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Omega III Fettsäuren senken das Infarktrisiko und schützen vor Arteriosklerose
Der Mensch ist so alt ´wie seine Gefäße", diese Internistenweisheit bleibt gültig.
Ablagerungen in den Arterien sind der Risikofaktor Nummer eins für
Herzinfarkt Schlaganfall und Raucherbein. Diese sog. "arterielle Plaque" führt zur Unterversorgung von Organen und Muskulatur.
Der entstehende Mangel an Sauerstoff und Energieträgern geht einher mit einer
Schwächung des Gewebes, die bis zum Absterben desselben führen kann. Besonders tragisch ist dies, wenn die Versorgung von Herz und Gehirn betroffen ist - Schlaganfall und Herzinfarkt sind die fatale Folge.
Umfangreiche Untersuchungen ergaben, daß das Auftreten von
Arteriosklerose sehr viel seltener in Regionen auftrat, wo viel Fisch gegessen wird, wie in Japan, den Mittelmeerländer und bei den Eskimos.Wo viel Fisch konsumiert wird, tauchen Krankheiten wie Krebs, Arthritis,
Psiorasis, Diabetes und vor allem Schlaganfall und Herzinfarkt seltener auf.
Bereits im Jahre 1957 begann die "Chicago Western Electric Studie"*, die seit nunmehr 30 Jahren über 1800 Männer in den mittleren Jahren
beobachtete, um das Verhältnis von Fischverzehr zum Herzinfarktrisiko zu messen.
Diese Langzeitstudie wurde letztes Jahr ausgewertet. Ergebnis: Im Zeitraum von 30 Jahren ereigneten sich 430 Todesfälle aufgrund
koronarer Herzerkrankung. Die Gruppe mit dem höchsten Fischverzehr von durchschnittlich mehr als 35 Gramm pro Tag hatte ein um 34% erniedrigtes Infarktrisiko.
Das Risiko, an plötzlichem Herztod zu sterben verringerte sich sogar um 44%. Die auswertenden Wissenschaftler folgerten daraus, daß damit bewiesen sei, daß erhöhter Fischverzehr das Infarktrisiko deutlich senkt.
Die Ergebnisse wurden bestätigt durch eine an 20.000 amerikanischen Ärzten durchgeführten Studie, die eben veröffentlicht wurde - mit demselben Ergebnis.
Die Forscher führen diese Ergebnisse vor allem auf die im Fisch reichlich enthaltenen Omega III - Fettsäuren zurück. Diese blockieren
Prostaglandine, hormonähnliche Substanzen, welche die
Arterieninnenwände ( aber auch Gelenke) beschädigen.
An den beschädigten Innenwänden können sich nunmehr Blutbestandteile, vor allem oxidierte Blutfette wie Triglyceride und
LDL-Cholesterin anlagern. Dänische Wissenschaftler entdeckten bei Reihen-Autopsien, daß diese "Arterienverkalkung" bei Konsumenten von mehr als 250 Gramm Fisch pro Woche um die Hälfte seltener auftrat.
Omega III-Fettsäuren erhöhen außerdem die Werte des positiven HDL-Cholesterins und wirken stabilisierend auf den Herzrhythmus.
Die westliche Ernährung führt zu einem Übergewicht an
Omega-6-Fettsäuren (durchschnittlich um das zehnfache). Diese neigen zu rascher Oxidation und setzen vermehrt Radikale frei, während Omega III - Fettsäuren die Freisetzung antioxidativer Enzyme begünstigen.
Weitere Vorzüge von Omega III - Fettsäuren
Diabetes: Aus Untersuchungen der Niederländischen Gesundheitsbehörden geht hervor, daß regelmäßiger Fischverzehr das Risiko für Diabetes III halbiert.
Es wirkt positiv auf den Glukosetoleranzfaktor. Raucher, die pro Woche durchschnittlich 4 Fischmahlzeiten zu sich nahmen erkrankten nur halb so häufig an Bronchitis und Lungenemphysem.
Rheuma und Arthritis - Omega III Fettsäuren, kombiniert mit Vitamin E
verzögern Entzündungen - die Dosis von Antirheumatika, wie Corticosteroiden kann verringert werden.
Vorkomme
Omega III - Fettsäuren kommen bevorzugt in Fischen vor, vor allem in fettreichen Fischen wie Lachs, Makrele und Sardine. Vegetarier finden in
Weizenkeimöl, Leinsamenöl und Walnüssen eine Quelle dafür. Allerdings besitzten die pflanzlichen Omega III - Säuren nicht die gleiche biologische Wertigkeit.
Eine gute Möglichkeit, sich mit Omega III - Fettsäuren zu versorgen, stellen Kapseln mit Lachsöl dar.
Achtung: Da Omega III - Fettsäuren blutverdünnend wirken, sollten
Menschen, die Antikoagulantien einnehmen (hemmen die Blutgerinnung, z.B. Marcumar® ) mit Ihrem Arzt sprechen, bevor sie Fischölkapseln nehmen, da sich die Wirkung summieren könnte.
*Daviglus, M.L. et al.:Fish consum and 30-year-risk of fatal myocardial
infarction. New England Journal of Medicine, 336, 1046-1052
Reichliche Ernährung mit fettem Fisch könnte Prostatakarzinom-Risiko reduzieren
Der regelmäßige Verzehr von fettreichem Fisch könnte das Risiko, an einem
Prostatakarzinom zu erkranken, reduzieren.
Diesbezügliche Resultate einer Langzeitstudie von Wissenschaftern vom
Stockholmer Karolinska-Institut (Terry et al) sind im Lancet publiziert. In
einem Beobachtungszeitraum von 30 Jahren wurde bei 6.272 schwedischen Männern
die Assoziation zwischen Fischkonsumation und Prostatakarzinom-Risiko
untersucht.
Bekannt war bereits, dass essentielle Fettsäuren - speziell Omega-3-Fettsäuren,
die in großen Mengen in fettreichen Fischen vorhanden sind - nachweislich das
Wachstum von Prostata-Krebszellen hemmen können.
"Wir haben unsere Studie in Schweden vorgenommen, wo viel fetthaltiger Fisch aus
kalten nordischen Gewässern gegessen wird, der viel Omega-3-Fettsäuren enthält",
kommentiert Terry. "Unsere Ergebnisse könnten auf ein wichtiges Mittel deuten,
mit dem dieser Krankheit vorgebeugt werden kann."Quelle: Lancet; 2001, 357: 1764
Link. www.medaustria.at
29.1.02
Die Einnahme von
Omega-3-Fisch-Öl-Kapseln senkt nach einem Herzinfarkt die Sterblichkeit.
Fischölkapseln sekundärpräventiv nach Herzinfarkt
Deutsches Ärzteblatt 9.04.2002
CHIETI/ITALIEN.
Dies zeigen die Ergebnisse einer Präventionsstudie der „Gruppo Italiano per lo
Studio della Sopravvivenza nell’Infarto Miocardico“, besser bekannt unter dem
Akronym GISSI in Circulation (2002, 01.CIR.0000014682.14181.F2).
An der Studie nahmen 11323 Italiener teil, die nach einem überstandenen
Herzinfarkt auf vier Gruppen randomisiert wurden. Neben der Standardbehandlung
erhielten sie entweder ein Gramm vielfach ungesättige Fettsäuren (n-3 PUFA), 300
mg Vitamin E, beide Medikamente oder ein Placebo.
Nur die Behandlung mit n-3 PUFA verbesserte die Prognose.
In den ersten drei Monate starben 0,5 Prozent der Patienten, die n-3 PUFA
eingenommen hatten, an einem plötzlichen Herztod, gegenüber 0,7 Prozent in den
anderen Gruppen. Am Ende der Nachbeobachtungszeit von 42 Monaten waren es zwei
Prozent statt 2,7 Prozent. Die Gesamtsterblichkeit sank von 9,8 Prozent auf 8,4
Prozent.
Die Angabe der absoluten Ereignisse wirkt weniger überzeugend als die Berechnung
von relativen Risiken, deren Angaben die Autoren im Abstract bevorzugen. Danach
war das Risiko an einem plötzlichen Herztod zu sterben nach vier Monaten um 53
Prozent niedriger als in den Vergleichsgruppen. Bereits nach drei Monaten war
eine signifikante Senkung der Gesamtsterblichkeit um 41 Prozent nachweisbar.
In der Pressemitteilung wird versprochen, dass Fischölsupplemente das Risiko,
an einem plötzlichen Herzstillstand zu erkranken, halbieren. Wie diese
Wirkung zustande kommt, ist weiter unklar. Eine Senkung des Cholesterinwertes
ist als Ursache auszuschließen. Roberto Marchioli, leitender Epidemiologe am
Consorzio Mario Negri Sud in Cheiti glaubt jedoch, dass Fischölsupplemente die
Zahl der tödlichen Herzrhythmusstörungen senkt, an denen in den ersten Monaten
noch viele Patienten sterben.
Diese Ansicht vertritt auch der Editorialist Alexander Leaf von der Harvard
Medical School. Seine Studien hätten gezeigt, dass Fettsäuren eine wichtige
Rolle in der Regulierung der elektrischen Aktivität der Herzmuskelzellen
spielen.
American Heart Association http://www.americanheart.org/presenter.jhtml?identifier=1200000
Pressemitteilung der American Heart Association http://www.eurekalert.org/pub_releases/2002-04/aha-faf040302.php
/rme (09.04.02)
Mehr zu Omega-3-Fettsäuren
Fisch ist nicht nur gesund für Herz und Schilddrüse,
sondern offenbar auch für das Gehirn.
Das bestätigt die Auswertung von Daten einer Studie mit nahezu 80 000 Frauen
zwischen 34 und 59 Jahren.
Nach den Ergebnissen der US-amerikanischen Studie ist bei Frauen, die häufiger
als einmal im Monat Fisch essen, die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu
erleiden, um sieben Prozent geringer als bei Frauen, die seltener Fisch essen.
Dies ist unabhängig von Alter und Herz- und Gefäßrisikofaktoren. Den stärksten
Einfluss hat der Fischkonsum auf die Rate thrombotischer Hirninfarkte. Sie ist
bei Frauen, die mindestens zweimal pro Woche Fisch essen, um etwa 50 Prozent
geringer als bei Frauen, die weniger oder gar keinen Fisch essen. Quelle: Ärzte
Zeitung, 19.01.2001
Kardiale Primärprävention durch Fisch –
Weniger plötzliche Todesfälle
BOSTON. Zweimal wöchentlich Fisch auf dem Tisch, fordert die American Heart
Association. Zwei Analysen der Physicians’ Health Study im New England Journal
(2002; 346: 1113–8) und der Nurses’ Health Study im amerikanischen Ärzteblatt
(2002; 287: 1815–21) geben den US-Kardiologen Recht: Fischöl senkt auch bei
Gesunden das kardiovaskuläre Risiko, vermutlich weil es tödlichen
Herzrhythmusstörungen vorbeugt. Erst in der letzten Woche war in der Publikation
der GISSI-Studie zu lesen, dass Omega-3-Fischöl-Kapseln nach einem Herzinfarkt
das Risiko von plötzlichen Todesfällen senken.
Der Grund wird in einer schützenden Wirkung der langkettigen mehrfach
ungesättigten Fettsäuren auf die elektrische Stabilität von Herzmuskelzellen
gesehen. Sie sollen bei einer ischämischen Attacke “widerstandsfähiger” gegen
Herzrhythmusstörungen sein. Dies vermutet auch Irwin Rosenberg von der Tuft
Universität in Boston, der die Ergebnisse seiner Kollegen an der Harvard Medical
School kommentiert (2002; 346: 1102–3).
Christine Albert und Mitarbeiter zeigen dort in einer Fall-Kontroll-Studie, dass
hohe Plasmaspiegel vor einem plötzlichen Herztod schützen. Einige Teilnehmer der
Physicians’ Health Study mit den höchsten Plasmaspiegeln (Anteil 6,87 Prozent
des Gesamtfettspiegels) erkrankten nach einem Modell zu 81 Prozent seltener,
nach einem anderen Modell sogar zu 90 Prozent seltener an einem plötzlichen
Herztod als Teilnehmer im Quartal mit den niedrigsten Plasmaspiegeln (Anteil
3,58 Prozent).
Da sich 50 Prozent aller plötzlichen kardialen Todesfälle bei Patienten ohne
erkannter kardialer Vorerkrankung ereignen, sind diese Zahlen sicher von
Bedeutung, auch wenn von den 22 071 Teilnehmern der Physicians’ Health Study
während der 17-jährigen Beobachtungszeit nur 201 an einem plötzlichen Herztod
starben, von denen 94 Patienten für die Studie ausgewählt wurden.
Christine Albert gehört wie Frank Hu zur Gruppe der Harvard-Epidemiologen um
Meir Stampfer, welche neben der Physicians’ Health Study auch regelmäßig das
Pendant für die Frauen, die Nurses’ Health Study, auswertet. In der Studie
wurden Ernährungsfragenbögen verteilt, in dem die Krankenschwestern auch
angaben, wie häufig sie in der Woche Fisch essen. Frauen, die sich entsprechend
der Empfehlungen der American Heart Association ernährten (zwei bis vier
Fischmahlzeiten pro Woche) erkrankten zu 31 Prozent seltener an einer Koronaren
Herzkrankheit (KHK).
Die Zahl der tödlichen KHK-Ereignissen nahm deutlicher ab, als nicht-tödliche
KHK, was wiederum darauf hindeutet, dass die n-3-Fettsäuren ein spezieller
Schutzschild gegen Herzrhythmusstörungen sind. Ähnlich waren die Ergebnisse bei
der Betrachtung der Plasmaspiegel an n-3-Fettsäuren (die allerdings nicht im
Labor bestimmt wurden, sondern aufgrund der Speisepläne errechnet wurden).
Krankenschwestern mit Plasmaspiegel an n-3-Fettsäuren im oberen Fünftel
erkrankten zu 45 Prozent seltener an einer KHK. 11.04.02) Deutsches Ärzteblatt
Zufuhr langkettiger ungesättigter Fettsäuren kann vor KHK
schützen!
Wie sollte das Fett, das wir mit der Nahrung aufnehmen, idealerweise
zusammengesetzt sein? - viel einfach ungesättigte Fettsäuren wie Ölsäure, die etwa
reichlich in Olivenöl enthalten ist, oder besser mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie
Linolensäure, enthalten in Soja- oder Rapsöl?
In welchem Verhältnis sollten
ungesättigte n-3- zu n-6-Fettsäuren stehen?
Nach Ansicht von Dr. Lawrence Rudel aus Winston-Salem im US-Bundesstaat North
Carolina schützen mehrfach ungesättigte Fettsäuren besser vor KHK als einfach
ungesättigte. Wie er beim AHA-Kongreß berichtet hat, konnte er dies in Studien an
15 männlichen Affen belegen. Die Tiere wurden in drei Gruppen eingeteilt und über
fünf Jahre mit einer Atherosklerose-fördernden Diät gefüttert. Eine Gruppe der Tiere
erhielt nur gesättigte Fettsäuren wie Palmitinsäure, die andere einfach ungesättigte
Fettsäuren und die dritte Gruppe mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Nur die Tiere,
die mehrfach ungesättigte Fettsäuren bekamen, entwickelten keine KHK, berichtete
Rudel. Es könne daher derzeit keine Empfehlung gegeben werden, bei der Ernährung
mehrfach ungesättigte Fettsäuren durch einfach ungesättigte zu ersetzen.
Der hohe Stellenwert der reichlichen Zufuhr von alpha-Linolensäure, einer n-3
dreifach ungesättigten Fettsäure, ist bereits in der Lyon Diet Heart Study belegt
worden, auf die sich in New Orleans Dr. Alexander Leaf von der Harvard Medical
School in Boston berief. In der Studie wurden mehr als 600 Infarkt-Patienten in zwei
Gruppen eingeteilt. Die einen ernährten sich über fünf Jahre mit einer mit
alpha-Linolensäure angereicherten mediteranen Diät, die übrigen ernährten sich
normal weiter. Im Vergleich zu dieser Kontrollgruppe war bei den Studienteilnehmern,
die die spezielle Diät machten, die Sterberate um 70 Prozent geringer, Reinfarkte
waren um 73 Prozent seltener.
Verhältnis 4 : 1 von n-6- zu n-3-Fettsäuren ist günstig
Unter anderem aufgrund dieser Studie hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung
(DGE) in den kürzlich neu herausgegebenen Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr,
die die DGE gemeinsam mit der Österreichischen und der Schweizer Gesellschaft für
Ernährung erarbeitet hat, neue Empfehlungen für das Verhältnis von n-6- (Linolsäure)
zu n-3-Fettsäuren (alpha-Linolensäure)gegeben. Das Verhältnis sollte von bisher
üblicherweise 8 : 1 auf mindestens 5 : 1 gesenkt werden, so die DGE. In der Lyon
Diet Heart Study lag das Verhältnis bei 4 : 1.
n-6- und n-3-Fettsäuren sind essentielle Fettsäuren, die mit der Nahrung zugeführt
werden müssen. Sie dienen der Bildung von wichtigen Strukturlipiden in den Geweben
und von regulatorisch wirksamen Eicosanoiden. Alpha-Linolensäure etwa ist die
Vorläufersubstanz der kardioprotektiv wirksamen Eicosapentaensäure, die reichlich in
Fischöl vorhanden ist. Das richtige Verhältnis von n-6- zu n-3-Fettsäuren
ist wichtig,
da diese Fettsäuren bei der Biosynthese langkettiger und hochungesättigter
Fettsäuren um das gleiche Enzymsystem konkurrieren. Aus der n-3-Fettsäure
alpha-Linolensäure wird zum Beispiel weniger Eicosapentaensäure gebildet, wenn
hohe Mengen der n-6-Fettsäure Linolsäure zugeführt werden.
(rf)
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BOSTON (Rö). Frauen, die viel Fisch essen, haben ein verringertes Risiko für die koronare Herzkrankheit. Dies haben Daten von mehr als 84 000 Teilnehmerinnen der "Nurses Health Study" nun bestätigt.
Während 16 Jahren wurden bei ihnen neu aufgetretene koronare Herzkrankheiten registriert. Zudem wurde mit Fragebögen der Fischkonsum ermittelt (JAMA 287, 2002, 1815). Ergebnis der Studie von Dr. Frank Hu von der Harvard-Universität in Boston, Massachusetts: Die KHK-Rate war bei den Frauen insgesamt zwar absolut gesehen gering, aber: Je höher der Fischkonsum desto weniger KHK. Am häufigsten KHK hatten Frauen, die keinen Fisch aßen. Im Vergleich dazu war die Rate bei einem Fischkonsum ein- bis dreimal pro Monat bereits um 21 Prozent vermindert, und bei einmal die Woche um 29 Prozent. Um 34 Prozent verringert und damit am geringsten war die Rate bei den Frauen, die mindestens fünfmal die Woche - und damit fast täglich - Fisch aßen. Die Studie bestätigt damit Erfahrungen, daß Menschen, die viel Fisch essen, seltener Herzinfarkt haben, etwa Ureinwohner Alaskas. Ärzte Zeitung, 06.05.2002
Infarkt vorbeugen: Pflanzliche Fette schützen
Herz
Hamburg (dpa) - Das Herzinfarktrisiko lässt sich durch die richtige Fettauswahl
bei der Ernährung deutlich senken. Wer tierische durch pflanzliche Fette
ersetze, könne die vorzeitige Verkalkung der Blutgefäße verhindern, teilt die
Initiative gesund leben und ernähren (Ige) in Hamburg mit. Auch der
Cholesterinspiegel könne durch die Ernährung entscheidend gesenkt werden.
Linolsäure und Omega-3-Fettsäuren ließen außerdem das Blut besser fließen,
wirkten günstig auf den Blutdruck und beugten Blutgerinnseln und
Herzrhythmusstörungen vor. Dieser Zusammenhang schlage sich auch in der
Statistik nieder, heißt es weiter. In Ländern wie Japan und Griechenland, in den
traditionell wenig tierische Fette verzehrt werde, sei die Herzinfarktrate weit
geringer als zum Beispiel in den USA. 2. Juli 2002
Fischreiche Ernährung könnte kardioprotektiv
wirken
DALLAS. Die Angehörigen eines afrikanischen Stammes, deren Ernährung
auf Fisch aufbaut, haben einen niedrigeren Leptinlevel als die Angehörigen eines
Stammes derselben Volksgruppe, deren Ernährung vorwiegend vegetarisch ist. Das
berichten Virend Somers und seine Mitarbeiter von der Mayo Klinik in Rochester
in der Zeitschrift Circulation. Der Artikel wurde am 1. Juli online
veröffentlicht und soll zu einem späteren Zeitpunkt im Heft erscheinen.
Leptin werde vom Fettgewebe sekretiert. Es sei ein Sättigungsfaktor, der dem
Normalgewichtigen signalisiere, wenn er ausreichend gegessen habe, erläutert
Somers. „Wenn jemand stark an Gewicht zunimmt, beginnt er die Leptinsignale zu
ignorieren. Die Leptinspiegel steigen beim Übergewichtigen an. Deshalb könnte
ein hoher Leptinspiegel ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen
signalisieren“, so der Wissenschaftler. Somers und seine Mitarbeiter
untersuchten 279 Angehörige eines Stammes, die an einem See leben und täglich
300 bis 600 Gramm Fisch essen. Sie verglichen die Kalorienaufnahme sowie den
Leptin-, Zucker- und Insulinspiegel mit denjenigen von 329 Afrikanern derselben
Volksgruppe, die sich vorwiegend vegetarisch ernähren. Die Angehörigen beider
Gruppen nahmen eine vergleichbare Menge von Kalorien pro Tag auf. Die Vegetarier
hatten jedoch einen zwei- bis viermal höheren Leptinspiegel als die Fischesser.
„Unsere Untersuchungen erhärten die Hinweise darauf, dass eine fischreiche
Ernährung das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringert“, bewertet
Somers seine Ergebnisse. Er schränkt jedoch ein: „Sicher können wir nicht sein.
Bislang gibt es keine klaren Belege, dass niedrigere Leptinspiegel wirklich mit
einem niedrigeren Risiko korreliert sind, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu
entwickeln.(03.07.02) Ärztezeitung
Schwangerschaft
Die große Bedeutung der Omega 3-Fettsäuren und Omega 6-Fettsäuren für die
Entwicklung ungeborener Kinder ist Grundlage einer Studie von Michel Odent und
Kollegen, die 1996 an einer Londoner Klinik durchgeführt wurde (1). Anlaß der
Untersuchung war die Entdeckung, daß die Fette, die wir essen, die Produktion
der körpereigenen Fette beeinflussen. Die körpereigenen Fette wiederum sind an
der Regulierung des Blutstroms zur Plazenta und während der Geburt beteiligt.
Omega 3- und 6-Fettsäuren sind im Körper nicht austauschbar mit Transfettsäuren,
die in der Nahrung der industrialisierten Länder häufig vorkommen. Diese
Transfettsäuren gelangen über die Plazenta zum Kind und können
Wachstumsstörungen (Gestosen) hervorrufen. Die Beobachtungen der Studie legen
nahe, daß der Konsum von fettem Seefisch die Schwangerschaft bei drohender
Frühgeburt verlängern, das Geburtsgewicht des Kindes steigern und
Schwangerschaftserkrankungen (Gestosen) vorbeugen kann.
Literatur:
(1) "Prenatal Care and Seafish" in European Journal of Obstetrics & Gynäcology,
No 68, Vol.1996,, p. 49-51)
London - Der Genuss von Fisch in der
Schwangerschaft soll das Risiko einer Frühgeburt vermindern.
Eine dänische Forschergruppe untersuchte dafür 8729 schwangere Frauen und deren
Fischess-Gewohnheiten.
Docosahexaen-Säure unterbindet Bildung kontraktionsfördernder Prostaglandine Nur
1,9 Prozent der Frauen, die zumindest einmal in der Woche Fisch konsumiert,
erlitten eine Frühgeburt, schreiben die Forscher um Niels Jürgen Secher vom
Skejby University Hospital im British
Medical Journal (BMJ 2002;324:447) . Bei jenen Frauen, die keinen Fisch
aßen, lag die Frühgeburtsrate bei 7,9 Prozent. Meiden Schwangere Fisch, so die
Wissenschaftler, sollte zumindest supplemiert werden. Weltweit kommen jährlich
rund 13 Mio. Babys zu früh auf die Welt, ein Großteil davon in
Entwicklungsländern.
Die Ergebnisse zeigten, dass das durchschnittliche Geburtsgewicht und die
Schwangerschaftsdauer in direkter Korrelation mit der Menge des konsumierten
Fisches stand. Den größten Zusammenhang sahen die Forscher bei einer täglichen
Fischaufnahme von 15 Gramm. Bereits frühere Untersuchungen haben ergeben, dass
Fischöle, bekannt als Omega-3-Fettsäuren, einen positiven Effekt auf den
Schwangerschaftsverlauf besitzen. Lucilla Poston, Leiterin der Maternal and
Foetal Health Research Unit des St. Thomas´ Hospitals in London, erklärte
gegenüber der BBC: "Bei der Substanz handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit
nach um die Fettsäure Docosahexaen-Säure (DHA)." Es ist bereits bekannt, dass
Abbauprodukte der DHA Entzündungsreaktionen mildern, die Verklumpung der
Blutplättchen hemmen, sich günstig auf die Verteilung der Blutfette auswirken
bzw. sogar gefährlichen Herzrhythmusstörungen imRahmen eines Herzinfarktes
entgegenwirken können.
"DHA unterdrückt die Bildung von Prostaglandinen, die dazu führen, dass sich der
Uterus zusammenzieht", so Poston. Theoretisch hieße dies, dass mehr Fisch in der
Ernährung DHA bei werdenden Müttern erhöht und zu frühe Kontraktionen verhindern
könnte. Poston gibt aber klar zu verstehen, dass neben der Ernährung auch andere
Faktoren zu einer Frühgeburt beitragen.
Omega 3 Fettsäuren sind in Leinöl, Walnussöl, Rapsöl und Fischöl aus
Kaltwasserfischen enthalten.
Sie sind physiologisch sehr wertvoll und notwendig für den Körper:
- Sie halten Membranen der Körperzellen flexibel (Nervengewebe, Auge,
Gefäßsystem, Gehirn)
- wirken über die Bildung von Gewebshormonen einer Arterienverkalkung entgegen
und halten das Herz-Kreislauf-System
jung (Fischesser haben weniger Herzinfarkte)
- haben einen positiven Einfluß auf entzündliche und allergische Prozesse
- sind wichtige Baustoffe für Gehirn und Nerven und Voraussetzung für die
Entwicklung des Gehirns und die Erhaltung der geistigen Leistungsfähigkeit bis
ins hohe Alter: Bei einer ausreichenden Versorgung damit steigt die
Lernfähigkeit, die Depressionsneigung wird verringert, aggressives Verhalten
wird weniger, rationale und emotionale Intelligenz steigt.
Man kann also verkürzt sagen: Fast Food-Esser essen sich dumm (und fett),
Omega-3 Fett-Esser sind schlauer, weniger aggressiv und haben weniger
Herzinfarkte!
Selbst die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) sagt: Die Versorgung mit
Omega 3 Fettsäuren ist mangelhaft - eine
Supplementierung macht Sinn.
Vorteile Omega3 + Vit.E
- hochwertiges unbelastetes Fischöl von wildlebenden Fischen (andere
Produkte oft aus Fischfarmen, Fische aufgezogen mit Tiermehl, wenig Omega 3
enthalten)
- hochwertiges Fischöl mit höheren Anteil DHA (eine bestimmte Omega 3 Fettsäure)
- Micelliertes Produkt (voll wasserlöslich, 3-5 mal höhere Aufnahme) enthält
hochwertiges natürliches Vitamin E - schützt Omega 3 FS vor Oxidation
- schmeckt nicht nach Fisch, sondern nach Orangen-Konzentrat (kein
Aufstossen, kein Fisch-Nachgeschmack)
- erstes micelliertes Omega 3 Produkt weltweit
- Schadstoffkontrolliert: Produktion nach GMP (=Pharmastandard)
Wer braucht Omega 3 ?
- Jeder, der nicht 2-3 mal/Woche fetten Kaltwasserfisch isst (Hering, Makrele,
Bückling, Thunfisch....)
- Jeder, der oft Fast Food oder Fertigprodukte isst
- Ältere Menschen (Umwandlungsrate zu DHA nimmt im Alter ab)
- zur Herz-Kreislauf-Prophylaxe
- Schwangere, Stillende, Menschen im Stress, Diabetiker, Vegetarier, Raucher
(Nerven, Gehirnentwicklung des Embryos, Kindes, Gehirntätigkeit)
- Kinder: Optimale Gehirnentwicklung, Nervensystem, weniger nervl. Probleme
(ADS...)
Verzehr
von Fisch und Meeresfrüchten verringert Alzheimer-Risiko - Französische Studie
bestätigt vorherige Hinweise
Paris, 25. Oktober (AFP) - Der regelmäßige Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten
verringert nach einer französischen Studie das Alzheimer-Risiko. Das "British
Medical Journal" veröffentlicht in seiner
jüngsten Ausgabe Ergebnisse der Studie eines Forscherteams von der Universität
Bordeaux, für die 1674 Menschen ab 68 Jahren berücksichtigt wurden. Demnach sind
die Fette in Fischen und Meeresfrüchten geeignet, beim Konsumenten das Risiko
von Alzheimer und anderen Formen des geistigen Verfalls zu verringern.Wer
mindestens einmal in der Woche Fisch oder Meeresfrüchte esse, verringere das
Alzheimer-Risiko um ein Drittel, sagte die Forscherin Pascale Barberger-Gateau.
Eine in diese Richtung weisende Studie war schon 1999 erschienen.
Allerdings waren damals weit weniger Personen einbezogen worden. In der von den
Forschern in Bordeaux über sieben Jahre beobachteten Untersuchungsgruppe
entwickelte sich bei 135 Patienten die Alzheimer-Krankheit, bei insgesamt 170
trat geistiger Verfall ein. Die in Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren schützen
nach den Erkenntnissen der Mediziner generell die Gefäße, verringern das Risiko
von Entzündungen im Gehirn und könnten sogar beim Wiederaufbau von Nervenzellen
eine Rolle spielen. Ähnliche Fettsäuren kommen auch in Nüssen und in Rapsöl vor.
Fischreiche Ernährung zur Reduktion des Demenz-Risikos
Laut einer Studie im „British Medical Journal“ führt regelmäßiger Fischkonsum zu
einer verminderten Demenz-Rate.
Dr. Pascale Barberger-Gateau und seine Kollegen von der Universite Victor
Sagalen in Bordeaux veröffentlichten dies auf der
Grundlage der Daten von 1.674 Menschen über 68 Jahren, die zu Beginn einer
epidemiologischen Studie keine Demenz hatten. Nach sieben Jahren konnte dies bei
1.416 nochmals überprüft werden. Alle Teilnehmer, die sich beim
Mini-Mental-Status-Test um mindestens drei Punkte verschlechtert hatten, wurden
neurologisch zur Bestätigung der Demenz-Diagnose untersucht.
Insgesamt waren 170 Demenz-Erkrankungen aufgetreten, darunter 135 vom
Alzheimer-Typ.
Bei Menschen, die mindestens einmal pro Woche Fisch aßen, war die Demenz-Rate
signifikant (30prozent) niedriger als bei Nicht-Fischessern. Quelle: BMJ; 2002,
325: 932-933 www.medaustria.at
STUTTGART (slp). Omacor®, das erste Präparat in Deutschland mit Omega-3-Fettsäuren zur Sekundärprävention nach Herzinfarkt zusätzlich zur Standardtherapie, ist nun erhältlich. Es wirkt Arrhythmien und dem plötzlichen Herztod entgegen.
Eine Kapsel des rezeptpflichtigen Präparates enthält zu 90 Prozent Omega-3-Fettsäuren aus Lachsöl, insgesamt ein Gramm, plus vier Milligramm Alpha-Tocopherol. "Die Standardtherapie aus ACE- und Thrombozytenaggregations-Hemmern, Statinen und Betablockern richtet sich nicht direkt gegen den plötzlichen Herztod", so Professor Heinz Rupp von der Universität Marburg in Stuttgart. Täglich nur ein Gramm Omega-3-Fettsäuren wie die Eicosapentaen- und Docosahexaen-Säure, die in dem neuen Präparat vor allem enthalten ist, kann Studienergebnissen zufolge die elektrische Instabilität des Myokards nach Infarkt vermindern. Die Gefahr für ein Kammerflimmern und damit für einen plötzlichen Herztod sinke, so Rupp. Belegt wurde dies in der GISSI-Präventionsstudie, an deren Ergebnisse Dr. Roberto Marchioli aus Santa Maria Imbaro in Italien bei einer Veranstaltung von Solvay erinnert hat (Lancet 354, 1999, 447). Die Studie mit mehr als 11 000 Patienten nach Herzinfarkt lief über 3,5 Jahre. Darin konnte mit einem Gramm Omega-3-Fettsäuren am Tag im Vergleich zu Placebo, beides zusätzlich zur Standardtherapie, die kardiovaskuläre Mortalität um 30, die aufgrund plötzlichen Herztodes um 45 Prozent gesenkt werden.Unerwünschte Wirkungen gebe es mit der für diese Indikation empfohlenen Tagesdosis von einer Kapsel praktisch keine, so Dr. Robert Halla von Solvay. Er rät wegen der besseren Magenverträglichkeit zur Einnahme zu den Mahlzeiten. Eine weitere Indikation ist die Hypertriglyceridämie, hier liegt die Tagesdosis bei zwei Kapseln. Ärzte Zeitung, 03.02.2003
Studie: Häufiger Fischverzehr vermindert Alzheimer-Risiko
- Fisch enthält hirnähnliche Fettsäuren
Chicago, 22. Juli (AFP) - Regelmäßiger Verzehr von Fischgerichten vermindert
einer neuen Untersuchung zufolge das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung. Eine
Langzeitstudie an mehr als 800 älteren US-Bürgern habe ergeben, dass die
Wahrscheinlichkeit einer Alzheimer-Erkrankung bei mindestens einer
Fisch-Mahlzeit in der Woche um 60 Prozent sinkt, berichtete eine
Wissenschaftlergruppe aus Chicago in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Archives
of Neurology".
Der Befund passt den Autoren zufolge zu den Ergebnissen früherer Studien, wonach
eine Verbindung zwischen mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, die in
Fischen enthalten sind, und der Funktionsfähigkeit des Gehirns besteht; diese
Fettsäuren kommen auch in den Membranen der menschlichen Hirnzellen vor.
Auch der regelmäßige Verzehr fettsäurehaltiger Salatsoßen auf Ölbasis und von
Nüssen könne einer Erkrankung vorbeugen, schreiben die Wissenschaftler des
Chicagoer Rush-Presbyterian St. Luke's Medical Center.
Für die Untersuchung waren 815 Menschen über 65 Jahren zwischen 1993 und 2000
regelmäßig untersucht und zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt worden. Zu
Beginn der Studie war keiner der Testteilnehmer an Alzheimer erkrankt; im
Verlauf der Untersuchung traten bei 131 Teilnehmern zunehmende
Hirnfunktionsstörungen und Demenzzustände auf. Die Alzheimer-Krankheit, deren
Ursachen bislang nicht bekannt sind, führt zum vollständigen Gedächtnis- und
Sprachverlust.
Lipidsenker gibt es auch in Obst und Fischen
Eine Kost mit Phytosterinen, Ballaststoffen und Nüssen senkt LDL-Wert um 30
Prozent
Eine Ernährungsumstellung ist nach wie vor die Basis, um hohe Cholesterinwerte
zu senken. Allein auf cholesterinreiche Nahrung zu verzichten, bringt jedoch
nicht viel: Eine Kost, die reich an Phytosterinen, Ballaststoffen und
ungesättigten Fettsäuren ist, kann dagegen den LDL-Wert um bis zu 30 Prozent
reduzieren.
Phytosterine sind etwa in grünen Äpfeln enthalten, aber auch in Nüssen,
Pflanzenölen, Samen und Gemüse. Foto: Fotodisc
So hemmen Phytosterine wie β-Sitosterol und sein Derivat β-Sitostanol die
Resorption von Cholesterin im Darm. Die Substanzen kommen in Pflanzenölen,
Samen, Nüssen, Gemüse und Obst vor. Inzwischen werden sie als Fettsäureester
pflanzlicher Margarine beigemischt (etwa Becel pro activ®).
Wer sich solche Margarine aufs Brot streicht, kann damit seine Cholesterinwerte
um etwa zehn Prozent reduzieren. Mit Magarine, die nur reich an ungesättigten
Fettsäuren ist, schafft man dagegen nur eine LDL-Senkung von fünf Prozent (Eur J
Clin Nutr 57, 2003, 170).
Doch letztlich kommt es auf die Mischung an: So konnte in einer Studie mit 55
Patienten eine Diät, die pro 1000 kcal Nahrung 1g Phytosterine in Form einer
speziellen Magarine, 11 g Ballaststoffe, 22 g Sojaprotein sowie 14 g Mandeln
enthielt, den LDL-Wert nach einem Monat um 29 Prozent senken.
In einer Vergleichsgruppe, die eine fettarme Diät plus 20 mg Lovastatin (etwa
Mevinacor®) erhielt, war die LDL-Senkung mit 31 Prozent kaum größer. Nur fettarm
zu leben, reduzierte den LDL um acht Prozent (JAMA 290/4, 2003, 502).
Auch Fischöl kann die Blutfettwerte verbessern. Es senkt vor allem den
Triglyzeridspiegel und wirkt antiarrhythmisch. Die im Fischöl enthaltenen
Omega-3-Fettsäuren konnten in der GISSI-Studie mit über 11 000 Patienten die
kardiovaskuläre Mortalität nach eine Herzinfarkt um 30 Prozent senken.
Ärzte Zeitung, 05.08.2003
Omega-3-Fettsäuren (Eicosane) Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) reduzieren das Herzinfarkt- und Arterioskleroserisiko. Im Rahmen einer Doppelblind-Studie an 38 Probanden im Alter von 40 bis 69 Jahren, die über sieben Wochen hinweg entweder drei Gramm DHA, drei Gramm EPA oder ein Placebo einnahmen, zeigte sich ein Schutzeffekt auf die Funktion der Blutgefäße gezeigt (2). Zudem wurde in den Omega-3-Gruppen ein niedrigerer Blutdruck sowie reduzierte Triglyzeridspiegel im Blut im Vergleich zum Beginn der Studie verzeichnet. Unter Einnahme von EPA verbesserte sich die arterielle Funktion um 36%, unter Gabe von DHA um 27%.
Eicosane senken aber nicht nur das Risiko für
Herzinfarkte, sondern auch die kardiovaskuläre Mortalität. Wie eine aktuelle
Studie zeigt, reduzieren höhere Plasmaspiegel von DHA und EPA, die zwei Jahre
vor der akuten Erkrankung gemessen wurden, das Risiko eines tödlichen
Herzinfarkts (1). Erklärung findet dieser Schutz vor Herzinfarkten nicht zuletzt
in den ausgeprägt antiarrhythmischen Effekten der Eicosane, die so zu einer
Stabilisierung des Herzrhythmus (3) beitragen.
DHA und EPA sind langkettige mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren, die
vorwiegend in Fischöl vorkommen. Da die deutsche Bevölkerung die Empfehlung von
ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche in der Regel nicht umsetzt, ist die
Zufuhr von DHA und EPA mit der Nahrung in der Regel gering. Daher ergibt sich
durch ein optimiertes Essverhalten beziehungsweise den Einsatz von
Eicosan-haltigen Arzneimitteln ein großes gesundheitsschützendes Potenzial. Ein
Teil der enormen Kosten des Gesundheitswesens ließe sich durch geringfügige
Ernährungsumstellung leicht einsparen, ganz abgesehen von der verbesserten
Lebensqualität.
Omega-3-Fettsäuren haben vielfältige Funktionen im menschlichen Organismus. Sie
fördern Immunabwehrprozesse, wirken entzündungshemmend und verbessern die
Gewebedurchblutung. Aufgrund dieser Effekte sind Omega-3-Fettsäuren ebenfalls
Bestandteil spezieller Trink- und Sondennahrung, so genannter Immunonutrition,
die ihren Einsatz beispielsweise in der Operationsvor- und -nachsorge hat.
Literatur:
(1) Lemaitre RN, et al.: n-3 Polyunsaturated fatty acids, fatal ischemic heart
disease, and nonfatal myocardial infarction in older adults: the Cardiovascular
Health Study. Am J Clin Nutr 2003, 77: 319-25
(2) Nestel P, et al.: The n-3 fatty acids eicosapentaenoic acid and
docosahexaenoic acid increase systemic arterial compliance in humans. Am J Clin
Nutr 2002, 76:326-30
(3) Singer, P.: Günstiger Einfluss von n-3-Fettsäuren auf Herzrhythmusstörungen.
Ernährungs-Umschau 49: 178-181
Quelle: Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik Bad Aachen
Omega-3-Bedarf kann jetzt eine Pflanze decken
Ab heute gibt es das erste pflanzliche Omega-3-Präparat aus
Perilla-Öl / Diätetisches Lebensmittel / Diabetes mellitus
HAMBURG (ene). Für Menschen mit erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre
Erkrankungen, etwa Menschen mit Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen,
gibt es ab heute eine weitere Möglichkeit, ihre Gefäße zu schützen: ein
diätetisches Lebensmittel, mit dem der Bedarf an gefäßprotektiven
Omega-3-Fettsäuren, vor allem an alpha-Linolensäure, gedeckt werden kann. Das
diätetische Lebensmittel (in Apotheken erhältlich) ist das in Deutschland erste
pflanzliche Omega-3-Präparat aus Perilla-Öl. Sein Name: TUIM®.
In der fernöstlichen Heilpflanze Perilla ist der höchste Gehalt an pflanzlichem
Omega-3 enthalten, der vorkommt. Foto: Schwabe
Omega-3-Fettsäuren gewinnen immer mehr an Bedeutung für die
Atherosklerose-Prävention bei Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, Bluthochdruck
und Adipositas. Leider nehmen die meisten Deutschen zu wenig davon über die
Nahrung zu sich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine
tägliche Aufnahme in Höhe von 0,5 Prozent der täglichen Energiezufuhr.
Bei einer durchschnittlichen Energieaufnahme von 2000 kcal/pro Tag entspricht
dies etwa einem Gramm der pflanzlichen Alpha-Linolensäure. Das ist das Minimum.
Empfohlen werden von der DGE 1,5 Gramm. Viele Menschen schaffen es allerdings
nicht, den Bedarf zu decken.
600 Gramm fetten Seefisch schaffen die Wenigsten
Wer seinen Bedarf über die Ernährung decken will, müßte circa 600 g fetten
Seefisch (Hering, Makrele, Lachs und Thunfisch, 100 Gramm enthalten etwa 1,3 bis
2,5 g Omega-3-Fettsäuren) pro Woche verzehren und Omega-3-reiche Öle verwenden.
"Das schaffen die Wenigsten", so in Hamburg Privatdozentin Christine Metzner vom
Universitätsklinikum Aachen auf einer Veranstaltung des Unternehmens Dr. Willmar
Schwabe LifeScience.
Perilla-Öl jedoch mit rund 60 Prozent und Leinöl mit etwa 40 bis 50 Prozent
enthalten große Mengen pflanzlicher Omega-3-Fettsäuren. Zum Vergleich: In Raps-,
Walnuß- und Sojaöl findet man wesentlich geringere Mengen, nur etwa zehn
Prozent.
Alpha-Linolensäure ist eine essentielle Fettsäure, kann also nicht durch den
menschlichen Organismus gebildet werden; sie muß mit der Nahrung aufgenommen
werden. Die im Fischöl vorkommenden längerkettigen Omega-3-Fettsäuren
Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure dagegen können in einem Umfang von bis
zu zehn Prozent aus alpha-Linolensäure gebildet werden.
"Entscheidend für die Prävention von Gefäßerkrankungen ist das Verhältnis
zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren", betonte Metzner. Laut
Ernährungsbericht der DGE (2000) liegt in den Industrienationen wie auch
Deutschland dieses Verhältnis bei 7 bis 8 zu 1.
Und das ist nicht gut. Metzner: "Optimal ist es, wenn die Omega-6-Fettsäuren zu
den Omega-3-Fettsäuren in einem Verhältnis von unter 5 zu 1 stehen". Nun werden
Omega-6-Fettsäuren - im Gegensatz zu den Omega-3-Fettsäuren - ausreichend über
die Nahrung aufgenommen, die Versorgung ist in Deutschland mehr als ausreichend.
Sonnenblumen-, Soja-, Mais-, Weizenkeimöl und Margarine haben beispielsweise
einen hohen Gehalt an Omega-6-Fettsäuren.
Um das angestrebte Ziel, die Prävention gefäßbedingter Erkrankungen und
Todesfälle durch ein Verhältnis von unter 5 zu 1 zu errreichen, bleibt als
Option die Zufuhr der pflanzlichen Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure.
Besonders Risikopatienten für Gefäßerkrankungen wie Diabetiker profitieren von
einer ausreichenden Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren.
Erreicht werden kann das Ziel durch das neue diätetische Lebensmittel (für
besondere medizinische Zwecke) - auch ergänzende bilanzierte Diät genannt. Bei
Schwabe LifeScience werden ergänzende bilanzierte Diäten unter dem Namen
Nutrialien® geführt: Mit dem Verzehr von sechs Kapseln pro Tag - empfohlen
werden pro Tag dreimal eine oder zwei Kapseln - werden 1,7 Gramm
alpha-Linolensäure und 0,4 Gramm Linolsäure aufgenommen. Die tägliche
Omega-3-Zufuhr erhöht sich von rund 1,7 g auf 3,5 g, die Omega-6-Aufnahme
dagegen bleibt fast gleich. Und das so erzielte Omega-6- zu Omega-3-Verhältnis?
Es beträgt dann 3,7 zu 1.
Was mit dieser diätetischen Therapie bei den Fetten erreicht werden kann, ist
von dem Karlsruher Unternehmen wissenschaftlich untersucht worden: Erste
Ergebnisse der Untersuchung, einer Evaluierungsstudie (EVA) mit Perilla-Öl, hat
in Hamburg Dr. Cam-Tuan Tran, Fachreferent in der Abteilung für Klinische
Forschung bei der Dr. Willmar Schwabe GmbH, vorgestellt.
An der Studie mit einer Therapiedauer von drei Monaten nahmen 100 Patienten mit
metabolischem Syndrom und Typ-2-Diabetes teil. Die Patienten waren in fach- oder
hausärztlicher Behandlung. Sie bekamen über einem Zeitraum von drei Monaten die
Kapseln aus dem Perilla-Öl.
Nach acht Wochen ist belegt worden, daß Perilla-Öl einen günstigen Einfluß auf
den Fettstoffwechsel hat: LDL-, Triglycerid- und Cholesterinwerte wurden
signifikant gesenkt. Der Quotient HDL-Cholesterin/Triglyzeride wurde um zehn
Prozent erhöht. Ärzte Zeitung, 01.10.2003
Omega-3-PUFA: Antiarrhythmische Wirkung nicht bestätigt
Omega-3-PUFA (mehrfach ungesättigte Fettsäuren) haben in
mehreren Untersuchungen einen präventiven Effekt gegen den plötzlichen Herztod
gezeigt. Eine rezente placebokontrollierte Studie konnte jedoch den
antizipierten antiarrhythmischen Effekt an Patienten mit ICD (+ VT/VF) nicht
bestätigen, war beim AHA 2003 zu erfahren.Es gibt Hinweise verschiedenster Art,
dass Omega-3-PUFA das Risiko für den plötzlichen Herztod (SCD = sudden Cardiac
Death) senken könnten. Auf Basis einer randomisierten Studie wurde der
vorteilhafte Effekt von Omega-3-PUFA in GISSI-3 Prevenzione an
Postinfarktpatienten dokumentiert (Reduktion des SCD-Risikos um 45%, Senkung
kardiovaskulärer Todesfälle um 30%). Diese klinischen Beobachtungen stehen in
Einklang mit Ergebnissen aus experimentellen Studien. Im Tierversuch wurde für
Omega-3-PUFA eine präventive Wirkung gegen ischämisch induziertes Kammerflimmern
gezeigt. Pharmakologisch wurde für Omega-3-PUFA eine blockierende Wirkung an
Natrium-Kanälen gezeigt, entsprechend einer antiarrhythmischen Klasse-I-Wirkung
nach Vaughan-Williams. In einer randomisierten Studie an Patienten mit
implantierbaren kardialen Defibrillatoren (ICD) sollte der antiarrhythmische
Effekt von Omega-3-PUFA bestätigt werden.
Methodik und Patienten
In die Studie wurden 200 ICD-Patienten aufgenommen, bei denen eine rezente VT (ventrikuläre
Tachykardie) oder VF (Kammerflimmern) dokumentiert war. Omega-3-PUFA wurden in
Form von Fischölkapseln (1,8g/d) gegeben. Patienten in der Placebogruppe
erhielten Kapseln mit Olivenöl. Alle Patienten wurden instruiert, eine Diät
einzuhalten (Stufe 1 nach AHA, 30% der Tageskalorien in Form von Fett). Die
Dauer der Studie war auf 2 Jahre anberaumt. Primärer Endpunkt war die Dauer bis
zur ersten VT- oder VF-Episode. Bei zwei Drittel der Patienten waren als
Einschlusskriterium VT nachzuweisen. Die übrigen Patienten wurden wegen eines VF
eingeschlossen. Die mittlere EF lag bei 35%. Die Hälfte der Patienten hatte eine
positive Infarktanamnese (insgesamt 75% mit KHK).
Ergebnisse
Gemessen am primären Endpunkt (Zeit bis VT/VF) war kein signifikanter
Unterschied zwischen den beiden Therapiegruppen nachzuweisen. Tendenziell zeigte
die Placebogruppe sogar ein günstigeres Abschneiden. Noch mehr überraschend war,
dass in der Subgruppe mit VT als Einschlussdiagnose ein signifikanter Vorteil
für die Placebogruppe festzustellen war (Abb.). In der Subgruppe mit VF war kein
Unterschied zu sehen.
Interessant ist die Beobachtung, dass Patienten mit hohen
Omega-3-PUFA-Blutspiegeln (DHA/EPA-Gehalt in der Erythrozytenmembran in der 4.
Quartile) ein tendenziell höheres VT/VF-Risiko hatten als Patienten mit
niedrigeren Werten (1. bis 3.Quartile). Elektrophysiologisch ließen sich keine
signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Therapiegruppen nachweisen. Die
Gesamtmortalität war in der Omega-3-PUFA-Gruppe etwas niedriger als in der
Placebogruppe (p=0,09).
Fazit
Der antizipierte antiarrhythmische Effekt von Omega-3-PUFA konnte nicht
bestätigt werden. Bei Patienten mit VT wurde das Risiko im Vergleich zu Placebo
sogar signifikant erhöht. Der Widerspruch gegenüber den positiven Ergebnissen in
der SCD-Prävention in anderen Studien könnte mit der Besonderheit der
eingeschlossenen Patienten (bereits bestehende VT/VF, teils basierend auf
Myokardnarben) zusammenhängen. Ein proarrhythmischer Effekt von Omega-3-PUFA bei
dieser Patientenpopulation (insbesondere mit VT) ist nicht auszuschließen.
Quellangaben:
AHA-Meeting,
9.–12. November 2003, Orlando, USA
Fisch: entzündungshemmend und blutdrucksenkend
Zum Schutz der Gesundheit sollte mindestens zweimal pro Woche Seefisch gegessen
werden. Leider ist Fisch bei den in Deutschland üblichen Ernährungsgewohnheiten
nur ein Stiefkind, daher wird bei seltenem Fischverzehr zur regelmäßigen
Einnahme von Fischölkapseln geraten. Fettreiche Kaltwasserfische wie Hering,
Makrele, Lachs und Thunfisch zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an den unter
dem Begriff Eicosane zusammengefassten
Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure und
Eicosapentaensäure aus.
Über verschiedene Mechanismen schützen Eicosane Herz und Gefäße des menschlichen
Körpers. Sie senken die Blutfettwerte, erhöhen die Durchblutung und reduzieren
den Blutdruck. Außerdem haben sie entzündungshemmende Eigenschaften. Eine im
American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Studie zeigte, dass hohe
Eicosankonzentrationen in den Blutfetten mit einem wesentlich reduzierten
Todesrisiko der Probanden einherging (1). Teilgenommen an dieser Studie haben
285 Männer und 130 Frauen mit einer Erkrankung der Koronararterien. Die
Wissenschaftler erhoben die tägliche Nahrungsaufnahme mittels eines
Nahrungsprotokolls sowie die Zusammensetzung der Blutfette. Im Vergleich zu
fehlendem Fischkonsum tendierten die Ergebnisse beim Verzehr von Fisch zu einem
niedrigeren Risiko für einen Tod infolge der Herzerkrankung. Um eine für den
Schutz der Gesundheit relevante Menge an Eicosanen aufzunehmen, ist es
notwendig, wöchentlich zwei Fischmahlzeiten mit jeweils 150 bis 200 Gramm
Fettfisch zu verzehren. Auch Eicosankapseln bieten die Möglichkeit eine
entsprechende Menge der
Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen.
Literatur:
1. Erkkilä AT, et al.: n-3 Fatty acids and 5-y risks of death an cardiovascular
disease events in patients with coronary artery disease. Am J Clin Nutr 2003;
78: 65-71
Quelle: Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. Bad Aachen
28.01.2004 Infos für Ärzte
Diabetische Ratten:
Omega-3-Fettsäuren
retten im Labor das Augenlicht
Die derzeit viel diskutierten Omega-3-Fettsäuren, wie sie in Fischöl vorkommen,
können möglicherweise auch Diabetiker vor dem Verlust des Augenlichts bewahren.
Darauf deutet eine Studie an Ratten hin, die das britische Fachmagazin «New
Scientist» vorstellt (Nr. 2433, S.12).
Algis Vingrys von der Universität Melbourne in Australien fütterte dazu
diabetische Ratten entweder mit Fischöl oder mit Distelöl. Nach 24 Wochen hatten
die Fotorezeptoren in den Augen der mit Distelöl gefütterten Tiere ein Drittel
ihrer Leistungsfähigkeit eingebüßt. "Aber die diabetischen Tiere, die Fischöl
erhielten, zeigten keine Unterschiede zu gesunden Tieren", berichtete Vingrys
vor wenigen Tagen auf einem Kongress der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft
Australiens in Melbourne.
Bislang wird eine Erblindung bei Diabetes in der Regel darauf zurückgeführt,
dass der hohe Blutzuckergehalt die Blutgefäße im Auge schädigt. Der Tierversuch
deutet jedoch darauf hin, dass direkt die Lichtrezeptoren angegriffen werden.
"Bei den Blutgefäßen war kein Verlust festzustellen", sagte Vingrys.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten von Omega-3-Fettsäuren werden derzeit
diskutiert. Unter anderem sollen sie bei Herzkrankheiten oder Hyperaktivität
helfen.
Andere Forscher befürchten allerdings, dass im Übermaß verabreichte Fettsäuren
die Krebs erregenden freien Radikale freisetzen. 04.02.2004 Infos für Ärzte
http://www.journalmed.de
Omega-3-Fettsäuren
Eicosane schützen Zellen vor dem Entarten
Eicosane aus Fischöl können das Risiko für verschiedene Krebsarten senken, daher
wird der Verzehr von ein bis zwei Seefischmahlzeiten pro Woche empfohlen. Bei
der Auswertung einer Reihe von Fallkontrollstudien mit gleichem Design,
Fragebogen und Aufnahmekriterien kamen Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass
Eicosane das Risiko für verschiedene Krebsarten wie Kehlkopf-, Speiseröhren-,
Darm- sowie Eierstockkrebs senken (1).
Da der Körper Eicosane aus der Nahrung schnell in die Zellwände einbaut und sie
einen großen Einfluss auf verschiedene biologische Vorgänge haben, vermuten die
Forscher vielfältige Mechanismen für das krebsschützende Potenzial der Eicosane.
Dazu zählen unter anderem die Unterdrückung der krankhaften Entartung von
gesunden Zellen, die Hemmung des Zellwachstums sowie Wirkungen der Eicosane auf
Immunsystem und Entzündungsreaktionen. Eicosane zählen zu den mehrfach
ungesättigten Fettsäuren und sind nicht nur Bestandteil der Zellwände, sondern
außerdem wichtig für Nervenzellen und die Entwicklung des Gehirns.
Neben dem Einfluss auf die Krebsentstehung schützen sie unter anderem auch vor
Herz-Kreislauferkrankungen und haben eine positiven Einfluss auf rheumatische
Erkrankungen, da sie entzündliche Prozesse eindämmen. Zu den Eicosanen zählen
Docosahexaensäure und Eicosapentaensäure. Diese Fettsäuren kommen vorwiegend in
fettreichen Kaltwasserfischen wie Makrele, Hering, Lachs oder Thunfisch vor, die
daher einen wichtigen Beitrag zur gesunden Ernährung leisten und ein bis zweimal
pro Woche auf den Tisch kommen sollten. Darüber hinaus kann die Fischölzufuhr
durch die Einnahme von Eicosankapseln, die in Apotheken erhältlich sind,
gesteigert werden.
Literatur:
1. Tavani A, et al.: n-3 Polyunsaturated fatty acid intake and cancer risk in
italy and switzerland. Int J Cancer 2003; 105: 113-116
Quelle: Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. 10.03.2004 Infos
für Ärzte
Omega-3-Fettsäuren hemmen die Blutgerinnung
Der Genuss von Fisch kann das Risiko eines abnormalen Herzschlags reduzieren,
haben Forscher um Dariush Mozaffarian an der Harvard Medical School in Boston
herausgefunden. Menschen, die ein- bis viermal pro Woche "guten" öligen Fisch
essen, reduzierten das Phänomen des Vorhofflimmerns um fast ein Drittel.
Vorhofflimmern ist ein abnormaler Herzrhythmus, bei dem die oberen zwei Kammern
des Herzens schneller als normal schlagen. Das kann unangenehmes Herzklopfen
sowie Atemlosigkeit verursachen. Das Blut wird nicht aus dem Herz gepumpt und
ist in Gefahr zu gerinnen. Wenn ein solches Blutgerinnsel das Herz verlässt,
kann es sich in einer Arterie im Hirn ablagern und einen Schlaganfall auslösen.
Öliger Fisch ist bekannt dafür, gut fürs Herz zu sein. Er versorgt den
Organismus mit Omega-3 mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die einen Schutz vor
Herzinfarkt darstellen. Diese kommen hauptsächlich in öligen Fischsorten wie
Hering, Bückling, Makrele, Sardine, Lachs, Tunfisch, Forelle und Anchovis vor,
ebenso in grünem Blattgemüse. Omega-3 Fettsäuren reduzieren die Klebrigkeit des
Bluts, verhindern eine Gerinnung und bewahren das Herz vor einem irregulären
Rhythmus. Laut Mozaffarian hat bisher noch niemand einen direkten Zusammenhang
zwischen Fischkonsum und Herzflimmern untersucht.
Der Forscher und seine Kollegen untersuchten fast 5.000 Menschen über 65. Sie
beobachteten deren Essverhalten über ein Jahr und folgten ihnen weitere zwölf
Jahre, um zu sehen wer ein Vorhofflimmern entwickelte. Es traten 980 Fälle der
Herzrhythmusstörung auf. So entdeckten die Wissenschaftler den Zusammenhang mit
dem Fischkonsum. Jene Menschen, die mehr gegrillten oder gebackenen Fisch aßen,
waren weniger von einer derartigen Erkrankung bedroht. Wer diese Sorten von
Fisch ein- bis viermal pro Woche aß, hatte ein 28% niedrigeres Risiko ein
Herzflimmern zu entwickeln im Vergleich zu denjenigen, die Fisch seltener als
einmal im Monat aßen. Mehr als fünf Portionen pro Woche reduzierten die
Anfälligkeit um 31%. Allerdings bot der Verzehr von Bratfisch oder Fischburgern
nicht den gleichen Schutz. Laut Mozzafarian ist der Kochvorgang für die Wirkung
der Omega-3-Säuren entscheidend. Grundsätzlich empfiehlt er jedoch älteren
Menschen den regelmäßigen Verzehr von Fisch.
Belinda Linden von der Britischen Herz Foundation gab zu bedenken, dass sieben
von zehn Briten nicht auf die empfohlene Dosis von Fisch kommen. "Eine
ausgewogene Diät, die arm an Salz und gesättigten Fetten ist, dafür aber Fisch
und reichlich Früchte und Gemüse enthält, reduziert das Risiko einen Herzinfarkt
zu entwickeln signifikant." Aber der ölige Fisch enthält auch ungesunde
Bestandteile. Dementsprechend empfehlen die Mediziner den Verzehr von ein bis
vier Portionen der genannten Fischsorten pro Woche, während sich Frauen im
gebärfähigen Alter an ein Maximum von zwei Portionen halten sollten. 23.07.2004
Infos für Ärzte
Herzensgute Öle
ÖKOTEST
Fischöle und einige pflanzliche Öle enthalten Fettsäuren, die Herz und Gefäße
vor Schäden schützen. Weil in unserer Nahrung oft zu wenig davon steckt, greifen
immer mehr Verbraucher zu ölgefüllten Kapseln. 17 von 24 Produkten schneiden mit
"sehr gut" oder "gut" ab.
Als Gesundheitsrezept der Eskimos gilt ihr hoher Fischkonsum. In den Fischölen
stecken langkettige, mehrfach ungesättigte
Omega-3-Fettsäuren wie Eicosapentaen (EPA) und Docosahexaensäure (DHA).
Viele Studien zeigen den Nutzen: weniger Herzinfarkte und weniger plötzliche
Herztodesfälle.
Viele Deutsche glauben, dass sie über die Nahrung zu wenig gesunde Fettsäuren
aufnehmen. Sie greifen deshalb zu ölgefüllten Kapseln. Die meisten davon
enthalten Fischöl, einige die pflanzliche, dreifach ungesättigte
Alpha-Linolensäure.
Notwendig sind die Mittel nicht, obwohl die Deutschen in der Regel wenig Fisch
essen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wurde bei
gesunden Erwachsenen noch nie ein Mangel an EPA und DHA festgestellt.
ÖKO-TEST hat dennoch 18 Nahrungsergänzungsmittel mit Fischöl und zwei
pflanzliche Mittel in die Labore geschickt. Außerdem ließen wir vier rezeptfreie
Arzneimittel auf der Basis von Fischöl begutachten.
Das Testergebnis
Nur zwei der 20 Nahrungsergänzungsmitteln schneiden "sehr gut" ab, zwölf sind
"gut". Es folgen je drei "befriedigende" und "ausreichende" Mittel. Von den
Arzneimitteln bekamen zwei das Testurteil "sehr gut". Je ein weiteres ist "gut"
und "ausreichend".
Die Nahrungsergänzungsmittel mit Lachsöl, Fischöl oder entsprechenden
Konzentraten haben wir um eine Stufe abgewertet, weil der Wirkstoff aus Fischen
hergestellt wird und sie daher keine ökologische Alternative zu Fischmahlzeiten
sind. Hintergrund: die Überfischung der Meere. Eine Alternative sind pflanzliche
Präparate.
Auf drei Packungen ist der Anteil der mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren
nicht angegeben. Das ist aber nötig, um Qualität und Wirksamkeit beurteilen zu
können.
Das Nahrungsergänzungsmittel Biopräp Super EPA 500 Omega 3, Kapseln haben wir
abgewertet, weil man mit der empfohlenen Tageshöchstdosis auf eine Dosierung wie
bei Arzneimitteln kommt. Auf Nebenwirkungen und Gegenanzeigen wird aber nicht
hingewiesen.
Die Gelo Vital Lebertrankapseln Pohl 1,0 g enthalten die fettlöslichen Vitamine
A und D. Die empfohlene Höchstdosierung überschreitet die Tageshöchstdosen der
Vitamine um mehr als das Dreifache. Selen in den Doppelherz Aktiv Lachsöl
Omega-3, Kapseln ist überflüssig, weil es sehr hoch dosiert giftig ist und hier
zu Lande kein Mangel bekannt ist.
Je zwei Nahrungsergänzungen und Arzneimittel enthalten kein Vitamin E. Die DGE
empfiehlt dies jedoch, da es die ungesättigten Fettsäuren schützt.
http://www.oekotest.de
18.10.2004
Fischöl gegen Alzheimer
Eine Ernährung mit vielen Omega-3-Fettsäuren kann die Nervenzerstörung im Gehirn
von Alzheimer-Patienten verlangsamen. Darauf deuten die Ergebnisse
amerikanischer Forscher an genetisch veränderten Mäusen hin, die eine ähnliche
Form von der Demenzerkrankung entwickeln wie Menschen. Die Fettsäuren
verhindern, dass die Nervenzellen im Gehirn durch freie Radikale geschädigt
werden, die bei Alzheimer-Patienten vermehrt entstehen. Das berichten Frédéric
Calon von der Universität von Kalifornien in Los Angeles und seine Kollegen in
der Fachzeitschrift Neuron (Bd. 43, S. 633).
Bereits frühere Studien hatten darauf hingedeutet, dass die hauptsächlich in
Fischöl enthaltenen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren einen gewissen
Schutz vor den Symptomen der Alzheimer-Krankheit bieten könnten.
Das konnten Calon und seine Kollegen nun an den Mäusen nachweisen: Wurden die
Nager mit Futter ernährt, dem Omega-3-Fettsäuren zugesetzt waren, entwickelten
sie weniger Symptome der Demenz als Artgenossen, deren Futter keine
Omega-3-Fettsäuren enthielt. Auch waren die Nerven der mit den gesunden
Fettsäuren ernährten Mäuse trotz etwa gleicher Menge an Proteinablagerungen
deutlich weniger geschädigt.
Offenbar liegt diesem Effekt eine Art Teufelskreis zugrunde, entdeckten die
Forscher in weiteren Untersuchungen an den Mäusen. Omega-3-Fettsäuren schützen
das Gehirn vor so genanntem oxidativem Stress, bei dem freie Radikale
Nervenenden angreifen und schädigen. Da die typischen Proteinablagerungen im
Alzheimer-Gehirn diesen oxidativen Stress verstärken, werden größere Mengen der
Fettsäuren verbraucht, um diese Schädigung zu verhindern. Dadurch nimmt die
Omega-3-Fettsäuremenge stärker ab als im gesunden Gehirn, was wiederum die
Folgen des oxidativen Stresses verschlimmert.
Auch wenn bislang keine Untersuchungen beim Menschen vorliegen, vermuten die
Forscher, dass an der Nervenzerstörung bei Alzheimer-Patienten ähnliche
Mechanismen beteiligt sind. Daher empfehlen sie Alzheimer-Patienten, möglichst
viel der gesunden Fettsäuren mit der Nahrung oder auch als
Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Omega-3-Fettsäuren sind fast
ausschließlich in Fischen wie Lachsen, Makrelen und Heringen enthalten und
schützen auch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Autoimmunkrankheiten. Sie
dienen als Bausteine für Zellmembranen und sind unverzichtbare Bestandteile
wichtiger Botenstoffe im Körper.
Hinweis der Redaktion: Unerwähnt bleibt in diesem Bericht, dass
Omega-3-Fettsäuren sich hervorragend bei der Bekämpfung von Depressionen
bewähren.http://www.baeder-fuehrer.de
Herzensgute Öle
Test: Cholesterinsenkende Mittel, Arzneimittel
http://www.oekotest.de
Fischöle und einige pflanzliche Öle enthalten Fettsäuren, die Herz und Gefäße
vor Schäden schützen. Weil in unserer Nahrung oft zu wenig davon steckt, greifen
immer mehr Verbraucher zu ölgefüllten Kapseln. 17 von 24 Produkten schneiden mit
"sehr gut" oder "gut" ab.
Als Gesundheitsrezept der Eskimos gilt ihr hoher Fischkonsum. In den Fischölen
stecken langkettige, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren wie Eicosapentaen
(EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Viele Studien zeigen den Nutzen: weniger
Herzinfarkte und weniger plötzliche Herztodesfälle.
Viele Deutsche glauben, dass sie über die Nahrung zu wenig gesunde Fettsäuren
aufnehmen. Sie greifen deshalb zu ölgefüllten Kapseln. Die meisten davon
enthalten Fischöl, einige die pflanzliche, dreifach ungesättigte
Alpha-Linolensäure.
Notwendig sind die Mittel nicht, obwohl die Deutschen in der Regel wenig Fisch
essen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wurde bei
gesunden Erwachsenen noch nie ein Mangel an EPA und DHA festgestellt.
ÖKO-TEST hat dennoch 18 Nahrungsergänzungsmittel mit Fischöl und zwei
pflanzliche Mittel in die Labore geschickt. Außerdem ließen wir vier rezeptfreie
Arzneimittel auf der Basis von Fischöl begutachten.
Das Testergebnis
Nur zwei der 20 Nahrungsergänzungsmitteln schneiden "sehr gut" ab, zwölf sind
"gut". Es folgen je drei "befriedigende" und "ausreichende" Mittel. Von den
Arzneimitteln bekamen zwei das Testurteil "sehr gut". Je ein weiteres ist "gut"
und "ausreichend".
Die Nahrungsergänzungsmittel mit Lachsöl, Fischöl oder entsprechenden
Konzentraten haben wir um eine Stufe abgewertet, weil der Wirkstoff aus Fischen
hergestellt wird und sie daher keine ökologische Alternative zu Fischmahlzeiten
sind. Hintergrund: die Überfischung der Meere. Eine Alternative sind pflanzliche
Präparate.
Auf drei Packungen ist der Anteil der mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren
nicht angegeben. Das ist aber nötig, um Qualität und Wirksamkeit beurteilen zu
können.
Das Nahrungsergänzungsmittel Biopräp Super EPA 500 Omega 3, Kapseln haben wir
abgewertet, weil man mit der empfohlenen Tageshöchstdosis auf eine Dosierung wie
bei Arzneimitteln kommt. Auf Nebenwirkungen und Gegenanzeigen wird aber nicht
hingewiesen.
Die Gelo Vital Lebertrankapseln Pohl 1,0 g enthalten die fettlöslichen Vitamine
A und D. Die empfohlene Höchstdosierung überschreitet die Tageshöchstdosen der
Vitamine um mehr als das Dreifache. Selen in den Doppelherz Aktiv Lachsöl
Omega-3, Kapseln ist überflüssig, weil es sehr hoch dosiert giftig ist und hier
zu Lande kein Mangel bekannt ist.
Je zwei Nahrungsergänzungen und Arzneimittel enthalten kein Vitamin E. Die DGE
empfiehlt dies jedoch, da es die ungesättigten Fettsäuren schützt.
Ernährungs-Tips für Schwangere
Sehr wichtig ist die Versorgung mit Mikronährstoffen wie
Jod
und Folsäure
FÜRTH (bib). Schwangere, die sich ausgewogen ernähren und außer reichlich Obst
und Gemüse ausreichend Fisch und Fleisch zu sich nehmen, tun sich und ihrem Kind
etwas Gutes - zumal die Ernährung einer Schwangeren die Gesundheit ihres Kindes
bis ins Erwachsenenalter beeinflussen kann.
Zur Versorgung mit Jod, Kalzium,
Eisen, Folsäure und anderen
Vitaminen, kann dabei auch eine zusätzliche Einnahme entsprechender Präparate
notwendig werden.
Den zusätzlichen Energiebedarf von im Mittel 285 Kilokalorien am Tag zu decken,
ist für Schwangere in Industrieländern meist kein Problem. Denn an
Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß mangelt es nicht. "Gefährdungen des Kindes
entstehen hier eher durch eine Hyperalimentation der Mutter", meint Dr. Bernd
Kleine-Gunk von der Euromed-Klinik in Fürth und verweist auf die oft
schwergewichtigen Neugeborenen von Müttern mit Diabetes (Gynäkologie und
Geburtshilfe 5, 2004, 22).
Bei Mikronährstoffen sieht es anders aus. So gibt es hierzulande etwa die
Empfehlung für alle Schwangere und Stillende, täglich 200 µg Jodid in
Tablettenform einzunehmen - nebst dem Rat, regelmäßig Seefisch zu essen und
jodiertes Speisesalz zu verwenden. Auch Folsäure sollte mit täglich 0,4 mg
substituiert werden.
Der Grund: Neuere Untersuchungen belegen, daß weniger als zehn Prozent aller
Frauen die empfohlene Mindestmenge an Folsäure pro Tag über die Nahrung
tatsächlich erreichen. Folsäure-Präparate sollten möglichst schon vor der
Empfängnis eingenommen werden. Nur so werde die kritische Phase für den
Verschluß des Neuralrohres zwischen dem 15. und 28. postkonzeptionellen Tag
abgedeckt, so Kleine-Gunk.
Ebenfalls wichtig für das sich entwickelnde fetale Nervensystem sind nach
Studien-Ergebnissen
Omega-3-
Fettsäuren. Daher der Rat des Experten: Regelmäßig Seefisch essen oder
Fischölkapseln schlucken!
Weiterhin gehören auf den Speiseplan von Schwangeren reichlich Milch und
Milchprodukte oder alternativ kalziumreiches Mineralwasser. Gibt es zu wenig
davon, besorgt sich der Fetus das für sein Skelett nötige Kalzium aus den
Knochen der Mutter. Die mögliche Folge ist dann eine Osteoporose.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät daher, ab dem vierten
Schwangerschaftsmonat pro Tag 1000 mg Kalzium zuzuführen. Kann dieser Bedarf
nicht über die Nahrung gedeckt werden, empfiehlt der Gynäkologe aus Fürth die
Einnahme von Kalzium-Präparaten.
Besonders bei Frauen, die sich überwiegend vegetarisch ernähren, kann es in der
Schwangerschaft zu Eisenmangel sowie Mangel an Vitamin B12 kommen. Eine
generelle Einnahme von entsprechenden Präparaten wird jedoch nicht empfohlen.
Indiziert sei eine solche Behandlung nur bei klinisch relevantem
Hämoglobin-Abfall, so Kleine-Gunk. Ärzte Zeitung, 24.01.2005
Giftstoff-Belastung in fettreichen Fischen beeinträchtigt
gesundheitsförderndes Potenzial
Fischöl-Kapseln gesünder als Fisch-Filet?
Zweimal pro Woche Fisch der Gesundheit zuliebe - so der Rat von
Ernährungswissenschaftlern. Wird doch die kardioprotektive Eigenschaft von
Omega-3-
Fettsäuren in Fachkreisen hochgelobt.
„Der Verzehr von Fischen, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, wird von der
American Heart Association zur Verminderung des Risikos für
Herz-/Kreislauf-Erkrankungen befürwortet“, schreibt Dr. Stacy Foran Melanson von
der Harvard Medical School in Boston (Arch. Pathol. Lab. Med. 129 [2005] 74-77).
„Giftstoffbelastungen im Fisch, wie Quecksilber, polychloriertes Biphenyl und
chlororganische Verbindungen, könnten jedoch die günstigen kardiovaskulären
Eigenschaften von Fischmahlzeiten zunichte machen“, gibt Melanson zu bedenken.
Da es gar nicht so abwegig sei, dass stark Giftstoff-belasteter Fisch auf dem
Teller von Gesundheitsbewussten lande, rät Melanson dazu, besser zu
Fischöl-Kapseln zu greifen. Die Analyse von fünf Supplementen verschiedener
Vertreiber habe ergeben, dass die Level von PCB und OV alle unter dem
nachweisbaren Grenzwert lagen. „Somit ist man mit dem Schlucken von
Fischölkapseln auf jedem Fall auf der sicheren Seite“, erklärt die Medizinerin.
Tanker-Unglücke, verschmutzte Gewässer, Schadstoffe und Fadenwürmer im Fisch -
in den vergangenen Jahren wurden immer wieder Skandale gemeldet, die den
Argumenten Gesundheitsbewusster kontra Verzehr von Fisch Nahrung gegeben haben.
Giftstoffe sowie Schwermetalle lagern sich im Muskel- und Fettgewebe von Fischen
an. So können sich über längere Zeit immer mehr toxische Stoffe sammeln, die der
Verbraucher wiederum über den Fischverzehr aufnimmt.
http://www.aerztlichepraxis.de Feb.
2004
Rheuma: Ernährungsinfos
Bonn (ddp). Mindestens eine halbe Million Bundesbürger leiden unter Rheuma. Etwa
25 000 Menschen erkranken jedes Jahr neu, wie der Infodienst Verbraucherschutz,
Ernährung, Landwirtschaft (aid) mitteilt. Die richtige Ernährung kann den
Verlauf der Krankheit verlangsamen und die Schmerzen sowie den Einsatz von
Medikamenten reduzieren. Tipps zum Essen und Trinken bei rheumatischen
Beschwerden liefert der aid jetzt auf einer neuen Internetseite unter
www.was-wir-essen.de/infosfuer/rheuma.cfm
Für Rheumatiker ist den Angaben nach eine vollwertige und ausgewogene Kost
empfehlenswert, um möglichst leistungsfähig und fit zu bleiben. Darüber hinaus
können verschiedene Inhaltsstoffe von Lebensmitteln dazu beitragen, dass
Entzündungen im Körper gefördert oder gehemmt werden. Fettreiche tierische
Produkte wie Wurstwaren, Butter und Käse sollten deshalb nur selten und in
geringen Mengen auf dem Speiseplan stehen. Sie enthalten Arachidonsäure, aus der
entzündungsfördernde Botenstoffe gebildet werden. Fünf Portionen Obst und Gemüse
am Tag sowie Hülsenfrüchte versorgen den Körper mit ausreichend
Antioxidantien
wie Vitamin C und
Beta-Carotin. Diese
Stoffe fangen aggressive Sauerstoffradikale ab, die bei entzündlichen Prozessen
vermehrt gebildet werden. Außerdem sollten Rheumatiker den Angaben nach täglich
wertvolle Pflanzenöle wie Raps-, Soja- und Walnussöl und ein
Vitamin-E-reiches
Streichfett wie etwa Margarine verwenden. Zwei Seefischmahlzeiten in der Woche
können ebenfalls Linderung verschaffen. Lachs, Hering und Makrele enthalten
große Mengen
Omega-3-Fettsäuren, denen eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben
wird. Neben weiteren Informationen zur idealen Ernährung bei Rheuma, gibt die
Internetseite auch einen Überblick über die verschiedenen Symptome von Rheuma
und erklärt die Krankheit. Außerdem werden spezielle Fragen wie die Wirkung von
Fastenkuren oder Vitamin-E-Tabletten für Rheumatiker beantwortet.
Fisch schützt das Herz und sorgt für gute Stimmung
Fisch enthält nicht nur die stimmungsfördernde Aminosäure Tryptophan,
sondern auch reichlich herzgesunde Omega-3-Fettsäuren.
Wer seinem Gemüt und seiner Gesundheit etwas Gutes tun möchte,
sollte daher mindestens einmal pro Woche Fisch essen. Durch den
lebensnotwendigen Eiweißbaustein Tryptophan, die unter anderem im
Fischeiweiß vorhanden ist, wirkt sich Fisch positiv auf die Stimmung
aus. Das menschliche Gehirn bildet aus Tryptophan das
Gute-Laune-Hormon Serotonin. Bei gleichzeitigem Verzehr von
kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln, idealerweise Basmatireis oder
Pellkartoffeln, nimmt das Gehirn das Tryptophan noch leichter auf.
Das liegt daran, dass die Bauchspeicheldrüse durch die erhöhte Menge
an Kohlenhydraten vermehrt Insulin ausschüttet. Das Insulin wiederum
sorgt dafür, dass das Tryptophan schneller zum Gehirn gelangt.
Doch Fisch kann noch mehr als nur für gute Stimmung zu sorgen: In
Fisch sind reichlich Omega-3-Fettsäuren enthalten. Diese
ungesättigten Fettsäuren haben eine wichtige Funktion als Schutz vor
Herz-Kreislauferkrankungen und bei der Entzündungshemmung.
Omega-3-Fettsäuren senken das Risiko für einen Herzinfarkt und
wirken Thrombosen entgegen, in dem sie eine Verklumpung der
Blutplättchen verhindern.
Weiterhin senken die Omega-3-Fettsäuren die Blutfettwerte und hohen
Blutdruck. Besonders die fettreichen Seefische wie Makrele, Lachs
oder Hering enthalten reichlich Omega-3-Fettsäuren.
Die Tradition, einmal die Woche Fisch zu essen, hat damit durchaus
ihre Berechtigung. Ideal ist es, in der Woche zwei bis dreimal eine
Fischmahlzeit zu sich zu nehmen. Tiefkühl-Fisch ist eine gute
Alternative zu frischen Produkten, besonders dann, wenn sich keine
Möglichkeit bietet, an frischen Fisch zu kommen.
http://krankenkassenratgeber.de
Krankenkassen-News 17.10.2005
(BKK Energieverbund)
10. September 2005
Präparat mit Omega-3-Fettsäuren zur Prävention
Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt / Protektiver Effekt von
Omega-3-Säurenethylester 90 in der GISSI-Studie belegt
FRANKFURT AM MAIN (ner). Omega-3-Fettsäuren sollten einen höheren Stellenwert in
der Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt einnehmen als bisher, empfiehlt der
Gießener Kardiologe Professor Dietrich Strödter.
Wie er erinnert hat, ist der protektive Effekt von Omega-3-Säurenethylester 90
in der GISSI-Präventionsstudie mit insgesamt 11 324 Patienten nach
Myokardinfarkt nachgewiesen worden.
Davon hatte die Hälfte zusätzlich zur Standardtherapie dreieinhalb Jahre lang 1
g hochgereinigte
Omega-3-Säurenethylester 90 erhalten, die anderen Patienten bildeten die
Kontrollgruppe. Im Vergleich zur Kontrollgruppe erlitten 15 Prozent weniger
Patienten einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder starben, wenn sie das
Omega-3-Säure-Präparat eingenommen hatten.
Die Gesamtsterberate war um 20 Prozent vermindert, die kardiovaskuläre
Sterberate um 30 Prozent niedriger als bei den Patienten der Kontrollgruppe.
Dies werde vor allem auf antifibrillatorische Effekte zurückgeführt, sagte
Strödter.
Aufgrund der Datenlage müßten Omega-3-Fettsäuren stärker als bisher in die
Behandlung zur Sekundärprävention eingebunden werden, so Strödter bei der
Einführungspressekonferenz des Herstellerunternehmens Trommsdorff in Frankfurt
am Main.
Dafür steht seit kurzem ein neues Präparat zur Verfügung, das Omega-3-Fettsäuren
in hochkonzentrierter Form enthält. Wie bereits kurz berichtet, ist Zodin® zur
Behandlung nach Myokardinfarkt sowie bei Hypertriglyceridämie zugelassen worden.
Zur Sekundärprophylaxe nach Myokardinfarkt wird täglich eine Kapsel empfohlen.
Bei Hypertriglyceridämie kann die Dosis auf bis zu vier Kapseln pro Tag erhöht
werden. Das verschreibungspflichtige Präparat enthält zu 84 Prozent langkettige
Omega-3-Fettsäuren als Ethylester.
Natives Fischöl besteht dagegen zu 20 bis 30 Prozent aus Omega-3-Fettsäuren, wie
der Fettstoffwechsel-Experte Professor Werner O. Richter aus Windach sagte.
Deshalb müßten relativ große Mengen Fischöl aufgenommen werden, um auf eine
angemessene Omega-3-Fettsäure-Zufuhr zu kommen, so Richter. Ärzte Zeitung,
04.11.2005
Nutzen von
Omega-3-Fettsäuren in der
KHK-Prävention bestätigt
JELIS-Studie: Reduktion ischämischer Ereignisse
additiv zur Wirkung von Statinen
Die Ernährung der japanischen Bevölkerung ist traditionell reich an Fisch. Auf
die Idee, daß sich durch Nahrungsergänzung mit in Fisch enthaltenen
Omega-3-Fettsäuren in diesem Land noch positive gesundheitliche Effekte erzielen
lassen, muß man deshalb erst einmal kommen. Japanische Untersucher haben das
Experiment gewagt. Durch gleichzeitige Lipidsenkung mit Statinen haben sie die
Hürde für einen präventiven Nutzen der Fettsäuren-Supplementierung sogar
besonders hoch gelegt. Erfolg hatten sie dennoch.
Peter Overbeck
JELIS – Prävention durch Omega-3-Fettsäuren
JELIS-Ergebnisse bei 18 645 mit Statinen behandelten Patienten.
Daß regelmäßiger Verzehr von Fisch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt, ist in
vielen epidemiologischen Studien beobachtet worden. Diese präventive Wirkung
wird primär den in
Fisch enthaltenen essentiellen Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPS) und
Docosahexaensäure (DHS) - auch als Omega-3-Fettsäuren bekannt - zugeschrieben.
Die Nahrungsergänzung mit diesen Fettsäuren hat in der Sekundärprävention nach
Myokardinfarkt nachweislich eine kardioprotektive Wirkung. In einer großen
Studie (GISSI-Prevenzione) mit
11 323 Postinfarkt-Patienten wurde durch regelmäßige Einnahme einer EPS /
DHS-Zubereitung
in Form von Fettsäureethylestern die Sterblichkeit signifikant gesenkt.
Überrascht hat in dieser Studie vor allem der sehr frühe Effekt dieser
Behandlung auf die Mortalität, die trotz fehlender Cholesterinsenkung schon nach
drei Monaten signifikant reduziert wurde. Eine hochsignifikante Verringerung
plötzlicher Herztode um 45 Prozent war die treibende Kraft für diese
Mortalitätsreduktion.
Weltweit empfehlen inzwischen kardiologische Fachgesellschaften die
Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren zur Sekundärprävention nach
Myokardinfarkt.
Nachdem zunächst blutdruck- und lipidsenkende sowie antithrombotische Effekte
als mögliche Mechanismen der protektiven Wirkung von Omega-3-Fettsäuren in der
Diskussion waren, bot sich nach GISSI-Prevenzione eine antiarrhythmische Wirkung
als naheliegende Erklärung an. Zumindest bei Patienten mit implantiertem
Defibrillator (ICD) wegen lebensbedrohlicher ventrikulärer Arrhythmien in der
Vorgeschichte konnte eine spezifische antiarrhythmische Wirkung in zwei neueren
Studien jedoch nicht verifiziert werden.
Zwei Fragen blieben zu klären:
Ist eine Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren auch in der
Primärprävention von Nutzen?
Haben Omega-3-Fettsäuren bei mit Statinen behandelten Patienten eine additive
präventive Wirkung?
Zur Klärung beider Fragen steuert die in Dallas präsentierte JELIS
(Japan EPA Intervention Study)-Studie wesentliche Informationen bei.
In diese Studie sind in Japan 18 645 Patienten mit Hypercholesterinämie
(Gesamtcholesterin > 250 mg / dl), LDL-Cholesterin im Schnitt: 182 mg / dl)
aufgenommen worden. Alle Studienteilnehmer wurden mit einem Statin in niedriger
Dosierung behandelt. Zusätzlich erhielten 9326 Patienten täglich 1800 mg
hochgereinigte Eicosapentaensäure (EPS) in Kapseln.
Geklärt werden sollte, ob sich durch diese Zusatztherapie die Rate kardialer
Ereignisse (primärer kombinierter Endpunkt: plötzlicher Herztod, Myokardinfarkt,
instabile Angina pectoris, notwendige Revaskularisation) reduzieren läßt.
Nach im Mittel 4,6jähriger Behandlungsdauer betrug die Rate entsprechender
Ereignisse in der nur mit Statinen behandelten Kontrollgruppe 3,5 Prozent. In
der EPS-Gruppe war sie mit 2,8 Prozent im Vergleich dazu signifikant um 19
Prozent niedriger, wie Dr. Mitsuhiro Yokoyama berichtete. Entscheidend für diese
Reduktion war das signifikant seltenere Auftreten von instabiler Angina pectoris
(Inzidenz: 1,6 versus 2,1 Prozent).
Für den absoluten Nutzen der EPS-Behandlung war allerdings von Bedeutung, ob die
Patienten bereits eine Koronarerkrankung hatten oder nicht. In der Subgruppe
ohne Anzeichen für eine KHK (n = 14 981) wurde nur eine nicht signifikante
Reduktion um 18 Prozent beobachtet. Dagegen profitierten Patienten mit
dokumentierter KHK (n = 3664) von einer signifikanten Senkung der Rate koronarer
Ereignisse um 19 Prozent durch EPS (8,7 versus 10,7 Prozent).
Die Reduktion des LDL-Cholesterins um 26 Prozent war in der EPS- und
Kontrollgruppe identisch. Yokoyama geht deshalb davon aus, daß die in JELIS mit
EPS erzielte Reduktion kardialer Komplikationen auf Wirkmechanismen beruht, die
von der Lipidsenkung unabhängig sind.
Im Gegensatz zur GISSI-Prevenzione-Studie hatte die EPS-Behandlung in JELIS
keinen Einfluß auf die Inzidenz des plötzlichen Herztodes (Inzidenz: 0,2 versus
0,2 Prozent). Nach Ansicht Yokoyamas ist die Erklärung dafür möglicherweise in
Unterschieden zwischen den Patientenpopulationen beider Studien zu suchen.
Forschung und Praxis, 19.12.2005
Datenanalyse ergab keinen Hinweis auf eine Assoziation
Omega-3-Fettsäuren schützen nicht vor Krebs
Im Fisch enthaltene Omega-3-Fettsäuren helfen im Kampf gegen Herzkrankheiten.
Keine Beweise gibt es allerdings dafür, dass sie Krebs vorbeugen, so
US-Forscher.
Omega-3-Fettsäuren, z. B. in Heringen enthalten, sind zwar gut fürs Herz, nützen
aber nicht zur Krebsprävention. Foto: stock.xchng
25.01.06 - Forscher des RAND Health and the Greater Los Angeles VA Healthcare
System analysierten die Daten von 38 Studien, die zwischen 1966 und 2005
veröffentlicht worden waren.
Omega-3-Fettsäuren waren speziell bei der Reduktion der Inzidenz kariovaskulärer
Krankheiten von gesundheitlichem Nutzen, so Catherine Mac Lean. Eine
Krebsprävention jedoch ließ sich nicht nachweisen.
Zwar haben einige wenige Studien ein reduziertes Krebsrisiko gefunden, aber
kamen sehr viel mehr Studien zum Ergebnis, dass Omega-3-Fettsären nicht vor
Krebs schützen. Wenige Forschungsarbeiten ließen sogar ein erhöhtes Krebsrisiko
vermuten, schreiben die Forscher im „Journal of the American Medical
Association“.
http://www.aerztlichepraxis.de
25.01.2006
Verhindern Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren die Ausbreitung
der Tumorzellen ins Knochenmark?
Eine Ernährung, die viel Fett enthält, das in ölreichem Fisch enthalten ist,
könnte Männer mit Prostatakrebs davor bewahren, dass sie an einer aggressiveren
Form erkranken. Zu diesem Ergebnis ist eine am Christie Hospital durchgeführte
Studie gekommen. Prostatakrebs ist viel eher lebensbedrohend, wenn sich die
Tumorzellen unter anderem in das Knochenmark ausbreiten. Labortests ergaben
jetzt, dass Omega-3-Fett, das in Fischen wie dem Lachs enthalten ist, diese
Ausbreitung der Krankheit verhinderte. Die Ergebnisse der Studie wurden im
British Journal of Cancer veröffentlicht.
Balance von Omega-3-Fetten und Omega-6-Fetten entscheidend
Wissenschafter des Paterson Institute testeten im Labor die Wirkung von zwei
Arten von Fett auf Prostatakrebszellen. Frühere Forschungsergebnisse hatten laut
BBC nahe gelegt, dass Omega-3-Fette, die auch in Makrelen und frischem Tunfisch
enthalten sind, zu einer Verringerung des Risiko an Krebs oder einem Herzleiden
zu erkranken beitragen könnten. Omega-6-Fette, die in pflanzlichen Fetten,
Nüssen und Samen enthalten sind, spielen für die Gesundheit ebenfalls eine
entscheidende Rolle.
Während Omega-6-Fette die Ausbreitung von Prostatakrebs in das Knochenmark
förderten, blockierten Omega-3-Fette diesen Vorgang. Der Wissenschafter Mick
Brown erklärte, dass ein gesundes Gleichgewicht zwischen diesen beiden Fettarten
entscheidend sei. "Wir brauchen nur ungefähr die halbe Menge Omega-3-Fette als
Omega-6-Fette um eine Ausbreitung des Krebses zu verhindern.
Die Forscher nehmen an, dass die Tumorzellen Omega-6-Fette als ideale
Energiequelle für ein rasches Wachstum und die Bildung von Molekülen nutzen, die
die Ausbreitung kontrollieren. Omega-3-Fette scheinen diesen Vorgang auf
irgendeine Art und Weise zu beeinflussen.
http://www.journalmed.de 24.03.2006
Fischöl könnte mehr Leben retten -
Reduktion der Gesamttodesrate um 6,4 Prozent möglich
Eine hohe Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren könnte potenziell mehr Leben
retten als kardiale Defibrillatoren, schätzen Wissenschaftler.
14.09.06 - Den Nutzen einer vermehrten Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren von
Erwachsenen untersuchten Forscher vom Heart Center des Regions Hospital in
St. Paul, Minnesota. Sie zogen dafür eine computersimulierte Gemeinschaft
von 100 000 Amerikanern und Daten früherer Studien heran.
Eine höhere Aufnahme von Omaga-3-Fettsäuren könnte demnach 58 Leben pro Jahr
retten. Dies entspricht einer 6,4-prozentigen Reduktion der
Gesamttodesfälle, meistens über das Bewahren des plötzlichen Herztodes.
Dagegen ließen sich durch Defibrillatoren wesentlich weniger Leben retten,
schätzen die Forscher. Selbst wenn externe Geräte in jedem Haushalt und
jedem öffentlichen Areal zu Verfügung stünden, ließe sich die jährliche
Todesrate nur weniger als ein Prozent senken. Implantierte Defibrillatoren
könnten die Herztodesrate um 3,3 Prozent jährlich senken, schreiben die
Wissenschaftler im „American Journal of Preventive Medicine“.
Fisch fördert Entwicklung von Kindern
LONDON (dpa). Mehr als 340 Gramm Fisch pro Woche auf dem Speiseplan von
Schwangeren fördert die Entwicklung ihrer ungeborenen Kinder
(The Lancet 369, 2007, 578).
Forscher hatten Angaben von knapp 11 900 Schwangeren ausgewertet und deren
Kinder im Alter bis zu acht Jahren untersucht. Je mehr Fisch die Schwangeren
verspeist hatten, umso besser waren die Kinder bei sozialem Verhalten,
sozialen Fähigkeiten, Feinmotorik und Kommunikation. Die Forscher vermuten,
dies liege an den Omega-3-Fettsäuren aus Fisch. Ärzte Zeitung, 16.02.2007
Große Studie
bestätigt: Fischöl schützt das Herz
Rate kardialer Ereignisse um 19 Prozent reduziert /
Zusatznutzen trotz Fischkonsums / Studie mit 18 500
Teilnehmern
KOBE (mut). Mit einem Fischöl-Supplement kommt es
seltener zu Herzinfarkt und einer instabilen Angina
pectoris. Das gilt selbst dann, wenn man bereits
schon viel Fisch ist. Darauf deuten Daten einer
japanischen Studie mit über 18 500 Teilnehmern.
Japaner essen bekanntlich viel Fisch. Trotzdem ließ
sich bei Japanern in der JELIS*-Studie mit täglich
1,8 g Fischöl die - verglichen mit Europäern -
ohnehin schon geringe Rate an kardialen Ereignissen
um 19 Prozent senken. Das berichten Forscher aus
Kobe (Lancet 369, 2007, 1090).
Die Teilnehmer hatten zu Beginn alle zu hohe
Cholesterin-Werte (LDL im Schnitt bei 183 mg/dl).
Sie wurden 4,6 Jahre lang mit einem Statin oder mit
einem Statin plus Fischöl behandelt. Etwa jeder
sechste Teilnehmer hatte bereits eine KHK. Primärer
Endpunkt war die Rate schwerer kardialer Ereignisse,
etwa Herzinfarkt, Herztod oder instabile Angina
pectoris.
Im Verlauf der Studie kam es bei 3,5 Prozent der
Teilnehmer mit dem Statin alleine und bei 2,8
Prozent der Teilnehmer mit Statin plus Fischöl zu
einem solchen Ereignis. Der Unterschied von 19
Prozent war statistisch signifikant. Er beruhte vor
allem auf einer geringeren Häufigkeit
nicht-tödlicher kardialer Ereignisse, etwa Angina
pectoris und Herzinfarkt, in der Fischöl-Gruppe (3,2
versus 2,6 Prozent). Tödliche kardiale Ereignisse
traten in der Fischöl-Gruppe ähnlich häufig auf
(etwa 0,3 Prozent). Dies sei wenig überraschend
schreibt der Kardiologe Professor Dariush
Mozaffarian aus Boston in einem Kommentar zur Studie
(Lancet 369, 2007, 1062).
So war etwa die Rate für Herztod bei KHK-Patienten
in der Kontrollgruppe mit bei 2,5 pro 1000
Patientenjahre schon sehr niedrig, mit Fischöl lag
sie bei 2,2 - also kaum niedriger. Zum Vergleich: In
der europäischen Fischöl-Präventionsstudie GISSI lag
sie bei 17 pro 1000 Patientenjahre in der
Kontrollgruppe, mit Fischöl war sie 35 Prozent
niedriger. Mozaffarian erklärt dies damit, dass
Japaner bereits sehr viel Fisch essen und eine
zusätzliche Therapie mit Fischöl zum Statin nur noch
einen geringen Zusatznutzen habe. Umso überraschend
sei es, dass es in der JELIS-Studie trotz niedriger
Ereignisraten insgesamt zu einer deutlichen
Reduktion kardialer Ereignisse gekommen ist.
Mozaffarian erklärt dies damit, dass niedrige Dosen
von Fischöl vor allem ventrikuläre Arrhythmien
verhindern und so einem Herztod vorbeugen. Hohe
Dosen der Fischöl-Fettsäuren EPA und DHA hätten
zudem eine Triglyzerid-senkende, antihypertensive
und anti-entzündliche Wirkung. Dies habe
möglicherweise den Zusatznutzen bei nicht-tödlichen
Ereignissen bewirkt.
*JELIS: Japan EPA Lipid Intervention Study
Ärzte Zeitung, 11.04.2007
Schützt Fischöl vor Retinopathien?
Boston – Eine japanische Diät halbierte in einer tierexperimentellen Studie die
Schäden einer durch Sauerstoff induzierten Retinopathie. Die Publikation in
Nature Medicine (2007; doi: 10.1038/nm1591) liefert neue Erkenntnisse zur
Pathogenese dieser häufigen Erblindungsursache. In den USA wird der Ansatz
bereits in einer randomisierten kontrollierten Studie an Patienten mit
altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) untersucht.
Ein abnormes Gefäßwachstum in der Retina ist die Hauptursache für Erblindungen
von unreifen Frühgeborenen, Diabetikern und Patienten mit feuchter AMD. Ursache
der Retinopathie ist bei allen drei Erkrankungen in einem ersten Stadium ein
Verlust von intakten Blutgefäßen. Die Retina reagiert auf die
Versorgungsengpässe mit der Bildung von Gefäßwachstumsfaktoren. Im zweiten
Stadium werden dann, oft in großer Anzahl, Blutgefäße gebildet, die jedoch von
minderwertiger Qualität sind und aus denen Blutflüssigkeit austritt, was
schließlich zur Erblindung führt.
Diese pathogenetische Kette kann möglicherweise durch die Gabe von
Omega-3-Fettsäuren durchbrochen werden, wie die Arbeitsgruppe um Lois Smith von
der Kinderklinik der Harvard Universität mit dem Tiermodell einer
sauerstoffinduzierten Retinopathie zeigt. Die Versuchstiere wurden einmal mit
einer fischreichen japanischen Diät ernährt, die sich durch einen hohen Anteil
von Omega-3-Fettsäuren auszeichnet. Diese Nahrung reduzierte gegenüber
Versuchstieren, die eine westliche Ernährung erhielten. die Ausdehnung der
Retinopathie (avaskuläre Regionen auf der Retina) um 40 bis 50 Prozent. Der
gleiche Effekt wurde bei Tieren beobachtet, bei denen gezielt jenes Gen
ausgeschaltet war, das Omega-6- in Omega-3-Fettsäuren verwandelt.
Eine protektive Wirkung gegen die Bildung von pathologischen Blutgefäßen wurde
auch nach Gabe der bioaktiven Mediatoren Neuroprotectin D1, Resolvin D1 und
Resolvin E1 erzielt, die im Körper aus Omega-3-Fettsäuren entstehen. Ein
gemeinsamer Nenner scheint die Hemmung des Tumornekrosefaktors alpha (TNF-alpha)
zu sein, der in der Retina eine entzündungsfördernde Wirkung hat. TNF-alpha
wurde in großer Menge in der Mikroglia der Retina ganz in der Nähe der neuen
Blutgefäße gefunden, berichten die Forscher.
Alle diese Befunde dürften die Phantasie der Arzneimittelforscher anregen, das
NEI setzt dagegen auf diätetische Omega-3-Fettsäuren, deren Konzentration nach
Angaben der Forscher in der Retina höher ist als in den meisten anderen
Körpergeweben. Im Rahmen der Age-Related Eye Disease Study 2, welche das NEI
derzeit an Patienten im Frühstadium der AMD durchführt, werden unter anderem
auch Omega-3-Supplemente eingesetzt. © rme/aerzteblatt.de
Links zum Thema
Abstract der Studie
http://www.nature.com/nm/journal/vaop/ncurrent/abs/nm1591.html
Pressemitteilung des US-National Eye Institute
http://www.nei.nih.gov/news/pressreleases/062407.asp
Pressemitteilung der Kinderklinik Boston
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2007-06/chb-cbb061807.php
Age-Related Eye Disease Study 2
http://www.areds2.org
Lachs statt
Weihnachtsgans /
Omega-3-Fettsäuren reduzieren das
Prostatakrebsrisiko
Westdeutsches Prostatazentrum, Köln
Zu viel, zu fett, zu süß – drei Viertel aller
Deutschen sind übergewichtig. Gerade in der
Weihnachts- und Neujahrszeit, wenn Gänsebraten,
kalorienreiche Soßen und Süßigkeiten auf dem
Speiseplan stehen, wird schon mal gerne ein Auge
zugedrückt. Vor allem Männer ernähren sich häufig
ungesund, essen zu wenig Gemüse und Obst, dafür aber
generell zu viel Fleisch, Wurstwaren und
kalorienreiche Fertiggerichte.
Wer gerne fett und cholesterinreich isst, nimmt
automatisch ein höheres Risiko in Kauf, an Krebs zu
erkranken. So sind nach aktuellen Schätzungen der
Deutschen Krebsgesellschaft etwa ein Drittel aller
Krebsfälle auf eine falsche Ernährung
zurückzuführen. Dies gilt auch für Prostatakrebs,
der mit 40 000 Neuerkrankungen im Jahr die häufigste
bösartige Tumorerkrankung des Mannes ist. „Zwar sind
die Ursachen von Prostatakrebs bisher noch
weitgehend unbekannt, dennoch weiß man inzwischen,
dass neben Alter, Hormonen, und genetischen Faktoren
auch die Ernährungsgewohnheiten eine wesentliche
Rolle spielen,“ sagt Dr. Pedram Derakhshani, Urologe
im Westdeutschen Prostatazentrum in Köln.
Verschiedene Studien haben gezeigt, dass eine
erhöhte Zufuhr von Gesamtfett sowie gesättigten
Fettsäuren und tierischen Fetten das
Prostatakrebsrisiko um 50 bis 200 Prozent erhöht.
Frisches Obst und Gemüse wirken dagegen als
Radikalfänger und machen damit potentiell
krebserregende Stoffe unschädlich. Besonders viel
davon findet sich in Tomaten, die den Farbstoff
Lykopin enthalten. Auch Selen, das etwa in
Natur-reis, Pilzen, Brokkoli, Rettich, Fischen und
Schalentieren vorkommt, bescheunigt den Abbau der
Radikale und treibt wichtige Stoffwechselprozesse
voran.
Als besonders wirkungsvoll bei Prostatakrebs haben
sich Omega-3-Fettsäuren erwiesen. Dies sind mehrfach
ungesättigte Fettsäuren, welche vor allem in
bestimmten Fischarten, wie Lachs, Hering oder
Makrele aber auch in Nüssen, Getreidekeimen oder
Pflanzenöl vorkommen. Eine aktuelle Studie1 an
genetisch veränderten Mäusen konnte zeigen, dass der
Konsum von Omega-3-Fettsäuren den Verlauf der
Prostataerkrankung günstig beeinflussen kann.„Die in
der Nahrung enthaltenen Omega-3-Fettsäuren kön-nen
möglicherweise das Tumorwachstum länger
hinauszögern, so dass der Krebs weniger Einfluss auf
die Lebenserwartung und Lebensqualität des
Erkrankten hat“, erklärt Derakhshani. „Allerdings
habe die Ernährung nur dann Einfluss auf das
Krebsrisiko wenn eine Veranlagung für die Erkrankung
vorliegt, so der Urologe weiter.
Neben einer gesunden Ernährung sollte jeder Mann
zusätzlich ab dem 45. Lebensjahr die jährliche
Vorsorgeuntersuchung beim Arzt in Anspruch nehmen.
Dazu gehören laut der Deutschen Gesellschaft für
Urologie neben der Tastuntersuchung der Prostata,
eine Ultraschalluntersuchung sowie die regelmäßige
Kontrolle des PSA-Wertes. Das prostata-spezifische
Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, dessen Konzentration
im Blut für die Diagnose und Verlaufskontrolle des
Prostatakrebses von entscheidender Bedeutung ist.
„Nur die Kombination aller drei Verfahren gibt die
größtmögliche Sicherheit einen Prostatakrebs
frühzeitig zu erkennen“, betont Derakhshani.
1Berquin IM et al.: Modulation of prostate cancer
genetic risk by omega-3 and omega-6 fatty ac-ids. J
Clin Invest. 2007 Jul;117(7):1866-75