KREBSVORSORGE

Vitamine

Studien , die Hinweise geben wie mit Ernährung möglicherweise Krebs vorgebeugt werden kann

Ernährung, Immunität, Krebsvorsorge.
Gesund durch natürliche Lebensmittel

von L. Horst Grimme 1995 Preis:   EUR 17,33
Broschiert
- 213 Seiten  
Krebsvorsorge und Heilung durch Jogging und gesundes Leben.
von Ernst van Aaken  Preis: EUR 12,68
Taschenbuch
- 100 Seiten  Erscheinungsdatum: Februar 1989

Tips, wie mit Ernährung Krebs vorgebeugt wird
Düsseldorf (arf). Die Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen Ernährung und Tumor-Entstehung reichen jetzt
offenbar aus, um wenigstens allgemeine Empfehlungen zur Ernährung zu formulieren.
Privatdozent Dr. Peter Bartram von der Universität Würzburg hat auf der MEDICA in Düsseldorf Tips gegeben, welche Nahrungsmittel bevorzugt und welche vermieden werden sollten, um einer Krebserkrankung vorzubeugen. So gilt eine ballaststoffreiche Kost, die möglichst viel von den antioxidativen Vitaminen C, E und Beta-Carotin enthalten sollte als günstig. Eine Studie in China habe zum Beispiel ergeben, daß die Supplementation der Antioxidantien Selen, Vitamin E und Beta-Carotin die Sterblichkeit an Magenkarzinomen um 21 Prozent senken konnte. Vitamin C ist offensichtlich ebenfalls bei der Prävention des Magen-Krebses hilfreich, da es die Bildung der karzinogenen Nitrosamine im Magen hemmt.Zur Vorbeugung von Kolonkarzinomen ist offensichtlich eine kohlehydratreiche Ernährung günstig, weil heute davon ausgegangen wird, daß stärkereiche Nahrungsmittel im Darm Karzinogene und Kokarzinogen binden und durch einen Verdünnungeffekt deren Konzentration im Kolonlumen senken. Generell empfehlen die Ernährungsexperten, den Energie-Bedarf nur zu 25 bis 30 Prozent durch Fette zu decken. Geräucherte Lebensmittel haben einen hohen Gehalt an Nitrosaminen, so daß sie ebenfalls nicht zu oft auf dem Speiseplan stehen sollten. Da Alkohol bekanntermaßen ein Zellgift ist, sollte der Konsum nur mäßig sein, um Karzinomen vorzubeugen, so Bartram. Ärztezeitung 17.11.1996

  DER BUCHTIP



Welches Gemüse speichert Nitrat stärker - Tomaten, Kopfsalat oder Bohnen?

Kopfsalat speichert Nitrat am stärksten. Er ist ebenso wie Feldsalat, Spinat, rote Bete, Radieschen, Rettich, Kohlrabi und Mangold ein stark nitrophiles, also nitratspeicherndes, Gemüse. Bohnen zählen zu den mittel nitrophilen und Tomaten zu den schwach nitrophilen Gemüsesorten.
Nitrat ist eine natürlich vorkommende Stickstoffverbindung, die von den Pflanzen zum Wachstum benötigt wird. Je mehr nitratreiche Düngemittel allerdings eingesetzt werden, desto belasteter ist das Gemüse.
Eine erhöhte Nitratzufuhr stellt für den Menschen, insbesondere für Säuglinge und Kinder, ein Gesundheitsrisiko dar. Bei Säuglingen kann es zu Blausucht führen. Ansonsten können Reizungen der Magen- und Darmschleimhaut, Brechreiz und Durchfall auftreten. Nitrat an sich führt nicht zu diesen Beschwerden. Das Problem liegt darin, daß es in das giftige Nitrit umgewandelt werden kann. Dieses ist sehr reaktionsfreudig und kann zusammen mit Eiweißstoffen (z.B. aus anderen Lebensmitteln wie Käse) die stark krebserregenden Nitrosamine bilden.
Tips: Gartenbesitzer sollten nitrophile Gemüsesorten nicht morgens sondern nachmittags oder abends ernten,da die Pflanzen über Nacht vermehrt Nitrat aufnehmen. Durch das Sonnenlicht werden die Nitratspeicher jedoch abgebaut, da die Pflanze das Nitrat zum Aufbau von Eiweiß benötigt.
Der Nitratgehalt in Gemüse läßt sich auch durch küchentechnische Maßnahmen verringern. Zum Beispiel indem die äußeren Blätter, dicken Blattrippen und Strunkansätze entfernt werden. Bei der Zubereitung sollte Vitamin C (z.B. Zitronensaft in Salatsoßen) zum Einsatz kommen, da es die Bildung der gesundheitsschädlichen Nitrosamine hemmt. Auch ein Glas Orangensaft zum Essen reduziert die Nitrosaminbildung.
Kiwis sind Vitamin C-haltiger als Zitronen. 100 g Kiwi liefern 71 mg Vitamin C, Zitronen 53 mg. Unser täglicher Vitamin C-Bedarf liegt laut Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei 75 mg. Eine Menge, die durch den täglichen Verzehr von Obst und Gemüse ohne Probleme aufgenommen werden kann. Weitere gute Vitamin C-Quellen sind Paprika, Broccoli, Fenchel, Spinat, Kohlrabi, Grünkohl, schwarze Johannisbeeren, Erdbeeeren und Apfelsinen.
Vitamin C hat viele Aufgaben: es wirkt unter anderem als Antioxidationsmittel (d.h., es schützt die Zellen, aber auch andere Vitamine vor der Zerstörung durch aggressiven Sauerstoff), stärkt das Immunsystem, fördert die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Lebensmitteln, ist zuständig für die Kollagenbildung, kurbelt die Herstellung von Hormonen und Nervenstoffen an, stärkt die Psyche und hemmt die Nitrosaminbildung.

                  


Einsatz der Radikalfänger in der  KREBSPRÄVENTION Basisprogramm Vorsorge -
Chemoprophylaxe und  KREBSTHERAPIE  in der Nachsorge

Stärkung des Radikalfängersystems
Zahlreiche epidemiologische und Interventionsstudien Studien konnten zeigen, daß eine gute Versorgung von vornherein (natürlicherseits) bzw. eine Supplementierung (Nahrungsergänzung) mit Antioxidantien ("Radikalfänger") eine Senkung der Krebsinzidenz bis zu 50 % bewirken kann.
In der Krebsnachsorge leisten die Radikalfänger wertvolle Hilfe in der Entgiftung nach Narkosen, Chemo- und Strahlentherapien sowie in der Verbesserung der metastasenfreien Zeiten. Für eine sinnvolle Supplementierung in beiden Bereichen (Prävention, Krebsnachsorge) ist die möglichst konsequente und kontinuierliche (tägliche) Einnahme der angeführten Substanzen lebenslang erforderlich.Vor der isolierten Einnahme nur einzelner Substanzen muß allerdings gewarnt werden:
Ein Radikalfänger wird nach "Fangen" eines Freien Radikals selbst zum Freien Radikal. Dies trifft besonders für Beta-Carotin zu. Wichtig ist also die Stärkung der gesamten Radikalfänger-Kette, die erst einen vollständigen Abtransport Freier Radikaler ermöglicht. Somit kann sich das System selbst regenerieren.


Die Vitamin Bibel für das 21. Jahrhundert.
Vitamine, Bausteine für ein gesundes 
und langes Leben.
 Earl Mindell
Preis:  DM 16,90 EUR 8,64 
Taschenbuch - 543 Seiten (1999) 
        Antioxidanzien gegen freie Radikale.
Gesünder leben mit den Vitaminen
C, E und Betakarotin. 

Stefan R. Voges
Preis: DM 24,80   EUR 12,68   
Taschenbuch - 165 Seiten (1997) 
 

Äpfel gegen Krebs
Ein Apfel pro Tag kann Krebs in Schach halten. 100 Gramm der Frucht wirken effektiver als 1500 Gramm Vitamin C, ergab eine jetzt in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie. In Saft und Schale der Äpfel stecken Phenole und Flavonoide. Diese so genannten Antioxidationsmittel fangen krebsfördernde freie Radikale im Körper ab. Rui Hai Liu und Kollegen von der Cornell University, New York, testeten Extrakte der Sorte Red Delicious. Die größten Mengen der hilfreichen Stoffe steckten in der Schale. In den Experimenten stoppten gezüchtete Leber- und Dickdarmkrebszellen nach Zugabe der Fruchtsäfte ihr Wachstum. "Natürliche Antioxidantien aus frischen Früchten wirken offenbar besser als synthetische Nahrungsergänzungsmittel. Wir werden jetzt weitere Fürchte testen", resümiert Rui Hai Liu.  Wilfried Schnitzler von der TU-München hält Gemüse für noch effektiver: "Der tägliche Apfel wäre zwar schon ein guter Schritt. Aber Gemüse enthält noch viel mehr Stoffe, wie Senföle, Sulfide oder Carotinoide, die dem Krebs Paroli bieten können."


Zusätzliche Einnahme von Ballaststoffen könnte Krebsrisiko erhöhen
13.10.2000 - Eine multinational durchgeführte Studie stellt die bisherige Annahme in Frage, dass Ballaststoffe als Nahrungszusatz eine schützende Wirkung vor der Entwicklung von Adenomen (=Darmpolypen mit präkanzerösem Potenzial) im Darm haben könne. 552 Patienten, bei denen entsprechende Darmpolypen diagnostiziert worden waren, wurden in drei etwa gleichgrosse Gruppen unterteilt, die entweder zusätzliche Ballaststoffe, extra Kalzium oder keine Nahrungszusätze erhielten. Drei Jahre später wurde eine weitere Koloskopie durchgeführt. In der Gruppe ohne Nahrungszusätze wurden bei 36 der 178 Probanden (20,2%) neue Polypen festgestellt, gegenüber bei 58 von 198 Teilnehmern (29,3%) in der Gruppe, die Ballaststoffe erhielten. In der Gruppe, die extra Kalzium einnahm, entwickelten sich nur bei 15,9% (28 von 178) der Teilnehmer neue Polypen. Diese Testergebnisse stellen jedoch die schützende Wirkung natürlich vorkommender Ballaststoffe in Nahrungsmitteln wie Gemüse oder Obst nicht in Frage. (Quelle: BBCHealth, in Englisch)


Hautkrebsrisiko: Schwarzer Tee kann möglicherweise das Hautkrebsrisiko senken - wenn er stark und heiß getrunken wird. Das berichtet die in Hamburg erscheinende Zeitschrift «Men's Health» in ihrer November-Ausgabe unter Berufung auf Untersuchungen der amerikanischen University of Arizona in Tucson. Demnach sollte am besten ein Teebeutel oder ein Teelöffel loser Teeblätter pro Tasse verbraucht werden, der Tee muss dann vier bis sieben Minuten ziehen und anschließend heiß getrunken werden. Laut «Men's Health» haben die US-Forscher herausgefunden, dass Testpersonen, die sich an dieses Verfahren hielten, ein bis zu 50 Prozent geringeres Hautkrebsrisiko hatten als die «schwachen Lauwarmtrinker». Eine Erklärung der Forscher: Beim Abkühlen bilden gewisse Pflanzenstoffe mit dem Koffein eine unlösliche Verbindung, die auf den Boden der Teetasse sinkt und daher nicht in den Körper des Konsumenten gelangt. (dpa, 12.10.00)ch

Vitamine. Aktiver Gesundheitsschutz. 
Bedarf, Mangel, Risiko.  
Hans-Konrad Biesalski
Preis: EUR 15,24  
Taschenbuch - 127 Seiten (1996)  
Das Vitamin, das die Gesundheit organisiert. Vitamin C und Coenzym Q 10.
von Günter A. Ulmer
Preis: EUR 4,90
Taschenbuch - 48 Seiten
Erscheinungsdatum: 1999

Ursula Wintermeyer
Preis: EUR 11,76 
Taschenbuch - 134 Seiten (Februar 1998) 

Studie: Karotten können Lungenkrebsrisiko verringern :
Der Genuss von Gemüse, das reich an so genannten Karotinoiden ist, kann das Risiko senken, an Lungenkrebs zu erkranken. Das berichtet die in München erscheinende Fachzeitung Ärztliche Praxis unter Berufung auf Untersuchungen von Ernährungswissenschaftlern an der Harvard University in Boston. Demnach können vor allem das besonders stark in Karotten enthaltene alpha-Karotin sowie das in Tomaten vorkommende Lycopin das Lungenkrebs-Risiko senken. Bei
Nichtrauchern zeigte laut Ärztliche Praxis alpha-Karotin den stärksten Effekt. Die Teilnehmer der Untersuchung mit dem höchsten Konsum hatten gegenüber denen mit dem geringsten Konsum ihr Lungenkrebs-Risiko um 63 Prozent reduziert. Bei Rauchern zeigt dagegen vor allem Lycopin Wirkung, da es im Gegensatz zu den meisten anderen Karotinoiden durch das Rauchen nicht verändert wird. Nicht zu helfen scheinen Rauchern dagegen die übrigen Karotinoide. Am wirksamsten ist dem Bericht zufolge insgesamt jedoch ein Cocktail jener Substanzen, die in Obst und Gemüse enthalten sind. Abgesehen davon ist die beste Vorsorge, die ein Raucher betreiben kann, der Verzicht auf das Rauchen - mehr als 90 Prozent der entsprechenden Tumore werden durch das Rauchen verursacht. 
(dpa, 19.10.2000)


Mit Tomaten gegen Mundhöhlenkrebs
Berlin - Ein Pigment, das Tomaten die rötliche Farbe verleiht, eignet sich vermutlich im Kampf gegen Mundhöhlenkrebs. Nach einem Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ haben israelische Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem in Zellkulturversuchen herausgefunden, dass so genannte Lycopene Tumorzellen abtöten können. Die Forscher planen die Effektivität der zu den Vitamin-A-Bausteinen gehörenden Lycopene in Tests an krebskranken Menschen zu überprüfen. Die Entwicklung neuer Therapien gegen Mundhöhlenkrebs sind wichtig, denn nur etwa die Hälfte der Betroffenen überlebt die ersten fünf Jahre nach der Diagnose.(ol)


Thai-Küche gegen Krebs -Tom-Yum-Suppe enthält Krebs hemmende Stoffe
Einer thailändischen Studie zufolge ist die in Thailand populäre Tom-Yum-Suppe gegen Krebserkrankungen wirksam, wie die Rheinische Post berichtete. Wissenschaftler der Kasetsart Universität und der Kyoto Kinki Universität fanden Krebs hemmende Stoffe, welche die Tom-Yum-Suppe hundert Mal wirksamer machen als andere Speisen. Die Wirkstoffe wollen die Wissenschaftler demnächst extrahieren.  Im Vergleich zu Europa gibt es in Thailand deutlich
weniger Krebserkrankungen des Verdauungstraktes, erläutert Suratwadee Jiwijindra von der Kasetsard Universität. Der Grund hierfür sei die traditionelle Thai-Küche, glaubt er. Es werden viele frische Kräuter und Gewürze verwendet, die sich posititv auf den gesamten Organismus auswirken. 
Die Tom-Yum-Suppe ist eine scharf-säuerliche Garnelensuppe, für die neben den Garnelen auch eine raffinierte Gewürzmischung verwendet wird. Die Gewürze sind unter anderen Zitronenblätter, Zitronengras, Koriander, Galangal-Wurzel, Knoblauch und Chili. 
Dagmar Kronenberg , http://www.wissenschaft.de

                      


Gen-Tomate : Veränderte Lebensmittel gegen Krankheiten
Berlin - Der Biss in eine saftige Tomate soll noch gesünder werden: Forschern vom Nahrungsmittelkonzern Unilever ist es einem Bericht der "Welt" zufolge gelungen, Tomaten gentechnisch so zu verändern, dass sie 78 Mal so viel Flavonole enthalten wie ihre natürlichen Artgenossen. Diese Pflanzenstoffe kommen auch in Tee oder Zwiebeln vor und wirken entzündungshemmend. Sie verlangsamen die Zellalterung und vermindern das Wachstum von Krebszellen. Außerdem sollen die  Flavonole das Risiko von Herzkrankheiten vermindern. Damit gehört das  rote Gemüse zur stetig wachsenden Zahl von funktionellen  Lebensmitteln (functional food), die mehr versprechen, als nur satt zu   machen, so die "Welt": 
Pre- und probiotische Joghurts mit speziellen  Bakterienkulturen haben schon lange die Tiefkühlregale erobert. Mittlerweile beträgt ihr Marktanteil 15 Prozent des Joghurtmarktes. Die Bakterien sollen sich beim Verzehr des Joghurts im Darm ansiedeln und das Immunsystem stärken, versprechen die Hersteller. Gegen zu hohen Cholesterinspiegel wirken Brötchen und Brot mit Omega-3. Ihr Wirkstoff  findet sich auch in Kaltwasserfischen wie Lachs und Makrele; mittlerweile wird er auch Frühstücksflocken, Eiern und Hühnchen zugesetzt. Auch Margarine mit zusätzlichen pflanzlichen Sterinen senkt zu hohe Cholesterinspiegel. 
In Österreich und der Schweiz gibt es  bereits Vollkornprodukte, die durch zusätzliches Vitamin D und Kalzium   dem Knochenschwund vorbeugen. Sojaprodukte mit pflanzlichen Östrogenen sollen künftig das Risiko von Brust- und Prostatakrebs senken, zuckerfreie Kaugummis und Bonbons halten die Zähne beim Naschen gesünder, da sie die Entstehung von Karies vermindern. Und die Pralinen eines niederländischen Herstellers versprechen mit zugesetzten Vitaminen und Mineralien besonders viel Energie und Vitalität zu liefern. 
Doch nicht alle Entwicklungen zielen nur auf die Zipperlein: In den USA wurden bereits Kartoffeln gentechnisch so verändert, dass sie einen Impfstoff gegen Durchfallbakterien produzieren. Auch Bananen können schon Impfstoffe enthalten, und künftig sollen Lebensmittel auch Vakzine gegen Keuchhusten, Tetanus und Masern bergen. 
Gentechnisch veränderter Reis kann Kindern in den so genannten Entwicklungsländern das Augenlicht retten: Die gelben Reiskörner enthalten Beta-Carotin, aus dem der Mensch Vitamin A produziert. Vitamin-A-Mangel ist in armen Gegenden die häufigste Ursache für die Erblindung von Kindern. Produzenten, die hierzulande ein solches neues Lebensmittel auf den Markt bringen wollen, müssen nach der Novel-Food-Verordnung von 1997 in einem EU-Land einen Genehmigungsantrag stellen, der von zuständigen Behörden aller EU-Länder geprüft wird. Für Produkte, die bereits vorher auf den Markt  gebracht wurden, gilt das jedoch nicht. (dc) Mittwoch, 2. Mai 2001 netdoctor


Speise-Kräuter gegen Krankheiten
Bonn (gms) - Gerade Sommergerichte lassen sich gut mit Basilikum, Schnittlauch und anderen Kräutern bereichern. Doch Gewürzkräuter sind mehr als nur dekorative Beilage. Ihre Geschmacks- und Duftstoffe haben zahlreiche positive gesundheitliche Wirkungen, so der Verbraucher-Informationsdienst aid in Bonn. Die meisten Gewürzkräuter enthielten Pflanzenstoffe, die über Nahrungsmittel eingeschleppte Bakterien in Speisen abtöteten. Knoblauch, Zwiebeln oder Oregano beseitigten die meisten Bakterien, darunter auch Salmonellen, so der aid. Viele Inhaltsstoffe von Gewürzkräutern gelten laut den Ernährungsexperten sogar als Krebs hemmend. 28. Juli 2001


Das Rot der Tomaten zum Schutz vor Herzerkrankungen und Krebs
Immer mehr Studienergebnisse weisen auf eine schützende Wirkung des Farbstoffs Lycopin der Tomate auf chronisch degenerative Erkrankungen sowie Herz-Gefäß-Krankheiten hin.
Aachen, den 10.07.2001 - 11.00 Uhr - (DIET-SDM): Höhere Lycopinkonzentrationen in Blut und
Fettgewebe korrelieren mit einem geringeren Risiko für koronare Herzkrankheiten. Zu diesem
Ergebnis kommen immer mehr epidemiologische Studien, informiert heute Sven-David Müller, Sprecher des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) in Bad Aachen. Lycopin hemmt die Oxidation von arterioskleroseförderndem LDL-Cholesterin. Dieses oxidativ veränderte LDL führt zu einer Bildung von Schaumzellen, die letztendlich zu Plaqueablagerung an den inneren Gefäßwänden führen.  Dieser Vorgang ist durch die Aufnahme von Lycopin deutlich zu mindern, so Müller. Verschiedene klinische Studien konnten einen signifikanten Rückgang der LDL-Oxidation durch einen vermehrten Verzehr von Tomatenprodukten nachweisen. Ergänzend zu dem Schutz vor koronaren Herzerkrankungen und Arteriosklerose kommt eine krebspräventive Eigenschaft des Lycopins. Zahlreiche Beobachtungsstudien wiesen auf ein geringeres Risiko für die Ent-stehung von bestimmten Krebsarten wie Prostata-, Lungen- und Magenkrebs sowie Krebserkrankungen des Magens, des Darms, der Speiseröhre, der Brust und des Gebärmutterhalses hin. Der Mechanismus, mit dem das Lycopin die Entstehung dieser Krebsarten beeinflusst, ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Diskutiert wird eine Wirkung in der frühen Phase der Krebsentstehung. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Lycopin die Umwandlung vorgeschädigter Zellen in Krebszellen verhindert, da es die Zellkommunikation zwischen gesunden und vorgeschädigten Zellen ermöglicht und so gesunde Wachstumssignale auf die potentiellen Krebszellen übertragen werden können. Die Schutzwirkung für die Haut durch das Lycopin beruht auf der Verminderung der Bildung von zellschädigenden Radikalen durch UV-Strahlen im Sonnenlicht. Offensichtlich kommt dem Lycopin hier eine größere Bedeutung zu als dem ?-Carotin. Lycopin wird nur von wenigen Pflanzen gebildet. Besonders reich an Lycopin sind Tomaten und Tomatenprodukte wie Tomatensaft. Eine schonende Verarbeitung frischer Tomaten führt zu einer besseren Verfügbarkeit des Lycopins für den menschlichen Organismus, da es durch den Verarbeitungsprozess aus den Zellen gelöst wird. Selbst beim Kochen bleiben über 90 Prozent des Lycopins erhalten. Daraus folgt, dass Produkte wie Tomatenpüree, Tomatensuppe und Tomatensaft dem menschlichen Körper deutlich mehr Lycopin bieten können als frische Tomaten. Ergebnissen der nationalen Verzehrsstudie (NVZ) zufolge beträgt die durchschnittliche tägliche Aufnahme an Lycopin in Deutschland 1,28 Milligramm. Bis heute ist es nicht möglich, genaue Angaben über die erforderliche Zufuhr zu machen. Ein regelmäßiger Verzehr von Tomaten oder ihren Produkten scheint jedoch gerechtfertigt. Eine Alternative zu rohen Tomaten bieten auf Grund der besseren Bioverfügbarkeit Tomatenprodukte wie beispielsweise ein Glas Tomatensaft, das bereits 20 Milligramm Lycopin enthält. Im Gegensatz dazu enthalten 125 Gramm Tomaten lediglich 4 Milligramm Lycopin. Das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin empfiehlt daher, Tomaten und Tomatenprodukten einen ausreichenden Platz im Speiseplan einzuräumen. Vor Tomatenketchup warnt der Ernährungsexperte, da dieses reichlich Zucker enthält. Der DIET-Sprecher Sven-David Müller empfiehlt täglich ein Glas Tomatensaft oder 200 Gramm Tomaten in Scheiben geschnitten. http://www.diet-aachen.de. 


Krebshemmer: Neuer Wirkstoff aus dem Meer
Bethesda – Einen neuen Wirkstoff gegen Krebs, der aus karibischen Seescheiden gewonnen wird, haben Wissenschaftler am Nationalen
Krebs-Institut (NCI) in Bethesda, Maryland, und in Japan entdeckt. Die Substanz ET-743, Ecteinascidin, tötet Krebszellen ab, indem sie die Reparaturmaschinerie der Zelle in die Vorgänge mit einbezieht. Dies berichtet die Tageszeitung "Die Welt" nach einem Artikel in der Augustusgabe des Fachmagazins "Nature Medicine". Es handle sich um eine neue Wirkstoffklasse, die als einzige den so genanten NER-Mechanismus (Nukleotid Excision Reparatur) nutze, so Yves Pommier, Leiter des Labors für molekulare Pharmakologie am NCI. Bei dieser Reparatur werden fehlerhafte DNS-Bausteine aus der Erbgut-Sequenz einer Zelle herausgeschnitten. In Zusammenhang mit ET-743, das sich an die DNS heftet, komme es zum Zelltod, so Pommier. Ecteinascidin wird bereits in klinischen Studien der Phase II und III getestet und soll unter anderem das Wachstum von Weichteil-Sarkomen, Eierstock- und Lungentumoren eindämmen. Bis  zur Anwendung sei es aber ein langer Weg, sagte Pommier und schränkte die Hoffnung auf ein Wundermittel ein. netdoctor 2. August 2001


Viel Obst und Gemüse: Krebsrisiko sinkt erheblich
Wien – Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag senken das Risiko, an Krebs zu erkranken, um 20 Prozent. Dies war die wichtigste Botschaft, die Ernährungsexperten am Donnerstag auf dem 17. Internationalen Ernährungskongress verkündeten, der derzeit in Wien stattfindet. Das berichtet der österreichische "Standard" in seiner neuesten Ausgabe. Geoffrey Cannon, britischer Ernährungsexperte, berichtete über ein weltweite Aufklärungskampagne, die der World Cancer Research Fund (WCRF) gestartet hat. Der WCRF ist in 24 Ländern aktiv und hat über neun Millionen zahlende Unterstützer. Ziel ist es, der Menschheit gesunde Ernährung näher zu bringen, die eine größtmöglich präventive Wirkung in puncto Krebs aufweist. Deshalb führte man zunächst eine weltweite Studie mit namhaften Experten aus aller Welt durch, um besseres Datenmaterial zu gewinnen. Ziel war dabei, vor allem anwendungsorientierte Ergebnisse präsentieren zu können. Resultat sind sechs Richtlinien, die das Risiko, an Krebs zu erkranken deutlich senken sollen:
1.Wählen sie eine Ernährung, die reich an pflanzlicher Nahrung ist.
2.Essen Sie viel Obst und Gemüse
3.Halten Sie ein gesundes Gewicht und achten Sie auf ausreichend
körperliche Bewegung
4.Trinken Sie Alkohol in Maßen – wenn überhaupt
5.Wählen Sie Lebensmittel mit niedrigem Salz-und Fettgehalt aus
6.Achten Sie auf die schonende Zubereitung und hygienische Aufbewahrung von Lebensmitteln
Mit diesen einfachen und für den Verbraucher formulierten Richtlinien ließe sich eine gesunde Ernährung erreichen. Jerianne Heimendinger, US-amerikanische Ernährungsexpertin, plädierte für eine Kampagne nach dem Motto "Fünf am Tag für eine bessere Gesundheit". Dabei ist von fünf Portionen Obst und Gemüse die Rede – eine Portion stellt beispielsweise eine mittlere Kartoffel oder ein Apfel dar. (hk) 31. August 2001


Das NCP-Ernährungsprogramm beugt vor - Krebsvorsorge

Im Rahmen des 24. Krebskongresses 2001 in Berlin Ende März stellten Ärzte der EuromedClinic in Fürth gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft erstmals das NCP-Ernährungsprogramm (National Cancer Prevention) vor. NCP ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Fachbereich Gynäkologie und Urologie. NCP will ansetzen, bevor der Krebs entsteht und speziell hormonabhängigen Tumoren (Prostatakrebs bei Männern, Brust- und Gebärmutterkrebs bei Frauen) durch richtige Ernährung vorbeugen.

NCP stützt sich auf sechs Erkenntnisse:

  • Übergewicht ist ein Gefahrenfaktor für Krebserkrankungen.
  • Es senkt das Krebsrisiko, wenn man Fett reduziert und gesättigte Fette (meist tierischer Herkunft) durch einfach und mehrfach ungesättigte Pflanzenöle ersetzt, wie z. B. Olivenöl, bzw. spezielle Fischöle (Omega-3-Fettsäuren in Kaltwasserfischen) zu sich nimmt.
  • Obst und Gemüse bekämpfen freie Radikale, die den Organismus belasten und dadurch das Krankheitsrisiko vergrößern.
  • Spezielle Obst- und Gemüsesorten verfügen über Inhaltsstoffe mit tumorvorbeugender Wirkung. Besonders hervorzuheben sind Phytoöstrogene, die u. a. alle Sojaprodukte enthalten.
  • Alkohol erhöht nachweislich die Brustkrebsgefährdung.
  • Regelmäßige sportliche Betätigung (mindestens dreimal 30 Minuten Ausdauersport pro Woche) vermindert das Risiko, an Krebs zu erkranken.

Asiatinnen erkranken fünfmal seltener an Brustkrebs als Amerikanerinnen oder Europäerinnen. Das haben sie einer Ernährung zu verdanken, die charakteristisch ist für die Länder Asiens: wenig Fett, viele Ballaststoffe und ein hoher Anteil an Sojaprodukten wie etwa Tofu. In Soja stecken hormonähnliche Mikronährstoffe (so genannte Phytoöstrogene), die chemisch ähnlich aufgebaut sind wie die Östrogene (weibliche Sexualhormone). Phytoöstrogene beeinflussen Stoffwechsel und Wirkung der natürlichen Östrogene so, dass sich das Brustkrebsrisiko vermindert.

                


Glomp, Dr. Ingrid
Krebsprävention durch Ernährung: Vitaminpillen können Gemüse nicht ersetzen
Deutsches Ärzteblatt 94, Heft 5 vom 31.01.97, Seite A-216

Es ist belegt, daß sich zahlreiche Krebsfälle durch eine entsprechende Ernährung verhindern lassen. Welches sind jedoch genau die schützenden Faktoren? Welche Substanzen der pflanzlichen Nahrung oder auch synthetischer Art können welche Krebsform verhindern oder stoppen? Diese Fragen behandelte kürzlich ein internationales Symposium im Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.
Wir sollten in die Schulen gehen und den Kindern beibringen, viel Obst und Gemüse zu essen", so brachte Prof. Michael Hill das A und O der Krebsprävention auf den Punkt. Der Wissenschaftler arbeitet für die European Cancer Prevention Organization in Slough (Großbritannien). Wie er erklärte, hat man viele der schützenden Substanzen in pflanzlicher Nahrung identifiziert. Sie lassen sich in vier Gruppen einteilen:
1. Vitamine und Provitamine
2. andere Mikronährstoffe (zum Beispiel Selen, Zink, Kalzium)
3. Ballaststoffe und verwandte Substanzen
4. "Anti-Karzinogene" (Indole, Polyphenole, Flavonoide etc.).
Die meisten von ihnen verhindern nach Angaben des Wissenschaftlers eher die Krebsinitiation als die Progression. Deshalb sei es wichtig, in jungen Jahren mit einer gesunden Ernährung zu beginnen.


Beispiel Darmkrebs
Eines der zentralen Themen war das Kolonkarzinom, weil relativ viele schützende und schädliche Faktoren dieser Erkrankung bekannt sind. Bei der Chemoprävention unterscheiden die Experten zwischen Maßnahmen für die Gesamtbevölkerung und solchen für Hochrisiko-Gruppen. In bezug auf Darmkrebs weiß man recht genau, was jeder einzelne zur Vorbeugung tun kann. Wie aus mehreren Vorträgen hervorging, wirkt neben viel Obst und Gemüse auch Getreide (Vollkornnahrung) positiv. Laut Prof. John Potter vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle ist sportliche Betätigung ebenfalls nützlich. Das gilt vor allem für Männer, bei Frauen war der Effekt schwächer.
Außerdem haben nach seinen Angaben Meta-Analysen gezeigt, daß bei der westlichen Ernährungsweise nicht so sehr der hohe Fettanteil schadet, sondern vielmehr der Verzehr von rotem Fleisch (im Gegensatz zu Geflügel und Fisch). Auch die Zubereitungsart spielt eine Rolle. Als besonders gefährlich gilt scharf angebratenes und gegrilltes rotes Fleisch.
Seit einiger Zeit gibt es Hinweise darauf, daß Aspirin möglicherweise die Entstehung von Darmkrebs verhindert. Wie Dr. Peter Boyle vom European Institute of Oncology in Mailand erklärte, wurde dies jedoch durch eine prospektive Studie (mit amerikanischen Ärzten) nicht bestätigt. "Vielleicht ist ein längerer Beobachtungszeitraum nötig", erklärte er die Diskrepanz zu früheren Ergebnissen (siehe DÄ 44/1996). Wie auch andere Wissenschaftler wies er darauf hin, daß der Nutzen und die Risiken bei Empfehlungen für die Allgemeinbevölkerung wegen der langen Dauer solcher Maßnahmen zuvor genauestens abgeklärt werden müßten.
Hochrisiko-Gruppen
Prof. Jean Faivre (Universität Dijon) gab einen Überblick über verschiedene Interventionsstudien mit Personen, bei denen ein besonderes Risiko der Entstehung von Kolorektalkarzinomen bestand, entweder weil man bei ihnen Adenome gefunden hatte oder weil sie unter familiärer Polyposis (FAP) litten. Vitamine und Antioxidanzien wie Beta-Karotin oder die Vitamine C und E hatten keinen Effekt. Das Wachstum von Adenomen ließ sich dagegen anscheinend durch eine Ernährung hemmen, die viel Ballaststoffe und/oder wenig Fett enthielt. Nicht einzelne Bestandteile von Obst und Gemüse sind für deren schützende Wirkung verantwortlich, sondern das Zusammenspiel vieler verschiedener Stoffgruppen. Oder, wie es einer der Anwesenden prägnant formulierte: "Frisches Gemüse kann nicht durch Vitamin-Tabletten ersetzt werden."
Synthetische Stoffe
Wie sieht es mit der Wirksamkeit synthetischer Substanzen aus? Außer Aspirin sind auch nichtsteroidale Antirheumatika als Mittel zur Chemoprävention von Darmkrebs in der Diskussion. Ein Beispiel ist Sulindac, das zunächst als Rheumamittel konzipiert war. Zufällig beobachtete man 1983 bei Polyposis-Patienten, daß es antiproliferativ wirkt. Dr. Günther Winde von der Klinik für Allgemeine Chirurgie in Münster berichtete über die Ergebnisse einer nicht randomisierten Studie. Diese Untersuchung mit kolektomisierten FAP-Patienten (28 in der Studiengruppe und zehn Kontrollpersonen) sollte ursprünglich der Dosisfindung dienen.
Es handelt sich um die einzige Studie, bei der Sulindac nicht oral, sondern rektal verabreicht wurde. Auf diesen Umstand führt es Winde zurück, daß in fünf Jahren nur zweimal Nebenwirkungen (in Form einer Gastritis) auftraten. Gleichzeitig fand man bei den Patienten der Studiengruppe bei 78 Prozent der Adenome eine vollständige und bei 13 Prozent eine teilweise Rückbildung. In Kürze werden die Ergebnisse aus einem weiteren, randomisierten Versuch vorliegen. Im Hinblick auf die Zukunft hält Winde es für denkbar, daß sich mit dem Einsatz von nichtsteroidalen Antirheumatika bei jüngeren FAP-Patienten ein chirurgischer Eingriff hinausschieben läßt. Dr. Ingrid Glomp


Spargel: Vorbeugungsmittel gegen Darmkrebs?
Potsdam – Spargel schmeckt nicht nur gut, er wirkt auch gegen Krebs. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, haben Forscher des Instituts für Gemüsebau in Großbeeren (Brandenburg) herausgefunden: Wer viel Spargel isst, senkt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Die Experten erforschten vor allem die entschlackende Wirkung der vitaminreichen Stengel. Der Körper werde dadurch entgiftet und das Darmkrebsrisiko somit verringert. Außerdem enthält Spargel eine hohe Konzentration Vitamin C, was das Immunsystem stärke. Donnerstag, 2. Mai 2002


Grünes Blattgemüse: Darmkrebs-Risiko sinkt deutlich
London (dpa) - Wer viel grünes Blattgemüse isst, kann sein Darmkrebsrisiko einer Studie zufolge um fast die Hälfte senken. Die Erkrankungsgefahr verringert sich demnach um 46 Prozent, wenn man mindestens einmal am Tag Broccoli, Kohl, Salat, Rosenkohl oder Blumenkohl isst. Für die am Mittwoch in dem britischen Fachmagazin "Gastroenterology Journal" veröffentlichte Untersuchung der Universität Liverpool wurden 1000 Menschen nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Die eine Hälfte hatte Darmkrebs, die andere war gesund. Der Leiter des Forschungsteams, Prof. Jonathan Rhodes, sagte, schon lange gelte eine ballaststoffreiche Ernährung als vorbeugend gegen Darmkrebs. Die neue Studie habe nun aber gezeigt, dass vor allem ganz bestimmtes Gemüse eine Schutzfunktion habe. Gleichzeitig seien Erkenntnisse bestätigt worden, wonach Rind- und Schweinefleisch und Übergewicht das Entstehen von Darmkrebs begünstigen.6. Juni 2002


Vitamine E inhibiert Androgenrezeptor auf entarteten Prostata-Zellen 3.6.02
US-Forscher haben in Laborversuchen herausgefunden, auf welche Weise Vitamin E das Fortschreiten des Prostata-Karzinoms hemmt. Ein Wissenschafterteam um Dr. Yu Zhang von der Rochester-Universität im US-Staat New York zeigte, dass das Vitamin die Bindung einer Andockstelle für männliche Geschlechtshormone in den Krebszellen hemmt. Da dieser "Androgen-Rezeptor" für das Fortschreiten der Erkrankung notwendig sei, könnte so das weitere Wachstum der Zellen gestoppt werden. Die Forscher beobachteten weiter, dass Vitamin E das Wachstum der entarteten Zellen besser unterdrückt als der häufig gegen Prostata-Krebs eingesetzte Wirkstoff Flutamid. Die besten Ergebnisse erzielten die Forscher, wenn sie die Zellen mit beiden Substanzen gleichzeitig behandelten. Bisher wurde die Wirkung von Vitamin E nur in vitro untersucht. Die Wissenschafter gehen allerdings davon aus, dass Tocopherol eine sinnvolle Ergänzung zur frühzeitigen Behandlung von Prostata-Krebs darstellen könnte. An den Androgen-Rezeptor docken Testosteron und andere Hormone an und aktivieren ihn. Da dadurch besonders in der Frühphase der Erkrankung das Tumorwachstum gefördert werde, sei die Blockierung des Rezeptors eine attraktive Behandlungsmöglichkeit, erläutern die Forscher. Untersuchungen von Krebspatienten hatten bereits zuvor gezeigt, dass Vitamin E das Prostata-Krebsrisiko verringern könnte. Der Mechanismus dieser Schutzwirkung war bisher allerdings unklar. Den Wissenschaftern zufolge könnte die Aufklärung dieser Wirkung bei der Entwicklung neuer Therapien und Vorbeugemaßnahmen helfen. (PZ, dpa) www.medaustria.at
Quelle: PNAS; 2002, 99: 7408-7413


Brokkoli: Hilfe gegen Magengeschwüre
Hamburg – Patienten mit Magengeschwüren können neue Hoffnung schöpfen: Der aus Brokkoli gewonnene Wirkstoff Sulforaphan ist in der Lage, ein für die Erkrankung verantwortliches Bakterium abzutöten. Das berichtet das "Handelsblatt". Die bisher unbekannte Wirkung von Sulforaphan entdeckten amerikanische und französische Forscher, als sie dessen krebshemmende Eigenschaft testeten. In ihren Untersuchungen fanden sie heraus, dass der Stoff eine ähnliche Wirkung wie Antibiotika hat. Für Menschen in der Dritten Welt könnte es hilfreich sein, vermehrt einheimisches Gemüse mit hohem Sulforapha-Gehalt zu verzehren. Noch ist allerdings nicht erwiesen, dass der Verzehr von Brokkoli oder anderer Gemüse eine ähnlich effektive antibakterielle Wirkung wie die Reinsubstanz hat. netdoktor


Grüner Tee reduziert Risiko für Eierstock-Krebs - Auch Schokolade und Kaffee sollen Bildung von Tumoren bremsen =
Perth/London, 21. August (AFP) - Eine Studie unter chinesischen Frauen hat  ergeben, dass tägliches Teetrinken das Risiko für Eierstock-Krebs drastisch  senkt. Bei langjährigem Konsum von grünem Tee sinke die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung um bis zu 77 Prozent gegenüber Nicht-Teetrinkern, erklärte der  australische Ernährungswissenschaftler Colin Binns am Mittwoch. Forscher der  Universität von Perth hatten zusammen mit chinesischen Kollegen aus Hangzhou  mehr als 900 Frauen über ihre Trinkgewohnheiten befragt. Bei regelmäßigen  Teetrinkerinnen seien deutlich weniger Fälle von Eierstock-Krebs aufgetreten.  Bei täglichem Konsum gelte dies auch für schwarzen Tee, heißt es in der von  der Amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung veröffentlichten Studie.  Auch Kaffee, Cola und Schokolade sollen einer britischen Studie zufolge die Bildung von Tumoren bremsen. Koffein und Theophyllin, die in geringen Mengen  auch in Tee enthalten sind, blockierten ein für das Wachstum der Krebszellen verantwortliches Enzym, heißt es in der jüngsten Ausgabe des britischen  "Journal of Biological Chemistry". Neben möglichen Fortschritten im Kampf gegen Krebs lege die Studie auch den Einsatz von koffeinhaltigen Mitteln gegen  Entzündungen und Herzleiden nahe, erklärte der Londoner Biochemiker Peter Shepherd. Zugleich warnte er aber vor übertriebenem Genuss von Kaffee oder  Schokolade. Die Forschung müsse nun Medikamente entwickeln, die die Wirkung von Koffein imitierten, ohne dabei die gleichen negativen Folgen zu zeigen.


Krebs vorbeugen ...
Dass Selen in der Prävention von Tumorerkrankungen eine herausragende Bedeutung zukommt, konnte mittlerweile in drei großen Interventionsstudien belegt werden. Die jüngste und gleichzeitig aussagekräftigste ist die im Jahr 1996 veröffentlichte Clark-Studie. In der randomisierten, plazebokontrollierten Doppelblindstudie waren knapp 1000 ältere Patienten mit behandeltem Nichtmelanom-Hautkrebs entweder mit 200 µg Selen pro Tag oder mit einem Plazebo behandelt worden. Nach einer Behandlungszeit von im Mittel 4,5 Jahren und einer Beobachtungszeit von etwa 6,5 Jahren stellte sich heraus, dass in der Selengruppe nur halb soviele Patienten an Krebs verstorben waren als in der Plazebogruppe. Auch die Anzahl der Neuerkrankungen ging stark zurück. Besonders deutlich war der Schutzeffekt des Selens im Hinblick auf Prostata- (um 63 Prozent verminderte Inzidenz), Kolorektal- und Lungenkarzinome.


Ausgewogene Ernährung kann Krebsrisiko vermindern
LONDON. Eine ausgewogene Ernährung, die den regelmäßigen Verzehr von frischem Obst und Gemüse einschließt, kann, in Kombination mit regelmäßiger Bewegung und einem eingeschränkten Alkoholkonsum, das Risiko für die Entwicklung von Krebs reduzieren. Timothy Key et al. von der Cancer Research UK Epidemiology Unit, Oxford, Großbritannien, untersuchten eine Reihe von Krebsarten, die mit ernährungsbedingten Faktoren assoziiert werden (Lancet 2002; 360: 861). Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass Adipositas das Risiko von ösophagealem und kolorektalem Krebs, Brustkrebs, Gebärmutter- und Nierenkrebs erhöht. Alkohol verursache Karzinome der Mundhöhle, des Pharynx, des Larynx, des Ösophagus und in der Leber und trage zudem zum Risiko für die Entstehung von Brustkrebs bei. Trotz umfangreicher Forschungen der letzten 30 Jahre, so Key et al., wurden selbst für Krebsarten wie kolorektale Karzinome, bei denen der Effekt der Ernährung bekannt sei, nur wenige spezifische Determinanten etabliert. Die Hauptursachen sehen die Forscher in unzureichenden Studienbedingungen. Die Resultate prospektiver Studien und kontrollierter Untersuchungen werden das Verständnis der Zusammenhänge in den kommenden Jahren verbessern. Gegenwärtig raten die Autoren, auf eine ausbalancierte Ernährung und mäßigen Alkoholkonsum zu achten. (17.09.02) DEUTSCHES ÄRZTEBLATT


Verhindert Lauchgemüse Prostatakrebs?
BETHESDA. Es muss nicht unbedingt Sägepalme, Brennnesselwurzel, Roggenpollen oder Kürbis sein. Auch die (für die meisten Menschen) wohlschmeckenderen Lauchgemüse wirken möglicherweise vorbeugend gegen Prostatakrebs. Diesen Schluss dürften jedenfalls Anhänger der Naturheilkunde aus einer bevölkerungsbasierten Fall-Kontroll-Studie im Journal of the National Cancer Institute (2002; 94: 1648-1651) ziehen.
Ann Hsing vom National Cancer Institute in Bethesda, Maryland, und Mitarbeiter haben sich bei 238 Männern aus Shanghai mit histologisch gesichertem Prostatakrebs und 471 gleichaltrigen Männern ohne Prostatakrebs nach den Ernährungsgewohnheiten erkundigt. Insgesamt wurden 122 Nahrungsmittel abgefragt. Dabei zeigte sich, dass Männer mit einem hohen Konsum an Allium-Gemüse (dazu zählen Bärlauch, Knoblauch, Porree, Scharlotten, Schnittlauch und Zwiebeln) seltener an Prostatakrebs erkrankten. Männer, die mehr als 10 Gramm pro Tag verzehrten, erkrankten nur halb so häufig wie Männer, welche Lauchgemüse in der Nahrung eher mieden, das heißt weniger als 2,2 Gramm pro Tag verzehrten (Odds Ratio 0,51; 95 Prozent - Konfidenz-Interval 0,34 bis 0,76). Am niedrigsten war das Risiko beim reichlichen Verzehr von Knoblauch (Odds Ratio 0,47) und Frühlingszwiebeln (Odds Ration von 0,30). Die Risikominderung war unabhängig von anderen Faktoren und bei Männern mit einem lokalisierten Prostatakrebs deutlicher ausgeprägt als bei Männern mit fortgeschrittenen Tumoren. Einschränkend muss gesagt werden, dass eine Fall-Kontroll-Studie die Wirksamkeit eines Medikamentes oder eines Naturproduktes nicht beweisen kann. Hierzu wären randomisierte kontrollierte Studien notwendig, zu denen es aber in der Regel nicht kommt. So bleibt der Einfluss der Ernährung auf die Krankheitsinzidenz meistens mehr eine philosophische Einstellung denn eine wissenschaftliche Evidenz. 06.11.02 DEUTSCHES ÄRZTEBLATT


Vitamin C : Neue Ansätze in der Krebsforschung  aus http://www.vitamin-c-forum.de
 
Bereits seit Jahren wird Vitamin C als Adjuvans in der biologischen Krebstherapie bei soliden Tumoren eingesetzt. Ein neues in-vitro-Testverfahren erlaubt es, die Bestimmung zytotoxischer Eigenschaften gegenüber bestimmten Tumorzellinien über einen langen Zeitraum zu verfolgen. Mit dem Cytosensor-Microphysiometer werden der Metabolismus und die pH-Wertveränderungen der Tumorzelle kontinuierlich über 20 Stunden „online“ aufgezeichnet. Studienergebnisse mit dem Präparat Vitamin C-Injektopas® 7.5g/50ml deuten auf selektive tumorzytotoxische Eigenschaften der Ascorbinsäure hin (1). Die Sensitivität der verwendeten Tumorzellinien gegenüber Vitamin C war unterschiedlich stark ausgeprägt. Am empfindlichsten reagierten Mamma-Ca (MCF-7)-Zellen in Gegenwart des Vitamins.

Krebs - jährlich erkranken in Deutschland ca. 330 000 Menschen an dieser bösartigen Erkrankung. Kurative Therapieverfahren sind nur bei wenigen Tumorarten bekannt. In den meisten Fällen wird mit palliativen Therapieformen versucht, den Primärtumor zu reduzieren und die Ausbildung bzw. Ausbreitung von Metastasen zu verhindern. Je früher die Diagnose gestellt werden kann, desto größer ist in den meisten Fällen die Chance auf Heilung oder eine lange rezidivfreie Zeit.

Die konventionellen Tumortherapien wie Chemo- und Strahlentherapie sind oftmals mit erheblichen Nebenwirkungen für die Betroffenen verbunden. Immer häufiger wird versucht adjuvant biologische Therapieformen einzusetzen, um die körpereigenen Abwehrkräfte zu mobilisieren, die gravierenden Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern. Eine Kombination aus tumordestruktiven Verfahren und komplementären Therapiemaßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität sollte das Ziel sein. Dass Vitamin C einen starken und anhaltenden Schutz vor Krebs der Mundhöhle, des Rachens, der Speiseröhre, des Magens und der Brust bieten kann, konnte in 18 von 20 Studien statistisch signifikant belegt werden (12).

Unter den orthomolekularen Therapieformen kommt der Vitamin C-Infusionstherapie wohl die bedeutenste Funktion zu. Das Linus-Pauling-Institut in den USA führte grundlegende Studien durch, die den Einsatz von Vitamin C in der Prävention und Therapie solider Tumoren begründeten. Seit Anfang der 90er Jahre wird immer intensiver auf dem Gebiet der Vitamin C-Therapie geforscht. Linus Pauling und Ewan Cameron publizierten bereits 1978 eine Untersuchung an 100 „austherapierten“ Tumorpatienten. Die Patienten erhielten 10 g Vitamin C peroral, wobei eine historische Kontrollgruppe von 1000 Tumorpatienten vergleichbarer Behandlung hinzugezogen wurde. Es zeigte sich eine um 300 Tage erhöhte Überlebenszeit in der Vitamin C-Gruppe (11). Allein in der Medline erschienen seit 1983 weit mehr als 3400 Arbeiten, die sich schwerpunktmäßig mit Vitamin C beschäftigen. 1996 veröffentlichte die Zeitschrift für Onkologie eine Übersichtsarbeit zu diesem Thema (2).

Ein Vitamin C-Mangel bei Tumorpatienten ist bereits seit langem bekannt. Viele Ursachen tragen beim Tumorpatienten zu einem Vitamin C-Defizit bei: Tumorkachexie, Chemo- und Strahlentherapie, parenterale Ernährung, Depression, Appetitlosigkeit, Magen-, Darmschmerzen, Dysphagie, Malabsorption in Folge der Radatio, erhöhter Energieverbrauch und schlechte Energieverwertung. Die Wiederherstellung der körpereigenen Reserven ist notwendig. Die perorale Aufnahme von Ascorbinsäure wird jedoch durch das Resorptionsvermögen und die Magenverträglichkeit begrenzt. Gerade bei Tumorpatienten kommt es häufig zu rezidivierenden Enteritiden, so dass eine orale Substitution oft nicht vertretbar ist. Hier zeigt sich eine Infusionstherapie überlegen.

Besonders unter Chemo-, Strahlen oder Immuntherapie sinkt der Vitamin C-Spiegel auf minimale Werte. Während dieser Therapien ist nicht nur die enterale Ernährung oft in Bezug auf die Quantität und Absorption des Vitamins gestört, sondern es kommt zu einem Anstieg freier Radikale und hierdurch zu einem erhöhten Vitamin C-Verbrauch, so dass der Vitamin C-Spiegel teilweise die Skorbutgrenze erreicht (3). Eine Substitution von Vitamin C nach der Chemo- oder Strahlentherapie scheint auch aufgrund der vorliegenden tierexperimentellen Untersuchungen vorteilhaft. In Tiermodellen führt die adjuvante, meist intraperitoneal verabreichte Vitamin C-Gabe zu einer Steigerung der inhibitorischen Effekte des Chemotherapeutikums und zur Reduktion der teilweise sehr schwerwiegenden Nebenwirkungen. Besonders interessant sind in dieser Hinsicht drei Untersuchungen, die den kombinierten Einsatz von Vitamin C, Adriamycin, Oncovin bzw. Methansulphonat-Aminoglykolen beschreiben. Der klinische Einsatz des Adriamycins ist häufig durch ernstzunehmende Nebenwirkungen, insbesondere durch Kardiomyopathie, gefährdet. Die Vitamin C-Injektionen verhindern die Adriamycin-induzierte Kardiomyopathie durch Reduktion der Lipidperoxidation im Herzen (4). Die Empfindlichkeit einer gegenüber Oncovin resistenten Lebertumorzelllinie kann durch zuvor verabreichte Vitamin C-Injektionen erheblich gesteigert werden. Diese Therapie führt zu einer erhöhten Überlebenszeit (5). Improsulfan tosilat, ein alkylierendes Zytostatikum, weist eine starke Toxizität auf. Die adjuvante Injektion von Vitamin C verhindert die frühe Mortalität und erhöht die durchschnittliche Überlebenszeit um 77 % (6).

Erste Untersuchungen an Tieren geben Hinweise, dass die adjuvante Vitamin C-Injektion die Strahlentoleranz des normalen Gewebes (Haut und Knochenmark) erhöht, ohne gleichzeitig die benötigte Strahlendosis zur Reduktion des Tumorgewebes zu verschieben (7). Da zur Zeit keine Untersuchungen zur Beeinflussung der Pharmakokinetik und -dynamik bestimmter Zytostatika durch adjuvante hochdosierte Vitamin C-Gaben existieren, wird die Vitamin C-Hochdosistherapie zeitversetzt zur Chemotherapie (je nach Halbwertszeit des Chemotherapeutikums 1-3 Tage) durchgeführt. Ähnliches gilt für den adjuvanten Einsatz bei Bestrahlungen.

Motiviert durch diese Ergebnisse führten Metzger et al. 1999 Zytotoxizitätsstudien mit dem Präparat Vitamin C-Injektopas® 7,5 g durch. Neben der zytoxischen Wirkung des Vitamins wurde auch die Kombination mit Cisplatin, Doxorubicin und 5FU getestet. Die Untersuchung wurde mit einem Cytosensor-Microphysiometer durchgeführt. Hierbei wird der Metabolismus und die pH-Wertveränderungen der Tumorzelle kontinuierlich über 20 Stunden „online“ aufgezeichnet. Diese in-vitro-Untersuchung ergab folgende IC50-Werte (der IC50-Wert gibt die Vitamin C-Konzentration an, die notwendig ist um das Wachstum der Tumorzelle zu 50% zu inhibieren; d.h. je kleiner dieser Wert ist, desto effektiver ist die tumorzytotoxische Wirkung des Vitamin C):


Zelllinie; IC50 (mM)

akute Leukämiezellen (Jurkat); 4.00 mM

Lungen-Ca (A549); 0.98 mM

Hautmelanomzellen (A375.S2); 0.32 mM

Mamma-Ca (MCF-7); 0.27 mM


Die Sensitivität der verwendeten Zelllinien gegenüber Vitamin C ist folglich sehr unterschiedlich. Sie nimmt in der Reihenfolge Mamma-Ca > Hautmelanomzellen >> Lungen-Ca >> akute Leukämiezellen ab. Der kombinierte Einsatz mit Zytostatika erbrachte je nach verwendetem Zytostatikum und Tumorart unterschiedliche Ergebnisse. Deutlich synergistische Effekte zeigte Vitamin C in der Kombination mit Cisplatin und Doxorubicin bei Jurkat-Zellen (1). Die direkte Kombination von Zytostatika und Vitamin C-Infusionen bedarf jedoch weiterführender Studien.

Nach abgeschlossener Chemotherapie bzw. in den Pausen der Chemotherapie gehören Vitamin C-Infusionen zu einem sinnvollen biologischem Therapiekonzept. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand, denn die stimulierenden und protektiven Einflüsse des Vitamin C auf das Immunsystem (zelluläre und humorale Immunantwort) sind bereits seit langem bekannt (8). Sogar in Gegenwart von Karzinogenen, die normalerweise zu einer Reduktion der Immunantwort führen, bewirkt Vitamin C eine Steigerung der Abwehrkräfte (9). Basierend auf seinen klinischen Erfahrungen stellte Cameron in seiner Publikation von 1991 vor allem die schmerzlindernde Wirkung und die Verbesserung des Allgemeinzustandes bei Tumorpatienten in den Vordergrund. Sein Behandlungskonzept beginnt mit einer adjuvanten hochdosierten intravenösen Vitamin C-Therapie (0,5 - 10 g/ die), an die sich eine kontinuierliche orale Vitamin C-Gabe (10 bis 30 g/ die) anschließt (10).

Die essentiellen Funktionen des Vitamin C für die Stabilität des Bindegewebes und die Stimulierung der Wundheilung, besonders im prä- und postoperativen Verlauf, tragen ebenfalls zu einer positiven Beeinflussung des Krankheitsverlaufes bei.


1. Metzger R.; Fuchs N.; Petrov R. : Nachweis spezifischer zytotoxischer und synergistischer Effekte von Vitamin C an Tumorzellen, Acta Biologica 38, 5-15 (1999)

2. Vollbracht C. : Was kann Vitamin C in der Tumortherapie leisten? Zeitschrift für Onkologie 28; 4; 123-125 (1996)

3. Marcus S.L.; Petrylak, DP; Dutcher-JP; Paietta-E; Ciobanu-N: Hypovitaminosis C In patients treated with high-dose, Am-J-Clin-Nutr 54 (6 Suppl.): 1292-1297 (1991)

4. Shimpo, K.; Nagatsu, T.; Yamada, K.; Sato, T.; Niimi, H.; Shamoto, M.; Takeuchi, T.; Umezawa, H.; Fujita, K.: Ascorbic acid and adriamycin toxicity, Am J Clin Nutr. 54, 1298-130 (1991)

5. Taper-HS; Roberfroid-M: Non-toxic sensitization of cancer chemotherapy by combined vitamin C and K3, Anticancer-Res. 12 Sep-Oct; : 1651-4 (1992)

6. El-Merzabani, M.M.; El-Aaser, A.A.; Osman, A.M.; Ismael, N.; Abu El-Ela, F.: Potentiation of therapeutic effect of Methanesulphonate and Protection against ist organ cytotoxicity by Vitamin C in Ehrlich Ascites Carcinoma bearing mice, Pharm. Belg. 44, 109-16 (1989)

7. Okunieff, P.: Interactions between ascoebic acid and the radiation of bone marrow, skin, and tumor, Am J Clin Nutr. 54, 1281-3 (1991)

8. Bayer, W.; Schmidt, K.Vitamin C. In: Vitamine in Prävention und Therapie, 237-264, Hippokrates Verlag, Stuttgart (1991)

9. Medhat-AM; el-Din-Abdelwahab-KS; el-Aaser-AA; al-Nagdy-SA; el-Dardiri-ZZ: Soybean and ascorbate feeding in experimental carcinogenesis: immunological Studies, Tumori. 31; 77(5): 372-8 (1991)

10. Cameron, E: „Protocol for the Use of Vitamin C in the Treatment of cancer“, Medical Hypotheses 36, 190 - 194 (1991)

11. Cameron, E.; Pauling, L.: „Supplemental ascorbate in the supportive reatment of cancer: Reevaluation of prolongation of survival times in terminal human cancer“, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 75, 4538-4542 (1978)

12. Bendich, Adrianne; Langseth, Lillian : The health effects of vitamin C supplementation: a review ; Journal of the American College of Nutrition Vol. 14, 2, 124-136 (1995)

Weiterführende Literatur:

Riordan NH; Riordan HD; Meng X; Li Y; Jackson JA: „Intravenous ascorbate as a tumor cytotoxic chemotherapeutic agent.“ Med Hypotheses; VOL 44, ISS 3, 207-13 (1995)

Kurbacher, C. M.; Wagner, U.; Kolster, B.; Andreotti, P. E.; Krebs, D.; Bruckner, H. W.: „Ascorbic acid (vitamin C) improves the antineoplastic activity of doxorubicin, cisplatin, and paclitaxel in human breast carcinoma cells in vitro“, Cancer Letters 103, 183-189 (1996)

Pauling, L.; Nixon, J.C.; Stitt, F.; Marcuson, R.; Dunham, W.B.; Barth, R.; Bensch, K.; Herman, Z.S.; Blaisdell, B.E.; Tsao, C.; Prender, M.; Andrews, V.; Willoughby, R.; Zuckerkandl, E.Proc: „Effekt of dietary ascorbic acid on the incidence of spontanous mammary tumors in RIII mice“; Natl. Acad. Sci. USA 82, 5185-9 (1985)

Tsao, C.S.; Dunham, W.B.; Leung, P.Y.: „Urinary ascorbic acid levels following the withdrawal of large doses of ascorbic acid in guinea pigs“, In vivo 2, 147-50 (1988)

Leung-PY; Dunham-WB; Tsao-CS: „Ascorbic acid with cupric ions as a chemotherapy for human lung tumor xenografts“, In-Vivo. Jan-Feb; 6(1): 33-40 (1992)

Dunham, W.D.; Zuckerkandl, E.; Reynolds, R.; Willoughby, R.; Marcuson, R.; Barth, R.; Pauling, L.: „Effects of intake of L-ascorbic acid on the incidence of dermal neoplasms induced in mice by ultraviolet light“, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 79, 7532-6 (1982)

Zöller, J.; Flentje, M.; Born, I.A.; Osswald, H: „Können antioxidative Vitamine vor einem Mundhöhlenkarzinom schützen ?“, Biologische Medizin 1, 10-20 (1996)

Lupulescu, A.: „Vitamin C Inhibits DNA, RNA, and Protein Sythesis in Epithelial Neoplastic Cells“, Internat. J.,Vit. Nutr. Res. 61, 125-129 (1991)

Liehr, J.G.: „Vitamin C reduces the incidence and severity of renal tumors induced by estradiol or dietylstilbestrol“, Am J Clin Nutr. 54, 1256-60 (1991)

Potdar, P.D.; Kandarkar, S.V.; Sirsat, S.M.: „Modulation by vitamin C of tumor incidence and inhibition in oral carcinogenesis“, Funkt. Dev. Morphol. 2 (3), 167-72 (1992)

Vollbracht, C.; Vitamin C und das Tumor-assoziierte Stoffwechselgeschehen; Acta Biologica; Pascoe Pharmazeutische Präperate, Jahrgang 14 (1999)

Riordan HD; Jackson JA; Schultz M: „Case study: High-dose intravenous vitamin C in the treatment of a patient with adenocarcinoma of the kidney“, Journal of Orthomolecular Medicine 5(1), 5-7; (1990)

Campbell A; Jack T; Cameron E: „Reticulum cell sarcoma: two complete ‘spontaneous’ regressions, in response to high-dose ascorbic acid therapy.“, ONCOLOGY, 48 (6) 495-7 (1991)


Gegen Darmkrebs: Fisch und Geflügel bevorzugen

Oberursel (dpa) - Der bevorzugte Genuss von «weißem» statt «rotem» Fleisch hilft bei der Vorsorge gegen Darmkrebs. Von «weißem» Fleisch wird nach Angaben der «Reformhaus-Information» in Oberursel (Hessen) bei Fisch und Geflügel gesprochen. Den Experten zufolge haben mehrere Studien aus verschiedenen Ländern ergeben, dass der Verzehr von «rotem» Fleisch zum Beispiel von Rind und Schwein das Darmkrebsrisiko erhöht. Generell sollten pro Tag nicht mehr als 80 Gramm Fleisch gegessen werden, raten die Fachleute. Beim Braten sei es zudem wichtig, die Temperatur möglichst niedrig zu halten. Dies reduziere die Aufnahme bestimmter Krebs erregender Stoffe - der so genannten heterozyklischen Amine - in den Körper.4. März 2003


Langzeitstudie zeigt: Obst- und gemüsereiche Kost in der Kindheit schützt vor Krebs im Erwachsenenalter
LONDON. Eine obst- und gemüsereiche Ernährung im Kindesalter schützt möglicherweise davor, im Erwachsenenalter bestimmte Arten von Krebserkrankungen zu entwickeln, so die Ergebnisse einer Langzeitstudie im Journal of Epidemiology and Community Health (2003; 57: 218–225).
Maria Maynard von der MRC Social and Public Health Sciences Unit, London, Großbritannien, stützen diese Befunde auf eine Follow-up-Studie über einen Zeitraum von 60 Jahren bei einer Gruppe von Personen, deren Ernährungsgewohnheiten in den 30er-Jahren durch eine wöchentliche Fragebogenaktion der Gesundheitsbehörden ermittelt worden war (Boyd Orr Cohort).
Diese Erhebung war Teil einer weiterführenden Untersuchung zu Ernährung, Gesundheit und sozialen Verhältnissen von 1 350 Familien aus 16 verschiedenen Regionen von England und Schottland, die von 1937 und 1939 durchgeführt wurde. Die Autoren machten fast 4 000 Frauen und Männer ausfindig, die zu dieser Zeit Kinder gewesen waren.
Von dieser Personengruppe werteten Maynard et al. die Daten über Todes- und Krebsfälle aus. Bis Ende Juli 2000 waren 483 Krebsfälle diagnostiziert worden. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Lungen- und Darmkrebs bei den Männern und um Brust-, Lungen- und Darmkrebs bei den Frauen.
Unter Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Geschlecht und solchen, die das Auftreten von Krebserkrankungen begünstigen, fanden die Forscher, dass das Risiko für Krebs umso geringer war, je höher der Konsum von Obst und Gemüse in der Kindheit gewesen war. Eine obst- und gemüsereiche Kost ging zudem mit einer niedrigeren Mortalitätsrate insgesamt einher. DEUTSCHES ÄRZTEBLATT (04.03.2003)


Verzehr von viel Obst und Gemüse reduziert Risiko für Bronchialkarzinom
Die Hinweise verdichten sich, daß mit einer gesunden Ernährung auch das Bronchialkarzinom-Risiko reduziert werden kann. Verschiedene Studien sprechen dafür, daß ein hoher Obst- und Gemüseverzehr das Krebsrisiko im allgemeinen und das Bronchialkarzinom-Risiko im besonderen reduziert, sagte Professor Dr. Karl-Matthias Deppermann vom Fachkrankenhaus für Lungenheilkunde und Thoraxchirurgie aus Berlin-Buch in München. Deppermann stellte vier Kohorten-Studien vor, die eine inverse Beziehung zwischen einem hohen Obst- und Gemüsekonsum und dem Lungenkrebsrisiko belegen: In der Adventist Health-Studie, in der über 30 000 Teilnehmer sechs Jahre nachbeobachtet wurden, war aufgrund der Tatsache, daß nur vier Prozent rauchten, die Bronchialkarzinom-Inzidenz mit 61 Betroffenen ohnehin gering. Personen, die nur dreimal wöchentlich Obst aßen, besaßen aber ein fast viermal so hohes Lungenkrebsrisiko wie Menschen, die zweimal täglich Obst auf dem Speiseplan hatten.
1335 Teilnehmer einer Studie mit Rentnern - mit insgesamt 11 580 älteren Menschen - erkrankten in einem Zeitraum von neun Jahren an einem Bronchialkarzinom. Dabei war das Risiko bei Frauen umso geringer, je mehr Obst und Gemüse sie verzehrten.
In einer norwegischen Studie mit 16 713 Teilnehmern bekamen in einem Zeitraum von 11,5 Jahren 168 Menschen ein Bronchialkarzinom, wobei sich eine inverse Korrelation zwischen dem Krebsrisiko und dem Verzehr an Provitamin-A-haltigen Lebensmitteln und Milch herauskristallisierte.
In der Iowa Women´s Health-Studie entwickelten von 41 837 Frauen über vier Jahre 179 ein Bronchialkarzinom. Ein hoher Obst- und Gemüseverzehr war hier assoziiert mit einer Halbierung des Lungenkrebsrisikos.
Da außerdem mehrere Fallkontrollstudien den Zusammenhang zwischen hohem Obst- und Gemüsekonsum und reduziertem Lungenkrebsrisiko stützen, sollte auch aus pneumologischer Sicht versucht werden, den Empfehlungen von Ernährungswissenschaftlern zu folgen, sagte Deppermann: Anzustreben sind täglich 400 bis 800 Gramm Obst und Gemüse verteilt auf fünf bis zehn Portionen. Forschung und Praxis, 05.05.2003


Obst und Gemüse zur Vorbeugung von Krebs und Osteoporose nützlich
Mengen von 400 bis 800 Gramm pro Tag nötig


Paris, 5. Juni (AFP) - Obst und Gemüse helfen, Krebs und Osteoporose  vorzubeugen. Der regelmäßige Verzehr von 400 bis 800 Gramm Obst und Gemüse pro Tag helfe zudem, zahlreiche Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, teilten Wissenschaftler des landwirtschaftlichen Forschungsinstituts (INRA) am Donnerstag in Paris mit. Die Wissenschaftler betonten, dass es beim Verzehr  auf Regelmäßigkeit und Abwechslung ankomme. Anders als bislang angenommen, seien auch tiefgefrorene oder konservierte Produkte durchaus nützlich. Die Wissenschaftler betonten aber auch, dass der Genuss von Obst und Gemüse  Krankheiten nur vorbeugen helfe, sie aber nicht heilen könne. Sie trügen dazu  bei, die ersten Phasen einer Tumor-Entstehung zu verhindern oder zu bremsen.

Milchtrinken zur Reduktion des Kolorektalkarzinom-Risikos

Eine kalziumreiche Ernährung mit vielen Milchprodukten kann zur Reduktion des Darmkrebsrisikos beitragen.
Zu diesem Schluss kommen Forscher nach der Auswertung zehn großer internationaler Studien mit insgesamt 534.536 Teilnehmern (Beobachtungszeit zwischen sechs und 16 Jahren). Demnach reduziert sich das Risiko schon bei einem Glas Milch pro Tag deutlich, berichten Dr. Eunyoung Cho von der Harvard-Universität in Boston und Kollegen im Journal of the National Cancer Institute.
Schon lange ist bekannt, dass die Ernährung die Entstehung von Darmkrebs beeinflusst. So gilt beispielsweise eine ballaststoffarme Kost als entscheidender Risikofaktor. Auch von Kalzium vermuten Mediziner schon länger einen Einfluss auf die Krebsentstehung.
Im Tiermodell gelang es bereits, die Darmkrebsrate durch eine Erhöhung des Kalziumgehalts in der Nahrung deutlich zu vermindern. Ob eine erhöhte Kalziumzufuhr jedoch auch beim Menschen diesen Effekt hat, konnte bislang nicht nachgewiesen werden.
Verglichen mit Personen, die weniger als 70g Milch pro Tag tranken konnte bei höherem Milchkonsum (70-174, 175-249 und >250g) eine sukzessive Reduktion des Kolorektalkarzinom-Risikos beobachtet werden (OR=0,94, 0,88 und 0,85; p für Trend <0,001).
Die Wissenschafter fassen zusammen, dass ein höherer Milch- respektive Kalziumkonsum trägt laut den oben beschriebenen Studienresultaten zur Reduktion des Darmkrebsrisikos bei.  8.7.04
www.medaustria.at
Quelle: J Natl Cancer Inst; 2004, 96: 1015-1022



Milch und Kalzium beugen Darmkrebs vor

BOSTON. In tierexperimentellen Studien konnte wiederholt eine heilsame Wirkung von Kalzium auf die Schleimhaut im Dickdarm gezeigt werden. Das Mineral verhinderte die Rezidive von Adenomen. Eine systematische Analyse von mehreren Kohortenstudien im Journal of the National Cancer Institute (2004; 96: 1015-22) zeigt jetzt erstmals eine protektive Wirkung beim Menschen. Von allen kalziumhaltigen Nahrungsmitteln war nur Milch mit einem verminderten Kolonkrebsrisiko assoziiert.

Für epidemiologische Studien gilt: Je größer die Teilnehmerzahl ist, desto größer ist die Chance, dass auch quantitativ geringe Risiken oder Vorteile erkannt werden. Nachdem frühere Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen waren, fasste Eunyoung Cho von der Harvard Universität in Boston die Daten von zehn Kohortenstudien zusammen, die 534 536 Personen umfassten. Davon waren in einer Beobachtungszeit von sechs bis 16 Jahren 4 992 Personen an einem Kolorektalkarzinom erkrankt.

Von allen Nahrungsmitteln, die als Kalziumquelle infrage kommen, war einzig Milch mit einem verminderten Dickdarmkrebsrisiko assoziiert. Verglichen mit Personen, die weniger als 70 Gramm Milch pro Tag zu sich nahmen, hatten Personen, die mehr als 250 Gramm tranken, ein um 15 Prozent niedrigeres Risiko (Relatives Risiko RR = 0,85; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,78–0,94). Jeder weitere halbe Liter senkt das Risiko um zwölf Prozent.

Bevor man sich für eine Milchdiät entscheidet, sollten man bedenken, dass andere epidemiologische Studien einen hohen Milchkonsum mit einem erhöhten Risiko an Brustkrebs und Prostatakrebs in Verbindung gebracht haben. Auch mögen Zweifel erlaubt sein, ob die Assoziation wirklich die Realität widerspiegelt. So konnte für sämtliche Milchprodukte, also etwa Käse oder Joghurt, keine Assoziation mit einem geringeren Risiko gefunden werden. Außerdem ist die Frage unbeantwortet, worauf sich die spezielle protektive Wirkung von Milch gründet.

Medizinisch interessanter ist das zweite Ergebnis der Studie. Es zeigt, dass auch die Kalziumzufuhr invers mit dem Darmkrebsrisiko assoziiert ist. Frauen mit einer Zufuhr von mehr als 1 000 Gramm könnten nach den Ergebnissen der Studie ihr Risiko um 14 Prozent senken, bei Männern traten in dieser Gruppe zu 19 Prozent weniger Kolorektalkarzinome auf.

Da viele ältere Menschen zur Osteoporose-Prophylaxe Kalzium einnehmen, könnte es sich dabei um einen Zusatznutzen handeln. In der Indikationsliste dieser Supplemente wird der Hinweis jedoch erst auftauchen, wenn die Hersteller die entsprechenden Interventionsstudien durchgeführt haben. Womit nicht allzu rasch zu rechnen ist: Denn aufgrund des geringen zu erwartenden Nutzens müssten die Studien eine große Teilnehmerzahl haben. /rme

Links zum Thema

Abstract der Studie im Journal of the National Cancer Institute
http://jncicancerspectrum.oupjournals.org/cgi/content/abstract/jnci;96/13/1015

Pressemitteilung des Journal of the National Cancer Institute
http://jncicancerspectrum.oupjournals.org/cgi/content/full/jnci;96/13/975-a

DEUTSCHES ÄRZTEBLATT
07.07.2004


Schützt Rotwein vor Prostatakrebs?
SEATTLE. Ein gelegentliches Gläschen Rotwein am Abend könnte langfristig das Risiko auf ein Prostatakarzinom um die Hälfte senken. Dies berichten Epidemiologen eines renommierten US-Krebsforschungszentrums im International Journal of Cancer (2004; DOI: 10.1002/ijc.20528).
Die protektive Wirkung soll besonders ausgeprägt gegenüber den aggressiven Varianten dieses Tumors sein.
Für ihre Fall-Kontroll-Studie suchte Janet Stanford vom Fred Hutchinson Krebsforschungszentrum in Seattle Patienten aus, bei denen der Tumor ungewöhnlich früh im Alter von 40 bis 64 Jahren aufgetreten war. Da die Inzidenz des Tumors hier noch gering ist, lasse sich eine Assoziation zwischen dem Tumor und möglichen kausalen Faktoren leichter erkennen, schreibt die Autorin.
Der Verdacht, dass der Alkoholkonsum das Prostatakrebsrisiko beeinflussen könnte, ist nicht neu.
17 Studien wurden bereits zu dieser Frage durchgeführt, ohne eine klare Antwort zu liefern, was die Autorin auf methodische Schwächen dieser Untersuchungen zurückführt, unter anderem darauf, dass in vielen Fällen nicht zwischen unterschiedlichen alkoholischen Getränken unterschieden wurde. Dies sei nur in einer einzigen Studie geschehen, wobei aber nur nach den aktuellen Trinkgewohnheiten des letzten Jahres gefragt worden war.
In der aktuellen Studie wurden 753 Krebspatienten und 703 gleichaltrige Männer aus dem gleichen Wohnbezirk in einem persönlichen Interview nach ihrem Lebenszeit-Konsum alkoholischer Getränke interviewt, wobei zwischen Rotwein, Weißwein, Bier und Spirituosen unterschieden wurde.
Für den Rotweinkonsum wurde eine signifikante protektive Wirkung gefunden. Danach senkt jedes Glas Rotwein pro Woche das Risiko auf ein Prostatakarzinom statistisch signifikant um sechs Prozent (Odds Ratio 0,94; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,90–0,98). Dabei nimmt die protektive Wirkung mit zunehmendem Konsum zu. Vier oder mehr Gläser Rotwein pro Woche senkten das Risiko um 50 Prozent, schreibt die Autorin in der Pressemitteilung. Besonders aggressive Varianten des Tumors seien sogar zu 60 Prozent seltener bei den regelmäßigen Rotweintrinkern aufgetreten. Für Bier oder Spirituosen, aber auch für Weißwein wurde keine Risikominderung gefunden.
Welche Inhaltsstoffe im Rotwein für die Wirkung verantwortlich sein könnten und wie die protektive Wirkung, wenn sie denn real sein sollte, zustande kommt, ist völlig unbekannt. Stanford und Mitarbeiter spekulieren, dass ein Antioxidans namens Resveratrol eine Rolle spielen könnte. Es ist reichlich in der Schale der roten Trauben vorhanden, während die Konzentration in den weißen Trauben niedrig ist. Resveratrol wirke als Antioxidans und habe auch anti-entzündliche Wirkungen, schreiben die Autoren.
Es könne die Zellproliferation hemmen und verstärke die Apoptose.
Schließlich wirke es wie das weibliche Geschlechtshormon Estrogen, wodurch es die Konzentration des männlichen Geschlechtshormons Testosteron senke.
Stanford möchte nicht den nahe liegenden Schluss ziehen und allen Männern zum vermehrten Rotweinkonsum raten. Alkohol habe schließlich auch negative Wirkungen auf die Gesundheit. Doch Männer, die ohnehin Alkohol trinken, sollten mit Blick auf die hohe Prostatakrebs-Prävalenz, lieber zu Rotwein greifen. Einschränkend muss man einwenden, dass die Beweiskraft von Fall-Kontroll-Studien nicht sehr hoch ist. Besser wäre natürlich eine langfristige Interventionsstudie.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT  23.09.2004
Links zum Thema

Abstract der Studie
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/abstract/109598276/ABSTRACT 

Pressemitteilung des Fred Hutchinson Cancer Research Center
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2004-09/fhcr-ago092204.php 

Einige einschränkende Ausführungen in Quackwatch
http://www.quackwatch.org/01QuackeryRelatedTopics/DSH/resveratrol.html 

Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe als Antioxidantien


Säure des Olivenöls verringert Krebsrisiko

Wissenschafter der Northwestern University haben nachgewiesen, warum eine an Olivenöl reiche Ernährung das Risiko einer Erkrankung an Brustkrebs verringert. Entscheidend ist die Ölsäure. Labortests mit Brustkrebszellen zeigten, dass diese Säure die Werte des Gens Her-2/neu deutlich reduzierte, das für die Entstehung der Krankheit verantwortlich gemacht wird. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Annals of Oncology veröffentlicht. Vertreter von Cancer Research UK und Breakthrough Breast Cancer forderten laut BBC eine genauere Erforschung.
Ölsäure verringerte die Werte von Her-2/neu, das bei mehr als einem Fünftel der Brustkrebspatientinnen in großen Mengen nachgewiesen wurde. Dieses Gen wird mit sehr aggressiven Tumoren und schlechten Heilungschancen in Verbindung gebracht. Die Ölsäure unterdrückte nicht nur die Aktivität des Gens, sie verbesserte auch die Wirkung des Medikaments Herceptin.
Der leitende Wissenschafter Javier Menendez erklärte, dass diese Ergebnisse epidemiologischer Studien bestätigten, die zeigten, dass die mediterrane Ernährung eine deutlich schützende Wirkung gegen Krebs, Herzerkrankungen und Alterung hat. Es sei denkbar, dass Olivenöl eine Resistenz gegen Herceptin bei Patientinnen mit hohen Her-2/neu Werten verzögern oder verhindern könne. Menendez betonte jedoch, dass Laborergebnisse nicht immer direkt auf die klinische Praxis umgelegt werden können.
10.01.2005 Infos für Ärzte http://www.journalmed.de 

Fette    Fettsäuren    Fette+Sport  Studien über  Omega-3-Fettsäuren


Wie gesunde Ernährung ein Prostatakarzinom verhindern könnte
Einen Lungenkrebs können Männer vermeiden, indem sie aufhören zu rauchen. Das noch häufigere Prostatakarzinom galt dagegen als ein unabwendbares Schicksal. Doch in den letzten Jahren hat die medizinische Forschung wichtige Erkenntnisse gewonnen, die eine Prävention möglich erscheinen lassen, wie Privatdozent Oliver Hakenberg von der Technischen Universität Dresden in der DMW berichtet.

Die Chancen für eine Prävention stehen gut, glaubt der Facharzt für Urologie, da der Tumor sich sehr langsam über Jahrzehnte entwickelt: "Vorläufer des Krebses, sogenannte prostattische intraepitheliale Neoplasien (PIN), findet man bereits bei Männern unter 30 Jahren, doch zu einem Problem wird der Tumor selten vor dem 50. Lebensjahr."

Während dieser Zeit könnte ein Wachstum verhindert werden - wenn die Ärzte nur wüssten wie. Den Schlüssel suchen sie in den erstaunlichen geographischen Unterschieden: In Deutschland erkranken auf 100.000 Menschen 87, in China sind es dagegen nur zwei Personen. Auch in Japan, das ähnlich stark industrialisiert ist wie Deutschland, sind es nur zehn.

Fisch und grüner Tee scheinen vorbeugende Wirkung zu haben


Den Grund vermuten die Mediziner in der unterschiedlichen Ernährung. Dr. Hakenberg: "Die asiatische Kost ist wesentlich gemüsereicher, fleisch- und fettärmer und dabei ballastreicher als die westliche." Insbesondere scheinen Sojamilch und Fisch, aber auch Tomaten, rote Früchte und grüner Tee eine vorbeugende Wirkung zu haben. Auch die Vitamine D und E sowie der Mineralstoff Selen könnten vorbeugend wirken.

Ob eine Prävention möglich ist, werde zur Zeit in großen Studien untersucht, berichtet Dr. Hakenberg: "Erste Ergebnisse werden allerdings erst 2007 vorliegen." Erst dann können die Ärzte - vielleicht - konkrete Ratschläge geben. Eine gesunde Ernährung (Dr. Hakenberg empfiehlt "viel Obst und Gemüse, wenig Fleisch und Fett") könne jedoch auch jetzt nicht schaden. Eine "Pille gegen den Vorsteherdrüsenkrebs" gebe es dagegen nicht. Eine Studie mit dem Wirkstoff Finasterid, das gegen die gutartige Vergrößerung der Prostata eingesetzt wird, habe zwar gezeigt, dass weniger Krebse auftreten. Diese waren aber häufig besonders bösartig. Auch mit dem mittlerweile vom Markt genommenen Mittel Vioxx(r) (Wirkstoff Rofecoxib) wurde eine Studie durchgeführt. Sie wurde inzwischen wegen der bekannt gewordenen Risiken auf das Herzkreislaufsystem wieder eingestellt.  21.09.2005 Infos für Ärzte
M.P. Wirth und O.W. Hakenberg:
Prävention des Prostatakarzinoms
Deutsche Medizinische Wochenschrift 2005; 130 (36): 2002-2004


Unklar: Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs

Jena (ddp). Die Zusammenhänge zwischen der Ernährung und Krebserkrankungen sind noch weitgehend unklar. Zwar zeige eine Studie, dass der übermäßige Verzehr von rohen und verarbeiteten Fleischwaren mit Risiken für Dickdarmkrebs einhergeht, sagte die Jenaer Professorin für Ernährungstoxikologie, Beatrice L. Pool-Zobel, am Donnerstag auf der 13. Ernährungsfachtagung in Jena. Doch sei die epidemiologische Datenlage zur Risikoverminderung des Darmkrebses durch Gemüse und Obst beziehungsweise durch Ballaststoffe «noch sehr kontrovers». Neue Untersuchungen unter Einbeziehung der genetischen Empfindlichkeit und der molekularen Mechanismen der Krebsentstehung wiesen aber zunehmend auf die besondere Rolle der Ernährung und anderer äußerer Faktoren bei der Entwicklung von Krebserkrankungen hin. Einen Wandel in den Ernährungsempfehlungen zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beschrieb Ursel Wahrburg von der Fachhochschule Münster. Zwar sei die zentrale Bedeutung der Ernährung zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Problemen eindeutig, ein Wirksamkeitsnachweis für die meisten Einzelnährstoffe fehle jedoch bislang. Nach neuesten Erkenntnissen werde «nicht grundsätzlich eine fettarme Kost empfohlen, sondern der Schwerpunkt auf eine Modifizierung der Fettzufuhr zugunsten der einfachen ungesättigten Fettsäuren und der Omega-3-Fettsäuren gelegt». Ähnliches gelte für die Kohlenhydrate, die durchaus mehr verbraucht werden können, wenn sie mit ballaststoffreichen Lebensmitteln und nur zu einem kleinen Teil mit Weißmehlprodukten und Zucker aufgenommen werden. Auf dem 13. Ernährungsfachtag der Thüringer Sektion der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) diskutieren etwa 250 Wissenschaftler darüber, wie effektiv Ernährungsstrategien bei der Vorbeugung von Krankheiten sind. Im Mittelpunkt stehen dabei Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Adipositas. 28. Oktober 2005


Schützt Kohl vor Lungenkrebs? –
Studie: Es hängt von den Genen ab

LYON. Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler (Cruciferae) sind reich an Isothiocyanaten, die im Tierversuch eine chemopräventive Wirkung gegen Lungenkrebs haben. Dies war bereits in der Vergangenheit Anlass für ein Reihe von epidemiologischen Studien, aber niemals war die protektive Wirkung so groß wie in der jüngsten Fall-Kontroll-Studie der Agency for Cancer Research (IARC) in Lyon, die jetzt im Lancet (2005; 366:1558-1560) publiziert wurde. Der Verzehr von Kohl, Brokkoli und Rosenkohl senkte das relative Risiko um bis zu 70 Prozent.
Paul Brennan und Mitarbeiter vom IARC rekrutierten 2 141 Patienten an 15 Kliniken in Polen, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Russland und Ungarn. In diesen Ländern Osteuropas wird traditionell viel Kohl gegessen. Die Patienten wurden intensiv nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und die Antworten mit denen von 2 168 gesunden Probanden verglichen, den „Kontrollen“ in dieser Fall-Kontroll-Studie. Ergebnis: Der Verzehr von mehr als einem Kohlgericht pro Woche hatte noch keine bemerkenswerte präventive Wirkung. Die adjustierte Odds Ratio betrug 0,78 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,64-0,96). Das wäre eine knapp signifikante Risikominderung um 22 Prozent, kein überragendes Ergebnis für eine Fall-Kontroll-Studie, zumal die Aussagekraft dieser Studien ohnehin sehr begrenzt ist.
Wesentlich deutlicher war der Zusammenhang, nachdem die Ergebnisse eines Gentests berücksichtigt wurden. Die Forscher untersuchten die Gene für die Enzyme Glutathion-S-Transferase GSTM1 und GSTT1, die im Körper Isothiocyanate abbauen, was die vermutete präventive Wirkung schmälern würde. Für beide Gene existieren so genannte Null-Allele, die zur Bildung defekter Enzyme führen. Die Folge sind – vor allem wenn beide Enzyme fehlen – langdauernde hohe Isothiocyanat-Konzentrationen und mithin eine bessere präventive Wirkung von Kohlgerichten. Genau dies konnte in der Studie gezeigt werden.
Träger der Nullvariante von GSTM1 – sie liegt bei 50 Prozent der Bevölkerung vor – hatten eine Odds Ratio von 0,67 (0,49-0,91). Bei Trägern der Nullvariante von GSTT1 – 20 Prozent der Bevölkerung – waren es 0,63 (0,37-1,07). Wenn jedoch beide Eliminationsenzyme ausgefallen waren (Nullvariante von GSTM1 und GSTT1, bei zehn Prozent der Bevölkerung) sank die Odds Ratio auf 0,28 (0,11-0,67), was einer protektiven Wirkung von 72 Prozent entspricht.
Mit anderen Worten: Etwa ein Zehntel der Bevölkerung ist durch die Defekte im Abbau von Isothiocyanaten weitgehend vor Lungenkrebs geschützt, was unweigerlich zu der Frage führt, ob Raucher vermehrt Kohl verzehren sollten. In der Untersuchung kam jedoch heraus, dass die protektive Wirkung bei Rauchern schwächer war als bei Nichtrauchern, was mit Inhaltsstoffen des Tabakrauches zusammenhängen könnte, die den Abbau der Isothiocyanate fördern.
Außerdem müssen die relativen Risiken des Rauchens, die das Lungenkrebsrisiko um den Faktor 20 oder mehr erhöhen, mit den protektiven Wirkungen von Kohl verrechnet werden. Der Netto-Effekt wäre sicherlich negativ. DEUTSCHES ÄRZTEBLATT ONLINE 28.10.2005
Links zum Thema
Abstract (nach Registrierung)
http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140673605676283/ 
International Agency for Cancer Research
http://www.iarc.fr/ 


Mit Obst, Gemüse, Ballaststoffen gegen Tumoren

Obst und Gemüse - gesund, aber nicht immer krebsvorbeugend.
Man ist, was man ißt - nämlich gesund durch eine ausgewogene Ernährung reich an Obst und Gemüse, oder krank durch ein Zuviel an Fett, Alkohol und Zucker. Vor allem bei Herzkreislauf-Erkrankungen und Krebs mischt die Ernährung bei Entstehung und Verlauf kräftig mit. Wissenschaftler gehen davon aus, daß etwa ein Drittel aller Krebserkrankungen auch durch die Ernährung mitbedingt ist.
Besonders bei der Prävention von Krebserkrankungen wird auf die Ernährung große Hoffnung gesetzt. Ein Meilenstein ist hier die European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition-Studie (EPIC). Mit ihr sollen die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebsrisiko aufgedeckt werden.
An dem Projekt, das die International Agency for Research on Cancer vor über zehn Jahren initiiert hat, sind nun eine halbe Million freiwillige Probanden beteiligt, die von 23 Zentren in zehn europäischen Ländern betreut werden.
Das Besondere an EPIC ist das prospektive Studiendesign: Zunächst gibt es eine Basisuntersuchung, in der Daten zu Ernährungsgewohnheiten erhoben und Blutproben entnommen werden.
Im Lauf der Nachbeobachtung ermitteln die EPIC-Forscher dann, woran die Teilnehmer - die Auswahl der Kohorte richtet sich meist nach geographischen Grenzen - inzwischen erkrankt sind. Die Basisuntersuchungen wurden 1999 abgeschlossen, die Nachbeobachtungszeit läuft - Ende offen.
Die vorläufigen Ergebnisse lassen die grundsätzliche These nicht zu, daß man sich mit der richtigen Ernährung vor Krebs schützen kann. So ergab sich aus den Daten etwa keine Verbindung zwischen dem Obst- und Gemüsekonsum und dem Risiko für ein Prostatakarzinom. Niederländische Forscher veröffentlichten vor kurzem eine Studie, nach der der Verzehr von Obst und Gemüse auch keinen Schutz vor Brustkrebs bietet. Neu sind auch die Daten einer Studie, denen zufolge der Verzehr auch keinen Schutz vor Ovarial-Ca bietet.

EPIC-Studie belegt Schutz vor Lungenkrebs
Aber es gibt einige Krebsarten, bei denen die EPIC-Forscher Erfolge melden, etwa bei Lungenkrebs: Die Auswertung der Daten von 478 021 Teilnehmern hat ergeben, daß das Risiko für Lungenkrebs in der Gruppe mit dem höchsten Obstverzehr um 40 Prozent verringert ist im Vergleich zur Gruppe mit dem geringsten Verzehr. Für Gemüse, das in diesem Zusammenhang ja meist in einem Atemzug mit Obst genannt wird, gab es keinen Zusammenhang.
Weiterhin gilt als gesichert, daß Ballaststoffe das Risiko für Darmkrebs senken. In der EPIC-Studie hatten Personen, die täglich durchschnittlich 35 Gramm Ballaststoffe zu sich nahmen, ein um 40 Prozent geringeres Risiko als Personen mit einer Ballaststoffzufuhr von durchschnittlich 15 g/Tag.
Doch die Ernährung hat nicht nur direkt einen Effekt auf die Krebsentstehung. Auch über eine Zunahme der Körperfülle durch Überernährung steigt das Risiko. Dies gilt besonders für hormonabhängige Krebsarten. So gibt es nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft deutliche Hinweise für die Assoziation zwischen Fettleibigkeit und erhöhtem Risiko für postmenopausalen Brustkrebs und das Zervix-Ca. Auch beim Kolon- und klarzelligen Nierenzell-Ca scheint hier das Risiko zu steigen.
Meist sind es also Obst und Gemüse, die in den Untersuchungen schützten. Welche Bestandteile und Mechanismen protektiv wirken ist nicht ganz klar. Eine Stärkung der Abwehrzellen, die die Tumorzellen bekämpfen, scheint bedeutsam zu sein - und dies nicht nur bei der Prävention, sondern auch bei Krebs. Denn dann kann eine richtige Ernährung den Krankheitsverlauf durch Immunstimulation positiv beeinflussen.
Zudem beugt die angepaßte Ernährung einer durch Krankheit und Therapie bedingten Gewichtsabnahme vor. Auch sollten Krebspatienten sich nicht zusätzlich durch Mangel an Nähr- und Vitalstoffen belasten. Da kann dann auch der Griff zu einem Nahrungsergänzungsmittel angebracht sein, wenn die Patienten es nicht schaffen, ihren Bedarf allein durch die Nahrung zu decken. (sko) Ärztliche Allgemeine, 12.12.2005


Risikofaktoren neu bewertet: Ernährung und Prostatakarzinom

Bei adipösen Männern ist die Wahrscheinlichkeit einer Prostatakarzinomdiagnose höher als bei ihren normalgewichtigen Pendants, zudem weisen sie höhere Gleason-Score-Karzinome auf. Im Zuge eines normalen Screenings offenbart sich dieser Umstand jedoch nicht sofort. Dies zeigt eine Studie der Johns Hopkins School of Medicine. Italienische Forscher stellten dagegen keine Rolle von Nahrungsergänzungsmittel bei der Entstehung von Prostatakarzinomen fest.

Übergewicht erhöht Wahrscheinlichkeit für Prostatakarzinom

Eine Gruppe um Dr. Stephen Freedland von der Johns Hopkins School of Medicine untersuchte den Zusammenhang zwischen BMI und Prostatakrebs. Dabei wurde von 787 für die Studie geeigneten Männern der BMI errechnet, der PSA-Wert erhoben, eine digitale rektale Untersuchung vorgenommen, das Prostatavolumen bestimmt und eine Prostatabiopsie durchgeführt. Teilnehmer mit höheren BMI-Werten waren tendenziell jünger (p<0,001), wiesen niedrigere PSA-Werte (p=0,02), seltener abnormale Befunde bei der digitalen rektalen Untersuchung und größere Prostatavolumina (p<0,001) auf. Zunächst schien nach einer univariaten Berichtigung hinsichtlich der Altersstruk-tur kein Zusammenhang hinsichtlich BMI und einer PCa-Diagnose zu bestehen. Die multivariate Auswertung in Bezug auf PSA-Konzentration, DRE und Prostatavolumen ergab jedoch eine signifikant erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass ein Prostatakarzinom festgestellt wurde (p=0,007).

Demnach müssen Männer mit einem BMI über 35 mit einem 2,4fach höheren Risiko für die Diagnose Prostatakrebs rechnen als normalgewichtige Männer. Darüber hinaus wiesen Probanden, bei denen nach dieser Analyse Krebs gefunden wurde, durchschnittlich höhere Gleason Scores auf (p=0,004). Insbesondere war das Risiko für einen höheren Gleason Score bei einem BMI von 30 bis 35 mehr als verdoppelt, bei einem BMI von über 35 war es viermal so groß.

Nahrungsergänzung bei PCa sicher

Ebenso wie Übergewicht sind bestimmte Nahrungsergänzungsmittel in Diskussion, das Risiko eines Prostatakarzinoms zu erhöhen. Ein Team um Dr. Alessandra Tavani vom Instituto die Ricerche Farmacologiche in Mailand untersuchte nun Kalzium-, Vitamin-D- und Phosphorsupplementation hinsichtlich der Sicherheit in Bezug auf das Prostatakarzinom. Im Rahmen einer von 1991–2002 durchgeführten Fall-Kontroll-Studie wurden 1.294 Männer mit Prostatakarzinom und 1.451 Kontrollteilnehmer untersucht. Die Gruppen, die in das jeweils höchste Fünftel fielen, nahmen mehr als 1.300mg Kalzium bzw. 4,05µg Vitamin D, respektive 1.897mg Phosphor zu sich. Verglichen mit dem Fünftel, das die geringste Kalziumzufuhr aufwies, hatte das Fünftel mit der größten Zufuhr eine Odds-Ratio von 1,18. Das CI lag jedoch zwischen 0,88 und 1,59, daher erwies sich dieses Risiko als nicht signifikant. Ähnlich zeigte sich die Lage bei Phosphor mit OR 1,20 und Vitamin D mit OR von 1,33, wobei auch in diesen beiden Fällen durch eine erhöhte Zufuhr kein signifikant höheres Risiko für ein Prostatakarzinom festgestellt werden konnte.

Autor:
Christian Fexa

Quelle des Artikels Risikofaktoren neu bewertet: Ernährung und Prostatakarzinom:
Freedland S J et al, Urology 2005; 66: 108–113, Tavani A et al, European Urology 2005; 48: 27–33


Funktion von Krebsgenen durch Ernährung beeinflusst
Eine Chemikalie, die in Brokkoli, Blumenkohl und Kraut enthalten ist, kann die DNA-Reparatur in Zellen verbessern und verhindern, dass sie kanzerös werden. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Georgetown University gekommen. Laut den Wissenschaftern verfügt eine andere Chemikalie in Soja über die gleiche Fähigkeit. Der Zusammenhang zwischen diesen Nahrungsmitteln und einem verringerten Krebsrisiko war bereits bekannt. Jetzt wurde erforscht, was für diese Wirkung verantwortlich sein könnte. Die Ergebnisse der Studie wurden im British Journal of Cancer veröffentlicht.
Gemüse wie Brokkoli enthalten einen Bestandteil namens I3C. In Sojabohnen ist die Chemikalie Genistein enthalten. Die von den Genen BRCA1 und BRCA2 regulierten Instandhaltungsproteine sind wichtig um zu verhindern, dass beschädigte genetische Informationen an die nächste Zellgeneration weitergegeben werden. Menschen mit einem fehlerhaften BRCA Gen verfügen über ein höheres Risiko an bestimmten Krebsformen zu erkranken. Dazu gehören unter anderem Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs.
In Krebszellen kommen geringere Mengen der BRCA Proteine vor. Daher gehen die Wissenschafter davon aus, dass größere Mengen die Entstehung von Krebs verhindern können. Das Team um Eliot Rosen nimmt daher an, dass die Fähigkeit von I3C und Genistein die Menge der BRCA Proteine zu erhöhen, für ihre positive Wirkung verantwortlich sein könnte.
Rosen betonte, dass Studien einen Zusammenhang zwischen bestimmten Arten von Lebensmitteln und dem Krebsrisiko hergestellt hätten. Bevor man jedoch sagen könne, dass ein bestimmtes Lebensmittel gegen Krebs schütze, müsse man seine Funktionsweise auf molekularer Ebene erforschen. "Jetzt ist es klar, dass die Funktion von entscheidenden Krebsgenen durch Bestandteile unserer Ernährung beeinflusst wird." http://www.journalonko.de


Darmkrebs: Curry und Zwiebel können vorbeugend wirken

Rochester (ddp). Inhaltsstoffe von Curry und Zwiebeln können gefährliche Darmpolypen zurückdrängen und damit Darmkrebs vorbeugen. Das haben amerikanische Mediziner in einer Pilotstudie an fünf Patienten gezeigt, die an der so genannten familiären adenomatösen Polyposis (FAP) litten. Im Laufe dieser Erbkrankheit bilden sich Hunderte von Polypen im Darm. Unbehandelt folgt zwangsläufig Darmkrebs. Mit den als Tablette eingenommenen Wirkstoffen Curcumin aus der Curryzutat Gelbwurz und Quercetin aus der Zwiebel konnte die Anzahl und Größe der Darmpolypen stark reduziert werden, berichten Francis Giardiello von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore und seine Kollegen in der Zeitschrift «Clinical Gastroenterology and Hepatology» (Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1016/j.cgh.2006.03.020). Da FAP zu einer Wucherung von Polypen mit anschließendem Darmkrebs führt, war zur Vorbeugung bei allen Patienten bereits ein Teil des Dickdarms operativ entfernt worden. Die Mediziner untersuchten nun über einen Zeitraum von neun Monaten, wie sich unter Einnahme von Curcumin und Quercetin die verbliebenen Polypen im restlichen Verdauungstrakt verhielten. Die Zahl der Polypen ging um 60 Prozent, die Größe um 50 Prozent zurück, stellten die Forscher fest. Dieser Befund bestärkt sie nun, eine klinische Studie mit größerer Beweiskraft in Angriff zu nehmen. Die Forscher vermuteten schon länger, dass sowohl Curcumin als auch Quercetin eine Wirkung gegen Darmpolypen und Darmkrebs entfalten. Teilweise stützte sich die Annahme aber nur auf Versuche an Zellkulturen und mit Mäusen. Das Kombinationspräparat zeigte bei den Patienten fast keine Nebenwirkungen. Daher könnte es eine gute Alternative zu anderen Medikamenten sein, die von den Patienten schlecht vertragen werden und zu Geschwüren und Blutungen im Verdauungstrakt führen, hoffen die Mediziner. Über Currysoße und Zwiebelsuppe lassen sich die Wirkstoffe allerdings nicht in ausreichendem Maße einnehmen, da besonders Curcumin im medizinischen Test sehr hoch dosiert war. In Curry macht es nur drei bis fünf Gewichtsprozent aus.2. August 2006  www.netdoktor.de


Curry und Zwiebel helfen gegen Darmkrebs
Dienstag, 1. August 2006 http://www.aerzteblatt.de   deutsches AErzteblat
Rochester - Inhaltsstoffe von Curry und Zwiebeln koennen gefaehrliche Darmpolypen zurueckdraengen und damit Darmkrebs vorbeugen. Das haben amerikanische Mediziner in einer Pilotstudie an fuenf Patienten gezeigt, die an der so genannten familiaeren adenomatoesen Polyposis (FAP) litten. Im Laufe dieser Erbkrankheit bilden sich Hunderte von Polypen im Darm.
Unbehandelt folgt zwangslaeufig Darmkrebs. Mit den als Tablette eingenommenen Wirkstoffen Curcumin aus der Curryzutat Gelbwurz und Quercetin aus der Zwiebel konnte die Anzahl und Groesse der Darmpolypen stark reduziert werden, berichten Francis Giardiello von der Johns-Hopkins-Universitaet in Baltimore und seine Kollegen in der Zeitschrift „Clinical Gastroenterology and Hepatology“ (Online-Vorabveroeffentlichung, doi:10.1016/j.cgh.2006.03.020).
Da FAP zu einer Wucherung von Polypen mit anschliessendem Darmkrebs fuehrt, war zur Vorbeugung bei allen Patienten bereits ein Teil des Dickdarms operativ entfernt worden. Die Mediziner untersuchten nun ueber einen Zeitraum von neun Monaten, wie sich unter Einnahme von Curcumin und Quercetin die verbliebenen Polypen im restlichen Verdauungstrakt verhielten. Die Zahl der Polypen ging um 60 Prozent, die Groesse um 50 Prozent zurueck, stellten die Forscher fest. Dieser Befund bestaerkt sie nun, eine klinische Studie mit groesserer Beweiskraft in Angriff zu nehmen.
Die Forscher vermuteten schon laenger, dass sowohl Curcumin als auch Quercetin eine Wirkung gegen Darmpolypen und Darmkrebs entfalten. Teilweise stuetzte sich die Annahme aber nur auf Versuche an Zellkulturen und mit Maeusen. Das Kombinationspraeparat zeigte bei den Patienten fast keine Nebenwirkungen. Daher koennte es eine gute Alternative zu anderen Medikamenten sein, die von den Patienten schlecht vertragen werden und zu Geschwueren und Blutungen im Verdauungstrakt fuehren, hoffen die Mediziner.
UEber Currysosse und Zwiebelsuppe lassen sich die Wirkstoffe allerdings nicht in ausreichendem Masse einnehmen, da besonders Curcumin im medizinischen Test sehr hoch dosiert war. In Curry macht es nur drei bis fuenf Gewichtsprozent aus. /ddp


Ballaststoffe: 30 Gramm pro Tag halbieren Brustkrebsrisiko
Frauen, die ihre Menopause noch nicht erreicht haben, können ihr Brustkrebsrisiko durch das Essen großer Mengen von Ballaststoffen halbieren. Wissenschafter der University of Leeds wiesen nach, dass Frauen, die 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag zu sich nahmen über ein halb so großes Risiko verfügten wie Teilnehmerinnen, die weniger als 20 Gramm aßen. Für die im International Journal of Epidemiology veröffentlichte Studie wurden die Daten von 35.00 Frauen ausgewertet. In Großbritannien werden pro Person täglich rund 12 Gramm Ballaststoffe konsumiert.
Um die empfohlenen 30 Gramm zu erreichen, müsste man zum Frühstück ein ballaststoffreiches Müsli essen, auf Vollkornbrot umsteigen und täglich fünf Portionen Obst oder Gemüse zu sich nehmen. Die Essgewohnheiten und die Gesundheit der Teilnehmerinnen wurden insgesamt sieben Jahre lang beobachtet. Zu Beginn der Studie waren die Frauen zwischen 35 und 69 Jahre alt. Die Ernährungsgewohnheiten wurden mittels eines Fragebogens mit 217 Nahrungsmitteln ermittelt. Anders als in früheren Studien zu diesem Thema nahmen vollständige Vegetarierinnen oder Frauen teil, die kein rotes Fleisch aßen. Fast 16.000 Frauen waren zu Beginn der Studie vor der Menopause, 18.000 hatten sie bereits hinter sich. 257 Frauen erkrankten während der sieben Jahre vor den Wechseljahren an Brustkrebs.
Die erkrankten Frauen gewannen einen vergleichsweise größeren Teil ihres Energieumsatzes aus Proteinen und einen geringeren aus Ballaststoffen und Vitamin C. Dieser Effekt konnte nach der Menopause nicht mehr festgestellt werden. 350 Frauen dieser Gruppe erkrankten an Brustkrebs. Die Wissenschafter nehmen an, dass der Grund dafür sein könnte, dass Ballaststoffe die Art und Weise beeinflussen, wie der Körper das Hormon Östrogen verarbeitet und reguliert.
Die Östrogenwerte sind vor den Wechseljahren im Allgemeinen höher. Die leitende Wissenschafterin Janet Cade erklärte, dass die entscheidende Aufnahme von Ballaststoffen wahrscheinlich früher stattfinde, was erklären könnte, warum der schützende Effekt nach der Menopause nicht mehr gegeben war. http://www.journalmed.de 24.01.2007