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Antioxidantiennews- Studien zu Vitaminen und Antioxidantien

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Antioxidative Vitamine in der Prävention  Deutsches Ärzteblatt 93, Ausgabe 4 vom 26.01.96, Seite A-196 
MEDIZIN: Diskussion   Fulda, E.; Koch, J.; Biesalski, Konra


Brokkoli-Sorte soll Krebs vorbeugen.
Vitamin C und E-Mangel in der Bronchialflüssigkeit bei Asthmatikern
Das Ginkolid EGB-761
entfaltete im Tierversuch kardioprotektive Wirkungen nach Ischiämie.
Radikale, oxidativer Streß, Antioxidantien und ihre Beziehung zu Herzinfarkt, Schlaganfall und Alterungsprozeß und neurodegenerativen Erkrankungen, wie Parkinson und Alzheimer!
Die Rolle der freien Radikale, des oxidativen Stresses und der Antioxidantien in der Arteriosklerose!
Studienübersicht-Teilnehmer Zeitraum Vit.mg/d 
Schützt Wein vor Herzinfarkt? 
Phytopathologie und Arteriosklerose--Wenn die Gefäße zu eng werden!
Obst und Gemüse halten jung!                      Früchte und Gemüse führt zu Schutzeffekten
Katarakt und Vitamine         Roter Traubensaft  Äpfel gegen Krebs
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Äpfel gegen Krebs: Ein Apfel pro Tag kann gegen Krebs vorbeugen. 100 Gramm der Frucht wirken effektiver als 1500 Gramm Vitamin C, ergab eine jetzt in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte Studie. In Saft und Schale der Äpfel stecken Phenole und Flavonoide. Diese so genannten Antioxidationsmittel fangen krebsfördernde freie Radikale im Körper ab. Die größten Mengen der hilfreichen Stoffe stecken in der Schale. ( 21.06.2000)

Krebsvorbeugung
: Der Verzehr einer neuen Brokkoli-Sorte soll Krebs vorbeugen. Britische Forscher haben das Gemüse gezüchtet. Nach Angaben der Fachzeitschrift „New Scientist“ enthält es im Vergleich zu normalem Brokkoli die zehnfache Menge des Stoffes Sulphoraphan. Diese Substanz bildet ein antioxidatives Enzym und verhindere dadurch die Entstehung von Tumoren, so die Forscher. (Focus Online, Ärzte Zeitung, 30.05.2000)

Vitamin C und E-Mangel in der Bronchialflüssigkeit bei Asthmatikern
Bei Asthma kann es als Folge der chronischen Entzündung als Folge der chronischen Entzündung zu erhöhtem oxidativen Stress in der Lunge kommen. Antioxidative Substanzen in der angrenzende Gewebsflüssigkeit könnten die Folgen mindern. Ein Mangel dagegen erhöht  die Vulnerabilität der Zellen. Die Konzentration des reduzierten Gluthations war bei Asthmatikern und Kontrollpersonen annähernd gleich. Die anderen Werte differierten. Insbesondere Vitamin C und E waren bei Asthmatikern in der Broncho- - und Bronchoalveolarflüssigkeit erniedrigt bzw. nicht nachweisbar, obwohl die Plasmawerte im Vergleich zur Kontrollgruppe kaum differierten. Als Ausdruck des oxidativen Stress war oxidiertes Gluthation bei den Asthmatikern in der Alveolarflüssigkeit deutlich erhöht.Die Versorgung von Asthmatikern könnte die Schwere und den Verlauf des Asthma beeinflussen. Lancet 354 (1999) 482-483 Kelly FJ et al

Das Ginkolid EGB-761, ein natürlicher Radikalfänger, plus Tacrolimus entfaltete im Tierversuch kardioprotektive Wirkungen nach Ischiämie. Bei Ratten kam es seltener zu Reperfusionsarrythmien, und möglicherweise kann das Regime auch einer Entstehung einer Herzhypertrophie nach Infarkt vorbeugen. (J Cardiovasc Pharm 355(2000) 37-44

Katarakt und Vitamine Canberra 11-03-2000(Xinhua): Eine australische Studie mit 3000 Teilnehmer zeigte, dass Vitamin B
vor altersbedingtem Katarakt schützen, da der Linsenkern offensichtlich empfindlich auf Nährstoffdefizite reagiert. Die Vitamine B1, B2, B3 wie auch Eiweiß und Antioxidantien inkl. Vitamin A sind wichtige augenschützende Nährstoffe. In der Gruppe der besten Nährstoffversorgung halbierte sich die Kataraktrate gegenüber der mit Nährstoffdefizit.

Roter Traubensaft verbessert die Gefäßwand(Endothel)funktion und wirkt antoxidativ. Diese schon im Rotwein gefundenen Eigenschaften werden über Flavoide vermittelt und sind unabhangig vom Alkoholgehalt.In dieser Studie tranken 15 Patienten (50-75) mit KHK (koronare Herzkrankheit) tranken 14 Tage lang 8mg/kg KG pro Tag Traubensaft. Stein et. al Ciculation 100 (1999) 1050-1055


Meldung vom 19.10.98    Obst und Gemüse halten jung
Ein amerikanischer Neurowissenschaftler weist nach, daß sich die Abwehrstoffe gegen freie Radikale positiv auf das Erinnerungsvermögen auswirken  und das Gehirn fit halten.
Boston, 19. Oktober. Obst und Gemüse mindern nicht nur das Krebsrisiko. Sie sind darüber hinaus in der Lage, Alterungsprozesse zu verlangsamen. Das zeigt neue Studie von James Joseph, Neurowissenschaftler an der Tufts University (Boston, USA). Der Forscher fütterte seine Labor-Ratten mit Erdbeeren und Spinat. Beide sind besonders reich an Vitaminen. Deshalb können sie schädliche Stoffwechselprodukte unseres Körpers, sogenannte freie Radikale, sehr gut einfangen und unschädlich machen. Das ist auch der Grund, warum Gemüse vor Krebs schützen kann, denn die freien Radikale gelten als krebserzeugend. Doch diese aggressiven Stoffwechselprodukte spielen ebenso eine Rolle bei Alterungsprozessen im Gehirn. "Man nimmt an, daß die Zerstörung durch die freien Radikale ein wichtiger Faktor beim altersbedingten Gedächtnisverlust ist", sagt Joseph. Seine Untersuchung konnte dies belegen: Die Ratten, die über acht Monate die Anti-Radikalen-Diät - bestehend aus Erdbeeren und Spinat - gefuttert hatten, zeigten bessereLeistungen in Erinnerungstests als ihre nicht-vegetarischen Artgenossen. Das Gemüse und die Frucht schützen offenbar gegen Störungen in der Kommunikation der Gehirn-Nervenzellen.
Rezepttips mit Spinat:   -Spinat-Kohlrabisalat mit Senfdressing-  Spinat-Quiche    - Blätterteig-Spinattaschen    - Quelle: Stern-Online

Arterienverkalkung: Forscher der Universität Bonn haben nachgewiesen, dass Obst und Gemüse Arterienverkalkung (Arteriosklerose) verhindern kann. Bisher wurde angenommen, dass dies allein durch die Senkung des Cholesterinspiegels zu erreichen sei. (Berlin Online, 27.05.2000)

Ein hoher Obst- und Gemüsekonsum schützt vor Schlaganfall. Fünf Portionen täglich sollten es sein. In dieser Studie wurden 75596 Frauen(34-59J.) und 38683 Männer(40-75) 8 Jahre lang beobachtet.Am Ende des Beobachtungszeitraumes hatten 366 Frauen und 204 Männer einen Schlaganfall gehabt. Besonders günstig zeigte sich Kohlarten (Brokkoli, Blumenkohl..), grünes Blattgemüse, und Zitrusfrüchte. Keine schützende Wirkung zeigten Kartoffel und Hülsenfrüchte. Mehr als sechs Portionen pro Tag wiesen keinen weiteren Vorteil auf. Joshipura et al. JAMA 282 (1999) 1233-1239


Der Verzehr von Früchten und Gemüse insbesondere von Kreuzblüttler und grünblättrigem Gemüse sowie Zitrusfrüchten führt offenbar zu kardiovaskulären Schutzeffekten, die das ischiämische Schlaganfallrisiko günstig beeinflussen (n<100.000).Joshipura KJ et al.. JAMA 282 (1999) 1233-1239

 

  

  

 

 

 


Radikale, oxidativer Streß, Antioxidantien und ihre Beziehung zu Herzinfarkt, Schlaganfall und
Alterungsprozeß und neurodegenerativen Erkrankungen, wie Parkinson und Alzheimer.
Meinhard Haltmayer-Institut für medizinsche und chemische Labordiagnostik--AÖ KH der Barmherzigen Brüder Linz

Der Begriff „Radikal" kommt von radix - die Wurzel -und hat nichts mit der radikalen Wirkung dieser Substanzen zu tun. "Freie Radikale" oder einfach "Radikale" sind Zwischenprodukte im Stoffwechsel und per definitionem ein Atom, ein Molekül oder eine chemische Verbindung, die in der äußeren Hülle ein unpaares Elektron tragen. Durch diesen chemisch  sehr unruhigen Status sind Radikale extrem reaktiv, da sie sofort versuchen wieder eine stabile Form anzunehmen, indem sie Substanzen in der unmittelbaren Umgebung angreifen. Dem Chemiker sind Radikale schon lange bekannt, in biologischen Prozessen wurden sie aber, auch aufgrund ihrer extrem kurzen Halbwertszeit, lange Zeit nicht beachtet. Die chemische Bezeichnung für das Radikal ist der angehobene Punkt (o R), der das unpaare Elektron symbolisieren soll. Die erste erkannte Reaktion in biologischen Systemen war die homolytische Dissoziation von Wasser durch ionisiernde Strahlen, wobei zwei äußerst reaktive Radikale entstehen. Man erkannte in der Folge auch, daß vor allem Sauerstoff-Radikale im lebenden Organismus allgegenwärtig sind, und im Metabolismus eine entscheidende Rolle spielen. Zwei Prozent des Sauerstoffs, den wir einatmen, wird in das Superoxid - Anionen-Radikal (O2o- ) umgewandelt, das durch Aufnahme eines Elektrons gebildet wird. Prozesse dieser Art finden vor allem in den Mitochondrien, dem Endoplasmatischen Retikulum und in den Phagocyten statt, wo Radikale benötigt werden, um Bakterien zu eliminieren. Radikale, im allgemeinen, entstehen entweder durch Homolyse von kovalenten Bindungen oder durch Aufnahme oder Abgabe eines Elektrons. Die Bildung von Radikalen erfolgt kontrolliert durch enzymatische Prozesse oder unkontrolliert  durch xenobiotische Prozesse (Tabakrauch,Medikamente, Gifte, UV-Strahlung, Röntgenstrahlung usw.). Die zellschädigende Wirkung dieser Radikale wird z.B. bei der Tumortherapie mittels Strahlentherapie oder Chemotherapeutika genutzt.Die schädigende Wirkung, die Sauerstoffradikale hervorrufen, hängt von der Art des Sauerstoff-Radikals ab. Das Hydroxyl-R (oOH) ist das reaktivste Radikal, das wirkennen. Durch seine extrem kurze Halbwertszeit hat es nur eine lokale
Wirkung und je nach Substrat entweder keinen biologischen Effekt, oder es richtet großen Schaden an (z.B. Schädigung der Erbsubstanz bis zur Zellzerstörung). Die Bildung von Hydroxyl-Radikalen wird von den Metallionen Eisen und Kupfer (Fe 3+ und Cu 2+ ) katalysiert, sodaß man diese freien Metalle auch als Radikale bezeichnet.
Den Prozeß, den Radikale an den Blutfetten initiieren, wird als Lipidperoxidation bezeichnet. Die Lipidperoxidation ist ein Prozeß in mehreren Stufen, der durch das Hydroxyl- Radikal oder durch das Superoxid- Radikal in Gegenwart von Metallionen ausgelöst wird. Auch die Perpetuierung wird durch Metallionen unterhalten und führt schließlich zur sogenannten Autooxidation, wobei Alkoxyl -(RO o ) und Peroxyl -(ROO o)-Radikale entstehen. Die „Ziele" von Sauerstoffradikalen sind vorzugsweise die  Desoxyribonukleinsäuren (führt z.B. zu falscher Sequenzablesung), die Eiweiße (führt z.B. zur Inaktivierung von Enzymen), die Kohlenhydrate (werden depolymerisiert) und die Fette (z.B. die PUFAs der Zellmembranen). Überschießende Oxidationsprozesse führen zum sogenannten oxidativen Streß, der Ursache für viele pathophysiologische Prozesse (Beispiele sind die Atherosklerose und der Alterungsprozeß) und Erkrankungen (Beispiele sind die Krebsentstehung, Alzheimer und Parkinson, chronische Entzündungen usw.) ist. Der Körper verfügt aber über komplexe Schutzsysteme, die Antioxidantien genannt werden. Dabei handelt es sich um Substanzen, die Oxidationsprozesse verhindern bzw. neutralisieren können. Dazu zählen vor allem Enzyme, metallbindende Proteine, niedermolekulare nutritiv zugeführte Verbindungen und essentielle Spurenelemente, die als Kofaktoren der enzymatischen Antioxidantien fungieren.
Enzymatische Antioxidantien sind die SOD (Superoxid-Dismutase), die das Superoxid sehr schnell in H2O2 (Wasserstoffperoxid) umwandelt. Aus Wasserstoffperoxid würde aber in Gegenwart von Metallionen das potente Hydroxyl-Radikal - o OH - entstehen. Weitere enzymatische Antioxidantien, wie die Catalase (CAT) und die
Glutathion-Peroxidase (GPx) können aber Wasserstoffperoxid neutralisieren. Ein weiterer Schutzmechanismus sind die metallbindenden Proteine, die verhindern, daß die Metalle in freier ionisierter Form vorliegen. Sie halten die Balance zwischen Oxidation und Antioxidation aufrecht, da einige Metalle wie Kupfer, Zink, Mangan und Selen auch als Kofaktoren der enzymatischen Antioxidantien wichtig sind. Der dritte Schutzmechanismus sind die nutritiven Substanzen, die Vitamine A, C und E, die Carotenoide und die Flavonoide. Diese Substanzen verhindern vor allem die Lipidperoxidation, indem sie Peroxyl-Radikale inaktivieren. Der am besten untersuchte biologische Oxidationsprozeß ist die Lipidperoxidation. Die Oxidation der LDL (Low Density Lipoprotein)- Partikel ist abhängig von der Konzentration von vorhandenen Fe3+ bzw. Cu2+ -Ionen. Ziel der Oxidantien sind vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit mehreren Doppelbindungen.
Durch Oxidation entsteht ein „neues" LDL- Partikelchen, das sich in Struktur und Zusammensetzung von den nativen LDL unterscheidet und dadurch auch unterschiedliche chemische Eigenschaften aufweist. Die ox-LDL (oxidierten LDL) werden daher vom regulären LDL-Rezeptor, der das Cholesterin vorwiegend über die Leber
aus der Zirkulation entfernt, nicht mehr erkannt, dafür aber vom sogenannten Scavenger- Rezeptor, auf Monocyten- Makrophagen- und Endothelzellen, sehr schnell aus der Zirkulation entfernt. Dieser Prozeß führt dazu, daß aus den Makrophagen Schaumzellen in der Gefäßwand entstehen, die die Vorstufen des atherosklerotischen Geschwüres
darstellen.Der Nachweis der Lipidperoxidation im Laboratorium ist zwar prinzipell möglich, derzeit aber noch schwierig, da aufwendig und langwierig und störanfällig, und natürlich auch nicht standardisiert. Die häufigst benutzte Methode ist der Nachweis von Lipidperioxidationsendprodukten, der TBA (oder TBARS) -Test,
der Malondialdehyde (MDA) nachweist. Man kann auch Antikörper gegen ox-LDL nachweisen. Die Wertigkeit dieser Testsysteme ist zur Zeit aber noch nicht etabliert. Große epidemiologischen Studien an mehreren tausend Probanden zeigen, daß die Vitamin E-Einnahme auf höherem Niveau (> 150 IU/d) über längere Zeit (über 2-3 Jahre) mit einer deutlichen Reduktion des Herzinfarktrisikos einhergeht, wobei die Reduktion des relativen Risikos zwischen 20% und 65% liegt. Dafür war möglicherweise nicht die Vitamin E- Einnahme alleine verantwortlich, da die Personen, die in diesen Studien Vitamin E- Präparate zu sich nahmen, auch weniger rauchten und mehr Sport betrieben, also insgesamt einen vernüftigeren Lebensstil führten. Zufuhr von Vitamin E- Dosen im Multivitaminbereich (unter 50 IU/d) zeigen aber keinen entsprechenden Effekt.
Die großen Behandlungsstudien mit Vitaminpräparaten, in denen Patienten gezielt mit Vitamin E behandelt wurden, konnten die Ergebnisse der Beobachtungsstudien nicht belegen. Man muß dazu allerdings sagen, daß in diesen Interventionsstudien mit Dosen im Multivitaminbereich therapiert wurde, was schon in den epidemiologischen Studien
keinen Effekt zeigt. Für die zusätzliche Einnahme von Betacarotenen (Provitamin A) und Vitamin C waren schon die Ergebnisse in den
epidemiologischen Studien uneinheitlich und in den randomisierten Behandlungsstudien zeigte sich sogar fallweise ein Anstiegen der Sterblichkeit bzw. der Karzinomhäufigkeit in Verbindung mit der Vitaminsupplementation. Derzeit laufen allerdings gezielte Behandlungsstudien mit Vitaminpräparaten, wobei in absehbarer Zeit Resultate zu
erwarten sind. Was man aber durchaus behaupten kann, ist, daß die Sicherheit der zusätzlichen Vitamineinnahme für Vitamin C und E gegeben ist, da auch bei höheren Dosen keine wesentlichen Nebenwirkungen zu erwarten sind (eventuell Durchfälle bei Vitamin C- Einnahme von über 3-5 g;Muskelschwäche bei Vitamin E-Dosen über 1500 IU/d). Bei Vitamin A - Zufuhr sollte man generell vorsichtig sein, besonders Frauen mit Kinderwunsch sollten Vitamin A in höheren Dosen
meiden, da über Mißbildungen des Feten berichtet wurde (> 25.000 IU/d). Bestimmte Gruppen sollten besonders vorsichtig sein. In der Alpha-Tocopherol Beta-Caroten Studie (ABTC) und auch in der CARET- Studie wurden in der Beta- Carotengruppe (es wurden hier Raucher verfolgt) überdurchschnittlich mehr Lungenkarzinome beobachtet, sodaß die CARET- Studie sogar 21 Monate vor dem geplanten Ende abgebrochen wurde. Man kann also einem Raucher die zusätzlich Zufuhr von Beta- Caroten bzw. Vitamin A nicht empfehlen. Diese scheinen nur dann einen Vorteil zu haben, wenn vorher ein entsprechender Vitamin -Mangel besteht. Raucher haben z.B. niedrigere Betacaroten - und Vitamin C - Spiegel. Zusammenfassend kann man sagen, daß möglicherweise Vitamin E in höheren Dosen (>200 IU/d) und über längere Zeit genommen das Risiko einer Gefäßerkrankung reduziert. Vitamin C und Beta- Caroten haben diesen positiven Einfluß wahrscheinlich nicht. Nach den derzeit vorliegenden Ergebnissen kann allerdings die Routine- Einnahme von nutritiven Antioxidantien (Vitaminen) als Primär - oder Sekundärprophylaxe der Allgemeinheit noch nicht empfohlen werden.

     

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Die Rolle der freien Radikale, des oxidativen Stresses und der Antioxidantien in der Arteriosklerose
Meinhard Haltmayer Institut für medizinsche und chemische Labordiagnostik  AÖ KH der Barmherzigen Brüder Linz 1999
Einleitung und Zusammenfassung
Erst in den beiden letzten Jahrzehnten beschäftigen sich Wissenschafter intensiv mit der pathophysiologischen Wirkung der freien Radikale im menschlichen Organismus. Durch viele Publikationen wurde bestätigt, daß ein eindeutiger Zusammenhang besteht zwischen der übermäßigen Produktion von freien Radikalen in vivo und dem Alterungsprozeß bzw. dem Auftreten von degenerativen Erkrankungen. Vor allem die Mitochondrien und die Phagocyten sind potente Quellen von Sauerstoffradikalen, die in weitere Folge DNA, Proteine, Kohlenhydrate und Lipide schädigen können, wenn der Körper nicht über ein geeignetes Abwehrsystem verfügt. Ein Übermaß an Sauerstoffradikalen verbunden mit einem Mangel an Antioxidantien nennt man oxidativen Streß. Dieser oxidative Streß spielt auch eine entscheidende Rolle in der Entstehung der Atherosklerose. Die Bedeutung der diätetischen Antioxidantien, wie Vitamin C, Provitamin A und Vitamin E wird nachfolgenddiskutiert. Der Begriff "Radikal" lehnt sich an das lateinische Wort "radix", und hat nichts mit der wohl auch radikalen Wirkung dieser Substanzen zu tun. Radikale sind Zwischenprodukte im Stoffwechsel und per definitionem ein Atom, ein Molekül oder eine chemische Verbindung, die in der äußeren Hülle ein unpaares Elektron tragen. Durch diesen chemisch extrem unruhigen Status sind sie sehr reaktiv,da sie versuchen sofort wieder eine stabile Verbindung einzugehen. Die chemische Bezeichnung für das Radikal ist der angehobene Punkt,der das unpaare Elektron symbolisieren soll ( oOH ). Vor allem Sauerstoff-Radikale sind im lebenden Organismus allgegenwärtig und spielen in metabolischen Prozessen eine entscheidende Rolle. Zwei Prozent des Sauerstoffs, den wir einatmen, wird in das Superoxid-Radikal umgewandelt. Prozesse dieser Art finden vor allem in den Mitochondrien, dem endoplasmatischen Retikulum und in den Phagocyten statt, woRadikale benötigt werden, um Bakterien zu schädigen.Die Bildung von Radikalen erfolgt kontrolliert durch  enzymatische Prozesse oder unkontrolliert durch xenobiotische Prozesse. Die zellschädigende Wirkung dieser Substanzen nutzt man z.B. in der Tumortherapie (Strahlentherapie, Chemotherapeutika).Die schädigende Wirkung hängt von der Art des Sauerstoff-Radikals ab. Das Hydroxyl-Radikal (oOH) ist das reaktivste Radikal, das wir kennen. Durch seine extrem kurze Halbwertszeit hat es allerdings nur eine lokale Wirkung und hat je nach Substrat, das zur Verfügung steht, keinen biologischen Effekt oder es richtet großen Schaden an (DNA-Schädigung bis zur Zellzerstörung). Die Bildung von Hydroxyl-Radikalen wird von den Metallionen Fe3+ und Cu2+ katalysiert, so daß diese freien Metalle fallweise auch als Radikale bezeichnet werden. Der Prozeß, den Radikale an Lipiden initiieren, wird Lipidperoxidation genannt. Die Lipidperoxidation läuft in mehreren Stufen ab. Sie wird durch das Hydroxyl-R oder das Superoxid-R in Gegenwart von Metallionen ausgelöst, besonders im Bereich des subendothelialen Raumes, wenn entsprechende Antioxidantien (AO) fehlen. Auch die Perpetuierung wird durch Metallionen unterhalten und führt schließlich zur sogenannten Autooxidation, wobei Alkoxyl- (ROo) und Peroxyl-(ROOo) Radikale entstehen. Die "Ziele" von Sauerstoffradikalen sind vorzugsweise DNA (falsche Sequenzablesung), Proteine (Inaktivierung von Enzymen), Kohlenhydrate (Depolymerisierung) und Lipide (Peroxidation). Überschießende Oxidationsprozesse (oxidativer Streß) sind dadurch Ursache für viele pathophysiologische Prozesse- wie Atherosklerose, Alterungsprozeß- und Erkrankungen (z.B. Karzinom), neurodegenerative Erkrankungen und chronische Entzündungen.Der Körper verfügt nun, um dem oxidativen Streß zu entgehen, über komplexe Schutzsysteme, die Antioxidantien. Dabei handelt es sich um Substanzen, die Oxidationsprozesse verhindern bzw. neutralisieren können. Dazu zählen vor allem Enzyme, metallbindende Proteine, einige Vitamine und Spurenelemente, die Kofaktoren der enzymatischen Antioxidantien sind.Die SOD wandelt das Superoxid-Anion sehr schnell in H2O2 um. Aus Wasserstoffperoxid würde in Gegenwart von Metallionen sehrschnell das potente Hydroxyl-Radikal entstehen. Die Catalase (CAT) und die Glutathion- Peroxidase (GPx) können aber Wasserstoffperoxid sehr schnell neutralisieren. Ein weiterer Schutzmechanismus sind die metallbindenden Proteine, die verhindern, daß die Metalle in freier ionisierter Form vorliegen. Sie halten die Balance zwischen Oxidation und Antioxidation aufrecht, da einige Metalle auch als Kofaktoren der enzymatischen Antioxidantien nötig sind. Der dritte Schutzmechanismus sind die nutritiven Substanzen, die Vitamine A, C und E, die Carotinoide und die Flavonoide. Diese Substanzen verhindern vor allem die Lipidperoxidation, indem sie Peroxyl-Radikale inaktivieren. Der am besten untersuchte biologische Oxidationsprozeß ist die Lipidperoxidation. Die Oxidation der LDL- Partikel ist abhängig von der Konzentration von vorhandenen Fe3+ bzw. Cu2+ -Ionen. Ziel der Oxidantien sind vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit mehreren Doppelbindungen. Durch Oxidation entsteht ein „neues" LDL- Partikel, das sich in Struktur und Zusammensetzung von den nativen LDL unterscheidet und dadurch auch unterschiedliche chemische Eigenschaften aufweist. Die ox-LDL werden daher vom LDL-Rezeptor nicht mehr erkannt, dafür aber vom sogenannten Scavenger- Rezeptor, auf Monocyten-Makrophagen- und Endothelzellen, sehr schnell aus der Zirkulation entfernt. Der atherogene Kreislauf wird auch dadurch unterhalten, daß ox-LDL das Endothel passiert, im subendothelialen Raum chemotaktisch auf zirkulierende Monocyten wirkt, die Umwandlung in Makrophagen stimuliert und gleichzeitig die Rückkehr in die Zirkulation verhindert. Die Makrophagen werden in der Folge zu Schaumzellen, indem sie sich mit Cholesterin beladen. Gleichzeitig ist ox-LDL als Radikal auch in der Lage Zellschäden zu setzen, die zur Instabilität des atherosklerotischen Plaques führen können. Der Nachweis der Lipidperoxidation im Laboratorium ist zwar prinzipell möglich, derzeit aber noch schwierig, aufwendig, langwierig und störanfällig, und natürlich auch nicht standardisiert. Die häufigst benutzte Methode ist der Nachweis von Lipidperioxidations-endprodukten. Der TBA (oder TBARS) -Test, der Malondialdehyde (MDA) nachweist. Die großen epidemiologischen Studien zeigen, daß eine Vitamin E -Supplementation auf höherem Niveau (> 200 IU/d) über längere Zeit eingenommen (mindestens 2-3 Jahre) mit einer deutlichen Reduktion des koronaren Risikos korreliert. Zufuhr von Vitamin E in Multivitamindosen ( bis 50 IU/d) zeigt diesen Effekt nicht. Die großen randomisierten Studien waren auf den Endpunkt Karzinom und nicht auf einen atherosklerotisch bedingten Endpunkt zugeschnitten. Kardiovaskuläre Ereignisse wurden allerdings sehr wohl dokumentiert. Es zeigte sich aber im wesentlichen kein Nutzen für den kardiovaskulären Endpunkt.Der Beobachtungszeitraum war allerdings kürzer und die Vitamin E- Dosen waren bei den großen Interventionsstudien im Multivitaminbereich.Für die Supplementation von Betacarotenen und Vitamin C waren schon die Ergebnisse der epidemiologischen Studien uneinheitlich und in den randomisierten Trials zeigte sich sogar fallweise ein Anstiegen der Mortalität in Verbindung mit der Vitaminsupplementation.Die randomisierten Interventionsstudien bis dato, die allerdings nicht die cardiovaskuläre Erkrankung oder Mortalität als Endpunkt hatten, konnten den Nachweis nicht erbringen, daß zusätzliche Vitamineinnahmen eine Reduktion des relativen Risikos bringen.Derzeit laufen daher Studien, die den cardiovaskulären Endpunkt berücksichtigen, wobei ca. 40.000 Patienten in der Sekundärprävention und 86.000 Teilnehmer in der Primärprävention involviert sind. Dabei sind in absehbarer Zeit Resultate zu erwarten.In den epidemiologischen Studien allerdings konnte eine Reduktion des relativen Risikos um ca. 30% für den cardiovaskulären Endpunkt gezeigt werden (fatal und nichtfatal).Zur Zeit bleiben also noch viele Fragen offen, was die Wirkung der nutritiven Antioxidantien betrifft.Was man aber sagen kann, ist, daß die Sicherheit der Vitaminsupplementation gegeben ist, da auch bei höheren Dosen keine wesentlichen Nebenwirkungen zu erwarten sind. Bestimmte Populationen sollten aber eher bestimmten Vitamine nicht zu sich nehmen. In der Alpha-Tocopherol Beta-Caroten Studie (ATBC) und auch in der CARET- Studie wurden in der Beta- Carotengruppeüberdurchschnittlich mehr Lungenkarzinome beobachtet, sodaß die CARET- Studie sogar 21 Monate vor dem geplanten Ende abgebrochen wurde. Man kann als einem Raucher die zusätzlich Zufuhr von Beta- Caroten bzw. Vitamin A nicht empfehlen.Zusammenfassend ist zu sagen, daß möglicherweise Vitamin E in höheren Dosen (>200 IU/d) und über längere Zeit genommen das Risiko einer cardiovaskulären Erkrankung reduziert. Vitamin C und Beta- Caroten haben diesen positiven Einfluß wahrscheinlich nicht.Derzeit kann allerdings die Routine- Einnahme von nutritiven Antioxidantien als Primär - oder Sekundärprophylaxe der Allgemeinheit noch nicht empfohlen werden.

Studie        Studien-Teilnehmer           Zeitraum     Vit.mg/d             Endpunkt     Ereignisse                           RRR%
                                                                           Serum-Diff.                             Therapie Kontrolle% %

ATBC            29 133                        6.1 Jahre       50 VitE            Gesamt-M.       12,4       12.1                -2
1994             männl.Raucher                                   1,4 fach            KHK-M.            5,9         6.0                2
                     Finnland                                                                     Karzinom-M      4,0          3.7               -8
 

CHAOS         2002                            510 Tage   Vit.E                  Gesamt-M. 36/103527/1035  27/967
                      KHK-Patienten                               400/800 I.E      KHK-M.                                23/967     47
                                                                             2.0 fach            nonfatal MI        14/1035         41/967

De Maio      100 Patienten mit             4 Monate  Vit.E                Restenosis           18/52                            46
1992            Angioplastie                                     1200 I.E.                                     24/48
                                                                            2,0 Fach
Chinese study    29 584                    5,25 Jahre     15mg               Gesamt-M.         6.9     7.5                      9
1993              Erwachsene                                     Beta-Carotin    KHK-M.           1.7     1.9                      9
                      in Provinz                                        30mg Vit.E       Karzinom-M.     2.5     2.9                     13
                      Linxian                                             50mikrogr.Selen

 


Phytopathologie und Arteriosklerose--Wenn die Gefäße zu eng werden
Sauerstoff, vor allem die aktivierten Spezies dieses Elements, sind seit langem Forschungsgegenstand von Prof. Erich Elstner, vormals Extraordinarius für Botanik an der TU München und seit 1993 Ordinarius für Phytopathologie der TU München in Freising- Weihenstephan.In der Medizin werden angeregte Sauerstoffmoleküle für eine Reihe negativer Erscheinungen auf zellulärer Ebene verantwortlich gemacht. Allerdings richten sie nur dann Schaden an, wenn sie überhand nehmen. Solange die körpereigenen Schutzsysteme intakt sind und die im normalen Zellstoffwechsel anfallenden Sauerstoffradikale abfangen, passiert nichts. Gerät dieses
Verhältnis jedoch aus der Balance, sind zum Teil schwerwiegende Erkrankungen die Folge, wie Entzündungen, Ödeme, Geschwüre und Krebsgeschwülste. Auch an arteriosklerotischen Veränderungen sind Sauerstoffradikale beteiligt, und dies ist eines der Forschungsgebiete der Arbeitsgruppe Elstner. Arteriosklerose ist eine Erkrankung der inneren Schicht der Arterienwand, der Intima. Zwischen deren Zellen lagern sich überschüssiges Fett und Cholesterin ab, unter anderem auch die Transportform des Cholesterins, das low density lipoprotein (LDL). LDL ist die »böse« Form des Cholesterins, im Gegensatz zum »guten« high density lipoprotein (HDL), das keine Gefäßprobleme verursacht.Kommt es zu Verletzungen der Arterieninnenwände, weil sie mechanisch stark belastet (Bluthochdruck!) oder durch toxische Substanzen angegriffen sind, werden Freßzellen angelockt, die Makrophagen. Sie lassen sich zwischen den Zellen der Intima nieder und beginnen, sich das Cholesterin einzuverleiben. In einem ersten Schritt bindet das LDL an spezifischen Rezeptoren auf der Makrophagenoberfläche und wird dann ins Innere der Freßzelle eingeschleust, die soviel LDL aufnimmt,wie es ihre »Kapazität« erlaubt oder sie für ihren Stoffwechsel benötigt. So ist es im Normalfall. Wenn das Cholesterin jedoch durch eine Oxidation chemisch verändert ist, paßt es nicht mehr an den LDL-Rezeptor, sondern koppelt an einem zweiten Rezeptortyp auf der Makrophagenoberfläche an, dem sogenannten Scavenger-Rezeptor. Diesem fehlt fatalerweise der Mechanismus der negativen Rückkopplung, welcher beim LDL-Rezeptor dafür sorgt, daß die Aufnahme von Cholesterin stoppt, sobald der Makrophage »satt« ist. »Dann geschieht das gleiche wie bei einem Menschen, der zuviel gegessen hat«, erklärt Elstner. »Die Makrophagen werden träge und faul. Sie setzen sich in der Intima fest und schicken Botenstoffe aus, die weitere Freßzellen herbeirufen. So entstehen mit der Zeit Entzündungsherde. Die Auskleidung der Gefäßwand wölbt sich auf, zusätzlich lagern sich in den Plaques auch andere Leukozyten und Zelltrümmer ab, und zudem strömt in diese Stellen noch vermehrt Kalzium ein. Darum spricht man bei Arteriosklerose ja auch von Verkalkung. Allmählich entsteht so eine Wucherung in der Gefäßwand, das Lumen der Arterie wird verengt, was den Blutfluß behindert.
Dies verursacht in den Herzkranzgefäßen die Angina-pectoris-Schmerzen.«

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Die Oxidation ist schuld
Ein Schlüsselproblem bei der Entstehung der Arteriosklerose ist offenbar die Oxidation des LDL, durch die es so verändert wird, daß die LDL-Rezeptoren der Makrophagen es nicht mehr erkennen. Vor allem reaktiver Sauerstoff wird für die Oxidation verantwortlich gemacht. Aber auch generell redoxaktive Übergangsmetalle im Blut könnten beteiligt sein, zum Beispiel aus zerstörten Erythrozyten stammendes Eisen oder durch Veränderungen an dem kupfertransportierenden Plasmaprotein Coeruloplasmin freigesetztes Kupfer. Vielleicht mangelt es auch an Antioxidantien, welche die Aufgabe haben, oxidierende Substanzen abzufangen. Man weiß, daß die Oxidierbarkeit des LDL stark vermindert ist, wenn viele solcher Antioxidantien - die Vitamine A und E sowie das Coenzym Q zählen  dazu - an ihm gebunden sind. Indem sie das LDL vor der Oxidation bewahren, verhindern sie dessen Bindung an die Scavenger- Rezeptoren der Makrophagen.An diesen Prozessen setzen die Studien der Arbeitsgruppe ein. Wie schnell ist LDL oxidierbar? Nach welchem genauen Mechanismus verläuft die Oxidation und wo genau beginnt sie? Wie läßt sie sich verhindern? Solche Fragen sollen beantwortet werden. Interesse findet vor allem das Apo-Lipoprotein, der Eiweißbestandteil des LDL. Denn an dieser Stelle ist das LDL-Molekül empfindlich gegen Oxidantien, und eine dort ablaufende Oxidation läßt sich experimentell verfolgen. »Wir sind hier in Weihenstephan für solche Untersuchungen bestens ausgerüstet«, betont Elstner. »Einige spezielle Untersuchungen auf der molekularen  Ebene der Reaktion zwischen Antioxidans und Oxidans führen wir im Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF) in Neuherberg durch, mit dessen Institut für Strahlenbiologie wir eng zusammenarbeiten. Doch sämtliche analytischen Verfahren zur Messung von LDL in Blutproben haben wir am Lehrstuhl. Innerhalb einer halben Stunde können wir Oxidationsvorgänge im Blut feststellen, die auf Entzündungen hinweisen. Proben bekommen wir von ganz verschiedenen Patienten, und als Standard benutzen wir Blut von zwei unterschiedlichen Spendertypen: Einmal definiert als ›mittelalt, etwas übergewichtig‹ - das bin ich, und einmal ›jung und sportlich‹, das ist mein sehr sportlicher Mitarbeiter Dr. Harald Schempp.«Drei Parameter werden an dem aus dem Blut extrahierten und oxidierten LDL gemessen: Das Verhalten der Proteine bei der Elektrophorese, die Veränderung der Fettbestandteil und die Veränderung der Tryptophan-Fluoreszenz (die Aminsosäure Tryptophan ist ein Schlüsselmolekül im Cholesterin). Fügt man dem LDL nun Substanzen wie Vitamin E hinzu, deren antioxidativer Effekt belegt ist, wird an der Reaktion dieser Parameter das potentielle Arterioskleroserisiko des Patienten erkennbar. Neben isoliertem LDL dienen bestimmte weiße Blutzellen, Neutrophile, aus Schweineblut als Testobjekte.

Rotwein im Screeningtest
Diese Meßanordnung eignet sich auch zur Prüfung von Substanzen, die vermutlich antioxidativ wirken, ob Pflanzenextrakte oder Pharmaka. »Sehr gut ist unser Screening auf Antioxidantien ausgebaut«, so Elstner. »Damit testen wir interessante synthetische Verbindungen, aber sehr häufig auch Substanzen, die in Gemüse und Früchten enthalten sind, wie Flavonoide, Cumarine und Salicylate. Zum Beispiel haben wir die antioxidative und damit gegen Entzündungen gerichtete Wirkung eines in der Naturheilkunde seit langem angewendeten Extraktes aus Esche und Pappel nachgewiesen. Momentan untersuchen wir auch die Farbstoffe in Heidelbeeren,
Holunder und Rotwein, weil es Hinweise gibt, daß diese antioxidativ wirken. Unser Ziel dabei ist herauszufinden, auf welche Weise solche Verbindungen das LDL vor Oxidation schützen und aktivierte Leukozyten ›beruhigen‹. Natürlich wollen wir auch neue Substanzen entdecken, die gegen Arteriosklerose wirken. Zwar stellen unsere Untersuchungen ein sehr präklinisches Stadium dar, aber nur, wo sich in derartigen In-vitro-Tests antioxidative Eigenschaften zeigen, lohnt es sich, eine Verbindung weiteren aufwendigen Tierversuchen und klinischen Tests zu unterziehen.« Folgende Gesichtspunkte stehen bei den Tests im Vordergrund: 1. Sind die Substanzen direkte Antioxidantien, die mit Superoxid, Hypochlorit, Peroxiden oder Hydroxylradikalen reagieren? 2. Binden sie als Chelatoren redox- katalysierende Übergangsmetalle wie Eisen und Kupfer? 3. Inaktivieren sie pro-oxidative Enzyme wie beispielsweise Myeloperoxidase oder Xanthinoxidase? 4. Greifen sie an Partikeln wie LDL oder Neutrophilen schützend ein? Was immer auch die Untersuchungen der Weihenstephaner Phytopathologen ergeben werden - schon heute kann jeder etwas dafür tun, einer Arteriosklerose vorzubeugen. Erich Elstner umreißt kurz, was dazu notwendig ist: »Durch gesunde Ernährung und Sport dafür sorgen, daß man ausreichend Antioxidantien und viel HDL-Cholesterin im Blut hat.« Sibylle Kettembeil


Schwerpunktthema: Antioxidantien in Lebensmittelen als Konservierungsstoffe
Wir erläutern kurz folgende Antioxidantien: Gallate, BHT, BHA,Glucose-Oxidase (E 1102), Sulfite (E 220 - 228), Erbsenfasern, Ethoxyquin (E 324), Iso-Ascorbinsäure, L-Ascorbinsäure (E 300 - 304), ß-Carotin (E 160),Coenzym Q, EDTA (E 385, Ethylendiamintetraessigsäure), Harnsäure, Verzinnte Dosen, Vanillin, Avenasterin, Hexylresorcinol, Aminosäuren, Lecithin (E 322),
Tocopherole (E 306-309)


Vitalstoffe als Schutz vor freien Radikalen
Die Frage, warum wir einen erhöhten Vitalstoffbedarf haben, wird nachfolgend beantwortet.Ständig werden wir von hochaggressiven instabilen Sauerstoffmolekülen, sog. freien Radikalen,bedroht, die unsere Zellen zerstören und dadurch unseren Alterungsprozeß beschleunigen (sog.oxidativer Streß). Außerdem können diese freien Radikale unsere Zellen zu Krebszellen verändern,wodurch sich unsere Erkrankungsgefahr stark erhöht.Besonders stark ausgesetzt ist man den freien Radikalen z.B. durch übermäßigen Streß, intensive Sonneneinstrahlung, starke körperliche Belastung, Zigarettenkonsum und Umweltverschmutzung.Diesen Angriff der freien Radikale auf unsere Zellen kann man mit Antioxidantien, auch Radikalfänger genannt, abwehren: dies sind die Vitamine C und E, b-Carotin, Coenzym Q10 sowie Kupfer, Mangan, Zink und Selen als Enzymbestandteile. Sie entschärfen die freien Radikale, indem sie diese abfangen, zu ungefährlichen Molekülen umwandeln und dadurch Schäden an unserem Erbgut (DNA) vermindern. Antioxidantien erhöhen die Funktionsfähigkeit und Abwehrbereitschaft des Immunsystems gegenüber dem oxidativen Streß beugen dadurch Arteriosklerose vor (Arterienerkrankung bzw. -einengung durch Fettablagerungenund Verkalkung) und stärken unsere Gesundheit verzögern das Altern unserer Mitochondrien (Kraftwerke der Zelle). Bei der Bekämpfung freier Radikale werden die Antioxidantien im Körper aufgebraucht. Lange bevor körperliche Schäden festgestellt werden, treten die ersten psychischen Beschwerden auf. Die Leistungsfähigkeit sinkt, Merk- und Denkfähigkeit lassen nach, Müdigkeit und Appetitlosigkeit greifen um sich - und alles, weil Vitamine fehlen. Zur Erhaltung der Gesundheit und zum Schutz vor Krankheiten ist daher die regelmäßige Zufuhr hochdosierter zellschützender Antioxidantien von außen dringend notwendig. Um so mehr, da es inzwischen als gesichert gilt, daß freie Radikale bei Krebs, Herz- und Gefäßerkrankungen als Mitverursacher eine Rolle spielen. Sinnvoll ist die Kombination der Antioxidantien, da sie sich bei ihrer antioxidativen Arbeit hervorragend ergänzen. Während Vitamin C vor allem im Zellinnern "arbeitet", fangen Vitamin E  und b-Carotin die freien Radikale im Bereich der Zellmembran ab und vernichten sie. Zusammen mit dem immunstabilisierenden
Selen bilden sie ein wirklich starkes Team.


Schützt Wein vor Herzinfarkt?
Seit den Anfängen der Medizin streiten sich die Gelehrten über die gesundheitliche Wirkung des Weins: Asklepiades, ein berühmter griechischer Arzt, der im ersten Jahrhundert v.u.Z. lebte, verordnete so viel Wein, daß er unter dem Beinamen "Der Weingeber" bekannt wurde. Viele arabische Gelehrte des Mittelalters glaubten, daß es gesundheitsfördernd sei, sich einmal im Monat zu betrinken, da der folgende Schweißausbruch den Körper reinige und der Tiefschlaf die Lebensgeister erfrische. Ganz anderer Auffassung war Christoph Wilhelm Hufeland (1762 - 1836), Leibarzt von Goethe und Schiller. Er schrieb, daß "spirituöse Getränke die Lebensconsumtion auf eine fürchterliche Art" beschleunigen, vielerlei Krankheiten und "eine schreckliche Abstumpfung des Gefühls im Physischen und Moralischen" erzeugen. Wein sei "keineswegs eine Nothwendigkeit zum langen Leben". Einige Studien aus den letzten Jahren scheinen jedoch eine positive Wirkung von Wein auf Herz und Kreislauf zu belegen.

Die Rotwein-Hypothese
So waren die Forscher überrascht, daß in einigen Gegenden Frankreichs zwar sehr fett gegessen wird, die Herzinfarktrate aber trotzdem auffallend niedrig  ist (das "französische Paradoxon"). Da in Frankreich sehr viel Wein getrunken wird, lag ein Zusammenhang nahe. Auch in anderen Ländern zeigte sich, daß Herzinfarkte um so seltener sind, je mehr Wein getrunken wird. Vor allem der Rotwein
soll vor Herzinfarkt schützen. Denn bei der Rotweinherstellung bleiben die Schalen und Stengel anfangs mit im Gärbottich. Sie geben dabei sogenannte phenolische Inhaltsstoffe ab. Das sind zum Beispiel die Farbstoffe, die dem Rotwein die Farbe geben oder die Gerbstoffe, die für seinen herben Geschmack verantwortlich sind. Und genau diese Inhaltsstoffe sollen das Herz auf vielfältige Art schützen:
Sie sind sehr starke Antioxidantien und sollen noch besser als Vitamin E oder C die Adern vor Arteriosklerose schützen. Die speziellen Inhaltsstoffe des Rotweins und der Alkohol scheinen den Blutspiegel von "bösem" LDL- Cholesterin zu senken und den von "gutem" HDL-Cholesterin zu erhöhen.Außerdem soll Rotwein die spontane Bildung gefährlicher Blutgerinnsel vermindern, die den Herzinfarkt auslösen. Wenn die Arterien, die das Herz versorgen,durch Arteriosklerose verengt und nicht mehr elastisch sind, kann in ihnen ein solches Blutklümpchen steckenbleiben. Der Blutstrom, der das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, wird dadurch
unterbrochen, und der Herzmuskel stirbt ab.Mittlerweile wurden auch im Weißwein ähnliche Inhaltsstoffe wie im Rotwein gefunden, zwar in geringerer Konzentration, aber teilweise wesentlich wirksamer - zumindest im Reagenzglasversuch.

Was spricht gegen die Rotwein-Hypothese?
Der Zusammenhang von Weinverbrauch und Herzinfarktrate kann rein zufällig sein. Ein absurdes Beispiel: Die Franzosen bevorzugen die Automarken Renault, Citroen und Peugeot. Es würde aber niemand auf die Idee kommen, eine Verbindung zwischen Automarke und Anfälligkeit für Herzinfarkt zu ziehen. Viel entscheidender könnte der Lebensstil sein. So haben zwar die Franzosen, Spanier, Italiener und Griechen den höchsten Weinverbrauch, leben aber gleichzeitig lockerer und entspannter als die Nordländer. Auch das Datenmaterial, auf das sich die Rotweinhypothese stützt, ist alles andere als sicher. So bereitet es große Schwierigkeiten, genaue und vergleichbare Angaben zu dem Verbrauch einzelner Lebensmittel zu finden. Außerdem sterben laut Weltgesundheitsorganisation WHO in Frankreich wesentlich mehr Menschen an Herzkrankheiten als in den offiziellen Statistiken angegeben. Die Erkenntnisse über die Wirkungsweise der Inhaltsstoffe des Rotweins wurden im Reagenzglas gewonnen. Sie können daher nicht ohne weiteres auf den menschlichen Organismus übertragen werden.Wein kann also nicht anstelle von Medikamenten als Vorbeugung gegen Herzinfarkt empfohlen werden. Aber das Naturprodukt Wein ist, in Maßen genossen, für den gesunden Organismus sicherlich nicht schädlich.

Wieviel Wein darf's sein?
Wieviel jeder Einzelne verträgt, ist individuell ganz unterschiedlich. Erstaunlicherweise haben viele Studien gezeigt, daß mäßiger Alkoholkonsum die  Lebenserwartung erhöht. Was aber ist "mäßig"? Die Antworten gehen je nach Studie weit auseinander: Von einem Glas Wein pro Woche bis zu einer ganzen Flasche am Tag. Der Zusammenhang von "mäßigem" Alkoholkonsum und geringerer Sterblichkeit ist zwar unter Fachleuten weitgehend
anerkannt, aber dennoch gelten hier ähnliche Kritikpunkte wie bei der Rotwein-Hypothese: Viele Abstinenzler könnten aus gesundheitlichen Gründen dem Alkohol entsagen. Daraus würde sich ihre höhere Sterblichkeit erklären. Wer nur ab und zu ein Gläschen trinkt, lebt vielleicht auch sonst gesünder.

Peptide als Antioxidantien

Tyrosin- und/oder tryptophanhaltige Peptide sind äußerst wirksame Antioxidantien. Sie können zur Therapie oder Prophylaxe von Erkrankungen dienen, die mit unerwünschten oxidativen Prozessen im Extrazellulärraum einhergehen. Solche Erkrankungen sind beispielsweise Artheriosklerose, Katarakte, Diabetes, Arthritis sowie das Altern von Haut und Gelenken. Die antioxidativ wirksamen Peptide enthalten aromatische Ringsysteme mit der Fähigkeit, stabile Radikale zu bilden, insbesondere Tyrosin- oder Tryptophanreste. Die Peptide verhindern die Oxidation von gelösten oder fibrillären Proteinen, Lipoproteinpartikeln und Membranlipiden. Die Verbindungen penetrieren intakte Zellen nicht und lassen sich daher bereits in geringen Dosierungen im Extrazellulärraum anreichern.
Die bisher bekannten extrazellulär wirksamen Antioxidantien sind entweder erheblich teurer (Tocopherol, Ubichinol) oder weniger wirksam (Ascorbat). Die Peptide sind darüberhinaus wesentlich beständiger als die bekannten Antioxidantien, da sie gegen Luftsauerstoff stabil sind, aber gegenüber gewebeschädigenden, auf Sauerstoff basierenden Radikalen eine hohe Reaktivität zeigen.
Die antioxidativ wirksamen Peptide könnten beispielsweise Sonnencreme-Formulierungen zugesetzt werden, um Schädigungen der Haut durch UV-Exposition zu vermeiden.


Welchen Effekt haben wieviel Antioxidantien ?    Ärzte Zeitung, 22.08.2000
Wie eine Art Polizei halten Antioxi-dantien die bei mehreren Stoffwechselschritten freiwerdenden Sauerstoffradikale in Schach und schützen damit Zellmembranen, Nukleinsäuren und Proteine vor oxidativem Stress und sollen damit langfristig vor Krebs, Herzinfarkt und anderen degenerativen Erkrankungen schützen. Und so wirken die wichtigsten Antioxidanzien im einzelnen:
Vitamin C
Das wasserlösliche Vitamin fängt reaktive Sauerstoffmetabolite in Magen und Duodenum und verhindert so die Bildung von mutagenen Nitroso-Verbindungen. Außerdem schützt es als sehr starkes Reduktionsmittel das LDL-Cholesterin vor Oxidation und regeneriert oxidiertes Vitamin E. Eine hohe Vitamin-C-Aufnahme mit der Nahrung korreliert mit einem reduzierten Risiko für Magen-, Speiseröhren-, Dickdarm- und Lungenkrebs. Die Einnahme von Vitamin C-Präparaten senkt die Inzidenz von kolorektalen Karzinomen und Magenkrebs allerdings nicht. Vitamin C unterstützt außerdem die Infektabwehr insbesondere bei Vitamin-C- Mangel. Einen erhöhten Vitamin-C- Bedarf haben Raucher, Diabetiker und chronisch Kranke. Die empfohlene Vitamin C Zufuhr pro Tag beträgt für Erwachsene: 100 Millgramm, für Raucher 150 Milligramm.
Vitamin E
Vitamin E ist fettlöslich und wirkt antioxidativ, antiproliferativ und antiinflammatorisch. Als wichtigstes Antioxidanz schützt es vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren in den Phospholipiden der Zellmembranen vor Oxidation durch freie Sauerstoffradikale. Es hemmt die Entstehung von oxidiertem LDL im Plasma, das als wichtiger Risikofaktor für die Atherosklerose gilt. Außerdem beeinflußt Vitamin E die Eicosanoidsynthese, das Immunsystem und die Thrombozytenaggregation. Vitamin E wirkt offenbar am besten im Verbund mit anderen Antioxidantien. In einer prospektiven Beobachtungsuntersuchung mit insgesamt 34 000 Frauen in der Postmenopause war die Häufigkeit von Koronartodesfällen bei den Frauen, die sieben Jahre lang täglich bis zu 250 IE Vitamin E eingenommen hatten, nicht zurückgegangen, während dies bei den Frauen, die Vitamin E mit der Nahrung zu sich genommen hatten, bei genügenden Dosen der Fall war (NEJM 334, 1996, 1156). Wer täglich mindestens 40 IE Vitamin E zu sich nimmt, kann damit außerdem sein Schlaganfallrisiko halbieren, so ein Ergebnis der Northern Manhattan Stroke Study. In der Sekundärprävention der KHK senkt die Einnahme von täglich 400 und 800 IE Vitamin E die Zahl nichttödlicher Herzinfarkte signifikant. Allerdings bleiben die Zahl der tödlichen Infarkte und die kardiovaskuläre Gesamtmortalität dadurch unbeeinflußt, so die Ergebnisse der CHAOS-Studie (Lancet 347, 1996, 781). Als Schätzwert für die täglich angemessene Zufuhr gelten 15 Milligramm RRR a-Tocopherol-Äquivalent. 1 Milligramm RRR a-Tocopherol-Äquivalent entspricht 1,49 IE Vitamin E.

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Betacarotin
Die Vorläufersubstanz des Vitamin A kommt in nahezu allen pflanzlichen Lebensmitteln vor und baut Sauerstoffradikale ab. Dadurch vermindert das Vitamin das Risiko an Lungen-, Speiseröhren- und Magenkrebs zu erkranken. Allerdings scheint Betacarotin eher im Frühstadium der Krebsentwicklung nützlich zu sein. Bei der zusätzlichen Einnahme von Betacarotin ist zumindest bei Rauchern Vorsicht geboten, weil sie sich bei ihnen nachteilig auf die Lungenkrebsinzidenz und die Gesamtmortalität auswirken können. Der neue Referenzwert für die tägliche Betacarotin-Zufuhr beträgt zwei bis vier Milligramm.
Selen
Das Spurenelement wirkt als Bestandteil der Glutathionperoxidase ebenfalls antioxidativ. Außerdem ist es am Schilddrüsenhormonstoff-wechsel beteiligt und beeinflußt die Zellproliferation und -differenzierung. Epidemiologische Studien weisen auf eine direkte antikarzinogene Wirkung von Selen hin. In einer multizentrischen doppelblinden Interventionsstudie mit 1312 Probanden führte eine zusätzliche Einnahme mit 200 Mikrogamm Selen zu einer Verringerung der Krebsinzidenz um 39 Prozent und zu einer Senkung der Sterblichkeitsrate um 48 Prozent. Dabei handelte es sich in erster Linie um Lungen-, Prostata-, Kolon- und
Rektumkrebs. Auf den primären Studienendpunkt, die Häufigkeit des Hautkrebses, hatte die zusätzliche Seleneinnahme allerdings keinen Effekt (JAMA 276, 1996, 1957). Als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr des Spurenelementes gelten 30 bis 70 Mikrogramm pro Tag. (SAW)

Grüner Tee - wirksamer als Vitamin C ?     Starke antioxidative Wirkung
Eine aktuelle Untersuchung aus den USA könnte erklären, warum in Japan bestimmte Krebsarten sehr selten sind. In Japan wird viel grüner Tee getrunken, der sogenanntes "Gallat" enthält. Diese Substanz wirkt antioxidativ, d.h. sie neutralisiert zellschädigende "freie Radikale". In einem Standard - Test mit Bakterien verhinderte Gallat Zellschäden 100 mal wirkungsvoller als Vitamin C. Damit war es auch dreimal so wirkungsvoll wie Resveratrol, eine im Rotwein vorkommende, ebenfalls zellschützende Substanz. Einziger Wermutstropfen: Während sie die Dosis von Vitamin C nahezu beliebig steigern können, gilt dies nicht für grünen Tee. Die neuen Erkenntnisse gewannen Lester Mitchell und Mitarbeiter von der University of Kansas in Lawrence. Quelle: Science now.


Bier gegen grauen Star und Arterienverkalkung
München (netdoktor.de) - Nicht nur Wein, sondern auch Bier enthält so genannte Antioxidantien und schützt auf diese Weise die Blutgefäße. Der Genuss eines alkoholischen Getränks pro Tag reduziert das Risiko für einen grauen Star und Arterienverkalkung um 50 Prozent. Das berichteten Wissenschaftler am Sonntag auf der Fünfjahrestagung der „American Chemical Society“ in Honolulu. Die Forscher aus Kanada und den USA fanden heraus, dass dunkle Biere besonders reich an Antioxidantien sind. John Trevithick und Maurice Hirst von der Universität Ontario untersuchten verschiedene alkoholische Getränke auf ihren Gehalt an antioxidativen Substanzen. Ergebnis: Dunkle Biere enthalten ähnlich viel davon wie Rot- und Weißwein. Auch Spirituosen, die in Holzfässern gelagert wurden, sind reich an den gesundheitsfördernden Antioxidantien. Alkoholische Getränke reduzieren das Risiko für Gefäßschäden aber nur, wenn man sie in Maßen konsumiert. „Wer zwei ‚Drinks’ am Tag zu sich nimmt, verringert das Risiko nur noch um zehn Prozent“, geben die Studienautoren zu bedenken. „Beim Genuss von drei oder vier alkoholischen Getränken täglich steigt das Risiko sogar wieder an.“(bg)


BSE-Creutzfeld-Jacob
Ärzte Zeitung, 09.01.2001 Enzephalopathien ---   Prionen vereiteln den Abbau von oxidativem Streß

Montpellier (ple). Um Patienten mit übertragbaren spongiformen Enzephalopathien eines Tages behandeln zu können, muß viel mehr als bisher über die Pathogenese der Prionenerkrankungen herausgefunden werden.  Eine wichtige Entdeckung in diesem Zusammenhang haben jetzt französische und japanische Forscher gemacht: Offenbar können Zellen, die mit dem krankmachenden Prionmolekül infiziert sind, nicht mehr adäquat auf oxidativen Streß reagieren. Es kommt zur Lipidoxidation. Schädliche freie Radikale können nicht mehr ausreichend entsorgt werden, und in der Folge kommt es zur Apoptose, dem programmierten Zelltod.  Durch ihre Entdeckung haben die Forscher bestätigt, daß sehr reaktive Sauerstoff-Moleküle in der Pathogenese der übertragbaren Enzephalopathien eine Schlüsselfunktion haben (PNAS 97/25, 2000, 13937): Ein Therapieansatz könnte darin bestehen, die reaktiven Sauerstoff-Moleküle wegzufangen, etwa durch Vitamin E oder entsprechende Enzyme.


Alte Apfelsorten besonders gesund
Jena (netdoktor.de) - Apfelsaft schmeckt nicht nur gut, sondern fördert auch die Gesundheit. Gerade wenn der Saft aus alten Apfelkultursorten wie Brettacher Sämling, Kaiser-Wilhelm-Apfel oder Rheinischem Bohnapfel stammt, ist er besonders reich an krankheitsvorbeugenden Wirkstoffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern aus Jena und Geisenheim, die im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) in Köln durchgeführt wurde. Es handelt sich dabei um Inhaltsstoffe, die das körpereigene Schutzsystem bei der Regulierung der Sauerstoffversorgung in den Zellen unterstützen. Der menschliche Organismus kann diese so genannten Polyphenole aus Fruchtsäften sogar besser aufnehmen als aus pflanzlichen Geweben. Damit die schützenden Inhaltsstoffe weitgehend erhalten bleiben, empfehlen die Forscher besonders schonende Verfahren zur Obstverarbeitung. Wer regelmäßig Obst und Gemüse verzehrt, kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmten Krebsformen deutlich verringern. Nach Schätzungen des Bundes- ernährungsministeriums hat jeder Bundesbürger zwischen März 1999 und Frühjahr 2000 fast hundert Kilogramm Obst verzehrt. (ee)


20.02.2001  Obst und Gemüse mindern nicht das Risiko von Brustkrebs
Obst und Gemüse ist gesund, aber vor Brustkrebs schützt es nicht. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Studie an über 350.000 Frauen, die im "Journal of the American Medical Association" (Bd. 285, S. 769) erschienen ist.  Obst und Gemüse mindert bei zahlreichen Krebsarten das Erkrankungsrisiko, etwa bei Mund-, Darm- und Lungenkrebs. Viele Forscher glauben, dass die in Früchten und verschiedenen Gemüsesorten enthaltenen Zellschutzstoffe der Entartung von Körpergewebe vorbeugt. Zu diesen Stoffen zählen etwa die Vitamine A, C und E. Frühere Untersuchen legten einen schützende Wirkung von Obst und Gemüse auch bei Brustkrebs nahe. Die Annahme scheint mit der neuen Studie jedoch widerlegt.  Brustkrebs gehört zu den häufigsten Todesursachen unter älteren Frauen. Eine sichere Vorbeugung gegen Brustkrebs gibt es indes nicht. Offenbar ist jedoch das Risiko von Brustkrebs bei einem niedrigen Östrogenspiegel kleiner. Um die Menge an Östrogen im Blut zu senken ist Sport und eine schlanke Linie hilfreich. Zu den Risikofaktoren für Brustkrebs zählt dagegen übermäßiger Alkoholgenuß. Andreas Wawrzinek


Klinische Studie belegt: Äpfel sind gesund fürs Herz
"Ein Apfel pro Tag hält den Arzt fern", sagt schon ein altes Sprichwort. Jetzt belegt auch eine klinische Studie erstmals die positive Wirkung von Äpfeln auf Risikofaktoren von Herzerkrankungen. Die Ergebnisse der Studie von der University of California wurden in der Winterausgabe des Journal of Medicinal Food veröffentlicht. Die Studie zeigt, das Äpfel ebenso wie Rotwein und Tee wirken: Als Antioxidantien verhindern sie den Abbau des schlechten Cholesterins (LDL), das zur Arterienverkalkung führt. An der Untersuchung nahmen 25 gesunde Männer und Frauen teil, die über sechs Wochen puren Apfelsaft (360 Milliliter) und über weitere sechs Wochen zwei Äpfel mit Schale pro Tag zu sich nahmen. Nach dieser Zeit maßen die Forscher, wie schnell das Cholesterin zerfällt, wenn es einer bestimmten Chemikalie ausgesetzt wird. Je länger es dauert, desto größer ist der Schutz vor einer Herzerkrankung. Dabei wirkte Apfelsaft am besten: Die Reaktionszeit war um 20 Prozent verlängert.  Obwohl die Forscher um Diane Hyson die postiven Ergebnisse erwartet hatten, waren sie überrascht, dass diese Wirkung bereits nach sechs Wochen eintrat. "Diese kleine Ernährungsänderung könnte eine wichtige Rolle für eine gesunde Herzdiät spielen", glaubt Hyson. 
Dr. Marianne Diehl  21.02.2001


Positive Wirkung von Antioxidantien (Vitaminen) auf Patienten mit Pankreatitis ( Bauchspeicheldrüsenentzündung)
In einer offenen prospektiv deskriptiven Studie  wurden Patienten mit akuter und chronischer  rezidivierender Pankreatitis ( Bauchspeicheldrüsenentzündung) , die im Jahr vor der Studie an Schmerzen oder Entzündungsschüben litten mit Antioxidantien L-Methionin, beta-Carotin, Vitamin C, Vitamin E und Selen behandelt.
Von Patienten mit chronischer Pankreatitis war die Schmerzintensität bei neun Patienten deutlich reduziert, bei drei verschwanden die Beschwerden vollständig.
12 Patienten zeigten weniger Schübe als im Jahr vor der Behandlung. Rev. Esp. Enferm. Dig. 92: 381-385 ( 2000) Castano et al.


Obst senkt Diabetesrisiko (Zuckerkrankheit)
insbesondere bei Frauen. Im Rahmen einer Präventivmedizinischen Studie aus den USA waren 9665 Teilnehmer 20 Jahre bobachtet worden. Bei 1018 hatte sich Diabetes entwickelt. Wer fünf oder mehrmals täglich Obst oder Gemüse konsumierte hatte ein Diabetesrisiko von 0,73 ( Frauen 0,54; Männer 1,09).
Westport 28.02.2001 (Reuters Health)


Forscher bestätigen: Roter Traubensaft schützt die Gesundheit
Washington, 11. Juni (AFP) - Roter Traubensaft ist gut für die Gesundheit.  Besonders wirksam schützt er gegen Herz- und Gefäßkrankheiten, wie am Montag 
in der US-Zeitschrift "Circulation" veröffentlichte Ergebnisse von Forschern  in Washington bestätigen. Wie schon seit längerem bekannt ist, gehen die  positiven Effekte des roten Traubensafts auf die so genannten Flavonoide  zurück, die etwa in der Haut der Traube enthalten sind. Diese Stoffe wirken  unter anderem gegen das schädliche LDL-Cholesterin. Dieses ist besonders  gefährlich, wenn es oxidiert. Die Flavonoide wirken dem Prozess der Oxidation  entgegen. Mit diesen Forschungen wird auch bestätigt, dass Wein - in Maßen  genossen - sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann. Die US-Wissenschaftler hatten dem Bericht zufolge eine Gruppe von 20  Menschen, die täglich je zwei Gläser roten Traubensaft tranken, über einen  Zeitraum von zwei Wochen beobachtet. Dabei stellten sie fest, dass die  anti-oxidierende Wirkkraft des Blutplasmas um 50 Prozent stieg. Darüber hinaus  registrierten die Forscher weitere positive Wirkungen des Safts. So wurde die Produktion von Nitritoxid im Körper um 70 Prozent gesteigert: Nitritoxid  verhindert die Bildung von Blutgerinnseln und damit die Arteriosklerose.  Zugleich wurde der Anteil des so genannten Superoxids deutlich verringert.  Superoxid gilt als ein besonders gefährlicher Giftstoff, der den  Alterungsprozess beschleunigt.  Deutsches Medizin Forum


Schwarzer Tee ist gut fürs Herz---Schwarzer Tee verbessert Gefäßendothel-Funktion--US-Studie mit 66 KHK-Patienten
Dallas – Schwarzer Tee schützt vor Herzkrankheiten. Laut einem Bericht in der "Welt am Sonntag" sind bestimmte Pflanzenwirkstoffe (Flavoniode) in dem Getränk. Diese Flavonoide, stellten Wissenschaftler der Boston University fest, verbessern die Funktion der Gefäßinnenwände erheblich. Eine gesunde Innenwand (Endothelium) setzt in ausreichender Menge Substanzen frei, die unter anderem den Durchmesser der Blutgefäße regulieren sowie Entzündungen und die Bildungen von Plaques verhindern. (dbw) 15. Juli 2001

BOSTON (ikr). Flavonoide können die Gefäße offenbar nicht nur schützen, indem sie die Oxidation von LDL verhindern. Solche Antioxidantien, wie sie etwa in schwarzem Tee vorhanden sind, verbessern nach den Ergebnissen einer Studie mit 66 KHK-Patienten anscheinend auch die Endothelfunktion. Gemacht haben die Untersuchung Dr. Joseph A. Vita vom Boston University Medical Center in Boston im US-Staat Massachusetts und seine Arbeitsgruppe (Circulation 104, 2001, 151). In der Studie wurde die durch den endothelabhängigen Blutfluß-vermittelte Dilatation der Arteria brachialis per Ultraschall bei 66 KHK-Patienten untersucht, und zwar nach dem Genuß von 450 ml schwarzem Tee oder der gleichen Menge Wasser. Auch langfristig wurde nach der Endothel-abhängigen Dilatation der Arterie geschaut, und zwar nach vierwöchigem Genuß von 900 ml schwarzem Tee pro Tag oder Wasser. Vasoaktive
Medikamente wurden zwölf bis 24 Stunden vor den Messungen abgesetzt. Bei den Patienten, die schwarzen Tee tranken, hatte sich kurz- und langfristig die Blutfluß-vermittelte Dilatation der Arteria brachialis deutlich verbessert, nicht jedoch bei der Kontrollgruppe. Die Plasma-Flavonoid-Werte erhöhten sich nach Teekonsum. Ein weiteres Ergebnis: Koffein erhöhte die Gefäßdilatation nicht.  Ärzte Zeitung, 17.07.2001

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Wirkung des Apfels   
Tokio, 30. August (AFP) - Nicht nur der Volksmund, auch die japanische  Wissenschaft hat die gesundheitsfördernde Wirkung des Apfels entdeckt. Bereits  der Verzehr von zwei Äpfeln am Tag senke die Fettanteile im Blut und beuge  Herz-Kreislauferkrankungen vor, sagte der Forscher Keiichi Tanaka vom  Nationalen Institut für Obstanbau am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.  Bislang hatte der Apfel in Japan einen schlechten Ruf. Er stand im Verdacht,  dass sein Zuckeranteil die Fettwerte im Blut erhöhe. Aus diesem Grund wurden  Äpfel in Japan nie populär.  Tanaka und seine Forschergruppe ließen 14 Freiwillige zwischen 30 und 57  Jahren unter drei Wochen lang eineinhalb bis zwei Äpfel pro Tag essen.  Blutuntersuchungen ergaben, dass die Fettwerte der Testpersonen daraufhin um  durchschnittlich über 20 Prozent zurückgingen. Ein Überschuss an Fetten im  Blut kann zur Verhärtung der Arterien, zu Bluthochdruck und Herzinfarkten  führen. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass der regelmäßige Verzehr der  empfohlenen Menge an Äpfeln den Anteil des Vitamins C im Blut um 34 Prozent  erhöht. 


Viel Obst und Gemüse: Krebsrisiko sinkt erheblich
Wien – Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag senken das Risiko, an Krebs zu erkranken, um 20 Prozent. Dies war die wichtigste Botschaft, die Ernährungsexperten am Donnerstag auf dem 17. Internationalen Ernährungskongress verkündeten, der derzeit in Wien stattfindet. Das berichtet der österreichische "Standard" in seiner neuesten Ausgabe. Geoffrey Cannon, britischer Ernährungsexperte, berichtete über ein weltweite Aufklärungskampagne, die der World Cancer Research Fund (WCRF) gestartet hat. Der WCRF ist in 24 Ländern aktiv und hat über neun Millionen zahlende Unterstützer. Ziel ist es, der Menschheit gesunde Ernährung näher zu bringen, die eine größtmöglich präventive Wirkung in puncto Krebs aufweist. Deshalb führte man zunächst eine weltweite Studie mit namhaften Experten aus aller Welt durch, um besseres Datenmaterial zu gewinnen. Ziel war dabei, vor allem anwendungsorientierte Ergebnisse präsentieren zu können. Resultat sind sechs Richtlinien, die das Risiko, an Krebs zu erkranken deutlich senken sollen:
1.Wählen sie eine Ernährung, die reich an pflanzlicher Nahrung ist.
2.Essen Sie viel Obst und Gemüse
3.Halten Sie ein gesundes Gewicht und achten Sie auf ausreichend körperliche Bewegung
4.Trinken Sie Alkohol in Maßen – wenn überhaupt
5.Wählen Sie Lebensmittel mit niedrigem Salz-und Fettgehalt aus
6.Achten Sie auf die schonende Zubereitung und hygienische Aufbewahrung von Lebensmitteln
Mit diesen einfachen und für den Verbraucher formulierten Richtlinien ließe sich eine gesunde Ernährung erreichen. Jerianne Heimendinger, US-amerikanische Ernährungsexpertin, plädierte für eine Kampagne nach dem Motto "Fünf am Tag für eine bessere Gesundheit". Dabei ist von fünf Portionen Obst und Gemüse die Rede – eine Portion stellt beispielsweise eine mittlere Kartoffel oder ein Apfel dar. (hk) 31. August 2001


Methionin-Homocystein-Glutathion-(MHG-)System und Ausdauerbelastung
Weiß M, Vangala M, Langrock M Sportmedizinisches Institut, Universität Paderborn
Problem: Der Methionin(Met)-Homocystein(Hcy)-Zyklus wird bei allen Methylierungsprozessen aktiviert, u.a. bei der Synthese von Creatin, Adenosin, Carnitin, Adrenalin u.v.a.m.. Hcy ist gleichzeitig Zwischenprodukt bei der Synthese des Antioxidans-Systems oxidiertes-reduziertes Glutathion (GSHGSSG). Bei extensiver Laufbelastung mit abfallender Verfügbarkeit von best. (glukoplastischen) Aminosäuren (AS) steigt Hcy an. Mit vorl. Studie sollte geklärt werden, wie sich Parameter des Met-Hcy-Zyklus bei dosierter Ausdauerbelastung und in Bezug zu GSH-GSSG verhalten.
Methoden: 15 Studenten, 69-93 kg, 168-193 cm, VO2max 36,3- 59,4 ml/kg·min; 60 min Fahrradergometer 65% VO2max.. Blutentn. morgens nü., sof. u. 2 Std. nach Bel.. Best. von Plasma-AS, Hcy, GSH/GSSG u. Katecholaminen mit HPLC u. kommerziellen Kits.
Ergebnisse: Hcy zeigte 5 x ansteigende, 3 x abfallende und 7 x gleichbleibende Tendenz. Bei den AS fielen die Spiegel von verzweigtkettigen AS ab,
z.T. auch von Alanin und Glutamin. Arginin, Serin u. Glycin sowie GSH-GSSG verhielten sich unterschiedlich.
Schlussfolgerungen: Möglicherweise ist Hcy ein Parameter, der relativ empfindlich auch bei unterschiedlich trainierten Menschen eine katabole Situation anzeigt. Zahlreiche Überlastungs-Reaktionen intramuskulär, im Bindegewebe wie auch hämolytische Erscheinungen könnten evtl. mit reduzierter Kapazität im GSH-Antioxidationssystem zusammenhängen. Zukünftige Forschung sollte sich mehr mit dem MHG-System beschäftigen.
37. Deutscher Kongress für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda


Vitamin-Cremes schützen vor Hautkrebs
Berlin - Ultraviolette Sonnenstrahlen lassen die Haut vorzeitig altern und können auch Hautkrebs auslösen. Wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, bieten bestimmte Vitamincremes Schutz vor diesen Schäden. Darüber waren sich die Teilnehmer auf dem 10. Kongress der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie in München einig. Hautforscher haben festgestellt, dass durch eine Behandlung mit den Vitaminen C und E ein Schutzmechanismus ausgelöst wird, der die Entwicklung von Krebszellen bremst. Vitaminbehandlungen empfehlen sich nach Ansicht der Experten vor allem für Menschen, die beruflich viel im Freien sind oder eine empfindliche Haut haben. netdoktor.de  15. Oktober 2001


Wein: Gesünder durch Reservatrol
Stuttgart (dpa) - Die Substanz Resveratrol macht Wein nach neuen Erkenntnissen gesünder als andere alkoholische Getränke. Der Stoff komme natürlicherweise im Rebensaft vor und habe beispielsweise entzündungshemmende Wirkung, erläuterte der Mediziner Peter Weber am Mittwoch bei einer Expertentagung in Stuttgart. Die Chemikalie sei möglicherweise auch für die Senkung des Krebsrisikos bei Weintrinkern verantwortlich. Neue Studien bestätigten, dass das Risiko, an Krebs zu erkranken, bei mäßigem Weingenuss um 20 Prozent sinkt. Einen halben Liter Wein pro Tag bei Männern und einen Viertel bei Frauen halten Mediziner für gesundheitlich unbedenklich. Allerdings gelte dies nur für gesunde Menschen, schränkte der Heidelberger Mediziner Helmut Seitz ein. Werde dieses Maß nicht überschritten, sinke bei Weintrinkern gegenüber Abstinenzlern auch die Sterblichkeitsrate um bis zu 40 Prozent, ergänzte Serge Renaud von der Universität Bordeaux. 25. Oktober 2001


Für Diabetiker ist Vitamin-Substitution sinnvoll
Professor Joachim Schmidt rät zu Vitamin C, E und Selen für den Gefäßschutz / Oft besteht Magnesiummangel 

DÜSSELDORF (slp). Diabetiker brauchen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, um sich besser vor Folgekrankheiten zu schützen. Nicht immer kann ihr erhöhter Bedarf über die Ernährung allein ausgeglichen werden. Zusätzlich zu einer möglichst guten Blutzuckereinstellung können Patienten ihre Blutgefäße etwa mit antioxidativ wirkenden Vitaminen und mit Mineralstoffen schützen, wie Professor Joachim Schmidt aus Dresden bei einem Biofaktoren-Seminar des Unternehmens Wörwag in Düsseldorf berichtet hat. Das sei in mehreren Studien belegt worden. In erster Linie kämen die Vitamine C, E und Selen am besten in Kombination in Frage. "Selbst wenn der Spiegel im Normbereich ist, ist eine Zufuhr dieser Stoffe sinnvoll", so Schmidt zur "Ärzte Zeitung". Dabei hält er Dosierungen von 250 bis 500 mg Vitamin C am Tag für angemessen, lehnt aber auch höhere Dosen bis zu einem Gramm nicht ab. Die Einnahme von Vitamin E sei auch anzuraten, aber nur zusammen mit dem C-Vitamin. Als Richtwert für die Dosierung nannte Schmidt etwa 40 mg Tocopherol pro Tag, bei kardiovaskulären Erkrankungen aber seien täglich mehr als 600 mg zu empfehlen. Selen solle in einer Menge von 50 μg am Tag eingenommen werden. Bei Diabetikern besteht auch die Gefahr eines Magnesiummangels, sagte der Pharmakologe. Besonders wenn der Blutzucker nicht gut eingestellt ist, verlieren die Patienten viel Magnesium mit dem Urin. Bei nachgewiesenem Mangel sollte substituiert werden, sagte Schmidt, weil er die Insulinresistenz bei Typ-2-Diabetikern verstärkten kann. Die Substitution solle aber über Monate erfolgen. Die zu empfehlende Tagesdosis läge bei 15 mmol Magnesiumionen, was etwa drei Tabletten Magnerot® N dreimal täglich entspricht. Bei kardialen Erkrankungen sei, so Schmidt, das Magnesiumorotat (Magnerot® Classic) sinnvoll, da es länger in Herzmuskelzellen wirksam ist. Ärzte Zeitung, 08.11.2001


Magen- und Darmkrebs: Viel Obst und Gemüse beugen vor
Bonn (dpa) - Die richtige Ernährung kann Krebserkrankungen vorbeugen. Auf entsprechende Forschungsergebnisse weist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn hin. Demnach haben Studien bewiesen, dass ein umfangreicher Obst- und Gemüseverzehr das Risiko einer Erkrankung an Magen- und Darmkrebs senken könne. Der Gehalt an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen, so genannten sekundären Pflanzenstoffen wie etwa Carotinoiden sowie ein geringer Energiegehalt machten Obst und Gemüse zu idealen Lebensmitteln, so die DGE weiter. So bewirkten etwa Ballaststoffe durch eine Erhöhung des Stuhlgewichts eine Verringerung des Darmkrebsrisikos. Sekundäre Pflanzenstoffe verhinderten die Bildung von Nitroseverbindungen im Magen, die im Verdacht stehen, Magenkrebs auszulösen. Die Ernährungsexperten empfehlen daher, drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst - egal ob roh, gegart oder als Saft - in den täglichen Ernährungsplan aufzunehmen. Der DGE zufolge erkranken in Deutschland pro Jahr 70 000 Menschen an Magen- und Dickdarmkrebs.17. November 2001

Ernährung, Immunität, Krebsvorsorge. Gesund durch natürliche Lebensmittel
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Fulda, E.; Koch, J.; Biesalski, Konrad      Antioxidative Vitamine in der Prävention Deutsches Ärzteblatt 93, Heft 4 vom 26.01.96, Seite A-196
Zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Konrad Biesalski et al. in Heft 18/1995

Antioxidative Vitamine in der Prävention

Wichtig, aber ergänzungsbedürftig
Unter der Überschrift "Definition des oxidativen Streß" vermisse ich die konkrete Definition. Der Wert zahlreicher epidemiologischer Studien zur Prävention kardiovaskulärer und maligner Erkrankungen ist so hoch nicht, da zum Beispiel die häufig zitierte Untersuchung von Blot et al. (1) in einer bestimmten Provinz in China durchgeführt wurde und alle vier Behandlungsgruppen Kombinationen von Vitaminen untereinander oder mit Spurenelementen wie Zink oder Selen erhielten, so daß unmöglich beurteilt werden kann, welche Komponente für welchen Effekt verantwortlich war. Eine Übertragung der Ergebnisse auf europäische Verhältnisse ist wenigstens problematisch, wenn nicht unmöglich. Methodisch ungleich besser ist die Arbeit von Greenberg et al. (2), die jedoch keinen Vorteil einer Behandlung mit antioxidativ wirkenden Vitaminen für die Prävention kolorektaler Tumore zeigen konnte. Es existieren also bestenfalls Hinweise, jedoch kaum Belege für entsprechende präventive Effekte; das Gegenteil ist allerdings ebensowenig bewiesen. Dies sollte Anlaß sein, den Hypothesen mittels der Fragestellung adäquater Studien auf den Grund zu gehen.
Die europäische Ernährung als ausgewogen zu bezeichnen, halte ich für kühn. Erstens ist sie das sehr offensichtlich oftmals nicht, und zweitens ernähren sich die Europäer verschiedener Länder auch sehr unterschiedlich – das zu bestätigen, reicht bereits eine Reise in andere Bundesländer, dafür muß man Deutschland nicht einmal verlassen. Auf die Tatsache, daß sich beispielsweise Süditaliener und Portugiesen anders als die Einwohner anderer europäischer Staaten ernähren, weist Herr Prof. Biesalski später selber hin.
Ferner muß man die Frage stellen, wer denn nicht einem "speziellen oxidativen Streß" unterworfen ist. Wer findet seine Patienten (oder sich selbst) etwa nicht in einer der folgenden Kategorien wieder: Raucher, Passivraucher, Innenstadtbewohner, beruflicher/privater/psychischer Streß, Angst vor AntioxidanzUnterversorgung (nicht selten aus merkantilen Gründen gefördert), regelmäßiges Mensa- oder Kantinenessen oder seltener Verzehr von Obst und Gemüse, Wohnsitz außerhalb von Süditalien oder Portugal, . . . ?
Herrn Prof. Biesalski ist uneingeschränkt zuzustimmen, wenn er betont, daß eine bezüglich der Antioxidanzienaufnahme aufgewertete Ernährung oder auch eine entsprechende Substitution einen "ungesunden Lebenswandel" keinesfalls zu kompensieren in der Lage ist. Fehler oder Versäumnisse in der Lebensführung sind in der Tat eine sehr bedeutende, wenn nicht sogar die wichtigste Quelle der in unseren Breiten herrschenden Krankheiten. Darauf hinzuweisen und Korrekturmöglichkeiten aufzuzeigen, ist gerade aus präventiven Gesichtspunkten die vordringlichste ärztliche Aufgabe. Insofern ist die Arbeit von Herrn Prof. Biesalski von nicht zu überschätzendem Wert.


Literatur
1. Blot WJ et al.: Nutrition intervention Trials in Linxian, China: Supplementation With Specific Vitamin/Mineral Combinations, Cancer Incidence, and Disease-Specific Mortality in the General Population. J Nat Canc Inst 1993; 85: 141–149
2. Greenberg ER et al.: A clinical trial of antioxidant vitamins to prevent colorectal adenoma. N Engl J Med 1994; 331: 141–147
Weitere Literatur beim Verfasser
Dr. med. Ulrich E. Fulda
Osterstetter Straße 26
89129 Langenau


Toxikologische Bewertung von Antioxidanzien wünschenswert
In ihrer gelungenen Übersicht haben die Autoren die Bedeutung einer ausgewogenen, an antioxidativ wirkenden Vitaminen reichen Ernährung dargestellt. Gesundheitspolitisch gehört es zu den wichtigsten Aufgaben, der Bevölkerung eine faserstoffbetonte Ernährungsweise nahezubringen, um alimentär beeinflußbaren Krankheiten vorzubeugen.
In ihrem Artikel sprechen sich die Autoren gegen eine antioxidative Therapie mit unbegründeten Megadosen aus, deren Nutzen bis dato nicht erweisen ist. Auch tierexperimentelle Befunde sprechen dagegen, kritiklos sehr hohe Dosen über längere Zeit anzuwenden. Neben den bekannten Hypervitaminosen mit toxischen Wirkungen beispielsweise nach Gabe hoher Dosen von Vitamin D, K und A gibt es auch für das Vitamin E Hinweise dafür, daß bei sehr hohen Dosen unerwünschte Wirkungen auftreten können. Keaney et al (1) untersuchten die protektiven Effekte von alpha-Tocopherol über 28 Tage bei Kaninchen, die mit cholesterinreichem Futter gehalten wurden. Behandelte man die Tiere mit 1000 IU/kg (etwa 675 mg) alphaTocopherol pro Tag, blieb die EDRF (Endothelium-Derived-Relaxing-Factor)-vermittelte
Vasodilatation erhalten, während sie sich nach Gabe von 10 000 IU/kg verschlechterte. Nimmt man a priori einen Sicherheitsfaktor von 100 an und bezieht sich auf eine freie Dosis (No-Observed-Effect-Level) von 1000 IU/kg, wären orale Dosen bis etwa 700 IU pro Mensch und Tag auf jeden Fall als sicher anzusehen. Hohe lokale dermale Dosen haben an der Maus nach 40 bis 50 Tagen zweimal täglicher Applikation deutliche Promotionsaktivität für Papillome gezeigt. In diesem Versuch wurden die Papillome zuvor mit einem Anthracenderivat initiiert (2). In Zusammenhang mit diesen überraschenden Beobachtungen könnte stehen, daß oxidative Prozesse, bei aller zellschädigender Potenz, zu den grundlegenden zellulären
Abwehrmechanismen gegen Zellbestandteile oder Mikroorganismen gehören, wobei den neutrophilen Granulozyten eine besondere Rolle zukommt (3). Eine Überdosierung mit Antioxidanzien könnte dieses Gleichgewicht ebenso stören wie ein Mangel an Radikalfängern. Zwar scheint die therapeutische Breite von Antioxidanzien, wie am Beispiel Tocopherol gezeigt, sehr groß zu sein, aber eine maximale Grenzdosis ist nicht auszuschließen. Aus diesem Grund ist es wünschenswert, daß auch therapeutisch eingesetzte Antioxidanzien, insbesondere in bezug auf eine Langzeitanwendung, toxikologisch-pharmakologisch bewertet werden.


Literatur
1. Keaney JF, Graziano JM, Xu A et al.: Low dose alpha-tocopherol improves and high dose alpha-tocopherol worsens endothelial vasodilator function in cholesterol-fed rabbits. J Clin Invest. 1994; 93: 844–851
2. Mitchel RE, McCann R: Vitamin E is a complete tumor promotor in mouse skin. Carcinogenesis 1993; 14: 659–662
3. Boxer LA: The role of antioxidants in modulating neutrophil functional response. Adv Exp Med Biol 1990; 262: 19–33


Dr. med. Horst J. Koch
Lautengasse 19
89073 Ulm

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Schlußwort
Ad 1: Grundsätzlich sind viele epidemiologische Studien, die sich primär nur auf eine Substanz in der Nahrungskette des Menschen beziehen, mit Fragezeichen zu versehen. Es muß hier berücksichtigt werden, daß gerade Vitamin E und Betakarotin in der Ernährung möglicherweise nur Marker für die Aufnahme von vegetabilen Ölen (Vitamin E) und Gemüse (Betakarotin) darstellen. Insofern können und wollen viele epidemiologische Studien nur Hinweise, nicht aber Beweise liefern. Erst mit gezielten Interventionsstudien lassen sich die Wirkungsweisen einer der Einzelsubstanzen oder ihrer Kombination näher untersuchen. In der im Diskussionsbeitrag erwähnten Ling-Xiang-Studie (1) handelt es sich allerdings nicht um eine epidemiologische Studien, sondern um eine Interventionsstudie, die in China durchgeführt wurde. Wichtig ist, daß hier Kombinationen von Vitaminen eingesetzt wurden und daß diese zu einer Reduktion der Magenkarzinom-Mortalität, der Gesamtmortalität und besonders aber auch der Katarakt-Erkrankung geführt haben. In diesem Zusammenhang sollte allerdings auch berücksichtigt werden, daß es sich bei dem Kollektiv dieser Studie um eine Gruppe handelte, bei der wegen einseitiger Ernährung ein Mangel gerade an antioxidativen Vitaminen anzunehmen war. Somit ist sicherlich eine Übertragung auf europäische Verhältnisse problematisch. In einer anderen, vor kurzem veröffentlichten Interventionsstudie (2) konnte jedoch der Wert einer Vitamin-E-Supplementierung eindrucksvoll belegt werden. So gelang es, bei 156 Männern im Alter von 40 bis 59 Jahren die Progression der Koronararteriosklerose durch Supplementierung mit 100 I.E. Vitamin E über zwei Jahre signifikant zu verringern. Gerade bei Risikogruppen erscheint daher eine frühzeitige Intervention mit Vitamin E neben einer cholesterinsenkenden Diät eine sinnvolle Maßnahme zu sein. Die von Herrn Fulda zitierte Arbeit von Greenberg, ebenso wie die häufig zitierte Finnland-Studie (3) zeigen exemplarisch, daß Interventionsstudien oft die in der Grundlagenforschung gezeigten Zusammenhänge der Wirkungsweisen von antioxidativen Vitaminen bei der Kanzerogenese nicht ausreichend berücksichtigen. Gerade für Betakarotin, welches in beiden Studien als Interventionsagens eingesetzt wurde, ist wiederholt gezeigt worden, daß es vor allem in den frühen Phasen der Initiierung der neoplastischen Zelle wirksam ist (4). In beiden Studien konnte jedoch nicht ausgeschlossen werden, daß bereits fortgeschrittene präkanzeröse Läsionen vorlagen, so daß der therapeutische Ansatz kaum geeignet war, hier eine präventive Wirkungsweise des Betakarotin zu demonstrieren. Zweifellos müssen mehr und größere Interventionsstudien an gezielten Risikogruppen unter Berücksichtigung der bekannten Interaktionen antioxidativer Vitamine mit zellbiologischen Parametern durchgeführt werden, um den Stellenwert einer frühzeitigen Primärprävention zu evaluieren. Das Zitat bezüglich der ausgewogenen europäischen Ernährung ist möglicherweise mißverstanden worden. Der Hinweis der Autoren, daß eine gut ausgewogene (europäische) Ernährung optimale Plasmaspiegel ermöglicht, ist so zu verstehen, daß eine Ernährung, die in Europa erhältlich ist und dann unter den später beschriebenen optimalen Gesichtspunkten (häufiger Gemüseverzehr, Ersatz tierischer durch pflanzliche Fette) eingesetzt wird, als präventive Ernährung aufgefaßt werden kann. Zweifellos ist auch der Hinweis, daß es kaum Personen gibt, die nicht oxidativem Streß unterliegen, wichtig; allerdings ist gerade dies ein Ziel der Arbeit gewesen, darauf hinzuweisen, daß nur durch eine sehr gezielte Veränderung der Ernährung unter weitgehender Vermeidung oxidativer Streßsituationen eine echte Primärprävention erreicht werden kann.
Ad 2: Die Hinweise von Herrn Koch auf die möglichen Nebenwirkungen sehr hoher Vitamin-E-Dosierungen sind durchaus berechtigt. Die Autoren haben daher in ihrem Artikel auch eine Grenze von 400 mg Vitamin E pro Tag bei Daueranwendung angegeben. Hierbei muß berücksichtigt werden, daß die oxidative Balance sowohl durch eine Zunahme an Oxidanzien als auch durch eine übermäßige Zufuhr an Antioxidanzien ungünstig beeinflußt werden könnte. Aus diesen Gründen ist der Hinweis von Herrn Koch, daß toxikologischpharmakologische Untersuchungen der Langzeitanwendungen von antioxidativen Vitaminen sinnvoll sind, zu unterstützen.
Antioxidative Vitamine sind, wenn man die Entwicklungen der Grundlagenforschung betrachtet, auf vielfältige Weise in den Schutz von Zellen und Geweben vor der Wirkung freier Radikale eingebunden. Mit noch größeren oder aber noch raffinierteren epidemiologischen Studien ist uns zur Zeit bei der Beantwortung der Frage, ob einzelne Antioxidanzien einen Effekt in der Prävention haben, nur wenig gedient. Dies insbesondere, da gerade Studien, die Plasmawerte als Indikatoren für das relative Risiko verwenden, nur sehr bedingt eine Aussage zur Bedeutung einzelner antioxidativer Vitamine machen können. Es sollte berücksichtigt werden, daß der Betacarotin-Plasmawert durchaus ein Marker für den individuellen Gemüseverzehr sein kann, so wie der Vitamin. E-Plasmawert als Marker für die Aufnahme von pflanzlichen Ölen. Insofern spiegeln epidemiologische Studien lediglich bestimmte Ernährungsweisen wider. Zwar sind die Hinweise aus diesen Studien wertvoll, sie können jedoch nicht dazu führen, die Rolle eines einzelnen Vitamins in der Prävention gezielt zu interpretieren. Hier können nur gezielt Interventionsstudien, die die Kenntnisse der Grundlagenforschung berücksichtigen, weiterhelfen. Für die Allgemeinbevölkerung scheint derzeit der Hinweis, daß eine Ernährung, die reich an pflanzlichen Bestandteilen ist, die auf tierische Fette weitgehend verzichtet und statt dessen pflanzliche Öle einsetzt, am ehesten eine präventive Maßnahme darzustellen. Bei aller Euphorie, die dem vorbeugenden Gesundheitsschutz oft anhängt, darf jedoch nicht vergessen werden, daß in der Ernährung des Menschen Vitamindosierungen, wie sie durch Supplemente häufig unkritisch empfohlen werden, nicht vorkommen und somit in ihrer Langzeitwirkung nicht sicher zu kalkulieren sind. Aus diesen Gründen gehörenVitamin-Supplemente in die Apotheke und nicht für jedermann in jeder beliebigen Dosis in die Kaufhausregale. Ein weiteres wichtiges Ziel eines sinnvollen, auf Ernährung abgestimmten vorbeugenden Gesundheitsschutzes, der letztlich die beste Kostendämpfungsmaßnahme darstellt, muß sein, den Kenntnisstand der Mediziner, die bisher auf eine Ausbildung in Ernährung verzichten mußten, zu verbessern, um damit auch unter anderem den Umgang mit antioxidativen Vitaminen in der Prävention wieder in kritische und informierte Hände zu legen.


Literatur
1. Blot WJ, Li J, Taylor PR, and Guo W: Nutrition Intervention Trials in Linxian, China: Supplementation With Specific Vitamin/Mineral Combinations, Cancer Incidence, and Disease-Specific Mortality in the general Population. J Natl Cancer Inst 1542-1553; 1993
2. Hodis HN, Mack WJ, LaBree L, Cashin-Hemphill L, Sevanian A, Johnson R and Azen Sp: Serial coronary angiographic evidence that antioxidant vitamin intake reduces progression of coronary artery atherosclerosis. Journal of the American Medical Association 1995; 273: 1849–1854
3. The Alpha-Tocopherol, Beta Carotene Cancer Prevention Study Group. The effect of vitamin E and beta carotene on the incidence of lung cancer and other cancers in male smokers. N Engl J Med 1994; 330: 1029–
1035
4. Santamaria LA and Santamaria AB: Cancer chemoprevention by supplemental carotenoids and synergism with retinol in mastodynia treatment. Med Oncol Tumor Pharmacother 1990; 7: 153–167


Für die Verfasser:
Prof. Dr. med. Hans Konrad Biesalski
Institut für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaften Universität Hohenheim
Fruwirthstraße 12
70593 Stuttgart


Rotwein vermindert Herzinfarktrisiko-  Weißwein und Roséwein haben diese Wirkung hingegen nicht =
London, 19. Dezember (AFP) - Ein regelmäßiges Glas Rotwein vermindert die Gefahr eines Herzinfarkts - im Gegensatz zu Weißwein oder Roséwein. Sogar kleine Mengen von Rotwein können das Leben verlängern, wie britische Wissenschaftler laut einem Bericht der Fachzeitschrift "Nature" herausfanden. Die gesundheitsfördernde Wirkung des Getränks führen die Forscher auf einige chemische Verbindungen aus der Gruppe der Polypeptide zurück, die sie bei ihren Untersuchungen von Rotweinen der französischen Rebsorte Cabernet Sauvignon entdeckten. Diese Polypeptide verhindern die körpereigene Produktion des Stoffes Endothelin-1, der wegen seiner gefäßverengenden Wirkung als eine der Ursachen für Herzinfarkte gilt. Bei den untersuchten Weiß- und Roséweinen konnten die Wissenschaftler diese Polypeptidverbindungen nicht feststellen. Sie vermuten, dass die Stoffe aus der Schale der Rotweintraube stammen. Der Befund könnte eine Erklärung für den rätselhaften Umstand sein, dass die Herzinfarktrate bei den Franzosen - sie gelten als starke Rotweintrinker - geringer ist als bei vergleichbaren Völkern wie etwa den Briten.


In Paris untersuchten J.P. Cesarini et al. den Einfluß bestimmter Antioxidantien auf Hautschäden durch UV-Bestrahlung. Die Probanden bekamen täglich Selen, Beta Carotin und die Vitamine C und E. Im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachteten die Wissenschaftler erheblich weniger Hautrötungen. Die freien Radikale in der Haut waren um mehr als 50% vermindert. Bei der Hälfte der Studienteilnehmer sank die Empfindlichkeit gegen UV-Strahlen statistisch signifikant. Eine Nahrungsergänzung mit Antioxidantien zur Vorbeugung von Hautschäden macht also durchaus Sinn.
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Im März startete 2002  in Europa eine Kinderstudie, die schon seit zwei Jahren
in USA, Kanada, Neuseeland & Australien mit bisher 20.000 Familien läuft.
Getestet werden soll, ob Kinder durch die Einnahme eines Obst- und Gemüsekonzentrates (Juice Plus) signifikante Änderungen in Ihrer normalen Ernährung, ihrem Gesundheitsstatus & Psyche, Schulleistungen u.s.w. erreichen.

Ergebnisse der ersten 3.500 Kinder, die die Studie länger als ein Jahr durchführen:
31 % weniger Fehlzeiten in der Schule
38 % weniger Arztbesuche
29 % weniger frei zugängliche Medikamente
20 % weniger verschriebene Medikamente
53 % verzehren weniger Limonade und Fast Food
35 % verzehren mehr Obst & Gemüse
55 % trinken mehr Wasser
30 % bessere geistige Leistung & Schulleistung
46 % erhöhte körperliche Aktivität
79 % leben gesundheitsbewußter
90 % erlebten irgendeine Wende zum Positiven
erwachsene Teilnehmer meldeten ähnliche Zahlen

Aufgrund der Ergebnisse wird die Studie in Europa weitergeführt, zum einen, um Kindern einen kostenlosen Zugang zu Juice Plus zu ermöglichen, zum anderen, um die Zahlen für Europa zu verifizieren. Es besteht also noch die Möglichkeit zur Teilnahme. Die Kinder müssen zwischen 6 & 15 Jahre alt sein. Die Kinder bekommen Juice Plus gratis, pro Kind muß ein Elternteil das Produkt selber bestellen & auch nehmen (Vorbildfunktion). Mindestlaufzeit: 1 Jahr, maximal 3 Jahre. Bei Interesse einfach melden.


Äpfeln und Vitamin C gegen Krebs

London/Washington - Forscher aus den USA und Korea haben den Mechanismus aufgedeckt, mit dem Vitamin C vor Tumoren schützen kann. Demnach blockiert es die genschädigende Wirkung von Wasserstoffperoxid, das das Zellwachstum außer Kontrolle geraten lassen kann. Wie die Online-Ausgabe des "Standard" berichtet, fanden die Forscher bei ihren Experimenten auch heraus, dass eine Chemikalie in Äpfeln (Quercetin) noch stärker gegen Wasserstoffperoxid wirkt. Indes haben andere Forscher eine zweite Rolle von freien Radikalen wie Wasserstoffperoxid in der Tumorgenese gefunden. Die Chemikalien schädigen nicht nur die genetische Information DNA, sie helfen wachsenden Tumoren auch, Blutgefäße zu ihrer Versorgung anzulocken. netdoktor.de 25. Januar 2002


Präventionspreis: Wie Rotwein das Herz schützt

WIESBADEN (ug). Für eine Studie zur kardioprotektiven Wirkung von Wein hat der Internist Dr. Stephan Rosenkranz von der Universität Köln den Preis "Prävention in der Inneren Medizin" bekommen. Der mit 5000 Euro dotierte Preis ist ihm beim Internistenkongreß in Wiesbaden überreicht worden.
"Catechin-Flavonoide hemmen die Aktivierung von Platelet-Derived Growth Factor (PDGF)-Rezeptoren und die PDGF-induzierte Proliferation und Migration glatter Gefäßmuskelzellen" ist der Titel von Rosenkranz' Studie. Er hat die Effekte von Rotwein, Weißwein und nicht-alkoholischen Weininhaltsstoffen untersucht.
Die Ergebnisse: Die Präinkubation von glatten Gefäßmuskelzellen mit Rotwein führt zur kompletten Hemmung der Tyrosin-Phsophorylierung des PDGF-Beta-Rezeptors. Rotwein hemmt die Interaktion von PDGF mit dem Rezeptor. Weißwein und nicht-alkholische Inhaltsstoffe hatten diese Effekte nicht. Eine quantitative Weinanalyse ergab, daß Rotwein mehr zyklische Polyphenole, vor allem Flavonoide, enthält. In-vitro-Studien zeigten, daß diese Flavonoide konzentrationsabhängig und additiv zur Hemmung des PDFG-Beta-Rezeptors führen und damit möglicherweise, so Rosenkranz, "zu den benefiziellen Effekten von Rotwein auf die kardiovaskuläre Letalität" beitragen.Ärzte Zeitung, 10.04.2002

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das Erfolgsrezept vom Fitness- Papst
.

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Teetrinker leben gesünder – Herzinfarkte und Osteoporose seltener
BOSTON, TAINA/TAWAIN. Erst kürzlich hatte die Rotterdam-Studie gezeigt, dass Teetrinker seltener an Herzinfarkten erkranken und sterben (American Journal of Clinical Nutrition 2002;75:880–86, wir berichteten). Diese primär präventive Wirkung wurde auf den hohen Gehalt an Flavonoiden im schwarzen Tee zurückgeführt. Jetzt zeigt eine amerikanische Studie, dass Tee auch eine sekundär präventive Wirkung nach einem überstandenen Herzinfarkt hat. Über die Determinants of Myocardial Infarction Onset Study berichten Kenneth Mukamal und Mitarbeiter in Circulation (2002, 10.1161/01.CIR.0000017201.88994.F7). Wie die Rotterdam-Studie handelt es sich auch hierbei um eine prospektive Kohortenstudie. 1 900 Patienten, die zwischen 1989 und 1994 einen Herzinfarkt erlitten hatten, wurden nach ihrem Teekonsum befragt. Patienten, die weniger als 14 große Tassen („cups“) pro Woche tranken, hatten in den folgenden vier Jahren ein um 28 Prozent niedriges Sterberisiko als Nicht-Tee-Trinker. Bei den Vieltrinkern mit einem Konsum von mehr als 14 Tassen pro Woche war das Sterberisiko sogar um 44 Prozent gesenkt. In diesen Daten sind bereits soziodemographische und klinische Charakteristika (Alter, Geschlecht, Rauchen, Adipositas, Hochdruck, Diabetes, frühere Herzinfarkte) berücksichtigt worden. Mukamal glaubt, dass die im Tee enthaltenen Flavonoide einen positiven Einfluss auf die Endothelien haben. Sie könnten auch die Oxidation von LDL-Lipoproteinen inhibieren. Möglicherweise gibt es weitere positive Wirkungen, denn eine Studie chinesischer Forscher in den Archives of Internal Medicine (2002;162:1001–1006) zeigt einen Vorteil auf einem ganz anderen Gebiet: Chih-Hsing Wu von der Universität Tainan in Taiwan glaubt nachweisen zu können, dass Teetrinken auch vor einer Osteoporose schützt. Die Autoren haben bei 497 Männern und 540 Frauen im Alter über 30 Jahre die Knochendichte mit der Dual-Energie Röntgenabsorptiometrie bestimmt. Verglichen mit den Nicht-Teetrinkern hatten die Teetrinker eine deutlich höhere Knochendichte. Die Mineraldichte in Lumbalwirbelsäule, Oberschenkelhals und in der Gesamtkörperuntersuchung waren vor allem nach mehr als zehnjährigem Teekonsum signifikant erhöht. (13.05.02) DEUTSCHES ÄRZTEBLATT


Früchte und Gemüse bewahren vor Herzinfarkt und Schlaganfall
NEW ORLEANS. Menschen, die regelmäßig Obst und Gemüse essen, erleiden seltener einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall und versterben seltener an kardiovaskulären Erkrankungen als ihre Mitmenschen, die sich ungesünder ernähren. Eine entsprechende Langzeitstudie veröffentlichten Lydia Bazzano und ihre Mitarbeiter im American Journal of Clinical Nutrition (Am J Clin Nut 2002; 76:93–9).
Eine gesunde Ernährung werde häufig mit einem verminderten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen in Zusammenhang gebracht, so die Wissenschaftler, die vorliegende Studie habe den Effekt einer gesunden Ernährung jedoch über mehrere Jahrzehnte erfasst und tatsächlich belegen können. Bazzano und ihr Team untersuchten das Essverhalten von 9 608 Erwachsenen zwischen 25 und 74 Jahren.
Keiner von ihnen hatte die Anzeichen einer kardiovaskulären Erkrankung, als die Wissenschafter zwischen 1971 und 1975 mit ihrer Untersuchung begannen. Das Essverhalten der Studienteilnehmer erfassten die Forscher mittels eines Fragebogens, den die Probanden regelmäßig ausfüllten. Außerdem erfassten Bazzano und Mitarbeiter die Erkrankungen der Studienteilnehmer und deren Mortalität.
Diejenigen Probanden, die mindestens drei Stücke Obst oder Gemüse täglich gegessen hatten, zeigten eine um 27 Prozent erniedrigte Inzidenz für Schlaganfälle und eine um 42 Prozent verminderte Mortalität aufgrund eines Schlaganfalles. Ihr Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu versterben, war um rund ein Viertel geringer, als bei Probanden, die weniger als drei Stücke Obst oder Gemüse täglich gegessen hatten.
„Der Effekt von Obst und Gemüse könnte sogar noch höher sein“, vermutet Eric Rimm von der Harvard School of Public Health in einem Editorial in der gleichen Zeitschrift (Am J Clin Nut 2002; 76:1-2). Die Studie habe nämlich nur unterschieden zwischen Probanden, die sehr wenig Obst und Gemüse aßen und solchen, die dies „moderat“ getan hätten (mindestens drei Stück). Eventuell könne, wer mehr davon esse, den Effekt noch steigern. (21.06.02) Deutsches Ärzteblatt


Enzyme steigern Gehalt an Antioxidantien
Sydney, 2. Juli (AFP) - Ein australischer Wissenschaftler hat einen Weg gefunden, die gesundheitsfördernde Wirkung von Rotwein zu verstärken.  Allerdings habe das Enzym Pectolyt bislang noch negative Auswirkungen auf den  Geschmack des guten Tropfens, räumte Steven Clare von der Universität von  West-Sydney am Dienstag ein. Forscher hatten schon vor längerer Zeit  herausgefunden, dass in Rotwein enthaltene Antioxidantien vorbeugend gegen  Herzerkrankungen und Krebs wirken. Clare wies jetzt nach, dass die Produktion  dieser Antioxidantien erhöht werden kann, wenn dem Wein beim Gären das Enzym  Pectolyt beigemengt wird.
Clares Ziel ist es, einen Rotwein zu entwickeln, der als Medizinprodukt  vermarktet werden kann. Allerdings seien noch weitere Versuche notwendig, um  einen Enzym-Traubensaft ohne Geschmacksverlust zu schaffen. Binnen zwölf  Monaten will der Wissenschaftler mit seinen Forschungen am Ziel sein. Ihm
schwebe vor, dass auf Weinflaschen künftig der Gehalt an Antioxidantien  vermerkt werde, damit die Konsumenten sich ihren guten Tropfen nach der  gesundheitsfördernden Wirkung aussuchen können, betonte er.


Vitamine zähmen böse Buben
Da Voruntersuchungen zeigten, dass eine defizitäre Ernährung negative Effekte auf das Verhalten haben kann, unternahmen englische Wissenschaftler folgenden interessanten Test: Sie randomisierten 231 junge Häftlinge in eine Experimental- und eine Kontrollgruppe. Die Experimentalgruppe erhielt Supplements, die Vitamin A, D, B1, B2, B6, B12, C, E, K sowie Biotin, Nicotinamid, Pantothensäure, Folsäure, Calcium, Eisen, Kupfer, Magnesium, Zink, Jod, Mangan, Kalium, Phosphor, Selenium, Chrom und Molybden enthielten. Die Dosis der einzelnen Bestandteile lag jeweils im Bereich der empfohlenen Tagesdosis. Die Kontrollgruppe erhielt Plazebos und die Einnahmedauer lag zwischen zwei Wochen und neun Monaten. Als Studienendpunkt galt die Häufigkeit von antisozialem Verhalten. Die Auswertung zeigt eine Reduktion dieser Ereignisse in der Verumgruppe um 26% im Vergleich zur Plazebogruppe. Die Autoren meinen daher, dass derartige Nahrungsergänzung das antisoziale Verhalten reduziert.
Kommentar
In England hat diese Studie Schlagzeilen gemacht. Die Daten sind tatsächlich verblüffend, dies umso mehr als die Studie von hoher methodischer Qualität ist. Die Tragweite dieser Befunde, sollten sie sich bestätigen, ist enorm: Gewaltreduktion auf Bevölkerungsbasis per Vitamintablette steht ins Haus! Ferner sollten diese Daten diejenigen von uns zum Nachdenken anregen, die meinen, dass unsere tägliche Ernährung nicht defizitär ist. Ehe wir jedoch englische Fußballhooligans mittels Vitaminen zu braven Zuschauern transformieren muss noch viel geforscht werden. Interessanterweise hörte man von offizieller englischer Seite, dass man dieses Forschungsprojekt zunächst nicht weiterverfolgen will – dafür sei kein Geld vorhanden. Und da soll man nicht aggressiv werden!?
E. Ernst
C.B. Gesch, M.S. Hammond, S. E. Hampson et al.Influence of supplementary vitamins, minerals and essential fatty acids on the antisocial behaviour of young adult prisoners. Br J Psychiat 181 (2002) 22–28.
MMW Fortschr. Med. 2002; 144 (31/32): 17 ©Urban & Vogel


Vitamine halten dilatierte Koronarien offen
BERN/SAN DIEGO. Die Behandlung von Patienten mit Vitaminen, welche den Homozystein-Wert im Serum senken, verbessert die Behandlungsergebnisse nach einer Angioplastie. Dies zeigen Ergebnisse der Swiss Heart Study im amerikanischen Ärzteblatt (2002; 288: 973-79).
Homozystein hat sich in epidemiologischen Studien als unabhängiger kardiovaskulärer Risikofaktor erwiesen. Warum die schwefelhaltige Aminosäure die Gefäße beschädigt, ist nicht ganz klar. Man vermutet eine oxidative Wirkung auf die Endothelien, was einer Atherosklerose Vorschub leisten könnte. Nun lässt sich der Serumspiegel von Homozystein durch die Gabe von Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin B6 senken.
An der Universitätsklinik Bern wurden zwischen Mai 1998 und April 1999 insgesamt 553 Patienten in eine randomisierte kontrollierte Studie eingeschlossen. Alle Patienten litten an einer fortgeschrittenen Koronarsklerose und hatten sich einer Angioplastie unterzogen. Die epidemiologischen Studien hatten nahegelegt, dass gerade diese Gruppe durch Homozystein gefährdet ist.
Deshalb wurden den Patienten nach der Angioplastie über sechs Monate lang eine Vitaminbehandlung verordnet, wobei die Hälfte allerdings ein Placebo erhielt. Die ersten Ergebnisse hatte die Gruppe bereits im letzten Jahr veröffentlicht (NEJM 2001; 345: 1593-1600). Sie konnte damals schon eine signifikante Reduktion der Restenose vermelden. Da das Interesse der Amerikaner an Vitaminen bekanntlich sehr hoch ist, durfte sie jetzt erneut über die ersten Langzeitergebnisse publizieren. Sie zeigt, dass die positive Wirkung auch ein halbes Jahr nach dem Ende der Behandlung anhält. Die Notwendigkeit einer erneuten Revaskularisierung wurde gegenüber der Vergleichsgruppe um 38 Prozent gesenkt. Auch im Composit-Endpunkt Tod, nicht-tödlicher Infarkt oder Revaskularisierung wurde eine Reduktion um relativ 32 Prozent festgestellt (Inzidenz des Endpunktes: 15,4 Prozent mit und 22,8 Prozent ohne Vitamine). In dem vielleicht wichtigsten Endpunkt, der Sterberate, wurde dagegen kein signifikanter Vorteil gefunden. Wie stark das Thema derzeit die Kardiologen beschäftigt, zeigt eine Aufzählung der Studien, die derzeit den Wert der Vitaminbehandlung nach Revaskularisierung untersuchen. Die Gruppe um Guido Schnyder, Universität von Kalifornien in San Diego, und Yvonne Flammer, Bern, nennt hier die Norwegian Vitamin Interventional Trial (NORVIT) und die Western Norway B-vitamin Intervention Trial (WENBIT). Ihr Thema ist die Auswirkung der Homozystein-senkenden Behandlung auf die Koronare Herzkrankheit. Die Vitamin Intervention for Stroke Prevention (VISP) Studie in den USA wird über die Wirkung von Vitamin B auf Schlaganfallrezidive berichten.  Ähnliche Endpunkte hat die Prevention with a Combined Inhibitor and Folate in Coronary Heart Disease (PACIFIC) Studie in Australien und die Study of Effectiveness of Additional Reduction in Cholesterol and Homocysteine (SEARCH) in Großbritannien.  DEUTSCHES ÄRZTEBLATT (28.08.02)


 Sehkraft im Alter: Vitaminpräparate können Augen stärken
Bonn (dpa) - Um die Sehkraft auch im Alter zu erhalten, sollten Senioren unter Umständen Vitaminpräparate zu sich nehmen. Besonders wichtig seien Vitamin A sowie Vitamin C und E, so die Deutsche Seniorenliga in Bonn. Aber auch Mikronährstoffe wie Beta-Karotin sowie Selen und Zink sollten in ausreichendem Maße vorhanden sein, um der altersbedingten Augenkrankheit "Makuladegeneration" vorzubeugen. Die Erkrankung sei die häufigste Ursache für das Nachlassen der Sehkraft bei Senioren. Die Betroffenen litten vor allem unter dem Verlust der persönlichen Mobilität. Insgesamt sind der Seniorenliga zufolge zwei Millionen Menschen in Deutschland betroffen. netdoktor 13. September 2002


Beugen Vitamin C, Taurin und Allopurinol bei Rauchern einer Atherosklerose vor?
DUBLIN/IOWA. Vitamin C, die Aminosäure Taurin und das Gichtmittel Allopurinol bessern die endotheliale Dysfunktion. Diese Störung der Gefäßwandfunktion gilt als eine der frühesten Störungen der Atherosklerose. Die beiden Studien sind in der Online-Ausgabe von Circulation (10.1161/01.CIR.0000046448.26751.58 und CIR.0000046447.72402.47) erschienen.
Die endotheliale Dysfunktion lässt sich nicht invasiv mit der „flow mediated dilation“ (FMD) messen. Dabei wird der Blutfluss im Arm mittels Blutdruckmanschette unterbunden und nach einer bestimmten Zeit wieder freigegeben. Dies löst beim Gefäßgesunden eine Dilatation der Arterien aus, die mit einem Ultraschallgerät gemessen werden kann.
Die Dilatation ist die Folge einer Freisetzung von Stickoxid und Endothelin-1 aus den Endothelien. Je stärker die Dilatation, desto besser ist die Endothelfunktion und desto gesünder sind die Blutgefäße. Bei den Nichtrauchern, die David Bouchier-Hayes vom Beaumont Hospital in Dublin untersuchte, kam es im FMD-Versuch zu einer Dilatation von 3,39 Millimeter auf 3,7 Millimeter. Die Gefäße der Raucher erweiterten sich dagegen fast gar nicht (von 3,33 Millimeter auf 3,36 Millimeter).
Dann behandelte Bouchier-Hayes die Raucher über fünf Tage mit zwei Gramm Vitamin C pro Tag. Danach erweiterten sich die Gefäße im FMD-Versuch auf 3,45 Millimeter. Eine fünftägige Behandlung mit 1,5 Gramm Taurin pro Tag steigerte die Dilatation bei den Rauchern auf 3,7 Millimeter. Taurin kommt vor allem in Fisch vor. Die im Versuch eingesetzte Menge entspricht der einer normalen Fischmahlzeit.
In der zweiten Studie behandelte William Haynes von der Universität von Iowa in Iowa City 14 starke Raucher und 14 Nichtraucher mit einer Dosis von 600 Milligramm Allopurinol oder ließ sie unbehandelt (einfach blinde Cross-Over-Studie). Er untersuchte die endotheliale Funktion nicht mit der FMD-Methode, sondern durch die intra-arterielle Injektion von Acetylcholin. Danach kommt es zu einer Dilatation, die von der Funktion des Endothels abhängig ist.
Die Gefäße der Raucher dilatierten deutlich schlechter (254 Prozent) als die Gefäße der Nichtraucher (390 Prozent). Doch nach Einnahme von Allopurinol kam es bei den Rauchern zu einer deutlichen Besserung der Dilatation auf 463 Prozent, während die Werte bei den Nichtrauchern nahezu unverändert waren. Haynes führt die Wirkung von Allopurinol auf die Hemmung der Xanthinoxidase zurück. Dieses Enzym bildet freie Radikale, welche den durch das Rauchen geschädigten (aber nicht den gesunden) Endothelien offenbar zusetzen.
Laut Haynes handelt es sich um die erste Studie, in der gezeigt werden konnte, dass eine einzige Dosis Allopurinol eine schnelle und substanzielle Auswirkung auf die Endothelfunktion hat. Die Untersucher betonen, dass ihre Versuche nur der Grundlagenforschung dienen. Sie seien nicht auf einer Suche nach einer vorbeugenden Behandlung gegen die Gefäßschäden des Rauchens. Die beste Prophylaxe sei eine Tabakabstinenz. Die FWD und die Acetylcholin mediierte Vasodilatation sind sicherlich kein harter Endpunkt in Studien zur Prävention der Atherosklerose. (07.01.2003)


Vitamine können Krebs-Risiko senken
Berlin (LIFELINE) - Präparate mit Betakarotin, den Vitaminen C und E, Selen und Zink sind für Männer offenbar besonders vorteilhaft: Sie können bei ihnen die Lebenserwartung steigern und das Krebs-Risiko reduzieren. Dies ist das Ergebnis einer Studie mit 13.000 Teilnehmern am Scientific and Technical Institute for Nutrition and Foods in Paris.
Die Hälfte der männlichen und weiblichen Probanden zwischen 35 und 60 Jahre erhielt täglich eine Tablette mit 6 mg Betakarotin, 120 mg Vitamin C, 90 mg Vitamin E, 20 mg Zink und 0,1 mg Selen. Die anderen Teilnehmer bekamen ein Plazebo-Präparat (Scheinmedikament). Es zeigte sich, dass sich bei Männern aus der Vitamin-Gruppe das Krebs-Risiko um 31% und die Sterberate um 37% reduzierte, berichtet BBC-online.
Auf Herzerkrankungen hatten das Vitaminpräparat allerdings keinen Einfluss. Auch profitierten weibliche Probanden offenbar nicht von den Vitamintabletten. Die Wissenschaftler erklären dies damit, dass Frauen sich grundsätzlich gesünder ernähren als Männer. Eine weitere Vitamingabe hat daher keinen wesentlichen Einfluss auf ihre Gesundheit. Fände die Studie in England statt, würde sich vielleicht auch bei Frauen eine positive Wirkung zeigen, meinen die Wissenschaftler. Schließlich ernährten sich die Inselbewohner im Durchschnitt schlechter als die Franzosen. 11. August 2003


Amino-Pyridinole: Neue Klasse von Antioxidantien entdeckt

Ein internationales Forscherteam hat eine neue Klasse von Antioxidantien entwickelt, die bis zu hundertmal wirksamer als Vitamin E sein sollen. Bisher galt Vitamin E (Alpha-Tocopherol) als wichtigste Waffe der Natur zum Schutz gegen Sauerstoffradikale.

Ein positiver Effekt von Antioxidanzien wird im Zusammenhang mit verschiedenen Krankheitsbildern diskutiert, unter anderem mit Rheuma, Alzheimer, Arteriosklerose und Krebserkrankungen. Ihre Wirkung beruht darauf, dass sie reaktive Sauerstoffmoleküle abfangen und so deren potenziell schädigende Wirkungen im Organismus verhindern. Als wichtigster Vertreter der Gruppe der Antioxidanzien galt bislang Vitamin E. Um einen noch besseren Radikalfänger zu finden, suchten Wissenschaftler um Derek A. Pratt von der Vanderbilt University nun nach einer phenolischen Verbindung, deren OH-Gruppe den Wasserstoff leichter abgibt als Alpha-Tocopherol. Derartige "Super-Radikalfänger" wurden bereits früher entwickelt, allerdings waren sie zu instabil, um brauchbar zu sein. Pratt und seinen Kollegen gelang es nun jedoch mithilfe einer Computersimulation, eine neue Klasse luftstabiler phenolischer Antioxidanzien zu entwickeln - so genannte Amino-Pyridinole. Zwei Vertreter dieser erwiesen sich im Experiment als besonders wirksame Radikalfänger. Sie bestehen aus einem Phenol-Sechsring, bei dem eines der Kohlenstoffatome durch ein Stickstoffatom ersetzt ist. Dieser aromatische Ring ist mit einem weiteren aliphatischen Kohlenstoffring, der ebenfalls ein Stickstoffatom enthält, fusioniert. "Diese Amino-Pyridinole sind, soweit wir es wissen, die schnellsten Peroxyl-Radikalfänger, die je beschrieben worden sind", so Pratt.

Quelle: www.pressetext.de, Meldung vom 19.9.2003


 Mit Antioxidantien gegen Katarakt

Als Nahrungsergänzungsmittel, das speziell auf den Bedarf der Augen abgestimmt ist, steht nun eine Vitalstoffkombination aus Bioflavonoiden (Weintraubenkern- und Heidelbeerextrakt) und hochdosiertem Vitamin C, ergänzt durch die Vitamine A, E und Folsäure zur Verfügung. Die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen über die Nahrung ist oft nicht ausreichend. Zudem verursachen zahlreiche Faktoren des Alltagslebens oxidativen Stress, der langfristig zur Schädigung von Linse und Glaskörper führen kann.
Starke Antioxidantien können dieses Risiko verringern, wie wissenschaftliche Studien mit 300 mg  Vitamins C pro Tag zeigten, die das Katarakt-Risiko um den Faktor 4 reduzierten. Bioflavoniode besitzen sogar eine 40-fach stärkere antioxidative Wirkung als Vitamin E. Eine bioflavonoidreiche Diät kann so vor Katarakt-Progression schützen, wie in weiteren wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde. Als Dosierung werden täglich zwei Tabletten empfohlen.
Literatur:
Yamakoshi J, Saito M, Kataoka S, Tokutake S. Procyanidinrich extract from grape seeds prevents cataract formation in hereditary cataractous (ICR/f) rats. J Agric Food Chem. 2002 Aug 14; 50 (17): 4983-8.
Quelle: Novartis


Laser macht Krebs sichtbar
Den Krebs erkennen, ohne in den menschlichen Körper eingreifen zu müssen. Dieser Vision sind Berliner Forscher einen großen Schritt näher gekommen. Mit Hilfe von Laser-Licht bestimmen sie den Gehalt krebsspezifischer Substanzen in der Haut.
Das Verfahren nutzt die Tatsache, dass Prostata- und Brustkrebspatienten in vielen Organen einen niedrigeren Gehalt an Antioxidantien wie Betakarotin und Lycopin haben. Die Konzentration dieser auch als Radikalfänger bezeichneten Substanzen im Blut zu bestimmen, ist allerdings aufwändig und teuer. Die Berliner Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie den Gehalt dieser Antioxidantien in der Haut bestimmen können. In einem speziellen Laserspektroskopieverfahren bestrahlen sie die Haut mit Laser-Licht. Anhand des Spektrums des reflektierten Lichts können sie den Gehalt der beiden Substanzen bestimmen. Die schwachen Signale der Antioxidantien müssen dabei so verstärkt werden, dass sie spektroskopisch erfassbar werden. Ein geringer Gehalt an Betacarotenen (Provitamin A) und Lycopin ist ein Hinweis auf das Vorliegen eines Prostata- oder Mammakarzinoms.

Der große Vorteil dieser Methode ist, dass kein Eingriff in den Körper notwendig ist (nicht-invasiv). Darüber hinaus ist die Untersuchung ungefährlich und verursacht keine Schmerzen. Die Mediziner suchen schon lange nach nicht-invasiven Methoden mit denen sie Personen untersuchen können, die ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebserkrankungen haben.

Noch befindet sich das Laserspektroskopieverfahren in der Erprobungsphase. Die Entwickler um Professor Lademann von der Klinik für Dermatologie der Charité in Berlin haben die Messvorrichtungen so weit entwickelt, dass sie das Verfahren an einer größeren Patientenzahl ausprobieren wollen. Neben dem Erkennen von Krebserkrankungen könnte es auch zur Kontrolle des Therapieverlaufes genutzt werden.


Sonnencreme mit Tee-Extrakt soll vor Hautkrebs schützen
New York  -  Tee kann offenbar Hautzellen vor UV-Licht schützen. Inhaltsstoffe von grünem und schwarzem Tee, so genannte Polyphenole, hemmen Proteine, die an der Entstehung von Hautkrebs beteiligt sind. Das berichteten jetzt Forscher des Hormel-Instituts der University of Minnesota auf der Tagung der American Chemical Society in New York. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für die Entwicklung neuer UV-Schutzcremes dienen.
Die Forscher fanden im Versuch an Mäusen und Zellkulturen, dass die Teeinhaltsstoffe ein Enzym hemmen, das bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielt. Dieses bei Sonneneinwirkung verstärkt gebildete Enzym JNK-2 wurde durch Polyphenole des Tees gehemmt. Auch so genannte Transkriptionsfaktoren wurden durch diese Substanzen beeinflusst. Weitere Studien wären nun nötig, um die Wirkung gegen das Melanom, die häufigste Form des Hautkrebses, zu belegen, sagt Studienleiter Zigang Dong.
Die Teekomponenten könnten eventuell auch noch andere Krebs bedingende Stoffwechselvorgänge hemmen. Untersuchungen anderer Wissenschaftler hätten bereits gezeigt, dass grüner Tee wegen eines hohen Anteils an Antioxidantien Krebs vorbeugen kann. Diese zerstören freie Radikale, die durch die Schädigung der DNA Krebs bedingen können. Ebenso wurde auch das Koffein des Tees von Allan Conney von der State University of New Jersey als Blocker für UV-Licht induzierte Krebsbildung beschrieben.
"Teetrinken könne helfen", so Dong, "aber man muss eine sehr große Menge trinken, um eine Anreicherung in der Haut zu erreichen". Etwa zehn Tassen wären notwendig, um die Dosis zu erreichen, die sie auf der Haut von Mäusen im Experiment angewendet haben. Eine Hautcreme mit Polyphenolen würde dann nicht wie herkömmliche Sonnencreme UV-Licht absorbieren, sondern die Aktivierung Krebs erregender Prozessen in der Zelle hemmen.  ugs
Artikel erschienen am 9. Sep 2003


Prostatakarzinom: Nur ganze Tomaten wirken präventiv
CHAMPAIGN/ILLINOIS. Supplemente mit Lycopen, dem roten Farbstoff der Tomaten, werden in der Anti-Aging-Szene als Mittel zur Vorbeugung eines Prostatakarzinoms empfohlen. Doch eine tierexperimentelle Studie im Journal of the National Cancer Institute (JNCI 2003; 95: 1578–86) kommt zu dem Ergebnis, dass andere Inhaltsstoffe der Tomate für die präventive Wirkung verantwortlich sein müssen. Außerdem bestätigt sich erneut, dass eine Kalorienrestriktion den besten Schutz vor der Krebserkrankung bietet.

Das Carotenoid Lycopen gehört zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Unter diesen Substanzen, welche die Früchte vor Sonnenlicht und Oxidation schützten, vermuten viele Experten die krebspräventive Wirkung von Obst und Gemüse, nachdem alle Versuche, eine vorbeugende Wirkung von Vitaminen zu belegen, gescheitert sind. Andere Experten vermuten, dass nicht eine einzelne Substanz, sondern das Zusammenwirken von vielen sekundären Pflanzenstoffen für die vorbeugende Wirkung verantwortlich ist.

Die Untersuchung von Thomas Boileau von der Universität von Illinois in Urbana-Champaign und Mitarbeitern bestätigt dies. Die Gruppe fütterte 194 männliche Ratten mit N-Methyl-N-Nitrosourea (NMU) und Testosteron, was bei den Tieren ein Prostatakarzinom auslöst. Gleichzeitig wurden die Tiere entweder mit einem Tomatenpulver (13 Milligramm Lycopen pro Kilogramm Nahrung) oder mit Lycopen-Pellets (161 Milligramm Lycopen pro Kilogramm Nahrung) behandelt. Eine dritte Gruppe erhielt Kontroll-Pellets ohne Lycopen. Gleichzeitig wurde bei einem Teil der Tiere die Kalorienzufuhr um 20 Prozent eingeschränkt, während die anderen Tiere so viel Nahrung zu sich nehmen konnten, wie sie mochten.

Die erste Überraschung war, dass die Lycopen-Konzentration im Serum bei den Tieren, die mit Lycopen-Pellets gefüttert wurden, keineswegs höher war als in der Gruppe, die Tomatenpulver erhalten hatte, obwohl sie mehr als zwölfmal so viel Lycopen erhalten hatten. Auch die protektive Wirkung blieb aus. Die Sterblichkeit an Prostatakrebs sank nur um nicht-signifikante neun Prozent. Bei den mit Tomatenpulver gefütterten Tieren starben dagegen 28 Prozent weniger Tiere an dem Tumor. Noch günstiger als die Nahrungsergänzung war die Kalorienrestriktion. Sie senkte unabhängig (mit anderen Worten zusätzlich) das Risiko eines Prostatakarzinoms um 32 Prozent. (05.11.2003) DEUTSCHES ÄRZTEBLATT


Vitamine verhindern Sehverlust bei fortgeschrittener AMD
BALTIMORE. Die Einnahme von hoch dosierten Vitaminpräparaten könnte viele Patienten mit altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) vor einer Erblindung bewahren. Darauf machen US-Mediziner in einer Studie in den Archives of Ophthalmology (2003; 121: 1621-1624) aufmerksam.

Die Arbeitsgruppe um Neil Bressler von Johns Hopkins' Wilmer Eye Institute bemüht sich um die Umsetzung der Ergebnisse der Age-Related Eye Disease Study (AREDS). Diese Studie wurde vor zwei Jahren in den Archives of Ophthalmology (2001;119:1417-1436) publiziert. Sie hatte gezeigt, dass bei bestimmten Patienten mit AMD das Fortschreiten der Erkrankung um 27 Prozent (Odds Ratio 0,73; 99-Prozentintervall 0,54-0,99) verzögert werden kann, wenn sie hoch dosiert mit antioxidativen Vitaminen (500 mg Vitamin C, 400 IE Vitamin E; 15 mg Betacaroten) plus Zink (80 mg Zinkoxid) behandelt werden.

Das National Eye Institute und die American Academy of Ophthalmology haben daraufhin Empfehlungen für Patienten ausgegeben, die ein hohes Risiko auf eine fortgeschrittene AMD haben. Das sind Patienten mit intermediärer AMD auf einem oder beiden Augen. Unter intermediärer AMD verstehen die US-Augenärzte den Nachweis von vielen Drusen mittlerer Größe oder vereinzelten großen Drusen. Weiterhin sollten Patienten mit fortgeschrittener AMD behandelt werden.

Dies wird definiert als ein Verlust von Sinneszellen oder unterstützendem Gewebe im Bereich der Makula (fortgeschrittene “trockene” AMD) oder die Entwicklung von abnormalen und fragilen neuen Blutgefäßen, aus denen Flüssigkeit oder Blut austritt (“feuchte” AMD). Patienten mit der Frühform der Erkrankung – das ist die überwiegende Mehrheit der Patienten – wurden ausgenommen, da die Erkrankung anfangs nur langsam fortschreitet (1,3 Prozent mit Frühform erkranken in fünf Jahren an fortgeschrittener Form) und die hoch dosierte Vitamingabe in der Studie keine nachweisbare Wirkung hatte.

Die Umsetzung der Empfehlung erweist sich offenbar als schwierig, obwohl es sich bei AREDS um eine randomisierte placebokontrollierte Studie mit einer hohen Teilnehmerzahl handelte – an der Studie nahmen 4 757 Erwachsene im Alter zwischen 55 und 80 Jahren teil - und die Ergebnisse signifikant waren. Deshalb werben die Autoren jetzt mit einer neuen Publikation für die Behandlung. Nach einer Berechnung von Bressler wäre die Behandlung nach den Kriterien der AREDS für etwa acht Millionen Menschen in den USA im Alter über 55 Jahre indiziert.

Wenn alle diese Patienten hoch dosiert mit Vitaminen plus Zink behandelt würden, könnte bei 300 000 Patienten in den nächsten fünf Jahren ein deutliches Fortschreiten der Erkrankung bis zum Sehverlust oder zur vollständigen Erblindung verhindert werden, schreiben Bressler und Mitarbeiter.

Die AMD ist die häufigste Erblindungsursache bei älteren Menschen. In Deutschland leiden etwas zwei Millionen Menschen daran. Die Frühform der Erkrankung, die “trockene” Form der AMD, lässt sich bei einem Viertel der über 75-Jährigen nachweisen. Für sie wäre die Vitaminbehandlung nicht indiziert. Doch auch die Spätstadien sind keineswegs selten. An ihr leiden nach Informationen der Deutschen Forschungsgemeinschaft insgesamt 6,5 Millionen Menschen in Europa.

Einen Blick auf die im Internet veröffentlichten Patienteninformationen zeigt, dass die Vitamintherapie in Deutschland sehr zurückhaltend, wenn überhaupt empfohlen wird. Der Hinweis auf die AREDS findet sich nicht. Meistens wird den Patienten mit einem erhöhten Risiko zu einer vitaminreichen Ernährung geraten (was den Kern der US-Empfehlungen nicht trifft). Vor der Vitamintherapie wird den Patienten dringend zu einem Besuch des Augenarztes geraten, um die Indikation zu stellen.  (11.11.2003) DEUTSCHES ÄRZTEBLATT


Die Rotwein-Pille aus Italien
Gute Nachrichten für alle Gesundheitsbewußten, die keinen Rotwein mögen: Italienische Forscher haben jetzt eine Pille entwickelt, die Antioxidantienaus einem Glas Rotwein in konzentrierter Form enthält, berichtet das Magazin "bild der wissenschaft" online. Und diese Antioxidantien sind es, die den Rotwein so gesund machen: Sie fangen im Körper die freien Radikale ab.
Erfunden wurde die Rotwein-Pille vom Biochemischen Institut in Pavia. Als Ausgangsmaterial für ihre Tabletten verwenden die Wissenschaftler die sogenannte Vinasse, die sirupartigen Reste, die übrig blieben, wenn für Hochprozentiges der Alkohol aus Wein abdestilliert wird.
Darin sind die gesunden antioxidativen Polyphenole konzentriert. Es werden Zucker, Aminosäuren und ein Konservierungsmittel hinzugegeben, die Mischung wird gefiltert und in kleine Behälter gegossen. Durch Gefriertrocknung entstehen dann die Rotwein-Tabletten. Ärzte Zeitung, 20.01.2004


Verzehr von Obst und Gemüse kann Erblindungsrisiko im Alter senken
BOSTON. Eine gesunde Ernährung mit häufigem Verzehr von Obst und Gemüse kann möglicherweise das Auftreten einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) verhindern, die die häufigste Erblindungsursache im Alter ist. Nach den Ergebnissen einer prospektiven Beobachtungsstudie in den Archives of Ophthalmology (2004;122; 883-892) könnte die Zahl der Erkrankungen um ein Drittel gesenkt werden.
Die Zahl ist das Ergebnis einer kombinierten Analyse der Nurses' Health Study und der Health Professionals Follow-up Study, jener fast schon legendären Kohorten aus US-Krankenschwestern und männlichen Beschäftigten im Gesundheitswesen, die seit 1976 beziehungsweise 1986 regelmäßig nach ihren Lebensgewohnheiten befragt werden. Die Angaben werden dann zu den späteren Erkrankungen in Beziehung gesetzt. Das Ergebnis sind “Assoziationen”, hinter denen nicht immer eine “kausale” Beziehung stehen muss. Die Ergebnisse von prospektiven Beobachtungsstudien sind deshalb immer kritisch zu hinterfragen.
Im aktuellen Fall sind die Bedenken weniger begründet, denn vor drei Jahren hat eine Interventionsstudie, die Age-Related Eye Disease Study (AREDS), bereits gezeigt, dass eine Therapie mit antioxidativen Vitaminen und Spurenelementen (Vitamine C und E, Betacaroten und Zink) das Fortschreiten der AMD bremsen kann. Obst und Gemüse sind reich an Vitaminen, was der Anlass für die jetzige Studie gewesen sein dürfte. Denn wenn eine Therapie das Fortschreiten der Erkrankung aufhält, dann sollte auch eine Prävention mit ähnlichen Mitteln erfolgreich sein.
Die Publikation von Eunyoung Cho und Mitarbeitern vom Brigham and Women's Hospital in Boston, die die Daten von 77 562 Frauen und 40 866 Männern auswerteten, zeigt, dass der häufige Verzehr von Obst und Gemüse das Risiko der AMD senkt. Dies gilt allerdings nur für die schwere Form der Erkrankung, die “feuchte” AMD, bei der es zu Neovaskularisationen in der Retina kommt. Diese Erkrankung trat nach einer Beobachtungszeit von 18 Jahren (Frauen) beziehungsweise 12 Jahren (Männer) um 36 Prozent seltener auf, wenn die Frauen oder Männer mehr als dreimal am Tag Obst oder Gemüse verzehrten: Das multivariate relative Risiko betrug 0,64 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,44–0,93; p für Trend = 0,004) verglichen mit dem Verzehr von weniger als 1,5 mal Obst oder Gemüse pro Tag.
Doch für die frühe Form der Erkrankung, die “trockene” AMD, bei des es zu Ablagerungen (Drusen) in der Retina kommt, wurde keine protektive Wirkung gefunden. Möglicherweise sind die antioxidativen Vitamine erst wirksam, wenn die Erkrankung weiter fortgeschritten ist.
Die Auswertung nach den Obst und Gemüsesorten zeigt allerdings auch, dass vor allem der reichliche Verzehr von Orangen und Bananen mit einem niedrigeren Risiko auf eine Spät-AMD einhergehen. Für Karotten, die wegen ihres hohen Betaracotengehalts als besonders gesund für die Augen gelten, gab es nur einen Trend. In der Aufschlüsselung nach der Zufuhr der einzelnen Vitamine ergab sich dagegen für keine der enthaltenen Vitamine eine protektive Wirkung. Diese war auch für die Vitaminpräparate, die viele Amerikaner täglich einnehmen, nicht nachweisbar. Es ist deshalb denkbar, dass noch andere Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse für die protektive Wirkung verantwortlich sein könnten, also etwa die Flavonoide, die Ballaststoffe, Folsäure oder Kalium. Dies wurde in der jetzigen Studie allerdings nicht untersucht.15.06.2004 DEUTSCHES ÄRZTEBLATT


Äpfel gegen Alzheimer             
Der regelmäßige Genuss von Äpfeln könnte helfen, neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson vorzubeugen. Das schließen amerikanische Wissenschaftler aus den Ergebnissen von zwei Laborstudien an kultivierten Hirnzellen von Ratten. Dabei hatten die Forscher entdeckt, dass Antioxidantien aus frischen Äpfeln die Zellen sehr effektiv gegen die schädlichen Wirkungen aggressiver freier Radikale schützen. Als besonders wirkungsvoll erwies sich die Substanz Quercetin, die in und direkt unter der Apfelschale vorkommt. Über die Untersuchungen von Cy Lee und seinen Kollegen berichtet die Cornell-Universität.
In immer mehr Studien finden Wissenschaftler Hinweise auf gesundheitsfördernde und vorbeugende Wirkungen von Äpfeln. So soll das Kernobst beispielsweise vor Krebs schützen, Allergien lindern, den Cholesterinspiegel senken und Herzkreislauferkrankungen vorbeugen können. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei das Antioxidans Quercetin, das auch in Zwiebeln, Grünkohl, Brombeeren und Preiselbeeren enthalten ist. Die Substanz gehört zu den Flavonoiden und fängt die meist sauerstoffhaltigen freien Radikale ab, die im Körper den so genannten oxidativen Stress und damit Schäden an Zellen und Gewebe verursachen.
Freie Radikale werden auch mit der Entstehung von Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer in Verbindung gebracht, bei denen Nervenzellen zerstört werden. Um zu überprüfen, ob die antioxidative Wirkung von Äpfeln auch vor solchen Erkrankungen schützen kann, setzten die Forscher Nervenzellen aus Rattenhirnen simuliertem oxidativen Stress aus. Tatsächlich konnten die aggressiven Teilchen den Zellen deutlich weniger anhaben, wenn diese vorher mit einem Extrakt aus roten Delicious-Äpfeln behandelt worden waren. Über die Ergebnisse dieser Untersuchung berichten Lee und seine Kollegen in der Fachzeitschrift Journal of Food Science (Bd. 69, S. 357).
Eine weitere Studie zeigte den Wissenschaftlern, dass auch bei den Hirnzellen die schützende Wirkung hauptsächlich vom Quercetin ausging. Der Schutzeffekt des Flavonoids war dabei sogar effektiver als der von Vitamin C, schreiben die Forscher im Fachmagazin Journal of Agricultural and Food Chemistry (Dezemberausgabe). Obwohl die Ergebnisse bislang nur aus Laboruntersuchungen stammen, empfiehlt Lee, möglichst häufig frische Äpfel zu essen. Rote Sorten sind dabei besser geeignet als gelbe oder grüne, da sie mehr Antioxidantien enthalten.  http://www.baeder-fuehrer.de


Obst und Gemüse beugen Krebs nicht vor
Bei Männern ließ sich damit jedoch die Krebsrate um 30 Prozent senken

Gesunde Ernährung schützt nicht vor Brustkrebs / Vitaminpillen senken Krebsrisiko offenbar nur bei Männern
NEU-ISENBURG (mut). Frauen, die viel Obst und Gemüse essen oder Antioxidantien einnehmen, können damit ihr Krebsrisiko nicht senken. Bei Männern haben zumindest Vitamin-Pillen eine gewisse Schutzwirkung.
Das haben Daten aus prospektiven Studien ergeben, die vor kurzem veröffentlicht worden sind. Sie widerlegen die Annahme aus älteren Fall-Kontroll-Studien, daß gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse das Krebsrisiko deutlich senkt.
In einer Studie mit über 100 000 Männern und Frauen war die Rate von Krebserkrankungen bei Personen, die viel Obst und Gemüse aßen, genau so hoch wie bei Personen, die auf Grünes weitgehend verzichteten (J Nat Cancer Inst 96, 2004, 1596).
Und in einer aktuellen Studie mit über 280 000 Frauen gab es keinen Unterschied bei der Brustkrebsrate zwischen den Frauen, die am meisten Obst und Gemüse aßen, und den Frauen, die am wenigsten davon verzehrten (JAMA 293, 2005, 183).
Auch von Tabletten mit antioxidativen Vitaminen und Spurenelementen profitieren Frauen nicht, hatte eine Interventionsstudie mit über 13000 Teilnehmern ergeben. Bei Männern ließ sich damit jedoch die Krebsrate um 30 Prozent senken - und erreichte etwa das gleiche Niveau wie bei Frauen (Arch Intern Med 164, 2004, 2335). Immerhin: Wer wenig Rind- und Schweinefleisch ißt, dafür viele Ballaststoffe, bekommt seltener Darmkrebs. Ärzte Zeitung, 19.01.2005



Von Pillen mit Antioxidantien profitieren offenbar nur Männer
Interventionsstudie mit Vitamien C und
E, Zink und Selen / 30 Prozent erniedrigte Krebsrate bei Männern mit Nahrungsergänzung
PARIS (mut). Von antioxidativen Vitamin- und Mineralstoffpräparaten profitieren offenbar nur Männer, nicht aber Frauen. Dies hat eine große prospektive Studie ergeben. Nur bei Männern läßt sich damit die Inzidenz von Krebserkrankungen deutlich senken. Ein möglicher Grund: Frauen ernähren sich gesünder, ihnen bringen zusätzliche Vitamindosen nichts, Männer haben dagegen oft Vitaminmangel.
Antioxidative Vitamine wie Beta-Karotin und Vitamin C sowie Mineralstoffe wie Zink und Selen können frei Radikale binden, die etwa bei der Entstehung von Krebs oder Athero-sklerose von Bedeutung sind. Ob eine Nahrungsergänzung mit solchen Substanzen tatsächlich vor Krebs und Herzinfarkt schützt, dazu gab es bisher meist Fall-Kontroll-Studien mit oft widersprüchlichen Ergebnissen.
In der SU.VI.Max-Studie (Supplémentation en Vitamines et Minéraux Antioxidants) wurde jetzt erstmals mit einer großen Teilnehmerzahl prospektiv überprüft, ob Personen aus einer Industrienation, die in der Regel mit Vitaminen und Mineralien gut versorgt sind, einen Zusatznutzen von Präparaten mit Antioxidantien haben (Arch Intern Med 164, 2004, 2335).
Primäre Endpunkte waren Krebserkrankungen aller Art sowie kardiovaskuläre Ereignisse. Insgesamt erhielten über 13 000 Teilnehmer aus Frankreich siebeneinhalb Jahre entweder Placebo oder täglich ein Präparat mit dem Eineinhalb- bis Dreifachen der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin C (120 mg), Vitamin E (30 mg), Beta-Karotin (6 mg), Selen (100 µg) und Zink (20 mg).
Die Ergebnisse: Insgesamt gab es keine signifikanten Unterschiede bei der Häufigkeit von kardiovaskulären Ereignisse. Die Krebsinzidenz war bei Männern mit Antioxidantien signifikant um etwa 30 Prozent niedriger als bei Männern mit Placebo (88 versus 124 Krebspatienten). Bei Frauen gab es keinen nenneswerten Unterschied zwischen beiden Gruppen. Unterschiede bei der Sterberate gab es ebenfalls nur bei Männern: So starben in der Gruppe mit Antioxidantien 40 Männer und 36 Frauen, ohne waren es 63 Männer und 35 Frauen.
Den Autoren fiel auf, daß die Männer zu Beginn der Studie im Schnitt deutlich niedrigere Serum-Werte an Vitamin C und E hatten als Frauen. Ein Grund dafür könnte eine ungesündere Ernährung der Männer sein. Vielleicht führen auch hormonelle Unterschiede zu den unterschiedlichen Serum-Werten. Wird der Körper jedoch gut über die Nahrung mit Antioxidantien versorgt, so die Autoren, bringt die Nahrungsergänzung offenbar keinen zusätzlichen Nutzen. Ärzte Zeitung, 19.01.2005


Obst und Gemüse: Schutz vor Krebserkrankungen?

Stellungnahme des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Seit Beginn der 90er Jahre wird mit der 5-am-Tag-Kampagne, einer der größten gesundheitsbezogenen Kampagnen der letzten Jahre, in den USA und in Europa das Ziel verfolgt, den Verzehr von Gemüse und Obst anzuheben - in Deutschland von derzeitig durchschnittlich 350 g/Tag auf 650 g/Tag. Ein wesentlicher Grund für diese Kampagne war die Annahme, dass sich ein großer Teil der Krebserkrankungen durch Änderungen der Ernährungsgewohnheiten verhindern ließe (Doll und Peto, 1981). Diese Annahme wurde durch Ländervergleiche, Fall-Kontroll-Studien und einige wenige Kohortenstudien gestützt. In den letzten Jahren sind die Daten mehrerer großer, prospektiv angelegter Kohortenstudien publiziert worden, so dass u.E. die Bewertung der vermuteten Assoziation von Obst- und Gemüse-Verzehr und Krebsrisiko nun auf einer breiteren Datenbasis erfolgen kann.
Die Auswertung der beiden amerikanischen Kohorten Nurses Health Study und Health Professional Study (insgesamt 109,000 Teilnehmer, 2500 Krebsfälle) zeigte keinen Einfluss des Obst- und Gemüseverzehrs auf das gesamte Krebsrisiko und nur eine geringe (und nicht signifikante) Absenkung des Erkrankungsrisikos für chronische Erkrankungen (5%) insgesamt (Hung et al., 2004). Dieses Ergebnis schließt jedoch nicht aus, dass es für einzelne Krebsarten und in anderen Populationen signifikante Assoziationen gibt. Deshalb sollten zur Beurteilung der Datenlage alle prospektiv angelegten Untersuchungen, die nach Krebsart differenzieren, insbesondere auch die wichtigsten europäischen Studien, herangezogen werden.
Die Daten der prospektiven Kohortenstudien zeigen übereinstimmend, dass zwischen dem Verzehr von Obst und Gemüse und dem Risiko einer Brustkrebserkrankung keine Assoziation besteht (Smith-Warner et al., 2001; van Gils et al., 2005). Sie zeigen aber ein signifikant erniedrigtes Lungenkrebs-Risiko in der Quintile (Fünftel) der Studienteilnehmern mit dem höchsten Obstverzehr (Voorrips et al., 2000; Smith-Warner et al., 2003; Miller et al., 2004). Diese Assoziation ist ein Hinweis auf eine schützende Wirkung des Obstverzehrs, kann diese jedoch nicht zweifelsfrei beweisen. Es muss zudem hervorgehoben werden, dass die Daten für den geringeren Obstverzehr von Rauchern korrigiert werden mussten; einige Autoren schließen deshalb nicht aus, dass die Assoziation durch einen Rest-Effekt des sog. Confounders Rauchen zustande gekommen ist (Smith-Warner et al., 2003).
Die Daten zur Rolle des Obst- und Gemüseverzehrs in der Entstehung des Colon/Rectum-Carcinom sind bislang inkonsistent, zeigen geringe Effekte und z.T. nur in Subgruppen der Studienpopulationen (s. Tabelle). Allerdings ist die Rolle der Ernährung für die Entstehung dieser Krebsform am besten belegt: So hatte die EPIC-Studie gezeigt, dass ein hoher Ballaststoffgehalt der Ernährung mit einem erniedrigten Dickdarmkrebs-Risiko assoziiert ist (Bingham et al., 2003).
Nach der jetzigen Datenlage ist also das vermutete Krebs-präventive Potenzial von Obst und Gemüse geringer als bislang angenommen und auf wenige Krebsarten beschränkt. Ob sich diese Beurteilung nach sehr langen Beobachtungszeiten ändern kann, werden die weiteren Auswertungen der noch laufenden EPIC-Studie sowie anderer großer Kohortenstudien klären.
Die 5-am-Tag-Kampagne hat ihre Begründung auch in der Beobachtung, dass Herz-Kreislauferkrankungen in Bevölkerungsgruppen, die viel Gemüse und Obst verzehren, vermindert auftreten (WHO, 2003). Dieser Effekt wurde in der US-amerikanischen Studie (Hung et al., 2004) bestätigt: eine Erhöhung des Obst- und Gemüseverzehrs von durchschnittlich 2,6 auf 9,4 Portionen pro Tag senkte das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen pro Gemüse- und Obstportion um 12%. Die Beweislage für einen protektiven Effekt eines hohen Gemüse- und Obstverzehrs ist also für Herz- Kreislauferkrankungen erheblich besser als für Krebserkrankungen, wie zudem schon 2003 von einem Expertengremium der Weltgesundheitsorganisation festgestellt wurde (WHO 2003). Deshalb kann u.E. an der allgemeinen Empfehlung, den Obst- und Gemüseverzehr in Deutschland auf die in Spanien und Griechenland verzehrte Menge (650g) anzuheben, festgehalten werden. 08.02.2005 Infos für Ärzte http://www.journalmed.de

Prof. Dr. Dr. H.-G. Joost
Wissenschaftlicher Direktor
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke

Literatur:
Bingham SA, Day NE, Luben R, et al. Dietary fibre in food and protection against colorectal cancer in the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC): an observational study. Lancet 361:1496-501 (2003)
Botterweck AA, van den Brandt PA, Goldbohm RA. A prospective cohort study on vegetable and fruit consumption and stomach cancer risk in The Netherlands. Am J Epidemiol 148:842-53 (1998)
Doll R, Peto R. The causes of cancer: quantitative estimates of avoidable risks of cancer in the United States today. J Natl Cancer Inst 66:1191-308 (1981)
Giovannucci E, Rimm EB, Liu Y, Stampfer MJ, Willett WC. A prospective study of cruciferous vegetables and prostate cancer. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 12:1403-9 (2003).
Hung HC, Joshipura KJ, Jiang R, et al. Fruit and vegetable intake and risk of major chronic disease. J Natl Cancer Inst 96:1577-84 (2004).
Key TJ, Allen N, Appleby P, et al. Fruits and vegetables and prostate cancer: no association among 1104 cases in a prospective study of 130544 men in the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC). Int J Cancer 109:119-24 (2004).
Michaud DS, Pietinen P, Taylor PR, Virtanen M, Virtamo J, Albanes D. Intakes of fruits and vegetables, carotenoids and vitamins A, E, C in relation to the risk of bladder cancer in the ATBC cohort study. Br J Cancer 87:960-5 (2002).
Miller AB, Altenburg HP, Bueno-De-Mesquita B, et al. Fruits and vegetables and lung cancer: Findings from the European prospective investigation into cancer and nutrition. Int J Cancer 108:269-276 (2004).
Pietinen P, Malila N, Virtanen M, et al. Diet and risk of colorectal cancer in a cohort of Finnish men. Cancer Causes Control 10:387-96 (1999).
Smith-Warner SA, Spiegelman D, Yaun SS, Adami HO, Beeson WL, van den Brandt PA, et al., Intake of fruits and vegetables and risk of breast cancer: a pooled analysis of cohort studies. JAMA 285:769-76 (2001).
Smith-Warner SA, Spiegelman D, Yaun SS, Albanes D, Beeson WL, van den Brandt PA, et al.: Fruits, vegetables and lung cancer: a pooled analysis of cohort studies. Int J Cancer Dec 107:1001-11 (2003).
Terry P, Giovannucci E, Michels KB, et al. Fruit, vegetables, dietary fiber, and risk of colorectal cancer. J Natl Cancer Inst 93:525-33 (2001).
van Gils C et al. Consumption of vegetables and fruits and risk of breast cancer. JAMA 293:183-193 (2005).
Voorrips LE, Goldbohm RA, Verhoeven DT, et al. Vegetable and fruit consumption and lung cancer risk in the Netherlands Cohort Study on diet and cancer. Cancer Causes Control 11:101-15 (2000a).
Voorrips LE, Goldbohm RA, van Poppel G, Sturmans F, Hermus RJ, van den Brandt PA. Vegetable and fruit consumption and risks of colon and rectal cancer in a prospective cohort study: The Netherlands Cohort Study on Diet and Cancer. Am J Epidemiol 152:1081-92 (2000).
WHO. Diet, nutrition and the prevention of chronic diseases. Technical Report Series 2003.
Zeegers MP, Goldbohm RA, van den Brandt PA. Consumption of vegetables and fruits and urothelial cancer incidence: a prospective study. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 10:1121-8 (2001).

Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke


NADH-Gabe schützt vor freien Radikalen
Je geringer die Kapazität des Antioxidantienstatus, desto höher ist das Risiko einer Zellschädigung


Freie Radikale können Zellen angreifen, die Gabe von Antioxidantien wie NADH bietet einen nachweislichen Schutz vor Schädigungen.

„Freie Radikale sind extrem reaktive Atome oder Moleküle mit einem ungepaarten Elektron in der äußersten Elektronenhülle“, berichtete Prof. DDr. Jörg G. D. Birkmayer, Wien, Ende Februar 2005 beim Symposium der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin „Säuren-Basen-Schlacken“: „Durch diese Eigenschaft können sie im Organismus Zellen angreifen und die Zellstrukturen empfindlich schädigen. Freie Radikale sind an der Entstehung zahlreicher chronischer Krankheiten wie Herz- und Gefäßerkrankungen, Krebs, Arthritis, Diabetes, Autoimmunerkrankungen und alkoholische Lebererkrankungen beteiligt. Außerdem beschleunigt die regelmäßige Einwirkung freier Radikale den natürlichen Alterungsprozess.“ Antioxidantien sind Moleküle, die gegen Oxidation schützen. Dabei wird zwischen chemischen Antioxidantien (wie Butylhydroxytoluol und Konservierungsmittel) und biologischen Antioxidantien (wie Selen, Glutathion, Coenzym 1 (NADH), Superoxiddismutase sowie Vitamin A, C und E) unterschieden. Antioxidantien wirken umso stärker, je höher ihr Reduktionspotenzial ist (Tabelle).
Aussagekräftige Antioxidantien-Tests betreffen die Glutathionperoxidase (photometrisch), Superoxiddismutase (photometrisch), Glutathion (HPLC), Vitamine A, C und E (HPLC), Selen, Zink und Molybdän (AAS), Malondialdehyd (HPLC) und NADH Verbrauchstest (ENMA-Test). Richard Passwater schrieb 1997 im Vorwort des Buches „NADH the Energizing Coenzyme“, es gebe zwar keine Substanz im menschlichen Organismus mit dem Prädikat „am wichtigsten“ oder „das wichtigste Antioxidans“, aber NADH komme diesem Anspruch sehr nahe.

Zell-Treibstoff NADH

NADH kommt in relativ hohen Konzentrationen im Herz, Hirn und in den Muskeln vor, weil diese Organe die meiste Energie benötigen. NADH ist die biologische Form von Wasserstoff, der mit dem Sauerstoff der Zelle unter Bildung von ATP-Energie und Wasser reagiert. Je mehr Energie eine Zelle hat, desto höher ist ihr ATP-Gehalt. NADH ist somit ein wichtiger Treibstoff der Energieproduktion in der Zelle. Es unterstützt die Reparatur von Zell- und DNA-Schäden, stimuliert das Immunsystem und steigert die Nitroxyd-Produktion (NO). Die neue Methode zur Bestimmung der ATP-Zell-Energie ist laut Birkmayer der ENMA-Test (Extracellular NADH Metabolization Assay). Der ENMA-Test misst, wie viel NADH von Blutzellen metabolisiert wird. Eine Untersuchung an Marathonläufern zeigte, dass die tägliche Einnahme von 30 mg NADH (Enada®) über vier Wochen im Vergleich zu Placebo zu einem deutlich gesteigerten NADH-Gehalt im Blut führte. Eine andere Untersuchung konnte nachweisen, dass die Gabe von NADH die Niere vor Zellschädigung durch Lipidperoxidation schützt. Die Inkubation von Myokardzellen mit NADH führt zu einer Zunahme von ATP innerhalb dieser Zellen.  Ärztewoche, 19. Jhg., Nr. 12, 2005


HINTERGRUND Ärzte Zeitung 18.12.2006

Nützen Antioxidantien und Demenz-Mittel bei Down-Syndrom?

Von Philipp Grätzel von Grätz

Wie alle Eltern wollen auch Eltern von Kindern mit Down-Syndrom nur das Beste für ihren Nachwuchs. Beim Down-Syndrom (Trisomie 21) gehören dazu Versuche, den Krankheitsverlauf durch Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente günstig zu beeinflussen. Dazu gibt es durchaus vielversprechende Ansätze. Angemessen evaluiert wurde bisher aber keine der Strategien.
Der Blick in die Literatur ist zunächst ernüchternd: "Nur die wenigsten Studien in diesem Bereich erfüllen die Ansprüche an kontrollierte klinische Untersuchungen", sagte Dr. Eva Stierkorb von der Uniklinik Homburg/Saar bei einer Veranstaltung der Stiftung für das behinderte Kind in Berlin. "Und die, die den Standards gerecht werden, waren bisher ausnahmslos ohne Effekt, egal ob Nahrungsergänzungsstoffe oder Medikamente untersucht wurden." Dennoch sei die Grundlage für die Ansätze meist plausibel, so Stierkorb.

Ein Enzym, das oxidativen Streß auslöst, ist stärker aktiv

So sei nachgewiesen, daß bestimmte Enzyme, die auf dem überschüssigen Chromosom 21 codiert werden, um 30 bis 50 Prozent stärker aktiv sind als bei Menschen ohne eine Trisomie 21. Dazu gehört etwa die Superoxiddismutase. Deren Aktivität wird als Grund dafür angesehen, daß bei Menschen mit Down-Syndrom vermehrt freie Radikale in verschiedenen Geweben nachweisbar sind, im Gewebe also oxidativer Streß entsteht. Das wiederum könnte Ursache der für Betroffene und Angehörige belastenden Infektanfälligkeit von Trisomie-21-Kindern sein.
"Behandlungen mit Antioxidantien zur Nahrungsergänzung war aber bisher in kontrollierten Studien kein Erfolg beschieden", so Stierkorb. Allenfalls Surrogatparameter ließen sich günstig beeinflussen. So führte die Therapie mit Vitamin E in vitro zu einer Verringerung der bei Down-Syndrom häufigen Chromosomenschäden in Lymphozyten. Eine Selen-Therapie konnte in einer offenen Studie die Infekthäufigkeit reduzieren. Allerdings war die Gruppe mit 48 Teilnehmern zu klein und die Follow-up-Zeit mit sechs Monaten zu kurz, um Rückschlüsse ziehen zu können.
Zink beeinflußte die Häufigkeit von Infekten in einer Placebo-kontrollierten Studie mit 64 Patienten und einer Follow-up-Zeit von einem Jahr nicht.

Bald Daten zur Wirkung von Antioxidantien erwartet

Aufgrund der momentanen Datenlage hält Stierkorb die Anwendung von Antioxidantien bei Kindern mit Down-Syndrom vorläufig nicht für gerechtfertigt. Allerdings werden in wenigen Monaten die Ergebnisse einer vierarmigen, randomisiert-kontrollierten Studie aus England bei 156 Kindern mit Down-Syndrom erwartet. Darin werden mehrere antioxidative Strategien evaluiert, und die Kinder werden mindestens 18 Monate lang nachbeobachtet.
Auch die Erfahrungen mit medikamentösen Therapien bei Down-Syndrom sind noch begrenzt. Einer der interessantesten Kandidaten ist derzeit das aus der Therapie bei Morbus Alzheimer bekannte Antidementivum Donepezil. Der Hintergrund: Bei Down-Syndrom ist die Synthese des Beta-Amyloid-Vorläuferproteins gesteigert, des Proteins also, aus dem sich Alzheimer-Plaques entwickeln. Auch ist bekannt, daß Menschen mit Down-Syndrom im Mittel früher an Morbus Alzheimer erkranken als Menschen ohne Trisomie 21.
Der Cholinesterasehemmer Donepezil wurde schon in sechs klinischen Studien bei Down-Syndrom erprobt. Allerdings hatten die Studienteilnehmer schon zu Beginn Alzheimer-Symptome. "Der Effekt war gut: Sowohl auf die Entwicklung der Demenz als auch auf die sprachlichen Fähigkeiten hatte die Therapie günstige Effekte", so Stierkorb. Rückschlüsse auf einen möglichen präventiven Nutzen der Therapie ließen sich daraus aber noch nicht ziehen.
Auch die Effekte von Piracetam - ein weiteres Demenz-Mittel - auf die kognitiven Fähigkeiten wurde bereits bei Kindern mit Down-Syndrom in einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie geprüft. Ergebnis: In 14 validierten Tests gab es in Hinblick auf die Entwicklung der geistigen Fähigkeiten der Kinder mit Trisomie 21 keine Unterschiede zwischen den Studienarmen, so Stierkorb.
"Insgesamt können wir sagen, daß die derzeitige Studiensituation zur kognitiven oder infektpräventiven Begleittherapie bei Down-Syndrom der Häufigkeit der Trisomie 21 in keiner Weise gerecht wird", so Stierkorbs Fazit. Sie empfiehlt, bei Nahrungsergänzungsstoffen, die Infekte verhindern sollen, zurückhaltend zu sein, bis die Ergebnisse der Studie aus England vorliegen. Auch eine medikamentöse Therapie zur Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit könne derzeit noch nicht empfohlen werden.

Weitere Infos im Web: www.stiftung-behindertes-kind.de

Quercetin: Zwiebel, Tee, Äpfel und Rotwein können Risiko einer Herzerkrankung vermindern
Eine Ernährung, die reich an Flavonoiden ist, kann bei ersten Anzeichen einer Herzerkrankung gegensteuern. Wissenschaftler des Institute of Food Research haben sich auf Quercetin konzentriert, das in Tee, Zwiebeln, Äpfeln und Rotwein enthalten ist. Die Studie zum Thema Atherosklerose untersuchte die Auswirkungen nachdem das Quercetin vom Körper abgebaut wurde. Es konnte ein positiver Einfluss auf chronische Entzündungen nachgewiesen werden, die zu einer Verdickung der Arterien führen können.
Frühere Studien haben gezeigt, dass Quercetin sehr rasch durch den Darm und die Leber abgebaut wird. Im Blut selbst ist es normalerweise nicht nachweisbar. Daher analysierten die Forscher die Bestandteile, die in die Blutbahn gelangen, nachdem das Quercetin aufgenommen und abgebaut wurde. Die Bestandteile wurden in Konzentrationen eingesetzt, die in etwa jenen entsprechen, die nach der Verdauung entstehen. Behandelt wurden Zellen, die von der Innenseite von Blutgefäßen stammten.
Der leitende Wissenschaftler Paul Kroon erklärte, dass jene Bestandteile überprüft worden seien, die im Blut nachgewiesen werden können. Genau diese Bestandteile seien es, die mit dem menschlichen Gewebe in Berührung kommen und daher eine Wirkung auf die Gesundheit der Arterien haben können. "Die Wirkung ist subtiler als bei Experimenten, die die Grundkomponente nutzen. Die Stoffwechselprodukte haben immer noch eine Wirkung auf die Blutgefäße."
Die Studie ergab, dass im Falle eines entzündlichen Vorganges eine niedrigere Dosis der Bestandteile, die in etwa 100 bis 200 Gramm Zwiebeln entspricht, eine größere Wirkung hat. Die Ernährungswissenschaftlerin Bridget Aisbitt von der British Nutrition Foundation betonte, dass Entzündungen eine wichtige Rolle bei der Verengung der Arterien spielen, die ihrerseits zu einem Herzanfall oder einem Schlaganfall führen können. "Diese Studie liefert eine Erklärung dafür, warum eine Ernährung, die reich an Früchten und Gemüse ist, das Risiko einer Erkrankung zu verringern scheint." Laut BBC werden in Großbritannien nur zwei Portionen Obst und Gemüse pro Tag gegessen. Daher sollte man laut Aisbitt darauf achten, fünf Mal am Tag Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. 14.11.2007 Infos für Ärzte
http://www.journalmed.de/newsview.php?id=19419