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Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS)
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Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS)
Was sind SPS und wie wirken sie?
Sekundäre Pflanzenstoffe (abgekürzt Sps) haben vielfältige
Aufgaben: Zum Beispiel dienen sie den Pflanzen als Abwehrstoff gegen Freßfeinde. So stammt etwa der bittere Geschmack des Rosenkohls von dem Sps Sinigrin,
das Schädlingen den Appetit verdirbt. Desweiteren dienendie Sps vielen Gewächsen
als eine Art Sonnenmilch: Sie schützen vor den schädlichen Auswirkungen der UV-Strahlung
der Sonne. Auch als Farbstoffe kommen sie zum Einsatz. Viele Früchte enthalten Sps,
die Tiere zum Fressen der Früchte anregen. Dadurch werden die Samen dieser Pflanze verbreitet. Sps wirken im Menschen wie Medikamente
sie tragen im eigentlichen Sinne nichts zur Ernährung bei. Im Gegensatz
dazu die pimären Pflanzenstoffe: Sie wirken in der Regel als Nährstoffe (einzige Ausnahme
Ballaststoffe). In den Pflanzen sind sie beteiligt an der Energieerzeugung und am Aufbau
der Zellen. Sps sind chemisch gesehen sehr
unterschiedliche Substanzen, die in den Pflanzen meist nur in geringer Konzentration vorkommen.
Bisher sind etwa 30 000 bekannt; davon kommen 5 000 bis 10 000 in der Nahrung vor.
Bei normaler Ernährung nimmt man jeden Tag ungefähr 1,5 Gramm an Sps zu sich. Vegetarier
allerdings konsumieren wesentlich mehr.
Wie wirken sekundäre Pflanzenstoffe?
Bis vor wenigen Jahren dachten
die Forscher, daß die Sps giftig für den Menschen seien. Heute weiß man, daß
die meisten die Gesundheit fördern. Der Wendepunkt kam Anfang der 90er Jahre: Damals zeigten amerikanische
Wissenschaftler, daß Menschen, die viel Obst und Gemüse essen, wesentlich
weniger Krebs bekommen. Dabei litt das Viertel der Personen, die am wenigsten Obst und Gemüse
aßen, doppelt so häufig an Krebs wie das Viertel der Personen mit dem höchsten
Konsum. Weniger befallen wurden fast alle
inneren Organe: Magen, Dick- und Mastdarm, Lunge, Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre,
Leber, Mundhöhle, Brust und Kehlkopf. Sps wirken aber nicht nur gegen
Krebs: Sie schützen den Körper vor Infektionen mit Bakterien und Viren, hemmen die
Entstehung von schädlichen Stoffwechselprodukten, regen das Immunsystem an, verhindern
Blutgerinnsel und sind verdauungsfördernd. Herausgefunden haben die Forscher
das durch verschiedene Experimente. So wurde zum Beispiel in dem Film über
den Safttest der Einfluß von verschiedenen Sps auf weiße Blutkörperchen, also Blutzellen,
untersucht. Dabei versucht man herauszufinden, ob die Sps die Zellen vor Giftstoffen schützen
können, die krebsauslösend sind. Dasselbe passiert nämlich
im Körper, wenn Krebs entsteht:
Giftstoffe schädigen das Erbgut der Zellen, diese können sich dadurch ungehemmt teilen und zu Geschwulsten
heranwachsen. Die Giftstoffe entstehen dabei auf verschiedenen Wegen. Zum einen
produziert sie der Körper bei Stoffwechselvorgängen selbst. Zum anderen kommen sie
auch von außen, zum Beispiel durch Rauchen oder zuviel Sonnenlicht. Früher dachte
man, daß vor allem auch Schadstoffe aus der Umwelt für die hohen Krebszahlen verantwortlich sind.
Heute denken viele Wissenschaftler, daß besonders eine falsche Ernährung die Gefahr
vergrößert. Bis zu 60 Prozent der Krebserkrankungen, so einige Forscher, sind dadurch verursacht.
Wie die Sps das Risiko vermindern, darüber weiß man seit einigen Jahren genaueres. Es gibt
zum Beispiel Sps, die schlicht als Gegengift wirken - sie machen die Giftstoffe unschädlich.
Andere hemmen Substanzen im Körper, die die Giftstoffe aktivieren und damit erst schädlich
machen. Wieder andere schirmen das Erbgut
gegen die Giftstoffe ab. Ein weiterer Mechanismus stärkt die Selbstheilungskräfte
des Menschen: Dieser ist den Krebsauslösern nämlich nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt Reparatursysteme,
die die gefährlichen Schäden im Erbgut re parieren können. Die Forscher fanden
heraus, daß einige Sps diesen körpereigenen Reparaturdienst
auf die Sprünge helfen. Einige Sps hemmen auch Hormone, die bei verschiedenen Krebsarten eine wichtige Rolle spielen. Ein Beispiel
sind die Östrogene, weibliche Geschlechtshormone, die bei der Entstehung von Brustkrebs
eine Rolle spielen. Ein weiterer Mechanismus ist die
Verbesserung der Kommunikation zwischen den Zellen. Krebszellen erhalten von den umliegenden,
gesunden Zellen keine Informationen mehr darüber, daß sie ihre unkontrollierte
Vermehrung stoppen sollten sie haben sich praktisch von ihrer Umgebung abgeschottet. Die Sps
erhöhen die Zahl der Verbindungskanäle zwischen den Zellen. Dadurch ist die Krebszelle
wieder zugänglich und stoppt ihre Vermehrung. Neben der Vielzahl an gesundheitsfördernden Sps gibt es auch einige wenige giftige. Ein Beispiel ist das Solanin aus der
Kartoffel, das die Körperzellen schädigt.

Tips
Die gesundheitsfördernden
Wirkungen der Sps sind mittlerweile unumstritten. Deshalb empfiehlt beispielsweise das Nationale
Krebsinstitut der USA, an jedem Tag fünf bis neun Portionen Obst und Gemüse
zu essen. Als Portion gilt dabei ein Apfel oder der Salat zum Essen genauso wie zum Beispiel
die Tomatensoße zu den Spaghetti. Man muß also nicht komplett seine Ernährung
umstellen, um diese Empfehlung umzusetzen. Es reicht häufig schon, Fritten lieber mit Ketchup zu
essen als mit Mayonaise. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung
hat Empfehlungen ausgesprochen: Jeder sollte am Tag mindestens 200 Gramm Gemüse,
eine Portion Salat von etwa 75 Gramm und mindestens ein bis zwei
Stück Obst zu sich nehmen. Darunter ist aber zum Beispiel auch ein
Pfirsichkompott aus der Dose zu verstehen. Eine weitere Möglichkeit,
seine tägliche Portion Sps zu sich zu nehmen: Gemüsesäfte. In der
Sendung wurde über einen Test von Gemüsesäften berichtet, den die Bundesforschungsanstalt
für Ernährung in Karlsruhe gemacht hat. Die 23 Versuchspersonen
ernährten sich zunächst zwei Wochen lang ganz normal, also
ohne Saft. Es folgten zwei Wochen, in denen sie jeden Tag eine Flasche
Tomatensaft tranken. Anschließend zwei Wochen lang Karottensaft, danach 14 Tage Spinatsaft,
den die Forscher durch Auflösen von Spinatpulver in Wasser produziert hatten. Jeder
Saft enthielt einen anderen typischen Sps: Tomatensaft das Lycopin, Karottensaft Alpha- und
Beta-Carotin, Spinatsaft Lutein. Nach jeder Woche wurde eine Blutprobe genommen. Daraus
isolierten die Forscher die weißen Blutkörperchen und setzten sie einem Giftstoff aus
das gleiche, was im Körper bei der Krebsentstehung passiert. Es zeigte sich, daß das
Lycopin des Tomatensaftes die Zellen vor dem Gift schützte. Karottensaft war nur wenig schlechter,
während der Spinatsaft nicht so wirksam war. Fazit: Man kann sich schützen, und
zwar nicht durch radikale Diät, sondern schon durch das Trinken einer Flasche Tomaten- oder Karottensaft
pro Tag. Wenn möglich sollte man das
C Gemüse immer zu den Mahlzeiten einnehmen. Viele der darin vorhandenen Sps sind nämlich
fettlöslich. Zusammen mit dem Nahrungsfett werden sie dann besonders gut aufgenommen. Zur
Schutzwirkung einzelner Gemüsearten: Eine starke Anti-Krebs-Wirkung zeigten vor
allem viele Kohlarten; vor allem das Risiko von Dickdarm- und Leberkrebs verringerte sich.
Karotten, Mangos, Tomaten, Kohl und Brokkoli wirken besonders gegen Lungenkrebs. Wichtig ist auch die unterschiedliche
Wirkung von erhitztem und unerhitztem Gemüse. Viele Studien zeigen, daß Gemüse,
das nicht gekocht wurde, besonders gut vor Krebs schützte. Allerdings reagieren die Sps sehr
unterschiedlich auf Erhitzung. Zum Beispiel leiden die sogenannten Glucosinolate aus
Kohlgewächsen unter der Hitze 30 bis 60 Prozent gehen kaputt, je nach Kochzeit. Dagegen
ist eine andere Gruppe von Sps, die Flavonoide, sehr hitzestabil. Einige Sps werden
sogar nur durch Kochen verfügbar, weil sie normalerweise in den Zellen eingeschlossen sind.
Erst wenn die Zellen durch die Hitze aufplatzen, kann der Mensch sie aufnehmen. Alle, die jetzt darauf hoffen, Sps demnächst vielleicht als Medikament zu sich zu nehmen, werden enttäuscht sein: Die Sps-Pille
wird es aller Voraussicht nach nicht geben. Mittlerweile gehört es zur gesicherten
Erkenntnis, daß nur Gemüse oder Obst in seiner ursprünglichen
Form sich gesundheitlich positiv auswirken.
Dagegen kam es bei Studien, in denen nur eine isolierte Substanz gegeben wurde, sogar
zu einer Erhöhung des Krebsrisikos. Die Forscher vermuten, daß das Zusammenspiel vieler
Sps in Obst und Gemüse für die Schutzwirkung verantwortlich ist.
Übrigens: Je mehr Obst und
Gemüse Sie essen, desto besser schützen Sie sich. Es gibt in diesem Sinne kein Zuviel.
WDR Köln Sendedatum: 06.05. 1997
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Die Vitamin Bibel für das |
Antioxidanzien gegen freie Radikale. |
Übersicht: SPS sind
vielfältig
Carotinoide
Wirkung: Diese Pflanzenfarbstoffe
stimulieren die Immunabwehr und wirken antioxidativ. Wissenschaftler der
israelischen Ben-Gurion-Universität wiesen nach, dass sie bei Krebszellen den
Zyklus von Zellwachstum und -teilung beeinflussen können. Das bekannteste unter
den bisher 600 identifizierten Carotinoiden ist das Beta-Carotin, das im Körper
in Vitamin A umgewandelt wird. Carotinoide sind fettlöslich, deshalb werden sie
in Verbindung mit Fett, z.B. Salatöl, besser vom Körper aufgenommen.
Vorkommen: Reichlich in gelb-, rotfleischigen Früchten wie Karotten,
Aprikosen, Mangos, Kürbis, Möhren und Tomaten, in grünblättrigen Gemüsen wie
Brokkoli, Grünkohl, Mangold, Spinat. Andere Carotinoide wie das Xanthophyll und
Lycopin sind in Tomaten und Weißkohl.
Flavonoide
Wirkung: Diese weit verbreiteten, meist gelben, aber auch roten, blauen
oder violetten Pflanzenfarbstoffe (derzeit sind rund 5.000 bekannt) regen die
natürlichen Killerzellen an, wirken antioxidativ und hemmen ein unkontrolliertes
Zellwachstum. Flavonoide wirken auch der Gefäßverengung entgegen, indem sie
verhindern, dass sich Blutfettpartikel an den Gefäßwänden anlagern.
Vorkommen: Direkt in oder unter der Schale von Obst (Zitrusfrüchte, roten
Trauben, Beeren, Kirschen, Pflaumen, Heidelbeeren, Äpfel), in Gemüse (Tomaten,
Zwiebeln, Auberginen, Rotkohl) und vielen Heilkräutern (z. B. Kamille,
Mariendistel, Schwarztee)
Glucosinolate
Wirkung: Glucosinolate sind Senföle, sie galten lange Zeit als
gesundheitsschädlich. Heute kennt man ihre krebs- und bakterienhemmenden
Wirkungen. Senföle werden über die Harn- und Atemwege ausgeschieden, wo sie
unerwünschte Bakterien vertreiben. Glucosinolate bremsen auch Schimmelpilzgifte
und regen die Körper eigenen Entgiftungssysteme an.
Vorkommen: In allen Kohlarten und scharf schmeckenden Pflanzen wie
Meerrettich, Rettich, Kresse, Senf, Zwiebeln.
Phenolsäuren
Wirkung: Sie machen Jagd auf freie Radikale und schützen tiefer
liegende Gewebeschichten vor oxidativen Angriffen. Von Bedeutung sind vor allem
drei Vertreter: die Ferula-, die Kaffee- und die Ellagsäure.
Vorkommen: Ferula- und Kaffeesäure stecken vorwiegend in Grün-,
Weißkohl, Paprika, grünen Bohnen, Radieschen, die Ellagsäure in Beeren und
Walnüssen.
Phytoöstrogene
Wirkung: Führende Wissenschaftler haben in den letzten Jahren
Isoflavone und Lignane entdeckt, zwei Pflanzenhormone, die den körpereigenen
Östrogenen ähneln und die gleichen Effekte haben, nur deutlich schwächer.
Experten sind überzeugt, dass Phytoöstrogene wegen ihrer zahlreichen
biologischen Eigenschaften eine wichtige Rolle in der Prävention
hormonabhängiger Krebsarten spielen, z. B. an Brust, Gebärmutterschleimhaut und
Prostata. Forscher nehmen außerdem an, dass sie Enzyme blockieren, die das
Wachstum der Krebszellen auslösen.
Vorkommen: Reichlich in asiatischer und Mittelmeerkost. Isoflavone
stecken in Hülsenfrüchten, Hauptquelle ist die Sojabohne. Lignane kommen vor
allem in Leinsamen, Soja, Weizen, Gerste, Sesam, Walnüssen, Gemüse und Obst vor.
Phytosterine
Wirkung: Sie sind die in Pflanzen vorkommenden Pendants zum
tierischen Cholesterin und diesem chemisch sehr ähnlich. Im menschlichen
Organismus bewirken sie aber das Gegenteil: Sie senken die Blutfettwerte und
sollen das Risiko für Dickdarmkrebs verringern.
Vorkommen: In fettreichen Pflanzenteilen. Besonders in
Sonnenblumenkernen, Nüssen, Sesamsaaten, naturbelassenen Pflanzenölen.
Protease-Inhibitoren
Wirkung: Weil diese Hemmstoffe im Organismus wichtige Eiweiß
spaltende Enzyme unterdrücken, galten sie früher eher als gesundheitsschädlich.
Mittlerweile spricht man ihnen jedoch Krebs hemmende Eigenschaften zu, vor allem
für Mundhöhlen-, Lungen, Leber-, Speiseröhren- und Dickdarmkrebs.
Vorkommen: Reichlich in Kartoffeln, Erbsen, Erdnüssen, Soja.
Saponine
Wirkung: Diese in reiner Form sehr bitter schmeckenden Substanzen
nimmt der Körper nur in geringem Maß auf. Sie sollen speziell das
Dickdarmkarzinom-Risiko senken, indem sie Cholesterin und Gallensäuren binden.
Vorkommen: In Hülsenfrüchten wie Kichererbsen, Sojabohnen.
Sulfide
Wirkung: Diese schwefelhaltigen Substanzen, allen voran Alliin und
Allicin, sind verantwortlich für den intensiven Geschmack und nachhaltigen
Geruch der Lauchgewächse. Sie gelten als äußerst vielseitig, schützen vor
schädlichen Oxidationen und speziell vor Magenkrebs. Wie das funktioniert, ist
noch nicht endgültig geklärt. Wissenschaftler diskutieren unter anderem eine
Hemmung von Enzymen, die Krebs auslösende Stoffe aktivieren können und eine
Stimulation des Immunsystems. Sulfide wirken stark antimikrobiell, wurde
deswegen im 1. Weltkrieg als keimtötendes Mittel bei der Wundbehandlung
eingesetzt.
Vorkommen: In Lauch, Schnittlauch, Knoblauch, Zwiebeln,
Schalotten.
Terpene
Wirkung: Diese Aromastoffe sind wesentliche Duft- und
Geschmacksträger. Eine detaillierte Bewertung der rund 4500 verschiedenen
Terpene gibt es bislang allerdings nicht. Terpene scheinen je nach ihrer
chemischen Zusammensetzung verschieden zu wirken, so wirken die im Thymian
enthaltenen Terpene schleimlösend.
Vorkommen: In praktisch allen Pflanzen mit spezifischem Duft, z.B.
Pfefferminze, Zitrone, Sellerie, Kümmel.
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Falsch. Phytinsäure ist zwar in Getreide enthalten, macht es aber nicht bekömmlicher. Vielmehr handelt es sich um einen Stoff, der in Pflanzen Mineralstoffe wie Calcium und Eisen bindet und somit deren Resorption (Aufnahme) hemmt. Die Randschichten von Getreide und der Keimling sind besonders reich an Phytinsäure. Obwohl Vollkornmehl mehr Phytinsäure enthält als Weißmehl, liefert es dennoch mehr Mineralstoffe. Grund: Vollkornmehl hat einen wesentlich höheren Mineralstoffgehalt, so daß die Resorptionshemmung durch Phytinsäure vernachlässigt werden kann.
Durch Einweichen und langsames Aufkochen von Getreide wird die Phytinsäure teilweise zerstört, die Mineralstoffe stehen dann dem Körper wieder zur Verfügung.
Asiatinnen erkranken fünfmal seltener an Brustkrebs als Amerikanerinnen oder Europäerinnen. Das haben sie einer Ernährung zu verdanken, die charakteristisch ist für die Länder Asiens: wenig Fett, viele Ballaststoffe und ein hoher Anteil an Sojaprodukten wie etwa Tofu. In Soja stecken hormonähnliche Mikronährstoffe (so genannte Phytoöstrogene), die chemisch ähnlich aufgebaut sind wie die Östrogene (weibliche Sexualhormone). Phytoöstrogene beeinflussen Stoffwechsel und Wirkung der natürlichen Östrogene so, dass sich das Brustkrebsrisiko vermindert. 2001
Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS) kommen in allen Pflanzen in nur geringen Mengen, aber in einer gigantischen Vielfalt vor: Eineinhalb Gramm sekundäre Pflanzenstoffe (etwa so viel nimmt man mit einer gemischten Kost täglich auf) setzen sich aus 5.000 bis 10.000 Einzelsubstanzen zusammen. Sie sind unter anderem für den Geschmack, den Duft und die Farbe von Obst und Gemüse verantwortlich. Der Arzneimittelindustrie dienen die sekundären Pflanzenstoffe als Basis für zahlreiche Medikamente, z.B. gegen Venenleiden oder Verdauungsbeschwerden.
Pflanzenstoffe: Die neue Ess-Klasse
Renaissance alter Ernährungsweisheiten
Als gesundheitsfördernde Ess-Klasse präsentiert sich außerdem eine Reihe von Stoffgruppen, die geeignet erscheinen, Tumoren zu blockieren, Entzündungen zu hemmen, den Blutdruck zu senken oder die Immunabwehr zu stärken: Dazu gehören Flavonoide, die unter anderem für die Schärfe der Chilis und den bitteren Geschmack von Pampelmusen sorgen; Carotinoide, die Karotten und Tomaten rot färben, sich aber auch in Spinat und Grünkohl finden; oder Sulfide, jene Schwefelverbindungen, die Zwiebeln und Lauch ihren strengen Geruch verleihen. Hinzu kommt ein buntes Chemikalien-Kauderwelsch: Saponine, Phytosterine und Phytoöstrogene, Glukosinolate, Monoterpene und Protease-Inhibitoren. "Bioaktive Substanzen" und "Phytochemikalien" sind neue Begriffe für alte Weisheiten. In menschlichen Gemeinschaften sei die Unterscheidung zwischen Nahrungs- und Heilpflanzen "nicht biologisch, sondern kulturell begründet", schreiben Bernhard Watzl und Claus Leitzmann in ihrem Standardwerk "Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln". Die Wissenschaftler berichten von den Haussa, einem Volk im Norden Nigerias, das "Zwiebeln, Knoblauch, Cashewnüsse, Pfefferschoten und -samen, Zitrusfrüchte, Melonen, Hirse, Feigen, Mangos, Ingwer und Auberginen bewusst als Heilpflanzen" einsetzt. Auch Spargel war nicht immer nur Gourmet-Gemüse. Schon in vorchristlicher Zeit in Griechenland, vermutlich auch in China und Persien wegen seiner Harn treibenden Wirkung als Medizinalpflanze genutzt, wurde er in Deutschland noch im 19. Jahrhundert im amtlichen Arzneibuch geführt und in Apotheken verkauft.
"Sekundäre Pflanzenstoffe" wurden lange mißachtet
"Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel und eure Heilmittel eure Nahrungsmittel sein", riet der Spargelfreund Hippokrates - eine Lehre, die in der modernen Ernährungswissenschaft eine Weile in Vergessenheit geraten ist. Fast die gesamte Aufmerksamkeit konzentrierte sich über Jahrzehnte auf die überlebenswichtigen "essenziellen" Bestandteile der Nahrung - auf Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Vitamine, Mineralstoffe. Dass pflanzliche Lebensmittel zusätzlich eine Unzahl exotischer organischer Verbindungen enthalten, die ihnen Farbe und Aroma verleihen, die sie vor Pilzbefall und Krankheiten schützen, die für den Zellaufbau sorgen, erschien den Experten uninteressant bis suspekt. All diese "sekundären Pflanzenstoffe" galten als "anti-nutritiv" und standen im Verdacht, im Zweifelsfall eher giftig als gesund zu sein. Selbst Pharmazeuten, die pflanzliche Heilkraft zu schätzen wissen, reisten lieber in entlegene Tropenwälder, als unbekannten Substanzen in ordinären Acker-Gewächsen von Artischocke bis Zwiebel nachzuspüren. "Man hat in Schubladen gedacht - nach der Regel: Arzneipflanzen sind kurativ, und Nahrungspflanzen sind dazu da, um sich den Bauch vollzuschlagen", sagt Matthias Hamburger, Pharmazieprofessor in Jena, "man hat nicht überlegt, dass es da womöglich ein Kontinuum gibt."Welche Kostbarkeiten ihnen entgangen waren, erkannten die Wissenschaftler erst durch Langzeituntersuchungen an Gruppen mit ausgeprägten Ernährungsunterschieden. Dabei fiel auf, dass Menschen, die viel Gemüse und Obst verzehren, seltener unter Krebs litten als Früchte- und Grünzeugmuffel. Bei bestimmten Tumor-Arten konnten Forscher Zusammenhänge genauer eingrenzen: Kohl senkt offenbar das Risiko für Dickdarmkrebs; Karotten bieten einen gewissen Schutz vor Lungenkrebs. Und diese Effekte ließen sich nicht allein durch Vitamin C, Mineralien und Spurenelemente erklären.
Keine Heilung, aber Vorbeugung
Dass Phytochemikalien meist nicht akute Krankheiten kurieren, sondern "nur"
vor ihnen schützen, macht deren Erforschung zeitaufreibend. "Einen Heileffekt
feststellen ist vergleichsweise einfach. Ein präventiver Effekt aber ist etwas,
das sich nicht leicht manifestiert. Subtile Wirkungen sind erst mit modernen
molekularbiologischen Methoden zu erforschen", erklärt Matthias Hamburger,
dessen Spezialgebiet traditionelle Heilpflanzen sind. Zu den Pflanzen, deren
Heilwirkungen inzwischen durch kontrollierte Studien belegt sind, zählt Matthias
Hamburger Kava Kava, Johanniskraut, Knoblauch, Weißdorn und Ginkgo. Hier wurden
jeweils Extrakte mit definierter Zusammensetzung überprüft. Das Verständnis, wie
Fitnessdrogen aus zerkauten Bissen von Apfel, Brokkoli oder Chicoree ihre Kraft
entfalten, ist im Vergleich dazu noch nebulös. Beispiel Krebs. Bei der
Tumor-Entstehung können sekundäre Pflanzenstoffe doppelt eingreifen: In einer
ersten Phase vermögen sie körpereigene Enzyme zu blockieren, ohne die Krebs
erzeugende Substanzen sich nicht bilden. Und sie können in Phase 2
Entgiftungs-Enzyme aktivieren, mit Hilfe derer diese Kanzerogene schneller
wieder aus dem Körper ausgeschieden werden. In beiden Fällen würde sich ein
Tumor gar nicht erst manifestieren.
Den Forschungsstand etwa zum Thema Kohl illustriert eine Veröffentlichung der
Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe. Am Brokkoli-Inhaltsstoff
Sulforaphan war in Zellkulturen eine Wirkung in Phase 2 nachzuweisen: Die
Substanz aktiviert das körpereigene Entgiftungs-Enzym Quinon-Reduktase. Im
Tierversuch zeigte sich, dass dieser Prozess auch in lebenden Organismen
funktioniert: Oral verabreicht, konnte Sulforaphan die Entstehung von Brustkrebs
verhindern, der chemisch ausgelöst worden ist.
Viel Hoffnung, wenig Gewissheit
Die Krux: Testresultate von Mäusen, Ratten und Kaninchen auf den Menschen zu
übertragen ist beim Thema Essen und Trinken wenig sinnvoll. Einheitlich
gefütterte Labortiere können kaum als Modell für eine Bevölkerung mit völlig
heterogenen Ernährungsgewohnheiten dienen.
Bei Studien am Menschen waren die hoffnungsvollen Signale denn auch wenig
eindeutig. Ein niederländischer Forscher verabreichte seinen Probanden täglich
eine 300-Gramm-Ration Rosenkohl. Bei Männern stellten die Forscher nach drei
Wochen keinerlei Änderung der Phase-1-Aktivität, wohl aber die Zunahme eines
Phase-2-Enzyms im Blutplasma fest. Bei Frauen blieb der erhoffte Effekt völlig
aus. Dennoch preist eine Firma im Internet bereits ein Präparat namens "Phytolyn"
mit Antioxidantien aus Grün- und Rosenkohl zur "Neutralisierung schädlicher
Stoffe" an. Das wäre eine dürftige Quintessenz der neuen Lehre: neben dem
Teller ein halbes Dutzend Phytolyn-Kapseln zur Bändigung freier Radikale;
Glukosinolat-angereicherte Margarine zur Brustkrebsprophylaxe auf Weißbrot, das
Carotin-Zusätze zur Stärkung der Abwehrkräfte enthält; anschließend eine Hand
voll Saponinpillen wg. Darmkrebs und ein Löffelchen Flavonoid-Tinktur zur
Blutverflüssigung ... Guten Appetit!
Vorsicht! warnen Ernährungswissenschaftler. Obst und Gemüse durch
Retorten-Supplemente zu ersetzen, solange die genauen Wirkmechanismen unbekannt
sind, hat sich als gefährlich erwiesen. Studien zufolge führt etwa die
Verabreichung von vermeintlich vor Krebs schützendem Beta-Carotin in Verbindung
mit Vitamin A bei Rauchern sogar häufiger zu Lungenkrebserkrankungen.
Wie reagiert Apfelsaft mit Joghurt?
Von Roland Bitschs Vision, "zu verstehen, wann sich die Zelle wohl fühlt und dafür das optimale Milieu zu schaffen", ist die moderne Ernährungswissenschaft noch weit entfernt. Selbst der Apfelsaft stellt seine Erforscher vor ungelöste Rätsel. Die Chlorogensäure, eine der wertvollen polyphenolischen Leitsubstanzen, verschwindet auf dem Weg zwischen Mund und Blase. Das ist gut, weil es bedeutet, dass die Substanzen "bioverfügbar" sind. Nach den beteiligten Prozessen und Stoffwechselprodukten aber wird noch gefahndet. Fraglich ist auch, welche Hilfs- und Störfaktoren auftreten, wenn dem Körper nicht nur Saft verabreicht wird wie im kontrollierten Experiment, sondern gleichzeitig auch Joghurt, Wurstbrot und Kaffee wie beim normalen Frühstück. Wechselwirkungen zu simulieren, sei "schrecklich schwierig", gibt Roland Bitsch zu. "Denn die Zahl der Versuchspersonen muss dann exponentiell ansteigen und wird schnell astronomisch." Es ist leicht, im Dickicht der Details den Überblick zu verlieren - und die klare Grundbotschaft zu vergessen: Obst und Grünzeug fördern die Gesundheit auf vielfache Weise! Krankenkassenbeiträge könnten sinken, Arztpraxen und Krankenhäuser wären weniger voll, teures "Functional food" wäre überflüssig - wenn nur jeder die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ernst nähme: Bitte täglich ein gutes Pfund Obst und Gemüse in den Speiseplan einbauen, auf fünf Mahlzeiten verteilt, schonend zubereitet und am besten eine der Portionen roh!
Das Comeback des Medizinalrharbarbers
Ortstermin in der "Thülala", wie die Thüringer Landesanstalt für
Landwirtschaft bei Insidern heißt: Der Agrarwissenschaftler Armin Vetter führt
an den duftenden Beeten des Schaugartens in Dornburg vorbei. Üppig wuchert der
Medizinalrhabarber. Dessen riesige Blätter ähneln seinem bekannteren Verwandten;
Verwendung finden die monströsen Wurzeln; sie enthalten Anthrachenonderivate,
aus denen sich ein bewährtes Abführmittel extrahieren lässt.
Die Pflanze ist ein Beispiel dafür, wie schnell Spezialkenntnisse in
Vergessenheit geraten: In der DDR wurde Medizinalrhabarber kultiviert. Nach der
Wende brach der Absatz jedoch ein. Als man die Produktion knappe zehn Jahre
später wieder ankurbeln wollte, war das "ganze Wissen und die Kultursorte weg",
erzählt Armin Vetter. Er ließ nicht locker. Aus botanischen Gärten besorgte er
sich Pflanzen, ein paar Rentner mit Know-how wurden aufgetan - und von 2001 an
wird wieder großflächig geerntet.
Allianzen zwischen der Avantgarde der Esskultur und experimentierfreudigen
Landwirten sind zukunftsträchtig. Ein EU-Programm "Naturbiotik - die Apotheke
des Ackers" soll der Agrikultur neue Chancen eröffnen. Im niedersächsischen
Arenborn züchten die Mitglieder eines Vereins zur Erhaltung der
Nutzpflanzenvielfalt alte Sorten neu: Blaue Kartoffeln, Gelbe Zuckererbsen und
Zimterdbeeren. In Mecklenburg haben ein Gärtner und ein Koch das Projekt
"Essbare Landschaften" aus der Taufe gehoben. Sie demonstrieren, dass
ungewöhnliche Feld-, Wald- und Wiesengewächse Leckerbissen sein können:
Gänseblümchen und wilde Malve, Bärlauch und Bronzefenchel.
GEO WISSEN http://www.geo.de
Nr.28/September 2001
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Phytamine sind Wirkstoffe aus pflanzlicher Nahrung, die im klassischen Sinn zwar nicht als essentiell gelten, heute aber als unentbehrlich für die Gesunderhaltung des Menschen eingestuft werden. Zahlreiche epidemiologische und vor allem experimentelle Studien belegen, dass Phytamine, über eine obst- und gemüsereiche Nahrung zugeführt, vor Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen und das Immunsystem nachhaltig stärken können. Überwiegend gilt das antioxidative Potential als Hauptkomponente ihrer Präventivwirksamkeit.
Man spricht von sekundären Pflanzen(wirk)stoffen, Vitalstoffen, nicht-nutritiven Antioxidantien oder Phytochemicals, um nur die wichtigsten einer Vielzahl verwirrender Begriffe zu nennen. Gemeint sind all die Stoffe aus pflanzlicher Nahrung, die nach neueren Erkenntnissen der Gesunderhaltung und der Vorbeugung von Krankheiten wie Krebs dienen. Diese Bezeichnungen sind wenig charakteristisch; die Einstufung als "sekundär" oder "nicht-nutritiv" ist in diesem Zusammenhang willkürlich und missverständlich. Zu den Phytochemicals zählen prinzipiell alle Stoffe, die eine Pflanze produziert, also auch solche, die in der Ernährung des Menschen keine Rolle spielen oder gar schädlich sind.
Die gesundheitsfördernden Stoffe sollen hier als Phytamine bezeichnet werden, einerseits zur Abgrenzung von anderen Pflanzenwirkstoffen, andererseits zur Betonung ihrer mit Vitaminen vergleichbaren physiologischen Bedeutung. Viele Experten räumen Phytaminen zu Beginn des 21. Jahrhunderts den Stellenwert ein, den Vitamine in ihrer Pionierzeit hatten.
Trotz aller Euphorie und Sensationsmeldungen ist bis heute vieles Wunschdenken geblieben. Wir stehen mit den Phytaminen dort, wo wir vor etwa zwanzig Jahren mit den Ballaststoffen anfingen. Klinisch reicht der Forschungsstand zur Wirkprofilierung nicht aus und nur in wenigen Fällen liegen ausreichend Studienergebnisse vor, die das Präventivpotential charakterisieren, aber nicht abschließend beweisen. Verständlicherweise hat die klinische Forschung Phytamine als Pharmawirkstoff im Visier, fast ausschließlich fokussiert auf die Behandlung und Prävention von Krebs. Auch bei den Vitaminen C und E sowie dem Beta-Carotin (Provitamin A) hat die Profilierung zum essentiellen Antioxidans ähnlich begonnen, um dann in den letzten zehn Jahren andere wichtige Zielgebiete wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen (KHK) oder die Geriatrie zu erschließen. Daher ist die Erwartung berechtigt, dass sich den Phytaminen in naher Zukunft neue Horizonte öffnen und die "Prävention mit Messer und Gabel" wissenschaftlich unterfüttert wird.
Was sind Phytamine?
Die Pflanze betreibt ein aufwendiges und effizientes Chemielabor, dessen Synthesekapazität und -spektrum ziemlich artspezifisch ausgerichtet ist. Pflanzen müssen auch über exzellente Kontrollmechanismen verfügen, um die Synthese benötigter Substanzen am richtigen Platz und zur richtigen Zeit zu sichern. Sekundärmetaboliten (sekundäre Pflanzenstoffe einschließlich Phytaminen) sah die Wissenschaft lange als eine Form des Müllrecyclings der Pflanze an. Heute weiß man, dass die Pflanze damit keinen Chemiemüll entsorgt, sondern gezielt Arterhaltung betreibt. Überwiegend handelt es sich um Phytoalexine. Darunter versteht man wirtsspezifische Abwehrstoffe, die auf einen äußeren Reiz hin gebildet werden und beispielsweise vor Pilzbefall, Fraß, oxidativer Zersetzung oder negativen exogenen Einflüssen schützen. Auch Kokain ist primär nur ein Phytoalexin, mit dem sich der Coca-Strauch vor dem Fraß einer wirtsspezifischen Raupe schützt. Phytoalexine sind als Überlebensstrategie konzipiert, etwa vergleichbar mit den Interferonen der Säugetiere.
Was macht einen sekundären Pflanzenstoff zum Phytamin und damit wertvoll für den Menschen? Eine schwierige Frage, deren Antwort vermutlich in der Evolution liegt. Während sich die Pflanze in langwierigen Prozessen ein Überleben sicherndes und veränderlichen Umweltbedingungen anpassungsfähiges Stoffmuster zulegte, lernte der Mensch parallel, Pflanzen als Nahrung auszuwählen und durch deren Verzehr sein eigenes Überlebenskonzept zu erweitern. Eine plausible Hypothese besagt nun, dass der Mensch sich an den reichlichen Verzehr pflanzlicher Nahrung gewöhnte, die für den Erhalt seines Organismus wesentliche Substanzen beisteuert. Die innere Uhr wäre somit nicht nur auf die wenigen bekannten essenziellen Nährstoffe eingestellt, sondern auch auf die Phytamine. Zivilisationskrankheiten wie Krebs wären dann eine Folge reduzierter Nahrung mit Stoffen, die metabolisch notwendig sind. Diese Hypothese wird zumindest durch epidemiologische Daten nachhaltig unterstützt.
Nach der getroffenen Definition sind Phytamine gesundheitsrelevante Stoffe aus Nahrungspflanzen. In erweiteter Auslegung gehören auch die mehrfach ungesättigten langkettigen Fettsäuren der n-3-Reihe wie Eicosapentaen- und Docosahexaensäure zu den Phytaminen. Sie stammen aus Meerespflanzen wie Algen, Tang und Plankton und gelangen vorzugsweise über die Nahrungskette Pflanze-Fisch zum Menschen. Da diese wichtigen Fettsäuren nicht in Nahrungspflanzen vorkommen und allenfalls in Asien in Form von Algen- und Tanggerichten eine noch unbedeutende Nahrungsvariante darstellen, werden sie in diesem Beitrag ausgeklammert.
Strukturvielfalt in gängigen Nahrungspflanzen Anfang der neunziger Jahre startete in den USA das National Cancer Institute (NCI) ein experimentelles Nahrungsprogramm auf Basis von etwa vierzig pflanzlichen Nahrungsmitteln, die nach experimentellen und epidemiologischen Studien möglicherweise potentielle Krebs verhütende Eigenschaften besitzen. Die sechs Pflanzengruppen in der Spitze der Pyramide sind Bestandteil des ersten Programmteils, auch bekannt als "Five-Year Designer Food Initiative". Dieses Testprogramm soll neue Einsichten in die Beziehung zwischen Krebs und Nahrung bringen und zusätzlich der Entwicklung von Nahrungsmitteln mit erhöhtem Gehalt relevanter Phytamine dienen (1).
Neben den vierzehn Phytamingruppen gibt es noch eine ganze Reihe von Phytaminen mit bekannt antikarzinogener Wirkung, beispielsweise in Gewürzen, marinen Produkten oder in der Küche anderer Kulturen. Gerade übliche Nahrungspflanzen wie Brassicacaen oder Umbelliferen bieten eine breite Palette unterschiedlicher chemischer Strukturen. Umbelliferen-Sorten wie Sellerie, Petersilie, Dill, Liebstöckel, Pastinak, Karotten, Angelikawurzel, Anis, Kreuzkümmel (Cumin), Kerbel, Koriander, Fenchel und Kümmel enthalten Polyacetylene, Phthalide, Cumarine, Alkenylbenzolderivate, Phenolsäuren, Flavonoide, Terpene und Carotinoide. Ein ähnliches Spektrum enthalten auch die wenigen essbaren Compositen wie Artischocke, Zichorie (Wegwarte), Löwenzahn und Sonnenblume.
Ein vom NCI geförderter Gemüse-Mischsaft aus Tomaten, Karotten und Sellerie mit zugesetzten Gewürzen (Pfeffer, Basilikum, Paprika, Knoblauch, Rosmarin) wurde mittels Gaschromatographie (GC) und gekoppelter Massenspektralanalyse (GC-MS) auf Inhaltsstoffe untersucht. Man fand mehr als zwanzig glykosidische und über sechzig nicht-glykosidische Bestandteile. Hierbei handelt es sich um ungesättigte bicyclische Ketone, Diacetylen-Verbindungen und Vertreter der Psoralen-Reihe. Diacetylene sind keine gewöhnlichen Strukturen, aber auch keine Rarität. Sie kommen in allen Umbelliferen-Sorten, auch in Karotten, und in vielen Leguminosen vor. Auch bekannte Phytotherapeutika wie Efeu oder Ginseng oder die als Raumluftentgifter verbreitete Zimmerpflanze Schefflera enthalten Falcarinol-Enantiomere. Experimentell zeigt Falcarinol neurotoxische Wirkungen und Furocumarine der Psoralen-Reihe, die besonders in Pastinak anzutreffen sind, gelten als photokarzinogen. Umbelliferen enthalten also photosensibilisierende und toxische Substanzen, die in essbaren Pflanzen jedoch in geringeren Mengen vorkommen.
Als Nahrungsmittel mit höchster Anti-Krebs-Aktivität gelten Knoblauch, Sojabohnen, Kohlarten, Ingwer, Süßholz und Umbelliferen-Gemüse. Hohe oder moderate Wirksamkeit zeichnen Zwiebel, Leinsamen, Zitrusfrüchte, Gelbwurz, Cruciferen-Gemüse wie Brokkoli, Rosen- oder Blumenkohl, Solanaceen wie Tomate oder Kartoffel, Brauner Reis (Wildreis) und Vollkornprodukte aus. In diese Gruppe gehören ferner Hafer, Gerste, Gurke, Cantaloupe (Melone) und Beerenobst, ebenso Pfefferminze, Rosmarin, Thymian, Oreganum, Salbei und Basilikum.
Krebs: Risikofaktor Ernährung
Die Krebsdiskussion in der Presse bezieht sich hauptsächlich auf Rauchen und Lungenkrebs. Diese Darstellung ist zwar publikumswirksam, aber einseitig. Als Hauptrisiken von Krebserkrankungen in Industrieländern gelten die Nahrung (35 Prozent), gefolgt von Zigarettenrauchen (30 Prozent) und mit deutlichem Abstand Infektionen (etwa 10 Prozent). Alle sonstigen Faktoren liegen im einstelligen Prozentbereich. Wichtiger als diese absoluten Zahlen ist der akzeptable Schätzbereich, der auf ein Krebsrisiko von 60 bis 65 Prozent durch die Nahrung hinausläuft (3). Nicht wenige Experten gehen sogar davon aus, dass Stoffe der Nahrung zu etwa 80 Prozent an der Krebsentwicklung zumindest beteiligt sind.
Aus heutiger Sicht enthält die optimale Nahrung wenig Fett, insbesondere wenig gesättigte Fettsäuren, viel hoch komplexe Zucker und vor allem einen hohen Anteil an Gemüse, Früchten, Vollkorngetreide-Produkten, Reis und Nudeln. Als Nahrungsrisiken gelten übermäßiger Fett- und Fleischverzehr, zu wenig Ballaststoffe, zu wenig Obst und Gemüse, übermäßiger Alkohol- und Kaffeekonsum sowie gepökelte, geräucherte und stark gesalzene Nahrungsmittel. Auch endogene Ursachen wie die sekundären Gallensäuren Desoxy- und Lithocholsäure spielen eine Rolle. Höherer Fettkonsum kurbelt die Bildung dieser Substanzen an, die experimentell eindeutig karzinogen wirken und bei Dickdarmkrebs eine dominante Rolle spielen. Hierbei ist die Fettmenge entscheidend, anders als bei hormonell gesteuertem Brustkrebs, wo die Fettzusammensetzung bestimmend ist und das Risiko den gesättigten Fettsäuren sowie den unnatürlichen trans-Fettsäuren zugeschrieben wird. Diese Fette beeinflussen den Blutspiegel an Estradiol und Testosteron und stimulieren über den Prolaktinspiegel das Wachstum der Brustdrüse.
Ein höherer Fleischverzehr fördert das Dickdarmkrebs-Risiko über die Stoffwechselprodukte Harnstoff und Ammoniak sowie über den Gehalt an pro-oxidativem Eisen, das die Anzahl freier Radikale erhöht. Trotzdem muss man nicht ganz auf Fleisch verzichten, denn die Ballaststoffe als natürliche Gegenspieler, die antioxidativen Vitamine sowie verschiedene Phytamine können viel Risikopotential abbauen.
Obst und Gemüse ist nicht pauschal frei von Risiken, die aber meist hausgemacht sind. Dies gilt vor allem für den Gehalt an Aflatoxinen, Pestiziden und Herbiziden. Auch verschiedene wachstumsregulierende Stoffe, mit denen handelsübliches Obst zwecks Frischhaltung und Reifeverzögerung behandelt wird, sind experimentell als karzinogen einzustufen. Anders ist es bei Nitrat, das in höheren Mengen in Sellerie, Rote Bete, Kopfsalat, Kohl, Spinat und Brokkoli anzutreffen ist. Kopfsalat aus dem Freiland enthält bereits deutlich weniger Nitrat als aus dem Treibhaus und es gibt Anzuchtmethoden zur Reduktion des Nitratgehalts, die jedoch heute noch unüblich sind. Das Krebspotential durch Bildung von N-Nitrosoverbindungen, insbesondere von Magenkrebs, über diese Nitrat speichernden Pflanzen wird jedoch meist übertrieben, zumal die natürlichen Hemmstoffe Vitamin C, Vitamin E, Flavonoide und verschiedene Polyphenole in der gleichen Pflanze vorkommen.
Von vielen unbemerkt hat sich die nahrungsbedingte Komponente der Krebsentwicklung in neueren Statistiken deutlich niedergeschlagen. Weltweit fiel der ehemalige Spitzenkrebs bei Männern, der Lungenkrebs, hinter Prostata- und Darmtumoren auf den dritten Platz zurück und rangiert vor dem Magenkrebs (Statistik 1997). Auch bei Frauen steht Darmkrebs inzwischen nach den typisch weiblichen Erkrankungen Brust-, Gebärmutter- und Eierstockkrebs in vorderer Linie vor Magenkrebs. In Japan ist beispielsweise das Magenkrebsrisiko seit 1981 drastisch zurückgegangen, als man den Verbrauch an Kochsalz stark einschränkte. Auch in der Mittelmeer-Region ist Krebs (noch) erheblich weniger häufig als in nördlicheren Breiten, ein Effekt, den man der mediterranen Kost zuordnet.
Noch viel eindrucksvoller ist ein anderes Beispiel. In den USA lebende Japaner, die die dortigen westlichen Nahrungsgewohnheiten übernahmen, verloren in relativ kurzer Zeit ihren asiatischen Krebsbonus. Sie glichen sich nicht nur der häufigeren Krebsinzidenz der US-Amerikaner an, auch für Japaner untypische Formen wie Prostata- oder Brustkrebs traten gehäuft auf. Die Studien belegen auch, dass bei einem Wechsel zurück zur traditionellen japanischen Nahrung die Tumorrate wieder fällt.
Epidemiologischer Hintergrund
Seit dem Altertum ist überliefert, dass Krankheiten mit verschiedenen Nahrungspflanzen und Früchten behandelt werden können. Zum Teil wurden heutige Nahrungspflanzen sogar vorwiegend für den medizinischen Gebrauch angebaut, zum Beispiel Cruciferen-Gemüsesorten im alten Ägypten. Im Laufe der Jahrhunderte spaltete sich die Phytotherapie aus diesem undifferenzierten Komplex ab, während Phytonahrung als Gesundheitskomponente weitgehend unberücksichtigt blieb. Erst seit etwa drei Jahrzehnten konzentriert sich das Interesse auf die Zusammenhänge von Zivilisationskrankheiten wie KHK oder Krebs und den Verzehr von Gemüse und Früchten.
Auch hier stand zunächst eine glückliche Fehleinschätzung Pate. Man hatte erkannt, dass Vitamin C, Vitamin E und Beta-Carotin nicht als essentielle Nährstoffe wichtig sind, sondern als Antioxidantien und zwar unabhängig von ihrem Vitamincharakter. Zahlreiche epidemiologische Nahrungsstudien konnten zeigen, dass diese antioxidativen Vitamine auch antikarzinogen wirken, zum Teil sogar signifikant; vieles blieb aber Wunschdenken. Erstens kann man nicht einen bekannten Stoff in einem Vielstoffgemisch zum alleinigen Wirkprinzip erklären. Zweitens wird es eine Illusion bleiben, dass ein einziger Stoff Krebs in Schach halten könne. Interventionsstudien mit Supplementen der antioxidativen Vitamine führten bisher nicht zu den konstant hohen antikarzinogenen Effekten, die die über 200 Studien zum Konsum von Gemüse und Früchten aufzeigen (4). Dies bedeutet auch, dass nicht wenige Einzelstoffe, sondern die Summe vieler relevanter Stoffe, also Vitamine und Phytamine, zur Krebsprävention beitragen. Über Gemüse und Früchte werden Phytamine täglich in Gramm-Mengen aufgenommen, also in pharmakologisch wirksamen Dosen, antioxidative Vitamine dagegen nur im unteren Milligrammbereich.
Von 156 Nahrungsstudien, die das relative Krebsrisiko in Bezug auf den Gemüse- und Früchtekonsum untersuchten, zeigten 128 (82 Prozent) einen signifikanten Schutz gegen verschiedene Krebsarten, hauptsächlich solcher im Epithelbereich wie Lunge, Zervix, Ösophagus, Magen, Kolon oder Pankreas. Personen mit niedrigem Konsum haben ein etwa zweifach höheres Krebsrisiko als solche mit höherem Verbrauch. Hieran sind in besonderem Maße Phytamin-reiche Gemüse- und Früchtesorten beteiligt (5). So ergab eine italienische Studie für grünes Gemüse, Karotten und frische Früchte eine Risikominderung von fünfzig bis achtzig Prozent für Krebs im Epithelbereich sowie hormonabhängige Tumoren (6). Die stärksten Bezüge bestehen nach Fall-Kontroll-Studien für rohes Gemüse und Salate, gefolgt von Karotten, grünem Blatt- und Brassica-Gemüse, Brokkoli und Zitrusfrüchten.
Den therapeutischen Stellenwert einer ausgewogenen Ernährung auf das KHK-Risiko haben erst kürzlich die Ergebnisse der Lyon Diet Heart Study nachhaltig unterstrichen (7). An dieser Interventionsstudie zur Sekundärprävention nahmen 600 Patienten mit vorangegangenem Herzinfarkt teil. Sie erhielten eine mediterrane Diät oder in der Kontrollgruppe eine typisch westliche Diät. Bereits nach 27 Monaten fiel die Gesamtmortalität um siebzig Prozent gegenüber der Kontrollgruppe. Im gesamten Beobachtungszeitraum von bis zu vier Jahren fand man eine hoch signifikante Risikominderung der wichtigsten KHK-Parameter um 47 bis 72 Prozent. Bemerkenswert ist ein Experten-Kommentar zu dieser Studie, der auf zwei wichtige Konsequenzen hinweist (8). Bereits einfache Nahrungsänderung mindert das Risiko der KHK deutlicher als alle bisher bekannten Cholesterol-senkenden Therapien und, ein besonders negativer Aspekt, nur wenige Kardiologen haben diese Studie überhaupt zur Kenntnis genommen. Auch nach neuesten US-Daten korreliert vor allem der Verzehr an Cruciferen-Gemüse, grünem Blattgemüse und Zitrusfrüchten, nicht jedoch von Hülsenfrüchten und Kartoffeln mit einem deutlich geringeren Risiko für einen ischämischen Infarkt (9).
Phytamine greifen in die Karzinogenese ein
Die Krebserkrankung des Menschen ist ein komplexer Mehrstufenprozess, meist durch exogene Risikofaktoren hervorgerufen. Die bestimmenden Größen sind Metabolismus, Initiierung, Promotion und Progression. In der Terminalphase ist auch die Angiogenese wichtig, da sie wesentlich Metastasierungsrisiko und -rate bestimmt. Der Organismus verfügt über eine Reihe eigener Mechanismen zur Tumorprävention, darunter DNA-Repair oder Apoptose, die jedoch im Alterungsprozess zunehmend an Effizienz einbüßen.
Für die diätetische Beeinflussung der Tumorentwicklung (Chemoprävention) gibt es in der Mehrstufenkaskade verschiedene Interventionsmöglichkeiten in allen Stadien. Naturgemäß ist die Wirksamkeit der Chemopräventiva zu Beginn der Kaskade am breitesten, in der Terminalphase eher schwach und allenfalls auf wenige Stoffe begrenzt. Die Einteilung der Chemopräventiva in blockierende oder suppressive Stoffe oder Stoffklassen ist mehr für den pharmakologisch interessierten Leser interessant. Viele Stoffe wie etwa die Phenolsäuren entziehen sich durch Mehrfachwirkung einer genaueren Zuordnung. Wichtiger ist dagegen, dass Phytamine unter diesen Hemmstoffen die überwiegende Mehrheit stellen.
Die wichtigsten Karzinogene sind chemische (indirekte und direkte) und physikalische Karzinogene, ebenso verschiedene Viren. Indirekte chemische Karzinogene wie Benz(a)pyren, Azoxymethan (AOM), 3-Methylcholanthracen (3-MC), Aflatoxin B1 (AFB1) oder das bekannte Lungenkrebs auslösende NKK aus Tabakrauch, auch Pro- oder Präkarzinogene genannt, benötigen eine metabolische Aktivierung oder Biotransformation. Direkte chemische Karzinogene wie MNNG oder ENU und physikalische Karzinogene wie UVB- und ionisierende Strahlung benötigen keine Aktivierung und reagieren direkt mit der zellulären Komponente (DNA, RNA, Proteine). Substanzen mit mittlerer Reaktivität sind besonders gefährlich, dagegen gelten hoch reaktive Stoffe nicht als potent, da sie ihr Target meist nicht erreichen. Viren wie der Eppstein-Barr-Virus (EBV), Hepatitis B-, Papilloma- oder RNA-Viren (HIV) wirken karzinogen über die intrazelluläre Signaltransduktion von Wachstumsfaktoren. Eine weitere wichtige Gruppe sind Tumorpromotoren. Sie wirken nicht direkt karzinogen, fördern aber die Krebsentwicklung.
Nach der Liste der World Health Organization (WHO) sind nur etwa fünfzig Stoffe oder Stoffgemische beim Menschen als Krebs erzeugend anerkannt. Bei weiteren 37 Stoffen gilt ein Zusammenhang als wahrscheinlich und 158 Substanzen sind als potentiell Krebs erzeugend eingestuft. Die Liste experimentell erfasster chemischer Karzinogene ist ungleich größer. Da alle bisher beim Menschen nachgewiesenen Karzinogene auch bei Tieren Tumoren verursachen, gilt umgekehrt, dass eine am Tier karzinogene Substanz mit gleichem Risiko für den Menschen eingestuft wird. Experimentelle Tumormodelle belegen, dass Karzinogene Gen(punkt)mutationen induzieren können. Ähnliche Mutationen in Protoonkogenen und Suppressorgenen wurden auch bei menschlichen Tumoren gefunden.
Pharmakologische Modelle und Targets
In der experimentellen Krebsforschung wurden In-vitro- und In-vivo-Modelle etabliert, die für ein breites Screening geeignet sind, da sie einfach, schnell und kostengünstig zu vertretbaren Ergebnissen führen. Sicherlich auch mit ein Grund, warum Phytamine in anderen wichtigen pharmakologischen Zielgebieten nicht so intensiv untersucht wurden. Mutagenitätstests, zumal begrenzt auf den bekannten Ames-Test, sind kein sicheres Kriterium, obwohl mutagene Stoffe gemeinhin auch als karzinogen gelten. Einige Früchte- und Gemüsesorten zeigten beispielsweise im Ames-Test mutagenes Potential, darunter Zwiebel, Weintrauben, Rosinen, Pfirsiche, Erdbeeren und Himbeeren (10). Kaum jemand wird diesen Produkten ein karzinogenes Risiko unterstellen.
Wichtigstes In-vitro-Modell ist die Beeinflussung der Phase I- und Phase II-Enzyme, meist an Rattenleberenzymfraktionen durchgeführt. Phase I-Enzyme sind zytosolische und mikrosomale Enzyme wie Cytochrom P450 (CYP 450), die an der Giftung von Präkarzinogenen zum ultimalen Karzinogen wesentlich beteiligt sind. Phase II-Enzyme wie Glutathion-S-Transferase (GST) können als Nukleophil reaktive Elektrophile abfangen, metabolisch die Ausscheidung von Karzinogenen erhöhen oder nicht toxische Metaboliten bilden. Aktivierung der Phase II-Enzyme oder Hemmung der Phase I-Enzyme sind die wichtigsten Pluspunkte. Viele Phytamine sind in beiden Enzymsystemen aktiv. Bereits der Verzehr von Gemüse kann die Enzymaktivität stark verändern, wie eine Studie mit Blumenkohl und Kohlarten an Probanden zeigt (11). Der Metabolismus der Analgetika Phenazon und Phenacetin, woran Phase I- und -II-Enzyme aktiv beteiligt sind, wird durch normalen Gemüsekonsum in den wichtigsten pharmakokinetischen Parametern deutlich verändert, bei Phenacetin auch das Verhältnis der Metaboliten.
Neben übertragbaren Tumoren ist das Mehrstufenmodell der Karzinogenese in vivo das gängigste Testverfahren. Hierbei wird ein Initiator einmalig appliziert und der Tumor durch anschließende wiederholte Gabe eines Promotors induziert. Effizientester Tumorpromotor an der Haut ist das in Crotonöl enthaltene TPA. Mit diesem Modell können experimentell auch organspezifisch Tumoren erzeugt werden (12). Ein anderes gängiges In-vitro-Mehrstufenmodell benutzt EBV als Initiator und Natriumbutyrat und TPA als Promotoren an Raji-Zellen (lymphoblastoide B-Zellen). Dieses einfache Screening-Modell basiert auf der Beobachtung, dass die meisten Tumorhemmstoffe an der Haut der Maus gleichzeitig Hemmstoffe der EBV-Aktivierung sind.
Functional Foods in der Thai-Küche
Unter dem Oberbegriff Vitafoods werden Nahrungsmittel oder deren Komponenten zusammengefasst, die beim Verbraucher den Gesundheitsstatus und die Abwehr potentieller Gesundheitsrisiken im Visier haben. Weiterhin sind international eine Reihe verwirrender Bezeichnungen für spezielle Anwendungen und Gruppen oder die Verwendung von Nahrungsmitteln als Medizin üblich. Am weitesten etabliert hat sich hierzulande der Begriff "functional food", wozu alle modifizierten Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelzusätze und auch Nahrungsergänzungsmittel zählen, die über die herkömmliche Kost und die darin enthaltenen Nährstoffe hinaus zur Gesundheit beitragen.
Weltweit haben sich die Gesundheitsbehörden auf die Five-a-day-Regel geeinigt. Empfohlen wird der tägliche Konsum von zwei Portionen Früchten (etwa 250 g Obst) und drei Portionen Gemüse (etwa 100 g als Salat oder Rohkost und 250 g Gemüse).
Dies ist das einfachste Beispiel einer funktionellen Nahrung und weitgehend in der mediterranen Diät umgesetzt. Diese Kost schließt aber auch Rotwein ein, was meist schamhaft verschwiegen wird. Ein besonders markantes Beispiel von "functional food" ist die Thai-Küche. Sie benutzt eine Vielzahl tropischer Pflanzen und Gewürze, besonders aus der Familie der Labiaten, Piperaceen, Rutaceen und Zingiberaceen, die besonders reich an potenten Phytaminen sind. Die im EBV-Aktivierungstest wirkungsstärksten Verbindungen wie (1S)-1-Acetoxychavicolacetat (ACA), der Thiocarbamatester Niazimin oder das mit zwei a-Linolensäuregruppen veresterte DLGG unterscheiden sich strukturell von den bekanntesten Phytaminen. Man unterstellt, dass die überaus Phytamin-reiche Thai-Küche auch der Grund ist, dass die altersstandardisierte Krebsmortalität in Thailand nochmals mehr als fünfzig Prozent tiefer liegt als in Japan mit dem bekannten Krebsbonus (13).
Functional Food ist etwa seit einem Jahrzehnt im japanischen und amerikanischen Markt etabliert. Allein in Japan sind mehr als 120 natürliche Wirkstoffe zur Nahrungsmittelanreicherung zugelassen. Weltweit werden mit solchen Produkten mehr als elf Milliarden US-Dollar umgesetzt und man erwartet eine Umsatzverdoppelung bis zum Jahr 2002. Probiotischer Yoghurt, Margarine mit Sterolen oder DHA-Eier sind nur wenige Beispiele für einfachere Produkte. Lebensmittel mit Cholesterol-senkenden Zusätzen, zur Stabilisierung des Immunsystems oder Verbesserung der Verdauung stehen seitens eines schweizerischen Pharmamultis kurz vor der Markteinführung. Dazu kommt noch eine Unzahl von Nahrungsergänzungsmitteln, darunter zunehmend Phytamin-reiche Extrakte, die sich immer noch in einer rechtlich ungeklärten Grauzone bewegen.
Grenzen verschwimmen
Die Grenze zwischen Nahrungsmittel und Heilmittel verwischt. Auch der schmale Grat zwischen gesundheitsfördernden Nahrungsmitteln mit Präventivwirkung und therapeutischen oder medikamentös einsetzbaren Nahrungsmitteln wird zusehends eingeebnet. Isolierten Phytaminen oder Phytamin-reichen Nahrungskomponenten gilt das Hauptinteresse, ebenfalls der gentechnisch steuerbaren Wirkstoffanreicherung sowohl natürlich vorkommender wie auch artfremder Stoffe. Ein mit Insulin angereichertes Gemüse für Diabetiker ist zwar noch eine Fiktion, aber bereits in Bearbeitung.
Die Second Vitafoods International Conference and Trade Exhibition im April 1999 in Genf hat überdeutlich gezeigt, welche unaufhaltsame Revolution künftig auf Verbraucher und Heilberufe zukommt. Nicht nur das Apothekensortiment wird sich stark ausweiten, vor allem der Apotheker als beratender Fachmann wird gefragt sein. Bei rechtzeitigem Einstieg eine einmalige Gelegenheit, sich ein neues zukunftssicheres Standbein zuzulegen. Der besondere Bonus: Mediziner reagieren noch in Vogel-Strauß-Manier..
Literatur:
Anschrift des Verfassers:
Dr. Gunter Metz
Auf dem Rucken 29
89143 Blaubeuren
Tomaten kochen: Farbstoffe entstehen, die Frucht gesünder
machen
Berlin - Gekochte Tomaten besitzen mehr Zellschutzstoffe, die Krebs vorbeugen
und Blutgefäße schützen als rohe Tomaten, berichtet die Tageszeitung "Die Welt"
in Berufung auf Forscher der Cornell-Universität. Sie erhitzten Tomaten mehrere
Minuten lang auf 88 Grad. Durch den Kochvorgang fand sich in dem Gemüse zwar bis
zu einem Drittel weniger Vitamin C, jedoch hatte die Konzentration an einem
anderen gutem Bestandteil der Frucht zugenommen: Nach zwei Minuten Kochzeit
waren ein Drittel mehr Lykopene in der Tomate, nach einer Viertelstunde Kochen
sogar eineinhalb Mal so viel. Lykopene, die Tomaten rot färben, fangen in Zellen
Radikale ein, die Schäden am Erbgut verursachen können. Darin sind Lykopene gar
noch wirkungsvoller als die Vitamine C oder E. (ths) 23. April 2002
Vitaminlieferanten
Vitaminübersicht
VitaminC
Vitamin E
ß-Carotin als
Vitamin A Vorstufe
Vitamin B-Gruppe
Pflanzeninhaltsstoffe
Teetrinken schützt vor Herzinfarkt
ROTTERDAM. Teeliebhaber können sich entspannt zurücklehnen. Eine
Studie im American Journal of Clinical Nutrition (2002;75:880-86) zeigt, dass
ihr Herzinfarktrisiko nur halb so hoch ist wie das ihrer Kollegen, die
vielleicht nur durch starken Kaffeekonsum den hektischen Arbeitsalltag
bewältigen. Allerdings führt Johanna Geleijnse vom Erasmus Medical Center ihr
Ergebnisse nicht auf die gelassenere Lebensweise aller passionierten
Wahl-Ostfriesen zurück, sondern auf den Gehalt des Teesuds an Flavonoiden. Ein
schneller Teebeutelaufguss zwischendurch sollte demnach die gleiche Wirkung
erzielen, vor allem wenn er schwarzen Tee enthält, denn dessen hoher Gehalt an
den Flavonoiden Quercetin, Kaempferol und Myricetin ist nach der
Untersuchung für die protektive Wirkung verantwortlich. Zu diesem Schluss kommen
Geleijnse et al. aufgrund einer Analyse der Rotterdam Studie, an der zwischen
1990 und 1997 insgesamt 4 807 Bewohner über 55 Jahre aus einem Bezirk der
niederländischen Großstadt teilnahmen. Die prospektive Studie untersucht den
Einfluss von Ernährung und Lebensstil auf die Herzinfarktmorbidität und
-mortalität. In den ersten 5 Jahren der Studie sind insgesamt 146 Teilnehmer an
einem Herzinfarkt erkrankt, 30 davon tödlich. Das Risiko war bei den
Teilnehmern, die angegeben hatten mehr als 375 ml Tee pro Tag (entspricht etwa 3
Tassen) zu trinken, um 43 Prozent gesenkt. Tödliche Infarkte traten sogar zu 70
Prozent seltener auf. Eine hohe Zufuhr an Flavonoiden senkte das Risiko um 65
Prozent. Teetrinken und die reichliche Aufnahme von Flavonoiden könnte eine
primär kardioprotektive Wirkung haben, schreibt die Gruppe. Ganz sicher sein
kann sich der Teetrinker da jedoch nicht, denn zum einen waren die
Konfidenzintervalle angesichts der geringen Fallzahl weit und zum anderen kann
eine Beobachtungsstudie niemals eine Kausalität belegen. Dies wäre nur nur durch
eine kontrollierte Studie möglich. Es gibt für Teetrinker also gute Gründe, die
Sache bei einer weiteren Tasse Tee noch einmal in Ruhe zu überdenken. Vielleicht
sollte man an die Teehersteller schreiben und sich schon einmal für die
Teilnahme an einer Studie bewerben. DEUTSCHES ÄRZTEBLATT(26.04.02)
Radikale
und Antioxidantien
Antioxidantiennews
Pflanzeninhaltsstoffe
Vitaminoide
Bioflavonoide - Alpha-Liponsäure
Krebsvorsorge-(Nitrosamine)
Grünes Blattgemüse: Darmkrebs-Risiko sinkt deutlich
London (dpa) - Wer viel grünes Blattgemüse isst, kann sein Darmkrebsrisiko einer
Studie zufolge um fast die Hälfte senken. Die Erkrankungsgefahr verringert sich
demnach um 46 Prozent, wenn man mindestens einmal am Tag Broccoli, Kohl, Salat,
Rosenkohl oder Blumenkohl isst. Für die am Mittwoch in dem britischen
Fachmagazin "Gastroenterology Journal" veröffentlichte Untersuchung der
Universität Liverpool wurden 1000 Menschen nach ihren Ernährungsgewohnheiten
befragt. Die eine Hälfte hatte Darmkrebs, die andere war gesund. Der Leiter des
Forschungsteams, Prof. Jonathan Rhodes, sagte, schon lange gelte eine
ballaststoffreiche Ernährung als vorbeugend gegen Darmkrebs. Die neue Studie
habe nun aber gezeigt, dass vor allem ganz bestimmtes Gemüse eine Schutzfunktion
habe. Gleichzeitig seien Erkenntnisse bestätigt worden, wonach Rind- und
Schweinefleisch und Übergewicht das Entstehen von Darmkrebs begünstigen.6. Juni
2002
Extra-Sonnenschutz: Halber Liter Grüner Tee
Aachen (dpa) - Sonnenhungrige können sich nicht nur mit Cremes und Lotionen,
sondern auch mit Grünem Tee vor verbrannter Haut schützen. Wie das Deutsche
Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET) in Aachen mitteilt, schützen
im Tee enthaltene Stoffe - so genannte Polyphenole - die Haut vor der
Sonneneinstrahlung. Sinnvoll sei es, täglich mindestens einen halben Liter des
Getränks zu sich zu nehmen. Einen guten Extra-Schutz bietet nach DIET-Angaben
auch Zink, das unter anderem in Fleisch, Eiern und Milch enthalten ist. Auf
Sonnencreme sollte dennoch nicht verzichtet werden.6. Juni 2002
netdoktor.de
Brokkoli: Hilfe gegen Magengeschwüre
Hamburg – Patienten mit Magengeschwüren können neue Hoffnung schöpfen: Der aus
Brokkoli gewonnene Wirkstoff Sulforaphan ist in der Lage, ein für die Erkrankung
verantwortliches Bakterium abzutöten. Das berichtet das "Handelsblatt". Die
bisher unbekannte Wirkung von Sulforaphan entdeckten amerikanische und
französische Forscher, als sie dessen krebshemmende Eigenschaft testeten. In
ihren Untersuchungen fanden sie heraus, dass der Stoff eine ähnliche Wirkung wie
Antibiotika hat. Für Menschen in der Dritten Welt könnte es hilfreich sein,
vermehrt einheimisches Gemüse mit hohem Sulforapha-Gehalt zu verzehren. Noch ist
allerdings nicht erwiesen, dass der Verzehr von Brokkoli oder anderer Gemüse
eine ähnlich effektive antibakterielle Wirkung wie die Reinsubstanz hat.
netdoktor
3. Juni 2002
Früchte und Gemüse bewahren vor Herzinfarkt und
Schlaganfall
NEW ORLEANS. Menschen, die regelmäßig Obst und Gemüse essen, erleiden
seltener einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall und versterben seltener an
kardiovaskulären Erkrankungen als ihre Mitmenschen, die sich ungesünder
ernähren. Eine entsprechende Langzeitstudie veröffentlichten Lydia Bazzano und
ihre Mitarbeiter im American Journal of Clinical Nutrition (Am J Clin Nut 2002;
76:93–9).
Eine gesunde Ernährung werde häufig mit einem verminderten Risiko für
kardiovaskuläre Erkrankungen in Zusammenhang gebracht, so die Wissenschaftler,
die vorliegende Studie habe den Effekt einer gesunden Ernährung jedoch über
mehrere Jahrzehnte erfasst und tatsächlich belegen können. Bazzano und ihr Team
untersuchten das Essverhalten von 9 608 Erwachsenen zwischen 25 und 74 Jahren.
Keiner von ihnen hatte die Anzeichen einer kardiovaskulären Erkrankung, als die
Wissenschafter zwischen 1971 und 1975 mit ihrer Untersuchung begannen. Das
Essverhalten der Studienteilnehmer erfassten die Forscher mittels eines
Fragebogens, den die Probanden regelmäßig ausfüllten. Außerdem erfassten Bazzano
und Mitarbeiter die Erkrankungen der Studienteilnehmer und deren Mortalität.
Diejenigen Probanden, die mindestens drei Stücke Obst oder Gemüse täglich
gegessen hatten, zeigten eine um 27 Prozent erniedrigte Inzidenz für
Schlaganfälle und eine um 42 Prozent verminderte Mortalität aufgrund eines
Schlaganfalles. Ihr Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu versterben,
war um rund ein Viertel geringer, als bei Probanden, die weniger als drei Stücke
Obst oder Gemüse täglich gegessen hatten.
„Der Effekt von Obst und Gemüse könnte sogar noch höher sein“, vermutet Eric
Rimm von der Harvard School of Public Health in einem Editorial in der gleichen
Zeitschrift (Am J Clin Nut 2002; 76:1-2). Die Studie habe nämlich nur
unterschieden zwischen Probanden, die sehr wenig Obst und Gemüse aßen und
solchen, die dies „moderat“ getan hätten (mindestens drei Stück). Eventuell
könne, wer mehr davon esse, den Effekt noch steigern. (21.06.02) Deutsches
Ärzteblatt
Verhindert Lauchgemüse Prostatakrebs?
BETHESDA. Es muss nicht unbedingt Sägepalme, Brennnesselwurzel, Roggenpollen
oder Kürbis sein. Auch die (für die meisten Menschen) wohlschmeckenderen
Lauchgemüse wirken möglicherweise vorbeugend gegen Prostatakrebs. Diesen Schluss
dürften jedenfalls Anhänger der Naturheilkunde aus einer bevölkerungsbasierten
Fall-Kontroll-Studie im Journal of the National Cancer Institute (2002; 94:
1648-1651) ziehen.
Ann Hsing vom National Cancer Institute in Bethesda, Maryland, und Mitarbeiter
haben sich bei 238 Männern aus Shanghai mit histologisch gesichertem
Prostatakrebs und 471 gleichaltrigen Männern ohne Prostatakrebs nach den
Ernährungsgewohnheiten erkundigt. Insgesamt wurden 122 Nahrungsmittel abgefragt.
Dabei zeigte sich, dass Männer mit einem hohen Konsum an Allium-Gemüse (dazu
zählen Bärlauch, Knoblauch, Porree, Scharlotten, Schnittlauch und Zwiebeln)
seltener an Prostatakrebs erkrankten. Männer, die mehr als 10 Gramm pro Tag
verzehrten, erkrankten nur halb so häufig wie Männer, welche Lauchgemüse in der
Nahrung eher mieden, das heißt weniger als 2,2 Gramm pro Tag verzehrten (Odds
Ratio 0,51; 95 Prozent - Konfidenz-Interval 0,34 bis 0,76). Am niedrigsten war
das Risiko beim reichlichen Verzehr von Knoblauch (Odds Ratio 0,47) und
Frühlingszwiebeln (Odds Ration von 0,30). Die Risikominderung war unabhängig von
anderen Faktoren und bei Männern mit einem lokalisierten Prostatakrebs
deutlicher ausgeprägt als bei Männern mit fortgeschrittenen Tumoren.
Einschränkend muss gesagt werden, dass eine Fall-Kontroll-Studie die Wirksamkeit
eines Medikamentes oder eines Naturproduktes nicht beweisen kann. Hierzu wären
randomisierte kontrollierte Studien notwendig, zu denen es aber in der Regel
nicht kommt. So bleibt der Einfluss der Ernährung auf die Krankheitsinzidenz
meistens mehr eine philosophische Einstellung denn eine wissenschaftliche
Evidenz. 06.11.02 DEUTSCHES ÄRZTEBLATT
Isoflavon
Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS) sind natürliche Substanzen, die in
Pflanzen besondere Schutzfunktionen wahrnehmen. Viele dieser Stoffe zeichnen
sich auch durch gesundheitsfördernde Eigenschaften für den Menschen aus - und zu
diesen gehören die Isoflavone. Sie zählen zu den Phytoöstrogenen und sind
reichlich in Soja enthalten. Dass Frauen in fernöstlichen Ländern weniger unter
den typisch weiblichen Beschwerden leiden als Frauen in Europa und Nordamerika,
wird auf den traditionell hohen Sojakonsum zurückgeführt.
Weitere Forschungsergebnisse weisen zudem hin auf eine positive Wirkung für die
Blutwerte (LDL, HDL und Cholesterin) und das Herz-Kreislauf-System, eine
antioxidative Schutzfunktion sowie einen Schutz vor dem Abbau von
Knochensubstanz (Osteoporose).
Isoflavon
-enthält wertvolle Isoflavone aus natürlichem Soja
-zeichnet sich durch einen besonders guten natürlichen Geschmack (Orangenöl) aus
-weltweit das erste Produkt in micellierter, flüssiger Form nach patentiertem
Verfahren kann hierdurch die Aufnahme um das 3 bis 5-fache erhöhen (NTC®-Prinzip)
Lipidsenker gibt es auch in Obst und Fischen
Eine Kost mit Phytosterinen, Ballaststoffen und Nüssen senkt LDL-Wert
um 30 Prozent
Eine Ernährungsumstellung ist nach wie vor die Basis, um hohe
Cholesterinwerte zu senken. Allein auf cholesterinreiche Nahrung zu
verzichten, bringt jedoch nicht viel: Eine Kost, die reich an
Phytosterinen, Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren ist, kann
dagegen den LDL-Wert um bis zu 30 Prozent reduzieren.
Phytosterine sind etwa in grünen Äpfeln enthalten, aber auch in Nüssen,
Pflanzenölen, Samen und Gemüse. Foto: Fotodisc
So hemmen Phytosterine wie β-Sitosterol und sein Derivat β-Sitostanol die
Resorption von Cholesterin im Darm. Die Substanzen kommen in Pflanzenölen,
Samen, Nüssen, Gemüse und Obst vor. Inzwischen werden sie als
Fettsäureester pflanzlicher Margarine beigemischt (etwa Becel pro activ®).
Wer sich solche Margarine aufs Brot streicht, kann damit seine
Cholesterinwerte um etwa zehn Prozent reduzieren. Mit Magarine, die nur
reich an ungesättigten Fettsäuren ist, schafft man dagegen nur eine
LDL-Senkung von fünf Prozent (Eur J Clin Nutr 57, 2003, 170).
Doch letztlich kommt es auf die Mischung an: So konnte in einer Studie mit
55 Patienten eine Diät, die pro 1000 kcal Nahrung 1g Phytosterine in Form
einer speziellen Magarine, 11 g Ballaststoffe, 22 g Sojaprotein sowie 14 g
Mandeln enthielt, den LDL-Wert nach einem Monat um 29 Prozent senken.
In einer Vergleichsgruppe, die eine fettarme Diät plus 20 mg Lovastatin
(etwa Mevinacor®) erhielt, war die LDL-Senkung mit 31 Prozent kaum größer.
Nur fettarm zu leben, reduzierte den LDL um acht Prozent (JAMA 290/4,
2003, 502).
Auch Fischöl kann die Blutfettwerte verbessern. Es senkt vor allem den
Triglyzeridspiegel und wirkt antiarrhythmisch. Die im Fischöl enthaltenen
Omega-3-Fettsäuren konnten in der GISSI-Studie mit über 11 000 Patienten
die kardiovaskuläre Mortalität nach eine Herzinfarkt um 30 Prozent senken.
Ärzte Zeitung, 05.08.2003
Bitter-Schokolade: Schutz für´s Herz
London (dpa) - Schokolade ist gesund - zumindest die bittere Variante. Wie
italienische und britische Forscher beobachtet haben, steigt nach dem Genuss von
dunkler Schokolade der Gehalt so genannter
Antioxidantien im Blutplasma. Diese Stoffe schützen das
Herzkreislaufsystem. Das Verschlingen von Milchschokolade lasse sich mit dieser
positiven Wirkung allerdings nicht rechtfertigen, berichten die Wissenschaftler
im Fachblatt «Nature» (Bd. 424, S. 1013): Milch hebt den herzschützenden Effekt
dunkler Schokolade wieder auf. Unter wissenschaftlicher Aufsicht naschten zwölf
Freiwillige entweder Bitterschokolade, Milchschokolade oder Bitterschokolade
zusammen mit einem Glas Milch. Eine Stunde später maßen die Forscher um Mauro
Serafini vom Institut für Ernährungsforschung in Rom die antioxidative Wirkung
des Blutplasmas der Probanden. Ergebnis: Im Blut der Bitterschokoladen-Tester
war sie um fast 20 Prozent angestiegen. Unter anderem hatten die Probanden
dieser Gruppe deutlich mehr Epicatechin im Blut,
einen Vertreter aus der Gruppe der Antioxidantien. Die nachteiligen Effekte der
Milch erklären die Forscher damit, dass sich die Milchproteine möglicherweise
mit den
antioxidativ
wirkenden
Flavonoiden der Schokolade verbinden. Diese
seien dann für den Körper nicht mehr zugänglich. Antioxidantien neutralisieren
im Körper zellschädigende Sauerstoffmoleküle, so genannte freie Radikale. Sie
wirken somit als «Radikalfänger».28. August 2003
Verlängert Stoff im Rotwein das Leben?
BOSTON (ple). Mit Molekülen, die auch in Rotwein, Gemüse und Olivenöl vorkommen,
sogenannten Polyphenolen, läßt sich die Lebensspanne von Hefe- und menschlichen
Zellen deutlich verlängern.
Dies haben Forscher von der Harvard Medical School in Boston im US-Staat
Massachusetts herausgefunden (Nature-Online). Durch Substanzen wie Resveratol
wird offenbar ein Enzymsystem angestoßen, daß den Zellen mehr Zeit gibt,
Reparaturen etwa an der DNA vorzunehmen. Ärzte Zeitung, 28.08.2003
Flavonoide
Antioxidative-
studien
Antioxidantien
Vorkommen:
Flavonoide sind im Pflanzenreich weit
verbreitet.
So kommen sie in praktisch in allen Obst- und
Gemüsesorten vor. Aber auch bestimmte Nüsse und Getreidesorten
enthalten diese wertvollen Stoffe. Folgende Tabelle zeigt einige
Beispiele:
mehr zu den Heilpflanzen :HIER
|
Grundstruktur
|
Aglykon
|
Flavonoid
|
Beispiele
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Flavonole
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Quercetin
|
Spiraeosid
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Zwiebel
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Isoquercitrin
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Holunderblüten
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Flavonolignane
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Mariendistel
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kein Trivialname
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Tomate
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|
|
|
kein Trivialname
|
Ruhrkrautblüten
|
|
|
|
kein Trivialname
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Preiselbeere
|
|
|
|
kein Trivialname
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Schnittlauch
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Rutosid
|
Weinrautenkraut
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|
|
Rutosid
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Weißdorn
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|
|
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Hyperosid
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Birke
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|
|
|
Hyperosid
|
Weißdorn
|
|
|
|
Hyperosid
|
Stiefmütterchen
|
|
|
|
kein Trivialname
|
Schachtelhalm
|
|
|
Kämpferol
|
kein Trivialname
|
Grünkohl
|
|
|
|
kein Trivialname
|
Endivie
|
|
|
|
kein Trivialname
|
Schachtelhalm
|
|
Flavanole
|
Catechin
|
Catechingerbstoffe
|
Odermenning
|
|
|
|
Catechingerbstoffe
|
Heidelbeeren
|
|
|
|
kein Trivialname
|
Pfirsich
|
|
|
|
kein Trivialname
|
Rotwein
|
|
|
|
kein Trivialname
|
Äpfel
|
|
|
Epicatechin
|
kein Trivialname
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Aprikose
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Epicatechingallat
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Grüner Tee
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Procyanidine
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Procyanidin B-2
|
Weißdorn
|
|
|
|
Procyanidin B-2
|
Mossbeeren
|
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Flavanone
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Hesperetin
|
Hesperidin
|
Orange
|
|
|
|
Hesperidin
|
Zitrone
|
|
|
Naringenin
|
Naringin
|
Grapefruit
|
|
Flavone
|
Apigenin
|
Vitexin
|
Stiefmütterchen
|
|
|
|
Isovitexin
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Orthosiphon
|
|
|
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Biflavone
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Ginkgo
|
|
|
|
kein Trivialname
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Sellerie
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|
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Luteolin
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Orientin
|
Passionsblume
|
|
|
|
kein Trivialname
|
Grüne Olive
|
|
|
|
kein Trivialname
|
Paprika
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|
Anthocyanidine
|
Malvidin
|
kein Trivialname
|
Blaue Trauben
|
|
|
|
kein Trivialname
|
Heidelbeeren
|
|
|
|
kein Trivialname
|
Malvenblüten
|
|
|
Delphinidin
|
kein Trivialname
|
Johannisbeere
|
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Dihydrochalcone
|
Phloretin
|
kein Trivialname
|
Äpfel
|
|
Isoflavonoide
|
Genistein
|
Genistin
|
Sojabohnen
|
|
|
Formonetin
|
Ononin
|
Hauhechel
|
Traubenkernöl
Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA bezeichnet das kaltgepresste Traubenkernöl als wertvollstes Nahrungsmittel mit der höchsten zellschützenden Wirkung. Das liegt am Wirkstoff
Procyanidin, der 50 Mal stärker gegen freie Radikale wirken soll als Vitamin E. Dies erläuterte Hoteliers in Badenweiler der Weinautor Wilfried Heinen, der aus Trauben hergestellte Vitis-Produkte aus seiner Ölmühle vertreibt. Für einen Liter Traubenkernöl benötigt man 50 Kilogramm der winzigen Kerne. Deshalb ist das Produkt teuer, kann aber im Gegensatz zu Olivenöl auch zum Braten verwendet werden. Aus dem Mehl machen einige Bäcker der Region schon Traubenkernbrot. Es gibt auch Nudeln, die nicht dick sondern schlank machen sollen. quelleDie Rotwein-Pille aus Italien
Grüner
Tee beugt Plaquebildung vor
Lebensmittel können helfen, Darmkrebs zu verhindern
Krebserkrankungen des Darms gehören zu den am meisten verbreiteten aber auch am
besten zu verhindernden Formen. Das Institute of Food Research hat Studien zu
Veränderungen der Ernährung untersucht. Es zeigte sich, dass Obst und Gemüse
generell positive Auswirkungen haben. Besonders gesund sind Zwiebel, Äpfel,
Sellerie und Brokkoli. Derzeit wird erforscht, wie die Wirkstoffe innerhalb der
Nahrungsmittel helfen, eine Krebserkrankung zu verhindern. Von den zehn
Millionen Krebserkrankungen, die im Jahr 2000 neu diagnostiziert wurde, handelte
es sich bei 2,3 Millionen um Erkrankungen der Verdauungsorgane, des Rachens, der
Speiseröhre, des Magens oder des Kolorektum. Studien haben gezeigt, dass diese
Krankheiten nicht rein genetisch bedingt sind und eine Veränderung der Ernährung
positive Effekte erzielen kann.
Forschungen haben nahe gelegt, dass Ballaststoffe, Folsäure, mehrfachgesättigte
Fettsäuren, pflanzliche Chemikalien wie
Flavonoide und Fermentationsprodukte des Darmes wie Butyrat einen Schutz
gegen Krebs in verschiedenen Stadien bieten können. Die Enzyme COX-2, die
fehlerhaften Zellen ein Überleben ermöglichen, werden durch Quercetin
unterdrückt,
ein
Flavonoid, das in Zwiebeln, Äpfeln und Tee vorkommt. Andere Chemikalien
können die Aktivität von entgiftenden Enzymen verstärken. Apigenin, das in
Petersilie, Artischocken, Basilikum und Sellerie vorkommt, scheint in Verbindung
mit einer anderen Chemikalie effektiver zu sein, die in Brokkoli oder Kohl
vorkommt. Diese Enzyme greifen genetisch beschädigte Epithelzellen an.
Der leitende Wissenschaftler Ian Johnson betonte laut BBC, dass
Krebserkrankungen des Dickdarms und des Mastdarms weltweit zu den am meisten
verbreiteten Krebsformen der Verdauungsorgane gehören. "Die Zahlen sind jedoch
in der westlichen Welt deutlich höher. Bei kolorektalem Krebs handelt es sich
ganz deutlich um eine Wohlstandskrankheit. Rund 80 Prozent der Fälle sind auf
die eine oder andere Art auf die Ernährung zurückzuführen." Viele der
grundlegenden Mechanismen seien laut Johnson noch zu erforschen. Generell gelte
jedoch, dass man durch Gewichtskontrolle, eine obst- und gemüsereiche sowie
ballaststoffreiche Ernährung einen Beitrag zum Schutz gegen diese Krebsformen
leisten könne. 29.07.2004 Infos für Ärzte
Tomaten enthalten viel Lycopin
Eine Gesundheitsinformation der Elefanten
Apotheke Großröhrsdorf
Die bioaktiven Inhaltsstoffe der Tomaten tragen zum Schutz vor
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs bei. Experten empfehlen jetzt täglich 250
Gramm Tomaten zu essen.
Über 1.000 verschiedene Sorten des kalorienarmen Fruchtgemüse gibt es. Doch egal
ob Cocktail-, Kirsch-, Fleisch-, Flaschen- oder die normale Rundtomate, ihnen
ist eines gemein: ihr Verzehr hat einen positiven Einfluss auf die Gesundheit.
Obwohl Tomaten zu 93 Prozent aus Wasser bestehen, haben es die roten Früchte in
sich. Sie enthalten dreizehn Vitamine, siebzehn Mineralstoffe, reichlich
sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe und Fruchtsäuren. Besonders reich sind sie an
Kalium, Magnesium, Folsäure, Vitamin C und dem sekundären Pflanzeninhaltsstoff
Lycopin. Dieser gehört zur Gruppe der Carotinoide und ist für die rote Farbe des
Fruchtgemüses mitverantwortlich. Lycopin besitzt antikanzerogene und
antioxidative Eigenschaften und ist deshalb für den Menschen von besonderer
Bedeutung. Er ist wirksam beim Abbau reaktiver Sauerstoffverbindungen und kann
so zum Schutz vor der Entstehung von Krebserkrankungen und
Herz-Kreislauf-Krankheiten beitragen. Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass
Lycopin die Aktivität eines Enzyms der Cholesterinsynthese vermindert.
Der regelmäßige Verzehr von Tomaten und Tomaten-Erzeugnissen kann auch zum
Schutz der Erbsubstanz vor Schädigungen durch freie Radikale beitragen.
Die Zubereitung beeinflusst die Verfügbarkeit des Lycopins. Zerkleinern und
schonendes Erhitzen steigert diese. Deshalb wird der sekundäre
Pflanzeninhaltsstoff aus verarbeiteten Tomaten-Erzeugnissen besser aufgenommen
als aus frischen Tomaten. Ideal sind Tomatensaft und Tomatenmark.
Aber Achtung: Tomate ist nicht gleich Tomate. Besonders der Reifegrad und das
Anbauverfahren beeinflussen den Geschmack sowie den Gehalt an Lycopin und
verschiedenen Nährstoffen. Grün geerntete Tomaten reifen zwar bei der Lagerung
nach, jedoch erreichen Tomaten nur ihr volles Aroma, wenn die Reifung an der
Pflanze erfolgt. Freiland-Tomaten sind Gewächshaus-Tomaten überlegen. Sie haben
nicht nur einen höheren Lycopin-Gehalt, sondern sind meist auch geschmacklich
überzeugender.
OxyLyc-Kapseln mit antioxidativen Vitaminen, Selen und Lycopin schützen den
Organismus und gehen somit gegen freie Radikale vor.
Schützt Rotwein vor Prostatakrebs?
SEATTLE. Ein gelegentliches Gläschen Rotwein am Abend könnte langfristig das
Risiko auf ein Prostatakarzinom um die Hälfte senken. Dies berichten
Epidemiologen eines renommierten US-Krebsforschungszentrums im International
Journal of Cancer (2004; DOI: 10.1002/ijc.20528).
Die protektive Wirkung soll besonders ausgeprägt gegenüber den aggressiven
Varianten dieses Tumors sein.
Für ihre Fall-Kontroll-Studie suchte Janet Stanford vom Fred Hutchinson
Krebsforschungszentrum in Seattle Patienten aus, bei denen der Tumor
ungewöhnlich früh im Alter von 40 bis 64 Jahren aufgetreten war. Da die Inzidenz
des Tumors hier noch gering ist, lasse sich eine Assoziation zwischen dem Tumor
und möglichen kausalen Faktoren leichter erkennen, schreibt die Autorin.
Der Verdacht, dass der Alkoholkonsum das Prostatakrebsrisiko beeinflussen
könnte, ist nicht neu.
17 Studien wurden bereits zu dieser Frage durchgeführt, ohne eine klare Antwort
zu liefern, was die Autorin auf methodische Schwächen dieser Untersuchungen
zurückführt, unter anderem darauf, dass in vielen Fällen nicht zwischen
unterschiedlichen alkoholischen Getränken unterschieden wurde. Dies sei nur in
einer einzigen Studie geschehen, wobei aber nur nach den aktuellen
Trinkgewohnheiten des letzten Jahres gefragt worden war.
In der aktuellen Studie wurden 753 Krebspatienten und 703 gleichaltrige Männer
aus dem gleichen Wohnbezirk in einem persönlichen Interview nach ihrem
Lebenszeit-Konsum alkoholischer Getränke interviewt, wobei zwischen Rotwein,
Weißwein, Bier und Spirituosen unterschieden wurde.
Für den Rotweinkonsum wurde eine signifikante protektive Wirkung gefunden.
Danach senkt jedes Glas Rotwein pro Woche das Risiko auf ein Prostatakarzinom
statistisch signifikant um sechs Prozent (Odds Ratio 0,94;
95-Prozent-Konfidenzintervall 0,90–0,98). Dabei nimmt die protektive Wirkung mit
zunehmendem Konsum zu. Vier oder mehr Gläser Rotwein pro Woche senkten das
Risiko um 50 Prozent, schreibt die Autorin in der Pressemitteilung. Besonders
aggressive Varianten des Tumors seien sogar zu 60 Prozent seltener bei den
regelmäßigen Rotweintrinkern aufgetreten. Für Bier oder Spirituosen, aber auch
für Weißwein wurde keine Risikominderung gefunden.
Welche Inhaltsstoffe im Rotwein für die Wirkung verantwortlich sein könnten und
wie die protektive Wirkung, wenn sie denn real sein sollte, zustande kommt, ist
völlig unbekannt. Stanford und Mitarbeiter spekulieren, dass ein Antioxidans
namens Resveratrol eine Rolle spielen könnte. Es ist reichlich in der Schale der
roten Trauben vorhanden, während die Konzentration in den weißen Trauben niedrig
ist. Resveratrol wirke als Antioxidans und habe auch anti-entzündliche
Wirkungen, schreiben die Autoren.
Es könne die Zellproliferation hemmen und verstärke die Apoptose.
Schließlich wirke es wie das weibliche Geschlechtshormon Estrogen, wodurch es
die Konzentration des männlichen Geschlechtshormons Testosteron senke.
Stanford möchte nicht den nahe liegenden Schluss ziehen und allen Männern zum
vermehrten Rotweinkonsum raten. Alkohol habe schließlich auch negative Wirkungen
auf die Gesundheit. Doch Männer, die ohnehin Alkohol trinken, sollten mit Blick
auf die hohe Prostatakrebs-Prävalenz, lieber zu Rotwein greifen. Einschränkend
muss man einwenden, dass die Beweiskraft von Fall-Kontroll-Studien nicht sehr
hoch ist. Besser wäre natürlich eine langfristige Interventionsstudie.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 23.09.2004
Links zum Thema
Abstract der Studie
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/abstract/109598276/ABSTRACT
Pressemitteilung des Fred Hutchinson Cancer Research Center
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2004-09/fhcr-ago092204.php
Einige einschränkende Ausführungen in Quackwatch
http://www.quackwatch.org/01QuackeryRelatedTopics/DSH/resveratrol.html
Hibiskusextrakt schützt vor Gefässerkrankungen
Ein Extrakt aus Hibiskusblüten hat ähnliche gefäßschützende Eigenschaften
wie Rotwein, Traubensaft oder Tee. Die im Hibiskus enthaltenen
Antioxidantien haben einen positiven Einfluss auf die Cholesterinwerte und
können damit Herz- und Kreislauferkrankungen vorbeugen, haben Forscher aus
Taiwan herausgefunden. Über ihre Versuche an Ratten berichten Chau-Jong Wang
und seine Kollegen von der Medizinischen Universität Chung Shan in Taichung
in der Fachzeitschrift Journal of the Science of Food and Agriculture
(Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1002/jsfa.1872).
Wang und sein Team setzten Ratten auf eine cholesterinreiche Diät und
ergänzten den Speiseplan einiger Nager mit dem Hibiskusextrakt, der reich an
Flavonoiden, Polyphenolen und Anthocyaninen ist. Nach zwölf Wochen
untersuchten die Wissenschaftler die Blutwerte der Tiere. Der Extrakt aus
den Blütenblättern wirkte sich äußerst positiv auf den Cholesterinspiegel
aus, fanden die Forscher. Das Verhältnis von schädlichem LDL- zu nützlichem
HDL-Cholesterin verbesserte sich, die Menge an LDL-Cholesterin wurde
reduziert. Zudem verhinderten die Antioxidantien die Oxidation des
LDL-Cholesterins, die das Auftreten von Gefäßverhärtungen zusätzlich
verschlimmert.
Hibiskus wird in einigen Ländern als Volksmedizin gegen Bluthochdruck und
Lebererkrankungen oder zur Herstellung beliebter Softdrinks verwendet. Den
gesundheitlichen Nutzen von Hibiskus konnten die Forscher nun beweisen. Ihre
Ergebnisse legen nahe, dass ein Extrakt aus den Blütenblättern für die
Vorbeugung oder sogar die Behandlung einiger Herzkreislauferkrankungen
nützlich sein könnten, bei denen Cholesterin eine entscheidende Rolle
spielt. http://www.baeder-fuehrer.de
Äpfel gegen Alzheimer
sekundäre
Pflanzeninhaltsstoffe
Der regelmäßige Genuss von Äpfeln könnte helfen, neurodegenerativen
Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson vorzubeugen. Das schließen
amerikanische Wissenschaftler aus den Ergebnissen von zwei Laborstudien an
kultivierten Hirnzellen von Ratten. Dabei hatten die Forscher entdeckt, dass
Antioxidantien aus frischen Äpfeln die Zellen sehr effektiv gegen die
schädlichen Wirkungen aggressiver freier Radikale schützen. Als besonders
wirkungsvoll erwies sich die Substanz Quercetin, die in und direkt unter der
Apfelschale vorkommt. Über die Untersuchungen von Cy Lee und seinen Kollegen
berichtet die Cornell-Universität.
In immer mehr Studien finden Wissenschaftler Hinweise auf
gesundheitsfördernde und vorbeugende Wirkungen von Äpfeln. So soll das
Kernobst beispielsweise vor Krebs schützen, Allergien lindern, den
Cholesterinspiegel senken und Herzkreislauferkrankungen vorbeugen können. Im
Mittelpunkt des Interesses steht dabei das Antioxidans Quercetin, das auch
in Zwiebeln, Grünkohl, Brombeeren und Preiselbeeren enthalten ist. Die
Substanz gehört zu den
Flavonoiden und fängt die meist sauerstoffhaltigen
freien Radikale
ab, die im Körper den so genannten oxidativen Stress und
damit Schäden an Zellen und Gewebe verursachen.
Freie Radikale werden auch mit der Entstehung von Krankheiten wie Parkinson
oder Alzheimer in Verbindung gebracht, bei denen Nervenzellen zerstört
werden. Um zu überprüfen, ob die antioxidative Wirkung von Äpfeln auch vor
solchen Erkrankungen schützen kann, setzten die Forscher Nervenzellen aus
Rattenhirnen simuliertem oxidativen Stress aus. Tatsächlich konnten die
aggressiven Teilchen den Zellen deutlich weniger anhaben, wenn diese vorher
mit einem Extrakt aus roten Delicious-Äpfeln behandelt worden waren. Über
die Ergebnisse dieser Untersuchung berichten Lee und seine Kollegen in der
Fachzeitschrift Journal of Food Science (Bd. 69, S. 357).
Eine weitere Studie zeigte den Wissenschaftlern, dass auch bei den
Hirnzellen die schützende Wirkung hauptsächlich vom Quercetin ausging. Der
Schutzeffekt des Flavonoids war dabei sogar effektiver als der von Vitamin
C, schreiben die Forscher im Fachmagazin Journal of Agricultural and Food
Chemistry (Dezemberausgabe). Obwohl die Ergebnisse bislang nur aus
Laboruntersuchungen stammen, empfiehlt Lee, möglichst häufig frische Äpfel
zu essen. Rote Sorten sind dabei besser geeignet als gelbe oder grüne, da
sie mehr Antioxidantien enthalten.
http://www.baeder-fuehrer.de
Vermindert eine Substanz aus Möhren das Risiko für Krebs?
Falcarinol erwies sich im Tierversuch als hoffnungsvoll
DAVIS (ddp). Die in Karotten enthaltene Substanz Falcarinol vermindert das
Risiko, an Krebs zu erkranken. Das haben britische Wissenschaftler in
Experimenten an Ratten nachgewiesen. Diese Schlüsselsubstanz ist ein natürliches
Pestizid und schützt die Möhren vor einem Pilzbefall.
Kirsten Brandt und ihr Team von der Universität in Newcastle upon Tyne in
Großbritannien veröffentlichen ihre Ergebnisse im "Journal of Agricultural and
Food Chemistry" (online vorab). Die Wissenschaftler testeten Falcarinol an
Ratten, die schon eine Vorstufe von Krebs hatten. Acht Tiere bekamen rohe
Karottenstücke als Futterzusatz, bei weiteren acht Ratten wurde Falcarinol unter
das Futter gemischt. Acht Tiere der Kontrollgruppe fraßen normales Futter ohne
Zusatz.
Ergebnis: Bei Tieren der Kontrollgruppe war Krebs dreimal so häufig wie bei den
Tieren, die Falcarinol pur oder mit den Karotten bekommen hatten. Wie die
Substanz genau wirkt, ist noch nicht bekannt. Nun wollen die Wissenschaftler
testen, in welcher Menge und in welcher Form Falcarinol am besten wirkt. Zudem
wollen sie untersuchen, ob bestimmte Möhrenarten gesünder sind als andere und ob
Falcarinol auch nach dem Kochen von Karotten noch wirksam bleibt.Ärzte Zeitung,
10.02.2005
sekundäre
Pflanzeninhaltsstoffe
Polyphenol aus grünem Tee reduziert die Körperfettzunahme
bei Mäusen
Ein in grünem Tee enthaltenes Polyphenol (Epigallocatechingallat, EGCG)
reduziert dosisabhängig die Körperfettzunahme bei Mäusen. Der Effekt ist nicht
auf eine appetithemmende Wirkung der Substanz zurückzuführen, sondern auf eine
verminderte Aufnahme der Nahrung im Darm und eine gesteigerte Fettverbrennung.
Dieses zeigen neue Ergebnisse einer Forschergruppe unter der Leitung von Frau
Prof. Dr. Susanne Klaus vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE)
Potsdam Rehbrücke (International Journal of Obesity, Klaus et al., 2005).
Grüner Tee enthält große Mengen an Polyphenolen, hauptsächlich Catechine, denen
zahlreiche gesundheitsfördernde Effekte zugesprochen werden, wie z.B.
antikanzerogene, antioxidative, Blutdruck- und Cholesterinspiegel-senkende
Wirkungen. Ebenso belegen Studien an Tier und Mensch, dass diese Substanzen
gewichtsreduzierende Eigenschaften besitzen. Da EGCG ein Hauptinhaltsstoff des
grünen Tees ist und bislang wenig Daten bezüglich seiner Effekte auf die
Entstehung von Übergewicht und den Energiehaushalt vorliegen, führten die
Wissenschaftler um Prof. Dr. Susanne Klaus verschiedene Untersuchungen an einem
Mausmodell durch. Um den Einfluss anderer Teebestandteile weitestgehend
auszuschließen, verwendeten die Forscher ein gereinigtes EGCG-Präparat (TEAVIGOTM).
TEAVIGOTM ist ein Extrakt aus grünem Tee und besteht zu über 94 % aus EGCG. Die
Versuchstiere erhielten über 4 Wochen unterschiedliche Konzentrationen von
TEAVIGOTM zusätzlich zu einer fettreichen Diät, die bei dem verwendeten
Mausmodell schnell zu Übergewicht führt. Obwohl die aufgenommenen Futtermengen
annähernd gleich waren, hatten die mit EGCG behandelten Tiere im Vergleich zu
den Kontrolltieren nach 29 Tagen ein deutlich niedrigeres Körpergewicht mit
vermindertem Körperfettanteil. Fäzes-Analysen der Tiere lassen vermuten, dass
die verminderte Gewichtszunahme zum Teil auf eine reduzierte Resorption der
Nahrung im Darm zurückzuführen ist. Zusätzlich durchgeführte Kurzzeitstudien
weisen zudem darauf hin, dass EGCG außerdem die Fettverbrennung steigert.
€ Es ist nicht notwendig, dass Sie grünen Tee trinken, um dessen
gesundheitlichen Vorteile zu nutzen. Vitamehr-Kapseln die den Extrakt von drei
Tassen Tee enthalten finden Sie hier, in der Rubrik Naturheilmittel:
http://www.gesundheits-fuehrer.com/Produkte/index.html
Dunkle Schokolade:
Anti-Aging-Effekt
durch
Flavanole und Polyphenole
Der Genuss von dunkler Schokolade wirkt sich positiv auf den Blutdruck und bei
Diabetes aus und hat zudem einen Anti-Aging-Effekt. Der Grund dafür sind die in
der dunklen Schokolade enthaltenen Flavanole. Zu diesem Ergebnis kommt eine
Studie der Università degli Studi dell´Aquila, die in der aktuellen Ausgabe des
American Journal of Clinical Nutrition publiziert wurde. "Durch den Konsum von
dunkler Schokolade kann nicht nur der Blutdruck gesenkt, sondern auch die
Insulinsensibilität verbessert werden", erklärte Claudio Ferri, der Leiter der
Studie.
Die italienischen Forscher verabreichten einem Untersuchungssample von 15
Personen täglich 100 g dunkle Schokolade, welche eine Menge von 500 mg
Polyphenol enthält. Gleichzeitig wurde eine Kontrollgruppe angewiesen, täglich
90 Gramm weiße Schokolade - die keinerlei Polyphenole enthält - zu konsumieren.
Die Forscher konnten beobachten, dass durch den Verzehr von dunkler Schokolade
die Insulinresistenz signifikant niedriger und die Insulinsensibilität höher
war, als in der Kontrollgruppe. Die Erkenntnis, dass durch den Schokoladekonsum
der Körper besser in der Lage ist Zucker abzubauen, ist vor allem für
Diabetes-Kranke von Bedeutung. Darüber konnte bei den Probanden der dunklen
Schokolade auch eine Senkung des systolischen Blutdrucks registriert werden.
Der Grund für die gesundheitsfördernde Wirkung der Schokolade wird von den
Experten auf die in dem Produkt enthaltenen Flavanole zurückgeführt. Denn
Flavanol ist ein Antioxidans, welches die Fähigkeit besitzt Zell-Struktur
angreifende Substanzen - so genannte freie Radikale - zu neutralisieren. Eine
ähnliche Wirkung wurde auch anderen Produkten attestiert, die Flavanole
enthalten, beispielsweise Tee oder Wein. "Die Identifizierung von gesunden
Produkten und das Verständnis, dass manche Produkte die Physiologie des Körpers
positiv beeinflussen ist wichtig für eine gesunde Ernährung. Trotzdem rate ich
zu Vorsicht, denn Schokolade enthält zwar Antioxidantien, darüber hinaus aber
auch jede Menge Fett und Kalorien", erklärte Ferri.
22.03.2005 Infos für Ärzte
Wie grüner Tee Krebs stoppt -
Hauptinhaltsstoff blockiert die Vermehrung der Krebszellen
Britische Wissenschaftler haben entdeckt, wie einer der Hauptinhaltsstoffe von
grünem Tee die Krebsentstehung stoppt: Die Substanz greift ein wichtiges Enzym
in den Krebszellen an und verhindert damit das Wachstum des Tumors.
Dabei reichen bereits Konzentrationen aus, wie sie üblicherweise im Blut von
Teetrinkern nach zwei bis drei Tassen grünem Tee pro Tag vorkommen. Das
berichten die Forscher um Roger Thorneley vom John Innes Centre in Norwich in
der Fachzeitschrift Cancer Research (Ausgabe vom 15. März). Die Forscher
versprechen sich von ihren Ergebnissen einen wichtigen Fortschritt in der
Krebsbehandlung.
Seit langem wird grünem Tee und besonders seinem Inhaltstoff
Epigallocatechin-Gallat (EGCG), einem so genannten Polyphenole, ein positiver
Effekt bei der Bekämpfung von Krebs nachgesagt. Erst jetzt konnten Thorneley und
seine Kollegen jedoch seine exakte Wirkweise aufdecken: EGCG greift ein Enzym
an, das entscheidend an der Produktion des Erbmaterials, der DNA, beteiligt ist,
und stoppt so die Vermehrung der Krebszellen.
Die Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass sich aus EGCG eine neue Art von
Krebsmedikament entwickeln lässt. Sein Angriffsziel, das Enzym
Dihydrofolatreduktase (DHFR), wird in der Krebstherapie bereits vielfach
ausgenutzt. Ein Nachteil dieser Therapieansätze ist jedoch, dass dieses Enzym
auch in gesunden Zellen an der DNA-Synthese mitwirkt. Daher haben Medikamente,
die dort angreifen, wie das verbreitete Methothrexat, eine Reihe von
Nebenwirkungen vor allem in der Leber und im Knochenmark. Im Unterschied zu
Methothrexat bindet EGCG jedoch weniger fest an das Enzym DHFR und sollte daher
weniger Nebenwirkungen auf gesunde Zellen haben, hoffen die Forscher.
Allerdings warnen die Wissenschaftler vor einem zu hohen Genuss an grünem Tee
kurz vor oder während der Schwangerschaft. Studien haben erwiesen, dass ein
Übermaß an Tee zu körperlichen Defekten des Embryos führen kann, wie der
Anenzephalie, einer schweren Fehlbildung des Zentralen Nervensystems.
Hinweis der Redaktion: Wir erfahren immer wieder, dass viele Menschen sich nicht
mit dem Geschmack des grünen Tees anfreunden können, und wenn sie nicht
notorische Teetrinker sind, auch die Umstände mit der Zubereitung scheuen.
Es ist jedoch jetzt möglich, sich die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe ganz
einfach in Kapselform zuzführen. Klicken Sie hier und erfahren Sie
mehr:
http://www.baeder-fuehrer.com/gesundheitsprodukte/600528.html
Resveratrol im Rotwein zusätzlich zur Krebstherapie?
Trotz aggressiver Behandlungsprotokolle haben viele Krebspatienten weiterhin
eine schlechte Prognose, was die Notwendigkeit für neue Therapieansätze
verdeutlicht. Die meisten Krebsmedikamente wirken vor allem dadurch, dass sie in
Tumorzellen das zelleigene Selbstmordprogramm, die sogenannte Apoptose,
auslösen. Da jedoch Apoptose in vielen Tumoren blockiert ist, sind solche
Geschwülste auch resistent gegenüber herkömmlichen Behandlungsmethoden.
In einem von der Wilhelm-Sander-Stiftung geförderten Projekt entdeckte das
Forscherteam von Professor Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Ulm, und Frau Privatdozentin
Simone Fulda, Leiterin des Landesforschungsschwerpunkts Apoptose der Universität
Ulm, dass der Naturstoff Resveratrol die Resistenz von Tumorzellen gegenüber
Krebstherapien aufhebt.
Resveratrol ist ein Polyphenolderivat, das natürlicherweise im Rotwein vorkommt
und insbesondere wegen seiner kardioprotektiven und chemopräventiven Wirkung
bekannt ist. So dürfte Resveratrol der Grund für das sogenannte "French Paradox"
sein, d.h. der Tatsache, dass dort, wo viel Rotwein getrunken wird, auch weniger
kardiovaskuläre Erkrankungen auftreten.
Die Ulmer Forscher fanden nun heraus, dass Resveratrol zahlreiche Krebsarten
einschließlich resistenter Tumoren sowohl für Chemotherapie als auch für
zytoxische Zytokine empfindlich macht. Untersuchungen zu den molekularen
Wirkungsmechanismen entschlüsseln, dass Resveratrol über transkriptionelle und
posttranskriptionelle Vorgänge das Apoptose-hemmende Protein Survivin außer
Kraft setzt und damit in Krebszellen die Schwelle zur Auslösung von Apoptose
durch eine gleichzeitige Zytostatikagabe senkt. Da die Wirkung der meisten
Krebstherapien vor allem auf dem Auslösen von Apoptose in Tumorzellen beruht und
folglich Defekte in Apoptoseprogrammen zur Resistenz von Krebszellen führen,
eröffnen sich durch die Identifizierung dieser neuartigen Wirkung von
Resveratrol als Modulator der Apoptoseempfindlichkeit neue Perspektiven in der
Krebstherapie. So ist z.B. der Einsatz von Resveratrol, das bereits in einer
klinisch applizierbaren Formulierung vorliegt, in Kombinationsprotokollen
denkbar, um resistente Krebsarten für konventionelle Chemotherapien wieder
empfindlich zu machen und damit die Behandlungsoptionen und Prognose von
Krebspatienten zu verbessern.
15.09.2005 http://www.journalonko.de
Kontakte:
PD Dr. Simone Fulda, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin,
E-mail: simone.fulda@medizin.uni-ulm.de
Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung
Gemüse gegen Krebs Fünfmal am Tag
sekundäre
Pflanzenstoffe
Gemüse ist gesund. Wir alle wissen es, und
dennoch bleibt im Alltag das "Grünzeug" oft auf der Strecke. Doch wie viel Power
in Salat, Brokkoli oder Karotten steckt, beweisen jetzt neue Studien in der
Krebsforschung. Wer beispielsweise fünfmal pro Tag eine Portion Gemüse isst,
schützt sich optimal gegen verschiedene Krebsarten.
Allerdings ist Gemüse nicht gleich Gemüse: Gegen den aggressiven
Bauchspeicheldrüsenkrebs sind gelbe Gemüsesorten sowie solche mit dunklen
Blättern besonders effektiv. Nach Ansicht amerikanischer Forscher kann ein hoher
Gemüsekonsum das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs um 50 Prozent senken. Fünf
Portionen täglich müssen es jedoch schon sein, als Portion gilt entweder eine
halbe Tasse gekochtes Gemüse, zwei Tassen Blattsalat oder eine mittelgroße
Frucht.
Ran an den Kohl
Zwiebeln, Knoblauch, Bohnen, gelbe Gemüsesorten wie Karotten, Mais oder
Süßkartoffeln sind ebenso hilfreich wie Kohl oder Brokkoli. Weniger effektiv
sind Gemüsesorten mit hellgrünen Blättern wie Tomaten. Früchte, insbesondere
Zitrusfrüchte, verminderten zwar auch das Krebsrisiko, jedoch deutlich weniger
als Gemüse, so die US-Wissenschaftler.
Brunnenkresse gegen Lungenkrebs
Brokkoli, Blumenkohl und Brunnenkresse helfen vor allem, um das Wachstum von
Lungenkarzinomen zu bremsen. Wie Wissenschaftler der Georgetown-University
herausfanden, hemmten so genannte Isothiocyanate in Tierstudien und
Laborversuchen das Wachstum von Lungenkrebs-Zellen. Diese Substanzen in
Pillenform könnten Raucher und Ex-Raucher vor der Entstehung von Lungenkrebs
schützen.
Und schließlich vertritt die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und
Stoffwechselkrankheiten die Ansicht, dass sich etwa die Hälfte aller
Dickdarmtumore mit einer gesünderen Lebensweise vermeiden ließen. Dickdarmkrebs
sei ein "Lifestyle"-Tumor, den man vor allem mit viel Gemüse vermeiden könne.
Sept-2005 http://www.br-online.de
Schützt Kohl vor Lungenkrebs? –
Studie: Es hängt von den Genen ab
LYON. Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler (Cruciferae) sind reich an
Isothiocyanaten, die im Tierversuch eine chemopräventive Wirkung gegen
Lungenkrebs haben. Dies war bereits in der Vergangenheit Anlass für ein Reihe
von epidemiologischen Studien, aber niemals war die protektive Wirkung so groß
wie in der jüngsten Fall-Kontroll-Studie der Agency for Cancer Research (IARC)
in Lyon, die jetzt im Lancet (2005; 366:1558-1560) publiziert wurde. Der Verzehr
von Kohl, Brokkoli und Rosenkohl senkte das relative Risiko um bis zu 70
Prozent.
Paul Brennan und Mitarbeiter vom IARC rekrutierten 2 141 Patienten an 15
Kliniken in Polen, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Russland und Ungarn. In
diesen Ländern Osteuropas wird traditionell viel Kohl gegessen. Die Patienten
wurden intensiv nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und die Antworten mit
denen von 2 168 gesunden Probanden verglichen, den „Kontrollen“ in dieser
Fall-Kontroll-Studie. Ergebnis: Der Verzehr von mehr als einem Kohlgericht pro
Woche hatte noch keine bemerkenswerte präventive Wirkung. Die adjustierte Odds
Ratio betrug 0,78 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,64-0,96). Das wäre eine knapp
signifikante Risikominderung um 22 Prozent, kein überragendes Ergebnis für eine
Fall-Kontroll-Studie, zumal die Aussagekraft dieser Studien ohnehin sehr
begrenzt ist.
Wesentlich deutlicher war der Zusammenhang, nachdem die Ergebnisse eines
Gentests berücksichtigt wurden. Die Forscher untersuchten die Gene für die
Enzyme Glutathion-S-Transferase GSTM1 und GSTT1, die im Körper Isothiocyanate
abbauen, was die vermutete präventive Wirkung schmälern würde. Für beide Gene
existieren so genannte Null-Allele, die zur Bildung defekter Enzyme führen. Die
Folge sind – vor allem wenn beide Enzyme fehlen – langdauernde hohe
Isothiocyanat-Konzentrationen und mithin eine bessere präventive Wirkung von
Kohlgerichten. Genau dies konnte in der Studie gezeigt werden.
Träger der Nullvariante von GSTM1 – sie liegt bei 50 Prozent der Bevölkerung vor
– hatten eine Odds Ratio von 0,67 (0,49-0,91). Bei Trägern der Nullvariante von
GSTT1 – 20 Prozent der Bevölkerung – waren es 0,63 (0,37-1,07). Wenn jedoch
beide Eliminationsenzyme ausgefallen waren (Nullvariante von GSTM1 und GSTT1,
bei zehn Prozent der Bevölkerung) sank die Odds Ratio auf 0,28 (0,11-0,67), was
einer protektiven Wirkung von 72 Prozent entspricht.
Mit anderen Worten: Etwa ein Zehntel der Bevölkerung ist durch die Defekte im
Abbau von Isothiocyanaten weitgehend vor Lungenkrebs geschützt, was unweigerlich
zu der Frage führt, ob Raucher vermehrt Kohl verzehren sollten. In der
Untersuchung kam jedoch heraus, dass die protektive Wirkung bei Rauchern
schwächer war als bei Nichtrauchern, was mit Inhaltsstoffen des Tabakrauches
zusammenhängen könnte, die den Abbau der Isothiocyanate fördern.
Außerdem müssen die relativen Risiken des Rauchens, die das Lungenkrebsrisiko um
den Faktor 20 oder mehr erhöhen, mit den protektiven Wirkungen von Kohl
verrechnet werden. Der Netto-Effekt wäre sicherlich negativ. DEUTSCHES
ÄRZTEBLATT ONLINE 28.10.2005
Links zum Thema
Abstract (nach Registrierung)
http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140673605676283/
International Agency for Cancer Research
http://www.iarc.fr/
Bewahrt eine Rotwein-Substanz vor Alzheimer?
BETHESDA (eb). "Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben", sagte
schon Wilhelm Busch. Dem Rebensaft werden gleich mehrere positive Effekte auf
die Gesundheit zugesprochen.
So soll Rotwein den Blutdruck senken, vor KHK, aber auch vor Prostatakrebs
schützen . Forscher vom Institute for Medical Research in Manhasset im US-Staat
New York, haben jetzt eine Substanz aus Rotwein isoliert, die möglicherweise vor
Morbus Alzheimer schützen kann (J Biol Chem, 2005, online).
Die Substanz, das Polyphenol Resveratrol, haben die Forscher zu
β-Amyloid-produzierenden Zellen in Kultur gegeben. Amyloid-Plaques im Hirn
treten bei Morbus Alzheimer auf. Mit Resveratrol war die Menge an
Alzheimer-Peptiden in den Zellen deutlich verringert.
Das Trinken von Rotwein reiche für einen Schutz allerdings nicht aus. Die
Resveratrol-Konzentration im Wein läge weit unter denen der Zellkulturversuche.
Die Forscher wollen nun die molekularen Mechanismen der Wirkung von Resveratrol
auf die Amyloid-Synthese untersuchen. Sie sehen darin einen Ansatz für
Medikamente gegen Alzheimer. Ärzte Zeitung, 09.11.2005
Aufnahme von Antikrebsstoffen ist genetisch determiniert
Super-Brokkoli soll Krebs abwehren
Wissenschaftler entwickelten einen „Super-Brokkoli“, der eine große Menge einer
gegen das Krebswachstum wirksamen Schlüsselsubstanz enthält.
07.12.05 - Forscher des Institute of Food Research fanden heraus, dass nicht
alle Menschen die in Gemüse wie Brokkoli und Kohl enthaltenen
Antikrebs-Bestandteile nutzen können. Die Aufnahme des Stoffes Sulphoraphane aus
der Nahrung ist vom Vorhandensein des Gens GSTM1 abhängig. Etwa die Hälfte der
Menschen besitzt das Gen nicht.
Aus diesem Grund entwickelten Wissenschaftler um Richard Mithen Broccoli, der
mehr Sulphoraphane enthält. Die hohen Mengen des enthaltenen Antikrebsstoffes
sollen gewährleisten, dass auch Personen mit fehlenden Gen Sulphoraphane in
ausreichender Menge aufnehmen.
Experten wie Josephine Querido des Cancer Research UK kritisieren die geringe
Größe der vorliegenden Studie. Die beste Möglichkeit, das
Krebsrisiko zu
reduzieren sieht sie in einer ausgewogenen Ernährung mit viel
Obst und
Gemüse.
07.12.2005 Infos für Ärzte
Wissenschafter entwickeln Super-Brokkoli zur Abwehr von Krebs
Wissenschafter des Institute of Food Research arbeiten an der Entwicklung eines
Super-Brokkoli, der bei der Abwehr von Krebs helfen soll. Es ist bekannt, dass
Brokkoli über Krebs abwehrende Eigenschaften verfügt. Die aktuelle Studie hat
jedoch nachgewiesen, dass der genetische Aufbau mancher Menschen den
normalerweise erzielbaren Schutz verringern kann. Die Entwicklung einer
Brokkoliform, die eine größere Menge des entscheidenden Sulforaphans enthält,
soll diesem Effekt entgegenwirken. Das Team hofft laut BBC, die
Forschungsarbeiten in drei Jahren abgeschlossen zu haben. In der Zwischenzeit
wird empfohlen, große Mengen verschiedener grüner Gemüsesorten zu essen.
Fehlen eines Gens verhindert Speicherung von Sulforaphan
Der leitende Wissenschafter Richard Mithen erklärte, dass das Gen GSTM1 eine
entscheidende Rolle spiele, über das rund die Hälfte der Bevölkerung nicht
verfüge. "Manche Menschen, die dieses Gen nicht haben, scheinen durch den
Brokkoli weniger gegen Krebs geschützt zu sein. Eine mögliche Ursache dafür
könnte sein, dass das Fehlen dieses Gens die Speicherung von Sulforaphan im
Körper verhindert.
Es wird in diesem Fall innerhalb von wenigen Stunden wieder ausgeschieden."
Mithen erklärte, dass ein Super-Brokkoli, der über größere Mengen Sulforaphan
verfügt, eine vom Vorhandensein des Gens unabhängige Versorgung ermöglichen
sollte. Das Essen größerer Mengen könnte zudem weitere Vorteile haben, da dieses
Gemüse reich an anderen Vitaminen und Mineralien ist.
Brokkoli gehört wie Kraut, Karfiol und Kohlsprossen zur Familie der
Kreuzblütler. Diese Gemüsearten enthalten große Mengen an Glucosinolaten, die zu
Isothiocyanaten abgebaut werden. Die Indizien weisen darauf hin, dass diese
Isothiocyanate, zu denen Sulforaphan gehört, in der Ernährung zu den wirksamsten
Wirkstoffen gegen Krebs zählen. Der Super-Brokkoli enthält 3,4 Mal soviel von
diesem Wirkstoff wie die normalen Arten. Die Wissenschafter halten es für
möglich, dass bei einem Fehlen des Gens GSTM1 ein stärkerer Schutz gegen Krebs
durch das Essen von anderen Kreuzblütlerarten erzielt wird. Josephine Querido
von Cancer Research UK erklärte, dass die aktuelle Studie bestehende Annahmen
unterstütze, wonach genetische Unterschiede beeinflussten, wie Nährstoffe aus
der Nahrung aufgenommen würden. Da an der Studie nur 16 Personen teilgenommen
hätten, seien präzise Schlussfolgerungen nicht möglich.
http://www.journalmed.de
Fettes Essen: Olivenöl kurbelt Blutzirkulation an
Bethesda (ddp). Bestimmte Inhaltsstoffe im Olivenöl machen Blutgefäße nach einer
fettreichen Mahlzeit dehnbarer, wodurch das Blut besser zirkulieren kann. Das
konnten spanische Forscher erstmals direkt in einer Studie an 21 Freiwilligen
nachweisen. Verantwortlich für diese Wirkung sind die so genannten Phenole im
Olivenöl: Sie sorgen dafür, dass sich Blutgefäße auch nach einem fettreichen
Essen problemlos an Veränderungen des Blutflusses anpassen können. Diese
Fähigkeit wird bei der Verwendung anderer Fette stark beeinträchtigt. Die
positive Wirkung des Olivenöls bleibt allerdings bei einem niedrigen
Phenolgehalt aus, entdeckten die Wissenschaftler um Juan Ruano von der
Universität in Cordoba. Sie präsentieren ihre Ergebnisse im Fachmagazin «Journal
of the American College of Cardiology» (Bd. 46, Nr. 10, S. 1.864). Olivenöl ist
ein wichtiger Bestandteil der so genannten Mittelmeer-Diät, deren positive
Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System schon seit langem bekannt ist. Welche
Rolle dabei der Phenolgehalt des Öls spielt, untersuchten die Forscher nun bei
fünf Männern und sechzehn Frauen mit erhöhtem Cholesterinspiegel. Sie servierten
ihren Probanden dabei an zwei Tagen dasselbe fettreiche Frühstück, bestehend aus
60 Gramm Weißbrot mit 40 Millilitern Olivenöl. Allerdings enthielt das Öl nur an
einem Tag eine hohe Phenolkonzentration, am zweiten Tag betrug der Gehalt
lediglich ein Fünftel dieser Menge. Nach dem Frühstück untersuchten die Forscher
über einen Zeitraum von vier Stunden, wie gut sich die Blutgefäße in den Fingern
der Probanden an schnelle Änderungen des Blutflusses anpassen konnten. Sie
simulierten diese Druckänderungen mithilfe einer Blutdruckmanschette. Wenn
Gefäßwände nicht oder nur schwach auf derartige Änderungen im Durchfluss
reagieren, gilt das als frühes Warnsignal für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Das Ergebnis war eindeutig: Der Konsum von phenolreichem Olivenöl verbesserte
die Anpassungsfähigkeit der Gefäßwände an schnelle Schwankungen der Blutmenge.
Kein Effekt zeigte sich dagegen nach der Einnahme von phenolarmem Öl. Wie sich
eine fettreiche Mahlzeit auf die Blutzirkulation auswirkt, hängt also von der
Art des enthaltenen Fettes ab. Nahrungsmittel wie Hamburger oder Pommes, die
reich sind an anderen Fetten als Olivenöl, verschlechtern die Dehnfähigkeit der
Gefäßwände und damit die Blutzirkulation. Konsumenten sollten daher nach
Olivenölsorten greifen, die mit «virgin» oder «extra virgin» bezeichnet werden:
Sie weisen den höchsten Phenolgehalt auf. 26. November 2005 netdoktor.de
Sekundäre Pflanzenstoffe: teatime immer beliebter
Neben den Kräutertees enthalten auch Schwarz- und Grüntees sekundäre
Pflanzenstoffe, die sich nicht nur auf das Immunsystem positiv auswirken. Tee
enthält Stoffe, die vor Zellschäden schützen. Zusätzlich wirkt das so genannte
Teein - im Gegensatz zu Koffein - nicht über Herz und Kreislauf, sondern direkt
auf das Gehirn und das zentrale Nervensystem. Tee wirkt deshalb belebend, ohne
dabei nervös zu machen.
Immer mehr Jugendliche greifen zu einer Tasse Tee. Dies kommt daher, weil gerade
jüngere Menschen zusehends Wert auf gesunde Ernährung legen. Zu diesem Schluss
kommt Stephen Twining vom britischen Teehaus Twinings. Auch in London erlebt der
Afternoon Tea derzeit einen Boom, nachdem die Teepause jahrelang wenig populär
und schick war. Twining selbst trinkt bis zu 15 Tassen Tee täglich und lebt die
britische Teekultur wie kein anderer. Der 42-Jährige vertritt die Tee-Dynastie
in zehnter Generation, die dieses Jahr ihr 300-jähriges Jubiläum feiert.
1706 eröffnete Thomas Twining "Tom´s Coffeehouse" in London und verkaufte
zusätzlich zum Kaffee auch Tee. Damit war er einer der Pioniere, die das
Teetrinken nach Großbritannien brachten. Im frühen 18. Jahrhundert war der
Teegenuss wegen extrem hoher Steuern ein Privileg einer Weniger. Vor 300 Jahren
kostete ein Gramm "Gunpowder Green Tea" auf heutige Preise umgerechnet ca. 200
Euro und war somit für die breite Bevölkerung unerschwinglich.
Richard Twining, Vorsitzender der Londoner Teehändler, ortete die hohen Steuern
als Handelshindernis. Er hatte bereits damals das große Potenzial von Tee
erkannt. Knapp 80 Jahre nach der Gründung von Twinings überzeugte er 1784 den
damaligen Prime Minister William Pitt, den Commutation Act zu verabschieden. Die
Teepreise wurden daraufhin gesenkt und der Teekonsum verdoppelte sich. So wurde
der Grundstein gelegt, der Tee zum Nationalgetränk der Briten werden ließ.
Berühmtheit erlangte Twinings mit der Teekreation für den Adeligen Earl of Grey
- heute als Twinings Earl Grey Tea bekannt. 1837 wurde das Unternehmen durch
Queen Victoria auch zum königlichen Hoflieferanten ernannt, was Twinings bis zum
heutigen Tag geblieben ist.
"Seit jeher folgen wir bei Twinings einer einfachen Unternehmensphilosophie -
Tee von höchster Qualität zu produzieren, weiter zu entwickeln und ihn allen
zugänglich zu machen", so Twining. Qualität beginnt bei der Zubereitung einer
Tasse Tee, auch wenn es sich nur um einen Beuteltee handelt. Hier gibt es
bestimmte Regeln der Zubereitung. "Man muss ihn mit demselben Respekt behandeln
wie offenen Tee. Konkret soll man den Tee - ob im Beutel oder offen - genügend
lang ziehen lassen. Nur Geduld bringt Genuss", meint der Teeliebhaber.
Neben den Gaumenfreuden sind es auch die positiven gesundheitlichen Aspekt, die
Tee ausmachen. Neben den Kräutertees enthalten auch Schwarz- und Grüntees
sekundäre Pflanzenstoffe, die sich nicht nur auf das Immunsystem positiv
auswirken. Tee enthält Stoffe, die vor Zellschäden schützen. Zusätzlich wirkt
das so genannte Teein - im Gegensatz zu Koffein - nicht über Herz und Kreislauf,
sondern direkt auf das Gehirn und das zentrale Nervensystem. Tee wirkt deshalb
belebend, ohne dabei nervös zu machen.
Ausschlaggebend für die Wirkung des Aufgussgetränks ist die Zubereitung. Für
Stephen Twining steht dabei der Umgang mit dem Wasser im Vordergrund. Man sollte
es nur einmal zum Kochen bringen und auf keinen Fall aufwärmen. Wichtig sei
auch, das Wasser sofort von der Wärme zu nehmen, wenn es zu "sprudeln" beginnt.
Einen guten Einstieg in die facettenreiche Welt des Tees bieten für Twining
aromatisierte Schwarztees. Ob das Getränk nun mit oder ohne Zucker bzw. mit oder
ohne Milch getrunken wird, steht für den Teekenner nicht im Vordergrund. Er
selbst trinkt seinen Tee ohne jegliche Zusätze. Generell gilt für ihn: "Tee muss
einfach Spaß machen und es bleibt jedem überlassen, wie er seine Tasse Tee am
liebsten zu sich nimmt."
03.02.2006 Infos für Ärzte
Flavonole
beinflussen Gefäßfunktion positiv - Kakao kann Herz-Sterberisiko halbieren
Wer regelmäßig Kakao konsumiert, senkt sein Herzrisiko und den Blutdruck, so
eine niederländische Studie an älteren Männerm.
Eine Forschungsarbeit des National Institute for Public Health and the
Environment in Bilthoven, Niederlande, fand, dass Männer mit dem geringsten
Kakaokonsum doppelt so häufig einen Herzanfall erlitten wie jene mit dem
höchsten. Der höchste Konsum betrug dabei vier Gramm täglich. Das Risiko blieb
auch nach Berücksichtigung anderer Risikofaktoren wie Rauchen, Gewicht und
körperliche Bewegung geringer.
Von 470 Männern zwischen 65 und 84 Jahre wiesen jene innerhalb von 15 Jahren
einen signifikant geringeren Blutdruck auf, die regelmäßig Schokolade aßen. Die
Forscher vermuten, dass Bestandteile des Kakaos, die antioxidativen Flavonole,
einen entscheidenden Einfluss auf die Funktion der Blutgefäße haben.
jh / Arch Intern Med. 166 (2006) 411-417 2006-03-01 Quelle:
www.aerztlichepraxis.de
sekundäre
Pflanzenstoffe
Rotwein:
Polyphenole
helfen bei Zahnfleischentzündung
Orlando (ddp). Die in Rotwein enthaltenen Polyphenole können helfen,
Zahnfleischentzündungen vorzubeugen und zu heilen. Kanadische Wissenschaftler
haben diese positive Wirkung der vor allem aus roten Trauben stammenden
Substanzen an Zellen von Mäusen nachgewiesen. Die Polyphenole fangen freie
Radikale ab, die sich bei einer Zahnfleischentzündung bilden, berichteten die
Forscher um Fatiha Chandad von der Laval-Universität in Quebec auf einem Treffen
amerikanischer Zahnmediziner in Orlando. Frühere Studien hatten schon gezeigt,
dass Rotwein zum Beispiel die Entwicklung von Tumoren aufhalten und
Herzkrankheiten vorbeugen kann. Urheber der schützenden Wirkung sind so genannte
Polyphenole, die in den Schalen von roten Weintrauben in großer Menge vorkommen.
Beim Rotwein werden die Traubenhüllen mitvergoren, weshalb er im Vergleich zu
seinem weißen Gegenstück besonders viel Polyphenol enthält. Die Substanz gehört
zu den
Antioxidantien, die im Körper schädliche freie Radikale aufhalten. In
ihrer Studie zur Wirkung von Polyphenolen arbeiteten Fatiha Candad und ihre
Kollegen nun mit Bestandteilen von Bakterien, die Zahnfleischentzündungen
auslösen. Zunächst isolierten die Forscher so genannte Makrophagen aus Mäusen.
Diese Fresszellen des Immunsystems haben die Aufgabe, Eindringlinge und
beschädigte Zellen zu zersetzen. Als die Wissenschaftler die Makrophagen mit den
bakteriellen Extrakten behandelten, bildeten sich die freien Radikale, die im
Körper das Mundgewebe schädigen. Gaben die Wissenschaftler jedoch vor dem
Bakterienbefall Polyphenol zu den Makrophagen, so setzten diese deutlich weniger
freie Radikale frei als jene Exemplare ohne Rotweinextrakte. Diese antioxidative
Wirkung von Rotwein könnte nützlich sein, um Zahnfleischentzündungen vorzubeugen
und zu heilen, schließen die Wissenschaftler.11. März 2006
US-Forscher untersuchen die Wirkung von
Gemüse auf Atherosklerose
Winston-Salem – Der Konsum von Gemüse beugt Atherosklerose vor. Das postulieren
Wissenschaftler der Wake Forest University School of Medicine. Sie
veröffentlichen ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift The
Journal of Nutrition (2006; 136: 1886-1889).
„Während jeder weiß, dass der Verzehr von Gemüse als gesund gilt, konnten wir
erstmals zeigen, dass er die Entwicklung von Atherosklerose hemmt“, erklärte
Michael Adams, Arbeitsgruppenleiter der Wake Forest University School of
Medicine, Vermutlich führe ein höherer Gemüseanteil in der täglichen Nahrung zu
einem geringeren Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko.
Die Forscher untersuchten Mäuse mit einem erhöhten Atheroskleroserisiko. Dieses
basierte auf einem erhöhten Spiegel von LDL (low-densitiy lipoproteine). Die
Hälfte erhielt gemüsefreies Futter. Die Forscher ergänzten das Futter der
übrigen Mäuse mit einer Gemüsemischung aus gefriergetrocknete Brokkoli,
Karotten, Erbsen, Mais und grüne Bohnen. Diese machte 30 Prozent der Kalorien
der Nahrung aus.
Nach sechzehn Wochen maßen die Forscher, wie sich die Atherosklerose entwickelt
hatte. Sie stellten fest, dass sich die Plaques bei gemüsehaltiger Ernährung
signifikant weniger ausgebreitet hatten (38 Prozent) als bei Gemüsekarenz. Zudem
zeigte sich ein positiver Effekt auf die Gewichtsentwicklung und die
Blutfettwerte.
„Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass eine Diät mit viel Gemüse
kardiovaskulären Problemen und Hypertonie vorbeugt. Diese Studie zeigt erstmals,
wie der vermehrte Konsum von Gemüse und die Ausbildung von Atherosklerose
zusammenhängen“, so die Wissenschaftler. Die Ergebnisse stützten die These, dass
ein höherer Gemüseanteil in der Nahrung ein Fortschreiten der Atherosklerose
durch antioxidante und antientzündliche Wirkung hemme, erklärte Adams. /hil
Dienstag, 20. Juni 2006
Sekundäre Pflanzenstoffe bei terminaler Niereninsuffizienz
Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die Gesundheit
zu unterstützen. Neben sportlicher Betätigung (oder wenigstens regelmäßiger
Bewegung), Vorsorgeuntersuchungen sowie dem Vermeiden unnötiger Risiken
(Rauchen, Alkohol, schädliche Umwelteinflüsse) kommt es in erster Linie auf eine
ausgewogene Ernährung mit allen Nahrungs- und Vitalstoffen im richtigen
Verhältnis an. Dies jedoch gestaltet sich insbesondere für fortgeschritten
nierenkranke Dialysepatienten extrem schwierig: durch die notwendige
Beschränkung auf kaliumarme Kost kommt es langfristig zu Vitamin- und
Mineralstoffmängeln, die ausgeglichen werden müssen. Sekundäre Pflanzenstoffe
aus Obst- und Gemüsekonzentraten mit deklarierten Mengenangaben helfen, den
Bedarf zu decken und eine Hyperkaliämie zu vermeiden.
http://www.journalmed.de/newsview.php?id=12888
29.05.2006 Infos für Ärzte
Tagtäglich müssen Informationen zu einer
ausgewogenen Esskultur mit den farbigen Auslagen in den
Supermärkten und der grellbunten allgegenwärtigen Lebensmittel-,
Zigaretten- und Alkoholwerbung konkurrieren. Hier immer die
richtige Entscheidung zu treffen, fällt schwer, auch wenn die
Bedeutung von Obst und Gemüse für unsere Gesundheit bei den
meisten Menschen mittlerweile als bekannt vorausgesetzt werden
kann. Für chronisch kranke Patienten mit der Diagnose
Niereninsuffizienz ist die angepasste Ernährung noch
schwieriger, können sie sich doch nicht einmal nach den Regeln
der die Gesundheit unterstützenden Ernährung richten, denn das
Stadium der Gesundheit liegt ja hinter ihnen und sie müssen sich
– im Widerspruch zu den Erkenntnissen der modernen
Ernährungswissenschaft – ausgesprochen arm an Eiweiß, Kalium,
Natrium, Phosphat, bestimmten Vitaminen und sekundären
Pflanzenstoffen ernähren. Dabei sind sie durch ihre Erkrankung
einem erhöhten oxidativen Stress ausgesetzt, der sie
überdurchschnittlich häufig an Herz-Kreislaufkomplikationen
erkranken lässt. Gegen diese aber vermögen sekundäre
Pflanzenstoffe durchaus Schutzfunktionen ausüben. Ziel der
Ernährung eines niereninsuffizienten Patienten muss es also
sein, einerseites die Eiweiß-, Kalium- und Vitaminbeschränkungen
einzuhalten, die die harnpflichtigen Substanzen im Blut
ansteigen lassen würden, andererseits aber eine Malnutrition zu
verhindern.
Gemüse und Obst enthalten neben den essenziellen Vitaminen,
Mineral- und Ballaststoffen Verbindungen wie Carotinoide,
Phytosterine, Sulfide oder Phytoöstrogene, die den Körper auf
vielfältige Art und Weise vor Krankheiten schützen können. Diese
bezeichnet man als „sekundäre Pflanzenstoffe“. Sie verhindern z.
B. schädliche Oxidationen, senken das Cholesterin oder hemmen
die Blutgerinnung.
Die Forschung wird noch Zeit und viele Untersuchungen,
insbesondere am Menschen benötigen, um Angaben zur optimalen
Aufnahmemenge machen zu können. Das betrifft sowohl Aussagen zu
einzelnen sekundären Pflanzenstoffen als auch zu deren
Gesamtmenge und exakter Wirkweise. Trotz dieser offenen Frage
kann heute die Empfehlung gegeben werden: im Rahmen einer
Gesundheit fördernden Ernährung sollten täglich 5 Portionen
Gemüse und Obst in roher und erhitzter Form verzehrt werden.
Konkret bedeutet das: 3 Portionen bzw. 400 g Gemüse pro Tag
sowie 2 Portionen bzw. 250 g Obst täglich.
Die Forschung, besonders die Phytopharmakologie, befasst sich
deshalb mit den sekundären Pflanzenstoffen aus pflanzlichen
Lebensmitteln, weil in verschiedenen epidemiologischen Studien
festgestellt werden konnte, dass ein hoher Konsum an Obst und
Gemüse mit einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf- und
bestimmte Krebserkrankungen einhergeht. Die Bedeutung der
sekundären Pflanzenstoffe liegt in deren Schutzeffekten, von
denen mittlerweile über 12.450 analysiert wurden. Wir sollten
daher nicht nur die 13 verschiedenen bekannten Vitamine
betrachten: entscheidend ist offenbar ein Synergismus aus den
tausenden Stoffen unserer Lebensmittel. Dies bestätigen die
zahlreichen Untersuchungen, in denen zum Teil durch gezielte
Verabreichung höherer Dosen einzelner Vitamine die Risiken für
bestimmte Erkrankungen sogar deutlich anstiegen. In den
Vergleichsgruppen, die reichlich verschiedenes Obst und Gemüse
in Kombination verzehrten, ließen sich solche unerwünschten
Nebeneffekte dagegen nicht beobachten.
Die Analyse von vielfältigen Untersuchungen bestätigt den hohen
Stellenwert von Obst und Gemüse bei der Prävention von
Zivilisationskrankheiten sowie diverser Krebserkrankungen. Auch
die Reduktion von Risiken für Genpolymorphismen und damit
assoziierten Erkrankungen (Diabetes, Morbus Alzheimer, Morbus
Parkinson etc.) scheint einen Zusammenhang mit der Zufuhr von
Obst und Gemüse zu haben. Dies lässt sich zum Teil durch die
hohe antioxidative Potenz sekundärer Pflanzenstoffe erklären,
welche einen Großteil der von freien Radikalen verursachten
DNA-Schäden kompensieren und so deren Auswirkungen letztlich
vermeiden helfen.
Derzeit lassen sich allerdings noch keine genauen Aussagen
darüber treffen, wie viel von welchem Pflanzenstoff aufzunehmen
ist. Ähnlich wie bei den essenziellen Wirkstoffen, worunter
Vitamine und Mineralstoffe zählen, hängt der Gehalt eines
sekundären Pflanzenstoffes von vielen Faktoren ab: Das sind
Pflanzensorte, Anbauart und -ort, Züchtung, aber auch Lagerung,
Verarbeitung und Zubereitung. Bei den sekundären Pflanzenstoffen
ist die Zahl der verwandten Verbindungen so groß, dass man noch
nicht absolut sicher abschätzen kann, wie welcher Stoff wirkt:
Liegt es an dem einzelnen Substrat oder ist die Wirkung nur im
Zusammenspiel von mehreren Verbindungen zu suchen? Spielen
eventuell die enthaltenen Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe
ebenfalls eine Rolle? Da die Zahl der möglich wirksamen
Verbindungen so groß ist, sind heute Angaben zur optimalen
Aufnahme einzelner sekundärer Pflanzenstoffe oder einer
Gesamtmenge nicht möglich. Dennoch hat die Phytoforschung einige
Hauptwirkungen und Dosierempfehlungen abgeleitet. (siehe Tabelle
2)
Forschung: Wie
Flavonoide vor Darmkrebs schützen
Kann der Konsum von Äpfeln vor einer Darmkrebserkrankung schützen?
"Natürlich kann das nicht ein einzelnes Nahrungsmittel leisten", erklärt
Prof. Dr. Beatrice L. Pool-Zobel von der Universität Jena. "Das hängt
von vielen Faktoren ab, aber der Konsum von faserreicher und
ballaststoffreicher Kost kann dazu beitragen", ist sich die
Ernährungstoxikologin sicher. "Äpfel und Apfelprodukte bilden darüber
hinaus einen wichtigen Bestandteil bei der
Krebsprophylaxe,
weil sie in Westeuropa ein Hauptlieferant für Flavonoide sind."
Noch ist wenig bekannt, woher die gesundheitsfördernde Wirkung dieser
Pflanzenbestandteile kommt.
Dieses zu erforschen, ist Ziel eines seit drei Jahren bestehenden und
gerade bis 2009 verlängerten Projekts, das vom
Bundesforschungsministerium (BMBF) finanziert wird. Neben zwei Jenaer
Arbeitsgruppen von Prof. Pool-Zobel und Prof. Dr. Frank Böhmer sind
Partner aus den Universitäten in Kaiserslautern, Heidelberg, Karlsruhe,
München und Würzburg sowie der Forschungsanstalt in Geisenheim
beteiligt.
In Jena wird der Einfluss von Flavonoiden auf die Entwicklung von
Darmzellen untersucht. Außerdem wollen die Ernährungswissenschaftler
ermitteln, wie die Genexpression verläuft - wie also die zellulären
Prozesse aussehen, die zur Umwandlung der genetischen Informationen bei
Proteinen ablaufen. Die Forschungsanstalt in Geisenheim liefert hierfür
das Untersuchungsmaterial. "Das ist ein gut charakterisierter
Apfelextrakt aus einer für herkömmliche Apfelsäfte üblichen
Sortenmischung", erläutert Prof. Pool-Zobel. "Damit die Proben den
gleichen Gehalt an Inhaltsstoffen bieten und unsere Ergebnisse
aussagefähig sind, werden sie unter Luft- und Lichtausschluss verpackt
und kalt gelagert. Wir können dann je nach Bedarf Portionen einzeln
entnehmen und analysieren."
Die ermutigenden Ergebnisse der Jenaer Wissenschaftler, die vor kurzem
auch in einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlicht worden sind,
waren ein Argument für die Verlängerung des Projekts. Die Ergebnisse
zeigen, dass Flavonoide tatsächlich die Darmzellen beim Abbau und bei
der Abwehr toxischer Substanzen unterstützen und damit das Risiko einer
Krebserkrankung verringern. "Dabei konnten wir feststellen, dass die
positive Wirkung beim Einsatz des komplexen Apfel-Extraktes stärker war
als beim Einsatz einzelner Komponenten aus dem Apfel-Extrakt", sagt
Pool-Zobel.
Eine bedeutende Rolle bei der Gesunderhaltung der Darmzellen spielen
auch die Trubstoffe - besondere Schwebstoffe, die z. B. in trübem
Apfelsaft vorkommen. Aber auch diese Stoffe bilden nur einen Bruchteil
der Bestandteile eines Apfels und sollen in ihrer genauen Wirkungsweise
zukünftig noch genauer untersucht werden.
Bisher sind die Studien an humanen Zellkulturen durchgeführt worden.
"Pilotversuche haben aber gezeigt, dass der Verzehr von einem Liter
eines entsprechenden trüben Apfelsafts ausreichen könnte, auch in vivo -
also direkt beim Menschen - zu ähnlichen Wirkungen zu führen." Die
Untersuchungen hierzu sind Teil des neuen Projektabschnitts.
Langfristig, ist Prof. Pool-Zobel überzeugt, könnten Ergebnisse dieser
Forschungen dazu beitragen, die Exposition gegen unvermeidbare
Kanzerogene zu reduzieren und damit das Risiko einer Krebserkrankung zu
senken.
Das Forschungsprojekt und die Ergebnisse werden im Internet unter
www.nutrition-net.org auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich
gemacht.
Prof. Dr. Beatrice L. Pool-Zobel
Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Jena
E-Mail: b8pobe@uni-jena.de
Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena 21.06.2006
Soja zur Brustkrebs-Prävention
Pflanzliche Hormone aus Soja schützen die Frau in den Wechseljahren vor
Brustkrebs. Dies wurde gestern, Dienstag, auf dem Symposium zu 'Neuen
Erkenntnissen in der Frauenheilkunde' in Wien bekannt gegeben. Eine weitere neue
Erkenntnis ist die Entdeckung eines zweiten Östrogenrezeptors durch den
schwedischen Wissenschaftler Jan-Ake Gustafsson. Die Entdeckung des zweiten
Östrogenrezeptors stellt eine Revolution in der weltweiten Hormonforschung dar.
Bisher war nur ein Östrogenrezeptor bekannt.
"Diese Erkenntnis hat eine große klinische Bedeutung, besonders in der
Krebsprävention", erklärt Johannes Huber, Professor der Medizinischen
Universität Wien, im Gespräch mit pressetext.
Im Alter erhöht sich aufgrund zunehmender hormoneller Unausgeglichenheit das
Risiko an hormonbedingten Tumoren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose
zu erkranken. Durch die Einnahmen von Sojaprodukten wird die Balance der
unterschiedlichen Östrogenrezeptoren unterstützt. Denn das Zusammenspiel von
Soja und den Östrogenrezeptoren führt zum Schutz der Gesundheit von Brust,
Gebärmutter, Knochen und Herz-Kreislaufsystem, einer Verjüngung des
Hormonprofils, erhöhter Vitalität und einem allgemeinen Wohlbefinden der Frau in
den Wechseljahren.
Um eine Hormonbalance herzustellen empfehlen Experten eine Zufuhr von 100
Milligramm pflanzlicher Hormone aus Soja in den täglichen Speiseplan
aufzunehmen. Die Einnahme von Soja kann durch entsprechende Ernährung wie
Sojasaft oder Tofu sowie durch standardisierte Spezialextrakte wie
beispielsweise Soja-Hormon-Kapseln erfolgen, so Huber. Dadurch werden
Stimmungsschwankungen und nächtliche Schlafstörungen reduziert. Aktuelle
DNA-Studien belegen außerdem eine deutliche Verringerung des Brustkrebsrisikos.
Die Wissenschaftliche Initiative Pro-Soja.de
http://www.pro-soja.de widmet sich der Erforschung der Wirkung von
pflanzlichen Hormonen aus Soja auf die Frauengesundheit. Die
Forschungsinitiative besteht aus einem Netzwerk internationaler Mediziner, die
ihre Ergebnisse aus Forschungen zu den Themen Soja, Wechseljahre und Ernährung
zusammenfassen. Ziel ist es dabei, durch Informationsveranstaltungen für
Apotheker, Frauen, Experten und Interessierte aus den Bereichen
Ernährungswissenschaft und Frauengesundheit über den wissenschaftlich belegten
und gesundheitsfördernden Effekt von Soja aufzuklären. 21.06.2006
Gemüse und Obst schützen vor Arteriosklerose!
Antioxidantien und
sekundäre
Pflanzenstoffe spielen entscheidende Rolle
Über den Einfluss von oxidativem Stress auf Arteriosklerose und
Durchblutungsstörungen sowie über den vielversprechenden Einsatz von sekundären
Pflanzenstoffen aus Gemüse und Obst zur Risikominderung, gab Dr. med. Werner
Seebauer am 17. Juni beim dritten Internationalen Diätetik Kongress in Aachen
einen Einblick zum aktuellen Wissensstand, berichtet heute die
Ernährungswissenschaftlerin Anja Baustian von der Gesellschaft für
Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen.
Durch Fehlernährung bedingte Arteriosklerose und endotheliale Dysfunktionen sind
in unseren Industrieländern nach wie vor die absolut häufigsten Ursachen für
chronische Folgeerkrankungen und Tod. Oxidativer Stress ist eine wichtige
Komponente in der Enstehung von Arterisklerose. Hier spielen potente und komplex
zusammenwirkende Antioxidantien eine entscheidende Rolle, die die Oxidation und
damit die vermehrte Ablagerung von LDL-Cholesterin in den Blutgefäßen
reduzieren. Diese Faktoren sind durch unsere Nahrung negativ wie auch positiv
beeinflussbar. Der reichliche und regelmäßige Konsum von Antioxidantien in Form
von Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen kann den positiven
Einfluss stärken und Risiken reduzieren.
Der Vorteil sekundärer Pflanzenstoffen ist, dass sie im natürlichen Verbund auch
mit Vitaminen und Spurenelementen synergistische Wirkungen entfalten. Zudem
greifen sie an verschiedenen Stellen an, was zur Risikominderung von zum
Beispiel oxidativem Stress führt. Neben der Reduktion von
Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiken haben sie erwiesen potentielle präventive
Effekte gegenüber Krebs, Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen, Osteoporose,
Allergien und vielen weiteren chronisch entzündlichen Erkrankungen. Von den
Polyphenolen, die mit über 4.000 verschiedenen Substanzen die größte Gruppe der
sekundären Pflanzenstoffe darstellen, sind besonders viele Zusammenhänge
bekannt, die für die kardiovaskuläre Prävention bedeutend sind. Den größten
Anteil der Polyphenole machen wiederum die Flavonoide aus, welche die Reduktion
der endotheliale Dysfunktionen, die Hemmung der Thrombzytenaggregationen sowie
die Oxidation von LDL-Cholesterin beeinflussen. Die Risikofaktoren und die
dagegen präventiv wirkenden Schutzfaktoren aus unserer Nahrung – insbesondere
durch die sekundären Pflanzenstoffe in deren natürlichen Komplexen – hängen wie
angedeutet über vielfältige Mechanismen zusammen. Wir sollten uns vollwertig mit
einem absoluten Schwerpunkt aus unserer Pflanzennahrung bedienen, damit wir auch
unser Herz-Kreislaufsystem intakt halten. Die Empfehlungen münden immer wieder
in die 5 am Tag Kampagne, die mindestens drei Portionen Gemüse und zwei
Portionen Obst, reif geerntet und guter Qualität als tägliche Zielgröße
vorgeben. Neben der Ernährung spielt dabei selbstverständlich die körperliche
Bewegung einen weitere wichtige Rolle, betonte Dr. Werner Seebauer.
Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. am 28.06.06
Schwarzer Tee mit Milch: Kaseine heben gefäßschützenden
Effekt von Katechin auf
Wer seinen Tee mit Milch trinkt, macht dessen günstige Auswirkungen auf das
Blutgefäßsystem zunichte. Das weist eine Studie der Charité -
Universitätsmedizin Berlin nach, die jetzt im European Heart Journal erschienen
ist. Der Genuss von Tee hat eine entspannende und erweiternde Wirkung auf die
Arterien. Untersuchungen an gesunden Probanden haben ergeben, dass dieser Effekt
ausbleibt, wenn dem Getränk Milch hinzugefügt wird. Entsprechende Ergebnisse
brachten auch zusätzliche Versuche an Zellkulturen.
Dass sich Tee positiv auf das Gefäßsystem auswirkt, ist inzwischen gut belegt.
Er kann zum Beispiel vor Gefäßverkalkung und koronarer Herzerkrankung schützen
sowie antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen haben. "Tee hat sehr
vielfältige gesundheitsfördernde Effekte", erklärt Studienleiterin Prof. Verena
Stangl von der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Campus Mitte. "Bisher
war aber nicht klar, dass Milch diese Effekte beeinträchtigt."
Für die Studie haben Testpersonen entweder schwarzen Tee ohne Milchzusatz oder
mit einer in England üblichen Dosis Milch getrunken. Als Kontrolle wurde warmes
Wasser verabreicht. Jeweils eine Stunde vor und bis zwei Stunden nach dem
Verzehr wurden am Unterarm Ultraschallmessungen vorgenommen. Das Ergebnis: Nach
dem Trinken von Wasser war keine Veränderung zu beobachten. Beim Genuss von Tee
ohne Milch hingegen haben sich die Arterien aller Versuchsteilnehmer besser
erweitert, wodurch der Blutfluss begünstigt wird. Beim Hinzufügen von Milch
blieb diese Wirkung aus.
Die Erklärung dazu liegt in den Proteinen der Milch: Die so genannten Kaseine
sind dafür verantwortlich, dass das im Tee enthaltene Katechin nicht mehr wirkt.
Diesem wird unter anderem eine antithrombotische und antientzündliche Funktion
zugeschrieben. Dr. Mario Lorenz, der die Studie durchgeführt hat, schließt nicht
aus, dass Milch die ebenfalls erwiesene Antikrebswirkung von Tee beeinträchtigen
könnte. Im Studienergebnis sieht er eine Erklärung dafür, dass in Ländern wie
England, wo der Tee für gewöhnlich mit Milch getrunken wird, dessen
Schutzwirkung gegen Herzerkrankung ausbleiben könnte. "Epidemiologische
Untersuchungen zeigen, dass in Asien seltener Herzerkrankungen auftreten. Dort
wird traditionell viel Tee konsumiert, und zwar ohne Milch", argumentiert Dr.
Lorenz.
Auch in Zukunft dreht sich in der Arbeitsgruppe von Prof. Stangl einiges um Tee.
Sie wird untersuchen, ob grüner Tee aufgrund seines höheren Katechingehalts
wirkungsvoller ist als schwarzer Tee. Ein weiterer spannender Aspekt: Es soll
erforscht werden, ob Teeinhaltsstoffe womöglich auch die Wiederverengung von
Blutgefäßen nach einer Katheterbehandlung verhindern können.
* Addition of milk prevents vascular protective effects of tea. European Health
Journal. Online einsehbar unter:
http://eurheartj.oxfordjournals.org/
Professor Verena Stangl
Klinik für Kardiologie und Angiologie
Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte
09.01.2007 Infos für Ärzte
Mit sekundären Pflanzeninhaltsstoffen
gegen Darmkrebs und Typ-2-Diabetes
Wirkungen von Heilpflanzen und Gewürzen werden in der Naturheilkunde seit der
Antike genutzt, pharmakologisch wirksam sind aber in der Regel nur die so
genannten sekundären Pflanzeninhaltsstoffe.
Resveratrol ist ein Bestandteil von Rotwein und schützt vor Darmkrebs. Und die
Inhaltsstoffe von Salbei und Rosmarin bieten viel versprechende Ausgangspunkte
für neue Medikamente gegen Altersdiabetes. Details über diese aufsehenerregenden
Entdeckungen berichten Pharmazeuten und Kliniker der Universität Frankfurt in
der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Forschung Frankfurt" (4/2006).
Aus Versuchen mit Ratten weiß man, dass bei diesen Darmkrebs ähnlich wie beim
Menschen über verschiedene Vorstufen verläuft - beginnend mit Veränderungen in
so genannten Krypten, Vorstufen der Tumorzellen. Das im Rotwein vorkommende
Resveratrol hemmt die schnelle Ausbreitung dieser Zellen. Wie dies geschieht,
konnte die Arbeitsgruppe von Prof. Jürgen Stein von der Universitätsklinik
Frankfurt zusammen mit französischen Kollegen aus Straßburg aufklären, indem sie
die Zielstruktur (das Molekül PPARg) identifizierten, auf die das Resveratrol
wirkt, um das Wachstum der Krypten dosisabhängig zu hemmen. Ziel ist es nun, in
Zusammenarbeit mit den Pharmazeuten an der Universität, die natürlichen
Leitstrukturen von Resveratrol systematisch chemisch zu verändern und die
gewonnenen Derivate auf ihre biologischen Wirkungen hin zu untersuchen. Auf
diesem Wege sollen Verbindungen entstehen, die noch wirksamer sind als das
natürliche Ausgangsprodukt.
Dieselbe Zielstruktur, die bei der Bekämpfung von Darmkrebs eine zentrale Rolle
spielt, ist auch bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes von Bedeutung. Eine der
Hauptursachen der Erkrankung ist die "Insulinresistenz" der Körperzellen.
Normalerweise reagieren Zellen, die über einen Insulinrezeptor verfügen -
beispielsweise Leberzellen - auf einen erhöhten Insulinspiegel, indem sie
Glukose aus dem Blut aufnehmen und verarbeiten. Bei Typ-2-Diabetikern sind die
Körperzellen gegenüber einem erhöhten Insulinspiegel "abgestumpft". Obwohl die
genaue Ursache der Insulinresistenz bisher nicht bekannt ist, weiß man aus
Tierexperimenten, dass fettreiche Nahrung dazu beiträgt.
Bei der medikamentösen Behandlung der Typ-2-Diabetes versucht man, die
Körperzellen durch die Arzneistoffe aus der Gruppe der "Glitazone" erneut zu
sensibilisieren. Wie man weiß, aktivieren diese Wirkstoffe das PPARg. Auf der
Suche nach neuen Leitsubstanzen für die Entwicklung von Wirkstoffen zur
Behandlung der Typ-2-Diabetes und Entzündungserkrankungen hat der Arbeitskreis
von Pharmazie-Professor Manfred Schubert-Zsilavecz daher mehr als 50
verschiedene Pflanzen und deren Extrakte auf ihre PPAR-Eigenschaften untersucht.
Das Hauptaugenmerk lag dabei auf Gewürzpflanzen, beziehungsweise solchen, die
volksmedizinisch zur Behandlung von Diabetes mellitus eingesetzt wurden oder
noch immer werden. Die potentesten Pflanzen waren dabei Salbei und Rosmarin. Als
wirksame Inhaltsstoffe und damit Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer
Medikamente gegen Typ-2-Diabetes identifizierten die Wissenschaftler Carnol und
Carnosolsäure. 2006 www.medaustria.at
Quelle:
Forschung Frankfurt - Forschungsmagazin der Uni Frankfurt
28.12.06
Schokolade gesund fürs Herz
Schokolade ist für das Herz gesund. Das fanden
amerikanische Wissenschaftler von der Harvard
University, Boston heraus.
Sie konnten mit Hilfe
einer Analyse von 136 Medline-Publikationen, die
gesundheitsfördernde Effekte von Schokolade
auf das
Herzkreislaufsystem bestätigen.
So untersuchten die Wissenschaftler im Zeitraum von
1995 bis 2004 veröffentlichte Publikationen
hinsichtlich der
Beziehungen zwischen den
Inhaltsstoffen von Schokolade, wie Kakao,
Stearinsäure sowie Flavonoide und dem Risiko an
kardiovaskulären Erkrankungen zu leiden. Sie konnten
die positiven Effekte darlegen.Verantwortlich für die gesunde Schokolade sind vor
allem die Flavonoide. Jene sekundäre Pflanzenstoffe,
die auch in pflanzlichen Lebensmitteln,
wie
Weintraube, Zwiebel und Apfel vorkommen, senken den
Blutdruck, vermindern Entzündungen, senken die Blutplättchenaggregation,
reduzieren das schlechte
Cholesterin LDL und erhöhen das gute Cholesterin
HDL.Die besten Effekte gab es bei dunkler Schokolade. Je
mehr Kakaomasse in der Schokolade ist, umso mehr Flavonoide findet man darin.
http://krankenkassenratgeber.de
06.04.2007
Broccoli und Tomate: Starkes Team für die Prostata
Baierbrunn (ots) - Broccoli und Tomaten, in einer
Mahlzeit vereint, bremsen das Wachstum von
Prostatatumoren stärker,
als wenn beide getrennt
verspeist werden, berichtet das Apothekenmagazin
"Senioren Ratgeber".
Der Effekt war in einer Studie
von Forschern an der Universität von Illinois (USA)
so deutlich,
dass die beteiligte Wissenschaftlerin Kirstie Canene-Adams Männern mit einem langsam
wachsenden
Prostatakrebs sogar ganz konkrete
tägliche Verzehrempfehlungen gibt: "Schon eineinhalb
Tassen Broccoli und
zweieinhalb Tassen Tomaten
beziehungsweise eine halbe Tasse Tomatenmark, etwa
auf einer Pizza, genügen."18. April 2007
Trüber Apfelsaft gesünder
Trüber Apfelsaft ist gesünder, als die klare
Variante. Im trüben Saft findet man mehr Polyphenole,
welche für das fruchtige Aroma im Apfel sorgen.
Zudem soll der Stoff Entzündungen hemmen und Krebs
vorbeugen.
In naturtrübem Apfelsaft stecken viermal so viele
von ihnen wie in klaren Sorten.
Das fanden polnische
Forscherteam der Universität Wroclaw heraus.
Klarer Apfelsaft hat zwar gegenüber der trüben
Variante den Vorteil, dass sie länger hält und
appetitlicher aussieht,
gesünder ist er aber auf
keinen Fall. Wenn der Saft gefiltert und haltbar
gemacht wird,
geht aber ein Großteil der gesunden
Stoffe verloren.
Polyphenole stecken übrigens auch in dunkler
Schokolade und in Rotwein.
Quelle: Chemistry & Industry 15.04.200
Beugt Brokkoli Blasenkrebs vor?
HEIDELBERG (dpa). Wer Brokkoli, Rettich und Radieschen isst, beugt Blasenkrebs
vor, hat das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg berichtet. Ursache
sind Isothiocyanate. Sie haben nach der Untersuchung, die im "International
Journal of Cancer" (120, 2007, 2208) erschienen ist, Krebs hemmende
Eigenschaften. Dr. Hua Zhao von der Universität von Texas in Houston hat 700
Blasenkrebs-Patienten und 700 Gesunde zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt.
Bei reichhaltigem ITC-Verzehr war die Blasenkrebsrate um 29 Prozent geringer.
Ärzte Zeitung, 18.05.2007
Tierversuche belegen Wirkung -
Brokkoli schützt vor Blasenkrebs
In epidemiologischen Studien zeigten Brokkoli und anderes Kreuzblütlergemüse
eine protektive Wirkung bei verschiedenen Tumorarten – unter anderem bei
Blasenkrebs. Forscher konnten nun die antikanzerogene Wirkung von
Brokkoli-Extrakten direkt im Tierversuch nachweisen.
Brokkoli-Sprossen erhalten etwa 30mal so viel antikanzerogene Phytochemikalien
wie das reife Gemüse.
28.02.08 - Mit Konzentraten aus gefriergetrockneten Brokkoli-Sprossen testeten
Dr. Yuesheng Zhang und Kollegen vom Roswell Park Center Institute die Effekte an
Ratten. Die Studie erscheint in der März-Ausgabe von «Cancer Research»
Die Forscher teilten die Nager in fünf Gruppen ein: Drei Tiergruppen erhielten
mit ihrem Trinkwasser N-butyl-N-(4-hydroxybutyl)Nitrosamin (BBN) - eine
Chemikalie, die Blasentumoren induziert. Zwei dieser Gruppen erhielten zudem
zwei Wochen, bevor die kanzerogene Substanz verabreicht wurde, mit ihrer
täglichen Nahrung den Brokkolisprossen-Extrakt - einmal in höherer, einmal in
niedrigerer Dosis.
Einer Kontrollgruppe wurde lediglich Brokkoli-Extrakt ohne BBN zugefüttert, eine
weitere Kontrollgruppe erhielt keine der beiden Substanzen.
Alle Ratten, die mit BBN versetztes Wasser tranken, entwickelten Blasenkarzinome
- allerdings in unterschiedlichem Ausmaß: Während sich ohne Brokkoli-Extrakt bei
96 Prozent der Tiere Tumore zeigten, waren in der Gruppe mit dem geringer
dosierten Extrakt nur 74 Prozent betroffen. Bei höherer Dosierung konnte die
Rate sogar auf 38 Prozent gesenkt werden. Auch die Anzahl und Größe der Tumore
pro Tier ging zurück.
Keine Nebenwirkungen feststellbar
Beide Kontrollgruppen, die kein BBN erhielten, entwickelten auch keine
Karzinome. Toxische Effekte oder Nebenwirkungen des Brokkoli-Extrakts zeigten
sich dabei nicht.
Vermutlich lässt sich die protektive Wirkung zu einem großen Teil auf die in den
Gemüsen enthaltenen Isothiocyanate (ITC) zurückführen. Die antikanzerogenen
Eigenschaften dieser Phytochemikalien konnten bereits in anderen Studien
nachgewiesen werden.
Brokkoli-Sprossen erhalten etwa 30mal mehr ITC als das reife Gemüse, merken die
Forscher an. Durch die Extraktion steigerten sie den ITC-Anteil in den
Brokkoli-Konzentraten auf das 600fache. Doch schon geringere Mengen würde
Wirkung zeigen, geben sich die Forscher zuversichtlich. Durch die Urin-Exkretion
würde die Substanz direkt in das Blasengewebe transporiert.
fs / Quelle: American Association for Cancer Research