VITAMIN E      STUDIEN

Home   Medizin   Sportmedizin  Doping   Mineralien+Elekrolyte  Ernährung

Sportmedizinische Newsletter
zu Vitaminen, Doping, Antioxidantien und Sportmedizin eintragen! 
oder über diese Mail anfordern
 

Bücher-Ernährung  Bücher-Vitamine
E-mail Adresse hier eintragen!

Multitalent Vitamin E.
Gesund, fit und länger jung.

von Maria-E. Lange-Ernst
Preis: EUR 8,60
Taschenbuch - 126 Seiten
Erscheinungsdatum: 1999
Hier bestellen!

Vitamine. Aktiver Gesundheitsschutz. 
Bedarf, Mangel, Risiko.  
Hans-Konrad Biesalski
Preis: EUR 15,24  
Taschenbuch - 127 Seiten (1996)  
Hier bestellen!
Die aktuelle Vitamintabelle.
von Beate Heseker,
Helmut Heseker
Taschenbuch
- 96 Seiten
Erscheinungsdatum: 1995

Preis: EUR 5,00

Hier bestellen!

Vitamin E schützt die Blutgefäße
Raucher nehmen beim Inhalieren einer Zigarettebüberdurchschnittlich viele freie Radikale auf,welche die Peroxidation atherogener Lipoproteine begünstigt.Vitamin E als  potenter Radikalfänger wirkt als diesen Vorgängen entgegen. Fazit der Studie: Die Supplementierung von 200mg/d Vitamin E schützt deutlich vor der Peroxidationartherogener Lipoproteine.Literatur: Porkkala-Sarataho,E.K. et al: A randomized,single blind,placebo-contralled trial of effects of 200 mg alpha-Tocopherolon the oxidation of atherogenic lipoproteins.Am J Clin Nutr 68 (1998) 1034-1042


Washington 19.10.99 AP:  Vitamin E senkt das Lungenkrebsrisiko
Eine Studie mit mehr als 29.000 männlichen Rauchern in Finnland ergab, daß durch eine Vitamin- E-reiche Ernährung das Lungenkrebsrisiko um 20 % gesenkt werden kann- insbesondere profitierten Gelegenheitsraucher unter 60 Jahren, die weniger als 40 Jahre rauchten, von einer Risikominderung von 40-50 % (J Natl Cancer Inst).

Zahnmedizin
In einer Doppelblindstudie erwies sich eine Salbe mit einem Vitamin E-Gehalt von 2% als wirksam zur Linderung und Heilung lokaler Entzündungserscheinungen. Eine ähnliche Doppelblindstudie zeigte, dass das tägliche Zerkauen einer 800mg Vitamin E-Kapsel nach 21 Tagen eine signifikante Verminderung der bei Zahnfleischentzündungen charakteristischen Sulcusflüssigkeit bewirkte.


Vitamin E ist eine effiziente und vor allem Nebenwirkungsfreie Alternative zu NSAR-Therapie (Diclofenac) bei Verspannungszuständen und Schmerzen im Rückenbereich.Schon lange ist bekannt, daß durch Gabe von Vitamin E NSAR( wie Voltaren+Ibuprofen) eingespart werden können. Die bisherigen Empfehlungen lagen bei 600-1200 mg (900-1800 I.E.) pro Tag. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass aber eine Gabe von etwa 350mg(525 I.E.) ein Sättigungsgrad erreichen. Grund: Die Bindungskapazität in der Leber für alpha-Tocopherol (Vit.E) in der Leber ist erschöpft, die biläre Elimination setzt ein.Von Dosen über 600 I.E. sollte daher abgesehen werden. Praxisdepesche 13/2000
Als Antioxidants zum Zellschutz und Gefäßschutz haben sich Dosen von ca. 400 I.E. als sinnvoll erwiesen. Zur Vorbeugung von Verletzungen und Entzündungsreaktionen ist diese Dosierung auch im Leistungssport zu empfehlen. Eine verbesserte Regenerationsfähigkeit wird außerdem postuliert.

     


Vitamin E kann bei Rheuma helfen


Schutz vor Sonnenbrand durch antioxidative Nahrungsergänzung ist möglich.
Nach 12 Wochen entspricht dies bei Einnahme von Carotiden etwa dem Sonnenschutzfaktor 2,4, bei einer Kombination von Carotinoiden mit alpha-Tocopherol (Vitamin E) etwa 3,0.    Die Probanden nahmen 25mg/d Carotinoide (vor allem ß-Carotin) 335mg/d alpha-Tocopherol (Vitamin E).
Am J Clin Nutr 71 (2000) 795-798


Vitamin E schützt vor Muskelschäden nach intensiver Belastung

Eine verstärkte Lipidperoxidation durch freie Radikale bei intensiver Belastung kann zu Membranschäden der Muskelzelle führen, was durch einen vermehrten Ausstrom muskulärer Enzyme gekennzeichnet ist. Eine japanische Arbeitsgruppe stellte nach einem 6 tägigen plötzlich auf 48,3 km/Tag ge-steigerten Lauftraining einen Anstieg der CK-Aktivität im Serum auf 1000 U/L fest. Bei vorheriger 4wöchiger Gabe von alpha-Tocopherol (1200 IU/Tag) fiel dieser Anstieg –wie auch der von LDH– deutlich geringer aus. Als Zeichen einer verminderten Lipidperoxidation war die Konzentration von TBA nach Gabe von alpha-Tocopherol bereits vor Aufnahme des intensivierten Trainings gegenüber Placebobedingungen erniedrigt. Die Ergebnisse bestätigen so den mehrfach in der Praxis beobachteten positiven Effekt einer Vitamin E-Substitution auf die Muskelzellmembran bei intensivem Training.
(
Itoh H et al.: Vitamin E supplementa-tion attenuates leakage of enzymes fol-lowing 6 days of running training. Int J Sports Med 21 (2000) 369-374)


Vitamine als Gedächtnisschutz
Die Langzeiteinnahme von Vitaminen kann die geistigen Fähigkeiten im späteren Leben deutlich verbessern. Die Vitamine C und E können die geistigen Fähigkeiten im Alter verbessern und vor bestimmten Demenzerkrankungen schützen, berichtet die "Berliner Morgenpost" in ihrer Online-Ausgabe mit Blick auf eine neue Untersuchung im US-Bundesstaat Hawaii. Den Angaben der Zeitung zufolge erhielten gut 3000 Männer im Rahmen des Honululu Heart Programs 1988 mindestens einmal wöchentlich ein Vitamin C- und E-Präparat. Vier Jahre später war ihr Risiko für eine gefäßbedingte Demenzerkrankung um 88 Prozent und für andere Demenzerkrankungen um 69 Prozent verringert. Bei der Untersuchung der mentalen Fähigkeiten schnitten die Probanden mit Vitamin-Zufuhr deutlich besser ab als jene ohne, schreibt die "Berliner Morgenpost" weiter. Dies hätte besonders für die gegolten, die schon sechs Jahre zuvor Vitamin C und E eingenommen hatten. Daraus schließen die Forscher, dass die Langzeiteinnahme die geistigen Fähigkeiten im späteren Leben deutlich verbessern kann. Allerdings konnte das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, nur unwesentlich reduziert werden, so die Zeitung.


Vitamin E ist fettlöslich und wirkt antioxidativ, antiproliferativ und antiinflammatorisch. Als wichtigstes Antioxidanz schützt es vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren in den Phospholipiden der Zellmembranen vor Oxidation durch freie Sauerstoffradikale. Es hemmt die Entstehung von oxidiertem LDL im Plasma, das als wichtiger Risikofaktor für die Atherosklerose gilt. Außerdem beeinflußt Vitamin E die Eicosanoidsynthese, das Immunsystem und die Thrombozytenaggregation. Vitamin E wirkt offenbar am besten im Verbund mit anderen Antioxidantien. In einer prospektiven Beobachtungsuntersuchung mit insgesamt 34 000 Frauen in der Postmenopause war die Häufigkeit von Koronartodesfällen bei den Frauen, die sieben Jahre lang täglich bis zu 250 IE Vitamin E eingenommen hatten, nicht zurückgegangen, während dies bei den Frauen, die Vitamin E mit der Nahrung zu sich genommen hatten, bei genügenden Dosen der Fall war (NEJM 334, 1996, 1156). Wer täglich mindestens 40 IE Vitamin E zu sich nimmt, kann damit außerdem sein Schlaganfallrisiko halbieren, so ein Ergebnis der Northern Manhattan Stroke Study. In der Sekundärprävention der KHK senkt die Einnahme von täglich 400 und 800 IE Vitamin E die Zahl nichttödlicher Herzinfarkte signifikant. Allerdings bleiben die Zahl der tödlichen Infarkte und die kardiovaskuläre Gesamtmortalität dadurch unbeeinflußt, so die Ergebnisse der CHAOS-Studie (Lancet 347, 1996, 781). Als Schätzwert für die täglich angemessene Zufuhr gelten 15 Milligramm RRR a-Tocopherol-Äquivalent. 1 Milligramm RRR a-Tocopherol-Äquivalent entspricht 1,49 IE Vitamin E.  Ärzte Zeitung, 22.08.2000


Die Vitamine E und Vitamin C schützen die Arterien 
Dr. Gary P. D. Plotnick von der Universität von Maryland und seine  Kollegen untersuchten den Einfluß der antioxidativen Vitamine E und C 
auf die Gefäßinnenwände der Arterien bei gleichzeitiger Zufuhr von fettreicher Nahrung.
Die Versuchspersonen bekamen:
a) fettarmes Frühstück
b) fettreiches Frühstück
c) fettreiches Frühstück plus 1000 mg Vitamin C,  plus 800 I.E. Vitamin E.
Ergebnis: Das fettreiche Frühstck führte zu einer Verminderung der Endothelfunktion der Arterienwände für 2 - 4 Stunden. Bei fettarmem und Fett
plus Vitaminen blieb dieser Effekt aus. Dies könnte erklären, warum Vitamin E und C vor einer krankhaften Verengung der Arterien schützen - bedeutsam für 
Patienten mit Koronarsklerose, (JAMA, 278, 1997, 1682)

 


Vitamin E schützt vor Prostata-Krebs

Wird Mann sich demnächst mit Vitamin E vor einem Prostatakarzinom schützen? Bei finnischen Rauchern hat Alpha-Tocopherol (Vitamin E) die Inzidenz dieser Krebsart um ein knappes Drittel reduziert. Die Sterblichkeit ging ebenfalls zurück.
Mit der Alpha-Tocopherol, Beta-Carotene Cancer Prevention-Study, kurz ATBC-Study genannt, wollte man ursprünglich herausfinden, wie sich Lungenkrebs verhindern lässt. An der Studie nahmen fast 30'000 männliche Raucher im Alter zwischen 50 und 70 Jahren teil. 
Über einen Zeitraum von 5 bis 8 Jahren schluckten sie täglich entweder 50 mg Alpha-Tocopherol, 20 mg Beta-Carotin, beides zusammen oder ein Plazebo.
Die Alpha-Tocopherol-versorgten Männer erkrankten im Vergleich zu jenen, die das Vitamin nicht einnahmen, um 32% seltener am Prostatakarzinom. Von dieser Krebsform verursachte Todesfälle verringerten sich sogar um 41%. Unter Beta-Carotin war kein signifikantes Effekt zu erkennen. Auch der Nutzen der Vitamin E-Supplementation muss erst noch in weiteren klinischen Studien bestätigt werden, ehe eine solche Prävention des Prostatakarzinoms allgemein empfohlen werden kann, betonen die Finnen im Journal of the National Cancer Institute.
QUELLE: OLLI P. HEINONEN ET AL., DEPARTMENT OF PUBLIC HEALTH, UNIVERSITY OF HELSINKI; JOURNAL OF THE NATIONAL CANCER INSTITUTE, VOL. 90, NO. 6 (1998), S. 440-446.


Wirkung von Vitamin E umstritten
Hohe Dosierungen von Vitamin E können möglicherweise vor Herzinfarkt und Schlaganfällen schützen. Dies berichten Wissenschaftler von der Keck School of Medicine aus Südkalifornien. Dabei scheint die Höhe der Dosis und die Vitaminform diesen Effekt entscheidend zu beeinflussen. Eine Studie von Wissenschaftlern der University of Pennsylvania in Philadelphia kommt hingegen zu dem Ergebnis, dass Vitamin E nicht gegen Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer schützen kann. 
Erst ab einer täglichen Vitamin-E-Dosis von mehr als 300 Milligramm war ein positiver Effekt zu messen, war das Ergebnis der kalifornischen Untersuchung an 573 Frauen und Männern. Die Einnahme von Vitamin-E-Supplementen wirkte sich positiv auf die Arterien im Nacken aus, konnte mit Hilfe von Ultraschalluntersuchungen bestätigt werden.  Eine tägliche Dosis von bis zu 1.000 Milligramm könne eventuell Arteriosklerose verlangsamen, erklärt James H. Dwyer. Dieser Effekt sei allerdings nur bei Vitamin-E-Supplementen gemessen werden konnte, jedoch nicht durch Zufuhr in Nahrungsmitteln. Die Ernährungsrichtlinien für Vitamin E liegen bei täglich 15 Milligramm für Frauen und Männer. Ein Wert von 1.000 Milligramm Vitamin E pro Tag sollte jedoch nicht überschritten werden, so Dwyer.  Eine Studie der Universität von Pennsylvania in Philadelphia belegt hingegen, dass Vitamin E keine antioxidative Wirkung besitzt und damit nicht gegen Krankheiten wie Krebs und Alzheimer schützen kann, wie bisher vielfach angenommen. Die im Journal of the American Medical Association veröffentlichte Studie basiert auf einer Untersuchung von dreißig Männern und Frauen. 
Dr. Leyla Schmidt 09.03.2001 http://www.wissenschaft.de


 

Vitamin E gegen Arteriosklerose
Können wir unseren Körper durch Zufuhr antioxidativer Substanzen gegen Arteriosklerose oder andere radikaleninduzierte Krankheiten schützen? Antioxidanzien wie Vitamin C oder E sind in der Lage, radikalische Kettenreaktionen zu unterbrechen, indem sie Elektronen abgeben, ohne selbst in reaktionsfähige Moleküle umgewandelt zu werden. Vitamin E hat eine sehr hohe Affinität zu Lipidperoxylradikalen und fängt diese ab, bevor sie weitere Fettsäuren angreifen können. Die bedeutendste Verbindung mit Vitamin-E-Aktivität ist a-Tocopherol. Es lagert sich wegen seiner Lipophilie vor allem in biologische Membranen ein. Dort kann es die radikalische Kettenreaktion stoppen, indem es ein Wasserstoffatom seiner phenolischen Hydroxylgruppe an das Peroxylradikal übergibt und dadurch selbst zum Vitamin-E-Radikal wird. Dieses Radikal ist aber sehr reaktionsträge und kann die Kettenreaktion nicht fortsetzen. Durch Vitamin C wird das in der Membran verankerte Vitamin-E-Radikal wieder in Vitamin E umgewandelt. Vitamin E und C wirken beim Schutz gegen Lipidperoxidation somit synergistisch.


Vitamin E scheint Knochenschwund nach den Wechseljahren zu bremsen

Knochenschwund, auch Osteoporose genannt, trifft oft ältere Frauen – ein Verlust an Körpergröße, gebeugte Haltung und häufige Knochenbrüche können die Folge sein. Dabei wird der Knochenabbau mit dem Absinken der Östrogen-Produktion nach den Wechseljahren in Verbindung gebracht. Sollten die Ergebnisse der Tierversuche auf Menschen übertragbar sein, könnte Vitamin E helfen, durch Östrogenmangel bedingten Knochenschwund aufzuhalten und sogar umzukehren.
Sollte dies der Fall sein, könnte Vitamin E künftig als Alternative zu Östrogen- und Hormon-Ersatztherapie in der Vorbeugung und Therapie nicht nur von Herz-Kreislauferkrankungen und einigen Krebsarten eingesetzt werden, sondern auch gegen den Verlust von Knochenmasse.  Studien an Frauen sollen in nächster Zeit zeigen, ob die beobachteten Effekte bei Tierversuchen auch auf Menschen übertragbar sind.
Quelle: 83rd Annual Meeting of The Endocrine, WebMD  GesundheitsScout 24 - News


Vitamine E inhibiert Androgenrezeptor auf entarteten Prostata-Zellen 3.6.02

US-Forscher haben in Laborversuchen herausgefunden, auf welche Weise Vitamin E das Fortschreiten des Prostata-Karzinoms hemmt. Ein Wissenschafterteam um Dr. Yu Zhang von der Rochester-Universität im US-Staat New York zeigte, dass das Vitamin die Bindung einer Andockstelle für männliche Geschlechtshormone in den Krebszellen hemmt. Da dieser "Androgen-Rezeptor" für das Fortschreiten der Erkrankung notwendig sei, könnte so das weitere Wachstum der Zellen gestoppt werden. Die Forscher beobachteten weiter, dass Vitamin E das Wachstum der entarteten Zellen besser unterdrückt als der häufig gegen Prostata-Krebs eingesetzte Wirkstoff Flutamid. Die besten Ergebnisse erzielten die Forscher, wenn sie die Zellen mit beiden Substanzen gleichzeitig behandelten. Bisher wurde die Wirkung von Vitamin E nur in vitro untersucht. Die Wissenschafter gehen allerdings davon aus, dass Tocopherol eine sinnvolle Ergänzung zur frühzeitigen Behandlung von Prostata-Krebs darstellen könnte. An den Androgen-Rezeptor docken Testosteron und andere Hormone an und aktivieren ihn. Da dadurch besonders in der Frühphase der Erkrankung das Tumorwachstum gefördert werde, sei die Blockierung des Rezeptors eine attraktive Behandlungsmöglichkeit, erläutern die Forscher. Untersuchungen von Krebspatienten hatten bereits zuvor gezeigt, dass Vitamin E das Prostata-Krebsrisiko verringern könnte. Der Mechanismus dieser Schutzwirkung war bisher allerdings unklar. Den Wissenschaftern zufolge könnte die Aufklärung dieser Wirkung bei der Entwicklung neuer Therapien und Vorbeugemaßnahmen helfen. (PZ, dpa) www.medaustria.at
Quelle: PNAS; 2002, 99: 7408-7413


Wann Vitamin E vor einem Morbus Parkinson schützt
BOSTON. Die reichliche Zufuhr von Vitamin E mit der Ernährung, nicht aber die Einnahme von Vitaminpräparaten senkt möglicherweise das Risiko, an einem Morbus Parkinson zu erkranken. Dies zeigt eine Auswertung der Nurses’ Health Study (NHS) und der Health Professionals Follow-Up Study (HPFS) in Neurology
(2002; 59: 1161–1169).
Eine oxidative Schädigung von Nervenzellen soll die Ursache des Morbus Parkinson sein. Wenn dies stimmt, dann könnten die antioxidativen Vitamine E, C und Carotenoide die Erkrankung verhindern. Diese Hypothese ist bisher nur in retrospektiven Studien untersucht worden – mit unklaren Ergebnissen. Einige zeigen eine protektive Wirkung, andere nicht. Deshalb haben Shumin Zhang von der Harvard School of Public Health die beiden größten prospektiven Beobachtungsstudien zur Krankheitsprävention, die NHS und HPFS, ausgewertet.
In diesen beiden Studien wird regelmäßig eine Ernährungs- und Medikamenten-Anamnese erhoben. Alle Erkrankungen der Teilnehmer aus beiden Kohorten werden seit 1984 (NHS) und seit 1986 (HPFS) fast lückenlos erhoben. Von den 76 890 Frauen und 47 331 Männern sind in den ersten 14 Jahren der Nachbeobachtung 371 an einem Morbus Parkinson erkrankt. Für das Fünftel der Teilnehmer mit der höchsten Zufuhr von Vitamin E durch die Nahrung wurde eine Risikominderung um 32 Prozent ermittelt.
Auch der Verzehr von Nüssen (fünfmal die Woche gegenüber weniger als einmal pro Monat) hatte einen protektiven Effekt (Risikominderung um 43 Prozent). Dagegen konnte für Vitamin C und Carotenoide in der Nahrung keine schützende Wirkung gezeigt werden. Eine weitere Analyse zeigte, dass die Einnahme von Antioxidanzien in Vitaminpräparaten keine protektive Wirkung entfaltete.
Auffallend ist die geringe Inzidenz des Morbus Parkinson. Zhang hebt hervor, dass es sich bei den Teilnehmern von NHS und HPFS um eine selektierte Gruppe von Personen handelt, die offenbar gesünder lebt als die Normalbevölkerung. Dennoch seien die Ergebnisse auf andere Gruppen übertragbar.
Wichtigste Einschränkung der Studien ist, dass sie als Beobachtungsstudien keinen kausalen Beweis liefern können, dass die Ernährung einen Einfluss auf die Krankheitsinzidenz hat. Hierzu wären randomisierte prospektive Therapiestudien erforderlich, die allerdings in Ernährungsfragen schlecht vorstellbar sind. DEUTSCHES ÄRZTEBLATT (22.10.02)


Vitamin E  und Vitamin C senken den Cholesterinspiegel
Eine Nahrungsergänzung mit den Vitaminen E und C kann für Gefäßkranke sinnvoll sein. Die Vitamine verlangsamen oftmals ein Fortschreiten von Gefäßablagerungen (Arteriosklerose), zeigt eine Studie an der Universität in Kuopio (Finnland). Die Wirkung eines Präparats sei vergleichbar mit der eines üblichen Cholesterinsenkers, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Circulation (7, 2003).
An der Studie beteiligten sich 520 Frauen und Männer mit erhöhten Cholesterinspiegeln. 105 von ihnen erhielten ein Scheinpräparat, die übrigen mindestens drei Jahre lang ein Kombinationspräparat mit den Vitaminen C und E. In der Vitamingruppe verlangsamten sich die arteriosklerotischen Gefäßveränderungen um 30%. Besonders deutlich war die Wirkung bei Männern und bei Teilnehmern, die zu Studienbeginn einen niedrigen Vitamin-C-Spiegel hatten. Auch bei Probanden, die zu Beginn der Studie bereits Gefäßveränderungen aufwiesen, zeigte sich der positive Effekt des Vitaminpräparats.
Die Wissenschaftler bestimmten die Gefäßveränderungen, indem sie mit einem Ultraschallgerät die Halsschlagader untersuchten.

 


Weitere Vitamin E Studien von www.geovis.de

1  Prof. Prior: Der Nutzen antioxidativer Vitamine als krankheitsvorbeugende Maßnahme

2  Prof. Sies: Vitamin E in biologischen Systemen: Radikale und ihre Rolle bei Krankheiten

3  Prof. Esterbauer: Vitamin E und Arteriosklerose

4  Prof. Mielke: Antirheumatische Therapie mit Vitamin E

5  Prof. Blumberg: Die Wirkung von Vitamin E auf die Immunfunktion während des Alterns

6  Dr. Horn: Vitamin E bei Störungen des zentralen und peripheren Nervensystems

7  Prof. Kh. Schmidt: Durch freie Radikale verursachte Krankheiten

8  Prof. Rösen: Vitamin E und Diabetes

9  Dr. Clemens: Freie Radikale in der Krebsentstehung und die Rolle der Radikalenfänger Vitamin E und C

10  Dr. Kuklinski: Therapie mit Vitamin E und Selen bei Pankreatitis und alkoholtoxischen Leberschäden

11  Dr. Molenaar: Vitamin E in der plastischen Chirurgie

12  Prof. Traber: Biokinetik von Vitamin E

13  Prof. Diplock: Die Sicherheit oraler Vitamin E-Aufnahme

14  Prof. Ingold:  Bioverfügbarkeit verschiedener Formen von Vitamin E

15  Sepp Klik: Neue Forschungsergebnisse über Vitamin E und C (Cholesterin, Bedarf von Sportlern, Diabetes, Herzinfarkt u.a.)


Vitamine C und E gut für Risiko-Schwangere

Vitamin-C- und Vitamin-E-Präparate können Schwangerschaftserkrankungen wie Durchblutungsstörungen der Placenta und oxidativem Stress vorbeugen. Dies hat eine englische Studie mit rund 180 Teilnehmerinnen bestätigt.

Schwangere mit einem hohen Risiko für Schwangerschaftserkrankungen (Präeklampsie), die regelmäßig Vitamin C und Vitamin E einnahmen, zeigten bei den entscheidenden Blutwerten keine Unterschiede zu gesunden Schwangeren, berichtet die Fachzeitschrift American Journal of Obstetrics und Gynecology (3, 2002). Erhielten Eklampsie-Gefährdete hingegen keine Präparate, wichen ihre Werte von der Norm ab.


alpha-Tokopherol schützt oberen Gastrointestinaltrakt
Unter Vitamin E weniger Magen- und Speiseröhrenkrebs

Hohe Blutlevel an Vitamin E, auch alpha-Tokopherol genannt, senken die Wahrscheinlichkeit, am Magen- oder Speiseröhrenkrebs zu erkranken.
Wer Zusatzprodukte schluckt, die Vitamin E enthalten, stirbt offenbar seltener an Krebs. Insbesondere sinkt mit steigendem alpha-Tokopherol-Blutlevel die Gefahr, dass Karzinome des Mageneingangs und Speiseröhrenkrebs wachsen.
In einer früheren in Linxian, China, durchgeführten randomisierten Ernährungsstudie wurde bereits eine signifikant geringere Krebssterblichkeit bei Personen nachgewiesen, die eine Kombination aus Selen, beta-Karotin und Vitamin-E-Supplementen eingenommen hatten. In der vorliegenden Untersuchung ging es nun um den Zusammenhang von Vitamin-E-Spiegeln im Serum vor Studienbeginn und dem Risiko, während der Studie ein Speiseröhren- oder Magenkarzinom zu entwickeln.
Nicht nur positive Effekte
Philip Taylor vom National Cancer Institute in Bethesda, Maryland, und seine chinesischen Mitarbeiter ermittelten nun den Tokopherol-Gehalt im Blutserum sowie den Cholesterinspiegel von 1072 Patienten, die am Speiseröhrenkarzinom, Krebs des Mageneingangs oder anderen Magenkarzinomen erkrankt waren. 1053 Personen dienten als Kontrollgruppe.
Verglichen mit der Gefährdung derjenigen Probanden mit den niedrigsten Werten für alpha-Tokopherol, lag das relative Risiko für Speiseröhrenkrebs in der Gruppe mit den höchsten Serumwerten um knapp 40 Prozent niedriger. Für Mageneingangs-Krebs betrug die Risikosenkung gut 15 Prozent. Allerdings erhöhte alpha-Tokopherol das Risiko, an sonstigem Krebs des Magens zu erkranken etwa aufs Doppelte – ein Befund, der die Forscher überraschte und den sie nicht erklären konnten.
2003-10-08
Quelle: www.aerztlichepraxis.de


Schützen Vitamin E  und Vitamin C -Kombinationen vor dem Morbus Alzheimer?

BALTIMORE. Ältere Menschen, die regelmäßig Präparate mit den beiden antioxidativen Vitaminen C und E einnehmen, erkranken möglicherweise seltener an einem Morbus Alzheimer. Darauf deutet eine bevölkerungsbasierte Studie in den Archives of Neurology (2004; 61: 82–88) hin.
In den Jahren 1995 bis 1997 wurden im „Cache County“ im US-Bundesstaat Utah 4 760 ältere Menschen (über 65 Jahre) neurologisch untersucht. Bei 200 Menschen wurde ein bestehender Morbus Alzheimer diagnostiziert (Prävalenz-Fälle). Drei Jahre später, zwischen 1998 und 2000, wurde die Kohorte erneut untersucht. Dieses Mal waren 104 weitere Erkrankungsfälle hinzugekommen (Inzidenzfälle).
Die Teilnehmer waren auch nach der Einnahme von Vitaminen befragt worden. Etwa 17 Prozent gaben an, sowohl Vitamin C als auch Vitamin E – zumeist in Multivitaminpräparaten – einzunehmen. Peter Zandi von der Johns Hopkins University Bloomberg School of Public Health in Baltimore verknüpfte beide Untersuchungen und kommt zu einem recht erstaunlichen Ergebnis.
Teilnehmer, die regelmäßig Vitamin C in einer Dosis von mindestens 500 Milligramm pro Tag zusammen mit Vitamin E eingenommen hatten, erkrankten deutlich seltener an einem Morbus Alzheimer als andere. Die Prävalenz war um 78 Prozent gesenkt (Odds-Ratio: 0,22; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,05 bis 0,60). Die Inzidenz war um 64 Prozent reduziert (Hazard Ratio 0,36; 0,09 bis 0,99). Auch für Personen, die beide Vitamine in normal dosierten Multivitamin-Präparaten einnahmen, war eine Tendenz erkennbar. Dagegen wurde für die alleinige Einnahme von Vitamin E oder Vitamin C kein protektiver Effekt festgestellt.
Die Prozentzahlen deuten auf eine ausgeprägte protektive Wirkung hin und es gäbe auch eine plausible Erklärung dafür: Die beiden Vitamine sind antioxidativ wirksam und könnten so die Neuronen vor den oxidativen Schäden im Alter schützen.
Auch einen möglichen Einwand können die Autoren ausräumen: Es ist denkbar, dass jüngere und gesündere Personen häufiger zu Vitaminen greifen als ältere Personen mit einer beginnenden Demenz. Dann wäre die fehlende Einnahme von Vitaminen vielleicht ein Marker für eine bevorstehende Erkrankung, aber sicher nicht die Ursache. Tatsächlich waren die Personen, die Vitamine einnahmen, in der Studie jünger, häufiger weiblich und auch gesünder. Diese Faktoren wurden jedoch bereits in der Berechnung der genannten Risiken berücksichtigt.
Unklar ist noch, wieso das wasserlösliche Vitamin C und das fettlösliche Vitamin E zusammen eingenommen werden müssen, um das Risiko zu senken. Trotz der deutlichen Zahlen ist Zandi und Mitarbeitern klar, dass die Studie keineswegs ein Beweis für die Schutzwirkung der Vitaminkombination ist. Der Aussagewert einer Beobachtungsstudie ist in dieser Hinsicht begrenzt, auch wenn sie – wie im vorliegenden Fall – ein prospektives Design hat.
Es sei nur an die sehr viel versprechenden Ergebnisse von Beobachtungsstudien zum Antioxidans Betacaroten bei Rauchern erinnert. Alle Experten erwarteten ein positives Ergebnis der anschließenden Interventionsstudien. Doch diese zeigten, dass bei starken Rauchern das Lungenkrebsrisiko gegenüber Placebo durch Betacaroten sogar noch gestiegen war.
Die Ergebnisse aus Beobachtungsstudien sind deshalb lediglich der Ausgangspunkt für weitergehende Studien, wie sie die Autoren jetzt auch für die beiden Vitamine fordern.(20.01.2004) DEUTSCHES ÄRZTEBLATT


Vitamine machen nach Op schnell wieder fit
Vitamine C und E auch nach Brandverletzungen wichtig
WIESBADEN (bib). Freie Radikale sind an vielen Krankheitsprozessen beteiligt. Damit stellt sich die Frage nach dem Nutzen einer prophylaktischen Antioxidanzien-Gabe. Die Studienergebnisse zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen mit den Vitaminen C und E etwa sind zwar enttäuschend. Perioperativ oder nach Verbrennungen hingegen könnte deren Anwendung hilfreich sein.

Das Verbrennungstrauma ist nach Einschätzung von Professor Hans K. Biesalski aus Stuttgart derzeit die vielversprechendste Indikation. Denn dabei komme es zu "einer explosionsartigen Bildung freier Radikale", so der Ernährungswissenschaftler beim 110. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin.

Der Verbrauch von Antioxidantien ist bei schweren Brandverletzungen enorm: Die Vitamin-C-Plasmaspiegel sinken rasch auf weniger als die Hälfte. Durch hochdosierte parenterale Vitamin-C-Zufuhr - 66 mg pro Kilogramm Körpergewicht über 24 Stunden - sei es in einer Studie mit Schwerstverbrannten gelungen, die erforderlichen Volumengaben um mehr als 50 Prozent und die Ödembildung um nahezu 80 Prozent zu reduzieren, berichtete der Ernährungswissenschaftler. Die mögliche Erklärung: Antioxidantien stärken die Endothelbarriere. Ohne sie entstünden durch den oxidativen Streß hochtoxische Peroxynitrite, die mit Proteinen des Endothels interagieren.

Auch bei größeren Operationen befürwortet Biesalski die Anwendung antioxidativer Vitamine. So konnten etwa in einer Placebo-kontrollierten Studie mit 37 Patienten mit Leberteilresektion sowohl die Liegezeit auf der Intensivstation als auch der gesamte Klinikaufenthalt signifikant verkürzt werden, wenn Vitamin E infundiert wurde.

"Patienten, die später Probleme bekommen" - etwa eine Sepsis - "haben postoperativ oft einen besonders starken Abfall antioxidativer Vitamine im Blut", so Biesalski. Bei elektiven Eingriffen rät er daher zu einer präoperativen Supplementierung, etwa mit 200 mg Vitamin E und 500 mg Vitamin C täglich über vier Wochen. Da für die Regeneration von oxidiertem Vitamin E Vitamin C nötig ist, sollte beides kombiniert werden. Biesalski: "Wenn ich einem Patienten Vitamin E gebe, dann gehört Vitamin C in mindestens der 2,5fachen Dosis dazu." Ärzte Zeitung, 20.04.2004


Erst Vitamin Cund Vitamin E, dann unters Skalpell

28.04.04 - Wer frühzeitig Antioxidanzien einnimmt, schützt sich vor Komplikationen nach einer Operation. Diesem Credo folgend rät der Stuttgarter Ernährungsspezialist Prof. Dr. med. Hans Konrad Biesalski speziell älteren Patienten, vor einem geplanten Eingriff vier Wochen lang täglich 500 bis 1 000 mg Vitamin C und 200 bis 400 mg Vitamin E einzunehmen. So verhindere man, dass es in der frühen Phase nach der Operation zu einem Mangel an Antioxidanzien kommt, was das Risiko für Komplikationen drastisch erhöhe.
Auch bei der Strahlen- und Chemotherapie ist es sinnvoll, die „Radikalfänger” einzunehmen. Allerdings ist in solchen Fällen zur Vorsicht zu raten: Unter laufender Therapie sollten Patienten keine Antioxidanzien einnehmen – diese schützen nämlich nicht nur gesundes Gewebe, sondern auch den Tumor. Auf die Frage nach dem nötigen zeitlichen Abstand antwortet Biesalski pragmatisch: „Patienten dürfen die Ernährung bis unmittelbar vor der Behandlung mit antioxidativen Vitaminen ergänzen. Nach Abschluss einer Bestrahlung darf man sofort wieder beginnen, nach einer Chemotherapie muss man drei Tage warten.“


Vitamin E und Vitamin C
zur Verbesserung des Outcomes nach schweren Traumata

Laut Resultaten einer in „Annals of Surgery“ publizierten Studie kann durch die Administration von Antioxidantien das Risiko eines Multiorganversagens und pulmonaler Komplikationen bei kritischen Trauma-Patienten reduziert werden.
Oxidativer Stress des Gewebes wird mit dem Auftreten eines ARDS (acute respiratory distress syndrome) und eines Multiorganversagens assoziiert. Das Fehlen von endogenen Antioxidantien soll ausserdem das Risiko von nosokomialen Infektionen begünstigen. Dr. Avery B. Nathens von der University of Washington in Seattle und Kollegen untersuchten die Hypothese, ob die Verabreichung von antioxidativen Vitaminen bei schwer kranken chirurgischen Patienten die Inzidenz von ARDS, Pneumonien und Organversagen verbessern könnte. 595 schwer kranke, chirurgische Patienten auf der Intensivstation wurden in die randomisierte Studie eingeschlossen, 91 Prozent waren Opfer eines schweren Traumas Entweder erhielten die Patienten eine Ergänzungstherapie mit Vitamin C und E (Ascorbinsäure und alpha-Tocopherol) oder Standardtherapie.
Primärer Endpunkt war die pulmonale Morbidität (ARDS und nosokomiale Pneumonien). Sekundäre Endpunkte waren Multiorganversagen, Dauer der mechanischen Ventilation und Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation.
Patienten mit einer Vitaminergänzungstherapie hatten bezüglich pulmonaler Morbidität ein relatives Risiko von 0.81 gegenüber der Kontrollpopulation, das relative Risiko bezüglich Multiorganversagen betrug 0.43. Ventilationsdauer und Aufenthalt auf der Intensivstation waren unter Vitaminen kürzer.
Die Wissenschafter fassen zusammen, dass die frühe Verabreichung von Vitamin C und E die Häufigkeit von pulmonalen Komplikationen und Multiorganversagen sowie die Ventilations- und die Aufenthaltsdauer in einer Intensivstation reduziert.
28.10.04 www.medaustria.at  Quelle: Ann Surg; 236: 814-822


Erhöhtes Sterberisiko durch hoch dosiertes Vitamin E
die meisten Studienteilnehmer über 60 Jahre alt


BALTIMORE. Die Einnahme von Vitamin E in einer Dosierung, die in vielen Präparaten in einer einzigen Tablette enthalten ist, kann lebensgefährlich sein. Zwar drohen keine akuten Vergiftungserscheinungen. Doch die regelmäßige Einnahme von 400 IU/Tag oder mehr erhöht bei älteren Menschen langfristig das Sterberisiko, wie eine Meta-Analyse zeigt, die auf der diesjährigen Tagung der American Heart Association in New Orleans vorgestellt wurde und im Januar 2005 in den Annals of Internal Medicine erscheint. Die Studie wurde vorab online verfügbar gemacht.
In den USA dürfte die Studie großes Aufsehen erregen, denn Millionen von Amerikanern nehmen täglich Vitamine ein, häufig nach der Devise “je mehr – desto besser”. Die Kapseln enthalten typischerweise 400 oder 800 IU Vitamin E. Genaue Zahlen zur Selbstmedikation mit Vitamin E gibt es nicht. Nur die Produktionszahlen sind bekannt. Danach hat Vitamin E (als Einzelvitamin) nach Multivitaminen (die oft auch Vitamin E enthalten), B-Vitaminen und Vitamin C in den USA einen “Marktanteil” von elf Prozent.
Und das nicht ohne Grund: Vitamin E steht seit einiger Zeit in dem Ruf, besonders gesundheitsförderlich zu sein. Seine anti-oxidative Wirkung soll vor allen möglichen chronischen Krankheiten schützen, Krebs, Morbus Alzheimer und Herzerkrankungen eingeschlossen. Da spielt es kaum eine Rolle, dass die meisten klinischen Studien zu diesem Thema zu enttäuschenden Ergebnissen geführt haben. Ignoriert wurde auch, dass einige Studien nebenbei einen Trend auf eine erhöhte Sterblichkeit andeuteten.
Das war für die Epidemiologen um Edgar Miller von der Johns Hopkins Universität in Baltimore Anlass, 19 Studien mit 135 967 Teilnehmern systematisch daraufhin zu untersuchen, welchen Einfluss höhere Vitamin-E-Dosierungen auf das Sterberisiko haben.
Neun Studien hatten nur Vitamin E untersucht, bei den übrigen Studien waren Multivitamine eingesetzt worden. Die Studien waren in Nordamerika, Europa und China durchgeführt worden. Die Nachbeobachtungszeit dauerte zwischen 1,4 bis 8,2 Jahre. Die Vitamin E-Dosis betrug zwischen 16,5 IU und 2000 IU Vitamin E pro Tag.
In elf Studien hatten die Patienten Vitamin E in einer Dosis von mehr als 400 IU pro Tag eingenommen. In neun dieser Studien war die Sterblichkeit höher als im Placebo-Ast. Auch in den Studien, in denen 200 IU eingenommen worden waren, gab es einen Trend zu einer erhöhten Sterblichkeit.
Ein Grund, sich Sorgen zu machen, besteht nicht. Die Einnahme von mehr als 400 IU Vitamin E pro Tag führt nach den Berechnungen der Meta-Analyse zu 39 zusätzlichen Todesfällen auf 10 000 Anwender (95-Konfidenz-Intervall 3-74/10.000). Das ist innerhalb von fünf Jahren ein Anstieg um wenige Prozent.
Einschränkend muss hinzugefügt werden, dass die meisten Studienteilnehmer über 60 Jahre alt war, und an chronischen Krankheiten litten. Vitamine werden dagegen gern von jungen dynamischen Menschen eingenommen, die sich durch die Tabletten den entscheidenden Vorteil in ihrem kompetitiven Lebensumfeld erhoffen.
Dieser Punkt wurde auch in einer ersten Stellungnahme des Industrieverbands der Vitaminhersteller aufgegriffen, der sich “Council for Responsible Nutrition” nennt. Dieser “Rat für vernünftige Ernährung” erklärte, die Ergebnisse seien nicht auf jüngere Menschen übertragbar. Und als äußerst unvernünftig wurde der Vorschlag der Autoren bezeichnet, die obere Grenze der täglichen Aufnahme auf 400 IU zu senken. Erlaubt sind in den USA derzeit bis zu 1600 IU pro Tag, also das Vierfache des nach der Senkung der täglichen Zufuhrwerte noch möglichen Umsatzes mit diesen Präparaten.
Vitamin E ist das zweite Vitamin, für das eine schädliche Wirkung bei hoher Dosierung nachgewiesen wurde. In den 90er-Jahren war Beta-Caroten zunächst als ein vorbeugendes Mittel gegen Krebserkrankungn propagiert worden. Zwei Studien bei starken Rauchern hatten jedoch gezeigt, dass Beta-Caroten im Gegenteil das Lungenkrebsrisiko steigerte.
Die Dosierung der meisten Vitamin E-Präparate liegt weit über dem natürlichen Bedarf. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung beziffert ihn auf 12 mg für Frauen und 14 mg für Männer zwischen 25 und 51 Jahren. Dies entspricht weniger als 30 IU (1 mg entspricht 1,49 IU). Diese Menge könne problemlos über normale Lebensmittel aufgenommen werden. Supplemente seien nicht nötig. DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 11.11.2004

Links zum Thema

Die Studie als PDF-Datei
http://www.annals.org/cgi/reprint/0000605-200501040-00110v1.pdf 

Pressemitteilung der American Heart Association
http://www.americanheart.org/presenter.jhtml?identifier=3026060 

Zusammenfassung für Patienten (Englisch)
http://www.annals.org/cgi/content/summary/0000605-200501040-00110v1 

Pressemitteilung der Johns Hopkins Medical Institutions
http://www.hopkinsmedicine.org/Press_releases/2004/11_10_04.html 

Pressemitteilung des “Council for Responsible Nutrition”
http://www.crnusa.org/prpdfs/CRNPR041110AIM.pdf 

Zufuhrtabelle der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
http://www.dge.de/Pages/navigation/fach_infos/referenzwerte/tocopherol.html 


Vitamin E erhöht Herzinsuffienzrisiko

HAMILTON/ONTARIO. Vitamin E gehört zu den Antioxidanzien, von denen sich die Forschung lange Zeit eine protektive Wirkung gegen Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen versprochen hat. Nach jüngsten Studienergebnissen im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2005; 293: 1338-1347) könnte es jedoch mehr Risiken als Vorteile haben.
Den meisten Ärzten dürfte die Heart Outcomes Prevention Evaluation (HOPE)-Studie vor allem aus Broschüren der Hersteller von ACE-Hemmern ein Begriff sein. Dort werden die günstigen Auswirkungen dieser Medikamente auf kardiovaskuläre Endpunkte betont. Weniger bekannt ist, dass die Studie auch die primärpräventive Wirkung von Vitamin E untersuchte. Die 9 541 Teilnehmer wurden deshalb (neben Ramipril oder Placebo) auch auf die Einnahme von 400 IU/die Vitamin E oder Placebo randomisiert. Als die Studie vor fünf Jahren ausgewertet wurde, war keinerlei präventive Wirkung von Vitamin E erkennbar.
Dennoch wurde eine Fortsetzung der Studie als “HOPE-The Ongoing Outcomes” oder (HOPE-TOO) beschlossen. Von den ursprünglich 267 Zentren der HOPE-Studie beteiligten sich 174 Zentren an dieser Fortsetzung. Fast 4 000 Patienten nahmen weiterhin Vitamin E oder Placebo ein. Doch auch die aktuelle Auswertung nach nunmehr median sieben Jahren zeigt keinerlei günstige Wirkung von Vitamin E: Weder sank die Krebsinzidenz/-sterberate, noch ist eine kardioprotektive Wirkung erkennbar, wie die Gruppe um Eva Lonn von der McMaster Universität in Hamilton/Kanada eingestehen muss.
Die Studie zeigt sogar, dass Vitamin E schädlich sein könnte. Im Vitamin-E-Arm der Studie kam es vermehrt zu Herzinsuffizienzen. Das Erkrankungsrisiko war relativ um 13 Prozent erhöht (relatives Risiko RR 1,13; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,01-1,26; p= 0,03). Die Zahl der Hospitalisierungen stieg sogar um 21 Prozent (RR 1,21; 1,00-1,47; p = 0,045). Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen oder Diabetes (die Einschlusskriterien der HOPE-Studie) sollten deshalb kein Vitamin E erhalten. Auch für alle anderen gibt es nach Ansicht der Editorialisten Greg Brown und John Crowley von der Universität von Washington in Seattle eigentlich keinen Grund mehr für die Einnahme (JAMA 2005; 293: 1387-1390). Denn in der Vergangenheit hatte keine der durchgeführten Studien eine protektive Wirkung zeigen können.
Zuletzt hatte auch eine Auswertung der Women's Health Study auf der diesjährigen Jahrestagung des American College of Cardiology in Orlando/Florida keinen Unterschied zu Placebo ergeben. Hier hatte die durchschnittliche Behandlungszeit sogar zehn Jahre betragen. Das Projekt einer protektiven Wirkung von Vitamin E dürfte damit endgültig ad acta gelegt werden. Deutsches Ärtzeblatt 16. März 2005