalexine sind als Überlebensstrategie konzipiert, etwa vergleichbar mit den Interferonen der Säugetiere.

Was macht einen sekundären Pflanzenstoff zum Phytamin und damit wertvoll für den Menschen? Eine schwierige Frage, deren Antwort vermutlich in der Evolution liegt. Während sich die Pflanze in langwierigen Prozessen ein Überleben sicherndes und veränderlichen Umweltbedingungen anpassungsfähiges Stoffmuster zulegte, lernte der Mensch parallel, Pflanzen als Nahrung auszuwählen und durch deren Verzehr sein eigenes Überlebenskonzept zu erweitern. Eine plausible Hypothese besagt nun, dass der Mensch sich an den reichlichen Verzehr pflanzlicher Nahrung gewöhnte, die für den Erhalt seines Organismus wesentliche Substanzen beisteuert. Die innere Uhr wäre somit nicht nur auf die wenigen bekannten essenziellen Nährstoffe eingestellt, sondern auch auf die Phytamine. Zivilisationskrankheiten wie Krebs wären dann eine Folge reduzierter Nahrung mit Stoffen, die metabolisch notwendig sind. Diese Hypothese wird zumindest durch epidemiologische Daten nachhaltig unterstützt.

Nach der getroffenen Definition sind Phytamine gesundheitsrelevante Stoffe aus Nahrungspflanzen. In erweiteter Auslegung gehören auch die mehrfach ungesättigten langkettigen Fettsäuren der n-3-Reihe wie Eicosapentaen- und Docosahexaensäure zu den Phytaminen. Sie stammen aus Meerespflanzen wie Algen, Tang und Plankton und gelangen vorzugsweise über die Nahrungskette Pflanze-Fisch zum Menschen. Da diese wichtigen Fettsäuren nicht in Nahrungspflanzen vorkommen und allenfalls in Asien in Form von Algen- und Tanggerichten eine noch unbedeutende Nahrungsvariante darstellen, werden sie in diesem Beitrag ausgeklammert.

Strukturvielfalt in gängigen Nahrungspflanzen Anfang der neunziger Jahre startete in den USA das National Cancer Institute (NCI) ein experimentelles Nahrungsprogramm auf Basis von etwa vierzig pflanzlichen Nahrungsmitteln, die nach experimentellen und epidemiologischen Studien möglicherweise potentielle Krebs verhütende Eigenschaften besitzen. Die sechs Pflanzengruppen in der Spitze der Pyramide sind Bestandteil des ersten Programmteils, auch bekannt als "Five-Year Designer Food Initiative". Dieses Testprogramm soll neue Einsichten in die Beziehung zwischen Krebs und Nahrung bringen und zusätzlich der Entwicklung von Nahrungsmitteln mit erhöhtem Gehalt relevanter Phytamine dienen (1).

Neben den vierzehn Phytamingruppen gibt es noch eine ganze Reihe von Phytaminen mit bekannt antikarzinogener Wirkung, beispielsweise in Gewürzen, marinen Produkten oder in der Küche anderer Kulturen. Gerade übliche Nahrungspflanzen wie Brassicacaen oder Umbelliferen bieten eine breite Palette unterschiedlicher chemischer Strukturen. Umbelliferen-Sorten wie Sellerie, Petersilie, Dill, Liebstöckel, Pastinak, Karotten, Angelikawurzel, Anis, Kreuzkümmel (Cumin), Kerbel, Koriander, Fenchel und Kümmel enthalten Polyacetylene, Phthalide, Cumarine, Alkenylbenzolderivate, Phenolsäuren, Flavonoide, Terpene und Carotinoide. Ein ähnliches Spektrum enthalten auch die wenigen essbaren Compositen wie Artischocke, Zichorie (Wegwarte), Löwenzahn und Sonnenblume.

Ein vom NCI geförderter Gemüse-Mischsaft aus Tomaten, Karotten und Sellerie mit zugesetzten Gewürzen (Pfeffer, Basilikum, Paprika, Knoblauch, Rosmarin) wurde mittels Gaschromatographie (GC) und gekoppelter Massenspektralanalyse (GC-MS) auf Inhaltsstoffe untersucht. Man fand mehr als zwanzig glykosidische und über sechzig nicht-glykosidische Bestandteile. Hierbei handelt es sich um ungesättigte bicyclische Ketone, Diacetylen-Verbindungen und Vertreter der Psoralen-Reihe. Diacetylene sind keine gewöhnlichen Strukturen, aber auch keine Rarität. Sie kommen in allen Umbelliferen-Sorten, auch in Karotten, und in vielen Leguminosen vor. Auch bekannte Phytotherapeutika wie Efeu oder Ginseng oder die als Raumluftentgifter verbreitete Zimmerpflanze Schefflera enthalten Falcarinol-Enantiomere. Experimentell zeigt Falcarinol neurotoxische Wirkungen und Furocumarine der Psoralen-Reihe, die besonders in Pastinak anzutreffen sind, gelten als photokarzinogen. Umbelliferen enthalten also photosensibilisierende und toxische Substanzen, die in essbaren Pflanzen jedoch in geringeren Mengen vorkommen.

Als Nahrungsmittel mit höchster Anti-Krebs-Aktivität gelten Knoblauch, Sojabohnen, Kohlarten, Ingwer, Süßholz und Umbelliferen-Gemüse. Hohe oder moderate Wirksamkeit zeichnen Zwiebel, Leinsamen, Zitrusfrüchte, Gelbwurz, Cruciferen-Gemüse wie Brokkoli, Rosen- oder Blumenkohl, Solanaceen wie Tomate oder Kartoffel, Brauner Reis (Wildreis) und Vollkornprodukte aus. In diese Gruppe gehören ferner Hafer, Gerste, Gurke, Cantaloupe (Melone) und Beerenobst, ebenso Pfefferminze, Rosmarin, Thymian, Oreganum, Salbei und Basilikum.

Krebs: Risikofaktor Ernährung

Die Krebsdiskussion in der Presse bezieht sich hauptsächlich auf Rauchen und Lungenkrebs. Diese Darstellung ist zwar publikumswirksam, aber einseitig. Als Hauptrisiken von Krebserkrankungen in Industrieländern gelten die Nahrung (35 Prozent), gefolgt von Zigarettenrauchen (30 Prozent) und mit deutlichem Abstand Infektionen (etwa 10 Prozent). Alle sonstigen Faktoren liegen im einstelligen Prozentbereich. Wichtiger als diese absoluten Zahlen ist der akzeptable Schätzbereich, der auf ein Krebsrisiko von 60 bis 65 Prozent durch die Nahrung hinausläuft (3). Nicht wenige Experten gehen sogar davon aus, dass Stoffe der Nahrung zu etwa 80 Prozent an der Krebsentwicklung zumindest beteiligt sind.

Aus heutiger Sicht enthält die optimale Nahrung wenig Fett, insbesondere wenig gesättigte Fettsäuren, viel hoch komplexe Zucker und vor allem einen hohen Anteil an Gemüse, Früchten, Vollkorngetreide-Produkten, Reis und Nudeln. Als Nahrungsrisiken gelten übermäßiger Fett- und Fleischverzehr, zu wenig Ballaststoffe, zu wenig Obst und Gemüse, übermäßiger Alkohol- und Kaffeekonsum sowie gepökelte, geräucherte und stark gesalzene Nahrungsmittel. Auch endogene Ursachen wie die sekundären Gallensäuren Desoxy- und Lithocholsäure spielen eine Rolle. Höherer Fettkonsum kurbelt die Bildung dieser Substanzen an, die experimentell eindeutig karzinogen wirken und bei Dickdarmkrebs eine dominante Rolle spielen. Hierbei ist die Fettmenge entscheidend, anders als bei hormonell gesteuertem Brustkrebs, wo die Fettzusammensetzung bestimmend ist und das Risiko den gesättigten Fettsäuren sowie den unnatürlichen trans-Fettsäuren zugeschrieben wird. Diese Fette beeinflussen den Blutspiegel an Estradiol und Testosteron und stimulieren über den Prolaktinspiegel das Wachstum der Brustdrüse.

Ein höherer Fleischverzehr fördert das Dickdarmkrebs-Risiko über die Stoffwechselprodukte Harnstoff und Ammoniak sowie über den Gehalt an pro-oxidativem Eisen, das die Anzahl freier Radikale erhöht. Trotzdem muss man nicht ganz auf Fleisch verzichten, denn die Ballaststoffe als natürliche Gegenspieler, die antioxidativen Vitamine sowie verschiedene Phytamine können viel Risikopotential abbauen.

Obst und Gemüse ist nicht pauschal frei von Risiken, die aber meist hausgemacht sind. Dies gilt vor allem für den Gehalt an Aflatoxinen, Pestiziden und Herbiziden. Auch verschiedene wachstumsregulierende Stoffe, mit denen handelsübliches Obst zwecks Frischhaltung und Reifeverzögerung behandelt wird, sind experimentell als karzinogen einzustufen. Anders ist es bei Nitrat, das in höheren Mengen in Sellerie, Rote Bete, Kopfsalat, Kohl, Spinat und Brokkoli anzutreffen ist. Kopfsalat aus dem Freiland enthält bereits deutlich weniger Nitrat als aus dem Treibhaus und es gibt Anzuchtmethoden zur Reduktion des Nitratgehalts, die jedoch heute noch unüblich sind. Das Krebspotential durch Bildung von N-Nitrosoverbindungen, insbesondere von Magenkrebs, über diese Nitrat speichernden Pflanzen wird jedoch meist übertrieben, zumal die natürlichen Hemmstoffe Vitamin C, Vitamin E, Flavonoide und verschiedene Polyphenole in der gleichen Pflanze vorkommen.

Von vielen unbemerkt hat sich die nahrungsbedingte Komponente der Krebsentwicklung in neueren Statistiken deutlich niedergeschlagen. Weltweit fiel der ehemalige Spitzenkrebs bei Männern, der Lungenkrebs, hinter Prostata- und Darmtumoren auf den dritten Platz zurück und rangiert vor dem Magenkrebs (Statistik 1997). Auch bei Frauen steht Darmkrebs inzwischen nach den typisch weiblichen Erkrankungen Brust-, Gebärmutter- und Eierstockkrebs in vorderer Linie vor Magenkrebs. In Japan ist beispielsweise das Magenkrebsrisiko seit 1981 drastisch zurückgegangen, als man den Verbrauch an Kochsalz stark einschränkte. Auch in der Mittelmeer-Region ist Krebs (noch) erheblich weniger häufig als in nördlicheren Breiten, ein Effekt, den man der mediterranen Kost zuordnet.

Noch viel eindrucksvoller ist ein anderes Beispiel. In den USA lebende Japaner, die die dortigen westlichen Nahrungsgewohnheiten übernahmen, verloren in relativ kurzer Zeit ihren asiatischen Krebsbonus. Sie glichen sich nicht nur der häufigeren Krebsinzidenz der US-Amerikaner an, auch für Japaner untypische Formen wie Prostata- oder Brustkrebs traten gehäuft auf. Die Studien belegen auch, dass bei einem Wechsel zurück zur traditionellen japanischen Nahrung die Tumorrate wieder fällt.

Epidemiologischer Hintergrund

Seit dem Altertum ist überliefert, dass Krankheiten mit verschiedenen Nahrungspflanzen und Früchten behandelt werden können. Zum Teil wurden heutige Nahrungspflanzen sogar vorwiegend für den medizinischen Gebrauch angebaut, zum Beispiel Cruciferen-Gemüsesorten im alten Ägypten. Im Laufe der Jahrhunderte spaltete sich die Phytotherapie aus diesem undifferenzierten Komplex ab, während Phytonahrung als Gesundheitskomponente weitgehend unberücksichtigt blieb. Erst seit etwa drei Jahrzehnten konzentriert sich das Interesse auf die Zusammenhänge von Zivilisationskrankheiten wie KHK oder Krebs und den Verzehr von Gemüse und Früchten.

Auch hier stand zunächst eine glückliche Fehleinschätzung Pate. Man hatte erkannt, dass Vitamin C, Vitamin E und Beta-Carotin nicht als essentielle Nährstoffe wichtig sind, sondern als Antioxidantien und zwar unabhängig von ihrem Vitamincharakter. Zahlreiche epidemiologische Nahrungsstudien konnten zeigen, dass diese antioxidativen Vitamine auch antikarzinogen wirken, zum Teil sogar signifikant; vieles blieb aber Wunschdenken. Erstens kann man nicht einen bekannten Stoff in einem Vielstoffgemisch zum alleinigen Wirkprinzip erklären. Zweitens wird es eine Illusion bleiben, dass ein einziger Stoff Krebs in Schach halten könne. Interventionsstudien mit Supplementen der antioxidativen Vitamine führten bisher nicht zu den konstant hohen antikarzinogenen Effekten, die die über 200 Studien zum Konsum von Gemüse und Früchten aufzeigen (4). Dies bedeutet auch, dass nicht wenige Einzelstoffe, sondern die Summe vieler relevanter Stoffe, also Vitamine und Phytamine, zur Krebsprävention beitragen. Über Gemüse und Früchte werden Phytamine täglich in Gramm-Mengen aufgenommen, also in pharmakologisch wirksamen Dosen, antioxidative Vitamine dagegen nur im unteren Milligrammbereich.

Von 156 Nahrungsstudien, die das relative Krebsrisiko in Bezug auf den Gemüse- und Früchtekonsum untersuchten, zeigten 128 (82 Prozent) einen signifikanten Schutz gegen verschiedene Krebsarten, hauptsächlich solcher im Epithelbereich wie Lunge, Zervix, Ösophagus, Magen, Kolon oder Pankreas. Personen mit niedrigem Konsum haben ein etwa zweifach höheres Krebsrisiko als solche mit höherem Verbrauch. Hieran sind in besonderem Maße Phytamin-reiche Gemüse- und Früchtesorten beteiligt (5). So ergab eine italienische Studie für grünes Gemüse, Karotten und frische Früchte eine Risikominderung von fünfzig bis achtzig Prozent für Krebs im Epithelbereich sowie hormonabhängige Tumoren (6). Die stärksten Bezüge bestehen nach Fall-Kontroll-Studien für rohes Gemüse und Salate, gefolgt von Karotten, grünem Blatt- und  Brassica-Gemüse, Brokkoli und Zitrusfrüchten.

Den therapeutischen Stellenwert einer ausgewogenen Ernährung auf das KHK-Risiko haben erst kürzlich die Ergebnisse der Lyon Diet Heart Study nachhaltig unterstrichen (7). An dieser Interventionsstudie zur Sekundärprävention nahmen 600 Patienten mit vorangegangenem Herzinfarkt teil. Sie erhielten eine mediterrane Diät oder in der Kontrollgruppe eine typisch westliche Diät. Bereits nach 27 Monaten fiel die Gesamtmortalität um siebzig Prozent gegenüber der Kontrollgruppe. Im gesamten Beobachtungszeitraum von bis zu vier Jahren fand man eine hoch signifikante Risikominderung der wichtigsten KHK-Parameter um 47 bis 72 Prozent. Bemerkenswert ist ein Experten-Kommentar zu dieser Studie, der auf zwei wichtige Konsequenzen hinweist (8). Bereits einfache Nahrungsänderung mindert das Risiko der KHK deutlicher als alle bisher bekannten Cholesterol-senkenden Therapien und, ein besonders negativer Aspekt, nur wenige Kardiologen haben diese Studie überhaupt zur Kenntnis genommen. Auch nach neuesten US-Daten korreliert vor allem der Verzehr an Cruciferen-Gemüse, grünem Blattgemüse und Zitrusfrüchten, nicht jedoch von Hülsenfrüchten und Kartoffeln mit einem deutlich geringeren Risiko für einen ischämischen Infarkt (9).

Phytamine greifen in die Karzinogenese ein

Die Krebserkrankung des Menschen ist ein komplexer Mehrstufenprozess, meist durch exogene Risikofaktoren hervorgerufen. Die bestimmenden Größen sind Metabolismus, Initiierung, Promotion und Progression. In der Terminalphase ist auch die Angiogenese wichtig, da sie wesentlich Metastasierungsrisiko und -rate bestimmt. Der Organismus verfügt über eine Reihe eigener Mechanismen zur Tumorprävention, darunter DNA-Repair oder Apoptose, die jedoch im Alterungsprozess zunehmend an Effizienz einbüßen.

Für die diätetische Beeinflussung der Tumorentwicklung (Chemoprävention) gibt es in der Mehrstufenkaskade verschiedene Interventionsmöglichkeiten in allen Stadien. Naturgemäß ist die Wirksamkeit der Chemopräventiva zu Beginn der Kaskade am breitesten, in der Terminalphase eher schwach und allenfalls auf wenige Stoffe begrenzt. Die Einteilung der Chemopräventiva in blockierende oder suppressive Stoffe oder Stoffklassen ist  mehr für den pharmakologisch interessierten Leser interessant. Viele Stoffe wie etwa die Phenolsäuren entziehen sich durch Mehrfachwirkung einer genaueren Zuordnung. Wichtiger ist dagegen, dass Phytamine unter diesen Hemmstoffen die überwiegende Mehrheit stellen.

Die wichtigsten Karzinogene sind chemische (indirekte und direkte) und physikalische Karzinogene, ebenso verschiedene Viren. Indirekte chemische Karzinogene wie Benz(a)pyren, Azoxymethan (AOM), 3-Methylcholanthracen (3-MC), Aflatoxin B1 (AFB1) oder das bekannte Lungenkrebs auslösende NKK aus Tabakrauch, auch Pro- oder Präkarzinogene genannt, benötigen eine metabolische Aktivierung oder Biotransformation. Direkte chemische Karzinogene wie MNNG oder ENU und physikalische Karzinogene wie UVB- und ionisierende Strahlung benötigen keine Aktivierung und reagieren direkt mit der zellulären Komponente (DNA, RNA, Proteine). Substanzen mit mittlerer Reaktivität sind besonders gefährlich, dagegen gelten hoch reaktive Stoffe nicht als potent, da sie ihr Target meist nicht erreichen. Viren wie der Eppstein-Barr-Virus (EBV), Hepatitis B-, Papilloma- oder RNA-Viren (HIV) wirken karzinogen über die intrazelluläre Signaltransduktion von Wachstumsfaktoren. Eine weitere wichtige Gruppe sind Tumorpromotoren. Sie wirken nicht direkt karzinogen, fördern aber die Krebsentwicklung.

Nach der Liste der World Health Organization (WHO) sind nur etwa fünfzig Stoffe oder Stoffgemische beim Menschen als Krebs erzeugend anerkannt. Bei weiteren 37 Stoffen gilt ein Zusammenhang als wahrscheinlich und 158 Substanzen sind als potentiell Krebs erzeugend eingestuft. Die Liste experimentell erfasster chemischer Karzinogene ist ungleich größer. Da alle bisher beim Menschen nachgewiesenen Karzinogene auch bei Tieren Tumoren verursachen, gilt umgekehrt, dass eine am Tier karzinogene Substanz mit gleichem Risiko für den Menschen eingestuft wird. Experimentelle Tumormodelle belegen, dass Karzinogene Gen(punkt)mutationen induzieren können. Ähnliche Mutationen in Protoonkogenen und Suppressorgenen wurden auch bei menschlichen Tumoren gefunden.

Pharmakologische Modelle und Targets

In der experimentellen Krebsforschung wurden In-vitro- und In-vivo-Modelle etabliert, die für ein breites Screening geeignet sind, da sie einfach, schnell und kostengünstig zu vertretbaren Ergebnissen führen. Sicherlich auch mit ein Grund, warum Phytamine in anderen wichtigen pharmakologischen Zielgebieten nicht so intensiv untersucht wurden. Mutagenitätstests, zumal begrenzt auf den bekannten Ames-Test, sind kein sicheres Kriterium, obwohl mutagene Stoffe gemeinhin auch als karzinogen gelten. Einige Früchte- und Gemüsesorten zeigten beispielsweise im Ames-Test mutagenes Potential, darunter Zwiebel, Weintrauben, Rosinen, Pfirsiche, Erdbeeren und Himbeeren (10). Kaum jemand wird diesen Produkten ein karzinogenes Risiko unterstellen.

Wichtigstes In-vitro-Modell ist die Beeinflussung der Phase I- und Phase II-Enzyme, meist an Rattenleberenzymfraktionen durchgeführt. Phase I-Enzyme sind zytosolische und mikrosomale Enzyme wie Cytochrom P450 (CYP 450), die an der Giftung von Präkarzinogenen zum ultimalen Karzinogen wesentlich beteiligt sind. Phase II-Enzyme wie Glutathion-S-Transferase (GST) können als Nukleophil reaktive Elektrophile abfangen, metabolisch die Ausscheidung von Karzinogenen erhöhen oder nicht toxische Metaboliten bilden. Aktivierung der Phase II-Enzyme oder Hemmung der Phase I-Enzyme sind die wichtigsten Pluspunkte. Viele Phytamine sind in beiden Enzymsystemen aktiv. Bereits der Verzehr von Gemüse kann die Enzymaktivität stark verändern, wie eine Studie mit Blumenkohl und Kohlarten an Probanden zeigt (11). Der Metabolismus der Analgetika Phenazon und Phenacetin, woran Phase I- und -II-Enzyme aktiv beteiligt sind, wird durch normalen Gemüsekonsum in den wichtigsten pharmakokinetischen Parametern deutlich verändert, bei Phenacetin auch das Verhältnis der Metaboliten.

Neben übertragbaren Tumoren ist das Mehrstufenmodell der Karzinogenese in vivo das gängigste Testverfahren. Hierbei wird ein Initiator einmalig appliziert und der Tumor durch anschließende wiederholte Gabe eines Promotors induziert. Effizientester Tumorpromotor an der Haut ist das in Crotonöl enthaltene TPA. Mit diesem Modell können experimentell auch organspezifisch Tumoren erzeugt werden (12). Ein anderes gängiges In-vitro-Mehrstufenmodell benutzt EBV als Initiator und Natriumbutyrat und TPA als Promotoren an Raji-Zellen (lymphoblastoide B-Zellen). Dieses einfache Screening-Modell basiert auf der Beobachtung, dass die meisten Tumorhemmstoffe an der Haut der Maus gleichzeitig Hemmstoffe der EBV-Aktivierung sind.

Functional Foods in der Thai-Küche

Unter dem Oberbegriff Vitafoods werden Nahrungsmittel oder deren Komponenten zusammengefasst, die beim Verbraucher den Gesundheitsstatus und die Abwehr potentieller Gesundheitsrisiken im Visier haben. Weiterhin sind international eine Reihe verwirrender Bezeichnungen für spezielle Anwendungen und Gruppen oder die Verwendung von Nahrungsmitteln als Medizin üblich. Am weitesten etabliert hat sich hierzulande der Begriff "functional food", wozu alle modifizierten Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelzusätze und auch Nahrungsergänzungsmittel zählen, die über die herkömmliche Kost und die darin enthaltenen Nährstoffe hinaus zur Gesundheit beitragen.

Weltweit haben sich die Gesundheitsbehörden auf die Five-a-day-Regel geeinigt. Empfohlen wird der tägliche Konsum von zwei Portionen Früchten (etwa 250 g Obst) und drei Portionen Gemüse (etwa 100 g als Salat oder Rohkost und 250 g Gemüse).

Dies ist das einfachste Beispiel einer funktionellen Nahrung und weitgehend in der mediterranen Diät umgesetzt. Diese Kost schließt aber auch Rotwein ein, was meist schamhaft verschwiegen wird. Ein besonders markantes Beispiel von "functional food" ist die Thai-Küche. Sie benutzt eine Vielzahl tropischer Pflanzen und Gewürze, besonders aus der Familie der Labiaten, Piperaceen, Rutaceen und Zingiberaceen, die besonders reich an potenten Phytaminen sind. Die im EBV-Aktivierungstest wirkungsstärksten Verbindungen wie (1’S)-1’-Acetoxychavicolacetat (ACA), der Thiocarbamatester Niazimin oder das mit zwei a-Linolensäuregruppen veresterte DLGG unterscheiden sich strukturell von den bekanntesten Phytaminen. Man unterstellt, dass die überaus Phytamin-reiche Thai-Küche auch der Grund ist, dass die altersstandardisierte Krebsmortalität in Thailand nochmals mehr als fünfzig Prozent tiefer liegt als in Japan mit dem bekannten Krebsbonus (13).

Functional Food ist etwa seit einem Jahrzehnt im japanischen und amerikanischen Markt etabliert. Allein in Japan sind mehr als 120 natürliche Wirkstoffe zur Nahrungsmittelanreicherung zugelassen. Weltweit werden mit solchen Produkten mehr als elf Milliarden US-Dollar umgesetzt und man erwartet eine Umsatzverdoppelung bis zum Jahr 2002. Probiotischer Yoghurt, Margarine mit Sterolen oder DHA-Eier sind nur wenige Beispiele für einfachere Produkte. Lebensmittel mit Cholesterol-senkenden Zusätzen, zur Stabilisierung des Immunsystems oder Verbesserung der Verdauung stehen seitens eines schweizerischen Pharmamultis kurz vor der Markteinführung. Dazu kommt noch eine Unzahl von Nahrungsergänzungsmitteln, darunter zunehmend Phytamin-reiche Extrakte, die sich immer noch in einer rechtlich ungeklärten Grauzone bewegen.

Grenzen verschwimmen

Die Grenze zwischen Nahrungsmittel und Heilmittel verwischt. Auch der schmale Grat zwischen gesundheitsfördernden Nahrungsmitteln mit Präventivwirkung und therapeutischen oder medikamentös einsetzbaren Nahrungsmitteln wird zusehends eingeebnet. Isolierten Phytaminen oder Phytamin-reichen Nahrungskomponenten gilt das Hauptinteresse, ebenfalls der gentechnisch steuerbaren Wirkstoffanreicherung sowohl natürlich vorkommender wie auch artfremder Stoffe. Ein mit Insulin angereichertes Gemüse für Diabetiker ist zwar noch eine Fiktion, aber bereits in Bearbeitung.

Die Second Vitafoods International Conference and Trade Exhibition im April 1999 in Genf hat überdeutlich gezeigt, welche unaufhaltsame Revolution künftig auf Verbraucher und Heilberufe zukommt. Nicht nur das Apothekensortiment wird sich stark ausweiten, vor allem der Apotheker als beratender Fachmann wird gefragt sein. Bei rechtzeitigem Einstieg eine einmalige Gelegenheit, sich ein neues zukunftssicheres Standbein zuzulegen. Der besondere Bonus: Mediziner reagieren noch in Vogel-Strauß-Manier..

Literatur:

  1. Caragay, A. B., Cancer-preventive foods and ingredients. Food Technology (1992) 65-68.
  2. Rosen, R. T., et al., Determination of free and glycosidically bound organic compounds in an umbelliferous vegetable drink. In: Huang, M. T., et al. (Hrsg), Food Chemicals for Prevention I. American Chemical Society, Washington DC 1994, S. 249-257.
  3. Doll, R., The lessions of life: Keynote address to the nutrition and cancer conference. Cancer Res. 52 (1992) 2024s-2029s.
  4. Block, G., Patterson, B., Subar, A., Fruit, vegetables, and cancer prevention: A review of the epidemiological evidence. Nutr. Cancer 18 (1992) 1-29.
  5. Steinmetz, K. A., Potter, J. D., Vegetables, fruit, and cancer. I. Epidemiology. Cancer Causes Control 2 (1991) 325-357.
  6. La Vecchia, C., et al., Dietary indicators of oral and pharyngeal cancer. Int. J. Epidemiol. 20 (1991) 39-44.
  7. de Lorgeril, M., et al., Mediterranean diet, traditional risk factors, and the rate of cardiovascular complications after myocardial infarction. Final report of the Lyon Diet Heart Study. Circulation 99 (1999) 779-785.
  8. Leaf, A., Dietary prevention of coronary heart disease. The Lyon Diet Heart Study. Circulation 99 (1999) 733-735.
  9. Kaumudi, J. J., et al., Fruit and vegetable intake in relation to risk of ischemic stroke. J. Am. Med. Assoc. 282 (1999) 1233-1239.
  10. Stoltz, D. R., et al., Mutagenicity screening of foods. II. Results with fruits and vegetables. Environ. Mutag. 6 (1984) 343-354.
  11. Pantuck, E. J., et al., Stimulatory effect of Brussels sprouts and cabbage on human drug metabolism. Clin. Pharmacol. 25 (1979) 88-95.
  12. Pitot, H. C., Sirica, A. E., The stages of initiation and promotion in hepatocarcinogenesis. Biochim. Biophys. Acta 605 (1980) 191-215.
  13. Ohigashi, H., Murakami, H. A., Koshimizu, K., An approach to functional food: Cancer preventive potential of vegetables and fruits and their active constituents. Nutr. Rev. 54 (1996) S24-S28.

Anschrift des Verfassers:
Dr. Gunter Metz
Auf dem Rucken 29
89143 Blaubeuren


Tomaten kochen: Farbstoffe entstehen, die Frucht gesünder machen
Berlin - Gekochte Tomaten besitzen mehr Zellschutzstoffe, die Krebs vorbeugen und Blutgefäße schützen als rohe Tomaten, berichtet die Tageszeitung "Die Welt" in Berufung auf Forscher der Cornell-Universität. Sie erhitzten Tomaten mehrere Minuten lang auf 88 Grad. Durch den Kochvorgang fand sich in dem Gemüse zwar bis zu einem Drittel weniger Vitamin C, jedoch hatte die Konzentration an einem anderen gutem Bestandteil der Frucht zugenommen: Nach zwei Minuten Kochzeit waren ein Drittel mehr Lykopene in der Tomate, nach einer Viertelstunde Kochen sogar eineinhalb Mal so viel. Lykopene, die Tomaten rot färben, fangen in Zellen Radikale ein, die Schäden am Erbgut verursachen können. Darin sind Lykopene gar noch wirkungsvoller als die Vitamine C oder E. (ths)  23. April 2002
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Teetrinken schützt vor Herzinfarkt
ROTTERDAM. Teeliebhaber können sich entspannt zurücklehnen. Eine Studie im American Journal of Clinical Nutrition (2002;75:880-86) zeigt, dass ihr Herzinfarktrisiko nur halb so hoch ist wie das ihrer Kollegen, die vielleicht nur durch starken Kaffeekonsum den hektischen Arbeitsalltag bewältigen. Allerdings führt Johanna Geleijnse vom Erasmus Medical Center ihr Ergebnisse nicht auf die gelassenere Lebensweise aller passionierten Wahl-Ostfriesen zurück, sondern auf den Gehalt des Teesuds an Flavonoiden. Ein schneller Teebeutelaufguss zwischendurch sollte demnach die gleiche Wirkung erzielen, vor allem wenn er schwarzen Tee enthält, denn dessen hoher Gehalt an den Flavonoiden Quercetin, Kaempferol und Myricetin ist nach der Untersuchung für die protektive Wirkung verantwortlich. Zu diesem Schluss kommen Geleijnse et al. aufgrund einer Analyse der Rotterdam Studie, an der zwischen 1990 und 1997 insgesamt 4 807 Bewohner über 55 Jahre aus einem Bezirk der niederländischen Großstadt teilnahmen. Die prospektive Studie untersucht den Einfluss von Ernährung und Lebensstil auf die Herzinfarktmorbidität und -mortalität. In den ersten 5 Jahren der Studie sind insgesamt 146 Teilnehmer an einem Herzinfarkt erkrankt, 30 davon tödlich. Das Risiko war bei den Teilnehmern, die angegeben hatten mehr als 375 ml Tee pro Tag (entspricht etwa 3 Tassen) zu trinken, um 43 Prozent gesenkt. Tödliche Infarkte traten sogar zu 70 Prozent seltener auf. Eine hohe Zufuhr an Flavonoiden senkte das Risiko um 65 Prozent. Teetrinken und die reichliche Aufnahme von Flavonoiden könnte eine primär kardioprotektive Wirkung haben, schreibt die Gruppe. Ganz sicher sein kann sich der Teetrinker da jedoch nicht, denn zum einen waren die Konfidenzintervalle angesichts der geringen Fallzahl weit und zum anderen kann eine Beobachtungsstudie niemals eine Kausalität belegen. Dies wäre nur nur durch eine kontrollierte Studie möglich. Es gibt für Teetrinker also gute Gründe, die Sache bei einer weiteren Tasse Tee noch einmal in Ruhe zu überdenken. Vielleicht sollte man an die Teehersteller schreiben und sich schon einmal für die Teilnahme an einer Studie bewerben. DEUTSCHES ÄRZTEBLATT(26.04.02)
Radikale und Antioxidantien Antioxidantiennews Pflanzeninhaltsstoffe   Vitaminoide Bioflavonoide - Alpha-Liponsäure  Krebsvorsorge-(Nitrosamine) 


Grünes Blattgemüse: Darmkrebs-Risiko sinkt deutlich

London (dpa) - Wer viel grünes Blattgemüse isst, kann sein Darmkrebsrisiko einer Studie zufolge um fast die Hälfte senken. Die Erkrankungsgefahr verringert sich demnach um 46 Prozent, wenn man mindestens einmal am Tag Broccoli, Kohl, Salat, Rosenkohl oder Blumenkohl isst. Für die am Mittwoch in dem britischen Fachmagazin "Gastroenterology Journal" veröffentlichte Untersuchung der Universität Liverpool wurden 1000 Menschen nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Die eine Hälfte hatte Darmkrebs, die andere war gesund. Der Leiter des Forschungsteams, Prof. Jonathan Rhodes, sagte, schon lange gelte eine ballaststoffreiche Ernährung als vorbeugend gegen Darmkrebs. Die neue Studie habe nun aber gezeigt, dass vor allem ganz bestimmtes Gemüse eine Schutzfunktion habe. Gleichzeitig seien Erkenntnisse bestätigt worden, wonach Rind- und Schweinefleisch und Übergewicht das Entstehen von Darmkrebs begünstigen.6. Juni 2002


Extra-Sonnenschutz: Halber Liter Grüner Tee
Aachen (dpa) - Sonnenhungrige können sich nicht nur mit Cremes und Lotionen, sondern auch mit Grünem Tee vor verbrannter Haut schützen. Wie das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET) in Aachen mitteilt, schützen im Tee enthaltene Stoffe - so genannte Polyphenole - die Haut vor der Sonneneinstrahlung. Sinnvoll sei es, täglich mindestens einen halben Liter des Getränks zu sich zu nehmen. Einen guten Extra-Schutz bietet nach DIET-Angaben auch Zink, das unter anderem in Fleisch, Eiern und Milch enthalten ist. Auf Sonnencreme sollte dennoch nicht verzichtet werden.6. Juni 2002  netdoktor.de


Brokkoli: Hilfe gegen Magengeschwüre
Hamburg – Patienten mit Magengeschwüren können neue Hoffnung schöpfen: Der aus Brokkoli gewonnene Wirkstoff Sulforaphan ist in der Lage, ein für die Erkrankung verantwortliches Bakterium abzutöten. Das berichtet das "Handelsblatt". Die bisher unbekannte Wirkung von Sulforaphan entdeckten amerikanische und französische Forscher, als sie dessen krebshemmende Eigenschaft testeten. In ihren Untersuchungen fanden sie heraus, dass der Stoff eine ähnliche Wirkung wie Antibiotika hat. Für Menschen in der Dritten Welt könnte es hilfreich sein, vermehrt einheimisches Gemüse mit hohem Sulforapha-Gehalt zu verzehren. Noch ist allerdings nicht erwiesen, dass der Verzehr von Brokkoli oder anderer Gemüse eine ähnlich effektive antibakterielle Wirkung wie die Reinsubstanz hat. netdoktor
3. Juni 2002


Früchte und Gemüse bewahren vor Herzinfarkt und Schlaganfall
NEW ORLEANS. Menschen, die regelmäßig Obst und Gemüse essen, erleiden seltener einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall und versterben seltener an kardiovaskulären Erkrankungen als ihre Mitmenschen, die sich ungesünder ernähren. Eine entsprechende Langzeitstudie veröffentlichten Lydia Bazzano und ihre Mitarbeiter im American Journal of Clinical Nutrition (Am J Clin Nut 2002; 76:93–9).
Eine gesunde Ernährung werde häufig mit einem verminderten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen in Zusammenhang gebracht, so die Wissenschaftler, die vorliegende Studie habe den Effekt einer gesunden Ernährung jedoch über mehrere Jahrzehnte erfasst und tatsächlich belegen können. Bazzano und ihr Team untersuchten das Essverhalten von 9 608 Erwachsenen zwischen 25 und 74 Jahren.
Keiner von ihnen hatte die Anzeichen einer kardiovaskulären Erkrankung, als die Wissenschafter zwischen 1971 und 1975 mit ihrer Untersuchung begannen. Das Essverhalten der Studienteilnehmer erfassten die Forscher mittels eines Fragebogens, den die Probanden regelmäßig ausfüllten. Außerdem erfassten Bazzano und Mitarbeiter die Erkrankungen der Studienteilnehmer und deren Mortalität.
Diejenigen Probanden, die mindestens drei Stücke Obst oder Gemüse täglich gegessen hatten, zeigten eine um 27 Prozent erniedrigte Inzidenz für Schlaganfälle und eine um 42 Prozent verminderte Mortalität aufgrund eines Schlaganfalles. Ihr Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu versterben, war um rund ein Viertel geringer, als bei Probanden, die weniger als drei Stücke Obst oder Gemüse täglich gegessen hatten.
„Der Effekt von Obst und Gemüse könnte sogar noch höher sein“, vermutet Eric Rimm von der Harvard School of Public Health in einem Editorial in der gleichen Zeitschrift (Am J Clin Nut 2002; 76:1-2). Die Studie habe nämlich nur unterschieden zwischen Probanden, die sehr wenig Obst und Gemüse aßen und solchen, die dies „moderat“ getan hätten (mindestens drei Stück). Eventuell könne, wer mehr davon esse, den Effekt noch steigern. (21.06.02) Deutsches Ärzteblatt


Verhindert Lauchgemüse Prostatakrebs?

BETHESDA. Es muss nicht unbedingt Sägepalme, Brennnesselwurzel, Roggenpollen oder Kürbis sein. Auch die (für die meisten Menschen) wohlschmeckenderen Lauchgemüse wirken möglicherweise vorbeugend gegen Prostatakrebs. Diesen Schluss dürften jedenfalls Anhänger der Naturheilkunde aus einer bevölkerungsbasierten Fall-Kontroll-Studie im Journal of the National Cancer Institute (2002; 94: 1648-1651) ziehen.
Ann Hsing vom National Cancer Institute in Bethesda, Maryland, und Mitarbeiter haben sich bei 238 Männern aus Shanghai mit histologisch gesichertem Prostatakrebs und 471 gleichaltrigen Männern ohne Prostatakrebs nach den Ernährungsgewohnheiten erkundigt. Insgesamt wurden 122 Nahrungsmittel abgefragt. Dabei zeigte sich, dass Männer mit einem hohen Konsum an Allium-Gemüse (dazu zählen Bärlauch, Knoblauch, Porree, Scharlotten, Schnittlauch und Zwiebeln) seltener an Prostatakrebs erkrankten. Männer, die mehr als 10 Gramm pro Tag verzehrten, erkrankten nur halb so häufig wie Männer, welche Lauchgemüse in der Nahrung eher mieden, das heißt weniger als 2,2 Gramm pro Tag verzehrten (Odds Ratio 0,51; 95 Prozent - Konfidenz-Interval 0,34 bis 0,76). Am niedrigsten war das Risiko beim reichlichen Verzehr von Knoblauch (Odds Ratio 0,47) und Frühlingszwiebeln (Odds Ration von 0,30). Die Risikominderung war unabhängig von anderen Faktoren und bei Männern mit einem lokalisierten Prostatakrebs deutlicher ausgeprägt als bei Männern mit fortgeschrittenen Tumoren. Einschränkend muss gesagt werden, dass eine Fall-Kontroll-Studie die Wirksamkeit eines Medikamentes oder eines Naturproduktes nicht beweisen kann. Hierzu wären randomisierte kontrollierte Studien notwendig, zu denen es aber in der Regel nicht kommt. So bleibt der Einfluss der Ernährung auf die Krankheitsinzidenz meistens mehr eine philosophische Einstellung denn eine wissenschaftliche Evidenz. 06.11.02 DEUTSCHES ÄRZTEBLATT


Isoflavon

Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS) sind natürliche Substanzen, die in Pflanzen besondere Schutzfunktionen wahrnehmen. Viele dieser Stoffe zeichnen sich auch durch gesundheitsfördernde Eigenschaften für den Menschen aus - und zu diesen gehören die Isoflavone. Sie zählen zu den Phytoöstrogenen und sind reichlich in Soja enthalten. Dass Frauen in fernöstlichen Ländern weniger unter den typisch weiblichen Beschwerden leiden als Frauen in Europa und Nordamerika, wird auf den traditionell hohen Sojakonsum zurückgeführt. 
Weitere Forschungsergebnisse weisen zudem hin auf eine positive Wirkung für die Blutwerte (LDL, HDL und Cholesterin) und das Herz-Kreislauf-System, eine antioxidative Schutzfunktion sowie einen Schutz vor dem Abbau von Knochensubstanz (Osteoporose).
Isoflavon
-enthält wertvolle Isoflavone aus natürlichem Soja
-zeichnet sich durch einen besonders guten natürlichen Geschmack (Orangenöl) aus
-weltweit das erste Produkt in micellierter, flüssiger Form nach patentiertem Verfahren kann hierdurch die Aufnahme um das 3 bis 5-fache erhöhen (NTC®-Prinzip)


Lipidsenker gibt es auch in Obst und Fischen
Eine Kost mit Phytosterinen, Ballaststoffen und Nüssen senkt LDL-Wert um 30 Prozent
Eine Ernährungsumstellung ist nach wie vor die Basis, um hohe Cholesterinwerte zu senken. Allein auf cholesterinreiche Nahrung zu verzichten, bringt jedoch nicht viel: Eine Kost, die reich an Phytosterinen, Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren ist, kann dagegen den LDL-Wert um bis zu 30 Prozent reduzieren.
Phytosterine sind etwa in grünen Äpfeln enthalten, aber auch in Nüssen, Pflanzenölen, Samen und Gemüse. Foto: Fotodisc
So hemmen Phytosterine wie β-Sitosterol und sein Derivat β-Sitostanol die Resorption von Cholesterin im Darm. Die Substanzen kommen in Pflanzenölen, Samen, Nüssen, Gemüse und Obst vor. Inzwischen werden sie als Fettsäureester pflanzlicher Margarine beigemischt (etwa Becel pro activ®).
Wer sich solche Margarine aufs Brot streicht, kann damit seine Cholesterinwerte um etwa zehn Prozent reduzieren. Mit Magarine, die nur reich an ungesättigten Fettsäuren ist, schafft man dagegen nur eine LDL-Senkung von fünf Prozent (Eur J Clin Nutr 57, 2003, 170).
Doch letztlich kommt es auf die Mischung an: So konnte in einer Studie mit 55 Patienten eine Diät, die pro 1000 kcal Nahrung 1g Phytosterine in Form einer speziellen Magarine, 11 g Ballaststoffe, 22 g Sojaprotein sowie 14 g Mandeln enthielt, den LDL-Wert nach einem Monat um 29 Prozent senken.
In einer Vergleichsgruppe, die eine fettarme Diät plus 20 mg Lovastatin (etwa Mevinacor®) erhielt, war die LDL-Senkung mit 31 Prozent kaum größer. Nur fettarm zu leben, reduzierte den LDL um acht Prozent (JAMA 290/4, 2003, 502).
Auch Fischöl kann die Blutfettwerte verbessern. Es senkt vor allem den Triglyzeridspiegel und wirkt antiarrhythmisch. Die im Fischöl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren konnten in der GISSI-Studie mit über 11 000 Patienten die kardiovaskuläre Mortalität nach eine Herzinfarkt um 30 Prozent senken.
Ärzte Zeitung, 05.08.2003


Bitter-Schokolade: Schutz für´s Herz

London (dpa) - Schokolade ist gesund - zumindest die bittere Variante. Wie italienische und britische Forscher beobachtet haben, steigt nach dem Genuss von dunkler Schokolade der Gehalt so genannter Antioxidantien im Blutplasma. Diese Stoffe schützen das Herzkreislaufsystem. Das Verschlingen von Milchschokolade lasse sich mit dieser positiven Wirkung allerdings nicht rechtfertigen, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt «Nature» (Bd. 424, S. 1013): Milch hebt den herzschützenden Effekt dunkler Schokolade wieder auf. Unter wissenschaftlicher Aufsicht naschten zwölf Freiwillige entweder Bitterschokolade, Milchschokolade oder Bitterschokolade zusammen mit einem Glas Milch. Eine Stunde später maßen die Forscher um Mauro Serafini vom Institut für Ernährungsforschung in Rom die antioxidative Wirkung des Blutplasmas der Probanden. Ergebnis: Im Blut der Bitterschokoladen-Tester war sie um fast 20 Prozent angestiegen. Unter anderem hatten die Probanden dieser Gruppe deutlich mehr Epicatechin im Blut, einen Vertreter aus der Gruppe der Antioxidantien. Die nachteiligen Effekte der Milch erklären die Forscher damit, dass sich die Milchproteine möglicherweise mit den antioxidativ wirkenden Flavonoiden der Schokolade verbinden. Diese seien dann für den Körper nicht mehr zugänglich. Antioxidantien neutralisieren im Körper zellschädigende Sauerstoffmoleküle, so genannte freie Radikale. Sie wirken somit als «Radikalfänger».28. August 2003


Verlängert Stoff im Rotwein das Leben?
BOSTON (ple). Mit Molekülen, die auch in Rotwein, Gemüse und Olivenöl vorkommen, sogenannten Polyphenolen, läßt sich die Lebensspanne von Hefe- und menschlichen Zellen deutlich verlängern.
Dies haben Forscher von der Harvard Medical School in Boston im US-Staat Massachusetts herausgefunden (Nature-Online). Durch Substanzen wie Resveratol wird offenbar ein Enzymsystem angestoßen, daß den Zellen mehr Zeit gibt, Reparaturen etwa an der DNA vorzunehmen. Ärzte Zeitung, 28.08.2003 Flavonoide    Antioxidative- studien      Antioxidantien


Vorkommen:

Flavonoide sind im Pflanzenreich weit verbreitet.
So kommen sie in praktisch in allen Obst- und Gemüsesorten vor. Aber auch bestimmte Nüsse und Getreidesorten enthalten diese wertvollen Stoffe. Folgende Tabelle zeigt einige Beispiele:
mehr zu den Heilpflanzen :
HIER

Grundstruktur
Aglykon
Flavonoid
Beispiele
Flavonole
Quercetin
Spiraeosid
Zwiebel
 
 
Isoquercitrin
Holunderblüten
 
 
Flavonolignane
Mariendistel
 
 
kein Trivialname
Tomate
 
 
kein Trivialname
Ruhrkrautblüten
 
 
kein Trivialname
Preiselbeere
 
 
kein Trivialname
Schnittlauch
 
 
Rutosid
Weinrautenkraut
 
 
Rutosid
Weißdorn
 
 
Hyperosid
Birke
 
 
Hyperosid
Weißdorn
 
 
Hyperosid
Stiefmütterchen
 
 
kein Trivialname
Schachtelhalm
 
Kämpferol
kein Trivialname
Grünkohl
 
 
kein Trivialname
Endivie
 
 
kein Trivialname
Schachtelhalm
Flavanole
Catechin
Catechingerbstoffe
Odermenning
 
 
Catechingerbstoffe
Heidelbeeren
 
 
kein Trivialname
Pfirsich
 
 
kein Trivialname
Rotwein
 
 
kein Trivialname
Äpfel
 
Epicatechin
kein Trivialname
Aprikose
 
 
Epicatechingallat
Grüner Tee
 
Procyanidine
Procyanidin B-2
Weißdorn
 
 
Procyanidin B-2
Mossbeeren
Flavanone
Hesperetin
Hesperidin
Orange
 
 
Hesperidin
Zitrone
 
Naringenin
Naringin
Grapefruit
Flavone
Apigenin
Vitexin
Stiefmütterchen
 
 
Isovitexin
Orthosiphon
 
 
Biflavone
Ginkgo
 
 
kein Trivialname
Sellerie
 
Luteolin
Orientin
Passionsblume
 
 
kein Trivialname
Grüne Olive
 
 
kein Trivialname
Paprika
Anthocyanidine
Malvidin
kein Trivialname
Blaue Trauben
 
 
kein Trivialname
Heidelbeeren
 
 
kein Trivialname
Malvenblüten
 
Delphinidin
kein Trivialname
Johannisbeere
Dihydrochalcone
Phloretin
kein Trivialname
Äpfel
Isoflavonoide
Genistein
Genistin
Sojabohnen
 
Formonetin
Ononin
Hauhechel

Traubenkernöl

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA bezeichnet das kaltgepresste Traubenkernöl als wertvollstes Nahrungsmittel mit der höchsten zellschützenden Wirkung. Das liegt am Wirkstoff Procyanidin, der 50 Mal stärker gegen freie Radikale wirken soll als Vitamin E. Dies erläuterte Hoteliers in Badenweiler der Weinautor Wilfried Heinen, der aus Trauben hergestellte Vitis-Produkte aus seiner Ölmühle vertreibt. Für einen Liter Traubenkernöl benötigt man 50 Kilogramm der winzigen Kerne. Deshalb ist das Produkt teuer, kann aber im Gegensatz zu Olivenöl auch zum Braten verwendet werden. Aus dem Mehl machen einige Bäcker der Region schon Traubenkernbrot. Es gibt auch Nudeln, die nicht dick sondern schlank machen sollen.  quelle


Die Rotwein-Pille aus Italien
Gute Nachrichten für alle Gesundheitsbewußten, die keinen Rotwein mögen: Italienische Forscher haben jetzt eine Pille entwickelt, die Antioxidantien aus einem Glas Rotwein in konzentrierter Form enthält, berichtet das Magazin "bild der wissenschaft" online. Und diese Antioxidantien sind es, die den Rotwein so gesund machen: Sie fangen im Körper die freien Radikale ab.
Erfunden wurde die Rotwein-Pille vom Biochemischen Institut in Pavia. Als Ausgangsmaterial für ihre Tabletten verwenden die Wissenschaftler die sogenannte Vinasse, die sirupartigen Reste, die übrig blieben, wenn für Hochprozentiges der Alkohol aus Wein abdestilliert wird.
Darin sind die gesunden antioxidativen Polyphenole konzentriert. Es werden Zucker, Aminosäuren und ein Konservierungsmittel hinzugegeben, die Mischung wird gefiltert und in kleine Behälter gegossen. Durch Gefriertrocknung entstehen dann die Rotwein-Tabletten. Ärzte Zeitung, 20.01.2004


Grüner Tee beugt Plaquebildung vor
HOUSTON (dpa). Grüner Tee kann Atherosklerose bremsen, beugt allerdings nur neuen Ablagerungen an den Gefäßwänden vor. Gegen bereits vorhandene Plaques können auch die antioxidativen Substanzen im grünen Tee nichts ausrichten. Das berichtet ein Team um Dr. Kuang-Yuh Chyu vom der Cedars Sinai Klinik in Los Angeles im Fachjournal "Circulation".Ärzte Zeitung, 28.05.2004


Lebensmittel können helfen, Darmkrebs zu verhindern

Krebserkrankungen des Darms gehören zu den am meisten verbreiteten aber auch am besten zu verhindernden Formen. Das Institute of Food Research hat Studien zu Veränderungen der Ernährung untersucht. Es zeigte sich, dass Obst und Gemüse generell positive Auswirkungen haben. Besonders gesund sind Zwiebel, Äpfel, Sellerie und Brokkoli. Derzeit wird erforscht, wie die Wirkstoffe innerhalb der Nahrungsmittel helfen, eine Krebserkrankung zu verhindern. Von den zehn Millionen Krebserkrankungen, die im Jahr 2000 neu diagnostiziert wurde, handelte es sich bei 2,3 Millionen um Erkrankungen der Verdauungsorgane, des Rachens, der Speiseröhre, des Magens oder des Kolorektum. Studien haben gezeigt, dass diese Krankheiten nicht rein genetisch bedingt sind und eine Veränderung der Ernährung positive Effekte erzielen kann.
Forschungen haben nahe gelegt, dass Ballaststoffe, Folsäure, mehrfachgesättigte Fettsäuren, pflanzliche Chemikalien wie Flavonoide und Fermentationsprodukte des Darmes wie Butyrat einen Schutz gegen Krebs in verschiedenen Stadien bieten können. Die Enzyme COX-2, die fehlerhaften Zellen ein Überleben ermöglichen, werden durch Quercetin unterdrückt, ein Flavonoid, das in Zwiebeln, Äpfeln und Tee vorkommt. Andere Chemikalien können die Aktivität von entgiftenden Enzymen verstärken. Apigenin, das in Petersilie, Artischocken, Basilikum und Sellerie vorkommt, scheint in Verbindung mit einer anderen Chemikalie effektiver zu sein, die in Brokkoli oder Kohl vorkommt. Diese Enzyme greifen genetisch beschädigte Epithelzellen an.
Der leitende Wissenschaftler Ian Johnson betonte laut BBC, dass Krebserkrankungen des Dickdarms und des Mastdarms weltweit zu den am meisten verbreiteten Krebsformen der Verdauungsorgane gehören. "Die Zahlen sind jedoch in der westlichen Welt deutlich höher. Bei kolorektalem Krebs handelt es sich ganz deutlich um eine Wohlstandskrankheit. Rund 80 Prozent der Fälle sind auf die eine oder andere Art auf die Ernährung zurückzuführen." Viele der grundlegenden Mechanismen seien laut Johnson noch zu erforschen. Generell gelte jedoch, dass man durch Gewichtskontrolle, eine obst- und gemüsereiche sowie ballaststoffreiche Ernährung einen Beitrag zum Schutz gegen diese Krebsformen leisten könne. 29.07.2004 Infos für Ärzte


Tomaten enthalten viel Lycopin
Eine Gesundheitsinformation der Elefanten Apotheke Großröhrsdorf


Die bioaktiven Inhaltsstoffe der Tomaten tragen zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs bei. Experten empfehlen jetzt täglich 250 Gramm Tomaten zu essen.

Über 1.000 verschiedene Sorten des kalorienarmen Fruchtgemüse gibt es. Doch egal ob Cocktail-, Kirsch-, Fleisch-, Flaschen- oder die normale Rundtomate, ihnen ist eines gemein: ihr Verzehr hat einen positiven Einfluss auf die Gesundheit.

Obwohl Tomaten zu 93 Prozent aus Wasser bestehen, haben es die roten Früchte in sich. Sie enthalten dreizehn Vitamine, siebzehn Mineralstoffe, reichlich sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe und Fruchtsäuren. Besonders reich sind sie an Kalium, Magnesium, Folsäure, Vitamin C und dem sekundären Pflanzeninhaltsstoff Lycopin. Dieser gehört zur Gruppe der Carotinoide und ist für die rote Farbe des Fruchtgemüses mitverantwortlich. Lycopin besitzt antikanzerogene und antioxidative Eigenschaften und ist deshalb für den Menschen von besonderer Bedeutung. Er ist wirksam beim Abbau reaktiver Sauerstoffverbindungen und kann so zum Schutz vor der Entstehung von Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Krankheiten beitragen. Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass Lycopin die Aktivität eines Enzyms der Cholesterinsynthese vermindert.

Der regelmäßige Verzehr von Tomaten und Tomaten-Erzeugnissen kann auch zum Schutz der Erbsubstanz vor Schädigungen durch freie Radikale beitragen.

Die Zubereitung beeinflusst die Verfügbarkeit des Lycopins. Zerkleinern und schonendes Erhitzen steigert diese. Deshalb wird der sekundäre Pflanzeninhaltsstoff aus verarbeiteten Tomaten-Erzeugnissen besser aufgenommen als aus frischen Tomaten. Ideal sind Tomatensaft und Tomatenmark.

Aber Achtung: Tomate ist nicht gleich Tomate. Besonders der Reifegrad und das Anbauverfahren beeinflussen den Geschmack sowie den Gehalt an Lycopin und verschiedenen Nährstoffen. Grün geerntete Tomaten reifen zwar bei der Lagerung nach, jedoch erreichen Tomaten nur ihr volles Aroma, wenn die Reifung an der Pflanze erfolgt. Freiland-Tomaten sind Gewächshaus-Tomaten überlegen. Sie haben nicht nur einen höheren Lycopin-Gehalt, sondern sind meist auch geschmacklich überzeugender.
OxyLyc-Kapseln mit antioxidativen Vitaminen, Selen und Lycopin schützen den Organismus und gehen somit gegen freie Radikale vor.


Schützt Rotwein vor Prostatakrebs?
SEATTLE. Ein gelegentliches Gläschen Rotwein am Abend könnte langfristig das Risiko auf ein Prostatakarzinom um die Hälfte senken. Dies berichten Epidemiologen eines renommierten US-Krebsforschungszentrums im International Journal of Cancer (2004; DOI: 10.1002/ijc.20528).
Die protektive Wirkung soll besonders ausgeprägt gegenüber den aggressiven Varianten dieses Tumors sein.
Für ihre Fall-Kontroll-Studie suchte Janet Stanford vom Fred Hutchinson Krebsforschungszentrum in Seattle Patienten aus, bei denen der Tumor ungewöhnlich früh im Alter von 40 bis 64 Jahren aufgetreten war. Da die Inzidenz des Tumors hier noch gering ist, lasse sich eine Assoziation zwischen dem Tumor und möglichen kausalen Faktoren leichter erkennen, schreibt die Autorin.
Der Verdacht, dass der Alkoholkonsum das Prostatakrebsrisiko beeinflussen könnte, ist nicht neu.
17 Studien wurden bereits zu dieser Frage durchgeführt, ohne eine klare Antwort zu liefern, was die Autorin auf methodische Schwächen dieser Untersuchungen zurückführt, unter anderem darauf, dass in vielen Fällen nicht zwischen unterschiedlichen alkoholischen Getränken unterschieden wurde. Dies sei nur in einer einzigen Studie geschehen, wobei aber nur nach den aktuellen Trinkgewohnheiten des letzten Jahres gefragt worden war.
In der aktuellen Studie wurden 753 Krebspatienten und 703 gleichaltrige Männer aus dem gleichen Wohnbezirk in einem persönlichen Interview nach ihrem Lebenszeit-Konsum alkoholischer Getränke interviewt, wobei zwischen Rotwein, Weißwein, Bier und Spirituosen unterschieden wurde.
Für den Rotweinkonsum wurde eine signifikante protektive Wirkung gefunden. Danach senkt jedes Glas Rotwein pro Woche das Risiko auf ein Prostatakarzinom statistisch signifikant um sechs Prozent (Odds Ratio 0,94; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,90–0,98). Dabei nimmt die protektive Wirkung mit zunehmendem Konsum zu. Vier oder mehr Gläser Rotwein pro Woche senkten das Risiko um 50 Prozent, schreibt die Autorin in der Pressemitteilung. Besonders aggressive Varianten des Tumors seien sogar zu 60 Prozent seltener bei den regelmäßigen Rotweintrinkern aufgetreten. Für Bier oder Spirituosen, aber auch für Weißwein wurde keine Risikominderung gefunden.
Welche Inhaltsstoffe im Rotwein für die Wirkung verantwortlich sein könnten und wie die protektive Wirkung, wenn sie denn real sein sollte, zustande kommt, ist völlig unbekannt. Stanford und Mitarbeiter spekulieren, dass ein Antioxidans namens Resveratrol eine Rolle spielen könnte. Es ist reichlich in der Schale der roten Trauben vorhanden, während die Konzentration in den weißen Trauben niedrig ist. Resveratrol wirke als Antioxidans und habe auch anti-entzündliche Wirkungen, schreiben die Autoren.
Es könne die Zellproliferation hemmen und verstärke die Apoptose.
Schließlich wirke es wie das weibliche Geschlechtshormon Estrogen, wodurch es die Konzentration des männlichen Geschlechtshormons Testosteron senke.
Stanford möchte nicht den nahe liegenden Schluss ziehen und allen Männern zum vermehrten Rotweinkonsum raten. Alkohol habe schließlich auch negative Wirkungen auf die Gesundheit. Doch Männer, die ohnehin Alkohol trinken, sollten mit Blick auf die hohe Prostatakrebs-Prävalenz, lieber zu Rotwein greifen. Einschränkend muss man einwenden, dass die Beweiskraft von Fall-Kontroll-Studien nicht sehr hoch ist. Besser wäre natürlich eine langfristige Interventionsstudie.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT  23.09.2004
Links zum Thema

Abstract der Studie
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/abstract/109598276/ABSTRACT 

Pressemitteilung des Fred Hutchinson Cancer Research Center
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2004-09/fhcr-ago092204.php 

Einige einschränkende Ausführungen in Quackwatch
http://www.quackwatch.org/01QuackeryRelatedTopics/DSH/resveratrol.html 
 


Hibiskusextrakt schützt vor Gefässerkrankungen

Ein Extrakt aus Hibiskusblüten hat ähnliche gefäßschützende Eigenschaften wie Rotwein, Traubensaft oder Tee. Die im Hibiskus enthaltenen Antioxidantien haben einen positiven Einfluss auf die Cholesterinwerte und können damit Herz- und Kreislauferkrankungen vorbeugen, haben Forscher aus Taiwan herausgefunden. Über ihre Versuche an Ratten berichten Chau-Jong Wang und seine Kollegen von der Medizinischen Universität Chung Shan in Taichung in der Fachzeitschrift Journal of the Science of Food and Agriculture (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1002/jsfa.1872).
Wang und sein Team setzten Ratten auf eine cholesterinreiche Diät und ergänzten den Speiseplan einiger Nager mit dem Hibiskusextrakt, der reich an Flavonoiden, Polyphenolen und Anthocyaninen ist. Nach zwölf Wochen untersuchten die Wissenschaftler die Blutwerte der Tiere. Der Extrakt aus den Blütenblättern wirkte sich äußerst positiv auf den Cholesterinspiegel aus, fanden die Forscher. Das Verhältnis von schädlichem LDL- zu nützlichem HDL-Cholesterin verbesserte sich, die Menge an LDL-Cholesterin wurde reduziert. Zudem verhinderten die Antioxidantien die Oxidation des LDL-Cholesterins, die das Auftreten von Gefäßverhärtungen zusätzlich verschlimmert.
Hibiskus wird in einigen Ländern als Volksmedizin gegen Bluthochdruck und Lebererkrankungen oder zur Herstellung beliebter Softdrinks verwendet. Den gesundheitlichen Nutzen von Hibiskus konnten die Forscher nun beweisen. Ihre Ergebnisse legen nahe, dass ein Extrakt aus den Blütenblättern für die Vorbeugung oder sogar die Behandlung einiger Herzkreislauferkrankungen nützlich sein könnten, bei denen Cholesterin eine entscheidende Rolle spielt. http://www.baeder-fuehrer.de


Äpfel gegen Alzheimer                 sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe
Der regelmäßige Genuss von Äpfeln könnte helfen, neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson vorzubeugen. Das schließen amerikanische Wissenschaftler aus den Ergebnissen von zwei Laborstudien an kultivierten Hirnzellen von Ratten. Dabei hatten die Forscher entdeckt, dass Antioxidantien aus frischen Äpfeln die Zellen sehr effektiv gegen die schädlichen Wirkungen aggressiver freier Radikale schützen. Als besonders wirkungsvoll erwies sich die Substanz Quercetin, die in und direkt unter der Apfelschale vorkommt. Über die Untersuchungen von Cy Lee und seinen Kollegen berichtet die Cornell-Universität.
In immer mehr Studien finden Wissenschaftler Hinweise auf gesundheitsfördernde und vorbeugende Wirkungen von Äpfeln. So soll das Kernobst beispielsweise vor Krebs schützen, Allergien lindern, den Cholesterinspiegel senken und Herzkreislauferkrankungen vorbeugen können. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei das Antioxidans Quercetin, das auch in Zwiebeln, Grünkohl, Brombeeren und Preiselbeeren enthalten ist. Die Substanz gehört zu den Flavonoiden und fängt die meist sauerstoffhaltigen freien Radikale ab, die im Körper den so genannten oxidativen Stress und damit Schäden an Zellen und Gewebe verursachen.
Freie Radikale werden auch mit der Entstehung von Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer in Verbindung gebracht, bei denen Nervenzellen zerstört werden. Um zu überprüfen, ob die antioxidative Wirkung von Äpfeln auch vor solchen Erkrankungen schützen kann, setzten die Forscher Nervenzellen aus Rattenhirnen simuliertem oxidativen Stress aus. Tatsächlich konnten die aggressiven Teilchen den Zellen deutlich weniger anhaben, wenn diese vorher mit einem Extrakt aus roten Delicious-Äpfeln behandelt worden waren. Über die Ergebnisse dieser Untersuchung berichten Lee und seine Kollegen in der Fachzeitschrift Journal of Food Science (Bd. 69, S. 357).
Eine weitere Studie zeigte den Wissenschaftlern, dass auch bei den Hirnzellen die schützende Wirkung hauptsächlich vom Quercetin ausging. Der Schutzeffekt des Flavonoids war dabei sogar effektiver als der von Vitamin C, schreiben die Forscher im Fachmagazin Journal of Agricultural and Food Chemistry (Dezemberausgabe). Obwohl die Ergebnisse bislang nur aus Laboruntersuchungen stammen, empfiehlt Lee, möglichst häufig frische Äpfel zu essen. Rote Sorten sind dabei besser geeignet als gelbe oder grüne, da sie mehr Antioxidantien enthalten.  http://www.baeder-fuehrer.de


Vermindert eine Substanz aus Möhren das Risiko für Krebs?
Falcarinol erwies sich im Tierversuch als hoffnungsvoll
DAVIS (ddp). Die in Karotten enthaltene Substanz Falcarinol vermindert das Risiko, an Krebs zu erkranken. Das haben britische Wissenschaftler in Experimenten an Ratten nachgewiesen. Diese Schlüsselsubstanz ist ein natürliches Pestizid und schützt die Möhren vor einem Pilzbefall.
Kirsten Brandt und ihr Team von der Universität in Newcastle upon Tyne in Großbritannien veröffentlichen ihre Ergebnisse im "Journal of Agricultural and Food Chemistry" (online vorab). Die Wissenschaftler testeten Falcarinol an Ratten, die schon eine Vorstufe von Krebs hatten. Acht Tiere bekamen rohe Karottenstücke als Futterzusatz, bei weiteren acht Ratten wurde Falcarinol unter das Futter gemischt. Acht Tiere der Kontrollgruppe fraßen normales Futter ohne Zusatz.
Ergebnis: Bei Tieren der Kontrollgruppe war Krebs dreimal so häufig wie bei den Tieren, die Falcarinol pur oder mit den Karotten bekommen hatten. Wie die Substanz genau wirkt, ist noch nicht bekannt. Nun wollen die Wissenschaftler testen, in welcher Menge und in welcher Form Falcarinol am besten wirkt. Zudem wollen sie untersuchen, ob bestimmte Möhrenarten gesünder sind als andere und ob Falcarinol auch nach dem Kochen von Karotten noch wirksam bleibt.Ärzte Zeitung, 10.02.2005 sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe
 


Polyphenol aus grünem Tee reduziert die Körperfettzunahme bei Mäusen

Ein in grünem Tee enthaltenes Polyphenol (Epigallocatechingallat, EGCG) reduziert dosisabhängig die Körperfettzunahme bei Mäusen. Der Effekt ist nicht auf eine appetithemmende Wirkung der Substanz zurückzuführen, sondern auf eine verminderte Aufnahme der Nahrung im Darm und eine gesteigerte Fettverbrennung. Dieses zeigen neue Ergebnisse einer Forschergruppe unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Susanne Klaus vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) Potsdam Rehbrücke (International Journal of Obesity, Klaus et al., 2005).
Grüner Tee enthält große Mengen an Polyphenolen, hauptsächlich Catechine, denen zahlreiche gesundheitsfördernde Effekte zugesprochen werden, wie z.B.
antikanzerogene, antioxidative, Blutdruck- und Cholesterinspiegel-senkende Wirkungen. Ebenso belegen Studien an Tier und Mensch, dass diese Substanzen gewichtsreduzierende Eigenschaften besitzen. Da EGCG ein Hauptinhaltsstoff des grünen Tees ist und bislang wenig Daten bezüglich seiner Effekte auf die Entstehung von Übergewicht und den Energiehaushalt vorliegen, führten die Wissenschaftler um Prof. Dr. Susanne Klaus verschiedene Untersuchungen an einem Mausmodell durch. Um den Einfluss anderer Teebestandteile weitestgehend auszuschließen, verwendeten die Forscher ein gereinigtes EGCG-Präparat (TEAVIGOTM). TEAVIGOTM ist ein Extrakt aus grünem Tee und besteht zu über 94 % aus EGCG. Die Versuchstiere erhielten über 4 Wochen unterschiedliche Konzentrationen von TEAVIGOTM zusätzlich zu einer fettreichen Diät, die bei dem verwendeten Mausmodell schnell zu Übergewicht führt. Obwohl die aufgenommenen Futtermengen annähernd gleich waren, hatten die mit EGCG behandelten Tiere im Vergleich zu den Kontrolltieren nach 29 Tagen ein deutlich niedrigeres Körpergewicht mit vermindertem Körperfettanteil. Fäzes-Analysen der Tiere lassen vermuten, dass die verminderte Gewichtszunahme zum Teil auf eine reduzierte Resorption der Nahrung im Darm zurückzuführen ist. Zusätzlich durchgeführte Kurzzeitstudien weisen zudem darauf hin, dass EGCG außerdem die Fettverbrennung steigert.

€ Es ist nicht notwendig, dass Sie grünen Tee trinken, um dessen gesundheitlichen Vorteile zu nutzen. Vitamehr-Kapseln die den Extrakt von drei Tassen Tee enthalten finden Sie hier, in der Rubrik Naturheilmittel:

http://www.gesundheits-fuehrer.com/Produkte/index.html


Dunkle Schokolade: Anti-Aging-Effekt durch Flavanole und Polyphenole

Der Genuss von dunkler Schokolade wirkt sich positiv auf den Blutdruck und bei Diabetes aus und hat zudem einen Anti-Aging-Effekt. Der Grund dafür sind die in der dunklen Schokolade enthaltenen Flavanole. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Università degli Studi dell´Aquila, die in der aktuellen Ausgabe des American Journal of Clinical Nutrition publiziert wurde. "Durch den Konsum von dunkler Schokolade kann nicht nur der Blutdruck gesenkt, sondern auch die Insulinsensibilität verbessert werden", erklärte Claudio Ferri, der Leiter der Studie.
Die italienischen Forscher verabreichten einem Untersuchungssample von 15 Personen täglich 100 g dunkle Schokolade, welche eine Menge von 500 mg Polyphenol enthält. Gleichzeitig wurde eine Kontrollgruppe angewiesen, täglich 90 Gramm weiße Schokolade - die keinerlei Polyphenole enthält - zu konsumieren.
Die Forscher konnten beobachten, dass durch den Verzehr von dunkler Schokolade die Insulinresistenz signifikant niedriger und die Insulinsensibilität höher war, als in der Kontrollgruppe. Die Erkenntnis, dass durch den Schokoladekonsum der Körper besser in der Lage ist Zucker abzubauen, ist vor allem für Diabetes-Kranke von Bedeutung. Darüber konnte bei den Probanden der dunklen Schokolade auch eine Senkung des systolischen Blutdrucks registriert werden.
Der Grund für die gesundheitsfördernde Wirkung der Schokolade wird von den Experten auf die in dem Produkt enthaltenen Flavanole zurückgeführt. Denn Flavanol ist ein Antioxidans, welches die Fähigkeit besitzt Zell-Struktur angreifende Substanzen - so genannte freie Radikale - zu neutralisieren. Eine ähnliche Wirkung wurde auch anderen Produkten attestiert, die Flavanole enthalten, beispielsweise Tee oder Wein. "Die Identifizierung von gesunden Produkten und das Verständnis, dass manche Produkte die Physiologie des Körpers positiv beeinflussen ist wichtig für eine gesunde Ernährung. Trotzdem rate ich zu Vorsicht, denn Schokolade enthält zwar Antioxidantien, darüber hinaus aber auch jede Menge Fett und Kalorien", erklärte Ferri.
22.03.2005 Infos für Ärzte


Wie grüner Tee Krebs stoppt - Hauptinhaltsstoff blockiert die Vermehrung der Krebszellen

Britische Wissenschaftler haben entdeckt, wie einer der Hauptinhaltsstoffe von grünem Tee die Krebsentstehung stoppt: Die Substanz greift ein wichtiges Enzym in den Krebszellen an und verhindert damit das Wachstum des Tumors.
Dabei reichen bereits Konzentrationen aus, wie sie üblicherweise im Blut von Teetrinkern nach zwei bis drei Tassen grünem Tee pro Tag vorkommen. Das berichten die Forscher um Roger Thorneley vom John Innes Centre in Norwich in der Fachzeitschrift Cancer Research (Ausgabe vom 15. März). Die Forscher versprechen sich von ihren Ergebnissen einen wichtigen Fortschritt in der Krebsbehandlung.
Seit langem wird grünem Tee und besonders seinem Inhaltstoff Epigallocatechin-Gallat (EGCG), einem so genannten Polyphenole, ein positiver Effekt bei der Bekämpfung von Krebs nachgesagt. Erst jetzt konnten Thorneley und seine Kollegen jedoch seine exakte Wirkweise aufdecken: EGCG greift ein Enzym an, das entscheidend an der Produktion des Erbmaterials, der DNA, beteiligt ist, und stoppt so die Vermehrung der Krebszellen.
Die Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass sich aus EGCG eine neue Art von Krebsmedikament entwickeln lässt. Sein Angriffsziel, das Enzym Dihydrofolatreduktase (DHFR), wird in der Krebstherapie bereits vielfach ausgenutzt. Ein Nachteil dieser Therapieansätze ist jedoch, dass dieses Enzym auch in gesunden Zellen an der DNA-Synthese mitwirkt. Daher haben Medikamente, die dort angreifen, wie das verbreitete Methothrexat, eine Reihe von Nebenwirkungen vor allem in der Leber und im Knochenmark. Im Unterschied zu Methothrexat bindet EGCG jedoch weniger fest an das Enzym DHFR und sollte daher weniger Nebenwirkungen auf gesunde Zellen haben, hoffen die Forscher.
Allerdings warnen die Wissenschaftler vor einem zu hohen Genuss an grünem Tee kurz vor oder während der Schwangerschaft. Studien haben erwiesen, dass ein Übermaß an Tee zu körperlichen Defekten des Embryos führen kann, wie der Anenzephalie, einer schweren Fehlbildung des Zentralen Nervensystems.
Hinweis der Redaktion: Wir erfahren immer wieder, dass viele Menschen sich nicht mit dem Geschmack des grünen Tees anfreunden können, und wenn sie nicht notorische Teetrinker sind, auch die Umstände mit der Zubereitung scheuen.
Es ist jedoch jetzt möglich, sich die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe ganz einfach in Kapselform zuzführen. Klicken Sie hier und erfahren Sie
mehr:
http://www.baeder-fuehrer.com/gesundheitsprodukte/600528.html


Lycopin hält die Prostata gesund


Pressemitteilung von: Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.

Der sekundäre Pflanzenstoff Lycopin ist nicht nur für die typisch leuchtend rote Farbe von Tomaten verantwortlich, sondern besitzt auch positive Effekte auf den Verlauf von Prostataerkrankungen und bei der Prävention von Prostatakrebs. Männer könnten deshalb in besonderem Maße von einer ausreichenden Zufuhr an Lycopin profitieren, berichtet heute Diplom Ernährungswissenschaftlerin Susanne Sonntag von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen. Bereits 1995 kam eine Beobachtungsstudie amerikanischer Wissenschaftler von der Harvard Medical School Boston, USA, zu dem Ergebnis, dass die Aufnahme von Lycopin mit einem verringerten Prostatakrebsrisiko verbunden ist (1). Ebenfalls amerikanische Wissenschaftler fanden in Laborversuchen heraus, dass Lycopin einen wachstumshemmenden Effekt auf Prostatazellen ausübt (2). Die Ergebnisse, die im renommierten Journal of Nutrition veröffentlicht wurden, werteten die Forscher als einen möglichen Mechanismus bei der Verringerung des Prostatakrebsrisikos durch Lycopin. Prostataerkrankungen zählen mit zu den häufigsten Erkrankungen des alternden Mannes. Eine gutartige Vergrößerung des Prostatagewebes, die oft bei Männern ab dem 50. Lebensjahr auftritt, verursacht eine Einengung der Harnröhre und ist mit unangenehmen Problemen beim Wasserlassen verbunden. Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Zu Beginn der Erkrankung sind die Patienten meist symptomlos oder sie weisen die gleichen Symptome wie bei einer gutartigen Prostatavergrößerung auf. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind deshalb unerlässlich, um eine Krebserkrankung frühzeitig zu erkennen. Außerdem sollten Männer stets auf eine gesunde Ernährungsweise achten, die besonders reich an dem sekundären Pflanzenstoff Lycopin ist, so die Ernährungswissenschaftlerin Susanne Sonntag. Gute Lycopinquellen sind vor allem Tomaten, rote Grapefruit und Wassermelonen. Ergänzend dazu hat sich die diätetische Behandlung von Prostataerkrankungen mit Lycopin bewährt. Weitere Untersuchungsergebnisse deuten an, dass auch Aminosäuren und bestimmte Mikronährstoffe wie Vitamin C, Vitamin E, Selen und Zink sich positiv auf den Verlauf von Prostataerkrankungen auswirken können, so Susanne Sonntag abschließend. 26.5.2005

Resveratrol im Rotwein zusätzlich zur Krebstherapie?
Trotz aggressiver Behandlungsprotokolle haben viele Krebspatienten weiterhin eine schlechte Prognose, was die Notwendigkeit für neue Therapieansätze verdeutlicht. Die meisten Krebsmedikamente wirken vor allem dadurch, dass sie in Tumorzellen das zelleigene Selbstmordprogramm, die sogenannte Apoptose, auslösen. Da jedoch Apoptose in vielen Tumoren blockiert ist, sind solche Geschwülste auch resistent gegenüber herkömmlichen Behandlungsmethoden.
In einem von der Wilhelm-Sander-Stiftung geförderten Projekt entdeckte das Forscherteam von Professor Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Ulm, und Frau Privatdozentin Simone Fulda, Leiterin des Landesforschungsschwerpunkts Apoptose der Universität Ulm, dass der Naturstoff Resveratrol die Resistenz von Tumorzellen gegenüber Krebstherapien aufhebt.
Resveratrol ist ein Polyphenolderivat, das natürlicherweise im Rotwein vorkommt und insbesondere wegen seiner kardioprotektiven und chemopräventiven Wirkung bekannt ist. So dürfte Resveratrol der Grund für das sogenannte "French Paradox" sein, d.h. der Tatsache, dass dort, wo viel Rotwein getrunken wird, auch weniger kardiovaskuläre Erkrankungen auftreten.
Die Ulmer Forscher fanden nun heraus, dass Resveratrol zahlreiche Krebsarten einschließlich resistenter Tumoren sowohl für Chemotherapie als auch für zytoxische Zytokine empfindlich macht. Untersuchungen zu den molekularen Wirkungsmechanismen entschlüsseln, dass Resveratrol über transkriptionelle und posttranskriptionelle Vorgänge das Apoptose-hemmende Protein Survivin außer Kraft setzt und damit in Krebszellen die Schwelle zur Auslösung von Apoptose durch eine gleichzeitige Zytostatikagabe senkt. Da die Wirkung der meisten Krebstherapien vor allem auf dem Auslösen von Apoptose in Tumorzellen beruht und folglich Defekte in Apoptoseprogrammen zur Resistenz von Krebszellen führen, eröffnen sich durch die Identifizierung dieser neuartigen Wirkung von Resveratrol als Modulator der Apoptoseempfindlichkeit neue Perspektiven in der Krebstherapie. So ist z.B. der Einsatz von Resveratrol, das bereits in einer klinisch applizierbaren Formulierung vorliegt, in Kombinationsprotokollen denkbar, um resistente Krebsarten für konventionelle Chemotherapien wieder empfindlich zu machen und damit die Behandlungsoptionen und Prognose von Krebspatienten zu verbessern.
15.09.2005 http://www.journalonko.de
Kontakte:
PD Dr. Simone Fulda, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin,
E-mail: simone.fulda@medizin.uni-ulm.de
Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung


Gemüse gegen Krebs Fünfmal am Tag   sekundäre Pflanzenstoffe
 
Gemüse ist gesund. Wir alle wissen es, und dennoch bleibt im Alltag das "Grünzeug" oft auf der Strecke. Doch wie viel Power in Salat, Brokkoli oder Karotten steckt, beweisen jetzt neue Studien in der Krebsforschung. Wer beispielsweise fünfmal pro Tag eine Portion Gemüse isst, schützt sich optimal gegen verschiedene Krebsarten.

Allerdings ist Gemüse nicht gleich Gemüse: Gegen den aggressiven Bauchspeicheldrüsenkrebs sind gelbe Gemüsesorten sowie solche mit dunklen Blättern besonders effektiv. Nach Ansicht amerikanischer Forscher kann ein hoher Gemüsekonsum das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs um 50 Prozent senken. Fünf Portionen täglich müssen es jedoch schon sein, als Portion gilt entweder eine halbe Tasse gekochtes Gemüse, zwei Tassen Blattsalat oder eine mittelgroße Frucht.

Ran an den Kohl
Zwiebeln, Knoblauch, Bohnen, gelbe Gemüsesorten wie Karotten, Mais oder Süßkartoffeln sind ebenso hilfreich wie Kohl oder Brokkoli. Weniger effektiv sind Gemüsesorten mit hellgrünen Blättern wie Tomaten. Früchte, insbesondere Zitrusfrüchte, verminderten zwar auch das Krebsrisiko, jedoch deutlich weniger als Gemüse, so die US-Wissenschaftler.

Brunnenkresse gegen Lungenkrebs

Brokkoli, Blumenkohl und Brunnenkresse helfen vor allem, um das Wachstum von Lungenkarzinomen zu bremsen. Wie Wissenschaftler der Georgetown-University herausfanden, hemmten so genannte Isothiocyanate in Tierstudien und Laborversuchen das Wachstum von Lungenkrebs-Zellen. Diese Substanzen in Pillenform könnten Raucher und Ex-Raucher vor der Entstehung von Lungenkrebs schützen.

Und schließlich vertritt die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten die Ansicht, dass sich etwa die Hälfte aller Dickdarmtumore mit einer gesünderen Lebensweise vermeiden ließen. Dickdarmkrebs sei ein "Lifestyle"-Tumor, den man vor allem mit viel Gemüse vermeiden könne.
 
Sept-2005 http://www.br-online.de


Schützt Kohl vor Lungenkrebs? –
Studie: Es hängt von den Genen ab

LYON. Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler (Cruciferae) sind reich an Isothiocyanaten, die im Tierversuch eine chemopräventive Wirkung gegen Lungenkrebs haben. Dies war bereits in der Vergangenheit Anlass für ein Reihe von epidemiologischen Studien, aber niemals war die protektive Wirkung so groß wie in der jüngsten Fall-Kontroll-Studie der Agency for Cancer Research (IARC) in Lyon, die jetzt im Lancet (2005; 366:1558-1560) publiziert wurde. Der Verzehr von Kohl, Brokkoli und Rosenkohl senkte das relative Risiko um bis zu 70 Prozent.

Paul Brennan und Mitarbeiter vom IARC rekrutierten 2 141 Patienten an 15 Kliniken in Polen, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Russland und Ungarn. In diesen Ländern Osteuropas wird traditionell viel Kohl gegessen. Die Patienten wurden intensiv nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und die Antworten mit denen von 2 168 gesunden Probanden verglichen, den „Kontrollen“ in dieser Fall-Kontroll-Studie. Ergebnis: Der Verzehr von mehr als einem Kohlgericht pro Woche hatte noch keine bemerkenswerte präventive Wirkung. Die adjustierte Odds Ratio betrug 0,78 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,64-0,96). Das wäre eine knapp signifikante Risikominderung um 22 Prozent, kein überragendes Ergebnis für eine Fall-Kontroll-Studie, zumal die Aussagekraft dieser Studien ohnehin sehr begrenzt ist.

Wesentlich deutlicher war der Zusammenhang, nachdem die Ergebnisse eines Gentests berücksichtigt wurden. Die Forscher untersuchten die Gene für die Enzyme Glutathion-S-Transferase GSTM1 und GSTT1, die im Körper Isothiocyanate abbauen, was die vermutete präventive Wirkung schmälern würde. Für beide Gene existieren so genannte Null-Allele, die zur Bildung defekter Enzyme führen. Die Folge sind – vor allem wenn beide Enzyme fehlen – langdauernde hohe Isothiocyanat-Konzentrationen und mithin eine bessere präventive Wirkung von Kohlgerichten. Genau dies konnte in der Studie gezeigt werden.

Träger der Nullvariante von GSTM1 – sie liegt bei 50 Prozent der Bevölkerung vor – hatten eine Odds Ratio von 0,67 (0,49-0,91). Bei Trägern der Nullvariante von GSTT1 – 20 Prozent der Bevölkerung – waren es 0,63 (0,37-1,07). Wenn jedoch beide Eliminationsenzyme ausgefallen waren (Nullvariante von GSTM1 und GSTT1, bei zehn Prozent der Bevölkerung) sank die Odds Ratio auf 0,28 (0,11-0,67), was einer protektiven Wirkung von 72 Prozent entspricht.

Mit anderen Worten: Etwa ein Zehntel der Bevölkerung ist durch die Defekte im Abbau von Isothiocyanaten weitgehend vor Lungenkrebs geschützt, was unweigerlich zu der Frage führt, ob Raucher vermehrt Kohl verzehren sollten. In der Untersuchung kam jedoch heraus, dass die protektive Wirkung bei Rauchern schwächer war als bei Nichtrauchern, was mit Inhaltsstoffen des Tabakrauches zusammenhängen könnte, die den Abbau der Isothiocyanate fördern.

Außerdem müssen die relativen Risiken des Rauchens, die das Lungenkrebsrisiko um den Faktor 20 oder mehr erhöhen, mit den protektiven Wirkungen von Kohl verrechnet werden. Der Netto-Effekt wäre sicherlich negativ. DEUTSCHES ÄRZTEBLATT ONLINE 28.10.2005

Links zum Thema
Abstract (nach Registrierung)
http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140673605676283/ 
International Agency for Cancer Research
http://www.iarc.fr/ 


Bewahrt eine Rotwein-Substanz vor Alzheimer?
BETHESDA (eb). "Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben", sagte schon Wilhelm Busch. Dem Rebensaft werden gleich mehrere positive Effekte auf die Gesundheit zugesprochen.
So soll Rotwein den Blutdruck senken, vor KHK, aber auch vor Prostatakrebs schützen . Forscher vom Institute for Medical Research in Manhasset im US-Staat New York, haben jetzt eine Substanz aus Rotwein isoliert, die möglicherweise vor Morbus Alzheimer schützen kann (J Biol Chem, 2005, online).
Die Substanz, das Polyphenol Resveratrol, haben die Forscher zu β-Amyloid-produzierenden Zellen in Kultur gegeben. Amyloid-Plaques im Hirn treten bei Morbus Alzheimer auf. Mit Resveratrol war die Menge an Alzheimer-Peptiden in den Zellen deutlich verringert.
Das Trinken von Rotwein reiche für einen Schutz allerdings nicht aus. Die Resveratrol-Konzentration im Wein läge weit unter denen der Zellkulturversuche. Die Forscher wollen nun die molekularen Mechanismen der Wirkung von Resveratrol auf die Amyloid-Synthese untersuchen. Sie sehen darin einen Ansatz für Medikamente gegen Alzheimer. Ärzte Zeitung, 09.11.2005
 


Aufnahme von Antikrebsstoffen ist genetisch determiniert
Super-Brokkoli soll Krebs abwehren

Wissenschaftler entwickelten einen „Super-Brokkoli“, der eine große Menge einer gegen das Krebswachstum wirksamen Schlüsselsubstanz enthält.
07.12.05 - Forscher des Institute of Food Research fanden heraus, dass nicht alle Menschen die in Gemüse wie Brokkoli und Kohl enthaltenen Antikrebs-Bestandteile nutzen können. Die Aufnahme des Stoffes Sulphoraphane aus der Nahrung ist vom Vorhandensein des Gens GSTM1 abhängig. Etwa die Hälfte der Menschen besitzt das Gen nicht.
Aus diesem Grund entwickelten Wissenschaftler um Richard Mithen Broccoli, der mehr Sulphoraphane enthält. Die hohen Mengen des enthaltenen Antikrebsstoffes sollen gewährleisten, dass auch Personen mit fehlenden Gen Sulphoraphane in ausreichender Menge aufnehmen.
Experten wie Josephine Querido des Cancer Research UK kritisieren die geringe Größe der vorliegenden Studie. Die beste Möglichkeit, das Krebsrisiko zu reduzieren sieht sie in einer ausgewogenen Ernährung mit viel Obst und Gemüse.

07.12.2005 Infos für Ärzte
Wissenschafter entwickeln Super-Brokkoli zur Abwehr von Krebs


Wissenschafter des Institute of Food Research arbeiten an der Entwicklung eines Super-Brokkoli, der bei der Abwehr von Krebs helfen soll. Es ist bekannt, dass Brokkoli über Krebs abwehrende Eigenschaften verfügt. Die aktuelle Studie hat jedoch nachgewiesen, dass der genetische Aufbau mancher Menschen den normalerweise erzielbaren Schutz verringern kann. Die Entwicklung einer Brokkoliform, die eine größere Menge des entscheidenden Sulforaphans enthält, soll diesem Effekt entgegenwirken. Das Team hofft laut BBC, die Forschungsarbeiten in drei Jahren abgeschlossen zu haben. In der Zwischenzeit wird empfohlen, große Mengen verschiedener grüner Gemüsesorten zu essen.

Fehlen eines Gens verhindert Speicherung von Sulforaphan
Der leitende Wissenschafter Richard Mithen erklärte, dass das Gen GSTM1 eine entscheidende Rolle spiele, über das rund die Hälfte der Bevölkerung nicht verfüge. "Manche Menschen, die dieses Gen nicht haben, scheinen durch den Brokkoli weniger gegen Krebs geschützt zu sein. Eine mögliche Ursache dafür könnte sein, dass das Fehlen dieses Gens die Speicherung von Sulforaphan im Körper verhindert.
Es wird in diesem Fall innerhalb von wenigen Stunden wieder ausgeschieden." Mithen erklärte, dass ein Super-Brokkoli, der über größere Mengen Sulforaphan verfügt, eine vom Vorhandensein des Gens unabhängige Versorgung ermöglichen sollte. Das Essen größerer Mengen könnte zudem weitere Vorteile haben, da dieses Gemüse reich an anderen Vitaminen und Mineralien ist.
Brokkoli gehört wie Kraut, Karfiol und Kohlsprossen zur Familie der Kreuzblütler. Diese Gemüsearten enthalten große Mengen an Glucosinolaten, die zu Isothiocyanaten abgebaut werden. Die Indizien weisen darauf hin, dass diese Isothiocyanate, zu denen Sulforaphan gehört, in der Ernährung zu den wirksamsten Wirkstoffen gegen Krebs zählen. Der Super-Brokkoli enthält 3,4 Mal soviel von diesem Wirkstoff wie die normalen Arten. Die Wissenschafter halten es für möglich, dass bei einem Fehlen des Gens GSTM1 ein stärkerer Schutz gegen Krebs durch das Essen von anderen Kreuzblütlerarten erzielt wird. Josephine Querido von Cancer Research UK erklärte, dass die aktuelle Studie bestehende Annahmen unterstütze, wonach genetische Unterschiede beeinflussten, wie Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen würden. Da an der Studie nur 16 Personen teilgenommen hätten, seien präzise Schlussfolgerungen nicht möglich.  http://www.journalmed.de
 


Fettes Essen: Olivenöl kurbelt Blutzirkulation an

Bethesda (ddp). Bestimmte Inhaltsstoffe im Olivenöl machen Blutgefäße nach einer fettreichen Mahlzeit dehnbarer, wodurch das Blut besser zirkulieren kann. Das konnten spanische Forscher erstmals direkt in einer Studie an 21 Freiwilligen nachweisen. Verantwortlich für diese Wirkung sind die so genannten Phenole im Olivenöl: Sie sorgen dafür, dass sich Blutgefäße auch nach einem fettreichen Essen problemlos an Veränderungen des Blutflusses anpassen können. Diese Fähigkeit wird bei der Verwendung anderer Fette stark beeinträchtigt. Die positive Wirkung des Olivenöls bleibt allerdings bei einem niedrigen Phenolgehalt aus, entdeckten die Wissenschaftler um Juan Ruano von der Universität in Cordoba. Sie präsentieren ihre Ergebnisse im Fachmagazin «Journal of the American College of Cardiology» (Bd. 46, Nr. 10, S. 1.864). Olivenöl ist ein wichtiger Bestandteil der so genannten Mittelmeer-Diät, deren positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System schon seit langem bekannt ist. Welche Rolle dabei der Phenolgehalt des Öls spielt, untersuchten die Forscher nun bei fünf Männern und sechzehn Frauen mit erhöhtem Cholesterinspiegel. Sie servierten ihren Probanden dabei an zwei Tagen dasselbe fettreiche Frühstück, bestehend aus 60 Gramm Weißbrot mit 40 Millilitern Olivenöl. Allerdings enthielt das Öl nur an einem Tag eine hohe Phenolkonzentration, am zweiten Tag betrug der Gehalt lediglich ein Fünftel dieser Menge. Nach dem Frühstück untersuchten die Forscher über einen Zeitraum von vier Stunden, wie gut sich die Blutgefäße in den Fingern der Probanden an schnelle Änderungen des Blutflusses anpassen konnten. Sie simulierten diese Druckänderungen mithilfe einer Blutdruckmanschette. Wenn Gefäßwände nicht oder nur schwach auf derartige Änderungen im Durchfluss reagieren, gilt das als frühes Warnsignal für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Das Ergebnis war eindeutig: Der Konsum von phenolreichem Olivenöl verbesserte die Anpassungsfähigkeit der Gefäßwände an schnelle Schwankungen der Blutmenge. Kein Effekt zeigte sich dagegen nach der Einnahme von phenolarmem Öl. Wie sich eine fettreiche Mahlzeit auf die Blutzirkulation auswirkt, hängt also von der Art des enthaltenen Fettes ab. Nahrungsmittel wie Hamburger oder Pommes, die reich sind an anderen Fetten als Olivenöl, verschlechtern die Dehnfähigkeit der Gefäßwände und damit die Blutzirkulation. Konsumenten sollten daher nach Olivenölsorten greifen, die mit «virgin» oder «extra virgin» bezeichnet werden: Sie weisen den höchsten Phenolgehalt auf. 26. November 2005 netdoktor.de


Sekundäre Pflanzenstoffe: teatime immer beliebter

Neben den Kräutertees enthalten auch Schwarz- und Grüntees sekundäre Pflanzenstoffe, die sich nicht nur auf das Immunsystem positiv auswirken. Tee enthält Stoffe, die vor Zellschäden schützen. Zusätzlich wirkt das so genannte Teein - im Gegensatz zu Koffein - nicht über Herz und Kreislauf, sondern direkt auf das Gehirn und das zentrale Nervensystem. Tee wirkt deshalb belebend, ohne dabei nervös zu machen.
Immer mehr Jugendliche greifen zu einer Tasse Tee. Dies kommt daher, weil gerade jüngere Menschen zusehends Wert auf gesunde Ernährung legen. Zu diesem Schluss kommt Stephen Twining vom britischen Teehaus Twinings. Auch in London erlebt der Afternoon Tea derzeit einen Boom, nachdem die Teepause jahrelang wenig populär und schick war. Twining selbst trinkt bis zu 15 Tassen Tee täglich und lebt die britische Teekultur wie kein anderer. Der 42-Jährige vertritt die Tee-Dynastie in zehnter Generation, die dieses Jahr ihr 300-jähriges Jubiläum feiert.

1706 eröffnete Thomas Twining "Tom´s Coffeehouse" in London und verkaufte zusätzlich zum Kaffee auch Tee. Damit war er einer der Pioniere, die das Teetrinken nach Großbritannien brachten. Im frühen 18. Jahrhundert war der Teegenuss wegen extrem hoher Steuern ein Privileg einer Weniger. Vor 300 Jahren kostete ein Gramm "Gunpowder Green Tea" auf heutige Preise umgerechnet ca. 200 Euro und war somit für die breite Bevölkerung unerschwinglich.

Richard Twining, Vorsitzender der Londoner Teehändler, ortete die hohen Steuern als Handelshindernis. Er hatte bereits damals das große Potenzial von Tee erkannt. Knapp 80 Jahre nach der Gründung von Twinings überzeugte er 1784 den damaligen Prime Minister William Pitt, den Commutation Act zu verabschieden. Die Teepreise wurden daraufhin gesenkt und der Teekonsum verdoppelte sich. So wurde der Grundstein gelegt, der Tee zum Nationalgetränk der Briten werden ließ. Berühmtheit erlangte Twinings mit der Teekreation für den Adeligen Earl of Grey - heute als Twinings Earl Grey Tea bekannt. 1837 wurde das Unternehmen durch Queen Victoria auch zum königlichen Hoflieferanten ernannt, was Twinings bis zum heutigen Tag geblieben ist.

"Seit jeher folgen wir bei Twinings einer einfachen Unternehmensphilosophie - Tee von höchster Qualität zu produzieren, weiter zu entwickeln und ihn allen zugänglich zu machen", so Twining. Qualität beginnt bei der Zubereitung einer Tasse Tee, auch wenn es sich nur um einen Beuteltee handelt. Hier gibt es bestimmte Regeln der Zubereitung. "Man muss ihn mit demselben Respekt behandeln wie offenen Tee. Konkret soll man den Tee - ob im Beutel oder offen - genügend lang ziehen lassen. Nur Geduld bringt Genuss", meint der Teeliebhaber.

Neben den Gaumenfreuden sind es auch die positiven gesundheitlichen Aspekt, die Tee ausmachen. Neben den Kräutertees enthalten auch Schwarz- und Grüntees sekundäre Pflanzenstoffe, die sich nicht nur auf das Immunsystem positiv auswirken. Tee enthält Stoffe, die vor Zellschäden schützen. Zusätzlich wirkt das so genannte Teein - im Gegensatz zu Koffein - nicht über Herz und Kreislauf, sondern direkt auf das Gehirn und das zentrale Nervensystem. Tee wirkt deshalb belebend, ohne dabei nervös zu machen.

Ausschlaggebend für die Wirkung des Aufgussgetränks ist die Zubereitung. Für Stephen Twining steht dabei der Umgang mit dem Wasser im Vordergrund. Man sollte es nur einmal zum Kochen bringen und auf keinen Fall aufwärmen. Wichtig sei auch, das Wasser sofort von der Wärme zu nehmen, wenn es zu "sprudeln" beginnt. Einen guten Einstieg in die facettenreiche Welt des Tees bieten für Twining aromatisierte Schwarztees. Ob das Getränk nun mit oder ohne Zucker bzw. mit oder ohne Milch getrunken wird, steht für den Teekenner nicht im Vordergrund. Er selbst trinkt seinen Tee ohne jegliche Zusätze. Generell gilt für ihn: "Tee muss einfach Spaß machen und es bleibt jedem überlassen, wie er seine Tasse Tee am liebsten zu sich nimmt."

03.02.2006 Infos für Ärzte


Flavonole beinflussen Gefäßfunktion positiv - Kakao kann Herz-Sterberisiko halbieren
Wer regelmäßig Kakao konsumiert, senkt sein Herzrisiko und den Blutdruck, so eine niederländische Studie an älteren Männerm.
Eine Forschungsarbeit des National Institute for Public Health and the Environment in Bilthoven, Niederlande, fand, dass Männer mit dem geringsten Kakaokonsum doppelt so häufig einen Herzanfall erlitten wie jene mit dem höchsten. Der höchste Konsum betrug dabei vier Gramm täglich. Das Risiko blieb auch nach Berücksichtigung anderer Risikofaktoren wie Rauchen, Gewicht und körperliche Bewegung geringer.
Von 470 Männern zwischen 65 und 84 Jahre wiesen jene innerhalb von 15 Jahren einen signifikant geringeren Blutdruck auf, die regelmäßig Schokolade aßen. Die Forscher vermuten, dass Bestandteile des Kakaos, die antioxidativen Flavonole, einen entscheidenden Einfluss auf die Funktion der Blutgefäße haben.
jh / Arch Intern Med. 166 (2006) 411-417  2006-03-01  Quelle: www.aerztlichepraxis.de   sekundäre Pflanzenstoffe


Rotwein: Polyphenole helfen bei Zahnfleischentzündung

Orlando (ddp). Die in Rotwein enthaltenen Polyphenole können helfen, Zahnfleischentzündungen vorzubeugen und zu heilen. Kanadische Wissenschaftler haben diese positive Wirkung der vor allem aus roten Trauben stammenden Substanzen an Zellen von Mäusen nachgewiesen. Die Polyphenole fangen freie Radikale ab, die sich bei einer Zahnfleischentzündung bilden, berichteten die Forscher um Fatiha Chandad von der Laval-Universität in Quebec auf einem Treffen amerikanischer Zahnmediziner in Orlando. Frühere Studien hatten schon gezeigt, dass Rotwein zum Beispiel die Entwicklung von Tumoren aufhalten und Herzkrankheiten vorbeugen kann. Urheber der schützenden Wirkung sind so genannte Polyphenole, die in den Schalen von roten Weintrauben in großer Menge vorkommen. Beim Rotwein werden die Traubenhüllen mitvergoren, weshalb er im Vergleich zu seinem weißen Gegenstück besonders viel Polyphenol enthält. Die Substanz gehört zu den Antioxidantien, die im Körper schädliche freie Radikale aufhalten. In ihrer Studie zur Wirkung von Polyphenolen arbeiteten Fatiha Candad und ihre Kollegen nun mit Bestandteilen von Bakterien, die Zahnfleischentzündungen auslösen. Zunächst isolierten die Forscher so genannte Makrophagen aus Mäusen. Diese Fresszellen des Immunsystems haben die Aufgabe, Eindringlinge und beschädigte Zellen zu zersetzen. Als die Wissenschaftler die Makrophagen mit den bakteriellen Extrakten behandelten, bildeten sich die freien Radikale, die im Körper das Mundgewebe schädigen. Gaben die Wissenschaftler jedoch vor dem Bakterienbefall Polyphenol zu den Makrophagen, so setzten diese deutlich weniger freie Radikale frei als jene Exemplare ohne Rotweinextrakte. Diese antioxidative Wirkung von Rotwein könnte nützlich sein, um Zahnfleischentzündungen vorzubeugen und zu heilen, schließen die Wissenschaftler.11. März 2006


US-Forscher untersuchen die Wirkung von
Gemüse auf Atherosklerose


Winston-Salem – Der Konsum von Gemüse beugt Atherosklerose vor. Das postulieren Wissenschaftler der Wake Forest University School of Medicine. Sie veröffentlichen ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift The Journal of Nutrition (2006; 136: 1886-1889).
„Während jeder weiß, dass der Verzehr von Gemüse als gesund gilt, konnten wir erstmals zeigen, dass er die Entwicklung von Atherosklerose hemmt“, erklärte Michael Adams, Arbeitsgruppenleiter der Wake Forest University School of Medicine, Vermutlich führe ein höherer Gemüseanteil in der täglichen Nahrung zu einem geringeren Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko.
Die Forscher untersuchten Mäuse mit einem erhöhten Atheroskleroserisiko. Dieses basierte auf einem erhöhten Spiegel von LDL (low-densitiy lipoproteine). Die Hälfte erhielt gemüsefreies Futter. Die Forscher ergänzten das Futter der übrigen Mäuse mit einer Gemüsemischung aus gefriergetrocknete Brokkoli, Karotten, Erbsen, Mais und grüne Bohnen. Diese machte 30 Prozent der Kalorien der Nahrung aus.
Nach sechzehn Wochen maßen die Forscher, wie sich die Atherosklerose entwickelt hatte. Sie stellten fest, dass sich die Plaques bei gemüsehaltiger Ernährung signifikant weniger ausgebreitet hatten (38 Prozent) als bei Gemüsekarenz. Zudem zeigte sich ein positiver Effekt auf die Gewichtsentwicklung und die Blutfettwerte.
„Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass eine Diät mit viel Gemüse kardiovaskulären Problemen und Hypertonie vorbeugt. Diese Studie zeigt erstmals, wie der vermehrte Konsum von Gemüse und die Ausbildung von Atherosklerose zusammenhängen“, so die Wissenschaftler. Die Ergebnisse stützten die These, dass ein höherer Gemüseanteil in der Nahrung ein Fortschreiten der Atherosklerose durch antioxidante und antientzündliche Wirkung hemme, erklärte Adams. /hil
Dienstag, 20. Juni 2006


Sekundäre Pflanzenstoffe bei terminaler Niereninsuffizienz

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die Gesundheit zu unterstützen. Neben sportlicher Betätigung (oder wenigstens regelmäßiger Bewegung), Vorsorgeuntersuchungen sowie dem Vermeiden unnötiger Risiken (Rauchen, Alkohol, schädliche Umwelteinflüsse) kommt es in erster Linie auf eine ausgewogene Ernährung mit allen Nahrungs- und Vitalstoffen im richtigen Verhältnis an. Dies jedoch gestaltet sich insbesondere für fortgeschritten nierenkranke Dialysepatienten extrem schwierig: durch die notwendige Beschränkung auf kaliumarme Kost kommt es langfristig zu Vitamin- und Mineralstoffmängeln, die ausgeglichen werden müssen. Sekundäre Pflanzenstoffe aus Obst- und Gemüsekonzentraten mit deklarierten Mengenangaben helfen, den Bedarf zu decken und eine Hyperkaliämie zu vermeiden. http://www.journalmed.de/newsview.php?id=12888
29.05.2006  Infos für Ärzte

Tagtäglich müssen Informationen zu einer ausgewogenen Esskultur mit den farbigen Auslagen in den Supermärkten und der grellbunten allgegenwärtigen Lebensmittel-, Zigaretten- und Alkoholwerbung konkurrieren. Hier immer die richtige Entscheidung zu treffen, fällt schwer, auch wenn die Bedeutung von Obst und Gemüse für unsere Gesundheit bei den meisten Menschen mittlerweile als bekannt vorausgesetzt werden kann. Für chronisch kranke Patienten mit der Diagnose Niereninsuffizienz ist die angepasste Ernährung noch schwieriger, können sie sich doch nicht einmal nach den Regeln der die Gesundheit unterstützenden Ernährung richten, denn das Stadium der Gesundheit liegt ja hinter ihnen und sie müssen sich – im Widerspruch zu den Erkenntnissen der modernen Ernährungswissenschaft – ausgesprochen arm an Eiweiß, Kalium, Natrium, Phosphat, bestimmten Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen ernähren. Dabei sind sie durch ihre Erkrankung einem erhöhten oxidativen Stress ausgesetzt, der sie überdurchschnittlich häufig an Herz-Kreislaufkomplikationen erkranken lässt. Gegen diese aber vermögen sekundäre Pflanzenstoffe durchaus Schutzfunktionen ausüben. Ziel der Ernährung eines niereninsuffizienten Patienten muss es also sein, einerseites die Eiweiß-, Kalium- und Vitaminbeschränkungen einzuhalten, die die harnpflichtigen Substanzen im Blut ansteigen lassen würden, andererseits aber eine Malnutrition zu verhindern.
Gemüse und Obst enthalten neben den essenziellen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen Verbindungen wie Carotinoide, Phytosterine, Sulfide oder Phytoöstrogene, die den Körper auf vielfältige Art und Weise vor Krankheiten schützen können. Diese bezeichnet man als „sekundäre Pflanzenstoffe“. Sie verhindern z. B. schädliche Oxidationen, senken das Cholesterin oder hemmen die Blutgerinnung.
Die Forschung wird noch Zeit und viele Untersuchungen, insbesondere am Menschen benötigen, um Angaben zur optimalen Aufnahmemenge machen zu können. Das betrifft sowohl Aussagen zu einzelnen sekundären Pflanzenstoffen als auch zu deren Gesamtmenge und exakter Wirkweise. Trotz dieser offenen Frage kann heute die Empfehlung gegeben werden: im Rahmen einer Gesundheit fördernden Ernährung sollten täglich 5 Portionen Gemüse und Obst in roher und erhitzter Form verzehrt werden. Konkret bedeutet das: 3 Portionen bzw. 400 g Gemüse pro Tag sowie 2 Portionen bzw. 250 g Obst täglich.

Die Forschung, besonders die Phytopharmakologie, befasst sich deshalb mit den sekundären Pflanzenstoffen aus pflanzlichen Lebensmitteln, weil in verschiedenen epidemiologischen Studien festgestellt werden konnte, dass ein hoher Konsum an Obst und Gemüse mit einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf- und bestimmte Krebserkrankungen einhergeht. Die Bedeutung der sekundären Pflanzenstoffe liegt in deren Schutzeffekten, von denen mittlerweile über 12.450 analysiert wurden. Wir sollten daher nicht nur die 13 verschiedenen bekannten Vitamine betrachten: entscheidend ist offenbar ein Synergismus aus den tausenden Stoffen unserer Lebensmittel. Dies bestätigen die zahlreichen Untersuchungen, in denen zum Teil durch gezielte Verabreichung höherer Dosen einzelner Vitamine die Risiken für bestimmte Erkrankungen sogar deutlich anstiegen. In den Vergleichsgruppen, die reichlich verschiedenes Obst und Gemüse in Kombination verzehrten, ließen sich solche unerwünschten Nebeneffekte dagegen nicht beobachten.

Die Analyse von vielfältigen Untersuchungen bestätigt den hohen Stellenwert von Obst und Gemüse bei der Prävention von Zivilisationskrankheiten sowie diverser Krebserkrankungen. Auch die Reduktion von Risiken für Genpolymorphismen und damit assoziierten Erkrankungen (Diabetes, Morbus Alzheimer, Morbus Parkinson etc.) scheint einen Zusammenhang mit der Zufuhr von Obst und Gemüse zu haben. Dies lässt sich zum Teil durch die hohe antioxidative Potenz sekundärer Pflanzenstoffe erklären, welche einen Großteil der von freien Radikalen verursachten DNA-Schäden kompensieren und so deren Auswirkungen letztlich vermeiden helfen.

Derzeit lassen sich allerdings noch keine genauen Aussagen darüber treffen, wie viel von welchem Pflanzenstoff aufzunehmen ist. Ähnlich wie bei den essenziellen Wirkstoffen, worunter Vitamine und Mineralstoffe zählen, hängt der Gehalt eines sekundären Pflanzenstoffes von vielen Faktoren ab: Das sind Pflanzensorte, Anbauart und -ort, Züchtung, aber auch Lagerung, Verarbeitung und Zubereitung. Bei den sekundären Pflanzenstoffen ist die Zahl der verwandten Verbindungen so groß, dass man noch nicht absolut sicher abschätzen kann, wie welcher Stoff wirkt: Liegt es an dem einzelnen Substrat oder ist die Wirkung nur im Zusammenspiel von mehreren Verbindungen zu suchen? Spielen eventuell die enthaltenen Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe ebenfalls eine Rolle? Da die Zahl der möglich wirksamen Verbindungen so groß ist, sind heute Angaben zur optimalen Aufnahme einzelner sekundärer Pflanzenstoffe oder einer Gesamtmenge nicht möglich. Dennoch hat die Phytoforschung einige Hauptwirkungen und Dosierempfehlungen abgeleitet. (siehe Tabelle 2)


Dialysepatienten leiden überdurchschnittlich häufig unter kardiovaskulären Komplikationen. Gefäßveränderungen entwickeln sich schneller als bei Nierengesunden. Auffällig hoch ist das Risiko unter denen mit Diabetes mellitus und einem hohen Kalzium-Phosphat-Produkt („Herzgift“ Phosphat). Eine Umstellung der Ernährung ist schwierig, weil ein höherer Anteil von Gemüse und Obst nicht möglich ist.

Antithrombotisch, also blutgerinnungshemmend, wirken die bereits genannten Flavonoide. Das könnte erklären, warum eine hohe Flavonoidaufnahme das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt. Allerdings sind für die im Reagenzglas gezeigten Wirkungen Mengen notwendig, die sich über die Aufnahme mit der Nahrung nur mit wenigen Lebensmitteln erreichen lassen. Jedoch bestätigen Untersuchungen am Menschen, dass eine hohe Flavonoidaufnahme, z. B. durch einen hohen Apfelverzehr, mit einem verringerten Erkrankungs- und Sterblichkeitsrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht. Dies wäre eine mögliche Herleitung der Lebensweisheit „An apple a day keeps the doctor away“.

Dialysepatienten sollen wegen des Risikos einer Hyperkaliämie in Abhängigkeit von der Restdiurese lediglich 1,0 bis
maximal 2,0 g Kalium zu sich nehmen. Vor allem diese Gefahr schränkt für sie die Zufuhr an frischem Obst und Gemüse sehr stark ein. Die Hyperkaliämie ist das akut bedrohlichste Ereignis bei dieser Patientengruppe.

Immunsystem modulierend
Immunmodulierende Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Sulfide, Carotinoide stabilisieren und kräftigen das Immunsystem. Entgiftend wirken Enzyme, die Umweltschadstoffe sowie Nahrungsgifte bzw. Alkohol und Substanzen aus inhaliertem Tabakrauch unschädlich machen. Diese Systeme reagieren empfindlich auf eine unzureichende Versorgung mit sekundären Pflanzenstoffen und essenziellen Nährstoffen. Als Beispiel sei hier das Element Selen genannt. Es ist bekannt, dass große Bevölkerungsgruppen eine unzureichende Selenversorgung aufweisen. Die Aktivität eines der wichtigsten Entgiftungsenzyme, die Glutathionperoxidase, wird durch eine unzureichende Selenversorgung deutlich gehemmt. Hierdurch kommt es zu einer Beeinträchtigung der Entgiftungskapazität, weshalb mit einer gesteigerten Gifteinwirkung auf den Organismus zu rechnen ist. Eine ganz ähnliche Bedeutung haben das Element Zink sowie die Vitamine B2, B6 und C. Viel zu wenig Berücksichtigung findet in diesem Zusammenhang noch immer die Bedeutung der sekundären Pflanzenstoffe in Lebensmitteln. Glycosinolate, Polyphenole, Karotinoide, Saponine oder Indole üben eine messbare aktivitätssteigernde Wirkung auf die Entgiftungsenzyme aus. Diese Stoffe kommen gerade in jenem Gemüse vor, welches meist nicht mehr in ausreichender Menge zum Verzehr gelangt (Brokkoli, Kresse, Meerrettich, Grünkohl, und viele andere mehr). Inzwischen ließ sich eine große Anzahl von Stoffen aus den oben bereits erwähnten Nahrungsmitteln identifizieren, die modulierend in die Entgiftung eingreifen. So konnten für Abbauprodukte der Glycosinolate in zahlreichen Studien antikanzerogene Wirkungen nachgewiesen werden. Mittels einer an Glycosinolaten reichen Ernährung (Brokkoli, Kresse, Meerrettich) lässt sich der Plasmagehalt der Glutathion-S-Transferasen signifikant erhöhen.

Krebsrisiko-Reduktion
Antikanzerogene sekundäre Pflanzenstoffe wie Vitamin-C, Vitamin-E, Phenolsäuren, Sulfide, Flavonoide, Antioxidanzien verringern das Krebsrisiko. Man schätzt, dass insgesamt bis zu 35 oder gar 40% aller Krebserkrankungen die Fehlernährung als (Mit)Ursache haben. Am deutlichsten sind die Schutzeffekte durch den täglich ausreichenden Verzehr von Obst und Gemüse gegenüber Magen-, Darm- und Lungenkrebs. Doch auch bei der Vorbeugung von Karzinomen der Eierstöcke, Harnblase und Niere zeigen sich zweifellos Korrelationen (siehe Abb.1). Mitunter entscheidet, was gegessen wird. Durch 500 g Obst am Tag erreicht man offenbar eine Risikominderung für Bronchialkarzinome um bis zu 45%. Hierbei spielen wahrscheinlich bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe, besonders aus dem Obst, eine größere Rolle als andere, die eher im Gemüse stärker vorkommen. In anderen Bereichen wirken Obst und Gemüse gleichermaßen protektiv. Das Magenkrebs-Risiko war bei denjenigen um 45% reduziert, die täglich durchschnittlich 456 g Obst und Gemüse aßen, im Vergleich zu den Personen, die nur 287 g zu sich nahmen.
Dialysepatienten leiden besonders häufig an Appetitlosigkeit. Daran sind einerseits die urämische Stoffwechsellage und die Polyneuropathie beteiligt. Andererseits müssen wir Ärzte die Menge von Medikamenten bedenken, welche wir ihnen verordnen müssen. Mehrere zugleich eingenommene Präparate bewirken oft einen metallischen Geschmack im Mund, was den Antrieb zum Essen fester Speisen bremst. Malnutrition ist oft die Folge. Diese setzt den Körper zusätzlich unter Stress, woraus eine weitere, auch Karzinom-Gefährdung, resultieren kann.

Infektabwehr
Antimikrobielle Substanzen wie z. B. Sulfide, Phenolsäuren schützen vor Infektionen. Dialysepatienten haben eine reduzierte Infektabwehrfähigkeit. Außerdem ist die Niereninsuffizienz nur eine der Krankheiten, an denen sie leiden. Hypertonie und Diabetes mellitus haben vorher bereits Schäden gesetzt. Koronare Herzkrankheit, Tumore und Infektionen treten ebenso auf und führen zu (teilweise durchaus vermeidbaren) Komplikationen.
Empfehlung: Dialysepatienten können die Zufuhr an sekundären Pflanzenstoffen mit speziellen Nahrungsergänzungen deutlich steigern. In Studien wurde der gesundheitsfördernde Nutzen eindrucksvoll belegt. Frisches Obst und Gemüse sind reich an Kalium das bei terminaler Niereninsuffizienz zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen bis hin zu Herzversagen führen kann. Dialysepatienten kann man deshalb die Einnahme von Nahrungsergänzungen mit Konzentraten aus frischem Obst und Gemüse empfehlen, für die der Gehalt an Kalium ausgewiesen ist. Diverse Präparate wie novoFlavin®, JuicePlus®, Nutrifood® und andere mehr stehen in Form Phthalat-freier Kapseln zur Verfügung. Dabei sollte indes immer der Gehalt an Kalium deklariert sein, und adaptierte Nahrungsergänzungen sollten kein Vitamin A, D, und K sowie die einfache Dosierung an Vitamin-C enthalten. Diese Anforderungen erfüllt zur Zeit nur novoFlavin® (PZN: 4656648).
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Forschung: Wie Flavonoide vor Darmkrebs schützen
Kann der Konsum von Äpfeln vor einer Darmkrebserkrankung schützen? "Natürlich kann das nicht ein einzelnes Nahrungsmittel leisten", erklärt Prof. Dr. Beatrice L. Pool-Zobel von der Universität Jena. "Das hängt von vielen Faktoren ab, aber der Konsum von faserreicher und ballaststoffreicher Kost kann dazu beitragen", ist sich die Ernährungstoxikologin sicher. "Äpfel und Apfelprodukte bilden darüber hinaus einen wichtigen Bestandteil bei der Krebsprophylaxe, weil sie in Westeuropa ein Hauptlieferant für Flavonoide sind." Noch ist wenig bekannt, woher die gesundheitsfördernde Wirkung dieser Pflanzenbestandteile kommt.
Dieses zu erforschen, ist Ziel eines seit drei Jahren bestehenden und gerade bis 2009 verlängerten Projekts, das vom Bundesforschungsministerium (BMBF) finanziert wird. Neben zwei Jenaer Arbeitsgruppen von Prof. Pool-Zobel und Prof. Dr. Frank Böhmer sind Partner aus den Universitäten in Kaiserslautern, Heidelberg, Karlsruhe, München und Würzburg sowie der Forschungsanstalt in Geisenheim beteiligt.
In Jena wird der Einfluss von Flavonoiden auf die Entwicklung von Darmzellen untersucht. Außerdem wollen die Ernährungswissenschaftler ermitteln, wie die Genexpression verläuft - wie also die zellulären Prozesse aussehen, die zur Umwandlung der genetischen Informationen bei Proteinen ablaufen. Die Forschungsanstalt in Geisenheim liefert hierfür das Untersuchungsmaterial. "Das ist ein gut charakterisierter Apfelextrakt aus einer für herkömmliche Apfelsäfte üblichen Sortenmischung", erläutert Prof. Pool-Zobel. "Damit die Proben den gleichen Gehalt an Inhaltsstoffen bieten und unsere Ergebnisse aussagefähig sind, werden sie unter Luft- und Lichtausschluss verpackt und kalt gelagert. Wir können dann je nach Bedarf Portionen einzeln entnehmen und analysieren."
Die ermutigenden Ergebnisse der Jenaer Wissenschaftler, die vor kurzem auch in einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlicht worden sind, waren ein Argument für die Verlängerung des Projekts. Die Ergebnisse zeigen, dass Flavonoide tatsächlich die Darmzellen beim Abbau und bei der Abwehr toxischer Substanzen unterstützen und damit das Risiko einer Krebserkrankung verringern. "Dabei konnten wir feststellen, dass die positive Wirkung beim Einsatz des komplexen Apfel-Extraktes stärker war als beim Einsatz einzelner Komponenten aus dem Apfel-Extrakt", sagt Pool-Zobel.
Eine bedeutende Rolle bei der Gesunderhaltung der Darmzellen spielen auch die Trubstoffe - besondere Schwebstoffe, die z. B. in trübem Apfelsaft vorkommen. Aber auch diese Stoffe bilden nur einen Bruchteil der Bestandteile eines Apfels und sollen in ihrer genauen Wirkungsweise zukünftig noch genauer untersucht werden.
Bisher sind die Studien an humanen Zellkulturen durchgeführt worden. "Pilotversuche haben aber gezeigt, dass der Verzehr von einem Liter eines entsprechenden trüben Apfelsafts ausreichen könnte, auch in vivo - also direkt beim Menschen - zu ähnlichen Wirkungen zu führen." Die Untersuchungen hierzu sind Teil des neuen Projektabschnitts.
Langfristig, ist Prof. Pool-Zobel überzeugt, könnten Ergebnisse dieser Forschungen dazu beitragen, die Exposition gegen unvermeidbare Kanzerogene zu reduzieren und damit das Risiko einer Krebserkrankung zu senken.
Das Forschungsprojekt und die Ergebnisse werden im Internet unter www.nutrition-net.org auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Prof. Dr. Beatrice L. Pool-Zobel
Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Jena
E-Mail: b8pobe@uni-jena.de
Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena   21.06.2006


Soja zur Brustkrebs-Prävention
Pflanzliche Hormone aus Soja schützen die Frau in den Wechseljahren vor Brustkrebs. Dies wurde gestern, Dienstag, auf dem Symposium zu 'Neuen Erkenntnissen in der Frauenheilkunde' in Wien bekannt gegeben. Eine weitere neue Erkenntnis ist die Entdeckung eines zweiten Östrogenrezeptors durch den schwedischen Wissenschaftler Jan-Ake Gustafsson. Die Entdeckung des zweiten Östrogenrezeptors stellt eine Revolution in der weltweiten Hormonforschung dar. Bisher war nur ein Östrogenrezeptor bekannt.
"Diese Erkenntnis hat eine große klinische Bedeutung, besonders in der Krebsprävention", erklärt Johannes Huber, Professor der Medizinischen Universität Wien, im Gespräch mit pressetext.
Im Alter erhöht sich aufgrund zunehmender hormoneller Unausgeglichenheit das Risiko an hormonbedingten Tumoren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose zu erkranken. Durch die Einnahmen von Sojaprodukten wird die Balance der unterschiedlichen Östrogenrezeptoren unterstützt. Denn das Zusammenspiel von Soja und den Östrogenrezeptoren führt zum Schutz der Gesundheit von Brust, Gebärmutter, Knochen und Herz-Kreislaufsystem, einer Verjüngung des Hormonprofils, erhöhter Vitalität und einem allgemeinen Wohlbefinden der Frau in den Wechseljahren.
Um eine Hormonbalance herzustellen empfehlen Experten eine Zufuhr von 100 Milligramm pflanzlicher Hormone aus Soja in den täglichen Speiseplan aufzunehmen. Die Einnahme von Soja kann durch entsprechende Ernährung wie Sojasaft oder Tofu sowie durch standardisierte Spezialextrakte wie beispielsweise Soja-Hormon-Kapseln erfolgen, so Huber. Dadurch werden Stimmungsschwankungen und nächtliche Schlafstörungen reduziert. Aktuelle DNA-Studien belegen außerdem eine deutliche Verringerung des Brustkrebsrisikos.
Die Wissenschaftliche Initiative Pro-Soja.de http://www.pro-soja.de  widmet sich der Erforschung der Wirkung von pflanzlichen Hormonen aus Soja auf die Frauengesundheit. Die Forschungsinitiative besteht aus einem Netzwerk internationaler Mediziner, die ihre Ergebnisse aus Forschungen zu den Themen Soja, Wechseljahre und Ernährung zusammenfassen. Ziel ist es dabei, durch Informationsveranstaltungen für Apotheker, Frauen, Experten und Interessierte aus den Bereichen Ernährungswissenschaft und Frauengesundheit über den wissenschaftlich belegten und gesundheitsfördernden Effekt von Soja aufzuklären. 21.06.2006


Gemüse und Obst schützen vor Arteriosklerose!
Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe spielen entscheidende Rolle


Über den Einfluss von oxidativem Stress auf Arteriosklerose und Durchblutungsstörungen sowie über den vielversprechenden Einsatz von sekundären Pflanzenstoffen aus Gemüse und Obst zur Risikominderung, gab Dr. med. Werner Seebauer am 17. Juni beim dritten Internationalen Diätetik Kongress in Aachen einen Einblick zum aktuellen Wissensstand, berichtet heute die Ernährungswissenschaftlerin Anja Baustian von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen.

Durch Fehlernährung bedingte Arteriosklerose und endotheliale Dysfunktionen sind in unseren Industrieländern nach wie vor die absolut häufigsten Ursachen für chronische Folgeerkrankungen und Tod. Oxidativer Stress ist eine wichtige Komponente in der Enstehung von Arterisklerose. Hier spielen potente und komplex zusammenwirkende Antioxidantien eine entscheidende Rolle, die die Oxidation und damit die vermehrte Ablagerung von LDL-Cholesterin in den Blutgefäßen reduzieren. Diese Faktoren sind durch unsere Nahrung negativ wie auch positiv beeinflussbar. Der reichliche und regelmäßige Konsum von Antioxidantien in Form von Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen kann den positiven Einfluss stärken und Risiken reduzieren.

Der Vorteil sekundärer Pflanzenstoffen ist, dass sie im natürlichen Verbund auch mit Vitaminen und Spurenelementen synergistische Wirkungen entfalten. Zudem greifen sie an verschiedenen Stellen an, was zur Risikominderung von zum Beispiel oxidativem Stress führt. Neben der Reduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiken haben sie erwiesen potentielle präventive Effekte gegenüber Krebs, Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen, Osteoporose, Allergien und vielen weiteren chronisch entzündlichen Erkrankungen. Von den Polyphenolen, die mit über 4.000 verschiedenen Substanzen die größte Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe darstellen, sind besonders viele Zusammenhänge bekannt, die für die kardiovaskuläre Prävention bedeutend sind. Den größten Anteil der Polyphenole machen wiederum die Flavonoide aus, welche die Reduktion der endotheliale Dysfunktionen, die Hemmung der Thrombzytenaggregationen sowie die Oxidation von LDL-Cholesterin beeinflussen. Die Risikofaktoren und die dagegen präventiv wirkenden Schutzfaktoren aus unserer Nahrung – insbesondere durch die sekundären Pflanzenstoffe in deren natürlichen Komplexen – hängen wie angedeutet über vielfältige Mechanismen zusammen. Wir sollten uns vollwertig mit einem absoluten Schwerpunkt aus unserer Pflanzennahrung bedienen, damit wir auch unser Herz-Kreislaufsystem intakt halten. Die Empfehlungen münden immer wieder in die 5 am Tag Kampagne, die mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst, reif geerntet und guter Qualität als tägliche Zielgröße vorgeben. Neben der Ernährung spielt dabei selbstverständlich die körperliche Bewegung einen weitere wichtige Rolle, betonte Dr. Werner Seebauer.  Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. am 28.06.06


Schwarzer Tee mit Milch: Kaseine heben gefäßschützenden Effekt von Katechin auf
Wer seinen Tee mit Milch trinkt, macht dessen günstige Auswirkungen auf das Blutgefäßsystem zunichte. Das weist eine Studie der Charité - Universitätsmedizin Berlin nach, die jetzt im European Heart Journal erschienen ist. Der Genuss von Tee hat eine entspannende und erweiternde Wirkung auf die Arterien. Untersuchungen an gesunden Probanden haben ergeben, dass dieser Effekt ausbleibt, wenn dem Getränk Milch hinzugefügt wird. Entsprechende Ergebnisse brachten auch zusätzliche Versuche an Zellkulturen.
Dass sich Tee positiv auf das Gefäßsystem auswirkt, ist inzwischen gut belegt. Er kann zum Beispiel vor Gefäßverkalkung und koronarer Herzerkrankung schützen sowie antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen haben. "Tee hat sehr vielfältige gesundheitsfördernde Effekte", erklärt Studienleiterin Prof. Verena Stangl von der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Campus Mitte. "Bisher war aber nicht klar, dass Milch diese Effekte beeinträchtigt."
Für die Studie haben Testpersonen entweder schwarzen Tee ohne Milchzusatz oder mit einer in England üblichen Dosis Milch getrunken. Als Kontrolle wurde warmes Wasser verabreicht. Jeweils eine Stunde vor und bis zwei Stunden nach dem Verzehr wurden am Unterarm Ultraschallmessungen vorgenommen. Das Ergebnis: Nach dem Trinken von Wasser war keine Veränderung zu beobachten. Beim Genuss von Tee ohne Milch hingegen haben sich die Arterien aller Versuchsteilnehmer besser erweitert, wodurch der Blutfluss begünstigt wird. Beim Hinzufügen von Milch blieb diese Wirkung aus.
Die Erklärung dazu liegt in den Proteinen der Milch: Die so genannten Kaseine sind dafür verantwortlich, dass das im Tee enthaltene Katechin nicht mehr wirkt. Diesem wird unter anderem eine antithrombotische und antientzündliche Funktion zugeschrieben. Dr. Mario Lorenz, der die Studie durchgeführt hat, schließt nicht aus, dass Milch die ebenfalls erwiesene Antikrebswirkung von Tee beeinträchtigen könnte. Im Studienergebnis sieht er eine Erklärung dafür, dass in Ländern wie England, wo der Tee für gewöhnlich mit Milch getrunken wird, dessen Schutzwirkung gegen Herzerkrankung ausbleiben könnte. "Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass in Asien seltener Herzerkrankungen auftreten. Dort wird traditionell viel Tee konsumiert, und zwar ohne Milch", argumentiert Dr. Lorenz.
Auch in Zukunft dreht sich in der Arbeitsgruppe von Prof. Stangl einiges um Tee. Sie wird untersuchen, ob grüner Tee aufgrund seines höheren Katechingehalts wirkungsvoller ist als schwarzer Tee. Ein weiterer spannender Aspekt: Es soll erforscht werden, ob Teeinhaltsstoffe womöglich auch die Wiederverengung von Blutgefäßen nach einer Katheterbehandlung verhindern können.
* Addition of milk prevents vascular protective effects of tea. European Health Journal. Online einsehbar unter: http://eurheartj.oxfordjournals.org/
 
Professor Verena Stangl
Klinik für Kardiologie und Angiologie
Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte
09.01.2007  Infos für Ärzte


Mit sekundären Pflanzeninhaltsstoffen
gegen Darmkrebs und Typ-2-Diabetes
 
Wirkungen von Heilpflanzen und Gewürzen werden in der Naturheilkunde seit der Antike genutzt, pharmakologisch wirksam sind aber in der Regel nur die so genannten sekundären Pflanzeninhaltsstoffe.
Resveratrol ist ein Bestandteil von Rotwein und schützt vor Darmkrebs. Und die Inhaltsstoffe von Salbei und Rosmarin bieten viel versprechende Ausgangspunkte für neue Medikamente gegen Altersdiabetes. Details über diese aufsehenerregenden Entdeckungen berichten Pharmazeuten und Kliniker der Universität Frankfurt in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Forschung Frankfurt" (4/2006).
Aus Versuchen mit Ratten weiß man, dass bei diesen Darmkrebs ähnlich wie beim Menschen über verschiedene Vorstufen verläuft - beginnend mit Veränderungen in so genannten Krypten, Vorstufen der Tumorzellen. Das im Rotwein vorkommende Resveratrol hemmt die schnelle Ausbreitung dieser Zellen. Wie dies geschieht, konnte die Arbeitsgruppe von Prof. Jürgen Stein von der Universitätsklinik Frankfurt zusammen mit französischen Kollegen aus Straßburg aufklären, indem sie die Zielstruktur (das Molekül PPARg) identifizierten, auf die das Resveratrol wirkt, um das Wachstum der Krypten dosisabhängig zu hemmen. Ziel ist es nun, in Zusammenarbeit mit den Pharmazeuten an der Universität, die natürlichen Leitstrukturen von Resveratrol systematisch chemisch zu verändern und die gewonnenen Derivate auf ihre biologischen Wirkungen hin zu untersuchen. Auf diesem Wege sollen Verbindungen entstehen, die noch wirksamer sind als das natürliche Ausgangsprodukt.
Dieselbe Zielstruktur, die bei der Bekämpfung von Darmkrebs eine zentrale Rolle spielt, ist auch bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes von Bedeutung. Eine der Hauptursachen der Erkrankung ist die "Insulinresistenz" der Körperzellen. Normalerweise reagieren Zellen, die über einen Insulinrezeptor verfügen - beispielsweise Leberzellen - auf einen erhöhten Insulinspiegel, indem sie Glukose aus dem Blut aufnehmen und verarbeiten. Bei Typ-2-Diabetikern sind die Körperzellen gegenüber einem erhöhten Insulinspiegel "abgestumpft". Obwohl die genaue Ursache der Insulinresistenz bisher nicht bekannt ist, weiß man aus Tierexperimenten, dass fettreiche Nahrung dazu beiträgt.
Bei der medikamentösen Behandlung der Typ-2-Diabetes versucht man, die Körperzellen durch die Arzneistoffe aus der Gruppe der "Glitazone" erneut zu sensibilisieren. Wie man weiß, aktivieren diese Wirkstoffe das PPARg. Auf der Suche nach neuen Leitsubstanzen für die Entwicklung von Wirkstoffen zur Behandlung der Typ-2-Diabetes und Entzündungserkrankungen hat der Arbeitskreis von Pharmazie-Professor Manfred Schubert-Zsilavecz daher mehr als 50 verschiedene Pflanzen und deren Extrakte auf ihre PPAR-Eigenschaften untersucht. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf Gewürzpflanzen, beziehungsweise solchen, die volksmedizinisch zur Behandlung von Diabetes mellitus eingesetzt wurden oder noch immer werden. Die potentesten Pflanzen waren dabei Salbei und Rosmarin. Als wirksame Inhaltsstoffe und damit Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Medikamente gegen Typ-2-Diabetes identifizierten die Wissenschaftler Carnol und Carnosolsäure.   2006 www.medaustria.at  Quelle: Forschung Frankfurt - Forschungsmagazin der Uni Frankfurt
28.12.06


Schokolade gesund fürs Herz
Schokolade ist für das Herz gesund. Das fanden amerikanische Wissenschaftler von der Harvard University, Boston heraus. Sie konnten mit Hilfe einer Analyse von 136 Medline-Publikationen, die gesundheitsfördernde Effekte von Schokolade  auf das Herzkreislaufsystem bestätigen.
So untersuchten die Wissenschaftler im Zeitraum von 1995 bis 2004 veröffentlichte Publikationen hinsichtlich der Beziehungen zwischen den Inhaltsstoffen von Schokolade, wie Kakao, Stearinsäure sowie Flavonoide und dem Risiko an kardiovaskulären Erkrankungen zu leiden. Sie konnten die positiven Effekte darlegen.Verantwortlich für die gesunde Schokolade sind vor allem die Flavonoide. Jene sekundäre Pflanzenstoffe, die auch in pflanzlichen Lebensmitteln, wie Weintraube, Zwiebel und Apfel vorkommen, senken den Blutdruck, vermindern Entzündungen, senken die Blutplättchenaggregation, reduzieren das schlechte Cholesterin LDL und erhöhen das gute Cholesterin HDL.Die besten Effekte gab es bei dunkler Schokolade. Je mehr Kakaomasse in der Schokolade ist, umso mehr Flavonoide findet man darin. http://krankenkassenratgeber.de   06.04.2007


Broccoli und Tomate: Starkes Team für die Prostata
Baierbrunn (ots) - Broccoli und Tomaten, in einer Mahlzeit vereint, bremsen das Wachstum von Prostatatumoren stärker, als wenn beide getrennt verspeist werden, berichtet das Apothekenmagazin "Senioren Ratgeber". Der Effekt war in einer Studie von Forschern an der Universität von Illinois (USA) so deutlich, dass die beteiligte Wissenschaftlerin Kirstie Canene-Adams Männern mit einem langsam wachsenden Prostatakrebs sogar ganz konkrete tägliche Verzehrempfehlungen gibt: "Schon eineinhalb Tassen Broccoli und zweieinhalb Tassen Tomaten beziehungsweise eine halbe Tasse Tomatenmark, etwa auf einer Pizza, genügen."18. April 2007


Trüber Apfelsaft gesünder
Trüber Apfelsaft ist gesünder, als die klare Variante. Im trüben Saft findet man mehr Polyphenole,
welche für das fruchtige Aroma im Apfel sorgen. Zudem soll der Stoff Entzündungen hemmen und Krebs vorbeugen. In naturtrübem Apfelsaft stecken viermal so viele von ihnen wie in klaren Sorten. Das fanden polnische Forscherteam der Universität Wroclaw heraus. Klarer Apfelsaft hat zwar gegenüber der trüben Variante den Vorteil, dass sie länger hält und appetitlicher aussieht, gesünder ist er aber auf keinen Fall. Wenn der Saft gefiltert und haltbar gemacht wird, geht aber ein Großteil der gesunden Stoffe verloren. Polyphenole stecken übrigens auch in dunkler Schokolade und in Rotwein.
Quelle: Chemistry & Industry 15.04.200


Beugt Brokkoli Blasenkrebs vor?
HEIDELBERG (dpa). Wer Brokkoli, Rettich und Radieschen isst, beugt Blasenkrebs vor, hat das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg berichtet. Ursache sind Isothiocyanate. Sie haben nach der Untersuchung, die im "International Journal of Cancer" (120, 2007, 2208) erschienen ist, Krebs hemmende Eigenschaften. Dr. Hua Zhao von der Universität von Texas in Houston hat 700 Blasenkrebs-Patienten und 700 Gesunde zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Bei reichhaltigem ITC-Verzehr war die Blasenkrebsrate um 29 Prozent geringer.
Ärzte Zeitung, 18.05.2007


Tierversuche belegen Wirkung -
Brokkoli schützt vor Blasenkrebs

In epidemiologischen Studien zeigten Brokkoli und anderes Kreuzblütlergemüse eine protektive Wirkung bei verschiedenen Tumorarten – unter anderem bei Blasenkrebs. Forscher konnten nun die antikanzerogene Wirkung von Brokkoli-Extrakten direkt im Tierversuch nachweisen.
Brokkoli-Sprossen erhalten etwa 30mal so viel antikanzerogene Phytochemikalien wie das reife Gemüse.
28.02.08 - Mit Konzentraten aus gefriergetrockneten Brokkoli-Sprossen testeten Dr. Yuesheng Zhang und Kollegen vom Roswell Park Center Institute die Effekte an Ratten. Die Studie erscheint in der März-Ausgabe von «Cancer Research»
Die Forscher teilten die Nager in fünf Gruppen ein: Drei Tiergruppen erhielten mit ihrem Trinkwasser N-butyl-N-(4-hydroxybutyl)Nitrosamin (BBN) - eine Chemikalie, die Blasentumoren induziert. Zwei dieser Gruppen erhielten zudem zwei Wochen, bevor die kanzerogene Substanz verabreicht wurde, mit ihrer täglichen Nahrung den Brokkolisprossen-Extrakt - einmal in höherer, einmal in niedrigerer Dosis.
Einer Kontrollgruppe wurde lediglich Brokkoli-Extrakt ohne BBN zugefüttert, eine weitere Kontrollgruppe erhielt keine der beiden Substanzen.
Alle Ratten, die mit BBN versetztes Wasser tranken, entwickelten Blasenkarzinome - allerdings in unterschiedlichem Ausmaß: Während sich ohne Brokkoli-Extrakt bei 96 Prozent der Tiere Tumore zeigten, waren in der Gruppe mit dem geringer dosierten Extrakt nur 74 Prozent betroffen. Bei höherer Dosierung konnte die Rate sogar auf 38 Prozent gesenkt werden. Auch die Anzahl und Größe der Tumore pro Tier ging zurück.
Keine Nebenwirkungen feststellbar
Beide Kontrollgruppen, die kein BBN erhielten, entwickelten auch keine Karzinome. Toxische Effekte oder Nebenwirkungen des Brokkoli-Extrakts zeigten sich dabei nicht.
Vermutlich lässt sich die protektive Wirkung zu einem großen Teil auf die in den Gemüsen enthaltenen Isothiocyanate (ITC) zurückführen. Die antikanzerogenen Eigenschaften dieser Phytochemikalien konnten bereits in anderen Studien nachgewiesen werden.
Brokkoli-Sprossen erhalten etwa 30mal mehr ITC als das reife Gemüse, merken die Forscher an. Durch die Extraktion steigerten sie den ITC-Anteil in den Brokkoli-Konzentraten auf das 600fache. Doch schon geringere Mengen würde Wirkung zeigen, geben sich die Forscher zuversichtlich. Durch die Urin-Exkretion würde die Substanz direkt in das Blasengewebe transporiert.
fs / Quelle: American Association for Cancer Research