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Antioxidantiennews- Studien zu Vitaminen und Antioxidantien
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Antioxidative Vitamine in der Prävention Deutsches Ärzteblatt 93, Ausgabe 4 vom 26.01.96, Seite A-196
MEDIZIN: Diskussion
| Brokkoli-Sorte soll Krebs vorbeugen. Vitamin C und E-Mangel in der Bronchialflüssigkeit bei Asthmatikern Das Ginkolid EGB-761entfaltete im Tierversuch kardioprotektive Wirkungen nach Ischiämie. Radikale, oxidativer Streß, Antioxidantien und ihre Beziehung zu Herzinfarkt, Schlaganfall und Alterungsprozeß und neurodegenerativen Erkrankungen, wie Parkinson und Alzheimer! Die Rolle der freien Radikale, des oxidativen Stresses und der Antioxidantien in der Arteriosklerose! Studienübersicht-Teilnehmer Zeitraum Vit.mg/d Schützt Wein vor Herzinfarkt? Phytopathologie und Arteriosklerose--Wenn die Gefäße zu eng werden! Obst und Gemüse halten jung! Früchte und Gemüse führt zu Schutzeffekten Katarakt und Vitamine Roter Traubensaft Äpfel gegen Krebs |
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Vitamin C und E-Mangel in der Bronchialflüssigkeit bei Asthmatikern Das Ginkolid EGB-761, ein natürlicher Radikalfänger, plus Tacrolimus entfaltete im Tierversuch kardioprotektive Wirkungen nach Ischiämie. Bei Ratten kam es seltener zu Reperfusionsarrythmien, und möglicherweise kann das Regime auch einer Entstehung einer Herzhypertrophie nach Infarkt vorbeugen. (J Cardiovasc Pharm 355(2000) 37-44 Katarakt und Vitamine Canberra 11-03-2000(Xinhua): Eine
australische Studie mit 3000 Teilnehmer zeigte, dass Vitamin B
Meldung vom 19.10.98 Obst
und Gemüse halten jung
Arterienverkalkung: Forscher der Universität Bonn haben nachgewiesen, dass Obst und Gemüse Arterienverkalkung (Arteriosklerose) verhindern kann. Bisher wurde angenommen, dass dies allein durch die Senkung des Cholesterinspiegels zu erreichen sei. (Berlin Online, 27.05.2000) Der Verzehr von Früchten und Gemüse insbesondere von Kreuzblüttler und grünblättrigem Gemüse sowie Zitrusfrüchten führt offenbar zu kardiovaskulären Schutzeffekten, die das ischiämische Schlaganfallrisiko günstig beeinflussen (n<100.000).Joshipura KJ et al.. JAMA 282 (1999) 1233-1239 |
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Radikale, oxidativer Streß, Antioxidantien und ihre Beziehung
zu Herzinfarkt, Schlaganfall und
Der Begriff „Radikal" kommt von radix - die Wurzel -und hat nichts mit
der radikalen Wirkung dieser Substanzen zu tun. "Freie Radikale" oder einfach "Radikale" sind Zwischenprodukte im Stoffwechsel
und per definitionem ein Atom, ein Molekül oder eine chemische Verbindung, die in der äußeren
Hülle ein unpaares Elektron tragen. Durch diesen chemisch sehr unruhigen Status sind Radikale extrem reaktiv, da sie sofort versuchen
wieder eine stabile Form anzunehmen, indem sie Substanzen in der unmittelbaren Umgebung angreifen. Dem Chemiker
sind Radikale schon lange bekannt, in biologischen Prozessen wurden sie aber, auch aufgrund ihrer extrem kurzen Halbwertszeit,
lange Zeit nicht beachtet. Die chemische Bezeichnung für das Radikal ist der angehobene Punkt
(o R), der das unpaare Elektron symbolisieren soll. Die erste erkannte Reaktion in biologischen Systemen war die homolytische
Dissoziation von Wasser durch ionisiernde Strahlen, wobei zwei äußerst reaktive Radikale entstehen. Man erkannte in der Folge auch, daß vor allem Sauerstoff-Radikale
im lebenden Organismus allgegenwärtig sind, und im Metabolismus eine entscheidende Rolle spielen. Zwei Prozent des Sauerstoffs,
den wir einatmen, wird in das Superoxid - Anionen-Radikal (O2o- ) umgewandelt, das durch Aufnahme eines Elektrons
gebildet wird. Prozesse dieser Art finden vor allem in den Mitochondrien, dem Endoplasmatischen Retikulum und
in den Phagocyten statt, wo Radikale benötigt werden, um Bakterien zu eliminieren. Radikale, im allgemeinen, entstehen entweder durch Homolyse von kovalenten
Bindungen oder durch Aufnahme oder Abgabe eines Elektrons. Die Bildung von Radikalen erfolgt kontrolliert
durch enzymatische Prozesse oder unkontrolliert durch xenobiotische Prozesse (Tabakrauch,Medikamente, Gifte, UV-Strahlung,
Röntgenstrahlung usw.). Die zellschädigende Wirkung dieser Radikale wird z.B. bei der Tumortherapie
mittels Strahlentherapie oder Chemotherapeutika genutzt.Die schädigende Wirkung, die Sauerstoffradikale hervorrufen,
hängt von der Art des Sauerstoff-Radikals ab. Das Hydroxyl-R (oOH) ist das reaktivste Radikal, das wirkennen. Durch
seine extrem kurze Halbwertszeit hat es nur eine lokale
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Die Rolle der freien Radikale, des oxidativen Stresses und der Antioxidantien
in der Arteriosklerose
Meinhard Haltmayer Institut für medizinsche und chemische Labordiagnostik
AÖ KH der Barmherzigen Brüder Linz 1999
Einleitung und Zusammenfassung
Erst in den beiden letzten Jahrzehnten beschäftigen sich Wissenschafter
intensiv mit der pathophysiologischen Wirkung der freien Radikale im menschlichen Organismus. Durch viele Publikationen wurde
bestätigt, daß ein eindeutiger Zusammenhang besteht zwischen der übermäßigen Produktion von freien Radikalen
in vivo und dem Alterungsprozeß bzw. dem Auftreten von degenerativen Erkrankungen. Vor allem die Mitochondrien und die Phagocyten sind potente
Quellen von Sauerstoffradikalen, die in weitere Folge DNA, Proteine, Kohlenhydrate und Lipide schädigen können,
wenn der Körper nicht über ein geeignetes Abwehrsystem verfügt. Ein Übermaß an Sauerstoffradikalen verbunden mit einem Mangel
an Antioxidantien nennt man oxidativen Streß. Dieser oxidative Streß spielt auch eine entscheidende Rolle in der Entstehung
der Atherosklerose. Die Bedeutung der diätetischen Antioxidantien, wie Vitamin C, Provitamin A und Vitamin E wird nachfolgenddiskutiert. Der Begriff "Radikal" lehnt sich an das lateinische Wort "radix", und
hat nichts mit der wohl auch radikalen Wirkung dieser Substanzen zu tun. Radikale sind Zwischenprodukte im Stoffwechsel und
per definitionem ein Atom, ein Molekül oder eine chemische Verbindung, die in der äußeren Hülle ein unpaares Elektron
tragen. Durch diesen chemisch extrem unruhigen Status sind sie sehr reaktiv,da sie versuchen sofort wieder eine stabile Verbindung einzugehen.
Die chemische Bezeichnung für das Radikal ist der angehobene Punkt,der das unpaare Elektron symbolisieren soll ( oOH
). Vor allem Sauerstoff-Radikale sind im lebenden Organismus allgegenwärtig und spielen in metabolischen Prozessen eine entscheidende
Rolle. Zwei Prozent des Sauerstoffs, den wir einatmen, wird in das Superoxid-Radikal umgewandelt. Prozesse dieser Art finden vor
allem in den Mitochondrien, dem endoplasmatischen Retikulum und in den Phagocyten statt, woRadikale benötigt werden, um Bakterien
zu schädigen.Die Bildung von Radikalen erfolgt kontrolliert durch enzymatische Prozesse oder unkontrolliert durch xenobiotische
Prozesse. Die zellschädigende Wirkung dieser Substanzen nutzt man z.B. in der Tumortherapie (Strahlentherapie, Chemotherapeutika).Die
schädigende Wirkung hängt von der Art des Sauerstoff-Radikals ab. Das Hydroxyl-Radikal (oOH) ist das reaktivste
Radikal, das wir kennen. Durch seine extrem kurze Halbwertszeit hat es allerdings nur eine lokale Wirkung und hat je
nach Substrat, das zur Verfügung steht, keinen biologischen Effekt oder es richtet großen Schaden an (DNA-Schädigung bis zur
Zellzerstörung). Die Bildung von Hydroxyl-Radikalen wird von den Metallionen Fe3+ und Cu2+ katalysiert, so daß diese freien Metalle
fallweise auch als Radikale bezeichnet werden. Der Prozeß, den Radikale an Lipiden initiieren, wird Lipidperoxidation
genannt. Die Lipidperoxidation läuft in mehreren Stufen ab. Sie wird durch das Hydroxyl-R oder das Superoxid-R in Gegenwart von
Metallionen ausgelöst, besonders im Bereich des subendothelialen Raumes, wenn entsprechende Antioxidantien (AO) fehlen.
Auch die Perpetuierung wird durch Metallionen unterhalten und führt schließlich zur sogenannten Autooxidation, wobei
Alkoxyl- (ROo) und Peroxyl-(ROOo) Radikale entstehen. Die "Ziele" von Sauerstoffradikalen sind vorzugsweise DNA (falsche
Sequenzablesung), Proteine (Inaktivierung von Enzymen), Kohlenhydrate (Depolymerisierung) und Lipide (Peroxidation). Überschießende
Oxidationsprozesse (oxidativer Streß) sind dadurch Ursache für viele pathophysiologische Prozesse- wie Atherosklerose,
Alterungsprozeß- und Erkrankungen (z.B. Karzinom), neurodegenerative Erkrankungen und chronische Entzündungen.Der
Körper verfügt nun, um dem oxidativen Streß zu entgehen,
über komplexe Schutzsysteme, die Antioxidantien. Dabei handelt es sich um
Substanzen, die Oxidationsprozesse verhindern bzw. neutralisieren können. Dazu zählen vor allem Enzyme, metallbindende
Proteine, einige Vitamine und Spurenelemente, die Kofaktoren der enzymatischen Antioxidantien sind.Die SOD wandelt das Superoxid-Anion
sehr schnell in H2O2 um. Aus Wasserstoffperoxid würde in Gegenwart von Metallionen sehrschnell das potente Hydroxyl-Radikal
entstehen. Die Catalase (CAT) und die Glutathion- Peroxidase (GPx) können aber Wasserstoffperoxid sehr schnell neutralisieren.
Ein weiterer Schutzmechanismus sind die metallbindenden Proteine, die verhindern, daß die Metalle in
freier ionisierter Form vorliegen. Sie halten die Balance zwischen Oxidation und Antioxidation aufrecht, da einige Metalle auch als Kofaktoren der
enzymatischen Antioxidantien nötig sind. Der dritte Schutzmechanismus sind die nutritiven Substanzen, die Vitamine A, C
und E, die Carotinoide und die Flavonoide. Diese Substanzen verhindern vor allem die Lipidperoxidation, indem sie Peroxyl-Radikale
inaktivieren. Der am besten untersuchte biologische Oxidationsprozeß ist die
Lipidperoxidation. Die Oxidation der LDL- Partikel ist abhängig von der Konzentration von vorhandenen Fe3+ bzw. Cu2+ -Ionen. Ziel der Oxidantien
sind vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit mehreren Doppelbindungen. Durch Oxidation entsteht ein „neues"
LDL- Partikel, das sich in Struktur und Zusammensetzung von den nativen LDL unterscheidet und dadurch auch unterschiedliche chemische
Eigenschaften aufweist. Die ox-LDL werden daher vom LDL-Rezeptor nicht mehr erkannt, dafür aber vom sogenannten Scavenger-
Rezeptor, auf Monocyten-Makrophagen- und Endothelzellen, sehr schnell aus der Zirkulation entfernt. Der atherogene
Kreislauf wird auch dadurch unterhalten, daß ox-LDL das Endothel passiert, im subendothelialen Raum chemotaktisch auf zirkulierende
Monocyten wirkt, die Umwandlung in Makrophagen stimuliert und gleichzeitig die Rückkehr in die Zirkulation verhindert.
Die Makrophagen werden in der Folge zu Schaumzellen, indem sie sich mit Cholesterin beladen. Gleichzeitig ist ox-LDL als Radikal
auch in der Lage Zellschäden zu setzen, die zur Instabilität
des atherosklerotischen Plaques führen können. Der Nachweis der
Lipidperoxidation im Laboratorium ist zwar prinzipell möglich, derzeit aber noch schwierig, aufwendig, langwierig und störanfällig,
und natürlich auch nicht standardisiert. Die häufigst benutzte
Methode ist der Nachweis von Lipidperioxidations-endprodukten. Der TBA (oder TBARS)
-Test, der Malondialdehyde (MDA) nachweist. Die großen epidemiologischen Studien zeigen, daß eine Vitamin
E -Supplementation auf höherem Niveau (> 200 IU/d) über längere Zeit eingenommen (mindestens 2-3 Jahre) mit einer deutlichen Reduktion
des koronaren Risikos korreliert. Zufuhr von Vitamin E in Multivitamindosen ( bis 50 IU/d) zeigt diesen Effekt nicht. Die großen randomisierten Studien waren auf den Endpunkt Karzinom
und nicht auf einen atherosklerotisch bedingten Endpunkt zugeschnitten. Kardiovaskuläre Ereignisse wurden allerdings sehr
wohl dokumentiert. Es zeigte sich aber im wesentlichen kein Nutzen für den kardiovaskulären Endpunkt.Der Beobachtungszeitraum
war allerdings kürzer und die Vitamin E- Dosen waren bei den großen Interventionsstudien im Multivitaminbereich.Für die Supplementation
von Betacarotenen und Vitamin C waren schon die Ergebnisse der epidemiologischen Studien uneinheitlich und in den randomisierten
Trials zeigte sich sogar fallweise ein Anstiegen der Mortalität in Verbindung mit der Vitaminsupplementation.Die randomisierten Interventionsstudien
bis dato, die allerdings nicht die cardiovaskuläre Erkrankung oder Mortalität als Endpunkt hatten, konnten den Nachweis
nicht erbringen, daß zusätzliche Vitamineinnahmen eine Reduktion des relativen Risikos bringen.Derzeit laufen daher Studien,
die den cardiovaskulären Endpunkt berücksichtigen, wobei ca. 40.000 Patienten in der Sekundärprävention und 86.000 Teilnehmer
in der Primärprävention involviert sind. Dabei sind in absehbarer Zeit Resultate zu erwarten.In den epidemiologischen Studien allerdings
konnte eine Reduktion des relativen Risikos um ca. 30% für den cardiovaskulären Endpunkt gezeigt werden (fatal und nichtfatal).Zur
Zeit bleiben also noch viele Fragen offen, was die Wirkung der nutritiven Antioxidantien betrifft.Was man aber sagen kann, ist,
daß die Sicherheit der Vitaminsupplementation gegeben ist, da auch bei höheren Dosen keine wesentlichen Nebenwirkungen zu erwarten
sind. Bestimmte Populationen sollten aber eher bestimmten Vitamine nicht
zu sich nehmen. In der Alpha-Tocopherol Beta-Caroten Studie (ATBC) und auch in der CARET- Studie wurden in der Beta- Carotengruppeüberdurchschnittlich mehr Lungenkarzinome beobachtet, sodaß die CARET- Studie sogar 21 Monate vor dem geplanten Ende
abgebrochen wurde. Man kann als einem Raucher die zusätzlich Zufuhr von Beta- Caroten bzw. Vitamin A nicht empfehlen.Zusammenfassend
ist zu sagen, daß möglicherweise Vitamin E in höheren Dosen (>200 IU/d) und über längere Zeit genommen das Risiko
einer cardiovaskulären Erkrankung reduziert. Vitamin C und Beta- Caroten haben diesen positiven Einfluß wahrscheinlich nicht.Derzeit
kann allerdings die Routine- Einnahme von nutritiven Antioxidantien als Primär - oder Sekundärprophylaxe der Allgemeinheit
noch nicht empfohlen werden.
Studie Studien-Teilnehmer
Zeitraum Vit.mg/d
Endpunkt Ereignisse
RRR%
Serum-Diff.
Therapie Kontrolle% %
ATBC
29 133
6.1 Jahre 50 VitE
Gesamt-M. 12,4
12.1
-2
1994
männl.Raucher
1,4 fach
KHK-M.
5,9 6.0
2
Finnland
Karzinom-M 4,0
3.7
-8
CHAOS 2002
510 Tage Vit.E
Gesamt-M. 36/103527/1035 27/967
KHK-Patienten
400/800 I.E KHK-M.
23/967 47
2.0 fach
nonfatal MI 14/1035
41/967
De Maio 100 Patienten mit
4 Monate Vit.E
Restenosis
18/52
46
1992
Angioplastie
1200 I.E.
24/48
2,0 Fach
Chinese study 29 584
5,25 Jahre 15mg
Gesamt-M. 6.9
7.5
9
1993
Erwachsene
Beta-Carotin KHK-M.
1.7 1.9
9
in Provinz
30mg Vit.E Karzinom-M.
2.5 2.9
13
Linxian
50mikrogr.Selen
Phytopathologie und Arteriosklerose--Wenn die Gefäße
zu eng werden
Sauerstoff, vor allem die aktivierten Spezies dieses Elements, sind
seit langem Forschungsgegenstand von Prof. Erich Elstner, vormals Extraordinarius für Botanik an der TU München und seit 1993
Ordinarius für Phytopathologie der TU München in Freising- Weihenstephan.In der Medizin werden angeregte Sauerstoffmoleküle
für eine Reihe negativer Erscheinungen auf zellulärer Ebene verantwortlich gemacht. Allerdings richten sie nur dann Schaden an,
wenn sie überhand nehmen. Solange die körpereigenen Schutzsysteme intakt sind und die im normalen Zellstoffwechsel anfallenden
Sauerstoffradikale abfangen, passiert nichts. Gerät dieses
Verhältnis jedoch aus der Balance, sind zum Teil schwerwiegende
Erkrankungen die Folge, wie Entzündungen, Ödeme, Geschwüre und Krebsgeschwülste. Auch an arteriosklerotischen Veränderungen
sind Sauerstoffradikale beteiligt, und dies ist eines der Forschungsgebiete der Arbeitsgruppe Elstner. Arteriosklerose ist eine
Erkrankung der inneren Schicht der Arterienwand, der Intima. Zwischen deren Zellen lagern sich überschüssiges Fett und
Cholesterin ab, unter anderem auch die Transportform des Cholesterins, das low density lipoprotein (LDL). LDL ist die »böse«
Form des Cholesterins, im Gegensatz zum »guten« high density
lipoprotein (HDL), das keine Gefäßprobleme verursacht.Kommt es zu Verletzungen
der Arterieninnenwände, weil sie mechanisch stark belastet (Bluthochdruck!) oder durch toxische Substanzen angegriffen sind, werden
Freßzellen angelockt, die Makrophagen. Sie lassen sich zwischen den Zellen der Intima nieder und beginnen, sich das Cholesterin
einzuverleiben. In einem ersten Schritt bindet das LDL an spezifischen Rezeptoren auf der Makrophagenoberfläche und wird
dann ins Innere der Freßzelle eingeschleust, die soviel LDL aufnimmt,wie es ihre »Kapazität« erlaubt oder sie
für ihren Stoffwechsel benötigt. So ist es im Normalfall. Wenn
das Cholesterin jedoch durch eine Oxidation chemisch verändert ist, paßt
es nicht mehr an den LDL-Rezeptor, sondern koppelt an einem zweiten Rezeptortyp auf der Makrophagenoberfläche an, dem sogenannten
Scavenger-Rezeptor. Diesem fehlt fatalerweise der Mechanismus der negativen Rückkopplung, welcher beim LDL-Rezeptor dafür
sorgt, daß die Aufnahme von Cholesterin stoppt, sobald der Makrophage »satt« ist. »Dann geschieht das gleiche
wie bei einem Menschen, der zuviel gegessen hat«, erklärt Elstner.
»Die Makrophagen werden träge und faul. Sie setzen sich in der Intima
fest und schicken Botenstoffe aus, die weitere Freßzellen herbeirufen. So entstehen mit der Zeit Entzündungsherde. Die Auskleidung der
Gefäßwand wölbt sich auf, zusätzlich lagern sich in
den Plaques auch andere Leukozyten und Zelltrümmer ab, und zudem strömt in
diese Stellen noch vermehrt Kalzium ein. Darum spricht man bei Arteriosklerose ja auch von Verkalkung. Allmählich entsteht so
eine Wucherung in der Gefäßwand, das Lumen der Arterie wird verengt, was den Blutfluß behindert.
Dies verursacht in den Herzkranzgefäßen
die Angina-pectoris-Schmerzen.«
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Die Oxidation ist schuld
Ein Schlüsselproblem bei der Entstehung der Arteriosklerose ist
offenbar die Oxidation des LDL, durch die es so verändert wird, daß die LDL-Rezeptoren der Makrophagen es nicht mehr erkennen. Vor allem
reaktiver Sauerstoff wird für die Oxidation verantwortlich gemacht. Aber auch generell redoxaktive Übergangsmetalle im Blut
könnten beteiligt sein, zum Beispiel aus zerstörten Erythrozyten stammendes Eisen oder durch Veränderungen an dem kupfertransportierenden
Plasmaprotein Coeruloplasmin freigesetztes Kupfer. Vielleicht mangelt es auch an Antioxidantien, welche die Aufgabe haben,
oxidierende Substanzen abzufangen. Man weiß, daß die Oxidierbarkeit des LDL stark vermindert ist, wenn viele solcher Antioxidantien
- die Vitamine A und E sowie das Coenzym Q zählen dazu - an ihm gebunden sind. Indem sie das LDL vor der Oxidation bewahren,
verhindern sie dessen Bindung an die Scavenger- Rezeptoren der Makrophagen.An diesen Prozessen setzen die Studien der
Arbeitsgruppe ein. Wie schnell ist LDL oxidierbar? Nach welchem genauen Mechanismus verläuft die Oxidation und wo genau
beginnt sie? Wie läßt sie sich verhindern? Solche Fragen sollen beantwortet werden. Interesse findet vor allem das Apo-Lipoprotein,
der Eiweißbestandteil des LDL. Denn an dieser Stelle ist das LDL-Molekül empfindlich gegen Oxidantien, und eine dort ablaufende
Oxidation läßt sich experimentell verfolgen. »Wir sind
hier in Weihenstephan für solche Untersuchungen bestens ausgerüstet«,
betont Elstner. »Einige spezielle Untersuchungen auf der molekularen Ebene der Reaktion zwischen Antioxidans und Oxidans führen wir
im Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF) in Neuherberg durch, mit dessen Institut für Strahlenbiologie wir
eng zusammenarbeiten. Doch sämtliche analytischen Verfahren zur Messung von LDL in Blutproben haben wir am Lehrstuhl. Innerhalb einer
halben Stunde können wir Oxidationsvorgänge im Blut feststellen, die auf Entzündungen hinweisen. Proben bekommen wir
von ganz verschiedenen Patienten, und als Standard benutzen wir Blut von zwei unterschiedlichen Spendertypen: Einmal definiert
als ›mittelalt, etwas übergewichtig‹ - das bin ich, und einmal ›jung und sportlich‹, das ist mein sehr sportlicher Mitarbeiter Dr.
Harald Schempp.«Drei Parameter werden an dem aus dem Blut extrahierten und oxidierten LDL gemessen: Das Verhalten der Proteine
bei der Elektrophorese, die Veränderung der Fettbestandteil und die Veränderung der Tryptophan-Fluoreszenz (die Aminsosäure
Tryptophan ist ein Schlüsselmolekül im Cholesterin). Fügt
man dem LDL nun Substanzen wie Vitamin E hinzu, deren antioxidativer Effekt
belegt ist, wird an der Reaktion dieser Parameter das potentielle Arterioskleroserisiko des Patienten erkennbar. Neben isoliertem
LDL dienen bestimmte weiße Blutzellen, Neutrophile, aus Schweineblut als Testobjekte.
Rotwein im Screeningtest
Diese Meßanordnung eignet sich auch zur Prüfung von Substanzen,
die vermutlich antioxidativ wirken, ob Pflanzenextrakte oder Pharmaka. »Sehr gut ist unser Screening auf Antioxidantien ausgebaut«,
so Elstner. »Damit testen wir interessante synthetische Verbindungen, aber sehr häufig auch Substanzen, die in Gemüse
und Früchten enthalten sind, wie Flavonoide, Cumarine und Salicylate. Zum Beispiel haben wir die antioxidative und damit gegen
Entzündungen gerichtete Wirkung eines in der Naturheilkunde seit langem angewendeten Extraktes aus Esche und Pappel nachgewiesen.
Momentan untersuchen wir auch die Farbstoffe in Heidelbeeren,
Holunder und Rotwein, weil es Hinweise gibt, daß diese antioxidativ
wirken. Unser Ziel dabei ist herauszufinden, auf welche Weise solche Verbindungen das LDL vor Oxidation schützen und aktivierte Leukozyten
›beruhigen‹. Natürlich wollen wir auch neue Substanzen entdecken, die gegen Arteriosklerose wirken. Zwar stellen unsere Untersuchungen
ein sehr präklinisches Stadium dar, aber nur, wo sich in derartigen In-vitro-Tests antioxidative Eigenschaften zeigen,
lohnt es sich, eine Verbindung weiteren aufwendigen Tierversuchen und klinischen Tests zu unterziehen.« Folgende Gesichtspunkte
stehen bei den Tests im Vordergrund: 1. Sind die Substanzen direkte Antioxidantien, die mit Superoxid, Hypochlorit, Peroxiden oder Hydroxylradikalen
reagieren? 2. Binden sie als Chelatoren redox- katalysierende Übergangsmetalle wie Eisen und Kupfer? 3. Inaktivieren
sie pro-oxidative Enzyme wie beispielsweise Myeloperoxidase oder Xanthinoxidase? 4. Greifen sie an Partikeln wie LDL oder Neutrophilen
schützend ein? Was immer auch die Untersuchungen der Weihenstephaner Phytopathologen ergeben werden - schon heute kann jeder
etwas dafür tun, einer Arteriosklerose vorzubeugen. Erich Elstner umreißt kurz, was dazu notwendig ist: »Durch
gesunde Ernährung und Sport dafür sorgen, daß man ausreichend Antioxidantien und viel HDL-Cholesterin im Blut hat.« Sibylle Kettembeil
Schwerpunktthema: Antioxidantien in Lebensmittelen als Konservierungsstoffe
Wir erläutern kurz folgende Antioxidantien: Gallate, BHT, BHA,Glucose-Oxidase
(E 1102), Sulfite (E 220 - 228), Erbsenfasern, Ethoxyquin (E 324), Iso-Ascorbinsäure, L-Ascorbinsäure (E
300 - 304), ß-Carotin (E 160),Coenzym Q, EDTA (E 385, Ethylendiamintetraessigsäure), Harnsäure, Verzinnte Dosen,
Vanillin, Avenasterin, Hexylresorcinol, Aminosäuren, Lecithin (E 322),
Tocopherole (E 306-309)
Vitalstoffe als Schutz vor freien Radikalen
Die Frage, warum wir einen erhöhten Vitalstoffbedarf haben, wird
nachfolgend beantwortet.Ständig werden wir von hochaggressiven instabilen Sauerstoffmolekülen, sog. freien Radikalen,bedroht,
die unsere Zellen zerstören und dadurch unseren Alterungsprozeß beschleunigen (sog.oxidativer Streß). Außerdem können
diese freien Radikale unsere Zellen zu Krebszellen verändern,wodurch
sich unsere Erkrankungsgefahr stark erhöht.Besonders stark ausgesetzt
ist man den freien Radikalen z.B. durch übermäßigen Streß, intensive Sonneneinstrahlung, starke körperliche Belastung, Zigarettenkonsum
und Umweltverschmutzung.Diesen Angriff der freien Radikale auf unsere Zellen kann man mit Antioxidantien, auch Radikalfänger
genannt, abwehren: dies sind die Vitamine C und E, b-Carotin, Coenzym Q10 sowie Kupfer, Mangan, Zink und Selen als Enzymbestandteile.
Sie entschärfen die freien Radikale, indem sie diese abfangen, zu ungefährlichen Molekülen umwandeln
und dadurch Schäden an unserem Erbgut (DNA) vermindern. Antioxidantien erhöhen die Funktionsfähigkeit und Abwehrbereitschaft
des Immunsystems gegenüber dem oxidativen Streß beugen dadurch Arteriosklerose vor (Arterienerkrankung bzw. -einengung durch
Fettablagerungenund Verkalkung) und stärken unsere Gesundheit verzögern das Altern unserer Mitochondrien (Kraftwerke
der Zelle). Bei der Bekämpfung freier Radikale werden die Antioxidantien im Körper aufgebraucht. Lange bevor körperliche
Schäden festgestellt werden, treten die ersten psychischen Beschwerden auf. Die Leistungsfähigkeit sinkt, Merk- und Denkfähigkeit
lassen nach, Müdigkeit und Appetitlosigkeit greifen um sich - und alles, weil Vitamine fehlen. Zur Erhaltung der Gesundheit und zum Schutz vor Krankheiten ist daher
die regelmäßige Zufuhr hochdosierter zellschützender
Antioxidantien von außen dringend notwendig. Um so mehr, da es
inzwischen als gesichert gilt, daß freie Radikale bei Krebs, Herz- und Gefäßerkrankungen als Mitverursacher eine Rolle
spielen. Sinnvoll ist die Kombination der Antioxidantien, da sie sich bei ihrer antioxidativen Arbeit hervorragend ergänzen. Während
Vitamin C vor allem im Zellinnern "arbeitet", fangen Vitamin E und b-Carotin die freien Radikale im Bereich der Zellmembran ab und
vernichten sie. Zusammen mit dem immunstabilisierenden
Selen bilden sie ein wirklich starkes Team.
Schützt Wein vor Herzinfarkt?
Seit den Anfängen der Medizin streiten sich die Gelehrten über
die gesundheitliche Wirkung des Weins: Asklepiades, ein berühmter griechischer Arzt, der im ersten Jahrhundert v.u.Z. lebte, verordnete
so viel Wein, daß er unter dem Beinamen "Der Weingeber" bekannt wurde. Viele arabische Gelehrte des Mittelalters glaubten, daß
es gesundheitsfördernd sei, sich einmal im Monat zu betrinken, da der folgende Schweißausbruch den Körper reinige und der
Tiefschlaf die Lebensgeister erfrische. Ganz anderer Auffassung war Christoph Wilhelm Hufeland (1762 - 1836),
Leibarzt von Goethe und Schiller. Er schrieb, daß "spirituöse Getränke die Lebensconsumtion auf eine fürchterliche
Art" beschleunigen, vielerlei Krankheiten und "eine schreckliche Abstumpfung des Gefühls im Physischen und Moralischen" erzeugen.
Wein sei "keineswegs eine Nothwendigkeit zum langen Leben". Einige Studien aus den letzten Jahren scheinen jedoch eine positive
Wirkung von Wein auf Herz und Kreislauf zu belegen.
Die Rotwein-Hypothese
So waren die Forscher überrascht, daß in einigen Gegenden
Frankreichs zwar sehr fett gegessen wird, die Herzinfarktrate aber trotzdem auffallend niedrig ist (das "französische Paradoxon").
Da in Frankreich sehr viel Wein getrunken wird, lag ein Zusammenhang nahe. Auch in anderen Ländern zeigte sich, daß Herzinfarkte
um so seltener sind, je mehr Wein getrunken wird. Vor allem der Rotwein
soll vor Herzinfarkt schützen. Denn bei der Rotweinherstellung
bleiben die Schalen und Stengel anfangs mit im Gärbottich. Sie geben dabei sogenannte phenolische Inhaltsstoffe ab. Das sind zum Beispiel
die Farbstoffe, die dem Rotwein die Farbe geben oder die Gerbstoffe, die für seinen herben Geschmack verantwortlich sind.
Und genau diese Inhaltsstoffe sollen das Herz auf vielfältige Art
schützen:
Sie sind sehr starke Antioxidantien und sollen noch besser als Vitamin
E oder C die Adern vor Arteriosklerose schützen. Die speziellen Inhaltsstoffe des Rotweins und der Alkohol scheinen
den Blutspiegel von "bösem" LDL- Cholesterin zu senken und den von "gutem" HDL-Cholesterin zu erhöhen.Außerdem soll
Rotwein die spontane Bildung gefährlicher Blutgerinnsel vermindern,
die den Herzinfarkt auslösen. Wenn die Arterien, die das Herz versorgen,durch
Arteriosklerose verengt und nicht mehr elastisch sind, kann in ihnen ein solches Blutklümpchen steckenbleiben. Der Blutstrom,
der das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, wird dadurch
unterbrochen, und der Herzmuskel stirbt ab.Mittlerweile wurden auch
im Weißwein ähnliche Inhaltsstoffe wie im Rotwein gefunden,
zwar in geringerer Konzentration, aber teilweise wesentlich wirksamer -
zumindest im Reagenzglasversuch.
Was spricht gegen die Rotwein-Hypothese?
Der Zusammenhang von Weinverbrauch und Herzinfarktrate kann rein zufällig
sein. Ein absurdes Beispiel: Die Franzosen bevorzugen die Automarken Renault, Citroen und Peugeot. Es würde aber niemand
auf die Idee kommen, eine Verbindung zwischen Automarke und Anfälligkeit für Herzinfarkt zu ziehen. Viel entscheidender
könnte der Lebensstil sein. So haben zwar die Franzosen, Spanier,
Italiener und Griechen den höchsten Weinverbrauch, leben aber gleichzeitig lockerer
und entspannter als die Nordländer. Auch das Datenmaterial, auf das sich die Rotweinhypothese stützt,
ist alles andere als sicher. So bereitet es große Schwierigkeiten,
genaue und vergleichbare Angaben zu dem Verbrauch einzelner Lebensmittel zu
finden. Außerdem sterben laut Weltgesundheitsorganisation WHO in Frankreich wesentlich mehr Menschen an Herzkrankheiten als in den
offiziellen Statistiken angegeben. Die Erkenntnisse über die Wirkungsweise der Inhaltsstoffe des
Rotweins wurden im Reagenzglas gewonnen. Sie können daher nicht ohne weiteres auf den menschlichen Organismus übertragen werden.Wein
kann also nicht anstelle von Medikamenten als Vorbeugung gegen Herzinfarkt empfohlen werden. Aber das Naturprodukt Wein ist,
in Maßen genossen, für den gesunden Organismus sicherlich nicht schädlich.
Wieviel Wein darf's sein?
Wieviel jeder Einzelne verträgt, ist individuell ganz unterschiedlich.
Erstaunlicherweise haben viele Studien gezeigt, daß mäßiger Alkoholkonsum die Lebenserwartung erhöht. Was aber ist "mäßig"? Die Antworten gehen je nach Studie
weit auseinander: Von einem Glas Wein pro Woche bis zu einer ganzen Flasche am Tag. Der Zusammenhang von "mäßigem" Alkoholkonsum
und geringerer Sterblichkeit ist zwar unter Fachleuten weitgehend
anerkannt, aber dennoch gelten hier ähnliche Kritikpunkte wie
bei der Rotwein-Hypothese: Viele Abstinenzler könnten aus gesundheitlichen Gründen dem
Alkohol entsagen. Daraus würde sich ihre höhere Sterblichkeit
erklären. Wer nur ab und zu ein Gläschen trinkt, lebt vielleicht auch sonst
gesünder.
Tyrosin- und/oder tryptophanhaltige Peptide sind äußerst wirksame
Antioxidantien. Sie können zur Therapie oder Prophylaxe von Erkrankungen
dienen, die mit unerwünschten oxidativen Prozessen im Extrazellulärraum
einhergehen. Solche Erkrankungen sind beispielsweise Artheriosklerose, Katarakte,
Diabetes, Arthritis sowie das Altern von Haut und Gelenken.
Die antioxidativ wirksamen Peptide enthalten aromatische Ringsysteme
mit der Fähigkeit, stabile Radikale zu bilden, insbesondere Tyrosin-
oder Tryptophanreste. Die Peptide verhindern die Oxidation von gelösten
oder fibrillären Proteinen, Lipoproteinpartikeln und Membranlipiden.
Die Verbindungen penetrieren intakte Zellen nicht und lassen sich daher
bereits in geringen Dosierungen im Extrazellulärraum anreichern.
Die bisher bekannten extrazellulär wirksamen Antioxidantien sind
entweder erheblich teurer (Tocopherol, Ubichinol) oder weniger wirksam (Ascorbat).
Die Peptide sind darüberhinaus wesentlich beständiger als die
bekannten Antioxidantien, da sie gegen Luftsauerstoff stabil sind, aber
gegenüber gewebeschädigenden, auf Sauerstoff basierenden Radikalen
eine hohe Reaktivität zeigen.
Die antioxidativ wirksamen Peptide könnten beispielsweise Sonnencreme-Formulierungen
zugesetzt werden, um Schädigungen der Haut durch UV-Exposition zu vermeiden.
Welchen Effekt haben wieviel Antioxidantien ?
Ärzte Zeitung, 22.08.2000
Wie eine Art Polizei halten Antioxi-dantien die bei mehreren Stoffwechselschritten freiwerdenden Sauerstoffradikale in Schach und schützen damit Zellmembranen, Nukleinsäuren und Proteine vor oxidativem Stress und sollen damit langfristig vor Krebs, Herzinfarkt und anderen degenerativen Erkrankungen schützen. Und so wirken die wichtigsten Antioxidanzien im einzelnen:
Vitamin C
Das wasserlösliche Vitamin fängt reaktive Sauerstoffmetabolite in Magen und Duodenum und verhindert so die Bildung von mutagenen Nitroso-Verbindungen. Außerdem schützt es als sehr starkes Reduktionsmittel das LDL-Cholesterin vor Oxidation und regeneriert oxidiertes Vitamin E. Eine hohe Vitamin-C-Aufnahme mit der Nahrung korreliert mit einem reduzierten Risiko für Magen-, Speiseröhren-, Dickdarm- und Lungenkrebs. Die Einnahme von Vitamin C-Präparaten senkt die Inzidenz von kolorektalen Karzinomen und Magenkrebs allerdings nicht. Vitamin C unterstützt außerdem die Infektabwehr insbesondere bei Vitamin-C- Mangel. Einen erhöhten Vitamin-C- Bedarf haben Raucher, Diabetiker und chronisch Kranke. Die empfohlene Vitamin C Zufuhr pro Tag beträgt für Erwachsene: 100 Millgramm, für Raucher 150 Milligramm.
Vitamin E
Vitamin E ist fettlöslich und wirkt antioxidativ, antiproliferativ und antiinflammatorisch. Als wichtigstes Antioxidanz schützt es vor allem die mehrfach ungesättigten Fettsäuren in den Phospholipiden der Zellmembranen vor Oxidation durch freie Sauerstoffradikale. Es hemmt die Entstehung von oxidiertem LDL im Plasma, das als wichtiger Risikofaktor für die Atherosklerose gilt. Außerdem beeinflußt Vitamin E die Eicosanoidsynthese, das Immunsystem und die
Thrombozytenaggregation. Vitamin E wirkt offenbar am besten im Verbund mit anderen Antioxidantien. In einer prospektiven Beobachtungsuntersuchung mit insgesamt 34 000 Frauen in der Postmenopause war die Häufigkeit von Koronartodesfällen bei den Frauen, die sieben Jahre lang täglich bis zu 250 IE Vitamin E eingenommen hatten, nicht zurückgegangen, während dies bei den Frauen, die Vitamin E mit der Nahrung zu sich genommen hatten, bei genügenden Dosen der Fall war (NEJM 334, 1996, 1156). Wer täglich mindestens 40 IE Vitamin E zu sich nimmt, kann damit außerdem sein Schlaganfallrisiko halbieren, so ein Ergebnis der Northern Manhattan Stroke Study. In der Sekundärprävention der KHK senkt die Einnahme von täglich 400 und 800 IE Vitamin E die Zahl nichttödlicher Herzinfarkte signifikant. Allerdings bleiben die Zahl der tödlichen Infarkte und die kardiovaskuläre Gesamtmortalität dadurch unbeeinflußt, so die Ergebnisse der CHAOS-Studie (Lancet 347, 1996, 781). Als Schätzwert für die täglich angemessene Zufuhr gelten 15 Milligramm RRR a-Tocopherol-Äquivalent. 1 Milligramm RRR a-Tocopherol-Äquivalent entspricht 1,49 IE Vitamin E.
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Betacarotin
Die Vorläufersubstanz des Vitamin A kommt in nahezu allen pflanzlichen Lebensmitteln vor und baut Sauerstoffradikale ab. Dadurch vermindert das Vitamin das Risiko an Lungen-, Speiseröhren- und Magenkrebs zu erkranken. Allerdings scheint Betacarotin eher im Frühstadium der Krebsentwicklung nützlich zu sein. Bei der zusätzlichen Einnahme von Betacarotin ist zumindest bei Rauchern Vorsicht geboten, weil sie sich bei ihnen nachteilig auf die Lungenkrebsinzidenz und die Gesamtmortalität auswirken können. Der neue Referenzwert für die tägliche Betacarotin-Zufuhr beträgt zwei bis vier Milligramm.
Selen
Das Spurenelement wirkt als Bestandteil der Glutathionperoxidase ebenfalls antioxidativ. Außerdem ist es am Schilddrüsenhormonstoff-wechsel beteiligt und beeinflußt die Zellproliferation und -differenzierung. Epidemiologische Studien weisen auf eine direkte antikarzinogene Wirkung von Selen hin. In einer multizentrischen doppelblinden Interventionsstudie mit 1312 Probanden führte eine zusätzliche Einnahme mit 200 Mikrogamm Selen zu einer Verringerung der Krebsinzidenz um 39 Prozent und zu einer Senkung der Sterblichkeitsrate um 48 Prozent. Dabei handelte es sich in erster Linie um Lungen-, Prostata-, Kolon- und
Rektumkrebs. Auf den primären Studienendpunkt, die Häufigkeit des Hautkrebses, hatte die zusätzliche Seleneinnahme allerdings keinen Effekt (JAMA 276, 1996, 1957). Als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr des Spurenelementes gelten 30 bis 70 Mikrogramm pro Tag.
(SAW)
Grüner Tee - wirksamer als Vitamin C ? Starke
antioxidative Wirkung
Eine aktuelle Untersuchung aus den USA könnte
erklären, warum in Japan bestimmte Krebsarten sehr selten sind. In
Japan wird viel grüner Tee getrunken, der sogenanntes "Gallat"
enthält. Diese Substanz wirkt antioxidativ, d.h. sie neutralisiert
zellschädigende "freie Radikale". In
einem Standard - Test mit Bakterien verhinderte Gallat Zellschäden 100
mal wirkungsvoller als Vitamin C. Damit war es auch dreimal so
wirkungsvoll wie Resveratrol, eine im Rotwein vorkommende, ebenfalls
zellschützende Substanz. Einziger Wermutstropfen:
Während sie die Dosis von Vitamin C nahezu beliebig steigern können,
gilt dies nicht für grünen Tee. Die neuen Erkenntnisse gewannen Lester Mitchell und Mitarbeiter von der University of Kansas in Lawrence.
Quelle: Science now.
Bier gegen grauen Star und Arterienverkalkung
München (netdoktor.de) - Nicht nur Wein, sondern auch Bier enthält so genannte Antioxidantien und schützt auf diese Weise die Blutgefäße. Der Genuss eines alkoholischen Getränks pro Tag reduziert das Risiko für einen grauen Star und Arterienverkalkung um 50 Prozent. Das berichteten Wissenschaftler am Sonntag auf der Fünfjahrestagung der „American Chemical Society“ in Honolulu. Die Forscher aus Kanada und den USA fanden heraus, dass dunkle Biere besonders reich an Antioxidantien sind. John Trevithick und Maurice Hirst von der Universität Ontario untersuchten verschiedene alkoholische Getränke auf ihren Gehalt an antioxidativen Substanzen. Ergebnis: Dunkle Biere enthalten ähnlich viel davon wie Rot- und Weißwein. Auch Spirituosen, die in Holzfässern gelagert wurden, sind reich an den gesundheitsfördernden Antioxidantien. Alkoholische Getränke reduzieren das Risiko für Gefäßschäden aber nur, wenn man sie in Maßen konsumiert. „Wer zwei ‚Drinks’ am Tag zu sich nimmt, verringert das Risiko nur noch um zehn Prozent“, geben die Studienautoren zu bedenken. „Beim Genuss von drei oder vier alkoholischen Getränken täglich steigt das Risiko sogar wieder an.“(bg)
BSE-Creutzfeld-Jacob
Ärzte Zeitung, 09.01.2001 Enzephalopathien --- Prionen vereiteln den Abbau von oxidativem Streß
Montpellier (ple). Um Patienten mit übertragbaren spongiformen Enzephalopathien eines Tages behandeln zu
können, muß viel mehr als bisher über die Pathogenese der Prionenerkrankungen herausgefunden werden.
Eine wichtige Entdeckung in diesem Zusammenhang haben jetzt französische und japanische Forscher gemacht:
Offenbar können Zellen, die mit dem krankmachenden Prionmolekül infiziert sind, nicht mehr adäquat auf
oxidativen Streß reagieren. Es kommt zur Lipidoxidation. Schädliche freie Radikale können nicht mehr
ausreichend entsorgt werden, und in der Folge kommt es zur Apoptose, dem programmierten Zelltod.
Durch ihre Entdeckung haben die Forscher bestätigt, daß sehr reaktive Sauerstoff-Moleküle in der Pathogenese
der übertragbaren Enzephalopathien eine Schlüsselfunktion haben (PNAS 97/25, 2000, 13937): Ein
Therapieansatz könnte darin bestehen, die reaktiven Sauerstoff-Moleküle wegzufangen, etwa durch
Vitamin E oder entsprechende Enzyme.
Alte Apfelsorten besonders gesund
Jena (netdoktor.de) - Apfelsaft schmeckt nicht nur gut, sondern
fördert auch die Gesundheit. Gerade wenn der Saft aus alten
Apfelkultursorten wie Brettacher Sämling, Kaiser-Wilhelm-Apfel
oder Rheinischem Bohnapfel stammt, ist er besonders reich an
krankheitsvorbeugenden Wirkstoffen. Zu diesem Ergebnis kommt
eine Studie von Wissenschaftlern aus Jena und Geisenheim, die
im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft industrieller
Forschungsvereinigungen (AiF) in Köln durchgeführt wurde. Es
handelt sich dabei um Inhaltsstoffe, die das körpereigene
Schutzsystem bei der Regulierung der Sauerstoffversorgung in
den Zellen unterstützen. Der menschliche Organismus kann
diese so genannten Polyphenole aus Fruchtsäften sogar besser
aufnehmen als aus pflanzlichen Geweben. Damit die schützenden
Inhaltsstoffe weitgehend erhalten bleiben, empfehlen die Forscher
besonders schonende Verfahren zur Obstverarbeitung. Wer
regelmäßig Obst und Gemüse verzehrt, kann das Risiko von
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmten Krebsformen
deutlich verringern. Nach Schätzungen des Bundes-
ernährungsministeriums hat jeder Bundesbürger zwischen
März 1999 und Frühjahr 2000 fast hundert Kilogramm Obst
verzehrt. (ee)
20.02.2001 Obst und Gemüse mindern nicht das Risiko von Brustkrebs
Obst und Gemüse ist gesund, aber vor Brustkrebs schützt
es nicht. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Studie an über 350.000 Frauen, die im "Journal of the American
Medical Association" (Bd. 285, S. 769) erschienen ist. Obst und Gemüse mindert bei zahlreichen Krebsarten das
Erkrankungsrisiko, etwa bei Mund-, Darm- und Lungenkrebs. Viele Forscher glauben, dass die in Früchten und verschiedenen
Gemüsesorten enthaltenen Zellschutzstoffe der Entartung von Körpergewebe vorbeugt. Zu diesen Stoffen zählen etwa die
Vitamine A, C und E. Frühere Untersuchen legten einen schützende Wirkung von Obst und Gemüse auch bei Brustkrebs
nahe. Die Annahme scheint mit der neuen Studie jedoch widerlegt. Brustkrebs gehört zu den häufigsten Todesursachen unter
älteren Frauen. Eine sichere Vorbeugung gegen Brustkrebs gibt es indes nicht. Offenbar ist jedoch das Risiko von Brustkrebs bei
einem niedrigen Östrogenspiegel kleiner. Um die Menge an Östrogen im Blut zu senken ist Sport und eine schlanke Linie
hilfreich. Zu den Risikofaktoren für Brustkrebs zählt dagegen übermäßiger Alkoholgenuß. Andreas Wawrzinek
Klinische Studie belegt: Äpfel sind gesund fürs Herz
"Ein Apfel pro Tag hält den Arzt fern", sagt schon ein altes Sprichwort. Jetzt belegt auch eine klinische Studie erstmals die positive Wirkung von Äpfeln auf Risikofaktoren von Herzerkrankungen. Die Ergebnisse der Studie von der University of California wurden in der Winterausgabe des Journal of Medicinal Food veröffentlicht. Die Studie zeigt, das Äpfel ebenso wie Rotwein und Tee wirken: Als Antioxidantien verhindern sie den Abbau des schlechten Cholesterins (LDL), das zur Arterienverkalkung führt. An der Untersuchung nahmen 25 gesunde Männer und Frauen teil, die über sechs Wochen puren Apfelsaft (360 Milliliter) und über weitere sechs Wochen zwei Äpfel mit Schale pro Tag zu sich nahmen. Nach dieser Zeit maßen die Forscher, wie schnell das Cholesterin zerfällt, wenn es einer bestimmten Chemikalie ausgesetzt wird. Je länger es dauert, desto größer ist der Schutz vor einer Herzerkrankung.
Dabei wirkte Apfelsaft am besten: Die Reaktionszeit war um 20 Prozent verlängert.
Obwohl die Forscher um Diane Hyson die postiven Ergebnisse erwartet hatten, waren sie überrascht, dass diese Wirkung bereits nach sechs Wochen eintrat. "Diese kleine Ernährungsänderung könnte eine wichtige Rolle für eine gesunde Herzdiät spielen", glaubt Hyson.
Dr. Marianne Diehl 21.02.2001
Positive Wirkung von Antioxidantien (Vitaminen) auf Patienten
mit Pankreatitis ( Bauchspeicheldrüsenentzündung)
In einer offenen prospektiv deskriptiven Studie wurden Patienten mit
akuter und chronischer rezidivierender Pankreatitis (
Bauchspeicheldrüsenentzündung) , die im Jahr vor der Studie an Schmerzen
oder Entzündungsschüben litten mit Antioxidantien L-Methionin,
beta-Carotin, Vitamin C, Vitamin E und Selen behandelt.
Von Patienten mit chronischer Pankreatitis war die Schmerzintensität bei
neun Patienten deutlich reduziert, bei drei verschwanden die Beschwerden
vollständig.
12 Patienten zeigten weniger Schübe als im Jahr vor der Behandlung. Rev.
Esp. Enferm. Dig. 92: 381-385 ( 2000) Castano et al.
Obst senkt Diabetesrisiko (Zuckerkrankheit)
insbesondere bei Frauen. Im Rahmen einer Präventivmedizinischen
Studie aus den USA waren 9665 Teilnehmer 20 Jahre bobachtet worden. Bei
1018 hatte sich Diabetes entwickelt. Wer fünf oder mehrmals täglich Obst
oder Gemüse konsumierte hatte ein Diabetesrisiko von 0,73 ( Frauen 0,54;
Männer 1,09).
Westport 28.02.2001 (Reuters Health)
Forscher bestätigen: Roter Traubensaft schützt die Gesundheit
Washington, 11. Juni (AFP) - Roter Traubensaft ist gut für die Gesundheit.
Besonders wirksam schützt er gegen Herz- und Gefäßkrankheiten, wie am Montag
in der US-Zeitschrift "Circulation" veröffentlichte Ergebnisse von Forschern
in Washington bestätigen. Wie schon seit längerem bekannt ist, gehen die
positiven Effekte des roten Traubensafts auf die so genannten Flavonoide
zurück, die etwa in der Haut der Traube enthalten sind. Diese Stoffe wirken
unter anderem gegen das schädliche LDL-Cholesterin. Dieses ist besonders
gefährlich, wenn es oxidiert. Die Flavonoide wirken dem Prozess der Oxidation
entgegen. Mit diesen Forschungen wird auch bestätigt, dass Wein - in Maßen
genossen - sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann. Die US-Wissenschaftler hatten dem Bericht zufolge eine Gruppe von 20
Menschen, die täglich je zwei Gläser roten Traubensaft tranken, über einen
Zeitraum von zwei Wochen beobachtet. Dabei stellten sie fest, dass die
anti-oxidierende Wirkkraft des Blutplasmas um 50 Prozent stieg. Darüber hinaus
registrierten die Forscher weitere positive Wirkungen des Safts. So wurde die
Produktion von Nitritoxid im Körper um 70 Prozent gesteigert: Nitritoxid
verhindert die Bildung von Blutgerinnseln und damit die Arteriosklerose.
Zugleich wurde der Anteil des so genannten Superoxids deutlich verringert.
Superoxid gilt als ein besonders gefährlicher Giftstoff, der den Alterungsprozess beschleunigt.
Deutsches Medizin Forum
Schwarzer Tee ist gut fürs Herz---Schwarzer
Tee verbessert Gefäßendothel-Funktion--US-Studie mit 66 KHK-Patienten
Dallas – Schwarzer Tee schützt vor Herzkrankheiten. Laut einem Bericht
in der "Welt am Sonntag" sind bestimmte Pflanzenwirkstoffe (Flavoniode) in dem Getränk. Diese Flavonoide, stellten Wissenschaftler
der Boston University fest, verbessern die Funktion der Gefäßinnenwände erheblich. Eine gesunde Innenwand
(Endothelium) setzt in ausreichender Menge Substanzen frei, die unter anderem den
Durchmesser der Blutgefäße regulieren sowie Entzündungen und die Bildungen von Plaques verhindern.
(dbw) 15. Juli 2001
BOSTON (ikr). Flavonoide können die Gefäße offenbar nicht nur schützen,
indem sie die Oxidation von LDL verhindern. Solche Antioxidantien,
wie sie etwa in schwarzem Tee vorhanden sind, verbessern nach den Ergebnissen
einer Studie mit 66 KHK-Patienten anscheinend auch die Endothelfunktion. Gemacht
haben die Untersuchung Dr. Joseph A. Vita vom Boston University Medical Center
in Boston im US-Staat Massachusetts und seine Arbeitsgruppe (Circulation 104,
2001, 151). In der Studie wurde die durch den endothelabhängigen Blutfluß-vermittelte
Dilatation der Arteria brachialis per Ultraschall bei 66 KHK-Patienten
untersucht, und zwar nach dem Genuß von 450 ml schwarzem Tee oder der gleichen
Menge Wasser. Auch langfristig wurde nach der Endothel-abhängigen Dilatation
der Arterie geschaut, und zwar nach vierwöchigem Genuß von 900 ml schwarzem
Tee pro Tag oder Wasser. Vasoaktive
Medikamente wurden zwölf bis 24 Stunden vor den Messungen abgesetzt. Bei den
Patienten, die schwarzen Tee tranken, hatte sich kurz- und langfristig die
Blutfluß-vermittelte Dilatation der Arteria brachialis deutlich verbessert,
nicht jedoch bei der Kontrollgruppe. Die Plasma-Flavonoid-Werte erhöhten sich
nach Teekonsum. Ein weiteres Ergebnis: Koffein erhöhte die Gefäßdilatation
nicht. Ärzte Zeitung, 17.07.2001
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Wirkung des Apfels
Tokio, 30. August (AFP) - Nicht nur der Volksmund, auch die japanische Wissenschaft hat die gesundheitsfördernde
Wirkung des Apfels entdeckt. Bereits der Verzehr von zwei Äpfeln am Tag senke die Fettanteile im Blut und beuge
Herz-Kreislauferkrankungen vor, sagte der Forscher Keiichi Tanaka vom Nationalen Institut für Obstanbau am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.
Bislang hatte der Apfel in Japan einen schlechten Ruf. Er stand im Verdacht,
dass sein Zuckeranteil die Fettwerte im Blut erhöhe. Aus diesem Grund wurden
Äpfel in Japan nie populär. Tanaka und seine Forschergruppe ließen 14 Freiwillige zwischen 30 und 57
Jahren unter drei Wochen lang eineinhalb bis zwei Äpfel pro Tag essen. Blutuntersuchungen ergaben, dass die
Fettwerte der Testpersonen daraufhin um
durchschnittlich über 20 Prozent zurückgingen. Ein Überschuss an Fetten im
Blut kann zur Verhärtung der Arterien, zu Bluthochdruck und Herzinfarkten
führen. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass der regelmäßige Verzehr der
empfohlenen Menge an Äpfeln den Anteil des Vitamins C im Blut um 34 Prozent
erhöht.
Viel Obst und Gemüse: Krebsrisiko sinkt erheblich
Wien – Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag senken das Risiko, an Krebs zu erkranken, um 20 Prozent. Dies war die wichtigste Botschaft, die Ernährungsexperten am Donnerstag auf dem 17. Internationalen Ernährungskongress verkündeten, der derzeit in Wien stattfindet. Das berichtet der österreichische "Standard" in seiner neuesten Ausgabe. Geoffrey
Cannon, britischer Ernährungsexperte, berichtete über ein weltweite Aufklärungskampagne, die der World Cancer Research Fund
(WCRF) gestartet hat. Der WCRF ist in 24 Ländern aktiv und hat über neun Millionen zahlende Unterstützer. Ziel ist es, der Menschheit gesunde Ernährung näher zu bringen, die eine größtmöglich präventive Wirkung in puncto Krebs aufweist. Deshalb führte man zunächst eine weltweite Studie mit namhaften Experten aus aller Welt durch, um besseres Datenmaterial zu gewinnen. Ziel war dabei, vor allem anwendungsorientierte Ergebnisse präsentieren zu können. Resultat sind sechs Richtlinien, die das Risiko, an Krebs zu erkranken deutlich senken sollen:
1.Wählen sie eine Ernährung, die reich an pflanzlicher Nahrung ist.
2.Essen Sie viel Obst und Gemüse
3.Halten Sie ein gesundes Gewicht und achten Sie auf ausreichend
körperliche Bewegung
4.Trinken Sie Alkohol in Maßen – wenn überhaupt
5.Wählen Sie Lebensmittel mit niedrigem Salz-und Fettgehalt aus
6.Achten Sie auf die schonende Zubereitung und hygienische Aufbewahrung von Lebensmitteln
Mit diesen einfachen und für den Verbraucher formulierten Richtlinien ließe sich eine gesunde Ernährung erreichen. Jerianne
Heimendinger, US-amerikanische Ernährungsexpertin, plädierte für eine Kampagne nach dem Motto "Fünf am Tag für eine bessere Gesundheit". Dabei ist von fünf Portionen Obst und Gemüse die Rede – eine Portion stellt beispielsweise eine mittlere Kartoffel oder ein Apfel dar.
(hk) 31. August 2001
Methionin-Homocystein-Glutathion-(MHG-)System und Ausdauerbelastung
Weiß M,
Vangala M, Langrock M
Sportmedizinisches Institut, Universität Paderborn
Problem:
Der
Methionin(Met)-Homocystein(Hcy)-Zyklus wird bei allen Methylierungsprozessen
aktiviert, u.a. bei der Synthese von Creatin, Adenosin,
Carnitin, Adrenalin
u.v.a.m.. Hcy ist gleichzeitig
Zwischenprodukt bei der Synthese des
Antioxidans-Systems oxidiertes-reduziertes Glutathion (GSHGSSG). Bei
extensiver Laufbelastung mit abfallender Verfügbarkeit von best. (glukoplastischen)
Aminosäuren (AS) steigt Hcy an. Mit vorl. Studie sollte geklärt werden, wie
sich Parameter des Met-Hcy-Zyklus bei dosierter Ausdauerbelastung und in
Bezug zu GSH-GSSG verhalten.
Methoden:
15 Studenten, 69-93 kg, 168-193 cm,
VO2max 36,3- 59,4 ml/kg·min; 60 min Fahrradergometer 65% VO2max.. Blutentn.
morgens nü., sof. u. 2 Std. nach Bel.. Best. von Plasma-AS, Hcy, GSH/GSSG u.
Katecholaminen mit HPLC u. kommerziellen Kits.
Ergebnisse:
Hcy zeigte 5 x ansteigende, 3 x
abfallende und 7 x gleichbleibende Tendenz. Bei den AS fielen die Spiegel
von verzweigtkettigen AS ab,
z.T. auch von Alanin und Glutamin. Arginin, Serin u. Glycin sowie GSH-GSSG
verhielten sich unterschiedlich.
Schlussfolgerungen:
Möglicherweise ist Hcy ein
Parameter, der relativ empfindlich auch bei unterschiedlich trainierten
Menschen eine katabole Situation anzeigt. Zahlreiche
Überlastungs-Reaktionen intramuskulär, im Bindegewebe wie auch hämolytische
Erscheinungen könnten evtl. mit reduzierter Kapazität im
GSH-Antioxidationssystem zusammenhängen. Zukünftige Forschung sollte sich
mehr mit dem MHG-System beschäftigen.
37. Deutscher
Kongress für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
Vitamin-Cremes schützen vor Hautkrebs
Berlin - Ultraviolette Sonnenstrahlen lassen die Haut vorzeitig altern und
können auch Hautkrebs auslösen. Wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet,
bieten bestimmte Vitamincremes Schutz vor diesen Schäden. Darüber waren sich
die Teilnehmer auf dem 10. Kongress der Europäischen Akademie für
Dermatologie und Venerologie in München einig. Hautforscher haben
festgestellt, dass durch eine Behandlung mit den Vitaminen C und E ein
Schutzmechanismus ausgelöst wird, der die Entwicklung von Krebszellen
bremst. Vitaminbehandlungen empfehlen sich nach Ansicht der Experten vor
allem für Menschen, die beruflich viel im Freien sind oder eine empfindliche
Haut haben. netdoktor.de 15. Oktober 2001
Wein: Gesünder durch Reservatrol
Stuttgart (dpa) - Die Substanz Resveratrol macht Wein nach neuen
Erkenntnissen gesünder als andere alkoholische Getränke. Der Stoff komme
natürlicherweise im Rebensaft vor und habe beispielsweise
entzündungshemmende Wirkung, erläuterte der Mediziner Peter Weber am
Mittwoch bei einer Expertentagung in Stuttgart. Die Chemikalie sei
möglicherweise auch für die Senkung des Krebsrisikos bei Weintrinkern
verantwortlich. Neue Studien bestätigten, dass das Risiko, an Krebs zu
erkranken, bei mäßigem Weingenuss um 20 Prozent sinkt. Einen halben Liter
Wein pro Tag bei Männern und einen Viertel bei Frauen halten Mediziner für
gesundheitlich unbedenklich. Allerdings gelte dies nur für gesunde Menschen,
schränkte der Heidelberger Mediziner Helmut Seitz ein. Werde dieses Maß
nicht überschritten, sinke bei Weintrinkern gegenüber Abstinenzlern auch die
Sterblichkeitsrate um bis zu 40 Prozent, ergänzte Serge Renaud von der
Universität Bordeaux. 25. Oktober 2001
DÜSSELDORF (slp). Diabetiker brauchen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, um sich besser vor Folgekrankheiten zu schützen. Nicht immer kann ihr erhöhter Bedarf über die Ernährung allein ausgeglichen werden. Zusätzlich zu einer möglichst guten Blutzuckereinstellung können Patienten ihre Blutgefäße etwa mit antioxidativ wirkenden Vitaminen und mit Mineralstoffen schützen, wie Professor Joachim Schmidt aus Dresden bei einem Biofaktoren-Seminar des Unternehmens Wörwag in Düsseldorf berichtet hat. Das sei in mehreren Studien belegt worden. In erster Linie kämen die Vitamine C, E und Selen am besten in Kombination in Frage. "Selbst wenn der Spiegel im Normbereich ist, ist eine Zufuhr dieser Stoffe sinnvoll", so Schmidt zur "Ärzte Zeitung". Dabei hält er Dosierungen von 250 bis 500 mg Vitamin C am Tag für angemessen, lehnt aber auch höhere Dosen bis zu einem Gramm nicht ab. Die Einnahme von Vitamin E sei auch anzuraten, aber nur zusammen mit dem C-Vitamin. Als Richtwert für die Dosierung nannte Schmidt etwa 40 mg Tocopherol pro Tag, bei kardiovaskulären Erkrankungen aber seien täglich mehr als 600 mg zu empfehlen. Selen solle in einer Menge von 50 μg am Tag eingenommen werden. Bei Diabetikern besteht auch die Gefahr eines Magnesiummangels, sagte der Pharmakologe. Besonders wenn der Blutzucker nicht gut eingestellt ist, verlieren die Patienten viel Magnesium mit dem Urin. Bei nachgewiesenem Mangel sollte substituiert werden, sagte Schmidt, weil er die Insulinresistenz bei Typ-2-Diabetikern verstärkten kann. Die Substitution solle aber über Monate erfolgen. Die zu empfehlende Tagesdosis läge bei 15 mmol Magnesiumionen, was etwa drei Tabletten Magnerot® N dreimal täglich entspricht. Bei kardialen Erkrankungen sei, so Schmidt, das Magnesiumorotat (Magnerot® Classic) sinnvoll, da es länger in Herzmuskelzellen wirksam ist. Ärzte Zeitung, 08.11.2001
Magen- und Darmkrebs: Viel Obst
und Gemüse beugen vor
Bonn (dpa) - Die richtige Ernährung kann
Krebserkrankungen vorbeugen. Auf entsprechende Forschungsergebnisse weist die
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn hin. Demnach haben Studien
bewiesen, dass ein umfangreicher Obst- und Gemüseverzehr das Risiko einer
Erkrankung an Magen- und Darmkrebs senken könne. Der Gehalt an Vitaminen,
Mineral- und Ballaststoffen, so genannten sekundären Pflanzenstoffen wie etwa
Carotinoiden sowie ein geringer Energiegehalt machten Obst und Gemüse zu idealen
Lebensmitteln, so die DGE weiter. So bewirkten etwa Ballaststoffe durch eine
Erhöhung des Stuhlgewichts eine Verringerung des Darmkrebsrisikos. Sekundäre
Pflanzenstoffe verhinderten die Bildung von Nitroseverbindungen im Magen, die im
Verdacht stehen, Magenkrebs auszulösen. Die Ernährungsexperten empfehlen daher,
drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst - egal ob roh, gegart oder als
Saft - in den täglichen Ernährungsplan aufzunehmen. Der DGE zufolge erkranken in
Deutschland pro Jahr 70 000 Menschen an Magen- und Dickdarmkrebs.17. November
2001
| Ernährung, Immunität, Krebsvorsorge.
Gesund durch natürliche Lebensmittel von L. Horst Grimme 1995 Preis: EUR 17,33 Broschiert - 213 Seiten Hier bestellen! |
Krebsvorsorge und Heilung durch Jogging
und gesundes Leben. von Ernst van Aaken Preis: EUR 12,68 Taschenbuch - 100 Seiten Erscheinungsdatum: Februar 1989 Hier bestellen! |
Zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Konrad Biesalski et al. in Heft 18/1995
Antioxidative Vitamine in der Prävention
Wichtig, aber ergänzungsbedürftig
Unter der Überschrift "Definition des oxidativen Streß" vermisse ich die
konkrete Definition. Der Wert zahlreicher epidemiologischer Studien zur
Prävention kardiovaskulärer und maligner Erkrankungen ist so hoch nicht, da
zum Beispiel die häufig zitierte Untersuchung von Blot et al. (1) in einer
bestimmten Provinz in China durchgeführt wurde und alle vier
Behandlungsgruppen Kombinationen von Vitaminen untereinander oder mit
Spurenelementen wie Zink oder Selen erhielten, so
daß unmöglich beurteilt werden kann, welche Komponente für welchen Effekt
verantwortlich war. Eine Übertragung der Ergebnisse auf europäische
Verhältnisse ist wenigstens problematisch, wenn nicht unmöglich. Methodisch
ungleich besser ist die Arbeit von Greenberg et al. (2), die jedoch keinen
Vorteil einer Behandlung mit antioxidativ wirkenden Vitaminen für die
Prävention kolorektaler Tumore zeigen konnte. Es existieren also bestenfalls
Hinweise, jedoch kaum Belege für entsprechende präventive Effekte; das
Gegenteil ist allerdings ebensowenig bewiesen. Dies sollte Anlaß sein, den
Hypothesen mittels der Fragestellung adäquater Studien auf den Grund zu
gehen.
Die europäische Ernährung als ausgewogen zu bezeichnen, halte ich für kühn.
Erstens ist sie das sehr offensichtlich oftmals nicht, und zweitens ernähren
sich die Europäer verschiedener Länder auch sehr unterschiedlich – das zu
bestätigen, reicht bereits eine Reise in andere Bundesländer, dafür muß man
Deutschland nicht einmal verlassen. Auf die Tatsache, daß sich
beispielsweise Süditaliener und Portugiesen anders als die Einwohner anderer
europäischer Staaten ernähren, weist Herr Prof. Biesalski später selber hin.
Ferner muß man die Frage stellen, wer denn nicht einem "speziellen
oxidativen Streß" unterworfen ist. Wer findet seine Patienten (oder sich
selbst) etwa nicht in einer der folgenden Kategorien wieder: Raucher,
Passivraucher, Innenstadtbewohner, beruflicher/privater/psychischer Streß,
Angst vor AntioxidanzUnterversorgung (nicht selten aus merkantilen Gründen
gefördert), regelmäßiges Mensa- oder Kantinenessen oder seltener Verzehr von
Obst und Gemüse, Wohnsitz außerhalb von Süditalien oder Portugal, . . . ?
Herrn Prof. Biesalski ist uneingeschränkt zuzustimmen, wenn er betont, daß
eine bezüglich der Antioxidanzienaufnahme aufgewertete Ernährung oder auch
eine entsprechende Substitution einen "ungesunden Lebenswandel" keinesfalls
zu kompensieren in der Lage ist. Fehler oder Versäumnisse in der
Lebensführung sind in der Tat eine sehr bedeutende, wenn nicht sogar die
wichtigste Quelle der in unseren Breiten herrschenden Krankheiten. Darauf
hinzuweisen und Korrekturmöglichkeiten aufzuzeigen, ist gerade aus
präventiven Gesichtspunkten die vordringlichste ärztliche Aufgabe. Insofern
ist die Arbeit von Herrn Prof. Biesalski von nicht zu überschätzendem Wert.
Literatur
1. Blot WJ et al.: Nutrition intervention Trials in Linxian, China:
Supplementation With Specific Vitamin/Mineral Combinations, Cancer Incidence,
and Disease-Specific Mortality in the General Population. J Nat Canc Inst
1993; 85: 141–149
2. Greenberg ER et al.: A clinical trial of antioxidant vitamins to prevent
colorectal adenoma. N Engl J Med 1994; 331: 141–147
Weitere Literatur beim Verfasser
Dr. med. Ulrich E. Fulda
Osterstetter Straße 26
89129 Langenau
Toxikologische Bewertung von Antioxidanzien wünschenswert
In ihrer gelungenen Übersicht haben die Autoren die Bedeutung einer
ausgewogenen, an antioxidativ wirkenden Vitaminen reichen Ernährung
dargestellt. Gesundheitspolitisch gehört es zu den wichtigsten Aufgaben, der
Bevölkerung eine faserstoffbetonte Ernährungsweise nahezubringen, um
alimentär beeinflußbaren Krankheiten vorzubeugen.
In ihrem Artikel sprechen sich die Autoren gegen eine antioxidative Therapie
mit unbegründeten Megadosen aus, deren Nutzen bis dato nicht erweisen ist.
Auch tierexperimentelle Befunde sprechen dagegen, kritiklos sehr hohe Dosen
über längere Zeit anzuwenden. Neben den bekannten Hypervitaminosen mit
toxischen Wirkungen beispielsweise nach Gabe hoher Dosen von Vitamin D, K
und A gibt es auch für das Vitamin E Hinweise dafür, daß bei sehr hohen
Dosen unerwünschte Wirkungen auftreten können. Keaney et al (1) untersuchten
die protektiven Effekte von alpha-Tocopherol über 28 Tage bei Kaninchen, die
mit cholesterinreichem Futter gehalten wurden. Behandelte man die Tiere mit
1000 IU/kg (etwa 675 mg) alphaTocopherol pro Tag, blieb die EDRF (Endothelium-Derived-Relaxing-Factor)-vermittelte
Vasodilatation erhalten, während sie sich nach Gabe von 10 000 IU/kg
verschlechterte. Nimmt man a priori einen Sicherheitsfaktor von 100 an und
bezieht sich auf eine freie Dosis (No-Observed-Effect-Level) von 1000 IU/kg,
wären orale Dosen bis etwa 700 IU pro Mensch und Tag auf jeden Fall als
sicher anzusehen. Hohe lokale dermale Dosen haben an der Maus nach 40 bis 50
Tagen zweimal täglicher Applikation deutliche Promotionsaktivität für
Papillome gezeigt. In diesem Versuch wurden die Papillome zuvor mit einem
Anthracenderivat initiiert (2). In Zusammenhang mit diesen überraschenden
Beobachtungen könnte stehen, daß oxidative Prozesse, bei aller
zellschädigender Potenz, zu den grundlegenden zellulären
Abwehrmechanismen gegen Zellbestandteile oder Mikroorganismen gehören, wobei
den neutrophilen Granulozyten eine besondere Rolle zukommt (3). Eine
Überdosierung mit Antioxidanzien könnte dieses Gleichgewicht ebenso stören
wie ein Mangel an Radikalfängern. Zwar scheint die therapeutische Breite von
Antioxidanzien, wie am Beispiel Tocopherol gezeigt, sehr groß zu sein, aber
eine maximale Grenzdosis ist nicht auszuschließen. Aus diesem Grund ist es
wünschenswert, daß auch therapeutisch eingesetzte Antioxidanzien,
insbesondere in bezug auf eine Langzeitanwendung,
toxikologisch-pharmakologisch bewertet werden.
Literatur
1. Keaney JF, Graziano JM, Xu A et al.: Low dose alpha-tocopherol improves
and high dose alpha-tocopherol worsens endothelial vasodilator function in
cholesterol-fed rabbits. J Clin Invest. 1994; 93: 844–851
2. Mitchel RE, McCann R: Vitamin E is a complete tumor promotor in mouse
skin. Carcinogenesis 1993; 14: 659–662
3. Boxer LA: The role of antioxidants in modulating neutrophil functional
response. Adv Exp Med Biol 1990; 262: 19–33
Dr. med. Horst J. Koch
Lautengasse 19
89073 Ulm
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Schlußwort
Ad 1: Grundsätzlich sind viele epidemiologische Studien, die sich primär nur
auf eine Substanz in der Nahrungskette des Menschen beziehen, mit
Fragezeichen zu versehen. Es muß hier berücksichtigt werden, daß gerade
Vitamin E und Betakarotin in der Ernährung möglicherweise nur Marker für die
Aufnahme von vegetabilen Ölen (Vitamin E) und Gemüse (Betakarotin)
darstellen. Insofern können und wollen viele epidemiologische Studien nur
Hinweise, nicht aber Beweise liefern. Erst mit gezielten
Interventionsstudien lassen sich die Wirkungsweisen einer der
Einzelsubstanzen oder ihrer Kombination näher untersuchen. In der im
Diskussionsbeitrag erwähnten Ling-Xiang-Studie (1) handelt es sich
allerdings nicht um eine epidemiologische Studien, sondern um eine
Interventionsstudie, die in China durchgeführt wurde. Wichtig ist, daß hier
Kombinationen von Vitaminen eingesetzt wurden und daß diese zu einer
Reduktion der Magenkarzinom-Mortalität, der Gesamtmortalität und besonders
aber auch der Katarakt-Erkrankung geführt haben. In diesem Zusammenhang
sollte allerdings auch berücksichtigt werden, daß es sich bei dem Kollektiv
dieser Studie um eine Gruppe handelte, bei der wegen einseitiger Ernährung
ein Mangel gerade an antioxidativen Vitaminen anzunehmen war. Somit ist
sicherlich eine Übertragung auf europäische Verhältnisse problematisch. In
einer anderen, vor kurzem veröffentlichten Interventionsstudie (2) konnte
jedoch der Wert einer Vitamin-E-Supplementierung eindrucksvoll belegt
werden. So gelang es, bei 156 Männern im Alter von 40 bis 59 Jahren die
Progression der Koronararteriosklerose durch Supplementierung mit 100 I.E.
Vitamin E über zwei Jahre signifikant zu verringern. Gerade bei
Risikogruppen erscheint daher eine frühzeitige Intervention mit Vitamin E
neben einer cholesterinsenkenden Diät eine sinnvolle Maßnahme zu sein. Die
von Herrn Fulda zitierte Arbeit von Greenberg, ebenso wie die häufig
zitierte Finnland-Studie (3) zeigen exemplarisch, daß Interventionsstudien
oft die in der Grundlagenforschung gezeigten Zusammenhänge der
Wirkungsweisen von antioxidativen Vitaminen bei der Kanzerogenese nicht
ausreichend berücksichtigen. Gerade für Betakarotin, welches in beiden
Studien als Interventionsagens eingesetzt wurde, ist wiederholt gezeigt
worden, daß es vor allem in den frühen Phasen der Initiierung der
neoplastischen Zelle wirksam ist (4). In beiden Studien konnte jedoch nicht
ausgeschlossen werden, daß bereits fortgeschrittene präkanzeröse Läsionen
vorlagen, so daß der therapeutische Ansatz kaum geeignet war, hier eine
präventive Wirkungsweise des Betakarotin zu demonstrieren. Zweifellos müssen
mehr und größere Interventionsstudien an gezielten Risikogruppen unter
Berücksichtigung der bekannten Interaktionen antioxidativer Vitamine mit
zellbiologischen Parametern durchgeführt werden, um den Stellenwert einer
frühzeitigen Primärprävention zu evaluieren. Das Zitat bezüglich der
ausgewogenen europäischen Ernährung ist möglicherweise mißverstanden worden.
Der Hinweis der Autoren, daß eine gut ausgewogene (europäische) Ernährung
optimale Plasmaspiegel ermöglicht, ist so zu verstehen, daß eine Ernährung,
die in Europa erhältlich ist und dann unter den später beschriebenen
optimalen Gesichtspunkten (häufiger Gemüseverzehr, Ersatz tierischer durch
pflanzliche Fette) eingesetzt wird, als präventive Ernährung aufgefaßt
werden kann. Zweifellos ist auch der Hinweis, daß es kaum Personen gibt, die
nicht oxidativem Streß unterliegen, wichtig; allerdings ist gerade dies ein
Ziel der Arbeit gewesen, darauf hinzuweisen, daß nur durch eine sehr
gezielte Veränderung der Ernährung unter weitgehender Vermeidung oxidativer
Streßsituationen eine echte Primärprävention erreicht werden kann.
Ad 2: Die Hinweise von Herrn Koch auf die möglichen Nebenwirkungen sehr
hoher Vitamin-E-Dosierungen sind durchaus berechtigt. Die Autoren haben
daher in ihrem Artikel auch eine Grenze von 400 mg Vitamin E pro Tag bei
Daueranwendung angegeben. Hierbei muß berücksichtigt werden, daß die
oxidative Balance sowohl durch eine Zunahme an Oxidanzien als auch durch
eine übermäßige Zufuhr an Antioxidanzien ungünstig beeinflußt werden könnte.
Aus diesen Gründen ist der Hinweis von Herrn Koch, daß
toxikologischpharmakologische Untersuchungen der Langzeitanwendungen von
antioxidativen Vitaminen sinnvoll sind, zu unterstützen.
Antioxidative Vitamine sind, wenn man die Entwicklungen der
Grundlagenforschung betrachtet, auf vielfältige Weise in den Schutz von
Zellen und Geweben vor der Wirkung freier Radikale eingebunden. Mit noch
größeren oder aber noch raffinierteren epidemiologischen Studien ist uns zur
Zeit bei der Beantwortung der Frage, ob einzelne Antioxidanzien einen Effekt
in der Prävention haben, nur wenig gedient. Dies insbesondere, da gerade
Studien, die Plasmawerte als Indikatoren für das relative Risiko verwenden,
nur sehr bedingt eine Aussage zur Bedeutung einzelner antioxidativer
Vitamine machen können. Es sollte berücksichtigt werden, daß der
Betacarotin-Plasmawert durchaus ein Marker für den individuellen
Gemüseverzehr sein kann, so wie der Vitamin. E-Plasmawert als Marker für die
Aufnahme von pflanzlichen Ölen. Insofern spiegeln epidemiologische Studien
lediglich bestimmte Ernährungsweisen wider. Zwar sind die Hinweise aus
diesen Studien wertvoll, sie können jedoch nicht dazu führen, die Rolle
eines einzelnen Vitamins in der Prävention gezielt zu interpretieren. Hier
können nur gezielt Interventionsstudien, die die Kenntnisse der
Grundlagenforschung berücksichtigen, weiterhelfen. Für die
Allgemeinbevölkerung scheint derzeit der Hinweis, daß eine Ernährung, die
reich an pflanzlichen Bestandteilen ist, die auf tierische Fette weitgehend
verzichtet und statt dessen pflanzliche Öle einsetzt, am ehesten eine
präventive Maßnahme darzustellen. Bei aller Euphorie, die dem vorbeugenden
Gesundheitsschutz oft anhängt, darf jedoch nicht vergessen werden, daß in
der Ernährung des Menschen Vitamindosierungen, wie sie durch Supplemente
häufig unkritisch empfohlen werden, nicht vorkommen und somit in ihrer
Langzeitwirkung nicht sicher zu kalkulieren sind. Aus diesen Gründen
gehörenVitamin-Supplemente in die Apotheke und nicht für jedermann in jeder
beliebigen Dosis in die Kaufhausregale. Ein weiteres wichtiges Ziel eines
sinnvollen, auf Ernährung abgestimmten vorbeugenden Gesundheitsschutzes, der
letztlich die beste Kostendämpfungsmaßnahme darstellt, muß sein, den
Kenntnisstand der Mediziner, die bisher auf eine Ausbildung in Ernährung
verzichten mußten, zu verbessern, um damit auch unter anderem den Umgang mit
antioxidativen Vitaminen in der Prävention wieder in kritische und
informierte Hände zu legen.
Literatur
1. Blot WJ, Li J, Taylor PR, and Guo W: Nutrition Intervention Trials in
Linxian, China: Supplementation With Specific Vitamin/Mineral Combinations,
Cancer Incidence, and Disease-Specific Mortality in the general Population.
J Natl Cancer Inst 1542-1553; 1993
2. Hodis HN, Mack WJ, LaBree L, Cashin-Hemphill L, Sevanian A, Johnson R and
Azen Sp: Serial coronary angiographic evidence that antioxidant vitamin
intake reduces progression of coronary artery atherosclerosis. Journal of
the American Medical Association 1995; 273: 1849–1854
3. The Alpha-Tocopherol, Beta Carotene Cancer Prevention Study Group. The
effect of vitamin E and beta carotene on the incidence of lung cancer and
other cancers in male smokers. N Engl J Med 1994; 330: 1029–
1035
4. Santamaria LA and Santamaria AB: Cancer chemoprevention by supplemental
carotenoids and synergism with retinol in mastodynia treatment. Med Oncol
Tumor Pharmacother 1990; 7: 153–167
Für die Verfasser:
Prof. Dr. med. Hans Konrad Biesalski
Institut für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaften Universität
Hohenheim
Fruwirthstraße 12
70593 Stuttgart
Rotwein vermindert
Herzinfarktrisiko- Weißwein und Roséwein haben diese Wirkung hingegen
nicht =
London, 19. Dezember (AFP) - Ein regelmäßiges Glas Rotwein vermindert die
Gefahr eines Herzinfarkts - im Gegensatz zu Weißwein oder Roséwein. Sogar
kleine Mengen von Rotwein können das Leben verlängern, wie britische
Wissenschaftler laut einem Bericht der Fachzeitschrift "Nature"
herausfanden. Die gesundheitsfördernde Wirkung des Getränks führen die
Forscher auf einige chemische Verbindungen aus der Gruppe der Polypeptide
zurück, die sie bei ihren Untersuchungen von Rotweinen der französischen
Rebsorte Cabernet Sauvignon entdeckten. Diese Polypeptide verhindern die
körpereigene Produktion des Stoffes Endothelin-1, der wegen seiner
gefäßverengenden Wirkung als eine der Ursachen für Herzinfarkte gilt. Bei
den untersuchten Weiß- und Roséweinen konnten die Wissenschaftler diese
Polypeptidverbindungen nicht feststellen. Sie vermuten, dass die Stoffe aus
der Schale der Rotweintraube stammen. Der Befund könnte eine Erklärung für
den rätselhaften Umstand sein, dass die Herzinfarktrate bei den Franzosen -
sie gelten als starke Rotweintrinker - geringer ist als bei vergleichbaren
Völkern wie etwa den Briten.
Antioxidantien gegen Sonnenbrand
In Paris untersuchten J.P. Cesarini et al. den Einfluß bestimmter Antioxidantien auf Hautschäden durch UV-Bestrahlung. Die Probanden bekamen täglich Selen, Beta Carotin und die Vitamine C und E. Im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachteten die Wissenschaftler erheblich weniger Hautrötungen. Die freien Radikale in der Haut waren um mehr als 50% vermindert. Bei der Hälfte der Studienteilnehmer sank die Empfindlichkeit gegen UV-Strahlen statistisch signifikant. Eine Nahrungsergänzung mit Antioxidantien zur Vorbeugung von Hautschäden macht also durchaus Sinn.
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Im März startete 2002 in Europa eine
Kinderstudie, die schon seit zwei Jahren
in USA, Kanada, Neuseeland & Australien mit bisher 20.000 Familien läuft.
Getestet werden soll, ob Kinder durch die Einnahme eines Obst- und
Gemüsekonzentrates (Juice Plus) signifikante Änderungen in Ihrer normalen
Ernährung, ihrem Gesundheitsstatus & Psyche, Schulleistungen u.s.w. erreichen.
Ergebnisse der ersten 3.500 Kinder, die die Studie länger als ein Jahr
durchführen:
31 % weniger Fehlzeiten in der Schule
38 % weniger Arztbesuche
29 % weniger frei zugängliche Medikamente
20 % weniger verschriebene Medikamente
53 % verzehren weniger Limonade und Fast Food
35 % verzehren mehr Obst & Gemüse
55 % trinken mehr Wasser
30 % bessere geistige Leistung & Schulleistung
46 % erhöhte körperliche Aktivität
79 % leben gesundheitsbewußter
90 % erlebten irgendeine Wende zum Positiven
erwachsene Teilnehmer meldeten ähnliche Zahlen
Aufgrund der Ergebnisse wird die Studie in Europa weitergeführt, zum einen, um
Kindern einen kostenlosen Zugang zu Juice Plus zu ermöglichen, zum anderen, um
die Zahlen für Europa zu verifizieren. Es besteht also noch die Möglichkeit zur
Teilnahme. Die Kinder müssen zwischen 6 & 15 Jahre alt sein. Die Kinder bekommen
Juice Plus gratis, pro Kind muß ein Elternteil das Produkt selber bestellen &
auch nehmen (Vorbildfunktion). Mindestlaufzeit: 1 Jahr, maximal 3 Jahre. Bei
Interesse einfach melden.
Äpfeln und
Vitamin C
gegen Krebs
London/Washington - Forscher aus den USA und Korea haben den Mechanismus
aufgedeckt, mit dem Vitamin C vor Tumoren schützen kann. Demnach blockiert es
die genschädigende Wirkung von Wasserstoffperoxid, das das Zellwachstum außer
Kontrolle geraten lassen kann. Wie die Online-Ausgabe des "Standard" berichtet,
fanden die Forscher bei ihren Experimenten auch heraus, dass eine Chemikalie in
Äpfeln (Quercetin) noch stärker gegen Wasserstoffperoxid wirkt. Indes haben
andere Forscher eine zweite Rolle von freien Radikalen wie Wasserstoffperoxid in
der Tumorgenese gefunden. Die Chemikalien schädigen nicht nur die genetische
Information DNA, sie helfen wachsenden Tumoren auch, Blutgefäße zu ihrer
Versorgung anzulocken. netdoktor.de 25. Januar 2002
WIESBADEN (ug). Für eine Studie zur kardioprotektiven Wirkung von Wein
hat der Internist Dr. Stephan Rosenkranz von der Universität Köln den Preis
"Prävention in der Inneren Medizin" bekommen. Der mit 5000 Euro dotierte Preis
ist ihm beim Internistenkongreß in Wiesbaden überreicht worden.
"Catechin-Flavonoide hemmen die Aktivierung von Platelet-Derived Growth Factor (PDGF)-Rezeptoren
und die PDGF-induzierte Proliferation und Migration glatter Gefäßmuskelzellen"
ist der Titel von Rosenkranz' Studie. Er hat die Effekte von Rotwein, Weißwein
und nicht-alkoholischen Weininhaltsstoffen untersucht.
Die Ergebnisse: Die Präinkubation von glatten Gefäßmuskelzellen mit Rotwein
führt zur kompletten Hemmung der Tyrosin-Phsophorylierung des
PDGF-Beta-Rezeptors. Rotwein hemmt die Interaktion von PDGF mit dem Rezeptor.
Weißwein und nicht-alkholische Inhaltsstoffe hatten diese Effekte nicht. Eine
quantitative Weinanalyse ergab, daß Rotwein mehr zyklische Polyphenole, vor
allem Flavonoide,
enthält. In-vitro-Studien zeigten, daß diese Flavonoide konzentrationsabhängig
und additiv zur Hemmung des PDFG-Beta-Rezeptors führen und damit möglicherweise,
so Rosenkranz, "zu den benefiziellen Effekten von Rotwein auf die
kardiovaskuläre Letalität" beitragen.Ärzte Zeitung, 10.04.2002
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Die
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Teetrinker leben gesünder – Herzinfarkte und Osteoporose
seltener
BOSTON, TAINA/TAWAIN. Erst kürzlich hatte die Rotterdam-Studie gezeigt, dass
Teetrinker seltener an Herzinfarkten erkranken und sterben (American Journal
of Clinical Nutrition 2002;75:880–86, wir berichteten). Diese primär
präventive Wirkung wurde auf den hohen Gehalt an Flavonoiden im schwarzen Tee
zurückgeführt. Jetzt zeigt eine amerikanische Studie, dass Tee auch eine
sekundär präventive Wirkung nach einem überstandenen Herzinfarkt hat.
Über die Determinants of Myocardial Infarction Onset Study berichten Kenneth
Mukamal und Mitarbeiter in Circulation (2002,
10.1161/01.CIR.0000017201.88994.F7). Wie die Rotterdam-Studie handelt es sich
auch hierbei um eine prospektive Kohortenstudie. 1 900 Patienten, die zwischen
1989 und 1994 einen Herzinfarkt erlitten hatten, wurden nach ihrem Teekonsum
befragt. Patienten, die weniger als 14 große Tassen („cups“) pro Woche
tranken, hatten in den folgenden vier Jahren ein um 28 Prozent niedriges
Sterberisiko als Nicht-Tee-Trinker.
Bei den Vieltrinkern mit einem Konsum von mehr als 14 Tassen pro Woche war das
Sterberisiko sogar um 44 Prozent gesenkt. In diesen Daten sind bereits
soziodemographische und klinische Charakteristika (Alter, Geschlecht, Rauchen,
Adipositas, Hochdruck, Diabetes, frühere Herzinfarkte) berücksichtigt worden.
Mukamal glaubt, dass die im Tee enthaltenen Flavonoide einen positiven
Einfluss auf die Endothelien haben. Sie könnten auch die Oxidation von
LDL-Lipoproteinen inhibieren.
Möglicherweise gibt es weitere positive Wirkungen, denn eine Studie
chinesischer Forscher in den Archives of Internal Medicine
(2002;162:1001–1006) zeigt einen Vorteil auf einem ganz anderen Gebiet:
Chih-Hsing Wu von der Universität Tainan in Taiwan glaubt nachweisen zu
können, dass Teetrinken auch vor einer Osteoporose schützt. Die Autoren haben
bei 497 Männern und 540 Frauen im Alter über 30 Jahre die Knochendichte mit
der Dual-Energie Röntgenabsorptiometrie bestimmt.
Verglichen mit den Nicht-Teetrinkern hatten die Teetrinker eine deutlich
höhere Knochendichte. Die Mineraldichte in Lumbalwirbelsäule, Oberschenkelhals
und in der Gesamtkörperuntersuchung waren vor allem nach mehr als zehnjährigem
Teekonsum signifikant erhöht. (13.05.02) DEUTSCHES ÄRZTEBLATT
Früchte und Gemüse bewahren vor Herzinfarkt und
Schlaganfall
NEW ORLEANS. Menschen, die regelmäßig Obst und Gemüse essen, erleiden
seltener einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall und versterben seltener an
kardiovaskulären Erkrankungen als ihre Mitmenschen, die sich ungesünder
ernähren. Eine entsprechende Langzeitstudie veröffentlichten Lydia Bazzano und
ihre Mitarbeiter im American Journal of Clinical Nutrition (Am J Clin Nut 2002;
76:93–9).
Eine gesunde Ernährung werde häufig mit einem verminderten Risiko für
kardiovaskuläre Erkrankungen in Zusammenhang gebracht, so die Wissenschaftler,
die vorliegende Studie habe den Effekt einer gesunden Ernährung jedoch über
mehrere Jahrzehnte erfasst und tatsächlich belegen können. Bazzano und ihr Team
untersuchten das Essverhalten von 9 608 Erwachsenen zwischen 25 und 74 Jahren.
Keiner von ihnen hatte die Anzeichen einer kardiovaskulären Erkrankung, als die
Wissenschafter zwischen 1971 und 1975 mit ihrer Untersuchung begannen. Das
Essverhalten der Studienteilnehmer erfassten die Forscher mittels eines
Fragebogens, den die Probanden regelmäßig ausfüllten. Außerdem erfassten Bazzano
und Mitarbeiter die Erkrankungen der Studienteilnehmer und deren Mortalität.
Diejenigen Probanden, die mindestens drei Stücke Obst oder Gemüse täglich
gegessen hatten, zeigten eine um 27 Prozent erniedrigte Inzidenz für
Schlaganfälle und eine um 42 Prozent verminderte Mortalität aufgrund eines
Schlaganfalles. Ihr Risiko, an einer kardiovaskulären Erkrankung zu versterben,
war um rund ein Viertel geringer, als bei Probanden, die weniger als drei Stücke
Obst oder Gemüse täglich gegessen hatten.
„Der Effekt von Obst und Gemüse könnte sogar noch höher sein“, vermutet Eric
Rimm von der Harvard School of Public Health in einem Editorial in der gleichen
Zeitschrift (Am J Clin Nut 2002; 76:1-2). Die Studie habe nämlich nur
unterschieden zwischen Probanden, die sehr wenig Obst und Gemüse aßen und
solchen, die dies „moderat“ getan hätten (mindestens drei Stück). Eventuell
könne, wer mehr davon esse, den Effekt noch steigern. (21.06.02) Deutsches
Ärzteblatt
Enzyme steigern Gehalt an Antioxidantien
Sydney, 2. Juli (AFP) - Ein australischer Wissenschaftler hat einen
Weg gefunden, die gesundheitsfördernde Wirkung von Rotwein zu verstärken.
Allerdings habe das Enzym Pectolyt bislang noch negative Auswirkungen auf den
Geschmack des guten Tropfens, räumte Steven Clare von der Universität von
West-Sydney am Dienstag ein. Forscher hatten schon vor längerer Zeit
herausgefunden, dass in Rotwein enthaltene Antioxidantien vorbeugend gegen
Herzerkrankungen und Krebs wirken. Clare wies jetzt nach, dass die Produktion
dieser Antioxidantien erhöht werden kann, wenn dem Wein beim Gären das Enzym
Pectolyt beigemengt wird.
Clares Ziel ist es, einen Rotwein zu entwickeln, der als Medizinprodukt
vermarktet werden kann. Allerdings seien noch weitere Versuche notwendig, um
einen Enzym-Traubensaft ohne Geschmacksverlust zu schaffen. Binnen zwölf
Monaten will der Wissenschaftler mit seinen Forschungen am Ziel sein. Ihm
schwebe vor, dass auf Weinflaschen künftig der Gehalt an Antioxidantien
vermerkt werde, damit die Konsumenten sich ihren guten Tropfen nach der
gesundheitsfördernden Wirkung aussuchen können, betonte er.
Vitamine zähmen böse Buben
Da Voruntersuchungen zeigten, dass eine defizitäre Ernährung negative Effekte
auf das Verhalten haben kann, unternahmen englische Wissenschaftler folgenden
interessanten Test: Sie randomisierten 231 junge Häftlinge in eine Experimental-
und eine Kontrollgruppe. Die Experimentalgruppe erhielt Supplements, die Vitamin
A, D, B1, B2, B6, B12, C, E, K sowie Biotin, Nicotinamid, Pantothensäure,
Folsäure, Calcium, Eisen, Kupfer, Magnesium, Zink, Jod, Mangan, Kalium,
Phosphor, Selenium, Chrom und Molybden enthielten. Die Dosis der einzelnen
Bestandteile lag jeweils im Bereich der empfohlenen Tagesdosis. Die
Kontrollgruppe erhielt Plazebos und die Einnahmedauer lag zwischen zwei Wochen
und neun Monaten. Als Studienendpunkt galt die Häufigkeit von antisozialem
Verhalten. Die Auswertung zeigt eine Reduktion dieser Ereignisse in der
Verumgruppe um 26% im Vergleich zur Plazebogruppe. Die Autoren meinen daher,
dass derartige Nahrungsergänzung das antisoziale Verhalten reduziert.
Kommentar
In England hat diese Studie Schlagzeilen gemacht. Die Daten sind tatsächlich
verblüffend, dies umso mehr als die Studie von hoher methodischer Qualität ist.
Die Tragweite dieser Befunde, sollten sie sich bestätigen, ist enorm:
Gewaltreduktion auf Bevölkerungsbasis per Vitamintablette steht ins Haus! Ferner
sollten diese Daten diejenigen von uns zum Nachdenken anregen, die meinen, dass
unsere tägliche Ernährung nicht defizitär ist. Ehe wir jedoch englische
Fußballhooligans mittels Vitaminen zu braven Zuschauern transformieren muss noch
viel geforscht werden. Interessanterweise hörte man von offizieller englischer
Seite, dass man dieses Forschungsprojekt zunächst nicht weiterverfolgen will –
dafür sei kein Geld vorhanden. Und da soll man nicht aggressiv werden!?
E. Ernst
C.B. Gesch, M.S. Hammond, S. E. Hampson et al.Influence of supplementary
vitamins, minerals and essential fatty acids on the antisocial behaviour of
young adult prisoners. Br J Psychiat 181 (2002) 22–28.
MMW Fortschr. Med. 2002; 144 (31/32): 17 ©Urban & Vogel
Vitamine halten dilatierte Koronarien offen
BERN/SAN DIEGO. Die Behandlung von Patienten mit Vitaminen, welche den
Homozystein-Wert im Serum senken, verbessert die Behandlungsergebnisse nach
einer Angioplastie. Dies zeigen Ergebnisse der Swiss Heart Study im
amerikanischen Ärzteblatt (2002; 288: 973-79).
Homozystein hat sich in epidemiologischen Studien als unabhängiger
kardiovaskulärer Risikofaktor erwiesen. Warum die schwefelhaltige Aminosäure die
Gefäße beschädigt, ist nicht ganz klar. Man vermutet eine oxidative Wirkung auf
die Endothelien, was einer Atherosklerose Vorschub leisten könnte. Nun lässt
sich der Serumspiegel von Homozystein durch die Gabe von Folsäure, Vitamin B12
und Vitamin B6 senken.
An der Universitätsklinik Bern wurden zwischen Mai 1998 und April 1999 insgesamt
553 Patienten in eine randomisierte kontrollierte Studie eingeschlossen. Alle
Patienten litten an einer fortgeschrittenen Koronarsklerose und hatten sich
einer Angioplastie unterzogen. Die epidemiologischen Studien hatten nahegelegt,
dass gerade diese Gruppe durch Homozystein gefährdet ist.
Deshalb wurden den Patienten nach der Angioplastie über sechs Monate lang eine
Vitaminbehandlung verordnet, wobei die Hälfte allerdings ein Placebo erhielt.
Die ersten Ergebnisse hatte die Gruppe bereits im letzten Jahr veröffentlicht (NEJM
2001; 345: 1593-1600). Sie konnte damals schon eine signifikante Reduktion der
Restenose vermelden. Da das Interesse der Amerikaner an Vitaminen bekanntlich
sehr hoch ist, durfte sie jetzt erneut über die ersten Langzeitergebnisse
publizieren. Sie zeigt, dass die positive Wirkung auch ein halbes Jahr nach dem
Ende der Behandlung anhält. Die Notwendigkeit einer erneuten Revaskularisierung
wurde gegenüber der Vergleichsgruppe um 38 Prozent gesenkt. Auch im
Composit-Endpunkt Tod, nicht-tödlicher Infarkt oder Revaskularisierung wurde
eine Reduktion um relativ 32 Prozent festgestellt (Inzidenz des Endpunktes: 15,4
Prozent mit und 22,8 Prozent ohne Vitamine). In dem vielleicht wichtigsten
Endpunkt, der Sterberate, wurde dagegen kein signifikanter Vorteil gefunden. Wie
stark das Thema derzeit die Kardiologen beschäftigt, zeigt eine Aufzählung der
Studien, die derzeit den Wert der Vitaminbehandlung nach Revaskularisierung
untersuchen. Die Gruppe um Guido Schnyder, Universität von Kalifornien in San
Diego, und Yvonne Flammer, Bern, nennt hier die Norwegian Vitamin Interventional
Trial (NORVIT) und die Western Norway B-vitamin Intervention Trial (WENBIT). Ihr
Thema ist die Auswirkung der Homozystein-senkenden Behandlung auf die Koronare
Herzkrankheit. Die Vitamin Intervention for Stroke Prevention (VISP) Studie in
den USA wird über die Wirkung von Vitamin B auf Schlaganfallrezidive berichten.
Ähnliche Endpunkte hat die Prevention with a Combined Inhibitor and Folate in
Coronary Heart Disease (PACIFIC) Studie in Australien und die Study of
Effectiveness of Additional Reduction in Cholesterol and Homocysteine (SEARCH)
in Großbritannien. DEUTSCHES ÄRZTEBLATT (28.08.02)
Sehkraft im Alter: Vitaminpräparate
können Augen stärken
Bonn (dpa) - Um die Sehkraft auch im Alter zu erhalten, sollten Senioren unter
Umständen Vitaminpräparate zu sich nehmen. Besonders wichtig seien Vitamin A
sowie Vitamin C und E, so die Deutsche Seniorenliga in Bonn. Aber auch
Mikronährstoffe wie Beta-Karotin sowie Selen und Zink sollten in ausreichendem
Maße vorhanden sein, um der altersbedingten Augenkrankheit "Makuladegeneration"
vorzubeugen. Die Erkrankung sei die häufigste Ursache für das Nachlassen der
Sehkraft bei Senioren. Die Betroffenen litten vor allem unter dem Verlust der
persönlichen Mobilität. Insgesamt sind der Seniorenliga zufolge zwei Millionen
Menschen in Deutschland betroffen. netdoktor 13. September 2002
Beugen Vitamin C, Taurin und Allopurinol bei
Rauchern einer Atherosklerose vor?
DUBLIN/IOWA. Vitamin C, die Aminosäure Taurin und das Gichtmittel
Allopurinol bessern die endotheliale Dysfunktion. Diese Störung der
Gefäßwandfunktion gilt als eine der frühesten Störungen der Atherosklerose. Die
beiden Studien sind in der Online-Ausgabe von Circulation
(10.1161/01.CIR.0000046448.26751.58 und CIR.0000046447.72402.47) erschienen.
Die endotheliale Dysfunktion lässt sich nicht invasiv mit der „flow mediated
dilation“ (FMD) messen. Dabei wird der Blutfluss im Arm mittels
Blutdruckmanschette unterbunden und nach einer bestimmten Zeit wieder
freigegeben. Dies löst beim Gefäßgesunden eine Dilatation der Arterien aus, die
mit einem Ultraschallgerät gemessen werden kann.
Die Dilatation ist die Folge einer Freisetzung von Stickoxid und Endothelin-1
aus den Endothelien. Je stärker die Dilatation, desto besser ist die
Endothelfunktion und desto gesünder sind die Blutgefäße. Bei den Nichtrauchern,
die David Bouchier-Hayes vom Beaumont Hospital in Dublin untersuchte, kam es im
FMD-Versuch zu einer Dilatation von 3,39 Millimeter auf 3,7 Millimeter. Die
Gefäße der Raucher erweiterten sich dagegen fast gar nicht (von 3,33 Millimeter
auf 3,36 Millimeter).
Dann behandelte Bouchier-Hayes die Raucher über fünf Tage mit zwei Gramm Vitamin
C pro Tag. Danach erweiterten sich die Gefäße im FMD-Versuch auf 3,45
Millimeter. Eine fünftägige Behandlung mit 1,5 Gramm Taurin pro Tag steigerte
die Dilatation bei den Rauchern auf 3,7 Millimeter. Taurin kommt vor allem in
Fisch vor. Die im Versuch eingesetzte Menge entspricht der einer normalen
Fischmahlzeit.
In der zweiten Studie behandelte William Haynes von der Universität von Iowa in
Iowa City 14 starke Raucher und 14 Nichtraucher mit einer Dosis von 600
Milligramm Allopurinol oder ließ sie unbehandelt (einfach blinde
Cross-Over-Studie). Er untersuchte die endotheliale Funktion nicht mit der
FMD-Methode, sondern durch die intra-arterielle Injektion von Acetylcholin.
Danach kommt es zu einer Dilatation, die von der Funktion des Endothels abhängig
ist.
Die Gefäße der Raucher dilatierten deutlich schlechter (254 Prozent) als die
Gefäße der Nichtraucher (390 Prozent). Doch nach Einnahme von Allopurinol kam es
bei den Rauchern zu einer deutlichen Besserung der Dilatation auf 463 Prozent,
während die Werte bei den Nichtrauchern nahezu unverändert waren. Haynes führt
die Wirkung von Allopurinol auf die Hemmung der Xanthinoxidase zurück. Dieses
Enzym bildet freie Radikale, welche den durch das Rauchen geschädigten (aber
nicht den gesunden) Endothelien offenbar zusetzen.
Laut Haynes handelt es sich um die erste Studie, in der gezeigt werden konnte,
dass eine einzige Dosis Allopurinol eine schnelle und substanzielle Auswirkung
auf die Endothelfunktion hat. Die Untersucher betonen, dass ihre Versuche nur
der Grundlagenforschung dienen. Sie seien nicht auf einer Suche nach einer
vorbeugenden Behandlung gegen die Gefäßschäden des Rauchens. Die beste
Prophylaxe sei eine Tabakabstinenz. Die FWD und die Acetylcholin mediierte
Vasodilatation sind sicherlich kein harter Endpunkt in Studien zur Prävention
der Atherosklerose. (07.01.2003)
Vitamine können
Krebs-Risiko senken
Berlin (LIFELINE) - Präparate mit Betakarotin, den Vitaminen C und E, Selen und
Zink sind für Männer offenbar besonders vorteilhaft: Sie können bei ihnen die
Lebenserwartung steigern und das Krebs-Risiko reduzieren. Dies ist das Ergebnis
einer Studie mit 13.000 Teilnehmern am Scientific and Technical Institute for
Nutrition and Foods in Paris.
Die Hälfte der männlichen und weiblichen Probanden zwischen 35 und 60 Jahre
erhielt täglich eine Tablette mit 6 mg Betakarotin, 120 mg Vitamin C, 90 mg
Vitamin E, 20 mg Zink und 0,1 mg
Selen.
Die anderen Teilnehmer bekamen ein Plazebo-Präparat (Scheinmedikament). Es
zeigte sich, dass sich bei Männern aus der Vitamin-Gruppe das Krebs-Risiko um
31% und die Sterberate um 37% reduzierte, berichtet BBC-online.
Auf Herzerkrankungen hatten das Vitaminpräparat allerdings keinen Einfluss. Auch
profitierten weibliche Probanden offenbar nicht von den Vitamintabletten. Die
Wissenschaftler erklären dies damit, dass Frauen sich grundsätzlich gesünder
ernähren als Männer. Eine weitere Vitamingabe hat daher keinen wesentlichen
Einfluss auf ihre Gesundheit. Fände die Studie in England statt, würde sich
vielleicht auch bei Frauen eine positive Wirkung zeigen, meinen die
Wissenschaftler. Schließlich ernährten sich die Inselbewohner im Durchschnitt
schlechter als die Franzosen. 11. August 2003
Ein internationales Forscherteam hat eine neue Klasse von Antioxidantien entwickelt, die bis zu hundertmal wirksamer als Vitamin E sein sollen. Bisher galt Vitamin E (Alpha-Tocopherol) als wichtigste Waffe der Natur zum Schutz gegen Sauerstoffradikale.
Ein positiver Effekt von Antioxidanzien wird im Zusammenhang mit verschiedenen Krankheitsbildern diskutiert, unter anderem mit Rheuma, Alzheimer, Arteriosklerose und Krebserkrankungen. Ihre Wirkung beruht darauf, dass sie reaktive Sauerstoffmoleküle abfangen und so deren potenziell schädigende Wirkungen im Organismus verhindern. Als wichtigster Vertreter der Gruppe der Antioxidanzien galt bislang Vitamin E. Um einen noch besseren Radikalfänger zu finden, suchten Wissenschaftler um Derek A. Pratt von der Vanderbilt University nun nach einer phenolischen Verbindung, deren OH-Gruppe den Wasserstoff leichter abgibt als Alpha-Tocopherol. Derartige "Super-Radikalfänger" wurden bereits früher entwickelt, allerdings waren sie zu instabil, um brauchbar zu sein. Pratt und seinen Kollegen gelang es nun jedoch mithilfe einer Computersimulation, eine neue Klasse luftstabiler phenolischer Antioxidanzien zu entwickeln - so genannte Amino-Pyridinole. Zwei Vertreter dieser erwiesen sich im Experiment als besonders wirksame Radikalfänger. Sie bestehen aus einem Phenol-Sechsring, bei dem eines der Kohlenstoffatome durch ein Stickstoffatom ersetzt ist. Dieser aromatische Ring ist mit einem weiteren aliphatischen Kohlenstoffring, der ebenfalls ein Stickstoffatom enthält, fusioniert. "Diese Amino-Pyridinole sind, soweit wir es wissen, die schnellsten Peroxyl-Radikalfänger, die je beschrieben worden sind", so Pratt.
Quelle: www.pressetext.de, Meldung vom 19.9.2003
Mit
Antioxidantien gegen Katarakt
Als Nahrungsergänzungsmittel, das speziell auf den Bedarf der Augen abgestimmt
ist, steht nun eine Vitalstoffkombination aus Bioflavonoiden (Weintraubenkern-
und Heidelbeerextrakt) und hochdosiertem Vitamin C, ergänzt durch die Vitamine
A, E und Folsäure zur Verfügung. Die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen
über die Nahrung ist oft nicht ausreichend. Zudem verursachen zahlreiche
Faktoren des Alltagslebens oxidativen Stress, der langfristig zur Schädigung von
Linse und Glaskörper führen kann.
Starke Antioxidantien können dieses Risiko verringern, wie wissenschaftliche
Studien mit 300 mg Vitamins C
pro Tag zeigten, die das Katarakt-Risiko um den Faktor 4 reduzierten. Bioflavoniode
besitzen sogar eine 40-fach stärkere antioxidative Wirkung als Vitamin E.
Eine bioflavonoidreiche Diät kann so vor Katarakt-Progression schützen, wie in
weiteren wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde. Als Dosierung werden
täglich zwei Tabletten empfohlen.
Literatur:
Yamakoshi J, Saito M, Kataoka S, Tokutake S. Procyanidinrich extract from grape
seeds prevents cataract formation in hereditary cataractous (ICR/f) rats. J
Agric Food Chem. 2002 Aug 14; 50 (17): 4983-8.
Quelle: Novartis
Laser macht Krebs sichtbar
Den Krebs erkennen, ohne in den menschlichen Körper eingreifen zu müssen. Dieser
Vision sind Berliner Forscher einen großen Schritt näher gekommen. Mit Hilfe von
Laser-Licht bestimmen sie den Gehalt krebsspezifischer Substanzen in der Haut.
Das Verfahren nutzt die Tatsache, dass Prostata- und Brustkrebspatienten in
vielen Organen einen niedrigeren Gehalt an Antioxidantien wie Betakarotin und
Lycopin haben. Die Konzentration dieser auch als Radikalfänger bezeichneten
Substanzen im Blut zu bestimmen, ist allerdings aufwändig und teuer. Die
Berliner Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie den Gehalt
dieser Antioxidantien in der Haut bestimmen können. In einem speziellen
Laserspektroskopieverfahren bestrahlen sie die Haut mit Laser-Licht. Anhand des
Spektrums des reflektierten Lichts können sie den Gehalt der beiden Substanzen
bestimmen. Die schwachen Signale der
Antioxidantien müssen dabei so
verstärkt werden, dass sie spektroskopisch erfassbar werden. Ein geringer Gehalt
an Betacarotenen
(Provitamin
A) und Lycopin ist ein Hinweis auf das Vorliegen eines
Prostata- oder Mammakarzinoms.
Der große Vorteil dieser Methode ist, dass kein Eingriff in den Körper notwendig
ist (nicht-invasiv). Darüber hinaus ist die Untersuchung ungefährlich und
verursacht keine Schmerzen. Die Mediziner suchen schon lange nach
nicht-invasiven Methoden mit denen sie Personen untersuchen können, die ein
erhöhtes Risiko für bestimmte Krebserkrankungen haben.
Noch befindet sich das Laserspektroskopieverfahren in der Erprobungsphase. Die
Entwickler um Professor Lademann von der Klinik für Dermatologie der Charité in
Berlin haben die Messvorrichtungen so weit entwickelt, dass sie das Verfahren an
einer größeren Patientenzahl ausprobieren wollen. Neben dem Erkennen von
Krebserkrankungen könnte es auch zur Kontrolle des Therapieverlaufes genutzt
werden.
Sonnencreme mit Tee-Extrakt soll vor Hautkrebs schützen
New York - Tee kann offenbar Hautzellen vor UV-Licht schützen. Inhaltsstoffe
von grünem und schwarzem Tee, so genannte Polyphenole, hemmen Proteine, die an
der Entstehung von Hautkrebs beteiligt sind. Das berichteten jetzt Forscher des
Hormel-Instituts der University of Minnesota auf der Tagung der American
Chemical Society in New York. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für die
Entwicklung neuer UV-Schutzcremes dienen.
Die Forscher fanden im Versuch an Mäusen und Zellkulturen, dass die
Teeinhaltsstoffe ein Enzym hemmen, das bei der Entstehung von Krebs eine Rolle
spielt. Dieses bei Sonneneinwirkung verstärkt gebildete Enzym JNK-2 wurde durch
Polyphenole des Tees gehemmt. Auch so genannte Transkriptionsfaktoren wurden
durch diese Substanzen beeinflusst. Weitere Studien wären nun nötig, um die
Wirkung gegen das Melanom, die häufigste Form des Hautkrebses, zu belegen, sagt
Studienleiter Zigang Dong.
Die Teekomponenten könnten eventuell auch noch andere Krebs bedingende
Stoffwechselvorgänge hemmen. Untersuchungen anderer Wissenschaftler hätten
bereits gezeigt, dass grüner Tee wegen eines hohen Anteils an Antioxidantien
Krebs vorbeugen kann. Diese zerstören freie Radikale, die durch die Schädigung
der DNA Krebs bedingen können. Ebenso wurde auch das Koffein des Tees von Allan
Conney von der State University of New Jersey als Blocker für UV-Licht
induzierte Krebsbildung beschrieben.
"Teetrinken könne helfen", so Dong, "aber man muss eine sehr große Menge
trinken, um eine Anreicherung in der Haut zu erreichen". Etwa zehn Tassen wären
notwendig, um die Dosis zu erreichen, die sie auf der Haut von Mäusen im
Experiment angewendet haben. Eine Hautcreme mit Polyphenolen würde dann nicht
wie herkömmliche Sonnencreme UV-Licht absorbieren, sondern die Aktivierung Krebs
erregender Prozessen in der Zelle hemmen. ugs
Artikel erschienen am 9. Sep 2003
Prostatakarzinom: Nur ganze Tomaten wirken präventiv
CHAMPAIGN/ILLINOIS. Supplemente mit Lycopen, dem roten Farbstoff der Tomaten,
werden in der Anti-Aging-Szene als Mittel zur Vorbeugung eines Prostatakarzinoms
empfohlen. Doch eine tierexperimentelle Studie im Journal of the National Cancer
Institute (JNCI 2003; 95: 1578–86) kommt zu dem Ergebnis, dass andere
Inhaltsstoffe der Tomate für die präventive Wirkung verantwortlich sein müssen.
Außerdem bestätigt sich erneut, dass eine Kalorienrestriktion den besten Schutz
vor der Krebserkrankung bietet.
Das Carotenoid Lycopen gehört zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Unter
diesen Substanzen, welche die Früchte vor Sonnenlicht und Oxidation schützten,
vermuten viele Experten die krebspräventive Wirkung von Obst und Gemüse, nachdem
alle Versuche, eine vorbeugende Wirkung von Vitaminen zu belegen, gescheitert
sind. Andere Experten vermuten, dass nicht eine einzelne Substanz, sondern das
Zusammenwirken von vielen sekundären Pflanzenstoffen für die vorbeugende Wirkung
verantwortlich ist.
Die Untersuchung von Thomas Boileau von der Universität von Illinois in
Urbana-Champaign und Mitarbeitern bestätigt dies. Die Gruppe fütterte 194
männliche Ratten mit N-Methyl-N-Nitrosourea (NMU) und Testosteron, was bei den
Tieren ein Prostatakarzinom auslöst. Gleichzeitig wurden die Tiere entweder mit
einem Tomatenpulver (13 Milligramm Lycopen pro Kilogramm Nahrung) oder mit
Lycopen-Pellets (161 Milligramm Lycopen pro Kilogramm Nahrung) behandelt. Eine
dritte Gruppe erhielt Kontroll-Pellets ohne Lycopen. Gleichzeitig wurde bei
einem Teil der Tiere die Kalorienzufuhr um 20 Prozent eingeschränkt, während die
anderen Tiere so viel Nahrung zu sich nehmen konnten, wie sie mochten.
Die erste Überraschung war, dass die Lycopen-Konzentration im Serum bei den
Tieren, die mit Lycopen-Pellets gefüttert wurden, keineswegs höher war als in
der Gruppe, die Tomatenpulver erhalten hatte, obwohl sie mehr als zwölfmal so
viel Lycopen erhalten hatten. Auch die protektive Wirkung blieb aus. Die
Sterblichkeit an Prostatakrebs sank nur um nicht-signifikante neun Prozent. Bei
den mit Tomatenpulver gefütterten Tieren starben dagegen 28 Prozent weniger
Tiere an dem Tumor. Noch günstiger als die Nahrungsergänzung war die
Kalorienrestriktion. Sie senkte unabhängig (mit anderen Worten zusätzlich) das
Risiko eines Prostatakarzinoms um 32 Prozent. (05.11.2003) DEUTSCHES ÄRZTEBLATT
Vitamine verhindern Sehverlust bei fortgeschrittener AMD
BALTIMORE. Die Einnahme von hoch dosierten Vitaminpräparaten könnte viele
Patienten mit altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) vor einer Erblindung
bewahren. Darauf machen US-Mediziner in einer Studie in den Archives of
Ophthalmology (2003; 121: 1621-1624) aufmerksam.
Die Arbeitsgruppe um Neil Bressler von Johns Hopkins' Wilmer Eye Institute
bemüht sich um die Umsetzung der Ergebnisse der Age-Related Eye Disease Study (AREDS).
Diese Studie wurde vor zwei Jahren in den Archives of Ophthalmology
(2001;119:1417-1436) publiziert. Sie hatte gezeigt, dass bei bestimmten
Patienten mit AMD das Fortschreiten der Erkrankung um 27 Prozent (Odds Ratio
0,73; 99-Prozentintervall 0,54-0,99) verzögert werden kann, wenn sie hoch
dosiert mit antioxidativen Vitaminen (500 mg Vitamin C, 400 IE Vitamin E; 15 mg
Betacaroten) plus Zink (80 mg Zinkoxid) behandelt werden.
Das National Eye Institute und die American Academy of Ophthalmology haben
daraufhin Empfehlungen für Patienten ausgegeben, die ein hohes Risiko auf eine
fortgeschrittene AMD haben. Das sind Patienten mit intermediärer AMD auf einem
oder beiden Augen. Unter intermediärer AMD verstehen die US-Augenärzte den
Nachweis von vielen Drusen mittlerer Größe oder vereinzelten großen Drusen.
Weiterhin sollten Patienten mit fortgeschrittener AMD behandelt werden.
Dies wird definiert als ein Verlust von Sinneszellen oder unterstützendem Gewebe
im Bereich der Makula (fortgeschrittene “trockene” AMD) oder die Entwicklung von
abnormalen und fragilen neuen Blutgefäßen, aus denen Flüssigkeit oder Blut
austritt (“feuchte” AMD). Patienten mit der Frühform der Erkrankung – das ist
die überwiegende Mehrheit der Patienten – wurden ausgenommen, da die Erkrankung
anfangs nur langsam fortschreitet (1,3 Prozent mit Frühform erkranken in fünf
Jahren an fortgeschrittener Form) und die hoch dosierte Vitamingabe in der
Studie keine nachweisbare Wirkung hatte.
Die Umsetzung der Empfehlung erweist sich offenbar als schwierig, obwohl es sich
bei AREDS um eine randomisierte placebokontrollierte Studie mit einer hohen
Teilnehmerzahl handelte – an der Studie nahmen 4 757 Erwachsene im Alter
zwischen 55 und 80 Jahren teil - und die Ergebnisse signifikant waren. Deshalb
werben die Autoren jetzt mit einer neuen Publikation für die Behandlung. Nach
einer Berechnung von Bressler wäre die Behandlung nach den Kriterien der AREDS
für etwa acht Millionen Menschen in den USA im Alter über 55 Jahre indiziert.
Wenn alle diese Patienten hoch dosiert mit Vitaminen plus Zink behandelt würden,
könnte bei 300 000 Patienten in den nächsten fünf Jahren ein deutliches
Fortschreiten der Erkrankung bis zum Sehverlust oder zur vollständigen
Erblindung verhindert werden, schreiben Bressler und Mitarbeiter.
Die AMD ist die häufigste Erblindungsursache bei älteren Menschen. In
Deutschland leiden etwas zwei Millionen Menschen daran. Die Frühform der
Erkrankung, die “trockene” Form der AMD, lässt sich bei einem Viertel der über
75-Jährigen nachweisen. Für sie wäre die Vitaminbehandlung nicht indiziert. Doch
auch die Spätstadien sind keineswegs selten. An ihr leiden nach Informationen
der Deutschen Forschungsgemeinschaft insgesamt 6,5 Millionen Menschen in Europa.
Einen Blick auf die im Internet veröffentlichten Patienteninformationen zeigt,
dass die Vitamintherapie in Deutschland sehr zurückhaltend, wenn überhaupt
empfohlen wird. Der Hinweis auf die AREDS findet sich nicht. Meistens wird den
Patienten mit einem erhöhten Risiko zu einer vitaminreichen Ernährung geraten
(was den Kern der US-Empfehlungen nicht trifft). Vor der Vitamintherapie wird
den Patienten dringend zu einem Besuch des Augenarztes geraten, um die
Indikation zu stellen. (11.11.2003) DEUTSCHES ÄRZTEBLATT
Die Rotwein-Pille aus Italien
Gute Nachrichten für alle Gesundheitsbewußten, die keinen Rotwein mögen:
Italienische Forscher haben jetzt eine Pille entwickelt, die
Antioxidantienaus einem Glas Rotwein in
konzentrierter Form enthält, berichtet das Magazin "bild der wissenschaft"
online. Und diese Antioxidantien sind es, die den Rotwein so gesund machen: Sie
fangen im Körper die freien Radikale ab.
Erfunden wurde die Rotwein-Pille vom Biochemischen Institut in Pavia. Als
Ausgangsmaterial für ihre Tabletten verwenden die Wissenschaftler die sogenannte
Vinasse, die sirupartigen Reste, die übrig blieben, wenn für Hochprozentiges der
Alkohol aus Wein abdestilliert wird.
Darin sind die gesunden antioxidativen Polyphenole konzentriert. Es werden
Zucker, Aminosäuren und ein Konservierungsmittel hinzugegeben, die Mischung wird
gefiltert und in kleine Behälter gegossen. Durch Gefriertrocknung entstehen dann
die Rotwein-Tabletten. Ärzte Zeitung, 20.01.2004
Verzehr von Obst und Gemüse kann Erblindungsrisiko im Alter
senken
BOSTON. Eine gesunde Ernährung mit häufigem Verzehr von Obst und Gemüse kann
möglicherweise das Auftreten einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)
verhindern, die die häufigste Erblindungsursache im Alter ist. Nach den
Ergebnissen einer prospektiven Beobachtungsstudie in den Archives of
Ophthalmology (2004;122; 883-892) könnte die Zahl der Erkrankungen um ein
Drittel gesenkt werden.
Die Zahl ist das Ergebnis einer kombinierten Analyse der Nurses' Health Study
und der Health Professionals Follow-up Study, jener fast schon legendären
Kohorten aus US-Krankenschwestern und männlichen Beschäftigten im
Gesundheitswesen, die seit 1976 beziehungsweise 1986 regelmäßig nach ihren
Lebensgewohnheiten befragt werden. Die Angaben werden dann zu den späteren
Erkrankungen in Beziehung gesetzt. Das Ergebnis sind “Assoziationen”, hinter
denen nicht immer eine “kausale” Beziehung stehen muss. Die Ergebnisse von
prospektiven Beobachtungsstudien sind deshalb immer kritisch zu hinterfragen.
Im aktuellen Fall sind die Bedenken weniger begründet, denn vor drei Jahren hat
eine Interventionsstudie, die Age-Related Eye Disease Study (AREDS), bereits
gezeigt, dass eine Therapie mit
antioxidativen
Vitaminen und Spurenelementen (Vitamine
C und E,
Betacaroten und Zink)
das Fortschreiten der AMD bremsen kann. Obst und Gemüse sind reich an Vitaminen,
was der Anlass für die jetzige Studie gewesen sein dürfte. Denn wenn eine
Therapie das Fortschreiten der Erkrankung aufhält, dann sollte auch eine
Prävention mit ähnlichen Mitteln erfolgreich sein.
Die Publikation von Eunyoung Cho und Mitarbeitern vom Brigham and Women's
Hospital in Boston, die die Daten von 77 562 Frauen und 40 866 Männern
auswerteten, zeigt, dass der häufige Verzehr von Obst und Gemüse das Risiko der
AMD senkt. Dies gilt allerdings nur für die schwere Form der Erkrankung, die
“feuchte” AMD, bei der es zu Neovaskularisationen in der Retina kommt. Diese
Erkrankung trat nach einer Beobachtungszeit von 18 Jahren (Frauen)
beziehungsweise 12 Jahren (Männer) um 36 Prozent seltener auf, wenn die Frauen
oder Männer mehr als dreimal am Tag Obst oder Gemüse verzehrten: Das
multivariate relative Risiko betrug 0,64 (95-Prozent-Konfidenzintervall
0,44–0,93; p für Trend = 0,004) verglichen mit dem Verzehr von weniger als 1,5
mal Obst oder Gemüse pro Tag.
Doch für die frühe Form der Erkrankung, die “trockene” AMD, bei des es zu
Ablagerungen (Drusen) in der Retina kommt, wurde keine protektive Wirkung
gefunden. Möglicherweise sind die antioxidativen Vitamine erst wirksam, wenn die
Erkrankung weiter fortgeschritten ist.
Die Auswertung nach den Obst und Gemüsesorten zeigt allerdings auch, dass vor
allem der reichliche Verzehr von Orangen und Bananen mit einem niedrigeren
Risiko auf eine Spät-AMD einhergehen. Für Karotten, die wegen ihres hohen
Betaracotengehalts als besonders gesund für die Augen gelten, gab es nur einen
Trend. In der Aufschlüsselung nach der Zufuhr der einzelnen Vitamine ergab sich
dagegen für keine der enthaltenen Vitamine eine protektive Wirkung. Diese war
auch für die Vitaminpräparate, die viele Amerikaner täglich einnehmen, nicht
nachweisbar. Es ist deshalb denkbar, dass noch andere Inhaltsstoffe von Obst und
Gemüse für die protektive Wirkung verantwortlich sein könnten, also etwa die
Flavonoide, die Ballaststoffe, Folsäure oder Kalium. Dies wurde in der
jetzigen Studie allerdings nicht untersucht.15.06.2004 DEUTSCHES ÄRZTEBLATT
Äpfel gegen Alzheimer
Der regelmäßige Genuss von Äpfeln könnte helfen, neurodegenerativen
Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson vorzubeugen. Das schließen
amerikanische Wissenschaftler aus den Ergebnissen von zwei Laborstudien an
kultivierten Hirnzellen von Ratten. Dabei hatten die Forscher entdeckt, dass
Antioxidantien aus frischen Äpfeln die Zellen sehr effektiv gegen die
schädlichen Wirkungen aggressiver freier Radikale schützen. Als besonders
wirkungsvoll erwies sich die Substanz Quercetin, die in und direkt unter der
Apfelschale vorkommt. Über die Untersuchungen von Cy Lee und seinen Kollegen
berichtet die Cornell-Universität.
In immer mehr Studien finden Wissenschaftler Hinweise auf
gesundheitsfördernde und vorbeugende Wirkungen von Äpfeln. So soll das
Kernobst beispielsweise vor Krebs schützen, Allergien lindern, den
Cholesterinspiegel senken und Herzkreislauferkrankungen vorbeugen können. Im
Mittelpunkt des Interesses steht dabei das Antioxidans Quercetin, das auch
in Zwiebeln, Grünkohl, Brombeeren und Preiselbeeren enthalten ist. Die
Substanz gehört zu den Flavonoiden und fängt die meist sauerstoffhaltigen
freien Radikale ab, die im Körper den so genannten oxidativen Stress und
damit Schäden an Zellen und Gewebe verursachen.
Freie Radikale werden auch mit der Entstehung von Krankheiten wie Parkinson
oder Alzheimer in Verbindung gebracht, bei denen Nervenzellen zerstört
werden. Um zu überprüfen, ob die antioxidative Wirkung von Äpfeln auch vor
solchen Erkrankungen schützen kann, setzten die Forscher Nervenzellen aus
Rattenhirnen simuliertem oxidativen Stress aus. Tatsächlich konnten die
aggressiven Teilchen den Zellen deutlich weniger anhaben, wenn diese vorher
mit einem Extrakt aus roten Delicious-Äpfeln behandelt worden waren. Über
die Ergebnisse dieser Untersuchung berichten Lee und seine Kollegen in der
Fachzeitschrift Journal of Food Science (Bd. 69, S. 357).
Eine weitere Studie zeigte den Wissenschaftlern, dass auch bei den
Hirnzellen die schützende Wirkung hauptsächlich vom Quercetin ausging. Der
Schutzeffekt des Flavonoids war dabei sogar effektiver als der von Vitamin
C, schreiben die Forscher im Fachmagazin Journal of Agricultural and Food
Chemistry (Dezemberausgabe). Obwohl die Ergebnisse bislang nur aus
Laboruntersuchungen stammen, empfiehlt Lee, möglichst häufig frische Äpfel
zu essen. Rote Sorten sind dabei besser geeignet als gelbe oder grüne, da
sie mehr Antioxidantien enthalten.
http://www.baeder-fuehrer.de
Obst und Gemüse beugen Krebs nicht vor
Bei Männern ließ sich damit jedoch die Krebsrate um 30 Prozent senken
Gesunde Ernährung schützt nicht vor Brustkrebs / Vitaminpillen senken
Krebsrisiko offenbar nur bei Männern
NEU-ISENBURG (mut). Frauen, die viel Obst und Gemüse essen oder Antioxidantien
einnehmen, können damit ihr Krebsrisiko nicht senken. Bei Männern haben
zumindest Vitamin-Pillen eine gewisse Schutzwirkung.
Das haben Daten aus prospektiven Studien ergeben, die vor kurzem veröffentlicht
worden sind. Sie widerlegen die Annahme aus älteren Fall-Kontroll-Studien, daß
gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse das Krebsrisiko deutlich senkt.
In einer Studie mit über 100 000 Männern und Frauen war die Rate von
Krebserkrankungen bei Personen, die viel Obst und Gemüse aßen, genau so hoch wie
bei Personen, die auf Grünes weitgehend verzichteten (J Nat Cancer Inst 96,
2004, 1596).
Und in einer aktuellen Studie mit über 280 000 Frauen gab es keinen Unterschied
bei der Brustkrebsrate zwischen den Frauen, die am meisten Obst und Gemüse aßen,
und den Frauen, die am wenigsten davon verzehrten (JAMA 293, 2005, 183).
Auch von Tabletten mit antioxidativen Vitaminen und Spurenelementen profitieren
Frauen nicht, hatte eine Interventionsstudie mit über 13000 Teilnehmern ergeben.
Bei Männern ließ sich damit jedoch die Krebsrate um 30 Prozent senken -
und erreichte etwa das gleiche Niveau wie bei Frauen (Arch Intern Med 164, 2004,
2335). Immerhin: Wer wenig Rind- und Schweinefleisch ißt, dafür viele
Ballaststoffe, bekommt seltener Darmkrebs. Ärzte Zeitung, 19.01.2005
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Von Pillen mit Antioxidantien profitieren offenbar nur Männer
Interventionsstudie mit
Vitamien C
und
E, Zink
und Selen / 30
Prozent erniedrigte Krebsrate bei Männern mit Nahrungsergänzung
PARIS (mut). Von antioxidativen Vitamin- und Mineralstoffpräparaten profitieren
offenbar nur Männer, nicht aber Frauen. Dies hat eine große prospektive Studie
ergeben. Nur bei Männern läßt sich damit die Inzidenz von Krebserkrankungen
deutlich senken. Ein möglicher Grund: Frauen ernähren sich gesünder, ihnen
bringen zusätzliche Vitamindosen nichts, Männer haben dagegen oft Vitaminmangel.
Antioxidative Vitamine wie Beta-Karotin und Vitamin C sowie Mineralstoffe wie
Zink und Selen können frei Radikale binden, die etwa bei der Entstehung von
Krebs oder Athero-sklerose von Bedeutung sind. Ob eine Nahrungsergänzung mit
solchen Substanzen tatsächlich vor Krebs und Herzinfarkt schützt, dazu gab es
bisher meist Fall-Kontroll-Studien mit oft widersprüchlichen Ergebnissen.
In der SU.VI.Max-Studie (Supplémentation en Vitamines et Minéraux Antioxidants)
wurde jetzt erstmals mit einer großen Teilnehmerzahl prospektiv überprüft, ob
Personen aus einer Industrienation, die in der Regel mit Vitaminen und
Mineralien gut versorgt sind, einen Zusatznutzen von Präparaten mit
Antioxidantien haben (Arch Intern Med 164, 2004, 2335).
Primäre Endpunkte waren Krebserkrankungen aller Art sowie kardiovaskuläre
Ereignisse. Insgesamt erhielten über 13 000 Teilnehmer aus Frankreich
siebeneinhalb Jahre entweder Placebo oder täglich ein Präparat mit dem
Eineinhalb- bis Dreifachen der empfohlenen Tagesdosis an Vitamin C (120 mg),
Vitamin E (30 mg), Beta-Karotin (6 mg), Selen (100 µg) und Zink (20 mg).
Die Ergebnisse: Insgesamt gab es keine signifikanten Unterschiede bei der
Häufigkeit von kardiovaskulären Ereignisse. Die Krebsinzidenz war bei Männern
mit Antioxidantien signifikant um etwa 30 Prozent niedriger als bei Männern mit
Placebo (88 versus 124 Krebspatienten). Bei Frauen gab es keinen nenneswerten
Unterschied zwischen beiden Gruppen. Unterschiede bei der Sterberate gab es
ebenfalls nur bei Männern: So starben in der Gruppe mit Antioxidantien 40 Männer
und 36 Frauen, ohne waren es 63 Männer und 35 Frauen.
Den Autoren fiel auf, daß die Männer zu Beginn der Studie im Schnitt deutlich
niedrigere Serum-Werte an Vitamin C und E hatten als Frauen. Ein Grund dafür
könnte eine ungesündere Ernährung der Männer sein. Vielleicht führen auch
hormonelle Unterschiede zu den unterschiedlichen Serum-Werten. Wird der Körper
jedoch gut über die Nahrung mit Antioxidantien versorgt, so die Autoren, bringt
die Nahrungsergänzung offenbar keinen zusätzlichen Nutzen. Ärzte Zeitung,
19.01.2005
Obst und Gemüse: Schutz vor Krebserkrankungen?
Stellungnahme des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke
(DIfE)
Seit Beginn der 90er Jahre wird mit der 5-am-Tag-Kampagne, einer der größten
gesundheitsbezogenen Kampagnen der letzten Jahre, in den USA und in Europa das
Ziel verfolgt, den Verzehr von Gemüse und Obst anzuheben - in Deutschland von
derzeitig durchschnittlich 350 g/Tag auf 650 g/Tag. Ein wesentlicher Grund für
diese Kampagne war die Annahme, dass sich ein großer Teil der Krebserkrankungen
durch Änderungen der Ernährungsgewohnheiten verhindern ließe (Doll und Peto,
1981). Diese Annahme wurde durch Ländervergleiche, Fall-Kontroll-Studien und
einige wenige Kohortenstudien gestützt. In den letzten Jahren sind die Daten
mehrerer großer, prospektiv angelegter Kohortenstudien publiziert worden, so
dass u.E. die Bewertung der vermuteten Assoziation von Obst- und Gemüse-Verzehr
und Krebsrisiko nun auf einer breiteren Datenbasis erfolgen kann.
Die Auswertung der beiden amerikanischen Kohorten Nurses Health Study und Health
Professional Study (insgesamt 109,000 Teilnehmer, 2500 Krebsfälle) zeigte keinen
Einfluss des Obst- und Gemüseverzehrs auf das gesamte Krebsrisiko und nur eine
geringe (und nicht signifikante) Absenkung des Erkrankungsrisikos für chronische
Erkrankungen (5%) insgesamt (Hung et al., 2004). Dieses Ergebnis schließt jedoch
nicht aus, dass es für einzelne Krebsarten und in anderen Populationen
signifikante Assoziationen gibt. Deshalb sollten zur Beurteilung der Datenlage
alle prospektiv angelegten Untersuchungen, die nach Krebsart differenzieren,
insbesondere auch die wichtigsten europäischen Studien, herangezogen werden.
Die Daten der prospektiven Kohortenstudien zeigen übereinstimmend, dass zwischen
dem Verzehr von Obst und Gemüse und dem Risiko einer Brustkrebserkrankung keine
Assoziation besteht (Smith-Warner et al., 2001; van Gils et al., 2005). Sie
zeigen aber ein signifikant erniedrigtes Lungenkrebs-Risiko in der Quintile
(Fünftel) der Studienteilnehmern mit dem höchsten Obstverzehr (Voorrips et al.,
2000; Smith-Warner et al., 2003; Miller et al., 2004). Diese Assoziation ist ein
Hinweis auf eine schützende Wirkung des Obstverzehrs, kann diese jedoch nicht
zweifelsfrei beweisen. Es muss zudem hervorgehoben werden, dass die Daten für
den geringeren Obstverzehr von Rauchern korrigiert werden mussten; einige
Autoren schließen deshalb nicht aus, dass die Assoziation durch einen
Rest-Effekt des sog. Confounders Rauchen zustande gekommen ist (Smith-Warner et
al., 2003).
Die Daten zur Rolle des Obst- und Gemüseverzehrs in der Entstehung des Colon/Rectum-Carcinom
sind bislang inkonsistent, zeigen geringe Effekte und z.T. nur in Subgruppen der
Studienpopulationen (s. Tabelle). Allerdings ist die Rolle der Ernährung für die
Entstehung dieser Krebsform am besten belegt: So hatte die EPIC-Studie gezeigt,
dass ein hoher Ballaststoffgehalt der Ernährung mit einem erniedrigten
Dickdarmkrebs-Risiko assoziiert ist (Bingham et al., 2003).
Nach der jetzigen Datenlage ist also das vermutete Krebs-präventive Potenzial
von Obst und Gemüse geringer als bislang angenommen und auf wenige Krebsarten
beschränkt. Ob sich diese Beurteilung nach sehr langen Beobachtungszeiten ändern
kann, werden die weiteren Auswertungen der noch laufenden EPIC-Studie sowie
anderer großer Kohortenstudien klären.
Die 5-am-Tag-Kampagne hat ihre Begründung auch in der Beobachtung, dass
Herz-Kreislauferkrankungen in Bevölkerungsgruppen, die viel Gemüse und Obst
verzehren, vermindert auftreten (WHO, 2003). Dieser Effekt wurde in der
US-amerikanischen Studie (Hung et al., 2004) bestätigt: eine Erhöhung des Obst-
und Gemüseverzehrs von durchschnittlich 2,6 auf 9,4 Portionen pro Tag senkte das
Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen pro Gemüse- und Obstportion um 12%. Die
Beweislage für einen protektiven Effekt eines hohen Gemüse- und Obstverzehrs ist
also für Herz- Kreislauferkrankungen erheblich besser als für Krebserkrankungen,
wie zudem schon 2003 von einem Expertengremium der Weltgesundheitsorganisation
festgestellt wurde (WHO 2003). Deshalb kann u.E. an der allgemeinen Empfehlung,
den Obst- und Gemüseverzehr in Deutschland auf die in Spanien und Griechenland
verzehrte Menge (650g) anzuheben, festgehalten werden. 08.02.2005 Infos für
Ärzte http://www.journalmed.de
Prof. Dr. Dr. H.-G. Joost
Wissenschaftlicher Direktor
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke
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Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke
NADH-Gabe schützt vor freien Radikalen
Je geringer die Kapazität des Antioxidantienstatus, desto höher ist das Risiko
einer Zellschädigung
Freie Radikale können Zellen angreifen, die Gabe von Antioxidantien wie
NADH bietet einen nachweislichen Schutz vor Schädigungen.
„Freie Radikale sind extrem reaktive Atome oder Moleküle mit einem ungepaarten
Elektron in der äußersten Elektronenhülle“, berichtete Prof. DDr. Jörg G. D.
Birkmayer, Wien, Ende Februar 2005 beim Symposium der Wiener Internationalen
Akademie für Ganzheitsmedizin „Säuren-Basen-Schlacken“: „Durch diese Eigenschaft
können sie im Organismus Zellen angreifen und die Zellstrukturen empfindlich
schädigen. Freie Radikale sind an der Entstehung zahlreicher chronischer
Krankheiten wie Herz- und Gefäßerkrankungen, Krebs, Arthritis, Diabetes,
Autoimmunerkrankungen und alkoholische Lebererkrankungen beteiligt. Außerdem
beschleunigt die regelmäßige Einwirkung freier Radikale den natürlichen
Alterungsprozess.“ Antioxidantien sind Moleküle, die gegen Oxidation schützen.
Dabei wird zwischen chemischen Antioxidantien (wie Butylhydroxytoluol und
Konservierungsmittel) und biologischen Antioxidantien (wie Selen, Glutathion,
Coenzym 1 (NADH), Superoxiddismutase sowie Vitamin A, C und E) unterschieden.
Antioxidantien wirken umso stärker, je höher ihr Reduktionspotenzial ist
(Tabelle).
Aussagekräftige Antioxidantien-Tests betreffen die Glutathionperoxidase
(photometrisch), Superoxiddismutase (photometrisch), Glutathion (HPLC),
Vitamine A, C und E (HPLC), Selen,
Zink und Molybdän (AAS), Malondialdehyd (HPLC) und NADH Verbrauchstest (ENMA-Test).
Richard Passwater schrieb 1997 im Vorwort des Buches „NADH the Energizing
Coenzyme“, es gebe zwar keine Substanz im menschlichen Organismus mit dem
Prädikat „am wichtigsten“ oder „das wichtigste Antioxidans“, aber NADH komme
diesem Anspruch sehr nahe.
Zell-Treibstoff NADH
NADH kommt in relativ hohen Konzentrationen im Herz, Hirn und in den Muskeln
vor, weil diese Organe die meiste Energie benötigen. NADH ist die biologische
Form von Wasserstoff, der mit dem Sauerstoff der Zelle unter Bildung von
ATP-Energie und Wasser reagiert. Je mehr Energie eine Zelle hat, desto höher ist
ihr ATP-Gehalt. NADH ist somit ein wichtiger Treibstoff der Energieproduktion in
der Zelle. Es unterstützt die Reparatur von Zell- und DNA-Schäden, stimuliert
das Immunsystem und steigert die Nitroxyd-Produktion (NO). Die neue Methode zur
Bestimmung der ATP-Zell-Energie ist laut Birkmayer der ENMA-Test (Extracellular
NADH Metabolization Assay). Der ENMA-Test misst, wie viel NADH von Blutzellen
metabolisiert wird. Eine Untersuchung an Marathonläufern zeigte, dass die
tägliche Einnahme von 30 mg NADH (Enada®) über vier Wochen im Vergleich zu
Placebo zu einem deutlich gesteigerten NADH-Gehalt im Blut führte. Eine andere
Untersuchung konnte nachweisen, dass die Gabe von NADH die Niere vor
Zellschädigung durch Lipidperoxidation schützt. Die Inkubation von Myokardzellen
mit NADH führt zu einer Zunahme von ATP innerhalb dieser Zellen.
Ärztewoche, 19. Jhg., Nr. 12, 2005
Von Philipp Grätzel von Grätz
Wie alle Eltern wollen auch Eltern von Kindern mit Down-Syndrom nur das
Beste für ihren Nachwuchs. Beim Down-Syndrom (Trisomie 21) gehören dazu
Versuche, den Krankheitsverlauf durch Nahrungsergänzungsmittel oder
Medikamente günstig zu beeinflussen. Dazu gibt es durchaus vielversprechende
Ansätze. Angemessen evaluiert wurde bisher aber keine der Strategien.
Der Blick in die Literatur ist zunächst ernüchternd: "Nur die wenigsten
Studien in diesem Bereich erfüllen die Ansprüche an kontrollierte klinische
Untersuchungen", sagte Dr. Eva Stierkorb von der Uniklinik Homburg/Saar bei
einer Veranstaltung der Stiftung für das behinderte Kind in Berlin. "Und
die, die den Standards gerecht werden, waren bisher ausnahmslos ohne Effekt,
egal ob Nahrungsergänzungsstoffe oder Medikamente untersucht wurden."
Dennoch sei die Grundlage für die Ansätze meist plausibel, so Stierkorb.
So sei nachgewiesen, daß bestimmte Enzyme, die auf dem überschüssigen
Chromosom 21 codiert werden, um 30 bis 50 Prozent stärker aktiv sind als bei
Menschen ohne eine Trisomie 21. Dazu gehört etwa die Superoxiddismutase.
Deren Aktivität wird als Grund dafür angesehen, daß bei Menschen mit
Down-Syndrom vermehrt freie Radikale in verschiedenen Geweben nachweisbar
sind, im Gewebe also oxidativer Streß entsteht. Das wiederum könnte Ursache
der für Betroffene und Angehörige belastenden Infektanfälligkeit von
Trisomie-21-Kindern sein.
"Behandlungen mit Antioxidantien zur Nahrungsergänzung war aber bisher in
kontrollierten Studien kein Erfolg beschieden", so Stierkorb. Allenfalls
Surrogatparameter ließen sich günstig beeinflussen. So führte die Therapie
mit Vitamin E in vitro zu einer Verringerung der bei Down-Syndrom häufigen
Chromosomenschäden in Lymphozyten. Eine Selen-Therapie konnte in einer
offenen Studie die Infekthäufigkeit reduzieren. Allerdings war die Gruppe
mit 48 Teilnehmern zu klein und die Follow-up-Zeit mit sechs Monaten zu
kurz, um Rückschlüsse ziehen zu können.
Zink beeinflußte die Häufigkeit von Infekten in einer Placebo-kontrollierten
Studie mit 64 Patienten und einer Follow-up-Zeit von einem Jahr nicht.
Aufgrund der momentanen Datenlage hält Stierkorb die Anwendung von
Antioxidantien bei Kindern mit Down-Syndrom vorläufig nicht für
gerechtfertigt. Allerdings werden in wenigen Monaten die Ergebnisse einer
vierarmigen, randomisiert-kontrollierten Studie aus England bei 156 Kindern
mit Down-Syndrom erwartet. Darin werden mehrere antioxidative Strategien
evaluiert, und die Kinder werden mindestens 18 Monate lang nachbeobachtet.
Auch die Erfahrungen mit medikamentösen Therapien bei Down-Syndrom sind noch
begrenzt. Einer der interessantesten Kandidaten ist derzeit das aus der
Therapie bei Morbus Alzheimer bekannte Antidementivum Donepezil. Der
Hintergrund: Bei Down-Syndrom ist die Synthese des
Beta-Amyloid-Vorläuferproteins gesteigert, des Proteins also, aus dem sich
Alzheimer-Plaques entwickeln. Auch ist bekannt, daß Menschen mit
Down-Syndrom im Mittel früher an Morbus Alzheimer erkranken als Menschen
ohne Trisomie 21.
Der Cholinesterasehemmer Donepezil wurde schon in sechs klinischen Studien
bei Down-Syndrom erprobt. Allerdings hatten die Studienteilnehmer schon zu
Beginn Alzheimer-Symptome. "Der Effekt war gut: Sowohl auf die Entwicklung
der Demenz als auch auf die sprachlichen Fähigkeiten hatte die Therapie
günstige Effekte", so Stierkorb. Rückschlüsse auf einen möglichen
präventiven Nutzen der Therapie ließen sich daraus aber noch nicht ziehen.
Auch die Effekte von Piracetam - ein weiteres Demenz-Mittel - auf die
kognitiven Fähigkeiten wurde bereits bei Kindern mit Down-Syndrom in einer
randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie geprüft. Ergebnis: In 14
validierten Tests gab es in Hinblick auf die Entwicklung der geistigen
Fähigkeiten der Kinder mit Trisomie 21 keine Unterschiede zwischen den
Studienarmen, so Stierkorb.
"Insgesamt können wir sagen, daß die derzeitige Studiensituation zur
kognitiven oder infektpräventiven Begleittherapie bei Down-Syndrom der
Häufigkeit der Trisomie 21 in keiner Weise gerecht wird", so Stierkorbs
Fazit. Sie empfiehlt, bei Nahrungsergänzungsstoffen, die Infekte verhindern
sollen, zurückhaltend zu sein, bis die Ergebnisse der Studie aus England
vorliegen. Auch eine medikamentöse Therapie zur Verbesserung der kognitiven
Leistungsfähigkeit könne derzeit noch nicht empfohlen werden.
Weitere Infos im Web: www.stiftung-behindertes-kind.de
Quercetin: Zwiebel, Tee, Äpfel und Rotwein können Risiko
einer Herzerkrankung vermindern
Eine Ernährung, die reich an Flavonoiden ist, kann bei ersten
Anzeichen einer Herzerkrankung gegensteuern. Wissenschaftler des Institute of
Food Research haben sich auf Quercetin konzentriert, das in Tee, Zwiebeln,
Äpfeln und Rotwein enthalten ist. Die Studie zum Thema Atherosklerose
untersuchte die Auswirkungen nachdem das Quercetin vom Körper abgebaut wurde. Es
konnte ein positiver Einfluss auf chronische Entzündungen nachgewiesen werden,
die zu einer Verdickung der Arterien führen können.
Frühere Studien haben gezeigt, dass Quercetin sehr rasch durch den Darm und die
Leber abgebaut wird. Im Blut selbst ist es normalerweise nicht nachweisbar.
Daher analysierten die Forscher die Bestandteile, die in die Blutbahn gelangen,
nachdem das Quercetin aufgenommen und abgebaut wurde. Die Bestandteile wurden in
Konzentrationen eingesetzt, die in etwa jenen entsprechen, die nach der
Verdauung entstehen. Behandelt wurden Zellen, die von der Innenseite von
Blutgefäßen stammten.
Der leitende Wissenschaftler Paul Kroon erklärte, dass jene Bestandteile
überprüft worden seien, die im Blut nachgewiesen werden können. Genau diese
Bestandteile seien es, die mit dem menschlichen Gewebe in Berührung kommen und
daher eine Wirkung auf die Gesundheit der Arterien haben können. "Die Wirkung
ist subtiler als bei Experimenten, die die Grundkomponente nutzen. Die
Stoffwechselprodukte haben immer noch eine Wirkung auf die Blutgefäße."
Die Studie ergab, dass im Falle eines entzündlichen Vorganges eine niedrigere
Dosis der Bestandteile, die in etwa 100 bis 200 Gramm Zwiebeln entspricht, eine
größere Wirkung hat. Die Ernährungswissenschaftlerin Bridget Aisbitt von der
British Nutrition Foundation betonte, dass Entzündungen eine wichtige Rolle bei
der Verengung der Arterien spielen, die ihrerseits zu einem Herzanfall oder
einem Schlaganfall führen können. "Diese Studie liefert eine Erklärung dafür,
warum eine Ernährung, die reich an Früchten und Gemüse ist, das Risiko einer
Erkrankung zu verringern scheint." Laut BBC werden in Großbritannien nur zwei
Portionen Obst und Gemüse pro Tag gegessen. Daher sollte man laut Aisbitt darauf
achten, fünf Mal am Tag Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. 14.11.2007 Infos für
Ärzte
http://www.journalmed.de/newsview.php?id=19419