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Provitamin A ( = Beta-Carotin)                    

Funktionen:
Es ist die Vorstufe des Vitamin A, daher auch die Bezeichnung "Provitamin A". Der Körper ist in der Lage, je nach Bedarf aus Beta-Carotin Vitamin A herzustellen. Daher hat Beta-Carotin auch eine gewisse Depotform ohne daß die Gefahr einer Überdosierung besteht, wie dies bei Vitamin A der Fall ist. Eine zu hohe Zufuhr von Beta-Carotin führt lediglich dazu, daß dieser (intensiv orange gefärbte) Stoff in der Haut abgelagert wird (Stichwort: Karottenbabies).
Vorkommen:
Carotinreiche Lebensmittel sind Karotten, Tomaten, Salat, Grünkohl, Spinat, Brokkoli und Mango. Hier liegen die Mengen bei 2 - 8 mg pro 100 g
Wie gefährlich ist Vitamin A ?
Freiverkäufliche Arzeneimittel dürfen höchstens 5000 I.E. Vitamin A enthalten. Das entspricht 1,5 mg Vitamin A (Retinol). 5000-10.000 I.E. Vitamin A sind apothekenpflichtig. Oberhalb von 10.000 I.E. Vitamin A besteht rezeptpflicht. Tagesbedarf Vitamin A laut DGE ( Deutsche Gesellschaft für Ernährung)
0,8 mg für Frauen; 1mg Vitamin A für Männer und Schwangere; 1,8 mg für Stillende
Mögliche Nebeneffekte sind erst ab einer Tagesdosis von 100.000 I.E.= 30 mg) Das ist das 20-fache der frei verkäuflichen Menge.
1 Mio. Menschen erkranken jährlich an einem klinischen Vitamin A-Mangel.
Aufgrund von Tierversuchen über krebserregende Effekte sollen Schwangere oder Frauen mit Kinderwunsch sollen nicht mehr als 10.000 I.E. pro Tag einnehmen.
Wichtig: Durch erhöhte Zufuhr von Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A)  kann es nicht zu einer Überversorgung kommen.
Der Körper wandelt nur soviel beta-Carotin in Vitamin A um wie er benötigt.Der Rest wird ausgeschieden oder in der Haut abgelagert wodurch diese manchmal eine  harmlose gelbe Färbung annimmt. Dieser Effekt trägt dazu bei die Haut vor Sonnenschäden zu schützen.(Auszug aus eviaktuell 3/1997)
 

Höhepunkte des DGE-Kongresses 1999 vom 18. bis 19. März 1999 der 36. Wissenschaftliche Kongreß der Deutschen
Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) an der Universität Stuttgart Hohenheim
Reaktiver Sauerstoff (ROS) kann mit allen Bereichen der Zellen interagieren. Zum Schutz hat der Mensch auch antioxidative Mechanismen auf allen Ebenen entwickelt. Teil der exogenen Faktoren sind die antioxidativen Vitamine C, E und ß-Carotin. Vitamin E trägt besonders zur Zellstabilisierung bei.Laut Prof. Dr. Hans-Konrad Biesalski, der einen Plenarvortrag über antioxidative Vitamine hielt, sinken die ß-Carotin-Werte in der Haut und im Plasma schon nach mehreren Tagen intensiver Sonnenbestrahlung. Daher ist auch aus diesem Grund von ausgedehnten Sonnenbädern abzuraten. Inzwischen wird empfohlen aus Krebsvorsorgegründen 15 mg/ Tag vor Sonnen-Urlauben 4-6 Wochen lang vorher  einzunehmen. Natürlich ist auch Sonnencreme zu nutzen.

Vitamin A beziehungsweise Beta-Karotin
Vitamin A (Retinol) und seine Vorstufe Beta-Karotin - auch Provitamin A genannt -
benötigen wir für: Haut, Schleimhäute, Haare, Augen, Zellschutz (Krebsschutz), Wachstum, Knochenentwicklung und Fortpflanzung. Bei Mangel: schuppige, trockene Haut, schlechter Hautschutz bei Sonneneinstrahlung (Sonnenbrand und Hautkrebs), Nachtblindheit, Wachstumsstönungen, Infektanfälligkeit, Zeugungsfähigkeit beziehungsweise Fruchtbarkeit können gestört sein. Vitamin A ist vorwiegend enthalten in: Leber, Hühnerleber, Aal, Eiern, Butter. Vorsicht, eine Überdosis Vitamin A kann gefährlich werden. Ein Zuviel an Beta-Karotin dagegen nicht. Beta-Karotin ist enthalten in: Karotten, Spinat, Fenchel,
Grünkohl, Feldsalat, Mangold, Mango, Melonen, Aprikosen.

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Die Nahrungsergänzende Einnahme von Beta-carotinoiden während eines Durchschnittzeitraumes von 12 Jahren beeinflußte das Risiko gesunder Männer nicht, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken (n=22071)   Literatur: Liu S. et al. JAMA 282 (1999) 1073-1075


Die vermehrte Zufuhr der Beta-Carotinoide Lutein und Zeaxanthin mit der Nahrung kann das Risiko für behandlungsbedürftige Katarakt-Erkrankungen
bei Männern ( 45-75 Jahre) senken. Der tägliche Verzehr karorinoidreichem Gemüse und Obst wird empfohlen (n= 36644). Literatur: Brown L. et al. 
Am J Clin Nutr 70 (1999) 517 524


Vitamin A und Carotinoide - stark in der Abwehr Freier Radikale
Vitamin A ist ein lebensnotwendiges fettlösliches Vitamin, das der Mensch nicht selbst synthetisieren kann, daher ist er auf seine Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Vitamin A umfaßt eine Reihe natürlicher und synthetischer Verbindungen (Retinoide) mit ähnlicher Struktur bei teils unterschiedlichen Wirkungen. Dieses Vitamin kommt natürlich in tierischen Produkten, besonders in der Leber und in Butter, in geringeren Mengen auch in der Milch und im Käse, außerdem in Seefischen, z.B. in Heilbutt und Makrele, vor. Pflanzen enthalten kein Vitamin A, sondern die als Provitamin A bezeichneten Carotinoide, gelb bis gelbrötliche Farbstoffe, die im menschlichen Körper in Retinol (Vitamin A) umgewandelt werden. Es gibt rund 400 Carotinoide, davon 50 mit Pro-Vitamin-A-Aktivität, wobei Beta-Carotin für den Menschen die aktivste Form ist.
Vitamin A hat eine ganze Reihe von Wirkungen. Es beeinflußt u.a. das Wachstum, die Bildung von Haut, Schleimhäuten und Knorpelgewebe, den Sehvorgang, die Entwicklung der Plazenta ebenso wie die fötale Entwicklung und die Produktion von Testosteron. Außerdem ist es wichtig für das Immunsystem, speziell für die Abwehr von Infektionen. Vitamin A spielt bei der Differenzierung von Zellen eine wichtige Rolle und erhöht bei optimaler Versorgung den Widerstand gegen krebsfördernde Faktoren. Diese können z.B. durch Karzinogene und Co-Karzinogene wie das Kondensat im Zigarettenrauch, Benzpyren und verschiedene andere erhöht sein.
Auch Carotinoide können für den Menschen als essentiell angesehen werden. Sie oxidieren rasch und verhindern so die Oxidation anderer wichtiger Substanzen. Daher sind sie potente Radikalfänger und bauen aggressive Sauerstoffradikale und ähnliche Oxidationsprodukte wirksam ab. Sie schützen z.B. lichtsensible Zellen vor der zerstörerischen Wirkung von UV-Licht, hemmen die Oxidation von Lipiden und sind damit ein wirksames kettenbrechendes Antioxidans. Sie fangen den aggressiven Singulettsauerstoff und andere freie Radikale ab. Außerdem steigern sie die Aktivität von T- und B-Zellen, die für die zelluläre Immunantwort wichtig sind. Carotinoide sind daher für die Vorbeugung besonders effektiv. Vermutlich können sie u.a. die Risiken für Krebskrankheiten verringern. Bei ausreichender Zufuhr reichern sich Carotinoide im Blutplasma und im Fettgewebe an, je stärker sie vorhanden sind, um so intensiver ist wahrscheinlich ihre Schutzwirkung

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Die Hauptlieferanten von Vitamin A
Vitamin A (in Milligramm) ist in je 100 Gramm enthalten

  • Fischleberöl 24,0 mg
  • Rinderleber 14,2 mg
  • Schweineleber 9,0 mg
  • Karotten 1,6 mg
  • Petersilie 1,2 mg
  • Grünkohl 0,8 mg
  • Butter 0,7 mg
  • Margarine 0,6 mg
  • Feldsalat 0,6 mg
  • Fenchel 0,6 mg
  • Spinat 0,5 mg

0,9 mg Vitamin A enthalten

  • Leber 10 g
  • Leberwurst 100 g
  • Butter 150 g
  • Camembert 200 g
  • Thunfisch 200 g
  • Emmentaler 300 g
  • Mozzarella 300 g
  • Gouda 350 g
  • Fisch 2.000 g
  • Vollmilch 3 Liter

Beta-Carotin (in Milligramm) ist enthalten in je 1 Kilogramm

  • Minze 110 mg
  • Petersilie 80 mg
  • Karotten 70 mg
  • Spinat 60 mg
  • Rote Bete 50 mg
  • Grünkohl 50 mg
  • Kresse 30 mg
  • Broccoli gekocht 25 mg
  • Endiviensalat 20 mg

2 mg Beta-Carotin enthalten

  • rote Paprika 50 g
  • Möhren 50 g
  • Spinat 50 g
  • Feldsalat 100 g
  • Aprikosen 200 g
  • Rosenkohl 300 g
  • Grapefruit 300 g
  • Sauerkirschen 400 g
  • Papaya 500 g

Die täglichen Bedarfswerte an Vitamin A
Laut Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) beträgt der Tagesbedarf für Männer 1 mg Vitamin A, für Frauen 0,8 mg. Schwangere und stillende Frauen haben mit 1,1 bzw. 1,8 mg einen etwas höheren Bedarf. Gleiches gilt für Jugendliche, Jungen sollten im Alter von 13 bis 15 Jahren 1,1 mg, Mädchen 1 mg zuführen, im Alter von 15 bis 19 Jahren wird für Jungen 1,1 mg, für Mädchen 0,9 mg genannt. Generell wird der Bedarf an Vitamin A in Retinol-Äquivalenten angegeben, da neben Retinol auch die verschiedenen Carotinoide im unterschiedlichen Maß zur Bedarfsdeckung an Vitamin A beitragen (siehe Berechnungsgrundlage unten).
Beta-Carotin ist für die Deckung des Bedarfes an Vitamin A nicht unbedingt erforderlich. Wegen der schützenden Wirkung von Carotinoiden als Radikalfänger wird es jedoch von vielen Fachleuten als essentiell angesehen. Es wäre daher empfehlenswert, die Bedarfswerte entsprechend zu teilen bzw. gesondert anzugeben, z.B.: 1/3 an Vitamin A als Retinol und 2/3 als Carotin zuführen.

Die DGE empfiehlt bisher nur eine allgemein an Carotinoiden reiche Ernährung, ohne Mengen zu benennen. Gesonderte Empfehlungen für Vitamin A und Beta-Carotin haben bisher wenige Länder umgesetzt. In den Niederlanden wird zur Deckung des Vitamin-A-Bedarfes empfohlen, 0,45 mg Retinol und 2,4 mg Beta-Carotin täglich aufzunehmen. Das "National Cancer Institute" (USA) rät wegen der starken antioxidativen Wirkung, täglich etwa 5 bis 6 mg Carotinoide zur Vorbeugung einzunehmen. Viele orthomolekulare Therapeuten sehen 15 mg Carotinoide täglich als optimale Menge für die Prävention an. Klar ist, daß die für eine sinnvolle Prävention ausreichenden Carotinoid-Mengen mit der üblichen westlichen Ernährung kaum erreicht werden. Tatsächlich macht der Anteil an Carotinoiden bisher meist nur 1/4 bis 1/5 statt der wünschenswerten 2/3 der gesamten Aufnahmen an Vitamin A aus.
Die Berechnung der Vitamin-A-Mengen bzw. von Carotinoiden erfolgt so:
1 I.E. (Internationale Einheit) entspricht 0,3 mg Retinol oder 0,6 mg Beta-Carotin oder 1,2 mg gemischten Carotinoiden.
1 Retinol-Äquivalent entspricht 1 mg Retinol
oder 6 mg Beta-Carotin oder 12 mg gemischten Carotinoiden.
Deckt die tägliche Ernährung den Bedarf?
20% des aufgenommenen Vitamin A werden nicht resorbiert und innerhalb von 1 bis 2 Tagen ausgeschieden. Carotinoide haben abhängig von der Art der Zubereitung deutliche Unterschiede in der Verfügbarkeit, meist werden etwa 30 bis 50% aufgenommen. Möhren enthalten z.B. relativ viel Beta-Carotin, beim rohen Verzehr werden jedoch nur 10% aufgenommen, erst in geriebener Form erhöht sich die Ausnutzung. Wird bei der Zubereitung Öl bzw. Fett zugegeben, verbessert sich die Bioverfügbarkeit deutlich. Grüngemüse haben erheblich weniger Provitamin A als etwa Karotten, das enthaltene Carotin ist aber besser verfügbar.Der Mangel an Vitamin A ist weltweit am häufigsten verbreitet, betroffen davon sind nahezu alle Entwicklungsländer. In den westlichen Industriestaaten kommt der Mangel an Vitamin A dagegen nur sehr selten vor. In Deutschland ist die mittlere Aufnahme an Vitamin A in der Regel höher als die Empfehlungen. Nur bei jungen Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren und bei älteren Männern über 65 Jahren wird teilweise ein Vitamin-A-Wert im Blutspiegel gefunden, der im kritischen Bereich liegt. Generell können eine unausgewogene Nahrungszufuhr und einige Erkrankungen zum Mangel an Vitamin A bzw. zu einem Mehrbedarf führen.
Erhöhter Bedarf für Prävention und Therapie
Die vielfältigen Funktionen von Vitamin A und Beta-Carotin bzw. anderen Carotinoiden machen dieses Vitamin samt seinen Provitaminen für die Vorbeugung und Therapie besonders wichtig. Einer Reihe von Krankheiten kann mit ihrer Hilfe vorgebeugt und die allgemeine Abwehrfähigkeit gestärkt werden. Die empfohlenen Bedarfswerte reichen für eine wirksame Vorbeugung bei vorhandenen Risikofaktoren und erst recht nicht für medizinische Anwendungen aus.In der Therapie wird zum Teil mit hohen Dosen gearbeitet. Einnahmen über längere Zeit und in höherer Dosierung, als zur allgemeinen Vorbeugung empfohlen, sollten nur unter ärztlicher Betreuung erfolgen, da Vitamin A in hohen Mengen eine Reihe von Nebenwirkungen haben kann.
Typische Gruppen für einen Mehrbedarf
Bei starken Belastungen mit Freien Radikalen (z.B. durch Rauchen etc.) und. bei vorhandenen Schwächen des Abwehrsystems ist eine Ergänzung mit Vitamin A und/oder Carotinoiden sinnvoll. Bei häufigen Entzündungen der Atemwege und des Magen-Darm-Traktes können sich die Vitamin-A- Speicher entleeren und sollten entsprechend aufgefüllt werden.
Eine zusätzliche Ergänzung ist bei längerer Mangel- bzw. Fehlernährung angebracht sowie bei chronisch wiederkehrenden Infektionskrankheiten. Eine mangelnde Verwertung bzw. Verdauung von Vitamin A tritt bei einigen Krankheiten auf, z.B. Morbus Crohn, Sprue und parasitär bedingten Darmerkrankungen.
Niedrige Vitamin-A- und Carotin-Werte wurden häufiger bei Menschen beobachtet, die später an Krebs erkrankten. Es gibt in einigen wissenschaftlichen Studien Hinweise darauf, daß Beta-Carotin und andere Carotinoide mögliche Teilfaktoren innerhalb der Vorbeugung vor Krebs sein können. Außerdem können sie zum Schutz vor Herz- und Kreislaufkrankheiten und vermutlich auch zur Vorbeugung vor dem Grauen Star beitragen. Liegen entsprechende Risikofaktoren vor, sind evtl. zusätzliche Gaben von Vitamin A und/oder Beta-Carotin sowie anderen Carotinoiden angebracht. Weiter werden bei folgenden Krankheiten oft niedrige Vitamin-A-Spiegel beobachtet: insulinpflichtiger Diabetes (Zuckerkrankheit), Mukoviszidose und alkoholbedingte Lebererkrankungen.

Wenn Vitamin A im Körper fehlt
Vitamin A wird hauptsächlich, d.h. zu 90%, in der Leber gespeichert. Von dort wird es zusammen mit RBP (Retinol-bindendes-Protein) freigesetzt, an das Blut abgegeben und zu allen Zellen transportiert, die Vitamin A für ihre Funktion benötigen. Carotinoide werden vor allem im Dünndarm zu Retinol gespalten und über die Lymphe in den Körper gebracht. Die Retinol-Plasmaspiegel bleiben unabhängig von der Zufuhr über längere Zeiträume konstant, weshalb Blutwerte den Vitamin-A-Status oft nicht sicher angeben können. Bei gesunden Erwachsenen treten Mangelerscheinungen erst nach monatelanger Verringerung der Vitamin-A-Zufuhr auf. Kinder können Vitamin A nur wenige Wochen speichern, daher erhöht ein Mangel an Vitamin A ihr Krankheitsrisiko sehr viel schneller.
Die Folgen eines Mangels an Vitamin A können vielfältig sein. Typisch sind bei leichterem Ausmaß Störungen des Sehvorganges in Form von Nachtblindheit, auch die Akne gehört zu den wichtigsten frühklinischen Symptomen. Bei starkem Mangel kann die Xerophthalmie auftreten, eine Augenkrankheit, die bis zur Erblindung führen kann. Durch fehlendes Vitamin A kann weiter das Wachstum generell gehemmt werden, außerdem steigt die Anfälligkeit für Infekte aufgrund eines gestörten Immunsystems. Beim Mangel an Vitamin A haben Erwachsene, besonders aber Kinder, ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Atemwege und für Durchfallerkrankungen. Zu therapeutischen Zwecken können Dosen notwendig sein, die zum Teil deutlich höher als die zur Vorbeugung als Höchstmenge angegebenen 10.000 I.E. liegen. Dabei werden je nach Erkranung bis zu 150.000 I.E. Vitamin A pro Tag gegeben.
Kann man Vitamin A überdosieren oder gibt es Nebenwirkungen?
Bei üblichem Verzehr von Vitamin-A-reichen Lebensmitteln oder bei der Einnahme von Multivitamin- Präparaten entsprechend der empfohlenen Einnahmen ist eine Überschreitung der sicheren Mengen nicht zu befürchten. Im Rahmen therapeutischer Anwendungen von Vitamin A können höhere Dosierungen angebracht sein. Bei sehr hohen Zufuhren von Vitamin A über längere Zeit, aber auch bei extrem hohen Einzelzufuhren, sind Nebenwirkungen möglich. Beobachtet wurden z.B. Appetitverlust, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Nasenbluten und Schlafstörungen. Tagesdosen von mehr als 15 mg (50.000 I.E.) sollten daher nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.
Besondere Vorsicht ist bei schwangeren Frauen angebracht. Sie sollten Mengen über 3 mg Vitamin A (10.000 I.E.) nicht mehrfach wiederholt einnehmen. Außerdem wird ihnen empfohlen, nicht zu häufig Leber zu verzehren. Übrigens: Carotinoide können die durch Vitamin A evtl. möglichen Nebenwirkungen nicht auslösen.
Vitamin A zur Vorbeugung - und wieviel?
Zur Vermeidung eines Vitamin-A-Mangels werden meist zwischen 1.500 bis 10.000 I.E. (das entspricht 450 bis 3.000 mcg Retinol-Äquivalenten) empfohlen. Sinnvoll ist, einen Teil in Form von Beta-Carotin aufzunehmen, als Mindestmenge sollten etwa 2 bis 4 mg täglich angesetzt werden. Optimal ist die Aufnahme von täglich 15 mg Carotinoiden, wobei diese dann nicht allein Beta-Carotin ausmachen sollten. Auch andere Carotinoide, wie z.B. Lykopin, stärken die Abwehr freier Radikale.


Schutz vor Sonnenbrand durch antioxidative Nahrungsergänzung ist möglich. 
Nach 12 Wochen entspricht dies bei Einnahme von Carotiden etwa dem Sonnenschutzfaktor 2,4, bei einer Kombination von Carotinoiden mit alpha-Tocopherol (Vitamin E) etwa 3,0.    Die Probanden nahmen 25mg/d Carotinoide (vor allem ß-Carotin) 335mg/d alpha-Tocopherol (Vitamin E).
Am J Clin Nutr 71 (2000) 795-798


BgVV warnt vor Raucher vor ß-Carotin
Das Bundesamt für gesundheitlichen Verbraucherschutz hat sich endlich dazu durchgerungen, Raucher vor ß-Carotin zu warnen. 
Bereits 1994 hatte die sogenannte Finnland-Studie gezeigt, daß Carotinpillen Rauchern schaden. (bgvv-Pressedienst vom 30.1.1998)


Studie: Karotten können Lungenkrebsrisiko verringern :
Der Genuss von Gemüse, das reich an so genannten Karotinoiden ist, kann das Risiko senken, an Lungenkrebs zu erkranken. Das berichtet die in München erscheinende Fachzeitung Ärztliche Praxis unter Berufung auf Untersuchungen von Ernährungswissenschaftlern an der Harvard University in Boston. Demnach können vor allem das besonders stark in Karotten enthaltene alpha-Karotin sowie das in Tomaten vorkommende Lycopin das Lungenkrebs-Risiko senken. Bei
Nichtrauchern zeigte laut Ärztliche Praxis alpha-Karotin den stärksten Effekt. Die Teilnehmer der Untersuchung mit dem höchsten Konsum hatten gegenüber denen mit dem geringsten Konsum ihr Lungenkrebs-Risiko um 63 Prozent reduziert. Bei Rauchern zeigt dagegen vor allem Lycopin Wirkung, da es im Gegensatz zu den meisten anderen Karotinoiden durch das Rauchen nicht verändert wird. Nicht zu helfen scheinen Rauchern dagegen die übrigen Karotinoide. Am wirksamsten ist dem Bericht zufolge insgesamt jedoch ein Cocktail jener Substanzen, die in Obst und Gemüse enthalten sind. Abgesehen davon ist die beste Vorsorge, die ein Raucher betreiben kann, der Verzicht auf das 


Vitamin A-Mangel gefährdet das Gedächtnis: Millionen von Kindern, die zu wenig Vitamin A mit ihrer Nahrung erhalten, leiden womöglich unter bislang unbemerkten Gedächtnisstörungen. Diese Schlussfolgerung zieht die Hirnforscherin Sharoni Jacobs vom Salk Institute im kalifornischen La Jolla aus Tierversuchen. „Unsere Forschungen zeigen, dass Schlüsselmechanismen der Gedächtnisbildung bei Mäusen nicht mehr richtig funktionieren, wenn die Tiere zu wenig Vitamin-A im Futter haben“, erklärte die Doktorandin auf der Jahrestagung der amerikanischen Society for Neuroscience. Jacobs entdeckte, dass die Folgeprodukte des Vitamin A (Retinoide) die Verschaltung von Nervenzellen im Hippocampus, dem Speicherort für die Erinnerungen regulieren. Dieser Prozess werde fast vollständig blockiert, wenn Mäuse von Geburt an ohne Vitamin A aufgezogen werden, berichtete Jacobs. „Wir gehen davon aus, dass sich im Gehirn mangelernährter Kinder die gleichen Defizite einstellen“, befürchtete sie. Obwohl bekannt ist, dass Vitamin-A-Mangel zu Blindheit führen kann, sind die Gedächtnisleistungen dieser Kinder bisher noch nicht systematisch untersucht worden. Sowohl mit Vitamin A-reicher Nahrung als auch durch die direkte Gabe von Retinoiden ist es gelungen, die Kommunikationsstörung der Nervenzellen im Hippocampus der Versuchstiere zu beheben. „Dass diese Schäden im Tierversuch repariert werden können, legt nahe, dass Menschen mit Vitamin-A Mangel ebenfalls von dieser Strategie profitieren könnten“, so Jacobs. Dafür müsse man nicht unbedingt auf Pillen zurückgreifen: Vitamin A sei in hohen Konzentrationen in Lebensmitteln wie Karotten, Blattsalat und der Leber enthalten, erinnerte die Wissenschaftlerin. (netdoktor.de, 09.11.2000)- mehr als 90 Prozent der entsprechenden Tumore werden durch das Rauchen verursacht. 
(dpa, 19.10.2000)ee

Betacarotin     Ärzte Zeitung, 22.08.2000
Die Vorläufersubstanz des Vitamin A kommt in nahezu allen pflanzlichen Lebensmitteln vor und baut Sauerstoffradikale ab. Dadurch vermindert das Vitamin das Risiko an Lungen-, Speiseröhren- und Magenkrebs zu erkranken. Allerdings scheint Betacarotin eher im Frühstadium der Krebsentwicklung nützlich zu sein. Bei der zusätzlichen Einnahme von Betacarotin ist zumindest bei Rauchern Vorsicht geboten, weil sie sich bei ihnen nachteilig auf die Lungenkrebsinzidenz und die Gesamtmortalität auswirken können. Der neue Referenzwert für die tägliche Betacarotin-Zufuhr beträgt zwei bis vier Milligramm.


Vitamin A halbiert die  Komplikationsrate bei Masern New England Journal of Medicine 323, 1990, Seiten 160-164
Jedes Jahr sterben weltweit etwa 2 Millionen Kinder an Masern. Andere erleiden Lungenschäden oder erblinden.
Bereits 1990 veröffentlichten Mediziner der Universitätsklinik für Pädiatrie in Cape Town, Südafrika eine Studie, die den Einfluß von Vitamin A auf den Verlauf der
Masern untersuchte. Bisher galt, daß ein verlässlicher Schutz vor Masern lediglich durch eine Impfung erreicht werden kann, während eine spezifische konventionelle Therapie nicht existiert. Von 189 Kindern, die unter schweren Komplikationen wie Lungenentzündung, Durchfall oder Krupp litten, erhielten 92 eine Vitamin A Substitution von 120 mg/die, die übrigen Placebos. Ergebnis: 12 Kinder verstarben, davon 10 aus der Placebogruppe. Bei den mit Vitamin A behandelten Kinder verkürzte sich die Dauer der Lungenentzündungen von 12 auf 6 Tage, die der Durchfälle von 9 auf 6 Tage, der Klinikaufenthalt von 15 auf 11 Tage, im Vergleich zur Kontrollgruppe. Rechnete man alle Komplikationen zusammen, ergab sich unter der Behandlung mit Vitamin A eine Halbierung des Risikos um die Hälfte. Die Wissenschaftler empfehlen, alle Kinder mit schweren Maserninfektionen mit Vitamin A zu behandeln.

 


Mit Tomaten gegen Mundhöhlenkrebs
Berlin - Ein Pigment, das Tomaten die rötliche Farbe verleiht, eignet sich vermutlich im Kampf gegen Mundhöhlenkrebs. Nach einem Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ haben israelische Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem in Zellkulturversuchen herausgefunden, dass so genannte Lycopene Tumorzellen abtöten können. Die Forscher planen die Effektivität der zu den Vitamin-A-Bausteinen gehörenden Lycopene in Tests an krebskranken Menschen zu überprüfen. Die Entwicklung neuer Therapien gegen Mundhöhlenkrebs sind wichtig, denn nur etwa die Hälfte der Betroffenen überlebt die ersten fünf Jahre nach der Diagnose.(ol)


Vitamin-A-Mangel im Obst
Boston - Obst und Gemüse liefern dem Körper weniger Vitamin A als bisher gedacht. Wer bei der Deckung seines Vitamin-A-Bedarfs ausschließlich auf Karotten, Brokkoli oder ähnliche karotinhaltige Beilagen setze, müsse neusten Erkenntnissen zufolge doppelt so viel davon essen wie bislang angenommen, berichtete Robert Russell von der Tufts-Universität in Boston am Dienstag in der Publikation des Institute of Medicine der National Academies. Vitamin A ist für die Sehstärke, die Fortpflanzung und das Immunsystem wichtig. (ryk).16. Januar 2001 netdoctor


Vitamin A unterstützt Nierenwachstum beim Ungeborenen 28.02.2001
Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin A während der Schwangerschaft ist notwendig, um die Entwicklung der Nieren des Ungeborenen zu unterstützen. Das ist
das Ergebnis einer Studie der Columbia Universität in Wisconsin-Madison. "Es gibt Hinweise, dass eine nicht korrekt ausgebildete Niere im Laufe des Lebens die Ursache für Bluthochdruck und andere Krankheiten sein kann", erklärt die Professorin Dr. Cathy Mendelsohn. Eine bestimmte Konzentration von Vitamin A scheint notwendig, um die Ausbildung von Nierengewebe und Strukturen zu ermöglichen und eine funktionsfähige Niere entwickeln zu können. Das bestätigten Versuche im Tiermodell.  Vitamin A Präparate sollten Schwangere jedoch unbedingt meiden. Ein Vitamin A Überschuß kann zu schweren Mißbildungen des Ungeborenen führen.

Beta Carotin gegen Herzinfarkt
Eine erhöhte Zufuhr von Beta Carotin reduziert das Risiko für eine Herzattacke um 45%. Kerstin Klippstein Grobusch von der Erasmus Universität in Rotterdam veröffentlichte dies als Ergebnis einer Studie an 4.800 Holländern. Die Probanden waren im Alter zwischen 55 und 95 Jahren. Teilnehmer, die zusätzlich Beta Carotin in Pillenform zuführten, konnten ihr Herzinfarktrisiko sogar um 50 % verringern.
Als möglichen Grund für diesen Effekt vermuten Ernährungsforscher die antioxidative Wirkung von Beta Carotin, aber auch eine direkte Auswirkung auf den Fettstoffwechsel durch Vitamin A, das der Körper aus dem Provitamin Beta Carotin bildet.

Quelle: American Journal of Nutrition


Natürliches Vorkommen

Anstelle von Vitamin A kann auch dessen pflanzlicher Vorläufer, das Provitamin A oder Beta-Karotin, eingenommen werden.
Dieses ist in Karottenextraktkapseln und in Spirulinapulver oder -tabletten reichlich vorhanden. Die Süsswasseralge Spirulina ist die beste natürliche Karotin-Quelle. 10 g davon enthalten ebensoviel Karotin wie 156 g Karotten. Spirulina enthält ferner grosse Mengen an gut assimilierbarem Eisen und eignet sich deshalb bestens für Menschen, die zu Blutarmut neigen oder einen erhöhten Eisenbedarf haben (Jugendliche, Schwangere und Stillende, Sportler, Kaffeetrinker usw.). Zur Deckung des normalen täglichen Eisenbedarfs (15 mg) ist ein Esslöffel Algenpulver ausreichend.    

Die Gabe von Vitamin A – sowie von Vitamin F – hilft auch bei einer zu trockenen Bindehaut, wenn Kontaktlinsen wegen der chronischen Reizung schlecht vertragen werden und Augentropfen notwendig sind. Vitamin F, auch als "essentielle mehrfach ungesättigte Fettsäuren" bekannt, findet sich in grossen Mengen in Borretsch- und Nachtkerzenöl. Allerdings sind bei einer erhöhten Zufuhr mindestens hundert Milligramm Vitamin E beizufügen, da Vitamin F den Bedarf daran erhöht.


Mücken, Akne, Augenreizungen...

Vitamin B1 verleiht einen beachtlichen Schutz vor Stechmücken – eine Tatsache, die sich gerade Tropenreisende zunutze machen können. Dazu muss der Körper allerdings mit hohen Dosen dieses wasserlöslichen Vitamins versorgt werden, damit er es, beziehungsweise dessen Stoffwechselprodukte, ausser über den Urin auch über den Schweiss ausscheidet. Die Haut nimmt dadurch einen Geruch an, der die lästigen Insekten fernhält, für uns aber zum Glück nicht wahrnehmbar ist. Erwachsene nehmen zwei Tage vor der Abreise in endemische Gebiete und bis zu ihrer Rückkehr drei- bis viermal täglich 300 mg Vitamin B1.

Akne lässt sich mit einer Zusatzgabe des entzündungshemmenden, heilungsfördernden "Hautvitamins" A pflegen. Wahlweise oder ergänzend empfiehlt sich Bierhefe, denn sie ist reich an B-Vitaminen, deren Mangel sich oft durch fettige, unreine Haut äussert.


Vitamin C verhindert vorzeitigen Grauen Star

BOSTON. Eine Vitamin-C-reiche Kost oder auch die regelmäßige Einnahme von Vitamin C verhindert, dass Frauen im frühen Alter (60 Jahre) an einer Kernkatarakt erkranken, der häufigsten Form des “Altersstars”. Beta-Carotin scheint Nichtraucher vor einer subkapsulären hinteren Linsentrübung zu schützen. Dies zeigt eine Analyse der Nurses’ Health Study im American Journal of Clinical Nutrition (2002; 75: 540–9).
Bekanntlich beantworten mehr als 120 000 amerikanische Krankenschwestern seit 1976 alle zwei Jahre einen Fragenbogen zu Gesundheit und Lebensumständen. Seit 1980 werden auch detaillierte Angaben zur Ernährung und die Einnahme von Vitaminen erhoben. Im Rahmen des “Nutrition and Vision Project” hat der Ernährungsforscher Allen Taylor von der Tufts Universität in Boston 492 Krankenschwestern augenärztlich untersuchen lassen.
Wie in der Altersgruppe der heute 53 bis 73 Jahre alten Krankenschwestern nicht anders zu erwarten, zeigte die Spaltlampenuntersuchung bei der Hälfte der Teilnehmerinnen eine zentrale Trübung der Linse. Jede Fünfte hatte eine subkapsuläre hintere Linsentrübung. Die Veränderungen befanden sich in der Regel noch in einem frühen Stadium und hatten noch nicht zu Sehstörungen geführt. Früher oder später kommt es jedoch zu Beeinträchtigungen.
In den USA leiden mehr als 45 Prozent aller über 75-Jährigen unter einer Sehstörung infolge eines Grauen Stars. Kataraktextraktionen sind die häufigsten chirurgischen Eingriffe im Alter. Als Ursache für die Linsentrübung werden oxidative Schäden in der Linse durch Rauchen oder UV-Licht diskutiert. Eine protektive Wirkung von Vitaminen wird deshalb seit langem angenommen. Das “Nutrition and Vision Project”, eine prospektive Kohortenstudie, bestätigt diese Hypothese nur teilweise.
In der Gesamtgruppe zeigte sich kein Zusammenhang zwischen Vitaminen und Katarakt. In der Gruppe der unter 60-Jährigen waren kortikale Linsentrübungen jedoch zu 57 Prozent seltener, wenn die Frauen zum Fünftel mit der höchsten Vitamin-C-Zufuhr zählten. Für eine protektive Wirkung war es aber erforderlich, dass die Frauen über zehn Jahre lang Vitaminpräparate eingenommen hatten. Ein Nebenbefund war, dass Betacarotin Frauen aller Altersgruppen vor einer subkapsulären hinteren Linsentrübung schützt.
Dies traf aber nur auf Nichtraucherinnen zu. Bei Raucherinnen scheint der oxidative Schaden größer zu sein als die Schutzwirkung des antioxidativen Vitamins. Einschränkend muss erwähnt werden, dass die Nurses’ Health Study zwar eine prospektive Untersuchung ist, aber keine randomisierte klinische Studie, wie man sie heute als Wirksamkeitsnachweis für Medikamente fordert. Vitamine sind jedoch keine zulassungspflichtigen Medikamente und so dürfte es nicht so schnell zu einer Doppelblindstudie kommen, deren Ergebnis ohnehin erst in zehn Jahren vorläge und die dann womöglich zeigen würde, dass Vitamin C doch nicht die erhoffte Wirkung erzielt. (25.02.02) http://www.aerzteblatt.de


Hüftfrakturen durch Hypervitaminose A

UPPSALA. Eine zu hohe Zufuhr von Vitamin A könnte zu vermehrten Knochenbrüchen im Alter führen. Dies zeigt eine Langzeitstudie im New England Journal of Medicine (NEJM 2003; 348: 287–294). Außergewöhnlich an der Studie sind die lange Dauer und die Gründlichkeit der Nachbeobachtung. In den Jahren 1970 bis 1973 waren alle Männer der Jahrgänge 1920 bis 1924 aus der Universitätsstadt Uppsala eingeladen worden, an einer prospektiven Langzeitstudie teilzunehmen. Die Kohorte wurde seither dreimal nach-beobachtet.
Bei der Eingangsuntersuchung wurden auch Blutproben entnommen. Das Serum wurde eingefroren und ermöglichte der Gruppe um Karl Michaëlsson, später die Konzentration von Retinol (Vitamin A) zu bestimmen. In der letzten Nachuntersuchung hatten einige Teilnehmer über eine Woche ihre Ernährungsgewohnheiten aufgezeichnet und Angaben zur Einnahme von Vitaminpräparaten gemacht. Aus den Angaben ließ sich die Zufuhr von Vitamin A berechnen.
Die Gruppe interessierte sich für das fettlösliche Vitamin, weil seit langem bekannt ist, dass Vitamin A eine geringe therapeutische Breite hat und die Folgen einer Hypo- oder Hypervitaminose A gravierend sein können. Ein Mangel führt schon bald zur Nachtblindheit, dann zur Xerophthalmie und Keratomalazie und schlimmstenfalls zur Erblindung.
In Entwicklungsländern ist eine Hypovitaminose A eine der häufigsten Ursachen der Erblindung im Kindheitsalter. Die Folgen einer chronischen Hypervitaminose A sind weniger gut bekannt. Die langfristige Überversorgung kann zu Knochen- und Gelenkbeschwerden, Anorexie, Übelkeit und Erbrechen und zu Gewichtsverlust führen. Sogar ein (benigner) intrakranieller Hochdruck und eine Hepatosplenomegalie sind möglich.
Viele Menschen in den USA und in Skandinavien nehmen Vitamintabletten ein, die häufig auch Vitamin A enthalten, obwohl es in jenen Ländern eigentlich keine diätetische Unterversorgung mit Vitamin A gibt, schon gar nicht in Ländern mit einem hohen Fischkonsum. In Schweden sind außerdem Margarine und fettarme Milchprodukte mit Vitamin A versetzt.
Andere Untersuchungen haben gezeigt, dass ein schwedischer Mann ein doppelt so hohes Risiko einer Hüftfraktur hat wie eine Frau in England oder den Niederlanden, was nicht auf genetische Faktoren zurückgeführt werden kann. Eine plausible Erklärung erscheint nach der jetzigen Studie eine chronische Hypervitaminose A.
Die Studie zeigt, dass die Teilnehmer mit den höchsten Serumretinolspiegeln (oberstes Quintil, mehr als 2,64 μmol/l) zu 64 Prozent häufiger an Frakturen erkrankten als Personen mit mittelhohen Werten (mittleres Quintil, zwischen 2,17 und 2,36 μmol/l). Das Risiko von Oberschenkelhalsfrakturen stieg um den Faktor 2,47. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass ab einer Serumkonzentration von drei μmol/l das Frakturrisiko steigt – und zwar exponentiell. Für Männer mit einer Konzentration von 3,6 μmol/l wurde ein 7,14-fach erhöhtes Frakturrisiko ermittelt.
Welche Rolle spielen Vitaminpräparate? Von den 111 Männern, die Angaben zur Diät machten, nahmen 49 Vitamin-A-haltige Tabletten ein. Von ihnen erlitten sechs eine Fraktur. Dies ergibt rechnerisch ein zweifach erhöhtes Frakturrisiko. Aufgrund der geringen Fallzahl war das Ergebnis jedoch nur grenzwertig signifikant (Konfidenzintervall eins bis 3,99). Aus den Daten lässt sich deshalb nicht eindeutig ablesen, welchen Beitrag Vitamin-A-haltige Präparate an der chronischen Hypervitaminose A haben.
Nach Ansicht von Paul Lips von der Freien Universität in Amsterdam gibt es Gründe, das Risiko ernst zu nehmen (NEJM 2003; 348: 247–9). Der Serumretinolwert steigt nämlich mit dem Alter aus physiologischen Gründen an, weil die Clearance abnimmt. Damit steigt das Risiko einer Hypervitaminose A im Alter. Lips stimmt deshalb den schwedischen Autoren zu, nach denen älteren Menschen nicht unbedingt zu solchen Präparaten geraten werden soll. Auch der Zusatz von Vitamin A zu Nahrungsmitteln sollte überdacht werden.
Es ist nicht die erste Studie, welche Vitamin A mit einem erhöhten Knochenfrakturrisiko in Verbindung bringt. Zu ähnlichen Ergebnissen waren auch Nurses’ Health Study (JAMA 2002; 287: 47–54) und die Rancho Bernardo Study (J Bone Miner Res 2002; 17: 1349–1358) gekommen. Im Übrigen ist das Phänomen einer Hypervitaminose A keineswegs neu. Bei einem in Kenia gefundenen Skelett eines Homo erectus wurden Skelettveränderungen gesehen, die eindeutig auf eine Hypervitaminose A hindeuten (Nature 1982; 296: 248–250) DEUTSCHES ÄRZTEBLATT
 (23.01.2003)


Darmpolypen : durch Beta-Karotin 44 % geringer – bei Rauchern und Trinkern vermehrt.
LEBANON/NEW HAMPSHIRE. Frühere Studien hatten gezeigt, dass das Antioxidans Beta-Caroten bei Rauchern das Lungenkrebsrisiko erhöht. Jetzt zeigt eine weitere Untersuchung im Journal of the National Cancer Institute (JNCI 2003; 95: 717–722), dass auch das Wachstum von Darmpolypen, den Vorläuferläsionen des Darmkrebses, stimuliert wird.
John Baron von der Dartmouth Medical School in Lebanon im US-Staat New Hampshire und Mitarbeiter untersuchten die Daten von 864 Personen, die an der „Antioxidant Polyp Prevention Study“ teilgenommen hatten. Die Patienten, die nach einer Polypektomie frei von Polypen waren, wurden auf vier Gruppen randomisiert. Sie enthielten entweder Placebo oder Betacaroten oder
Vitamin C plus Vitamin E oder Betacaroten plus Vitamine C und E. In einem Fragebogen wurden sie unter anderem nach ihren Rauch- und Trinkgewohnheiten befragt.
Unter den Teilnehmern, die weder rauchten noch tranken, senkten die Betacaroten-Tabletten das Risiko von erneuten Darmpolypen um 44 Prozent. (Risk Ratio = 0,56; 95-Prozent-Konfidenzintervall = 0,35 bis 0,89), was auf eine mögliche darmkrebspräventive Wirkung hinweist. Rauchten die Patienten oder tranken sie Alkohol, ging die schützende Wirkung verloren. Für Raucher wurde eine nicht-signifikante Risikoerhöhung um 36 Prozent (Risk Ratio = 1,36; 95-Prozent-KI = 0,70 bis 2,62), für Alkoholkosumenten eine nicht-signifikante Erhöhung um 13 Prozent (Risk Ratio = 1,13; 95-Prozent-KI = 0,89 bis 1,43) gefunden. Wenn beide Gewohnheiten bestanden, wurde sogar eine – dieses Mal signifikante – Verdopplung des Risikos gefunden. (Risk Ratio = 2,07; 95-Prozent-KI = 1,39 bis 3,08).
Einen Grund für diese Verdrehung der präventiven Wirkung können sich die Autoren nicht vorstellen. Die protektive Wirkung von Betacaroten bei Abstinenzlern möchte der Editorialist Bernard Levin vom M. D. Anderson Cancer Center in Houston nicht überbewerten (JNCI 2003; 95: 697–699). Polypen seien ein ungenauer Marker für einen späteren Darmkrebs. Eine Empfehlung könne erst gegeben werden, wenn ein Einfluss auf die Darmkrebsinzidenz festgestellt worden sei. 21.05.2003 DEUTSCHES ÄRZTEBLATT


Aktuelle Zufuhr/ Versorgungszustände/ Empfehlungen für Carotinoide
In Deutschland liegt die mittlere Gesamt-Carotinoidzufuhr bei 5,3 mg/ Tag. Für die wichtigsten Carotinoide stellt sich die mittlere Zufuhr (mg/Tag) folgendermaßen dar: β-Carotin 1,81, Lutein 1,91, α-Carotin 0,29, Lykopin 1,28, Cryptoxanthin 0,05. Gemüseprodukte liefern dabei 84 % und Obst 4 % der aufgenommenen β-Carotinmenge. Lykopin wird zu über 90 % aus Tomaten und Tomatenprodukten aufgenommen.
Über die physiologisch wünschenswerte Aufnahmemenge an β-Carotin sowie weiteren Carotinoiden liegen bisher keine fundierten Daten vor. Auf Grund von epidemiologischen Studien wird für die Primärprävention
von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei gesunden Erwachsenen für β-Carotin im Plasma ein Richtwert von > 0,4 µmol/L angegeben. Dies wird mit einer täglichen Zufuhr von 2–6 mg erreicht, weshalb diese
Menge als Schätzwertbereich für β- Carotin von verschiedenen Institutionen angegeben wird. Durch die Aufnahme von täglich 5 Portionen Gemüse und Obst lassen sich diese Mengen in der Praxis leicht realisieren. Da außer der Provitamin-A-Wirkung der Carotinoide keine weiteren spezifischen Funktionen ausreichend nachgewiesen sind, hat das Institute of Medicine der USA keine Dietary Reference Intakes für Carotinoide angegeben. Die in den epidemiologischen Studien beobachteten Zufuhr- und Plasmawerte, die mit einem verringerten Risiko für verschiedene Krankheiten einhergehen, lassen keine Rückschlüsse über den Bedarf an einzelnen Carotinoiden zu. Klinische Symptome einer unzureichenden Carotinoidzufuhr bei einer adäquaten Vitamin-AVersorgung sind nicht bekannt.

Alles vom Institut für Ernährungsphysiologie
Bundesforschungsanstalt für
Ernährung
Haid-und-Neu-Str. 9
76131 Karlsruhe
 hier


Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft informiert:
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Betacaroten -HALTIGE ARZNEIMITTEL: BFARM LEITET STUFENPLANVERFAHREN DER STUFE II EIN

Wegen des Verdachtes, dass "Betacaroten-haltige Arzneimittel zur innerlichen Anwendung" bei bestimmungsgemäßem Gebrauch schädliche Wirkungen haben können, hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ein Stufenplanverfahren der Stufe II (Anhörung) eingeleitet. Nach vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen muss davon ausgegangen werden, dass die Gabe von Betacaroten (Beta-Carotin; Provitamin A) das Lungenkrebsrisiko bei Rauchern erhöht.

Aus diesem Grund ist vorgesehen, die Fach- und Gebrauchsinformationen entsprechend zu ergänzen und auf das erhöhte Risiko von Lungenkrebserkrankungen hinzuweisen. Für Arzneimittel, bei denen die empfohlene tägliche maximale Dosis 20 mg
Betacaroten überschreitet, soll zudem unter Gegenanzeigen "Raucher" aufgenommen werden.
Bei Arzneimitteln, die Betacaroten nur als Hilfsstoff enthalten und bei deren Anwendung täglich mehr als 2 mg zugeführt werden, soll Betacaroten nicht mehr als Hilfsstoff verwendet werden.
Nicht betroffen von den genannten Maßnahmen sind Arzneimittel, bei deren Anwendung weniger als 2 mg Betacaroten pro Tag eingenommen werden.

Den vollständigen Text des Bescheides finden Sie auf der Homepage des BfArM unter http://www.bfarm.de


Die AkdÄ hatte bereits im April 2002 in Arzneiverordnung in der Praxis (AVP 1/2002) auf Grundlage einer Mitteilung des Bundesinstitutes für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) darauf hingewiesen, dass höhere Dosen von Betacaroten gefährlich sind. Das Heft ist auf den Internetseiten der AkdÄ unter http://www.akdae.de abrufbar; der entsprechende Beitrag findet sich auf Seite 17.

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Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft
Geschäftsführer Prof. Dr. med. H. Berthold
Aachener Str. 233-237
50931 Köln


Vitamin A ist nicht nur gut für die Augen sondern auch gut für die Figur.
Der Vitalstoff scheint bei der Regulierung der Fettreserven eine wichtige Rolle zu spielen:
Ein niedriger Vitamin-A-Spiegel begünstigt die Fettablagerung.

Vitamin A scheint eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Fettreserven zu spielen. Das legen Untersuchungen spanischer Wissenschaftler nahe. Im Tiermodell konnten sie zeigen, dass Retinolsäure (eine chemisch modifizierte Form von Vitamin A) auf unterschiedliche Weise in den Fettstoffwechsel eingreift. Niedrige Retinolsäure-Konzentrationen fördern das Überleben von Fettzellen, hohe Konzentrationen haben einen gegenteiligen Effekt. Wird mit der Nahrung nicht genug Vitamin A aufgenommen, so hat das auch Auswirkungen auf das Fettgewebe: Die Fettpolster wachsen. Also ist eine Ernährung, die ausreichend Vitamin A enthält, nicht nur gut für das Sehen, das Immunsystem und die Haut sondern sorgt gleichzeitig noch für eine gute Figur.
Verschiedene Faktoren können dazu beitragen, dass es trotz einer ausgewogenen Ernährung zu einer Unterversorgung des Körpers mit Vitamin A kommt. Dazu zählen Stress, Rauchen, zu viel Sonnenlicht (besonders bei hellhäutigen Personen), Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion, Medikamente (wie Cholesterin senkende Präparate oder Abführmittel) oder Entzündungen.
Quelle: Nach Informationen der Fachzeitschrift "Cellular and Molecular Life Sciences" 2003 60(7): 1311-1321.


Experten warnen vor zuviel Vitamin A
Das Essen von Leber sollte auf ein Mal die Woche eingeschränkt werden. Zusätzlich sollten die Konsumenten mit anderen Vitamin-A-Quellen vorsichtig umgehen. Diese Warnung haben Berater der Food Standards Agency ausgesprochen. Zuviel Vitamin A führt zu Vergiftungen und erhöht das Risiko von Knochenbrüchen. Als besonders risikoreich wird die Kombination von Vitamin A reichen Lebensmitteln wie Leber und Vitaminpräparaten eingeschätzt. Frauen nach der Menopause und ältere Menschen, die für Knochenbrüche am meisten anfällig sind, sollten nicht mehr als 1,5 mg Vitamin zu sich nehmen.
Diese Empfehlungen verstärken bestehende Richtlinien, wonach Schwangere und Frauen, die sich ein Kind wünschen, kein Vitamin A einnehmen und auch keine Leber oder Nahrungsmittel, die Leber enthalten, essen sollten. Retinol kommt nur in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs vor. Reichlich ist es vor allem in der Leber enthalten. Pflanzliche Nahrungsmittel wie Karotten und Spinat enthalten Bestandteile, die im Körper in Vitamin A umgewandelt werden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass diese Mengen toxisch werden können. Innerhalb der empfohlenen Werte gilt Retinol als gut für das Immunsystem und die Sehfähigkeit. Das Beratergremium wird im Sommer einen vollständigen Bericht der Öffentlichkeit präsentieren.
Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A sollte durch eine ausgewogene Ernährung gewährleistet werden können. Vitamin A ist fettlöslich. Das bedeutet, dass es nicht jeden Tag konsumiert werden muss. Mengen, die vom Körper nicht sofort verbraucht werden, können gespeichert werden. Das Gremium rät zusätzlich dazu, dass die Retinolmenge in Vitamin-A-Präparaten verringert werden sollte. Derzeit enthalten diese Präparate 30 bis 100 Prozent mehr Retinol als auf der Packung angegeben ist. 14.01.2005 Infos für Ärzte  http://www.journalmed.de


Experten warnen vor zuviel Vitamin A
Das Essen von Leber sollte auf ein Mal die Woche eingeschränkt werden.
Zusätzlich sollten die Konsumenten mit anderen Vitamin-A-Quellen vorsichtig umgehen. Diese Warnung haben Berater der Food Standards Agency http://www.food.gov.uk ausgesprochen. Zuviel Vitamin A führt zu Vergiftungen und erhöht das Risiko von Knochenbrüchen. Als besonders risikoreich wird die Kombination von Vitamin A reichen Lebensmitteln wie Leber und Vitaminpräparaten eingeschätzt. Frauen nach der Menopause und ältere Menschen, die für Knochenbrüche am meisten anfällig sind, sollten nicht mehr als 1,5 mg Vitamin zu sich nehmen.
Diese Empfehlungen verstärken bestehende Richtlinien, wonach Schwangere und Frauen, die sich ein Kind wünschen, kein Vitamin A einnehmen und auch keine Leber oder Nahrungsmittel, die Leber enthalten, essen sollten. Retinol kommt nur in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs vor. Reichlich ist es vor allem in der Leber enthalten. Pflanzliche Nahrungsmittel wie Karotten und Spinat enthalten Bestandteile, die im Körper in Vitamin A umgewandelt werden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass diese Mengen toxisch werden können.
Innerhalb der empfohlenen Werte gilt Retinol als gut für das Immunsystem und die Sehfähigkeit. Das Beratergremium wird im Sommer einen vollständigen Bericht der Öffentlichkeit präsentieren.
Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A sollte durch eine ausgewogene Ernährung gewährleistet werden können. Vitamin A ist fettlöslich. Das bedeutet, dass es nicht jeden Tag konsumiert werden muss. Mengen, die vom Körper nicht sofort verbraucht werden, können gespeichert werden. Das Gremium rät zusätzlich dazu, dass die Retinolmenge in Vitamin-A-Präparaten verringert werden sollte. Derzeit enthalten diese Präparate 30 bis 100 Prozent mehr Retinol als auf der Packung angegeben ist.