ALTERUNGSPROZESSE
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Programmtheorien-Telomerverlust
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Ernährung im Alterungsprozeß
Faktoren,
die die Lebenserwartung beeinflussen
News:Tödlicher Jungbrunnen: Vor zwei Jahren glaubten Forscher den Jungbrunnen entdeckt zu haben: Sie hatten mit Hilfe eines Eiweißes die Teilungsfähigkeit von Gewebezellen in der Kulturschale erhöht und ihre Alterung verzögert. Sie nahmen an, über eine Quelle an jungen Reperaturzellen zu verfügen, um altersbedingte Krankheiten zu heilen. Doch dieser Eingriff fördert Tumore. Die Forscher behandeln die Zellen mit dem Eiweiß, dass ewige Jugend verhieß und aktivierten dabei ein gefährliches Krebsgen. Das Krebsgen c-myc spielt bei vielen menschlichen Tumoren eine wichtige Rolle und konnte bei verschiedenen Versuchen nicht ausgeschaltet werden. (Süddeutsche Zeitung, S. V2/11,
26.06.2000
Lebenserwartung: Die Menschen in den 15 Mitgliedsländern der Europäischen Union werden immer älter. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Jungen bei der Geburt beträgt derzeit 74,6 Jahre, die von Mädchen sogar 80,9 Jahre. Das geht aus einem gemeinsamen, gestern veröffentlichten Bericht des EU-Statistikamtes Eurostat in Luxemburg und des Europarates zum vergangenen Jahr hervor. Damit nahm das zu erwartende Lebensalter seit 1980 bei beiden Geschlechtern um rund fünf Jahre zu. Die höchste Lebenserwartung in der Union haben Spanierinnen mit 82,5 Jahren, die geringste portugiesische Männer mit 71,7 Jahren. In Deutschland werden Frauen nach den Angaben 80,6 Jahre alt und Männer 74,5 Jahre. (Süddeutsche Zeitung, S. 6, dpa, 12.08.2000)ew
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Warum altern (vergreisen) wir ? Wenn wir nicht so altern würden,
wie wir es zur Zeit tun, würden wir nach Meinung von D. Pearson/S.
Shaw durchschnittlich etwa 800 Jahre leben, nach Meinung von RM Ness/GC
Williams etwa 690 Jahre. Unsere Lebensspanne wäre nur durch Unfälle,
Fremd- oder Selbsttötung und nicht altersbedingte Krankheiten begrenzt.
Die durchschnittliche Lebenserwartung (LE) hat sich zwar in der letzten
Zeit in den Ländern der ersten Welt deutlich erhöht, das maximal
erreichbare Lebensalter scheint dagegen seit sehr langer Zeit konstant
bei etwa 120 Jahre (122 Jahre) zu liegen, und daran wird sich wohl in der
nächsten Zukunft nicht viel ändern. (trotz der Telomerase Diskussion...)
In der Bibel wird schon erwähnt, daß nicht wenige Menschen damals
etwa 80 Jahre alt wurden.
Heute sind im Alter von 80 Jahren etwa 50% von uns tot, und mit 100
Jahren etwa 99%. Und zur Zeit wächst die Zahl der Menschen über
85 sechsmal so schnell wie die Gesamtbevölkerung.
Eigentlich könnte man meinen, daß Einzeller nicht sterben
können, da sie sich durch Teilung vermehren. Sie sind aber dennoch
dadurch nicht unsterblich, da sie beim Teilungsvorgang ihre individuelle
Existenz einbüssen. Auch die He-La Zellen gelten als unsterblich.
Ob es tatsächlich mehrzellige und gleichzeitig "unsterbliche"
Organismen gibt, ist nicht ganz geklärt. Es soll in den USA eine Pflanze
geben deren Alter von manchen Forschern auf mehrere Millionen Jahre geschätzt
wird.Es gibt etwa 300 verschiedene Theorien des Alterns. Prinzipiell werden
zwei Arten von Theorien für das Entstehen des Alterns unterschieden:
die Theorien um die genetischen Ursachen und die sogenannten Verschleiß-Theorien
des Alterns. Den ersten Theorien werden etwa 70% der Gründe des Alterns
zugeschrieben, und den anderen Ursachen etwa 30%.
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Programmtheorien
(Genetische Ursachen und Telomerverlust), auch aktives
Altern genannt
1. genetische Ursachen (death genes) / erkannte Gene von Caenorhabditis
elegans (Minot)
-
age-1/daf-23: c. elegans-Mutanten haben anderen Stoffwechsel und sind resistenter
gegenüber oxidativem Stress und leben etwa 65% länger (Friedman
1988)
-
fas Gen der Maus. Das Genprodukt ist ein Membranprotein, daß den
Zelluntergang (Apoptose) beeinflußt. Bei alten Mäusen funktioniert
dieser Signalweg, der von T-Zellen des Immunsystems ausgeht, weniger gut
und abzutötende Zellen bleiben länger am leben.
-
Das Gen lag-1 der Hefe. (longevity assurance gene)
-
Das Gen klotho der Maus. Mutationen dieses Gens können das Altern
beschleunigen.
-
Das Gen p66shc ( Pandolfi )
2. Telomerverlust Theorie. (zuerst geäußert von
Olovnikov AM 1973, Fossel) Bindegewebszellen können sich
nur etwa 50 mal teilen. Dies entspricht der sogenannten Hayflick-Zahl,
nach Leonard Hayflick, der dies in den sechziger Jahren zum ersten Mal
beobachtet hat. Bei in vitro Versuchen (Wright und Shay) mit Telomerase
(inzwischen patentiert) konnte diese Hayflick-Zahl durchbrochen werden.
Das Enzym Telomerase beeinflußt die bei jeder Zellteilung ablaufende
Verkürzung der Chromosomenenden, den Telomeren. Bei Keimzellen und
Blutstammzellen trifft dies nicht zu. Zur Geburtszeit sind unsere Telomere
etwa 10000 Basenpaare lang, im Lebensalter von 100 Jahren nur noch etwa
5000 Bp lang. Tumorzellen scheinen dagegen diesen Telomerverlust pro Zellteilung
verhindern zu können, in etwa 90% von Ihnen wurde eine Aktivität
der Telomerase beobachtet. Zur Zeit glaubt aber niemand, daß eine
einzige Substanz alleine die Lebenserwartung positiv beeinflussen kann,
und die "Telomer-Uhr" läuft erst nach 200 (manche meinen 120) Jahren
ab. Am Hayflick-limit scheint auch das c-fos Gen beteiligt zu sein.
Beim Werner-Syndrom scheint die Hayflick-Zahl erniedrigt zu sein.
3. DNA-Reparatur Mechanismen. (fehlt noch)
Verschleißtheorien
(Zellschaden - freie Radikale) auch passives Altern
genannt und andere Theorien
A Freie Radikaltheorien Denham Harman
A1. Pinealis - Theorie (Rozenschwaig*** 1987, Kloeden,Pierpaoli-Regelson,Maestroni)
eine Hormon-Theorie des Alterns
Altern als Folge des Versagens der Zirbeldrüse. Melatonin
als "anti-aging" Hormon (Maestroni 1988). Die Zirbeldrüse als zentrale
Altersuhr mit einem "bio-inorganischen Zeitmechanismus" (Kloeden 1990).
Der Verkalkungsgrad der Zirbeldrüse bestimmt die Fähigkeit der
Drüse Melatonin zu produzieren (Reiter RJ 1992 bioessays,Rozencwaig),
was einen Einfluß auf die Lebenserwartung haben soll. Die Alterung
und Schädigung von nichtteilungsfähigen Zellen (wie den Neuronen)
scheint für den menschlichen Organismus ein besonderes Problem zu
sein. Melatonin als Sekretionsprodukt der Zirbeldrüse gelangt leichter
in das Zytoplasma dieser Zellen als andere Antioxidantien und könnte
dort eine Schutzwirkung gegen Radikale entfalten. Möglicherweise sind
aber die erforderlichen Dosen zu hoch, und die Einnahme müßte
in der Kindheit beginnen und hätte unangenehme Nebenwirkungen. Epithalamin
(auch ein Pinealisprodukt) hat offenbar keinen Einfluss.
A2. Mitochondrien - Theorie Mitochondrien haben ihre eigene ringförmige
DNA, die 37 Gene enthält. Eine Mutation der mitochondrialen DNA (die
nur über die Eizelle der Mutter vererbt wird) kann zu einer Störung
des Elektronentransports innerhalb der mitochondrialen Atmungskette führen,
was zu übermäßiger Bildung von freien Radikalen führt,
die die Mitochondrien selbst und die ganze Zelle schädigen. Das zentrale
Nervensystem ist am meisten von der stetigen Energieproduktion der Mitochondrien
abhängig.
Es gibt nun die Vermutung (Wallace DC 1992 science), daß eine
altersabhängige abnehmende Energieproduktion durch die Mitochondrien
erheblich an der Entstehung altersbedingter degenerativer Erkrankungen
beteiligt ist ( Alzheimer, Diabetes II, Demenz... ). Außerdem sind
Mitochondrien besonders empfindlich für Schadstoffe, die lebenslang
auf uns einwirken. In den Mitochondrien fehlen die Histone, die ansonsten
DNA-Schäden unwarscheinlicher machen.
A3. Zellschaden / DNA-Schaden Theorie (oxidativer Stress - freie
Radikale) Hochreaktive Radikale wirken als starke Oxidantien und können
die DNA, Zellmembranen und Proteine schädigen. Ein typisches Beispiel
dafür ist der Zellschaden der Substantia nigra bei der Parkinsonkrankheit.
Hier kommt es auch zu einer fehlerhaften Bildung des mitochondrialen Protein-Komplex
I, was zu verminderter ATP-Bildung und zum Zellschaden führt. (das
synthetische Gift MPTP ist Parkinson-auslösend und setzt Radikale
frei). Auch überaktive Mikroglia kann durch Bildung von Stickstoffmonoxid
und Hyperoxid einen solchen Zellschaden bewirken. Im höheren Alten
nimmt unsere Fähigkeit ab oxidative Schäden zu reparieren, und
gleichzeitig nimmt der oxidative Stress zu.
Antioxidantien
B Energietheorien
B1. Energieverbrauch/Gewichtseinheit-Theorie. Möglicherweise
ist der gesamte Lebens-Energieumsatz pro Gewichtsanteil vieler unterschiedlicher
Spezies auf einen bestimmten Maximalwert begrenzt. Die langsam kriechende
Schildkröte verbraucht pro Gramm Körpergewicht relativ wenig
Energie (aufsummiert über ihre Lebenszeit) und lebt relativ lange,
während die unruhigere und flinkere Maus nur kurze Zeit lebt. Vereinfacht
gesagt: je mehr ein Tier gemessen an seinem Körpergewicht ißt,
desto kürzer lebt es.
Beispiele:
Maus: 250 cal/gr = 18 Monate
Schwein: 12 cal/gr = 300 Monate
Dazu passt auch, daß das Fasten oder Hungern einen Einfluß
hat auf die Lebenserwartung. Eine lebenslange hypokalorischen Ernährung
(CR)
erhöht die Lebenserwartung bei Tieren, aber auch bei Einzellern, und
ist bis jetzt bei Mäusen, Ratten, Fischen, Fliegen und Spinnen nachgewiesen.
Sehr alt gewordene Menschen waren in ihrem Leben meist schlank. Die CR
hält diese Tiere länger jung und verzögert das Erscheinen
von typischen Alterskrankheiten. Aber auch das Einführen einer CR
im Erwachsenenalter hat noch einen Effekt, und kann bei Tieren zum Beispiel
die Krebsentwicklung im höheren Alter hinauszögern. Diese Theorie
ist wahrscheinlich ein Aspekt der oben genannten Theorie, daß Zellschäden
durch reaktive Stoffwechselprodukte die Lebenserwartung eines Organismus
beeinflussen. Zur Zeit laufen Beobachtungen an Affen, die eine um 30% verminderte
Kalorienzufuhr erhalten. In etwa 20 Jahren wird sich dann herausstellen,
ob sie länger gelebt haben als Affen, die freien Zugang zu Nahrung
hatten. Eine Abnahme des gesammten Stoffwechsels durch CR scheint nicht
die Ursache für die Verlängerung der Lebenserwartung zu sein,
da eine Zunahme des Stoffwechsels nach Abkühlung sogar die Lebenserwartung
etwas erhöht (j appl physiol 1986 61).
B2. Glukose und AGE-Theorie (Glycation theory of aging von Anthony
Cerami). Diabetes als beschleunigtes Altern. Glukose (Traubenzucker)
ist ein relativ stabiles Molekül. Unter gewissen Bedingungen (hohe
Temperatur, Anwesenheit von Sauerstoff, saure Umgebung) wird allerdings
Glukose weniger stabil. Glukose und andere Zucker bilden aufgrund eines
nichtenzymatischen Weges mit Proteinen (zum Beispiel Kollagen) Vernetzungen,
die Zellfunktionen beeinträchtigen und das Altern fördern. Dieser
Vorgang wird auf englisch "nonenzymatic glycosylation (glycation)" genannt
und ist auch der Prozess, der das Hämoglobin bei hohen Zuckerspiegeln
so verändert, daß sich an der Konzentration des gykosilierten
Hämoglobins der Glukosespiegel der Vergangenheit ablesen läßt.
Karbonylgruppen des Zuckers binden dabei an Amingruppen der Proteine. Die
Bildungsprodukte werden "advanced-glycation end-products", kurz AGE
genannt (Baynes 1991). Diese AGEs binden wiederum kovalent an andere Makromoleküle
und tragen zu den altersbedingten Schäden wie sie zum Beispiel beim
Diabetes bekannt sind, bei. AGEs können auch zelluläre Rezeptoren
(zum Beispiel des Fettstoffwechsels) beeinflussen. AGEs scheinen ein Grund
für die Abnahme von Muskelgewebe im Alter zu sein. (Es gibt aber auch
Stimmen, die der Meinung sind, daß AGEs auch eine positive Rolle
spielen, indem sie nämlich dazubeitragen den Körper "zusammenzuhalten").
Auch bei der Alzheimerschen Erkrankung scheinen sie eine Rolle zu spielen,
und AGE-Inhibitoren wurden bereits erfolgreich bei Alzheimer erprobt. Auch
die Entstehung des grauen Stars wird mit AGE in Zusammenhang gebracht.
Eine Arbeit von S Vasan untersuchte Möglichkeiten, diese Vernetzungen
mit N-Phenacetylthiazolinum (PTB) zu spalten um den schädigenden Prozess
zu stoppen (Vasan S 1996 nature 382 S.275ff). Möglicherweise ist die
aus der Diabetesbehandlung bekannte Acarbose in der Lage die AGE-Bildung
zu hemmen. Dasselbe wird von Aminoguanidin vermutet. Neben der Glykosilierung
durch Glukose gibt es auch eine Fruktosilierung und daher auch eine "AFE-Bildung".
Es gibt jedoch auch Stimmen, die der AGE-Bildung keine wichtige Rolle beim
Altern beimessen.
B3. Immun - Hypothese (inkl. Thymustheorie) (Roy Walford ein
Anhänger der CR): Im Alter läßt die Immunantwort
bei Infektionen nach. Zugleich nehmen die Autoimmunkrankheiten beim älteren
Menschen zu. Zeichen des Alterns ist auch die Thymusverkleinerung (Involution)
bis hin zum retrosternalen Fettkörper. Im hohen Alter soll es dann
zu einem "globalen Versagen" des Immunsystems kommen.
C Andere Theorien:
C1. Kalzium - flux Theorie. (noch nicht fertig) (Dax 1987,
Roth 1990) In alternden Zellen findet sich erhöhtes Kalzium. Dies
führt zu einer Hemmung der L-Kanäle (Reynolds u. Carlen 1989).
Eine Störung der Zellmembranfunktionen im höheren Alter führt
zu einer Störung der Kalziumhomöostase (Mattson 1992). Bei alten
Mäuseneuronen soll durch die gestörte Kalziumhomöostase
im Alter das Inositolphosphat ansteigen (Hartmann 1993).
C2. Hypothalamische und hypophysäre "Altersuhr" (fehlt noch)
|
Anhang:
Maximale Lebenserwartung einiger Lebewesen in Jahren:
-
Schildkröte: 150
-
Stör: bis 152
-
Mensch: 115 - 120 ( manche meinen 130 oder sogar 170 )
-
Krähe: 118
-
Wale: knapp über 100 Jahre
-
Esel: 100
-
Elefant: 70
-
Schimpanse: 50
-
Pferd: 30 Jahre
-
Hund: etwa 20
-
Maus: 3,5 (38-42 Monate) unter CR (55 bis 56 Monate)
-
Taufliege / Fruchtfliege: 40 Tage
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 |
Lebenserwartung des Menschen in der Vergangenheit: (aus unterschiedlichen
Quellen)
-
Vorzeit: etwa 25 Jahre
-
Griechenland 550 v. Chr: unter 20 Jahre
-
Rom im Jahre 0: 30 Jahre
-
Deutschland 1800: etwa 30 Jahre
-
USA 1870: 40 Jahre
-
Deutschland zu Ende des 19. Jahrh.: < 40 Jahre
-
Deutschland 1950: < 70 Jahre
-
USA 1955: 70 Jahre
-
USA 1996: 79 Jahre
-
Schätzung für das Jahr 2050: etwas über 80 Jahre
Maximale Lebenserwartung einiger Pflanzen in Jahren: (aus Geo Wissen)
-
Grannenkiefer: bis 4900
-
Mammutbaum: 4000
-
Eiche: 1300
-
Brennessel: 1
Faktoren,
die die Lebenserwartung beeinflussen (können oder könnten)*/**:
-
Hypokalorische Ernährung (CR = calorie reduction). Seit etwa
1932 ist bekannt daß die CR die LE eines Organismus beeinflußen
kann.
Die CR ist die einzige zur Zeit sicher erkannte Methode zur Erhöhung
der Lebenserwartung. Eine hypokalorische Ernährung senkt den Nüchtern-Glukosespiegel
und die Glukose-Zeit-Fläche (AUGC area under glucose curve), die offenbar
entscheidend für die Lebenserwartung und AGE-Bildung ist. Hungernde
Versuchstiere produzieren weniger freie Sauerstoffradikale.
In ihren Mitochondrien ließen sich weniger Mutationen nachweisen.
Die Kalorienreduktion senkt die Körpertemperatur bei Primaten, was
ein Hinweis auf die Herabsetzung des Energieumsatzes ist. Außerdem
steigert eine hypokalorische Ernährung das HDL, und senkt den altersbedingten
DHEA-Verlust.
Die Glukosetoleranz wird verbessert. Etwa 30% mehr Lebenserwartung ist
bei der Maus zu erwarten. Es gibt die Meinung, daß die CR keinen
Einfluß auf die menschliche LE hat.
-
Pinealisfaktoren - Theorie (Epithalamin): Epithalamin hat keinen Einfluß
auf die Lebenserwartung von c. elegans (Bekaev VV 1998 the worms breeder
gazette)
-
Melatonin. An Mäuse verfüttertes
nächtliches Melatonin erhöhte in einer Studie durch GJM Maestroni
die Lebenserwartung der Mäuse. Beim Menschen gibt es zur Zeit (Okt
1999) keinen Bericht über eine Wirkung des Mel auf die Lebenserwartung
beim Menschen, auch wenn dies von vielen Seiten leichtfertig behauptet
wird. Eine neuere Untersuchung aus dem Jahre 1995 (neuroreport 1995 6)
zeigt eine Erhöhung der LE bei mit Melatonin gefütterten Mäusen.
Roman Rozencwaig / Kloeden / Pierpaoli / Maestroni.
-
heat shock Proteine: sie werden bei Hitze, Stress und bei Vergiftungen
vermehrt gebildet und stellen ein Schutzsystem dar.
-
Coenzym Q (Ubichinon), Vitamin
E (Tokopherol). Vitamin E schützt die Zellmembran, und könnte
auch die Entstehung von Krebs unwahrscheinlicher machen. Allerdings müssen
solche Radikalfänger auch in der Lage sein, in die Zelle und in die
Zellorganellen zu gelangen ! Und dies ist bei einigen Substanzen offenbar
das Problem. Vitamin E scheint die LE von Tieren nicht zu verlängern.
-
Vitamin B5. Pantothensäure.
-
Das Alter des Vaters zum Zeitpunkt der Zeugung. Töchter von alten
Vätern leben kürzer. Dies ist ein Hinweis für die Programmtheorien.
-
Die Lebenserwartung der eineiigen Geschwisters.
-
GDNF (glial derived neurotropic factor)
-
Das Geschlecht. Frauen leben durchschnittlich deutlich länger als
Männer.
-
Interleukin II (IL-2)
-
PBN, Phenylbutylnitron kann im Gehirn Altersschäden teilweise
verhindern.
-
PTB N-Phenacetylthiazolinum als AGE-Spaltsubstanz (Vasan S, Ulrich P)
-
Aminoguanidin als AGE-Spaltsubstanz (?)
-
Acetyl-L-Carnitin. ALC scheint eine Schutzfunktion
gegen Mitochondrienschaden zu haben.
-
Glutathion Antioxidant.
-
Deprenyl
-
L-DOPA hochdosiert ?
-
ionisiernede Strahlen sollen das Altern beschleunigen (Radikalbildung)
-
Der Glukosespiegel im Blut: Substanzen, die die Insulinwirkung erhöhen
könnten eine Wirkung haben. (ALA...)
-
Knoblauch (Morigushi T 1996 biological&pharmaceutical bull)
-
Harnsäure (starker Antioxidant)
-
ALA. Erhöht die Wirksamkeit von Vitamin
E.
-
Lycopene (Stahl/Sies 1992) Ist ein Carotinoid und Antioxidant.
-
die Fähigkeit der Zellen zur Zellteilung. Organe mit nichtteilungsfähigen
Zellen altern schneller.
-
das Körpergewicht. Große und damit auch schwere Tiere (z.b.
Elefanten) leben meistens länger als kleine, leichte Tiere. Allerdings
gibt es von dieser Regel viele Ausnahmen.
-
Das Gewicht des Gehirns. Lebewesen mit einem großen Hirngewicht leben
länger. Von dieser Regel scheint es, anders als bei der Körpergewichtsregel
nur wenig Ausnahmen zu geben. Kleinere Hirne können möglicherweise
den Untergang von Nervenzellen (beim Menschen etwa 100.000 pro Tag) nicht
so gut wettmachen.
-
Selen ? Ein Antioxidant.
-
Chrom ?
-
KH3 bzw Gerovital-H3: das Prokain. (?)
-
DMAE Dimethylaminoethanol (?)
-
Phenitoin (?)
-
Phenformin (?)
-
Das Wachstumshormon. Die Freisetzung dieses Hormons nimmt im Alter ab.
Hormongaben haben in der Vergangenheit die Lebenserwartung bei Mäusen
erhöht.
-
Die Temperatur. Unterkühlte Fliegen leben länger.
-
die tägliche Schlafdauer. Kurzschläfer scheinen eine geringere
LE zu haben (van Cauter E 1999).
-
Kalium.
-
Tryptophanmangel soll LE erhöhen. Tryptophan ist allerdings Ausgangspunkt
der Melatoninsynthese. (Paul Segall)
-
Die An- oder Abwesenheit eines Raubtieres kann die LE seiner Opfer beeinflussen
(bei Fruchtfliegen z.B. beobachtet)
Faktoren die die LE wahrscheinlich nicht beeinflussen (von denen es
behauptet wurde):
Biomarker des Alterns:
Hypothetischer Mensch mit hoher Lebenserwartung. Es müßte
eine unfruchtbare oder vorsorglich sterilisierte nicht-rauchende (kaukasische
?) Frau mit hohem Harnsäurespiegel (möglicherweise Gicht) sein,
die nur gering Stress ausgesetzt ist da sie insgesamt eher zur geistigen
und körperlichen Trägheit neigt, die seit ihrer Geburt hungert
und mit Eltern die selbst sehr alt geworden sind, aber zum Zeitpunkt ihrer
Geburt jung waren. Sie würde gerade in ihrer Jugend mindestens 8 Stunden
täglich schlafen, gerne Distelöl, Fischöle, vernünftige
Mengen an Vitamin E und Knoblauch essen, kalorienreiche Nahrung dagegen
meiden und täglich mindestens einmal heftig lachen. Ihre Intelligenz
wie auch ihr Einkommen sind nicht besonders hoch, obwohl sie nicht arm
ist. Infektionskrankheiten würde sie im Erwachsenenalter mit allen
Mitteln aus dem Weg gehen, im Kindesalter allerdings in Kauf nehmen. Sie
würde sich regelmäßig waschen und ihre Zähne putzen.
Ihr Melatoninhaushalt müßte bis in ein hohes Alter normal sein.
Um keinen Unfall zu erleiden würde sie selten das Haus verlassen,
öffentliche Strassen und lange Reisen meiden und sich im Auto immer
anschnallen. Am Sonntag würde sie zur Kirche gehen (regelmäßige
"church goer" haben eine höhere LE).(alles in allem eine eher lustfeindliche aber eben lange Art zu leben)Der zur Zeit älteste Mensch scheint zur Zeit ( Oktober 1998 ) Frau
Sarah Knauss zu sein, die am 24.9.98 118 Jahre alt wurde( http://www.grg.org ).
1997 verstarb in Frankreich Frau Jeanne Calment, die 122 Jahre alt
wurde und mit 100 noch Fahrrad fuhr. 1986 starb der Japaner Shigechiyo
Izumi mit 120 Jahren und 273 Tagen. Ob Herr Wanyingi aus Afrika tatsächlich
im Jahre 1870 geboren ist, ist nicht geklärt. Dann wäre er der
bei weitem älteste Mensch... besondere Krankheiten, die mit vorzeitigem Altern etwas zu tun
haben:
-
Progeria infantilis - Hutchinson-Gilford Syndrom mit vorzeitiger Alterung
und mit einer Lebenserwartung von < 20 Jahren. Kommt etwa einmal auf
4 Millionen Geburten vor. Entsteht durch spontane Mutationen, wird nicht
vererbt. (Bedeutung der Hyaluronsäure ?)
-
Werner Syndrom - Progeria der Erwachsenen. Rezessiv vererbar. Lebenserwartung
< 50 Jahren.
-
Xeroderma pigmentosum
freie Radikale. Die Theorie
der Freien Radikalen
1-2% des eingeatmeten Sauerstoffs wird zum giftigen Hydroxylradikal
umgewandelt.
Das Alter ist ein höflich Mann,
Einmal übers andre klopft er an,
Aber nun sagt niemand herein,
Und vor der Türe will er nicht sein,
Da klinkt er auf, tritt ein so schnell,
Und nun heißt´s, er sei ein grober Gesell.
Goethe
Literatur zum Thema.
Spektrum der Wissenschaft Feb. 1998, Altern, Krebs und Gene
Spektrum der Wissenschaft Juli 1987 A. Cerami et al Glukose und Altern
Artikel in logevity report
Geo Wissen: Altern + Jugendwahn März 1991
CW Hufeland 1796 Makrobiotik oder die Kunst das menschliche Leben zu
verlängern
*Manche Methoden/Substanzen die in diesem Zusammenhang getestet wurden
änderten auch die Eßgewohnheiten der Tiere. So schmeckt zum
Beispiel Chrom nicht besonders gut und die Tiere essen weniger von ihrer
Nahrung - und nehmen ab. Dies hat aber schon einen Effekt: den CR Effekt.
Daher sind manche Studien regelrecht schwach in ihrer Aussage. Außerdem
gelten die meisten der Angaben nur für die eine Tierart an der sie
getestet wurden, und sind nicht so einfach auf den Menschen zu übertragen.
Die mit (?) markierten Aussagen stehen auf besonders "tönernen" Füßen
bzw ich war nicht in der Lage Fakten zum Thema zu finden.
**fett markierte Substanzen oder Mechanismen sind zur Zeit die Favoriten.
***unterschiedliche Schreibweisen des Namens
Ernährung imAlterungsprozeß
VON PAOLO M. SUTER
Die Partnerin, der Partner ist tot, man hat keine grosse Lust mehr,
für sich allein zu kochen, isst einseitig und oft lustlos. Eine ausgewogene
Ernährung und spezifische Nährstoffe vermögen aber, wie
die neuste medizinische Forschung zeigt, den Alterungsprozess und die Entwicklung
der Alterskrankheiten zu beeinflussen.
In den letzten Jahren wird dem Zusammenhang Ernährung und Gesundheit,
vor allem bezüglich der möglichen Beziehung zwischen Ernährungsfaktoren
und der Entwicklung der chronischen Erkrankungen des Alters vermehrte Aufmerksamkeit
geschenkt. Die Über-60-Jährigen stellen das am schnellsten wachsende
Populationssegment dar. Entsprechend ist es von grossem medizinischem und
volkswirtschaftlichem Interesse, wie sich im Verlaufe des Alterungsprozesses
der Nährstoffbedarf ändert und inwiefern durch die Ernährung
und/oder Ernährungsfaktoren die Entwicklung der chronischen Erkran-
kungen des Alters (zum Beispiel Osteoporose oder aber auch Herz- Kreislauf-Erkrankungen)
oder sogar der Alterungsprozess beeinflusst werden können.
Verschiedene Alterungsprozesse
Die einzige Sicherheit, die wir in unserem Leben haben, ist jene des
«Älterwerdens». Älterwerden und gesund bleiben ist
eine grosse Herausforderung an die biomedizinische Forschung und besonders
auch an jedes einzelne Individuum. Verschiedenste Theorien versuchten den
Alterungsprozess zu erfassen und zu definieren. Grundsätzlich unterscheidet
man zwischen den sogenannten primären und sekundären Alterungsprozessen.
Beim primären Alterungsprozess handelt es sich um die intrinsischen
Alterungsphänomene, welche bei jedem Menschen
(wenn auch mit individuell sehr variabler Ausgeprägtheit) ablaufen.
Der sekundäre Alterungsprozess umfasst Prozesse und Phänomene,
welche infolge der chronischen Alterserkrankungen auftreten (siehe Abb.
1) und zu einer Beeinträchtigung verschiedenster physiologischer Vorgänge
führen. So ist der Alterungsprozess mitunter zum Beispiel durch eine
Abnahme der Knochenmasse, eine Abnahme verschiedener Immunfunktionen, eine
verminderte Kapazität zur Proteinsynthese oder eine Abnahme der Lungenfunktion
charakterisiert. Das Ausmass und die Geschwindigkeit der Abnahme dieser
physiologischen Funktionen kann durch endogene und auch exogene Faktoren
beeinflusst werden. Zu den exogenen Faktoren gehören der Lebensstil
und die Ernährung, im besonderen die Vitamine und Spurenelemente.
Vitamine können die Immunfunktion «verbessern», und durch
eine adäquate Zufuhr an Kalzium und Vitamin D kann der Entwicklung
der Osteoporose entgegengewirkt werden.
Die Theorie der Freien
Radikalen
Dass die Ernährung und einzelne Nährstoffe den Alterungsprozess
und die Entwicklung der Alterserkrankungen zu beeinflussen vermögen,
überrascht nicht. Verschiedenste theroretische Modelle wurden zur
Erklärung des primären Alterungsprozesses formuliert (zum Beispiel
die
immunologische Theorie, Kollagentheorie, Cross-Linking-Theorie,
Mutationstheorie).Diesen Alterstheorien fehlt meist die Universalität,
das heisst sie können nur einzelne altersspezifische Veränderungen
oder Aspekte erklären, jedoch nicht auf alle Organsysteme oder den
ganzen Körper ausgedehnt werden.Die sogenannte «Freie-Radikale-Theorie»
des Alterungsprozesses nach Denham Harman ist wohl die Alterstheorie, welche
für die meisten Organsysteme und Funktionskreise des menschlichen
Körpers Gültigkeit hat. Diese Theorie besagt, dass Schäden
infolge von Freie-Radikale-Reaktionen – das heisst Reaktionen mit ungepaarten
Elektronen – den Alterungsprozess mitverursachen und durch die Verminderung
und Kontrolle der Freie-Radikale-Reaktionen durch die Einnahme von antioxidativ
aktiven Nährstoffen der Alterungsprozess verlangsamt werden kann.Diese
Theorie ist attraktiv, trifft jedoch ebenfalls nur in beschränktem
Ausmass für den Menschen zu. In der Tat können durch den Konsum
von Antioxidantien Schäden infolge von Freien Radikalen reduziert
werden. Ein klassisches Beispiel stellt die Beeinflussung der Arteriosklerose
durch antioxidative Vitamine infolge der Verminderung der Oxidation verschiedener
Blutfette dar. Tierexperimentell bewirkt die Einnahme von grösseren
Mengen an Antioxidantien unter anderem eine Abnahme der Energiezufuhr.
Dies führt zu einer Drosselung des Stoffwechsels mit einer teilweisen
Verminderung der Produktion an Freien Radikalen, andererseits aber auch
zu einem Ausbleiben der Entwicklung von Übergewicht. Die verminderte
Energiezufuhr führt zu einer Abnahme der Produktion von Freien Radikalen,
was
sich auf den primären und den sekundären Alterungsprozess
günstig auswirkt. Tierexperimentell konnte durch die Energierestriktion
bei adäquater Zufuhr der essentielle Nährstoffe die Lebensspanne
verlängert und das Auftreten der chronischen Alterserkrankungen verzögert
werden.In der Tat stellt Übergewicht den wichtigsten Modulator der
bedeutendsten Erkrankungen der modernen Gesellschaft dar, das heisst des
Bluthochdrucks, der Fettstoffwechselstörungen, des Diabetes mellitus
und der koronaren Herzkrankheit. Die Häufigkeit dieser Erkrankungen
nimmt mit zunehmendem Alter zu, was zum Teil auf die mit dem Alter verbundene
Zunahme des Körpergewichtes zurückzuführen ist.
Der Energiehaushalt
Der Energiebedarf nimmt ab dem dreissigsten Lebensjahr kontinuierlich
ab. In einer mittlerweile klassischen Studie des amerikanischen National
Institute of Aging zeigten Robert McGandy et al. eine Abnahme der Energiezufuhr
von 2700 kcal/d im Alter von dreissig Jahren auf 2100 kcal/d im Alter von
achtzig Jahren. Dieser Abfall von etwa 600 kcal ist einerseits durch eine
Abnahme des Grundumsatzes infolge einer Verminderung der fettfreien Körpermasse
und durch eine Verminderung des Energieverbrauchs infolge der Abnahme der
körperlichen Aktivität mit dem Alter verursacht. Bei vielen Individuen
zeigt sich eine ausgeprägte Abnahme der körperlichen Aktivität
(und somit des Energieverbrauchs) mit dem Älterwerden, bei jedoch
verhältnismässig zu hoher Energiezufuhr. Letztere Konstellation
ist eine der wichtigsten Ursachen für Übergewicht. Bereits in
den dreissiger Jahren zeigten McCay und Kollegen, dass durch eine Verminderung
der Energiezufuhr im Tierexperiment die Lebensspanne verlängert und
das Auftreten der chronischen Erkrankungen des Alters verzögert werden
konnte. Mittlerweile stimmen die meisten Gerontologen überein, dass
durch eine Reduktion der Energiezufuhr unter Beibehaltung einer genügenden
Zufuhr der essentiellen
Nährstoffe (sogenannte «undernutrition without malnutrition»)
das Auftreten der chronischen Erkankungen im Alter günstig beeinflusst
werden kann und so indirekt auch die krankheitsfreie Lebenserwartung. Verschiedenste
Studien, wie zum Beispiel die im Rahmen von «Biosphere 2» in
Oracle (Arizona/USA) durchgeführten Messungen, haben die in Tierexperimenten
erbrachten Erkenntnisse über die Bedeutung der Einschränkung
der Energiezufuhr auf die Krankheitsentwicklung und auf ausgewählte
Alterungsprozesse beim Menschen zum Teil bestätigt.Die Beibehaltung
eines normalen Körpergewichtes verbunden mit genügend körperlicher
Aktivität scheint eine meist effiziente und sichere Strategie zur
Beeinflussung des sekundären (und zum Teil auch des primären)
Alterungsprozesses zu sein. Die Redewendung «Der Mensch ist, was
er isst» ist uns allen bestens bekannt. In Anbetracht der hier in
Kürze geschilderten Sachverhalte müsste diese Redewendung in
Anlehnung an Leonhard Hayflick eigentlich lauten: «Der Mensch ist,
was er nicht isst.»
Nährstoffbedarf im Alter
Der Nährstoffbedarf jüngerer Menschen ist nach wie vor ein
zentrales und immer noch zum Teil kontroverses Forschungsgebiet. Die Empfehlungen
für den Nährstoffbedarf im Alter sind grösstenteils Extrapolationen
der Daten von jüngeren Menschen. In verschiedenen Empfehlungen, so
auch in den amerikanischen Ernährungsempfehlungen, den sogenannten
Recommended Dietary Allowances, entspricht «alt» der Altersgruppe
der über 51-Jährigen. Es braucht jedoch nicht besonders betont
zu werden, dass ein 51-jähriges Individuum mit einem 80-jährigen
Individuum gar nicht verglichen werden kann und der Nährstoffbedarf
dieser beiden Extreme sicherlich unterschiedlich ist. In Anbetracht des
Umstandes, dass die über 60-jährigen Menschen zu der am schnellsten
wachsenden Populationsgruppe gehören, wären diesbezügliche
Studien in diesem Alterssegment von grosser Bedeutung. Um den Bedarf an
allen essentiellen Nährstoffen decken zu können, sollte die Nährstoffdichte
in der Nahrung möglichst hoch sein. Gerade bei alten Menschen ist
das aber nur selten der Fall. Diese ungenügende Zufuhr ist für
viele Nährstoffe (zum Beispiel Vitamin C, Vitamin B2, Vitamin B6,
Zink und andere mehr) im Alter die Hauptursache für einen Mangel.
Die Ursachen dafür sind vielfältig und sollen hier nicht näher
diskutiert werden. Bei einigen wenigen Nährstoffen (zum Beispiel
Vitamin D oder Vitamin B12) finden sich hingegen altersspezifische
Veränderungen des Stoffwechsels.Das Vitamin
D spielt eine wichtige Rolle im Kalzium- und Knochenstoffwechsel, aber
auch dem Immunsystem. Ältere Menschen zeigen unabhängig von der
Jahreszeit durchwegs tiefere Blutspiegel des 25(OH)-Vitamin D. Bis vor
kurzem wurde vermutet, dass dies lediglich durch eine ungenügende
Zufuhr des Vitamins mit
der Nahrung bedingt ist. Dies trifft jedoch kaum zu, zumal die Nahrung,
abgesehen von einigen wenigen Nahrungsmitteln wie zum Beispiel Tiefseefischen
oder mit Vitaminen angereicherte Nahrungsmittel, im allgemeinen eine schlechte
Vitamin-D-Quelle darstellt. Vitamin D wird aus einer Vorstufe nach UV-Licht-Exposition
in der Haut synthetisiert, ins Blut abgegeben und dann in der Leber und
der Niere mittels einer
Hydroxylierungsreaktion aktiviert. Das aktivierte Vitamin D bewirkt
dann die klassischen Effekte auf die Kalziumaufnahme im Darm sowie die
Knochenbildung.Die Vitamin-D-Blutspiegel zeigen eine charakteristische
saisonale Schwankung mit den höchsten Werten im Spätsommer nach
der Periode der maximalen UV-Licht-Exposition während der Sommermonate.
Bei gleicher Sonnenexposition und gleicher Vitamin-D-Zufuhr mit der Nahrung
zeigen ältere Menschen tiefere Blut-Vitamin-D-Spiegel. Dies ist auf
eine verminderte Kapazität der Haut zur Vitamin-D-Synthese zurückzuführen.
Um dieses Handicap aufzuwiegen, müssen ältere Menschen eine entsprechend
grössere Hautfläche dem Sonnenlicht aussetzen. Je nach geographischer
Lage und Jahreszeit wird auch bei scheinbar adäquater Sonnenexposition
kaum Vitamin D in der Haut synthetisiert. Eine sonnenbrandfreie Sonnenexposition
während der Sommermonate sollte bei alten Menschen gefördert
werden, zumal während der Wintermonate nach Sonnenlichtexposition
kaum Vitamin-D-Photoprodukte gebildet werden. Veränderungen der Thermoregulation
mit dem Alter bewirken beim alten Menschen eine Sonnenscheu und somit indirekt
eine weitere Beeinträchtigung der Versorgung mit Vitamin D.
Durch den Alterungsprozess wird des weiteren auch die Aktivierung des
Vitamins in der Leber und der Niere beeinträchtigt. Aufgrund dieser
altersspezifischen Veränderungen zusammen mit dem relativ beschränkten
Vorkommen von Vitamin D in der Nahrung ist eine medizinisch kontrollierte
Gabe von Vitamin D im Alter oft unumgänglich. Osteoporose
und Vitamin D
Mangel an Vitamin
B12
Auch alterspezifische Veränderungen in den einzelnen Darmab-schnitten
können die Versorgungslage einzelner Nährstoffe im Alter beeinflussen.
Die häufigste und im aktuellen Zusammenhang wahrscheinlich konsequenzenreichste
Veränderung ist die mit dem Alter zunehmend häufiger auftretende
degenerative Magenschleimhautveränderung (atrophe Gastritis), welche
mitunter durch eine verminderte Kapazität der Säureproduktion
charakterisiert ist. Die atrophe Gastritis findet sich bei gut einem Drittel
der älteren Menschen, wobei klinische Symptome typischerweise meist
fehlen. In den letzten Jahren wurde erkannt, dass bei diesen Patienten
in den meisten Fällen eine Helicobacter-pylori- Infektion vorliegt.
Der Mangel an Magensäure führt unter anderem zu einem bakteriellen
Überwuchs des oberen Magendarmtraktes, was die Absorption von
Eisen,
Folsäure,
Kalzium, Vitamin B12 und von Vitamin K beeinflussen kann. Auch die Verdauung
von Eiweiss wird beeinträchtigt. Oft
ist bei diesen Patienten eine ungenügende Vitamin-B12-Versorgungslage
vorhanden. Vitamin B12 findet sich in der Nahrung praktisch immer an Nahrungseiweisse
gebunden. Infolge der veränderten Säureverhältnisse werden
verhältnismässig nur geringere Mengen dieses Vitamins von der
Eiweissbindung freigesetzt. Die in vermehrtem Ausmass vorhandenen Bakterien
binden einen grossen Anteil des freigesetzten Vitamin B12, so dass dieses
dann nicht mehr für die Absorption zur Verfügung steht.Weiter
wandeln die Bakterien Vitamin B12 in sogenannte Vitamin-B12-Analoge um,
welche keine Vitamin-B12-Aktivität mehr aufweisen. Entsprechend häufig
finden sich im Alter erniedrigte Vitamin-B12-Spiegel im Blut. Die verminderte
Absorption dieses Vitamins ist eine der wichtigsten Ursachen für die
Abnahme der
Konzentration dieses Vitamins im Blut mit dem Alter. Da dieses Vitamin
zu den wichtigsten Methylgruppenspendern gehört, kann es zur Beeinträchtigung
verschiedenster Funktionen kommen.
Vitamincocktails nicht in jedem Fall
Die oben geschilderten Veränderungen finden sich beim sogenannten
«normalen» Alterungsprozess, das heisst in der Abwesenheit
von Erkrankungen. Beim Vorliegen der bekannten chronischen Erkrankungen
werden die alterspezifischen Effekte auf den Stoffwechsel verschiedener
Nährstoffe verstärkt. Auch durch die Einnahme von Medikamenten
kann der Vitamin- und Spurenelementstoffwechsel ungünstig beeinflusst
werden. Wassertreibende Medikamente (Diuretika), wie sie zur Behandlung
des Bluthochdrucks und der Herzinsuffizienz eingesetzt werden, bewirken
nicht nur einen vermehrten Verlust von Elektrolyten im Urin, sondern auch
von verschiedenen Vitaminen (wasserlösliche
Vitamine) und Spurenelementen (zum Beispiel Zink).
Die Einnahme von Magensäure bindenden Medikamenten verstärkt
die Malabsorption von Vitamin B12. Auch das Rauchen beeinflusst den Stoffwechsel
einzelner Nährstoffe, was meist in einem Mehrbedarf resultiert (zum
Beispiel Vitamin C).Auch wenn viele ältere Menschen keine optimale
Versorgung mit verschiedenen Nährstoffen aufweisen, kann aufgrund
des aktuellen Wissensstandes eine generelle Einnahme/Verschreibung von
Vitaminsupplementen bei alten Menschen nicht empfohlen werden. Vielmehr
sollte durch eine optimale ernährungsmedizinische Aufklärung
und Betreuung der Konsum von Nahrungsmitteln mit einer hohen Nährstoffdichte
gefördert werden. In besonderen Situationen kann letztere Strategie
in Kombination mit Vitaminsupplementen kurzfristig durchgeführt werden.

Für unsere Zukunft leben und essen
Das Alter ist charakterisiert durch eine Zunahme der Häufigkeit
der bekannten chronischen «Alterserkrankungen», deren Wurzeln
grösstenteils in der ersten Lebenshälfte zu suchen sind. Diese
Erkrankungen führen zu einer Beeinträchtigung und Destabiliserung
verschiedenster homöo- statischer Mechanismen, welche einerseits zum
beschleunigten Fortschreiten der Entwicklung einer Grundkrankheit oder
anderer Krankheiten beitragen. Durch die optimale medizinische Therapie
einer Grunderkrankung kann entsprechend oftmals ohne besonderes Hinzutun
die Nährstoffversorgung verbessert werden. Ein typisches Beispiel
stellt die ungenügende Zufuhr verschiedenster Nährstoffe im Rahmen
einer Herzinsuffizienz dar. Die
Nahrungszufuhr verbessert sich oft durch die optimale Therapie der Herzinsuffizienz
«von selbst».Dass die Ernährung und der gesamte Lebensstil
für ein erfolgreiches Altsein und Altwerden von zentraler Bedeutung
ist, ist unbestritten. Die Ernährung fürs Alter
beginnt jedoch nicht erst im Alter oder nach der Pensionierung, sondern
bereits in der frühen Jugend. Auch wenn viele Aspekte des Alterns
noch nicht schlüssig erforscht sind, könnte ein grosser Teil
der vorliegende Erkenntnisse in weitaus vermehrtem Ausmass praktisch umgesetzt
werden, als dies heute gemacht wird. In Anbetracht der Kostenentwicklung
im Gesundheitswesen und dem Wissen um die Bedeutung der Ernährung
in der Kontrolle der Pathogenese der chronischen Erkrankungen sowie des
Alterungsprozesses sollten wir diesbezüglich konkretere Aktivitäten
entwickeln, bevor wir alle «zu alt» sind.
Dr. Paolo M. Suter ist Privatdozent für das Gebiet «Innere
Medizin» und an der Medizinischen Poliklinik des Universitätsspitals
tätig.
Der Traum vom langen Leben .Kann Hungern den Alterungsprozeß
verlangsamen?
An der University of Wisconsin arbeitet der amerikanische Mediziner
Richard Weindruch an dem ehrgeizigen Projekt, den
Alterungsprozeß zu verlangsamen. Bei seinen Versuchstieren hat
er schon großen Erfolg:Labormäuse, die durchschnittlich 33
Monate alt werden, leben unter der Obhut von Professor Weindruch rund
45 Monate, also über 30 Prozent länger.

Wie alt können wir werden? - Auf der Suche nach
dem Geheimnis des Alterns
John Glenn: Senior und Astronaut | Frank L. Douglas: Wichtig ist
die Erhaltung der Lebensqualität | Wie alt können wir werden?
| Kinder, Kinder - Wenn ich einmal alt bin | Mut zum Merger - Sustainable
development cannot be wrong
Bevor Wissenschaftler und Forscher das Elixier für ewige Jugend
brauen können, müssen sie verstehen, wie wir altern. Können
sie durch ihre Experimente die Kaskade des Alterns schon bald aufhalten
oder gar umkehren?
Von Hildegard Kaulen
Der griechische Dichter Hesiod, der vor rund 3000 Jahren gelebt hat,
hat uns einiges voraus. Er wußte genau, wie die Lebensspanne des
Menschen festgelegt wird. Sie liegt in der Hand von Klotho, Lachesis und
Atropos, den Töchtern des Zeus und der Themis. Wie sie dieser Aufgabe
nachkommen, ist auf verschiedenen antiken Darstellungen zu sehen. Sie spinnen
einen Lebensfaden, den sie am Ende wieder zerschneiden. Das Besondere daran:
Die Lebenszeit des Menschen ist über die Länge des Fadens festgelegt.
Heute, fast drei Jahrtausende später und nach der Entdeckung der molekularen
Grundlagen des Lebens, beginnen wir allmählich zu verstehen, wie unsere
maximale Lebensspanne tatsächlich festgelegt wird und warum der Mensch
im Verlauf dieser Zeit altert.
Jeder erkennt einen alten Menschen, wenn er ihm gegenübersteht.
Altern ist geprägt durch Verschleiß und Leistungseinbußen,
die nach der sexuellen Reife einsetzen und bis zum Ende des Lebens langsam
und unaufhaltsam fortschreiten. Graue Haare, Falten und Verlust der oberen
Hörfrequenzen gehören genauso dazu wie Veränderungen in
der Augenlinse und das Schrumpfen des Körpers. Dabei muß man
sehr sorgfältig zwischen diesen normalen Zeichen des Alterns und den
krankhaften Veränderungen wie Demenz und Osteoporose unterscheiden.
Es sind die Alterskrankheiten, die zu den bekannten und bedrückenden
Einbußen an Lebensqualität führen.
Altern gilt als etwas, das eng mit dem Leben verbunden ist. Dabei werden
eigentlich nur domestizierte Tiere und der Mensch wirklich alt. In freier
Wildbahn werden Schwäche und Unachtsamkeit sofort bestraft. Ein Tier,
das solche Leistungseinbußen zeigt, wird schnell zur Beute, erkrankt
oder verhungert. Einige Lebewesen wie beispielsweise der Hummer oder die
Galapagos-Schildkröte werden allerdings auch unter dem Schutz des
Menschen nicht alt. Das liegt daran, daß sie unaufhaltsam wachsen
und nie eine endgültige Körpergröße erreichen.
Warum der Mensch länger als eine Katze lebt
Altern hat auch immer etwas mit maximaler Lebenserwartung zu tun. Die
liegt beim Menschen bei 115 Jahren. Für Leonard Hayflick, Alternsforscher
an der University of California in San Francisco, ist es deshalb wichtig
zu wissen, wie die maximale Lebensspanne einer Art festgelegt wird. Warum
lebt der Mensch eigentlich fünfmal länger als eine Katze, eine
Katze fünfmal länger als eine Maus und eine Maus fünfundzwanzigmal
länger als eine Fruchtfliege? Die Evolutionsbiologen geben auf diese
Frage eine klare Antwort: Ein langes Leben ist die Belohnung für eine
erfolgreiche Fortpflanzung. Die Begründung: Damit genügend Nachwuchs
gezeugt und großgezogen wird, erhält jede Art eine höhere
physiologische Kapazität als dafür unbedingt notwendig ist. Dadurch
bleiben noch genügend Reserven, um über die Geschlechtsreife
hinaus zu leben. Beim Menschen, dem am höchsten entwickelten Lebewesen,
können das Jahre und Jahrzehnte sein. Verdeutlicht werden kann das
mit dem Bild einer Uhr, die auch nicht an dem Tag aufhört zu ticken,
an dem ihre Garantiezeit endet. Da aber alle Ereignisse nach der Fortpflanzung
nicht mehr dem strengen Druck der Selektion unterworfen sind, können
sich molekulare Unordnung und Zufallsveränderungen breitmachen.
Der Mensch altert, und die Wahrscheinlichkeit zu sterben nimmt zu.
Um im Bild der Uhr zu bleiben: Irgendwann beginnt sie falsch zu gehen und
hört schließlich ganz auf zu ticken. Diese Evolutionstheorie
erklärt nur, wie die maximale Lebensspanne einer Art zustande kommt.
Sie erklärt nicht, wie wir altern und ob es dafür einen zentralen
Schalter im Erbgut gibt, oder ob jedes Organ auf seine ganz individuelle
Art und Weise altert. Auch auf die Frage, ob der Prozeß aufgehalten
oder vielleicht sogar umgekehrt werden kann, gibt die Evolutionstheorie
keine Antwort. Das versuchen die verschiedenen Alternstheorien, zum Beispiel
das mechanistische Modell.Demnach ist der allmähliche Kräfteverfall
im Alter die natürliche Konsequenz einer kontinuierlichen und unvermeidbaren
Schädigung der Zellen durch Umwelteinflüsse. Dieser Verschleißprozeß
betrifft vor allem solche Organe, deren Zellen sich nicht mehr teilen,
wie Gehirn, Herz und Nieren. Nach Ansicht von Rajindar S. Sohal von der
South-ern Methodist University in Dallas, Texas, und Richard Weindruch
von der University of Wisconsin in Madison sind aggressive Sauerstoffverbindungen
die Hauptursache für diese Schädigungen. Diese sogenannten freien
Radikale entstehen in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle. Hier
findet die Energiegewinnung statt, indem ständig Nahrung mit Sauerstoff
verbrannt wird. Die dabei freigesetzten Radikale verfügen über
mindestens ein ungepaartes Elektronenpaar, das sie unbedingt wieder vervollständigen
wollen. Dazu greifen sie bestimmte Strukturen in der Zelle wie beispielsweise
die DNA, Eiweiße oder Fette an und schädigen sie.
Verschleiß durch freie Radikale
Der Körper verfügt zwar über Mechanismen, um diese aggressiven
Verbindungen abzufangen und die entstandenen Schäden zu reparieren,
aber mit der Zeit werden diese Kräfte immer schwächer, und die
Zahl der schadhaften Stellen nimmt zu. Die Mitochondrien sind dabei besonders
gefährdet, weil sie zwar über ein eigenes Erbgut, aber nicht
über die dazugehörigen Reparatursysteme verfügen. Eine schicksalhafte
Lücke der Natur. Deshalb gehen im Laufe des Lebens auch immer mehr
Mitochondrien zugrunde. Das Fatale: Der Energieumsatz sinkt, der Körper
wird schwächer, und der Mensch altert. Ein Prozeß, der mit steigendem
Lebensalter exponentiell zunimmt. Auch die vom UV-Licht verursachte Hautalterung
geht auf die Wirkung dieser freien Radikale zurück.
Gestützt wird die Radikal-Theorie übrigens dadurch, daß
langlebige Organismen einen deutlich niedrigeren Energieverbrauch haben
als kurzlebige. Forscher wie Sohal konnten deshalb auch das Leben von Fruchtfliegen
verlängern, indem sie die Tiere im Kalten gehalten haben. Das drosselt
den Energieumsatz, und es entstehen weniger freie Radikale. Auch mit zusätzlichen
Genen im Erbgut, die den Angriff dieser aggressiven Verbindungen entschärfen,
läßt sich das Leben der Fliegen verlängern. Mit der Übertragung
solcher Gene, wie zum Beispiel dem Gen für Superoxid-Dismutase, hoffen
einige Forscher auch den Menschen zum Methusalem machen zu können.
Wer darauf nicht warten will, kann versuchen, die freien Sauerstoffradikale
mit Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und dem Beta-Carotin, einer
Vorstufe des Vitamins A, abzufangen. Rückendeckung für diese
Radikalfänger-Theorie kam übrigens von dem zweifachen Nobelpreisträger
Linus Pauling, der im amerikanischen Palo Alto mit einem eigenen Institut
die positiven Wirkungen von Vitamin C untersucht hat. Er ist 1994 im Alter
von 91 Jahren gestorben. Obwohl der Konsum dieser Schutzfaktoren in den
letzten Jahren rapide zugenommen hat, ist bislang noch offen, ob damit
das Altern auch tatsächlich verzögert werden kann.
Für die amerikanischen Forscher Wood-ring E. Wright vom Texas
Southwestern Medical Center in Dallas und Serge Lichtsteiner von der Geron
Coorperation in Menlo Park, Kalifornien, steht noch eine ganz andere Theorie
über das Altern im Vordergrund. Sie sind fest davon überzeugt,
daß das ganze Geheimnis in der Länge der Telomeren liegt. Das
sind kurze Stücke von DNA, die wie Schutzkappen am Ende eines Chromosoms
sitzen. Mit jeder Zellteilung geht ein Stück dieser Schutzkappe verloren.
Wenn schließlich eine kritische Länge unterschritten wird, hört
die Zelle auf sich zu teilen, sie altert und stirbt. Die Forscher wollen
diese biologische Uhr jetzt mit einem Trick zurückdrehen. Ihr Hilfsmittel:
eine Telomerase, die die Schutzkappen immer wieder verlängert. Sie
kommt auch in Keim- und Krebszellen vor, die sich unbegrenzt teilen können
und die dabei keine Verkürzung ihrer Telomere erkennen lassen. Wright
und Lichtsteiner ist es jetzt gelungen, die Lebensspanne von normalen menschlichen
Zellen im Reagenzglas mit einer solchen Telomerase zu verlängern.
Ob damit allerdings auch das Leben des Menschen verlängert werden
kann, steht noch in den Sternen. Erste Kritik an den Experimenten ist bereits
laut geworden. Und Dietrich Schachtschabel, Alternsforscher an der Universität
Marburg, unterstreicht diese Kritik noch mit den Worten: "Über eine
unbegrenzte Zellteilung allein läßt sich das Altern sicherlich
nicht aufhalten. Auch dem allmählichen Funktionsverlust muß
etwas entgegengesetzt werden. Außerdem können wir uns mit zellulärer
Unsterblichkeit mehr Krebs einhandeln."
Progerie, ein Modell für das Altern
Daß auch einzelne Gene beim Altern eine Rolle spielen, zeigen
so seltene Erbkrankheiten wie die Progerie. Sie ist ein Modell für
das Altern. Bei der im Kindesalter einsetzenden Form kommt es noch vor
dem dritten Lebensjahr zu einem Wachstumsstillstand und einer rapiden Vergreisung.
Bei der Form, die auch als Werner-Syndrom bezeichnet wird, beginnt die
fatale Kaskade des Alterns mit dem zwanzigsten Lebensjahr. Die Betroffenen
ergrauen, ihre Haut wird faltig, sie erblinden am Grauen Star und leiden
häufig an Herzkrankheiten, Arteriosklerose, Diabetes und Krebs. Nur
vor einer Geißel des Alters bleiben sie verschont: der Alzheimerschen
Krankheit.
Kürzlich konnte in den USA die Bauanleitung für das Eiweiß
isoliert werden, das für die frühzeitige Alterung beim Werner-Syndrom
veranwortlich ist. Es ist eine sogenannte Helicase. Ihre Aufgabe ist es,
die spiralig gedrehte DNA zu entflechten. Nur so können Schäden
repariert oder die gespeicherte Information abgelesen oder verdoppelt werden.
Bei den Menschen mit der Werner-Krankheit ist die Helicase so verändert,
daß sie nicht mehr richtig arbeiten kann. Dadurch sammeln sich sehr
wahrscheinlich mehr Schäden im Erbgut an, als das normalerweise der
Fall ist.
Entdeckt:
Das Gen für Langlebigkeit
Im letzten Jahr haben Wissenschaftler um Gary Ruvkun von der Harvard
Medical School in Boston ein Gen für Langlebigkeit bei dem Fadenwurm
Caenorhabditis elegans entdeckt. Dieser Wurm kann sein Leben dadurch verlängern,
daß er sich abkapselt und in eine Art Winterschlaf verfällt.
Das Gen, das für diesen Prozeß verantwortlich ist, hat große
ühnlichkeiten mit dem Gen für den menschlichen Insulinrezeptor.
Damit wird die Aufnahme des Zuckers in die Zellen reguliert. Nach allem,
was man bisher weiß, sind es die Aussichten auf Hungerszeiten, die
den Wurm dazu veranlassen, in diese Form der Starre zu verfallen. Fazit:
Bei Caenorhabditis elegans kann offensichtlich eine geringer werdende Menge
an verstoffwechseltem Zucker den Alterungsprozeß für eine Weile
aufhalten.
Wer hungert lebt länger
Hungern scheint übrigens tatsächlich die einzige Möglichkeit
zu sein, länger zu leben. Zumindest für Nagetiere, Fische, Spinnen
und Taufliegen. Reduziert man zum Beispiel die Kalorienzufuhr von Mäusen
um vierzig Prozent, dann leben sie doppelt so lang wie ihre wohlgenährten
Artgenossen, und sie bleiben dabei auch noch gesünder. Für den
Menschen würden das 1600 bis 1800 Kalorien am Tag bedeuten. Die Theorie:
Der Stoffwechsel verlangsamt sich, es entstehen weniger aggressive Radikale,
und der Alterungsprozeß wird verzögert. Ob es allerdings tatsächlich
hilft, ist derzeit noch offen. Fest steht nur, daß Hundertjährige
im allgemeinen mäßige Esser gewesen sind.
Von Zeit zu Zeit werden auch immer wieder Wundermittel zur Verjüngung
angepriesen. Ein solches Präparat ist beispielsweise das Dehydroepiandrosteron
(DHEA). Die Liste seiner positiven Eigenschaften ist lang: Es soll die
Immunabwehr stärken, Gedächtnisleistung und Libido steigern und
vor Übergewicht schützen. Für einen Zusammenhang zwischen
DHEA und dem Alterungsprozeß spricht die Tatsache, daß seine
Konzentration bis zum 25. Lebensjahr ständig ansteigt und dann, wenn
die Kaskade des Alterns beginnt, kontinuierlich abnimmt. Wie dieses Hormon
allerdings den Kräfteverfall stoppen soll, ist noch völlig offen.
Bislang sind nicht einmal die Rezeptoren bekannt, über die es seine
positive Wirkung im Körper entfalten soll. Viele Forscher sind deshalb
auch sehr skeptisch und warnen vor einer unkontrollierten Einnahme. Das
gleiche gilt übrigens auch für die Substanz Melatonin
oder für
verschiedene Wachstumshormone, die in letzter Zeit als Zaubermittel gegen
schlaffe Muskeln und faltige Haut angepriesen worden sind.
Da also kein bahnbrechendes Lebenselixier in Sicht ist, schlägt
Leonard Hayflick in seinem Buch "Auf ewig jung?" ein ganz anderes Rezept
zur Lebensverlängerung vor. Voraussetzung ist allerdings die Einsicht,
daß verschlafene Zeit vertane Zeit ist. Auf der Grundlage dieser
Erkenntnis ist sein Rezept ganz einfach: Wer seinen Wecker morgens eine
halbe Stunde vorstellt und diese Praxis von seinem 25. bis zum 85. Lebensjahr
beibehält, gewinnt 1,25 Jahre an "aktiver Lebenszeit". Statistisch
gesehen entspricht das dem Zugewinn, den die Menschheit erzielen würde,
wenn es gelänge, den Schlaganfall aus der Welt zu schaffen.
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Ein Blick auf den 'Age Scan' führt zum wahren Alter
16.10.2000 - In München hat ein Medizinunternehmen in Zusammenarbeit mit der
Technischen Universität ein Gerät zur Messung des biologischen Alters des
Menschen vorgestellt. Dieser sogenannte 'Age Scan' testet verschiedene Körperfunktionen, die in Verbindung mit Selbsttesten eine Aussage über den
körperlichen Zustand des Probanden geben sollen. Die Ergebnisse werden dann mathematisch ausgewertet und das biologische Alter ausgerechnet. Somit könne
ein behandelnder Arzt vorzeitig einsetzende Alterprozesse oder körperliche Defizite frühzeitig erkennen und eine entsprechende Behandlung zielgerecht
beginnen. (Quelle: Die Welt)
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Anti-Aging-Trend kann gefährlich sein--Immer mehr Menschen setzen sich starken Gefahren aus, um
die eigene Lebenserwartung zu steigern. "Man gefährdet sich zunehmend bei dem Versuch, gesünder zu werden", sagte der
Medizin- Professor Reiner Hehrmann in einem dpa-Gespräch wenige Tage vor Beginn der Fachausstellung "Medizin 2001"
(2.-4. Februar) in Stuttgart. Das Zauberwort "Anti-Aging" erinnere in einigen Bereichen
sogar an das Doping im Sport. "Und manches, was da heute geschieht beim Versuch, Zellstoffwechsel und
Alterungsprozess zu beeinflussen, ist keineswegs legal." Der Anspruch, ohne veränderten Lebensstil oder neues
Genussverhalten aktiver und leistungsfähiger zu werden, werde durch den freien Verkauf der vermeintlichen
"Wunderpillen" unter anderem in den USA und den Niederlanden gefördert. Dort sind laut Hehrmann Substanzen
als Nahrungsmittelergänzungsstoffe frei erhältlich, die in Deutschland aus guten Gründen nicht einmal als Medikament
zugelassen seien. Dazu zählte der Stuttgarter Experte den Vorläufer des Testosterons, das so genannte DHEA, dessen
Langzeitwirkung "medizinisch und wissenschaftlich überhaupt nicht abgesichert" sei. Auch das Pigmenthormon
Melatonin, mit dem der Jetlag verhindert wird, könne vor allem in den USA "in jedem Drugstore gekauft werden".
Ein Wundermittel gegen das Altern sei nach wie vor nicht in
Sicht, wenngleich der genetische Anteil des Alterns lediglich bis zu 20 Prozent ausmache. "Den Rest kann man
beeinflussen", sagte Hehrmann. Um bis zu zehn Jahren lässt sich nach Einschätzung von Biologen die biologische Uhr mit
entsprechenden Maßnahmen zurückdrehen. Im Kampf gegen Falten, Haarausfall, Vergesslichkeit
und nachlassende Leistungsfähigkeit setzen die Mediziner dabei neben gesundem Lebenswandel vor allem auch auf Hormone.
Die Lebensspanne als maximale Anzahl von Jahren, die ein Mensch leben kann, ist nach Meinung vieler Mediziner jedoch
nicht verlängerbar: Sie beträgt rund 125 Jahre. dpa 01.02.2001
Mitochondrien - Die Uhr des Alterns
Im Laufe des Alterns kommt es zu einer progressiven Abnahme der Linolensäure (18,2),
was einhergeht mit einer Zunahme von langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren
(22,4 und 22,5). Diese Fettsäuren binden an das Cardiolipin und sind vermehrt anfällig
für Oxidation. Durch die Akkumulierung von Cholesterin in den mitochondrialen Membranen
nimmt die Rigidität der mitochondrialen Membran zu, die Fluidität nimmt ab. Dies ist
verantwortlich auch für den Wasserverlust vieler Organe im Altern. Gleichzeitig wird
durch die Abnahme der Fluidität die laterale Diffusion von Plasmamembranproteinen (z.B.
Rezeptoren) gestört, dadurch wird die Signaltransduktion im ganzen herabgesetzt. Die
Phospholipase-a und 2 stimuliert die Entfernung von oxidierten
Membranlipiden.
Neuronale Zellen werden durch Ubiquinon sowie durch Nikotinamide, einem Prekursor des
NADH, geschützt. Gleichzeitig ist auch das Carnitin ein Schutzfaktor für die
mitochondrialen Membranen.
Doping gegen das Altern
heute werden die Deutschen so alt wie noch nie. Lag die Lebenserwartung um
1900 noch bei 46 Jahren, sind heute beim Mann 74 und Frau 80,6 Jahre erreicht.
Die Zahl der Hundertjährigen stieg in Deutschland von 227 im Jahr 1990 auf 828
im Jahr 1999 an. Der Würzburger Humangenetiker Holger Hoehn schätzt die grundsätzlich
mögliche Lebensspanne des Menschen auf Grund seiner genetischen Veranlagung auf
110 bis 115 Jahre. Aber äußere Faktoren wie Lebensstil, ionisierende
Strahlung, Chemikalienbelastung, Bakterien oder Viren lassen so ein hohes Alter
selten zu. Heute sterben Menschen der Industrieländer hauptsächlich an
chronisch, sich über Jahre und Jahrzehnte entwickelnden degenerativen
Alterserkrankungen: Herzkreislauf- und Krebserkrankungen.
Wundermittel Hormonvorläufer DHEA?
Der Ulmer Arzt Alfred Wolf schildert, worauf es an kommt, wenn einer dem
Altern vorbeugen will: "Der Lebensstil ist letztlich das A und O. Wer nicht
raucht, in Maßen trinkt und Sport treibt, hat bessere Chancen, alt zu
werden." Er gibt seinen Patienten Tipps zu Lebensstil,
Anti-Stress-Training, speziellen Nahrungsergängzungsmitteln (Mikronährstoffe,
z.B. Antioxidantien) und eventuell Hormonsubstitution mit Testosteron, Östrogen,
Progesteron, dem Hormonvorläufer DHEA (Dehydroepiandrosteron) oder dem
Wachstumshormon HGH. "Natürlich machen wir vor einer Hormongabe eine
umfassende Risikoabschätzung, anhand derer die Dosis bestimmt wird",
betont Wolf. Der Run auf die Hormone wird inzwischen von Prominenten
unterstützt. So wirbt Iris Berben in ihrem Buch "Älter werde ich später"
für alle möglichen Mittelchen der Anti-Aging-Welt. Neben Sport, gesunder Ernährung
und der obligatorischen Hautpflege mit speziellen Cremes die Vitamine A,C,E,
Detacarotin sowie Enzyme enthalten, berichtet sie unter anderem, sie schlucke
seit bereits zehn Jahren DHEA – das laut Berben Bindegewebe strafft, Muskeln,
Knochen und Gelenke stärkt. Mediziner nehmen an, dass ein DHEA-Mangel zu
allgemeinen Befindlichkeitsstörungen, Schlaflosigkeit, relativer Immunschwäche
oder Osteoporose beiträgt. Weil nun die natürliche
Konzentrationen von DHEA im Blut mit dem Alter um bis zu 80 Prozent zurück
geht, sei es zu einer "Hochstilisierung von DHEA zu einer
Anti-Aging-Substanz" gekommen, meint Christoph Bamberger vom Hamburger
Uni-Krankenhaus Eppendorf: "Die funktionelle Bedeutung von DHEA ist
unbekannt." Größtenteils fehlten Langzeitstudien zu Anti-Aging-Hormonen.
Die Endokrinologin Wiebke Arlt von der Universitätsklinik Würzburg warnt:
"Erste Daten deuten auf ein teilweise unkalkulierbares Risiko hin."
Männliche Wechseljahre
Immerhin zeigen weitgehend etablierte Therapien mit Hormonen, wie wichtig
die richtige Dosierung und wie potenziell gefährlich die Stoffe sind. So lässt
sich nicht von der Hand weisen, dass eine Hormonersatztherapie bei Frauen in
einem Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs stehen kann. Inzwischen
haben Forscher nun auch ein männliches Klimakterium entdeckt und für
behandlungswürdig befunden. Dem linearen Abfall männlicher Sexualhormone im
Laufe eines Lebens, begegnen sie mit Androgenen, Östrogenen, DHEA,
Wachstumshormon oder Melatonin. "Wir sind am Beginn der
Hormonsubstitutionstherapie beim Mann und die meisten unserer Überlegungen
basieren auf Hypothesen und Spekulationen", mahnt Markus Metka aus Wien.
Mehr klinische Untersuchungen, zu Risiken, Vorteilen und möglichen
Nebenwirkungen seien dringend notwendig. Insofern wundert das Urteil des
Stuttgarter Endokrinologen Reiner Hehrmann nicht: "Manches, was da heute
geschieht beim Versuch, Zellstoffwechsel und Alterungsprozess zu
beeinflussen, ist keineswegs legal." Das Zauberwort Anti-Aging erinnere ihn
in einigen Bereichen sogar an Doping im Sport. Und Ulrike Sonner vom Münchener
Stop Aging Institut gibt den allgemeinen gesundheitsfördernden Rat: "Im
Prinzip kann jeder Anti-Aging-Programme machen, indem er nicht raucht, wenig
trinkt, normal isst und sich bewegt."
Beatrice Lugger ist freie Wissenschaftsjournalistin in München
Stand: 28. Mai 2001 Ausschnitt aus www.netdoktor.de

Zurückhaltung beim Essen kann das Leben verlängern - zumindest bei Mäusen.
Eine Gruppe von Zwergmäusen, die von Wissenschaftlern in den USA auf
strenge Diät gesetzt wurde, lebte im Durchschnitt rund die Hälfte länger
als wohlgenährte Artgenossen, wie das britische Wissenschaftsmagazin
"Nature" in seiner neuesten Ausgabe berichtete. Die Diät-Mäuse hätten dann
ein Alter erreicht, das auf menschliche Maßstäbe übertragen etwa 150
Jahren entspreche.Das Team um den Wissenschaftler Andrzej Bartke von der
Southern Illinois State University hatte für das Experiment eine Gruppe
von Ames-Zwergmäusen in zwei Untergruppen geteilt. Die eine Untergruppe
bekam täglich eine normale Futtermenge vorgesetzt, während die andere
systematisch auf einen Pegel von 70 Prozent gedrosselt wurde. Die Forscher
vermuten, dass bestimmte Hormone den Stoffwechsel der Mäuse je nach
Futterangebot regulieren und dadurch die Lebensdauer beeinflussen. Die
Ames-Zwergmaus gilt schon bei herkömmlicher Ernährung als Methusalem unter
den Mäusen: Wegen genetischer Besonderheiten lebt sie etwa 50 bis 60 Prozent
länger als andere Mäusearten. London, 21. November (AFP) -
Zellalterung: Zufall stärker verantwortlich als Gene
London (dpa) - Das Altern von Zellen hängt nach Ansicht von US- Forschern zum
großen Teil von Zufällen ab und nicht von den Genen. Das berichtet das Team um
Laura Herndon von der State University of New Jersey (USA) im britischen
Wissenschaftsjournal "Nature" (Bd. 419, S. 808). Die Biologen hatten die
Zellalterung beim Fadenwurm Caenorhabditis elegans untersucht. Bei Mutanten des
Wurms, die wegen einer genetischen Veränderung fast doppelt so lange leben
können, begann der Verfall von Muskelzellen den Wissenschaftlern zufolge aber
mitunter früher als bei normalen Würmern. Die Forscher schließen daraus, dass
die beobachtete Zellalterung stärker von zufälligen Ereignissen im Leben einer
Körperzelle abhängt, etwa der Beschädigung der Zellmembran, als von einem
genetischen Programm. Dies bedeute einen wichtigen Fortschritt zum Verständnis
der Alterungsprozesse von Zellen, heißt es in einem begleitenden Kommentar in
derselben "Nature"-Ausgabe. Die Forscher hatten Muskel- und Nervenzellen mit
Hilfe von Floureszenzfarbstoffen markiert und verfolgten deren Schicksal unter
dem Mikroskop. Dabei beobachteten sie zudem, dass die Alterung von Muskelzellen
beim Fadenwurm ähnlich abläuft wie beim Menschen. Von einem bestimmten Zeitpunkt
im Leben von Würmern und Menschen nehmen Muskelmasse und Körperkraft
kontinuierlich ab. Mediziner sprechen hierbei von Sarcopenie. Die Nervenzellen
der Würmer veränderten sich dagegen kaum und zeigten keine Funktionsausfälle.
24. Oktober 2002 netdoktor
Lebenserwartung: Heute geboren - 100 Jahre alt werden
Rostock (dpa) - Im Jahr 2102 könnten die Deutschen ein Volk der Hundertjährigen
sein. Etwa die Hälfte der heute in der Bundesrepublik geborenen Mädchen und fast
jeder dritte Junge wird nach Berechnungen des Rostocker Max-Planck-Instituts für
demografische Forschung mindestens 100 Jahre alt. «Diese Annahme für die
Jahrgänge ab 2002 basiert auf der Auswertung der bisherigen Lebenserwartung der
Menschen und ist durchaus realistisch», sagte der Institutsdirektor James W.
Vaupel am Mittwoch in Rostock. So hätten etwa in den alten Bundesländern im Jahr
1980 noch 535 Menschen ihren 100. Geburtstag gefeiert, 1998 seien es bereits
2501 Menschen gewesen. Im Osten wurden dem Institut zufolge 1998 genau 447
Menschen 100 Jahre alt. Auch die Gruppe der Menschen mit einem Alter von mehr
als 110 Jahren habe seit den ersten «Fällen» in den 60er Jahren bis heute
deutlich zugenommen, sagte Vaupel. In Deutschland lebten dem Institut zufolge im
vergangenen Jahr sechs Menschen, die 110 Jahre und älter waren. Insgesamt hätten
bundesweit bisher etwa 30 Menschen dieses Alter erreicht oder überschritten. Dem
Phänomen der extremen Langlebigkeit wolle das Rostocker Institut in den
kommenden Jahren auf den Grund gehen, kündigte der Wissenschaftler an. Gemeinsam
mit der Universität im französischen Montpellier werde dazu in Rostock eine
internationale Datensammlung aufgebaut werden. Das 1996 in Rostock gegründete
Institut ist in einen Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Neptunwerft
umgezogen. In dem modernen, rund elf Millionen Euro teuren Gebäude beschäftigen
sich derzeit rund 30 Wissenschaftler und knapp 20 Doktoranden mit der
demografischen Entwicklung in Deutschland, Europa und der Welt. Insgesamt
arbeiten in der Rostocker Einrichtung derzeit rund 100 Mitarbeiter.5. Dezember
2002 netdoktor
Krebs im Alter: Sind Telomere die Ursache?
Welche Rolle spielen die Enden von Chromosomen, die Telomere, wenn eine
Tumorkrankheit im Alter entsteht? Dieser Frage geht ein Forscherteam um
Privatdozent Dr. Karl Lenhard Rudolph aus der Abteilung Gastroenterologie,
Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)
nach.
Telomere bilden die Endstücke menschlicher Chromosomen, sie schirmen die
Erbsubstanz ab und schützen sie vor Schäden. Bei jeder Zellteilung verkürzen
sich jedoch die Telomere; dadurch ist die Teilungsfähigkeit menschlicher
Zellen auf 50 bis 70 Zellteilungen begrenzt. Diese "Uhr" scheint die
Regeneration von Organen und Geweben während der Alterung zu begrenzen.
Gleichzeitig schützt der Mechanismus vor Krebswachstum, da sich auch bei
Tumorzellen die Telomere verkürzen und so die entarteten Zellen "altern" und
schließlich absterben lassen.
Neuere Forschungsergebnisse lassen jetzt einen gegenteiligen Effekt
vermuten: Durch verkürzte Telomere können möglicherweise auch vermehrt
Tumore auftreten, weil die Chromosomen instabil werden - die chromosomale
Instabilität ist ein Hauptmechanismus für Krebs im Alter. "Wir glauben, dass
dadurch mikroskopisch kleine Tumoren bei alten Menschen entstehen", sagt
Privatdozent Dr. Karl Lenhard Rudolph. Dabei spielt wahrscheinlich das Enzym
Telomerase eine wichtige Rolle. Mit Hilfe der Deutschen Krebshilfe möchte
das Forscherteam nun diese Hypothese experimentell untersuchen, um neue
Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung von Tumoren im Alter zu finden.
http://www.journalmed.de
Rückfragen:
PD Dr. Karl Lenhard Rudolph,
MHH-Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie,
E-Mail:
Rudolph.Lenhard@mh-hannover.de.
Quelle: Medizinische Hochschule Hannover 02.11.2004 Infos für Ärzte
Mit prähistorischen Pflanzenmineralien zum langen und gesunden Leben
Von Barbara Simonsohn in Zusammenarbeit mit Bodo Baginski.
Wir sind laut der renommierten Bertelsmann-Stiftung ein
Selen- und
Magnesium-Mangelland. Die Gründe liegen am sauren Regen und der industriealisierten Landwirtschaft. Der pH-Wert im Boden verschiebt sich
Richtung „sauer“, und die Pflanze kann dann die vorhandenen Spurenelemente
nicht mehr aufnehmen. Was nicht mehr in der Pflanze ist, kann nicht im
Menschen oder
Tier sein, welche die Pflanzen zu sich nehmen. Ohne Mineralien
können Vitamine nicht verstoffwechselt werden. Wir verhungern sozusagen an
vollen Töpfen, leiden bei einem Überangebot an Kalorien unter
Vitalstoffdefiziten. Dies schränkt unsere Lebenserwartung und Lebensqualität
empfindlich ein. Das Autorenteam Shalila Sharamon und Bodo Baginski haben in
ihrem neuen Buch „Heilung aus der Ur-Natur“ diese Zusammenhänge spannend
dargestellt und eine Lösung gefunden: kolloide Pflanzenmineralien aus
amerikanischen Urwäldern der Kreidezeit. Hier kommen sie selbst zu Wort.
Zu allen Zeiten haben die Menschen versucht, ihre Lebensspanne zu
verlängern. Auf der Suche nach ewiger Jugend pilgerten sie zu magischen
Jungbrunnen und Alchemisten suchten nach dem Lebenselixier, das Krankheiten
heilen und den Tod hinausschieben sollte. In unserer Zeit hat die moderne
Medizinwissenschaft die Rolle der Alchemie übernommen. Sie kann dabei mit
einigen bemerkenswerten Erfolgen aufwarten.
So erreichte keine Generation vor uns ein durchschnittliches Lebensalter von
76 bis 79 Jahren. Verbesserte Hygiene und medizinische Errungenschaften
haben unserer Lebenserwartung in den letzten 100 Jahren mehr als die Hälfte
hinzugefügt. Leider bedeuten die gewonnenen Jahre bisher noch nicht, länger
jung zu sein. Stattdessen sind wir länger alt. Immer mehr Menschen erleben
den körperlichen und geistigen Verfall, der mit dem zunehmenden Alter
einhergeht. Wer heute beispielsweise in Deutschland stirbt, hat eine
durchschnittliche Krankheitsgeschichte von 29 Jahren durchlitten.
Die Regierungen beobachten diese Entwicklung mit einiger Sorge. Eine
weitere, bedeutsame Verlängerung der Lebensspanne würde zu einem Bankrott
der heutigen Renten- und Krankenversicherungssysteme führen, die in
geburtenarmen Ländern schon in nächster Zukunft unter der Last einer
alternden Bevölkerung zusammenzubrechen drohen.
Die voraus denkenden Japaner haben bereits eine Lösung für dieses Problem
gefunden. Durch eine weitgehende Automatisierung in der Industrie bleibt das
volkswirtschaftliche Einkommen gesichert und die Alten können mitversorgt
werden. Inzwischen gibt es in Japan schon ganze Städte, in denen fast nur
alte Menschen leben, versorgt und gepflegt werden. Andere Regierungen
schieben das Problem der Überalterung vor sich her und überlassen es den
nachfolgenden Generationen, sich damit auseinander zu setzen.
Derweil vertreten ernstzunehmende Forscher die Meinung, dass in nicht allzu
ferner Zukunft eine Lebensspanne von 120 oder gar 140 Jahren Routine werden
kann. Diese Zahlen sind nicht aus der Luft gegriffen. Der Mensch gehört zur
Kategorie der Säugetiere und bei unseren „jüngeren Geschwistern“ haben
Wissenschaftler etwas Interessantes entdeckt. Die Lebensspanne von Säugern
beträgt in der Regel das 6- bis 7fache ihrer Wachstumsphase. Ein Hund ist
beispielsweise nach 2 Jahren ausgewachsen und lebt insgesamt 12 bis 14
Jahre. Ein entsprechendes genetisches Programm wird auch beim Menschen
vermutet. Der Homo sapiens braucht bis zur vollen Reife etwa 20 Jahre.
Demnach müssten wir eigentlich 120 bis 140 Jahre alt werden. Auf die gleiche
Zahl kommen Wissenschaftler, welche die Zellteilung studieren. Offenbar ist
der Mensch das einzige Säugetier, das sein ihm zugemessenes Potential an
Lebensjahren nicht erreicht.
Warum wir alt werden? Schauen wir uns zunächst an, was den Alterungsprozess
auslöst. Es gibt zwei große Theorien über das Altern. Befürworter der
Fehlertheorie sehen Altern als die unvermeidliche Folge des Verschleißes von
Zellen und ihrer Erbsubstanz durch schädigende Einflüsse an. Vertreter der
Programmtheorie sind überzeugt, dass Altern und Tod nach einem genetischen
Programm ablaufen und somit ein ureigenster Teil des Lebens sind.
Für beide Theorien gibt es schlüssige Beweise. Die Fehlertheorie: Es steht
außer Zweifel, dass sich im Laufe eines teilungsfreudigen Zelllebens
zunehmend Fehler einschleichen. Zwei Hauptfaktoren sind daran beteiligt:
Schäden durch freie Radikale und Verschlackung. Von den Eskapaden freier
Radikaler haben wir bereits ausführlich berichtet. Die Elektronenräuber
können alle wichtigen Moleküle im Körper angreifen und degenerative Prozesse
in Gang setzen. Sie beschleunigen den Alterungsprozess, indem sie Zellen
töten, miteinander vernetzen oder so verändern, dass sie die ihnen
zugewiesenen Aufgaben nicht mehr erfüllen können.
In zwei Bereichen unseres Körpers sind ihre Angriffe besonders folgenschwer:
• Freie-Radikale-Schäden an den Arterienwänden und am Cholesterin fördern
die Ansammlung von Ablagerungen in unseren Adern (siehe dazu
„Herz-Kreislauf-Erkrankungen“). Die zunehmende Verengung hungert nicht nur
Herz und Hirn systematisch an Sauerstoff und Nährstoffen aus – alle Organe
und Gewebe können von der Minderversorgung betroffen sein und ihre Vitalität
einbüßen. Wenn sich dann noch in Folge von Stress und Anspannung unsere
Adern zusammenziehen, kann es in den Zellen zu Perioden völligen
Sauerstoffmangels kommen.
Gesund und fit bis 120?
Nun führt nicht nur, wie zuvor beschrieben, ein Zuviel an Sauerstoff zur
Überproduktion von freien Radikalen. Eine besonders destruktive Art der
angriffslustigen Moleküle entsteht auch bei einem Mangel an Sauerstoff.
Gravierende Zellschäden sind die Folge. Verletzungen der DNS können dazu
führen, dass die Zelle unbrauchbar wird oder mutiert. Neben den Schäden
durch freie Radikale trägt die fortschreitende Verschlackung zum Altern
unserer Zellen bei. Ablagerungen in den Zellzwischenräumen behindern die
Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff, den Abtransport von Abfall sowie
die Kommunikation der Zellen untereinander.
In den Zellen selbst sammelt sich ebenfalls Schutt an und zwar in Form einer
süßen, klebrigen Masse, Lipofuscin genannt. Aus Zellabfällen stammende,
oxidativ geschädigte Proteine (auch hier sind wieder freie Radikale
beteiligt) und andere Makromoleküle reagieren auf verhängnisvolle Weise mit
Glukosemolekülen: Sie „karamellisieren“ ähnlich wie bei der Herstellung von
Bonbons. Die verzuckerten Moleküle bilden nutzlose Batzen, die sich in den
Zellen zunehmend ansammeln. Unter dem Mikroskop zeigen sie sich als
gelbliche oder bräunliche Flecken, dem so genannten Alterspigment. Der
klebrige Abfall „verstopft“ die Zellen von innen her. Er trägt zur
Versteifung von Gliedern und Geweben bei und korreliert mit einer
abnehmenden Zellfunktion. Vermutlich kann er sich auch an die DNS anheften
und ihre Funktion behindern oder verfälschen.
Welche Zellen am stärksten von der „Verstopfung“ betroffen sind, hängt von
der Energieproduktion der Zelle und der Geschwindigkeit der Zellteilung ab.
Die größte Ansammlung von Alterspigment findet sich in Muskeln und
Nervenzellen, die sich bis auf wenige Ausnahmen gar nicht teilen.
Tatsächlich sind die allermeisten dieser Zellen so betagt wie ihr
„Besitzer“. Die alten Zellen haben jedoch einen großen Vorteil: Sie
erkranken so gut wie nie an Krebs. Wir haben noch nie von einem Herzmuskel-
oder Nervenkrebs gehört. Gehirntumore gehen nicht von Nervenzellen im Gehirn
aus, sondern von den so genannten Gliazellen, welche die Nervenzellen nähren
und versorgen.
Auf der anderen Seite der Skala befinden sich unsere Haut und die
Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes. Sie werden aufgrund ihrer großen
Beanspruchung besonders schnell „abgewetzt“. Um den Schaden zu ersetzen,
müssen sich die verbliebenen Zellen fortlaufend teilen. Auch Immunzellen
erleiden große Verluste und werden ständig nachgeliefert. Die schnellen
Teiler unter den Zellen sammeln zwar kaum Alterspigment an, doch kann die
DNS, in der die Baupläne der Zellen niedergeschrieben sind, mit jeder neuen
Kopie stärker mutieren. Die Funktionstüchtigkeit der Zelle sinkt und das
Krebsrisiko steigt.
Nun ist unser Körper mit ausgetüftelten Mechanismen ausgestattet, welche
Schäden verhindern oder reparieren. Den wohl wichtigsten Schutz bietet das
Antioxidantsystem, das die meisten freien Radikalen abfängt, bevor sie ihr
zerstörerisches Werk beginnen können. Unser Reparatursystem nimmt sich
entstandener Schäden an. Ein in die Zellen eingebautes Selbstmordprogramm
sorgt dafür, dass irreparabel geschädigte Zellen zerstört und aus dem Weg
geräumt werden. Die Zelle zerfällt in winzige Teilchen, die von Makrophagen
gefressen oder von den umliegenden Zellen absorbiert werden. Die
Nachbarzellen spüren die entstandene Lücke und ersetzen den Verlust durch
Teilung.
Die Vertreter der Fehlertheorie verstehen Altern letztendlich als ein
Versagen der Mechanismen, mit denen die Natur das angemessene Funktionieren
unseres Körpers zu erhalten versucht. Leider werden diese Systeme ständig
über ihre Kapazität hinaus beansprucht. Umweltverschmutzung, Säure bildende
und mit Chemikalien aufgepeppte Nahrung, Nebenwirkungen von Medikamenten und
der Stress des modernen Lebens lassen die Waage leicht umkippen und
beschleunigen den Verfall.
Könnten wir Zellschäden und Verschlackung ausschalten und die makellose
Gesundheit eines 10- bis 12-jährigen erhalten, müssten wir nach der
Berechnung einiger Wissenschaftler im Durchschnitt 120 Jahre alt werden.
Nun gibt es keinen Menschen, der dieses Ziel auch nur annähernd erreicht.
Schuld daran ist eine Art innere Uhr, mit der unsere Erbanlagen ausgestattet
sind. Damit sind wir bei der zweiten Theorie des Alterns, der genetischen
Programmierung angelangt. Die Programmtheorie Wenn wir die Zellen von alten
und jungen Menschen unter dem Mikroskop vergleichen, können wir die alten
Zellen der alten Menschen leicht an ihrem Alterspigment erkennen. Junge
Zellen von alten Menschen sind von den jungen Zellen junger Menschen auf den
ersten Blick kaum zu unterscheiden.
Erst auf der Ebene der Chromosomen finden wir verräterische Zeichen. Dort
haben die Forscher zumindest eine der biologischen Uhren entdeckt, die das
Lebensalter der Zellen mitbestimmen und die Hoffnung auf 1200 Lebensjahre
drastisch senken.
Alle Chromosomen weisen an ihren Enden Kappen auf, Telomere genannt (aus dem
Griechischen telos = Ende und meros = Teil). Schon im Jahre 1941 wurde
bewiesen, dass Telomere als Schutzhüllen fungieren. Ohne diese Kappen würden
die Erbanlagen zerfallen. Außerdem würden ihre Enden bei jeder Zellteilung
wahllos zusammenkleben. Nun sind diese Chromosomenschwänze bei jungen
Menschen länger als bei alten. Mit jeder Zellteilung wird ein winziger
Abschnitt geopfert. An der Telomer-Uhr lässt sich genau das Alter einer
Zelle ablesen. In den letzten Stadien der Chromosomenschrumpfung vergreist
die Zelle. Ihre Teilungsrate verlangsamt sich zunehmend, bis sie sich am
Ende gar nicht mehr teilt und stirbt. Wie ein Auto, das eine gewisse
Kilometerzahl überschritten hat, wird sie von unserem Organismus aus dem
Verkehr gezogen. Teilungsfreudige Zellen werden von diesem Schicksal
natürlich eher ereilt als ihre langsameren Artgenossen. Einige Chromosomen
bleiben von der Alterserosion ihrer Schutzhüllen ganz verschont.
Die Keimzellen eines neugeborenen Kindes weisen ebenso lange Telomere auf
wie die eines 80- oder 90-jährigen Menschen. Ihr Geheimnis liegt in der
Telomerase, einem Enzym, das ihren Verfall aufhält. Es macht sich nach jeder
Zellteilung daran, die verloren gegangenen Telomerabschnitte schleunigst
wieder zu ergänzen. Übrigens lassen auch entartete Zellen die Telomerase für
sich arbeiten. Viele Krebszellen haben offenbar die Blockade zur Herstellung
dieses Enzyms ausgeschaltet und sorgen damit für ihre eigene
Unsterblichkeit.
Der Alterungsprozess
Was sind die Zeichen des Alterns? Die Auswirkungen der beschriebenen
Alterungsprozesse sind uns allen wohlbekannt. Mit zunehmenden Jahren lassen
die Sinnesfunktionen nach. Augen, Gehör, Geschmacks- und Geruchssinn sind
nicht mehr das, was sie einmal waren. Die Immunabwehr wird schwächer,
Arterien und Gelenke versteifen, Knochen werden brüchig und der Körper
schrumpft. Das Gehirn verliert ein Drittel seines Gewichts, das Herz gar die
Hälfte. Unser Hormonsystem stellt kaum noch verjüngende Hormone her und auch
die Verdauung wird immer träger. Schließlich setzen die typischen
degenerativen Erkrankungen ein, allen voran Herz-Kreislauf-Beschwerden,
Krebs, Diabetes, Osteoporose und Arthritis.
Die am meisten gefürchtete Alterserscheinung ist jedoch der geistige
Verfall. Krankheiten wie Alzheimer, die unsere Gehirnzellen in einen
unbrauchbaren, verklebten Haufen verwandeln, sind auf dem Vormarsch
(gegenwärtig vegetieren circa 800 000 Alzheimer-Patienten allein in
deutschen Pflegeheimen dahin). Schlaganfälle radieren Teile unseres Gehirns
aus und schränken unsere geistigen Fakultäten ernsthaft ein. Viele Menschen
fürchten zu Recht, dass der Alterungsprozess nicht nur Schmerzen und
körperliche Behinderungen mit sich bringt, sondern sie auch ihrer
menschlichen Würde beraubt. Sie würden einen „heroischen“ Tod –
beispielsweise einen plötzlichen Herzstillstand auf dem Golfplatz – dem
langsamen Siechtum mit zunehmender Abhängigkeit von Medikamenten, Ärzten,
Krankenhäusern, medizinischen Geräten und Pflegepersonal bei weitem
vorziehen.
Dabei gibt es Möglichkeiten, der zunehmenden Degeneration zu entkommen, die
Lebenszeit zu verlängern und bis ins hohe Alter fit und gesund zu bleiben.
Was gibt es für Möglichkeiten zur Lebensverlängerung? Wie die Alchemisten
früherer Zeiten suchen heute Wissenschaftler in der ganzen Welt mit Eifer
nach der Wunderdroge, die den körperlichen Verfall aufhält. Fortschritte in
der Genforschung scheinen das Ziel in greifbare Nähe zu rücken.
Genmanipulation soll nicht nur Krankheiten eliminieren, sondern auch unser
ererbtes Alterungsprogramm.
7000 Gene stehen als lebensverkürzende Übeltäter in Verdacht, 3 davon sind
etwas gründlicher erforscht. Der Stoffwechseltrick So hat ein kanadischer
Biologe Würmer gezüchtet, die es statt der üblichen 9 Tage Lebenszeit auf 50
Tage bringen. Auf den Menschen übertragen würde das einer Lebenserwartung
von etwa 400 Jahren entsprechen. Der Forscher hat bei seinen Würmern ein Gen
ausgeschaltet, von dem man noch nicht einmal genau weiß, was es eigentlich
tut. Bekannt sind jedoch die Folgen seiner Inaktivierung: Der Stoffwechsel
wird auf Sparflamme gesetzt. Die Wurmmutanten erreichen ihr hohes Alter
dadurch, dass sie alles langsamer tun. Nahrungsaufnahme, Verdauung und
Fortbewegung vollziehen sich im Schneckentempo. Auch haben sie keine große
Lust auf Sex. Einen ähnlichen Stoffwechseltrick haben unsere langlebigsten
Tiere gemeistert: Kaltblüter reduzieren ihre Stoffwechselrate, sobald die
Temperaturen sinken. Ähnlich den mutierten Würmern werden sie langsam und
träge, dafür aber uralt. Im September 2002 wurde im Zoo in Kairo der 362.
Geburtstag einer Galapagos-Riesenschildkröte gefeiert.
Bleibt die Frage, ob ein solches Leben für uns erstrebenswert wäre. Zudem
ist es immer riskant, in den genetischen Bauplan des Lebens einzugreifen. So
steigt beispielsweise das Risiko, an Krebs zu erkranken, wenn wir der
Telomerverkürzung Einhalt gebieten. Dennoch mag ein wichtiger Schlüssel zur
Gesundheit und hohem Alter in der Reduzierung des Stoffwechsels liegen.
Schließlich stellen Energieproduktion und Stoffwechselabfälle die
Hauptlieferanten für freie Radikale und Schlacken dar. Könnten wir den
Stoffwechselumsatz senken, müssten auch wir theoretisch länger leben. Unsere
Zellen würden weniger geschädigt und verschmutzt, die Zellteilung reduziert
und die Telomerverkürzung verlangsamt.
Tatsächlich gibt es eine Möglichkeit zur Senkung der Stoffwechselaktivität,
die unsere Lebensfreude in keiner Weise einschränkt. Sie kann im Gegenteil
unseren Alltag enorm bereichern. Wir wissen, dass Stress und Aufregung den
Stoffwechsel in die Höhe treiben. Innere Ruhe und Entspannung hingegen
senken ihn. Tests mit Meditierenden haben bewiesen, dass die
Stoffwechselrate bei Tiefenentspannung drastisch abnimmt, in manchen Fällen
weitaus mehr als im Tiefschlaf. Welch starke Auswirkungen dies auf die
Lebensspanne haben kann, führen uns einige Yogis vor. Ein Alter von 300
Jahren und mehr scheint unter diesen Asketen und Heiligen gar nicht einmal
so selten zu sein.
Ein Grund für ihre außergewöhnliche Langlebigkeit sind lange Phasen tiefer
Meditation, in denen die Lebensfunktionen nur im allergeringsten Maß
aufrechterhalten werden. Gleichzeitig verringert sich auch der Atem, und
nach einer überlieferten asiatischen Weisheit ist jedem von uns eine
bestimmte Anzahl an Atemzügen zugemessen. Nun können und wollen wir uns
nicht alle in den Himalaja zurückziehen oder unser Leben in Askese
verbringen. Doch können wir einiges tun, um im Alltag mehr Ruhe und
Gelassenheit zu erreichen.
Wir haben schon beschrieben, wie sehr die Pflanzenmineralien, auch zum
Beispiel in der wildwachsenden AFA-Alge konzentriert vorhanden, Stress und
innere Unruhe ausgleichen können. Während sie auf der einen Seite dafür
sorgen, dass unser Stoffwechsel effektiver funktioniert und seine Trägheit
verliert, neutralisieren sie auf der anderen Seite jegliche Überreizung und
Überaktivität. Wer ein Übriges tun will, dem möchten wir eine Heilmeditation
empfehlen, die von uns bei Windpferd im Frühjahr 2004 als CD erscheint.
Sie führt auf einfachste Weise ein Loslassen von Stress und eine wunderbare
innere Ruhe herbei. Auch Reiki können wir aus unseren Erfahrungen sehr
befürworten.
Spaziergänge in der Natur, erhebende Musik und eine Haltung der Dankbarkeit
können ebenfalls unseren Stoffwechsel entspannen und Hilfen zur Gesundheit
bis ins hohe Alter darstellen.
Diese Art der natürlichen Lebensverlängerung mag für viele die
erstrebenswerteste sein, doch ist sie nicht die einzige. Lebensverlängerung
durch Kalorienverzicht Seit einigen Jahren erregen die Erfolge einer
drastischen Kalorienreduktion bei Tieren einiges Aufsehen. Hunderte von
Fadenwürmern, Fruchtfliegen, Ratten und Mäusen wurden zu Forschungszwecken
auf Zwangsdiät gesetzt. Sie erhalten nur noch zwei Drittel der üblichen
Kalorien, werden aber ausreichend mit Vitaminen und Spurenelementen
versorgt. Die mageren Tiere leben bis zu 40 Prozent länger als ihre
wohlgenährten Artgenossen. Sie bleiben gesund, verspüren aber wenig Drang,
sich fortzupflanzen. (Ein reduziertes Sexualleben hat offenbar auch beim
Menschen eine lebensverlängernde Wirkung. Eunuchen beispielsweise werden im
Schnitt 14 Jahre älter als ihre sexuell aktiven Geschlechtsgenossen.)
Ein Biologe aus Wisconsin testet derzeit die Kalorienreduktion an Tieren,
die der Spezies Mensch um einiges näher stehen als Nager, Würmer und
Fliegen. Seit 1989 hält er zweihundert Rhesusaffen auf Diät. Da die Primaten
normalerweise 30 bis 40 Jahre leben, müssen wir uns noch gedulden, bevor wir
einen eventuellen Erfolg erkennen können. Sollte es auch bei ihnen klappen,
mögen die Wissenschaftler die erste praktikable Methode zur Verlängerung des
menschlichen Lebens gefunden haben. Bisher erfreuen sich die Affen bester
Gesundheit und zeigen eine robuste Konstitution.
Die Einsicht, dass eine stark verminderte Nahrungszufuhr die Lebenszeit
verlängern kann, ist nicht ganz neu. Viele Organismen reagieren auf
Nahrungsmangel mit einem raffinierten Schutzmechanismus: Der biologische
Alterungsprozess verzögert sich so lange, bis wieder genug zu essen
vorhanden ist. Erst dann setzt auch der Fortpflanzungstrieb wieder ein.
Offenbar sind solche Zeiten des Fastens nicht nur lebensverlängernd, sondern
überaus gesund. Der Altersforscher Richard Weindruch hat Mäusen winzige
Chips eingepflanzt, die registrieren, ob bestimmte Reparatur-Gene aktiv
sind. Er stellte fest, dass der von Entzündungen und freien Radikalen
angerichtete Schaden in Hirn und Wadenmuskulatur durch die magere Kost
verringert wird. Gleichzeitig werden Gene angeknipst, die den Muskelaufbau
fördern und den Zellverfall verlangsamen. Auch hat er bei seinen Nagern
Erbanlagen entdeckt, die erst in höherem Alter aktiv werden, durch
Nahrungsentzug aber an der Aktivierung gehindert werden.
Aus einem Labor in Israel kam die Nachricht, dass Kalorienentzug
möglicherweise sogar vor Krebs schützen kann. In Testkulturen vermehrten
sich gesunde Körperzellen langsamer, während Krebszellen abstarben. Für die
rasante Vermehrung der Schmarotzer war schlichtweg zu wenig Energie
vorhanden. Auch die erwähnten Rhesusaffen konnten inzwischen mit einigen
erfreulichen Begleiterscheinungen aufwarten. Die Werte an „gesundem“
HDL-Cholesterin stiegen an, während der Blutdruck ebenso sank wie das Risiko
der Affen, an den alterstypischen Leiden wie Herz- oder Nierenschwäche,
Krebs und Diabetes zu erkranken.
Wie das eigentlich funktioniert, ist den Wissenschaftlern noch weitgehend
ein Rätsel. Die Stoffwechselrate wird nicht herabgesetzt, zumindest nicht,
wenn man den Energiekonsum der Zellen kalkuliert. Eine erste Erklärung
könnte die Entdeckung des Molekularbiologen Leonard Guarente liefern. Nach
vierjähriger Suche fand der Wissenschaftler einen Hefezellen-Stamm, der
länger lebte als alle anderen. Dieser Stamm erreicht sein hohes Alter durch
die Hilfe eines Gens, das Guarente „sir2“ nennt (“Silent Information
Regulator“ oder „stiller Informationsregler“ Nr. 2). Auf einigen Umwegen
erreicht „sir2“, dass die DNS dichter gepackt wird. Dadurch wird das Ablesen
bestimmter Gene verhindert, die offenbar den Alterungsprozess fördern.
Ein ähnliches Gen hat auch der Altersforscher Stephen Helfand bei
Fruchtfliegen entdeckt. Er taufte es allerdings „INDY“, für „I’m Not Dead
Yet“ (“Ich bin noch nicht tot“). Damit „sir2“ aktiv werden kann, braucht es
eine Substanz mit der Abkürzung NAD (Nikotinamid-adenin-dinokleotid). Dieser
Stoff hilft, Glukose in Energie umzuwandeln. Wird die Glukose bei mangelnder
Nahrungszufuhr knapp, kann sich das nun arbeitslose NAD anderen Aufgaben
zuwenden, wie beispielsweise zusammen mit „sir2“ das Altern zu verlangsamen.
In vielen Forschungslabors gilt die Kalorienreduktion heute als heißeste
Spur bei der jahrhundertealten Suche nach dem Brunnen ewiger Jugend. John
hat es inzwischen einigen der Forscher nachgemacht und einen Selbstversuch
begonnen. Er fastet einen Tag in der Woche und verzichtet generell auf das
Frühstück. Somit kommt er auf 12 Mahlzeiten pro Woche, bei einem täglichen
Verzehr von circa 1800 Kalorien. John hat Zucker, weißes Mehl und tierisches
Fett weitgehend aus seinem Speiseplan gestrichen. Stattdessen isst er viel
Gemüse und Getreide, Mungbohnen und Kichererbsen. Gelegentlich kommt auch
ein Stück Fisch auf den Teller.
Um seine wissenschaftliche Neugier zu befriedigen, hat John circa 2 Monate
lang die Mikromineralien weggelassen und versucht, mit Bierhefe, Spirulina,
Meeresalgen und verschiedenen Samen die fehlenden Mineralien zu ersetzen.
Die kalorienreduzierte Kost behielt er bei. Bald stellte sich der berühmte
Jo-Jo-Effekt ein. Nachts überkam ihn oft ein unstillbarer Hunger und er
schlich in die Küche, um sich mit allem Verfügbaren vollzustopfen. Da wurden
dann beispielsweise nacheinander Kakaopulver gemischt mit Sesampaste und
Honig, Brot mit Käse, Vollkornnudeln mit Bio-Tomatensauce, ein hartgekochtes
Ei und ein Becher Quark mit Marmelade verzehrt. All diese gesunden
Lebensmittel konnten jedoch seinen unstillbaren Hunger nicht befriedigen.
Der Magen war zwar übervoll, doch blieb das Gefühl wohliger Befriedigung
aus.
John ist überzeugt, dass er seinen „abgespeckten“ Diätplan nur deshalb
durchhalten kann, weil die pflanzlichen Mineralien ihm eine gewisse
Sättigung bescheren. Solange er seine magere Kost damit ergänzt, machen ihm
weder Pica-Gelüste noch Hungergefühle zu schaffen. Während andere Anhänger
der Kalorienreduktion über Wetterfühligkeit, Stimmungsschwankungen,
Verstopfung oder unruhigen Schlaf klagen, fühlt er sich rundum gut.
Nun ist für die meisten Menschen Nahrungszufuhr ein solcher Genuss, dass sie
nicht darauf verzichten wollen. Dennoch können wir einiges aus den Studien
lernen. Auch wenn wir unsere Kalorienzufuhr weniger drastisch kürzen, hat
eine kalorienarme, vitalstoffreiche Nahrung zweifellos eine
gesundheitsfördernde und lebensverlängernde Wirkung. Wer eine gemäßigte Form
des Kalorienentzugs versuchen will, sollte das eingesparte Geld für
hochwertige, organisch angebaute Nahrungsmittel einsetzen.
Leider weist selbst Nahrung aus dem Naturkostladen nicht mehr genug
Inhaltsstoffe auf, um den Körper, insbesondere bei einer Reduktionsdiät, mit
allem Notwendigen zu versorgen. So müssen wir unsere Mahlzeiten mit
zusätzlichen Vitalstoffen ergänzen. Wir brauchen wohl kaum noch zu erwähnen,
dass sich die Urmineralien zur Abdeckung der Spurenelemente bestens eignen.
(Eine drastische Kalorienreduktion sollte nicht vor dem zwanzigsten
Lebensjahr versucht werden, da sonst wichtige körperliche
Entwicklungsprozesse behindert werden können.)
Möglicherweise ist es auch gar nicht nötig zu hungern. Schon die alleinige
Gabe von bestimmten Mineralstoffen kann die Lebensspanne offenbar bedeutsam
verlängern. Bei einem Test erhielten Labormäuse 10 extrem seltene
Spurenelemente in ihr Futter, unter anderem Zirkonium, Europium und
Germanium. Die Tiere lebten mit dieser außergewöhnlichen Nahrungsergänzung
doppelt so lange wie ihre Artgenossen. Neben der aufbauenden, schützenden,
entschlackenden und entspannenden Wirkung sind Spurenelemente offenbar das
beste Mittel, um die körpereigenen Reparaturmechanismen anzukurbeln.
Das Geheimnis langlebiger Völker
Während sich westliche Menschen mit Krankheit und Siechtum plagen, gibt es
rund um den Globus auch gesunde Ausnahmen. Fünf Naturvölker führen uns vor,
dass wir bei bester Gesundheit und Vitalität uralt werden können. Viele
ihrer Mitglieder haben ihren hundertsten Geburtstag hinter sich. Einige
bringen es sogar auf 140 Lebensjahre, ohne dass die üblichen degenerativen
Erscheinungen ihren Lebensabend vergällen.
Am bekanntesten ist wohl das Volk der Hunzas, das in einem Tal des
Karakorum-Gebirges im Nordwesten des Himalajas lebt. Als General Major Sir
Robert McCarrison, der Leibarzt des englischen Königs Georg V. sich
aufmachte, das Tal der Hunzas zu erkunden, war er erstaunt über die
Vitalität und Gesundheit dieses Bergvolkes. Er fand weder Krebs,
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Rheuma, geistige Degeneration noch
irgendwelche anderen Plagen der zivilisierten Welt. Auch war es kaum der
Ort, wo Psychologen nach Kunden Ausschau halten würden. Die medizinische
Versorgung beschränkte sich auf die Korrektur von Knochenbrüchen und
Wundbehandlung. Es gab keine Krankenhäuser oder Altersheime, keine Polizei
und keine Gefängnisse.
Doch war dieses Volk nicht nur ungewöhnlich gesund. Bei näherer Erkundung
stellte sich heraus, dass viele der Bauern, die täglich auf den Feldern
arbeiteten, 100 Jahre oder älter waren. Worin lag das Geheimnis ihrer
„ewigen Jugend“? Im Laufe der Jahre versuchten Forscher immer wieder, diese
Frage zu beantworten. Zunächst wurde die Ernährung der Hunzas analysiert.
Sie bestand aus Vollkornprodukten und Sprossen, Gemüse und Früchten,
insbesondere Aprikosen. Sie verzehrten gesäuerte Ziegenmilchprodukte in Form
von Joghurt, Käse und Butter. Sie aßen wenig Fleisch, tranken Tee und
manchmal auch Wein. Einige rauchten ab und zu.
Aber war ihre natürliche Ernährung der einzige Grund für ihre
außergewöhnliche Gesundheit und Langlebigkeit? Nachbarvölker, die unter
vergleichbaren Bedingungen in einer ähnlichen geographischen Lage lebten,
wurden kaum älter als die Menschen im Westen. So musste es noch einen
zusätzlichen Faktor geben. Forscher fanden schließlich einige weitere
Völker, die ihr genetisch angelegtes Potential von 120 Jahren in Gesundheit
und Vitalität erfüllten: die Armenier, Aserbaidschaner und Abchasier im
Kaukasus und die Titicacas in den peruanischen Anden. Diese Völker zeigten
einige aufschlussreiche Gemeinsamkeiten, die schließlich zur Lösung des
Rätsels führten.
Sie alle leben abseits der Zivilisation in einsamen Bergtälern mit wenig
Niederschlag und verwendeten zur Bewässerung ihrer Felder ausschließlich
Gletscherwasser. Gletscher zermahlen auf ihrer langsamen, bergabführenden
Wanderung unablässig die Felsen unter ihren „Füßen“. Wenn das Eis an ihrer
Sohle schmilzt, ist es so vollgeladen mit winzigen Teilchen an Mineralien
und Spurenelementen, dass es eher an Milch als an Wasser erinnert. So haben
die Hunzas dieses reichhaltige Wasser denn auch Gletschermilch getauft. Alle
als besonders langlebig bekannten Völker sind mit einer ähnlichen
Gletschermilch gesegnet, die je nach Gegend und mineralischem Gehalt einen
bläulichen oder gelblichen Ton aufweist. Diese „Milch“ wird nicht nur zum
Trinken verwendet. Seit tausenden von Jahren bewässern diese Völker ihre
Felder damit. Die Pflanzen nehmen den Reichtum an anorganischen
Mineralstoffen auf und verstoffwechseln ihn in Leben spendende, organische
Mikromineralien. Hätten die Völker ausreichend Niederschlag, würde diese Art
der Bewässerung überflüssig und der Schlüssel zu ihrer außergewöhnlichen
Vitalität und Langlebigkeit ginge verloren. (Bei den Hunzas haben inzwischen
die ersten „Segnungen“ des modernen Lebens einschließlich einer wachsenden
Krebsrate und anderer Zivilisationskrankheiten Einzug gehalten.)
Nun vertreten viele Wissenschaftler die Meinung, dass ein Lebensalter über
125 Jahre zur Zeit noch so gut wie ausgeschlossen ist. Das hohe Alter
einzelner Individuen oder ganzer Völker sei vor allem auf einen Mangel an
Geburtsurkunden und ein nachlassendes Erinnerungsvermögen zurückzuführen.
Zweifellos gibt es Fälle, wo sich ein selbsternannter Methusalem bei näherem
Hinsehen als eine Generation jünger entpuppte. Doch stehen dem auch etliche
gut dokumentierte Fälle von weitaus älteren Menschen gegenüber. Dazu einige
Beispiele: 1973 erschien in der „National Geographic“ ein Artikel über
Menschen, die seit einem vollen Jahrhundert oder länger auf der Erde
weilten. Die Berichterstatter hatten sich bei ihrer Suche nicht auf die
Aussagen der Betroffenen beschränkt, sondern nach hieb- und stichfesten
Dokumenten verlangt.
Den ältesten Menschen entdeckten sie im Kaukasus in Armenien. Der betagte
Herr mit Namen Shirali Muslimov war gemäß seiner Geburtsurkunde,
Taufurkunde, Militäraufzeichnungen und Geburtsurkunden seiner Kinder 167
Jahre alt. Er starb mit 168. Ein gut dokumentierter Fall war auch Dr. Li,
der 1677 auf der chinesischen Seite des Karakoram-Gebirges geboren wurde. Zu
seinem hundertfünfzigsten Geburtstag erhielt er eine Urkunde von der
chinesischen Regierung, die ihm zu seinem hohen Alter gratulierte. Als er
sein zweihundertstes Lebensjahr erreichte, bekam er eine weitere Urkunde
zugesandt. Danach lebte er noch weitere 56 Jahre. Über seinen Tod im Jahre
1933 wurde in der „London Times“ und „New York Times“ berichtet.
Von einem weiteren ungewöhnlichen Fall konnten wir im Guiness Buch der
Rekorde lesen. Die viel begehrte Eintragung wurden einem Herrn aus Syrien
zuteil – in diesem Fall jedoch nicht aufgrund seiner Langlebigkeit. Die
Tatsache, dass der rüstige Senior nach dem achtzigsten Lebensjahr mit seiner
vierten Frau noch 9 Kinder zeugte, führte zu seiner Verewigung im Buch der
Rekorde. Diese Beispiele dürften als Beleg genügen, dass ein hohes Alter –
und Vitalität bis ins hohe Alter – tatsächlich möglich sind.
Wie das Beispiel der langlebigen Völker bezeugt, können 100 oder 120 Kerzen
auf der Torte sogar Routine werden. Sie zeigen uns auch, wo das Geheimnis
der verlängerten Jugend liegt. Neben einer gemäßigten, naturbelassenen und
schadstofffreien Ernährung, einer reinen Umwelt und entspannten Lebensweise
entscheidet letztendlich der Reichtum an Mineralien und Spurenelementen über
Lebensspanne und Gesundheit.
Es ist nie zu spät „Mein Internist und zwei andere Ärzte, die ich
konsultierte, diagnostizierten meine Beschwerden als Angina pectoris,
niedriger Blutdruck, starke Anämie, Schilddrüsenunterfunktion plus Arthrose.
Ich war extrem nervös und deprimiert. Während dieser Zeit lebte ich in
Missouri. Im August zog ich nach Pennsylvania und wurde dort mit „Clark’s
Nulife Mineral Formula“ bekannt gemacht. Ich begann es im September 1984 zu
nehmen. Innerhalb von drei Tagen konnte ich Veränderungen feststellen. Ich
war weniger nervös und hatte weniger Schmerzen in den Armen und Schultern.
Es ging ständig bergauf bis zu einem Punkt, wo ich anfing, kleine Arbeiten
im Haus zu verrichten. Bald konnte ich auf die Schmerzmittel verzichten.
Jetzt, 4 Monate später, kann ich eine Meile laufen ohne zu ermüden, ich kann
Gegenstände heben und fast alles tun, was ich will. Ich bin frei von
Schmerzen und habe zum ersten Mal seit vielen Monaten einen guten Appetit.
Die Anämie, unter der ich seit Jahren litt, ist ebenfalls verschwunden.
Meine Haut ist rosig und mein Haar hat wieder seine ursprüngliche Farbe von
dunkelbraun und grau zurückerlangt. Auch meine Schilddrüsenprobleme sind
verschwunden. Ich kann es allen empfehlen, die sich nicht auf dem Posten
fühlen. Wenn ein Mittel einem 83-jährigen, fast invaliden Mann gute
Gesundheit zurückgeben kann, ist es meiner Meinung nach das größte
Gesundheitsprodukt, das es gibt.“ – Elmer F. F., Pennsylvania, USA.
Ältere Menschen können nicht nur körperlich von den Mikromineralien
profitieren. Manche Senioren erleben mit ihrer Hilfe eine Art zweiten
Frühling und unternehmen Dinge, die sie sich in jüngeren Jahren versagt
hatten. Herr K. L. aus Fürstenfeldbruck, 80 Jahre alt, begann mit 78 Jahren
die Mikromineralien einzunehmen. Bald darauf verschwanden seine
arthritischen Knieschmerzen beiderseits. Andere Symptome wie Schwindel und
Herzrhythmusstörungen verabschiedeten sich etwas später. Herr K. entwickelte
so viel Energie, dass er im September 2000 mit seiner 67-jährigen Ehefrau
einen 5000 m hohen Berg in Nepal bestieg. Seine Gattin trat bald nach der
Einnahme des Elixiers zudem in einen Ruderclub ein.
Es ist bekannt, dass ältere Menschen, die ein Konditionstraining beginnen,
eine Menge an verloren gegangenen Funktionen zurückgewinnen können.
Gewichtheben beispielsweise steigert noch bei 80- oder 90-jährigen die
Kraft. Ähnlich wie unsere Muskeln kann auch unser Gehirn trainiert werden.
Zwar werden verloren gegangene Gehirnzellen nicht ersetzt, doch behalten die
übrig gebliebenen Zellen bis zum Tod die Fähigkeit, neue Verbindungen
herzustellen. Bei ausreichender Anregung und Versorgung mit Aufbaustoffen
kann der Zellverlust, der mit dem Älterwerden einhergeht, durch die
zunehmende Verflechtung der Nervenzellen mehr als kompensiert werden.
Zugegeben – wir lernen neue Dinge nicht mehr ganz so schnell wie in unserer
Jugend, dafür wird unser Denken mit der Zahl neuer Verbindungen vernetzter,
d. h. umfassender und ganzheitlicher. Die Erfahrungen eines langen Lebens
können sich vom Wissen zur Weisheit wandeln.
Und wie ist es mit der Lebensverlängerung bestellt? Zweifellos können auch
im hohen Alter noch Schlacken und Ablagerungen bereinigt und Schäden
repariert werden, wodurch wir etliche Lebensjahre hinzugewinnen können. Auch
eine Kalorienreduktion mag im Alter noch einiges bewirken, vorausgesetzt,
wir versorgen den Körper mit allen Vitalstoffen in einer leicht
aufzunehmenden Form. Bei Mäusen funktioniert es jedenfalls. Nager, die erst
in fortgeschrittenem Alter auf Zwangsdiät gesetzt wurden, lebten statt der
üblichen 39 immerhin 56 Monate. Das entspräche 165 Menschenjahren.
Ein verlängerter Lebensabend, in körperlicher Vitalität und geistiger
Wachheit gelebt, kann den „goldenen Jahren“ ihren eigentlichen Sinn
zurückgeben: Eine Zeit der Ernte, in der wir von oberflächlichen Zielen
loslassen, das Leben als solches wertschätzen lernen und unser über die
Jahre angesammeltes Wissen und Erfahrungen umsetzen und mit anderen teilen.
http://www.comedweb.de
Buchtipps:
Shalila Sharamon und Bodo Baginski,
„Heilung aus der Urnatur. Die einzigartige Heilwirkung prähistorischer
Pflanzenmineralien“,
Windpferd, 296 S., 14,90 Euro.
Barbara Simonsohn, „Das authentische Reiki“,
Goldmann, 408 S., 10 Euro.
Dieselbe, „Die Heilkraft der AFA-Alge“,
Goldmann, 319 S., 8,50 Euro.
Anti-Aging-Experte rät: Wer aufs Abendessen
verzichtet, lebt länger
Zwei Abendessen pro Woche ausfallen lassen, um jung zu bleiben – das rät der
Anti-Aging-Experte Prof. Dr. Dr. Johannes Huber (56) aus Wien.
Das nächtliche Hungern verstärkt die Wirkung des Hormons
Melatonin. Es sorgt
für erholsamen Schlaf, fährt die Körperfunktionen herunter. Auch Somatropin wird
stärker gebildet. Dieses Wachstumshormon ist wichtig für die Regeneration der
Zellen, Muskelaufbau und Fettabbau. Die nächtliche Hungerpause sollte 14 Stunden
dauern (letzte Mahlzeit um 17 Uhr).
Nebeneffekt: Sie werden schlanker, weil sie weniger Kalorien zu sich nehmen.
Wichtig: Viel trinken – ungesüßten Tee oder Wasser.
http://www.bild.t-online.de
25.02.2005
Altern
Haut-Alterung: Verdichtung des zellinternen Proteingerüsts
US-amerikanischen Forschern ist es gelungen, die Schlüsselfaktoren für die
Verjüngung der Haut und das Verlangsamen des Hautalterungsprozesses zu finden.
Ein Forscherteam der New York's Clarkson University fand heraus, dass der
Alterungsprozess nicht nur wie bisher angenommen auf den Elastizitätsverlust der
Haut zurückzuführen ist, sondern wesentlich durch die zunehmende Erstarrung der
Epithel-Zellen ausgelöst wird, berichtet BBC.
Bisher wurde angenommen, dass mit zunehmendem Alter das epithele Bindegewebe der
Haut an Elastizität verliert. Dieser Prozess soll auch eine wesentliche Rolle
bei anderen fortschreitenden Alterskrankheiten einnehmen, wie beispielsweise bei
der Verhärtung von Arterien, bei Gelenkssteifheit, grauem Star, Alzheimer und
Demenz. Der Grund für diesen Verfallsprozess wurde bis dato einzig im Abbau
einer Verbindungssubstanz, die das Epithel-Gewebe versiegelt - den so genannten
extra zellulären Proteinen - vermutet. Und auf diesem Wissen bauten die meisten
Behandlungsmethoden auf.
Doch nun konnten die Forscher beweisen, dass die Ursache in den Zellen selbst zu
suchen ist. Denn nach vielen Generationen der Zellteilung werden die epithelen
Zellen selbst zwei bis zehnmal so starr wie junge Zellen. Die Forscher glauben,
dass dies auf eine Verdichtung des zellinternen Proteingerüsts - des
Cytoskeletons - zurückzuführen ist.
Die Forscher geben an, dass es bereits Medikamente gibt, die möglicherweise die
Versteifung des Cytoskeletons blockieren und so den Alterungsprozess
verlangsamen. Derzeit testet das Forscherteam die Effizienz einer
Anti-Aging-Hautcreme, welche eine niedrige Dosis dieser Medikamente enthält, in
einer Versuchsreihe an Mäusen. "Die Haut ist ein Organ, das während des gesamten
Lebens den Strapazen der Umwelt ausgesetzt ist. Darum ist der beste Weg um dem
Hautalterungsprozess wirksam zu verlangsamen noch immer der, den Schaden durch
ultraviolette Strahlung möglichst gering zu halten. Denn diese Strahlung ist der
Hauptfaktor bei der Beschleunigung der Hautalterung", resümierte Stuart Parker
vom Forscherteam. 24.03.2005 Infos für Ärzte
Forscher entdecken lebensverlängerndes Wunderhormon - Eine
zu hohe Thyroxine-Dosis kann jedoch tödlich sein
Die Entdeckung eines Wunderhormons verspricht die Erweiterung der Lebensspanne
um bis zu 30 Jahre. Denn das so genannte Thyroxine-Hormon kurbelt den
Stoffwechsel an und verlängert so die Lebenserwartung, erklären die Forscher der
Aberdeen University http://www.abdn.ac.uk .
In absehbarer Zukunft könnte somit ein entsprechendes Anti-Ageing-Medikament
entwickelt werden. Ein zentrales Problem stellt nunmehr nur noch die
Verabreichung der richtigen Dosis dar, denn falsch dosiert wirkt das Hormon
nicht lebensverlängernd, sondern möglicherweise tödlich.
In einer Studie konnten die Forscher beweisen, dass die regelmäßige
Verabreichung einer Dosis Thyroxine bei Mäusen einen höheren Stoffwechselumsatz
zur Folge hatte. Die hohen Stoffwechselprozesse führten in weiterer Folge zu
einer bis zu 25 Prozent höheren Lebenserwartung im Vergleich zu einer nicht
therapierten Kontrollgruppe. "Transferiert man diese Ergebnisse auf den Menschen
so eröffnet sich eine zusätzliche Lebenspanne von bis zu 30 Jahren", erklärte
der Forschungsleiter John Speakman.
Thyroxine wird derzeit bereits Patienten verabreicht, die selbst nicht genug von
diesem Hormon produzieren können, um einen gesunden Stoffwechsel zu haben.
Resümierend warnt das Forscherteam jedoch vor der Anwendung einer
Thyroxine-Therapie, denn möglicherweise wird es nicht möglich sein, eine
unschädliche Dosierungsmenge zu eruieren. "Wir hoffen, dass Patienten durch
unsere Forschungsarbeit die Möglichkeit bekommen, zusätzlich noch einige gesunde
Jahre verbringen zu können. Wir wollen jedoch nicht ein Dahinvegetieren im
Altersheim begünstigen", so Speakman.
Die Ergebnisse der Studie erscheinen in der April-Ausgabe des Journals of
Experimental Biology
http://jeb.biologists.org/ . (Ende)
Hinweis der Redaktion: Wenn Sie schon jetzt wenigstens mit einer geringen Menge
Thyroxine Ihren Stoffwechsel ankurbeln möchten, finden Sie hier mit
DL-Phenylalanin das geeignete Nahrungsergänzungsmittel:
http://www.baeder-fuehrer.com/gesundheitsprodukte/index_120.html
Ein Protein verlängert Mäuseleben
WASHINGTON (dpa). Ein Eiweiß, das die Insulinfreigabe im Körper kontrolliert,
schenkt Mäusen ein längeres Leben. Männliche Nager lebten bis zu 31 Prozent
länger, wenn sie mehr von dem Protein produzierten.
Mäuseweibchen gewannen 20 Prozent an Lebenszeit hinzu. Das berichtet Makoto
Kuro-o von der Universität von Texas in der Onlineausgabe von "Science" (
www.sciencemag.org ). Das Team um Kuro-o
nannte den neuen Eiweißstoff Klotho nach der griechischen Göttin, die der
Mythologie zufolge den Lebensfaden spinnt.
Allerdings hat die zusätzliche Lebenszeit auch Schattenseiten. Mäuse, die durch
einen gentechnischen Trick mehr Klotho produzieren, neigen zu Diabetes. Außerdem
haben sie nur etwa die Hälfte des Nachwuchses, den andere Nager mit natürlichem
Klotho-Spiegel hervorbringen.
Ärzte Zeitung, 26.08.2005
Länge der Telomere soll
Lebenserwartung festlegen
Papa entscheidet, wie lange wir leben
Das Geheimnis um die Vererbung eines langen Lebens lüfteten schwedische
Wissenschaftler:
Bei der Vererbung soll nur der Vater eine Rolle spielen.
Monoklonale Immunzellen von 132 Nordschweden aus 49 Familien, bestehend aus
Müttern und Vätern, Söhnen und Töchtern, dienten der Suche nach den genetischen
Ursachen eines langen Lebens. Das durchschnittliche Lebensalter der Eltern
betrug 66, das der Kinder 37 Jahre.
Forscher der Universität von Umea froren die Hälfte der aus dem Blut gewonnenen
Immunzellen ein und infizierten die andere Hälfte mit dem Epstein-Barr-Virus, um
sie anschließend 18 bis 55 Tage zu kultivieren. Die dabei überlebenden Zellen
froren sie ebenfalls ein.
Die Extraktion der DNA beider Zelltypen ergab, dass die Länge der Telomeren in
den kultivierten Zellen von ihrer ursprünglichen Länge abhängig war. Daneben war
die Länge der Telomeren in der Generation der Söhne und Töchter allein vom Vater
abhängig.
Telomere werden mit biologischen Alterungsprozessen der Zelle in Verbindung
gebracht. Sie verkürzen sich mit dem Alter und dies jedes Mal, wenn eine Zelle
sich teilt.
2005-10-27
Quelle: www.aerztlichepraxis.de
Berechnen Sie Ihre Lebenserwartung
http://test.gesundheit.ch/
Das Geheimnis des
Alterns
Weltweit
arbeiten Forscher daran, das Geheimnis des Alterns zu enträtseln. Im Erbgut
kleiner Fliegen und anderer Lebewesen suchen sie nach der Lösung. Aber noch
wissen wir zu wenig über die Gene des Menschen und die Alterungsprozesse, noch
sind die bahnbrechenden Ergebnisse aus der Tier- und Pflanzenwelt nicht auf den
Menschen übertragbar. .....weiter
hier
Verringerung der
Kalorienzufuhr soll Lebenserwartung erhöhen/
Ernährungsstoffwechselbedingte DNA-Schäden geringer?
Alterungsprozess
05.04.2006 Infos für Ärzte
Menschen, die ihre Kalorienzufuhr deutlich
verringern, entwickeln Merkmale, die in
Tierversuchen mit einer langen Lebensdauer in
Zusammenhang gebracht werden. Zu diesem Ergebnis ist
eine Studie des Teams um Eric Ravussin von der
Louisiana State University gekommen.
Die Reduzierung der Kalorien verringerte die
Körpertemperatur und die Insulinwerte, die
Schädigung der DNA nahm gleichzeitig ab. Weitere
Tests sind jedoch laut New Scientist erforderlich,
um zu ermitteln, ob diese rasch aufgetretenen
biologischen Effekte länger als einige Monate
anhalten. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem
Fachmagazin Journal of the American Medical
Association veröffentlicht.
Studien mit Nagetieren und anderen niedrigen
Lebensformen haben ergeben, dass die langfristige
Kalorienreduktion die Lebensdauer erhöhen kann. Die
maximale Lebensdauer von Mäusen und Ratten erhöhte
sich so um rund 30 Prozent. Zusätzlich waren die
Tiere gegen Ablagerungen in den Blutgefäßen und
Krebs geschützt. Für den Menschen stehen weniger
Daten zur Verfügung. Daher geben Forscher bis heute
nur eher widerwillig Empfehlungen ab. Für die
aktuelle Studie wurden 48 Freiwillige nach dem
Zufallsprinzip ersucht, ihr Gewicht zu halten oder
ihre Kalorienzufuhr zu reduzieren.
Zwölf der Teilnehmer nahmen genug Lebensmittel zu
sich um ihr Gewicht zu halten. Von den verbleibenden
36 Teilnehmern wurde jeweils eine gleich große
Gruppe ersucht, ihre Kalorienzufuhr entweder um 25
Prozent zu verringern, die Kalorienmenge um 12,5
Prozent zu verringern und 12,5 Prozent Kalorien
durch mehr Bewegung zu verbrauchen oder eine strenge
Diät von 890 Kalorien pro Tag einzuhalten. Diese
Diät wurde so lange eingehalten, bis 15 Prozent des
ursprünglichen Gewichtes verloren waren.
Anschließend wurde darauf geachtet, dass der
erreichte Wert konstant blieb. Die Teilnehmer
erhielten ihre Essensrationen während der ersten
drei Monate im Forschungszentrum. Die Freiwilligen
nahmen zusätzlich an wöchentlichen Gruppentreffen
teil und wurden in der Wochenmitte angerufen, um sie
beim Einhalten ihrer Diät zu unterstützen.
Teilnehmer, deren Kalorienzufuhr eingeschränkt
wurde, verloren durchschnittlich rund zehn Prozent
oder mehr ihres Gewichts. Es zeigte sich, dass diese
Personen über verringerte Fastenwerte des Hormons
Insulin verfügten. Zumindest bei Tierversuchen wurde
dieses Merkmal mit Langlebigkeit in Zusammenhang
gebracht. Es zeigte sich, dass jene Freiwilligen,
die ihre Kalorienzufuhr um 25 Prozent verringerten
oder ähnliche Ergebnisse durch weniger Kalorien und
Sport erreichten, nach dem Ende der sechs Monate
dauernden Studie im Körperkern über eine geringere
Temperatur verfügten. Eine geringere
Körpertemperatur wurde ebenfalls im Zusammenhang mit
Langlebigkeit genannt.
Jede der Gruppen mit einer verringerten
Kalorienzufuhr zeigte eine geringe aber statistisch
signifikante Verringerung des DNA-Schadens in ihren
Blutzellen, als ihre Werte mit jenen der
Kontrollgruppe verglichen wurden. Laut den
Wissenschaftern ist dieser Umstand bemerkenswert, da
manche der chemischen Nebenprodukte des
Ernährungsstoffwechsels die DNA angreifen. Die Folge
können eine erhöhte Krebsneigung und eine
Beschleunigung der Alterungseffekte sein.
http://www.journalmed.de
Anti-Aging-Medizin – Hoffnung oder Humbug?
Kleine-Gunk, Bernd
Zusammenfassung
Einleitung: Altern ist der wichtigste Risikofaktor für die hauptsächlichen
Zivilisationskrankheiten. Die Anti-Aging-Medizin versucht, die dem
Alterungsprozess zugrunde liegenden Mechanismen zu analysieren und daraus
entsprechende Therapieoptionen abzuleiten. Methoden: Übersichtsartikel auf der
Basis einer selektiven Literaturaufarbeitung. Ergebnisse: Altern ist ein
multifaktorieller Prozess, dessen molekularbiologische Grundlagen inzwischen
weitgehend entschlüsselt sind. Während über die Pathophysiologie des
Alterungsprozesses gut gesicherte Erkenntnisse vorliegen, gibt es zurzeit noch
keine interventionelle Maßnahme, für die eine Lebensverlängerung beim Menschen
belegt werden konnte. Diskussion: Jenseits modischer Auswüchse kommt der
Anti-Aging-Medizin ein wichtiger Stellenwert zu, wenn sie sich konsequent als
eine Präventivmedizin gegen altersassoziierte Erkrankungen versteht.
Dtsch Arztebl 2007; 104(28–29): A 2054–60.
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=56301
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